Abnehmer gesucht – Update

Wenn man in einem Preisausschreiben mitmacht, in dem mehrere Preise ausgeschrieben sind, man aber nicht auf den Hauptpreis scharf ist, sondern auf etwas von den hinteren Rängen und das Universum sich dabei kaputtlacht, als es dem werten Preisausschreibengewinnerzieher die Hand führt und mir den Hauptgewinn zuspricht … was macht man dann?

Sich ärgern?

Quatsch! Man hat in einem Preisausschreiben den Hauptpreis gewonnen!!

Die Annahme verweigern?

Quatsch! Man hat in einem Preisausschreiben den Hauptpreis gewonnen!!

Den Preisausschreibenveranstalter darauf hinweisen, dass man, wenn möglich, eigentlich gerne den Preis aus den hinteren Rängen haben möchte und der Hauptpreis an jemanden gehen sollte, der damit eher was anfangen kann?

Klar, kann man machen. Nützt halt nur nix, wenn man erst dann über den Gewinn informiert wird, nachdem das Paket bereits auf Reisen gegangen ist 🙂

In das Gelächter des Universums einstimmen und die Ironie der Situation wertschätzen?

Immer gut und nur zu empfehlen!

Das Paket von der Post abholen, auspacken und feststellen, dass man WIRKLICH nichts davon gebrauchen oder haben möchte?

Been there, done that!

Seine Blogleser fragen, ob sich unter ihnen jemand befindet, der den Hauptpreis SEHR GERNE haben möchte?

Hmmm, ok!

Also … wie sieht es aus werte Leser? Wen darf ich mit folgenden Gegenständen beschenken? Wer will das hier GANZ AUSDRÜCKLICH haben?

  • Mafia III Limited Edition, inklusive dem Mafia III Plattenspieler
  • Mafia III für PS4
  • Mafia III Poker-Karten
  • Zippo-Feuerzeug
  • T-Shirt
  • Kappe
  • und noch anderer, Mafia III-bezogener Kleinkram

geschenke

Alles, was ihr dafür tun müsst ist mir bitte eine Mail mit Eurer Versandanschrift an folgende Adresse senden:

seniorgamer.key@gmail.com

Zur Ziehung berücksichtigt werden alle Einsender, deren Mail bis zum 24.12.2016, 23:59:59 auf diesem Konto eingegangen sind. Die Ziehung erfolgt voraussichtlich am 2. Weihnachtsfeiertag oder am frühesten Datum, an dem mir wieder Internet zur Verfügung steht. Möge ich ein glückliches Händchen haben.

Wenn ich es schaffe, versende ich das Paket in der Woche zwischen Weihnachten und Silvester, auf jeden Fall aber in der ersten Januarwoche.

PS: Scharf war ich übrigens das hier rausretouschierte  Civilization VI-Fanpaket … nun gut, dann beim nächsten Mal 🙂

PPS: Und wehe, ich finde das Paket später auf eBay. Ich weiß jetzt, wo Dein Haus wohnt! Ich finde Dich, reisse Dir den Arsch auf und lehre Dich Geschenke zu respektieren!

Update: Gewonnen! Er hat gewonnen und wurde bereits informiert. Herzlichen Glückwunsch! 🙂

Das Ende von Denuvo

Jahaa, schön reisserischer Titel! Clickbait!!

Nein, ehrlich. Denuvo, die Anbieter des gleichnamigen Kopierschutz/DRM-Systemes könnte tatsächlich am Ende sein.

Will man diesem Bericht von Arstechnica Glauben schenken, so wurde im letzten Update von Doom 4 Denuvo herausgepatcht. Doom 4 enthält jetzt nur noch das übliche Steam-DRM. Die Entwickler von „Inside“ haben Denuvo entfernt. Warum? Spontane Erkenntnisgewinnung in der Vorstands/Chefetage? Nein, wohl nicht.

Laut dem Bericht soll es angeblich eine Klausel im Vertrag zwischen Denuvo und Publisher/Entwickler geben, dass Denuvo den Kaufpreis zurückerstattet, sollte das System innerhalb eines bestimmten Zeitraumes nach Veröffentlichung geknackt werden. Nun, nach dem die Szene Denuvo grundsätzlich geknackt hat, fallen die Barrieren immer schneller. Man weiß jetzt, wo man nachzuschauen, auf was man zu achten, wo man herumschrauben muss. Die Klausel greift, Denuvo muss zahlen, das System wird nach der offiziellen Bestätigung seiner Nutzlosigkeit entfernt.

Und das bedeutet jetzt was? Keine neuen Spiele mehr mit Denuvo. Denuvo pleite? All hail crackers world wide? Keine Ahnung, kann ich nicht sagen. Vielleicht wird man bei Denuvo das System abändern, um wieder einen gewissen Vorsprung herausarbeiten zu können. Auf JEDEN FALL wird man wohl die Verträge ändern, so es solche Klauseln geben sollte.

Ich bin eher gespannt, ob Bethesda jetzt vermehrte Umsätze von Doom 4 verzeichnen wird. Ich bin gespannt, ob Denuvo künftig noch in den potentiellen Blockbuster-Veröffentlichungen der Majors auftauchen wird. Ich bin vor allem gespannt, welche Firma es dann wagen wird die Quadratur des Kreises zu meistern: Einen nur schwer knackbaren Kopierschutz für Consumer-Inhalte auf reiner Software-Basis zu schaffen. Was nach meiner Einschätzung aber grundsätzlich nicht möglich sein wird, da man hier zwei gegensätzliche Ziele vereinbaren muss.

Die Krux des PCs ist nämlich seine offene, mit abertausend Varianten versehene Hardware- und Softwareumgebung. Kein PC ist gleich, aber auf möglichst vielen PCs müssen die Inhalte abrufbar und im Falle von Spielen ausführbar sein. Ein in der Breite funktionierendes DRM-System kann daher zwangsläufig nicht so sicher sein, wie man das in einer Umgebung ähnlich Konsolen schaffen kann. Limitierte Vielfalt erhöht die Sicherheit. Wird sich dies auf dem PC je ändern? Nein. Der PC wird weiterhin ein unkontrollierbarer Dschungel bleiben, auch wenn Microsoft und andere Anbieter sich auf den Kopf stellen. Diese Katze kann nicht mehr in den Sack gesteckt werden, aus dem sie in den 80ern geflohen ist.

Aber könnten die Firmen nicht einfach einen Hardware-Dongle verwenden?

Klar, könnten sie. Das würde eine künstliche Einheitlichkeit schaffen, welche die Sicherheit eines DRM/Kopierschutz-Systemes massiv erhöhen würde. Unknackbar ist ein Hardware-Dongle natürlich nicht, wie man mittlerweile weiß, aber es würde erheblichen Mehraufwand bedeuten.

Und warum macht man es dann nicht?

Oh, ganz einfach. Erstens, Hardware-Dongles kosten zu viel und damit geschützte Consumer-Inhalte werden dadurch sehr unbequem zu konsumieren. Jedweder potentielle Vorteil, der sich durch solche strikten Systeme vielleicht ergeben könnte, wird durch handfeste und nachweisbare Nachteile negiert.

Zweitens, den Anbietern geht es ja nicht wirklich darum Inhalte zu schützen, sondern lediglich eine Schutzillusion für die Anleger und Geldgeber aufzubauen. Man möchte den Eindruck erwecken alles getan zu haben, um das Geschäftsmodell vor allen potentiellen Gefahren geschützt haben. Und Raubmordneonazikinderficker-Kopien gelten immer noch als potentielle Gefahrenquelle für das Geschäftsmodel der Rechteverwerter.

Denuvo wird gehen, ein anderer Anbieter wird kommen, die Anleger werden wieder verarscht, die Kunden ärgern sich, die Hacker cracken und in ein paar Jahren werde ich wieder einen ähnlichen Artikel schreiben.

Das Spiel beginnt von Vorne. Nichts ändert sich.

Zumindest nicht im AAA-Bereich, aber wer braucht die schon 🙂

PS: Nichts ändert sich auch bei Crytek, meinem Lieblingsentwickler. Gehälter werden nicht ausgezahlt, der Geschäftsführer ist angeblich seit Monaten nicht mehr im Büro anzutreffen, seine Brüder fuhrwerken willkürlich und planlos durch die Gegend. Ich glaube, das war’s dann jetzt endlich. Ich glaube nicht, dass da ein zweites Mal ein weißer Ritter vorbeischneit und den Yerlis den Arsch rettet, so wie das Amazon vor zwei Jahren mit der Lumberyard-Geschichte getan hat.

Notfall-Upgrade

Wer sich erinnern mag, hat vielleicht noch im Kopf, dass es mir im März das Display meines treuen eBook-Arbeitspferdes, einem Kindle 5, ansatzlos zerrissen hatte. Reparatur zwar prinzipiell machbar, aber vorsichtiges Anlösen von verklebten Bauteilen mit dem Heißluftföhn und noch fitzeligeres Wiederzusammenbauen überlasse ich dann doch den Leuten, die an sowas Spaß haben.

Am selben Tage habe ich mir dann einen „Tolino 3 HD“ zugelegt, der sich trotz einiger Softwaremängel anschickte in die Hufabdrücke seiens Vorgängers zu treten. Gut verarbeitet, nette Funktionen (Tab2Flip möchte ich zum Beispiel nicht mehr missen), ein solides und insgesamt empfehlenswertes Gerät.

Bis ich vor einigen Wochen mit Entsetzen feststellen musste, dass sich ein dicker Streifen quer und etliche feine Streifen längsseitig durch das Display hinzogen. Herrgottmargot, dachte ich mir, wie sorgfältig soll ich diese Drecks-eInk-Displays denn noch behandeln?

ARGHLLLLLLLLLLLLLLLLL!!!!!!!!!!

Ok, lässt sich jetzt auch nicht ändern, in dem ich laut schreiend die Fußgängerzone rauf und runter renne. Mich wieder zusammengerissen, stapfte ich in besagte Thalia-Filiale, in der ich im Frühjahr besagtes Gerät erstanden hatte und bat um Rat und Umtausch. Isse kein Ding, sagte man mir, mussu Rechnung mitbringen. Rechnung hab isch net mehr, gestand ich, isse wech. Isse auch kein Ding, sagte man mir, hasse Kontoauszug? Jopp, nuschelte ich, kannse bekommen. Am nächsten Tag mit einem Kontoauszug zurückgestiefelt, aus dem klar hervorging, dass ich innerhalb der Garantiezeit einen Tolino 3 HD samt Schutzhülle bei Thalia erstanden habe. Du, horschemol, sagte ich, kannse mir statt einem Ersatzgerät den neuen Tolino 4 HD geben? Klar kann ich, gibse mir Aufpreis. Aufpreis gegeben, neues Modell bekommst.

Arg viel hat sich äusserlich nicht getan, aber dafür innerlich. Es gibt neue Software mit ein paar neuen Funktionen, einer etwas schickeren Vorschaufunktion und Bugfixes. Vor allem letzteres macht sich spürbar bemerkbar. Ist mittlerweile fast so stabil wie beim Kindle. Das Display hat drei verschiedene, automatisch geschaltete Farbtöne bekommen, um das Lesen je nach äusseren Lichtverhältnissen zu erleichtern. Und weil sich das Gehäuse mit seinen physischen Buttons und Steckern nicht geändert hat, kann ich die alte Hülle weiterverwenden. Ist ja auch kein Apple-Produkt.

Schau mer mal, wie lange dieses Display jetzt hält. Vielleicht sollte ich den Reader mehr durch die Gegend pfeffern, als Frühstücksbrett verwenden und anderen Unfug damit treiben. Allzu große Achtsamkeit hat ja nichts gebracht 🙂

 

Hold yer horses

Wenn ein Studio bekannt gibt, dass es ein vollwertiges SP-Mechwarrior-Spiel veröffentlichen will, es Mechwarrior 5 nennt, wo man endlich (!) wieder direkt ins Cockpit der Kolosse steigen kann, sollte man normalerweise Erschütterungen in der Macht wahrnehmen, wenn Millionen von Nerds in Verzückung aufschreien.

Normalerweise.

Wenn es sich beim besagten Entwickler jedoch um Piranha Games handelt, verstummen Millionen von Nerds voller Entsetzen, die Begeisterung macht schnöder Ernüchterung Platz. Denn Piranha Games ist verantwortlich für „Mechwarrior Online“, einem Projekt, welches in erster Linie durch Verzögerungen, gebrochene Versprechen, hingehaltene Backer und Gigatonnen von Microtransaktionen und DLC bekannt ist. Dann gab es ja noch „Transverse“, dessen Crowdfunding-Kampagne vorzeitig abgebrochen werden musste, weil man zwar einige Leute dauerhaft und alle Leute für kurze Zeit, aber nicht alle Leute dauerhaft über den Tisch ziehen kann. Alle kritischen Beiträge aus dem Reddit-Thread zu Transverse zu löschen, war dabei auch nicht gerade förderlich.

Dieser Entwickler will nun ein Spiel im Stile der Klassiker Mechwarrior 1 – 3 machen. Ein modernisiertes Mechwarrior Mercenaries. Ok, warum nicht? Der Entwickler soll das gerne tun dürfen und ich habe die Freiheit mir das Teil nach der Veröffentlichung in aller Ruhe anzuschauen und dann zu entscheiden, ob hier Geld den Besitzer wechselt oder eben nicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass auch dieser SP-Titel mit Tonnen von DLC geflutet wird (das Mercenaries-Szenario eignet ja ideal dafür, alle möglichen Mechs und Einheiten-Skins quer über alle Fraktionen des 3. Nachfolgekrieges nach und nach als DLC anzubieten), ist hoch. Ausreden, dass man als unabhängiger Entwickler ja solche Finanzierungsquellen benötigt, lasse ich nicht gelten, wenn ich mir anschaue, was andere unabhängige Entwickler an vergleichbaren Projekten OHNE unsägliche DLC-Schwemme realisieren können. Allen voran CD Projekt, die einfach ein Dutzend kostenlose (!) DLC-Pakete und dann zwei, inhaltlich gerade zu gigantische, vollwertige Addons zum dritten Witcher veröffentlichen.

Aber gut, ich will mal nicht so sein. Sollen die Jungs in Vancouver ersma machen. Wenn das Ergebnis was taugt und man DLC in Form vollwertiger Addons bringt, anstatt als Myriadenschwarm von Mini-Content-Päckchen, bin ich gerne zu einem näheren Blick bereit.

Schaut man sich aber den, an sich ganz passablen, Gameplay-Trailer an …

… was taucht da ab Minute 4:40 auf? Ein „Raven„, der laut Battletech-Lore erst NACH dem 3. Nachfolgekrieg auf den Schlachtfeldern erschien. Und zwar als reiner Support/Scout-Mech und nicht als einzelner Assault-Mech, der mal so eben in eine gegnerische Basis marschiert.

Ist das wichtig? Ja, das ist wichtig. Weil es aufzeigt, dass man bei Piranha Games einen Scheiss auf das Setting gibt und in typischer Manier irgendwas zusammenschraubt.

Von daher erlaube ich mir eine gehörige Portion Skepsis und den Hinweis, dass Harebrained Schemes mit der gewohnten Sorgfalt und Qualität derzeit an BATTLETECH arbeiten. DARAUF kann man sich freuen. Was aber immer Piranha Games zusammenschraubt, sollte erst explizit unter die Lupe genommen werden, bevor der innere Nerd sich entspannt zurücklehnen kann.

Im Schneesturm gefangen

Nein, das stimmt nicht so ganz. Ich bin kein hilfloses Opfer, welches durch einen plötzlich heraufziehenden Schneesturm an einer Flanke des steilen Berges festgenagelt wird. Ich habe ganz bewusst das Basislager verlassen, obwohl man mich oft genug gewarnt hatte, dass schlechtes Wetter aufzieht und es da oben nicht gut aussieht. War mir egal. Ich habe den Schneesturm gesucht. Und stehe jetzt mittendrin.

Warum tue ich das? Weil es unter anderem an der Zeit ist.

Es ist wieder Zeit für einige Monate World of Warcraft. Und weil Legion für PvE-Spieler, Questler und Lore-Liebhaber ein Traum ist!

Es ist nach dem letztjährigen Release von Legacy of the Void höchst (!) an der Zeit sich endlich (!) eingehend mit Starcraft 2 zu beschäftigen.

Und nach über 200h Grim Dawn und knapp 70h Titan Quest Anniversary Edition, dazwischen eingestreut ein wenig Torchlight 2 mit Mods und Van Helsing ist es an der Zeit sich eingehend mit Diablo 3 zu beschäftigen, welches mit dem originalen Release vor vier Jahren ja nicht mehr viel zu tun hat.

Es ist Schneesturm-Zeit, es ist Blizzard-Zeit!

Jetzt sitze ich also da, habe fünfunddrölfzig Milliarden Spiele auffer Halde und beschäftige mich derzeit nur mit Blizzard-Titeln. Dafür gibt es einen Grund. Einen ganz konkreten Grund. Nein, eigentlich deren zwei.

  1. Grund: Produktions- und Releasequalität

Auch wenn es durchaus opportun erscheinen mag auf Blizzard und die aktuellen Spiele dieser Firma einzudreschen und so mancher Schlag mehr als nur berechtigt ist … ja, Blizzard ist schon lange nicht mehr die Firma, die unangefochten über allem thront, was so im Videospielreich kreucht und fleucht … so ist die grundsätzliche Qualität, alleine nur die Produktions- und Releasequalität von Blizzard-Spielen weiterhin so hoch, dass ich mich fremdschämend für andere AAA-Majors in der Ecke verkrieche. Ich muss das leider stellvertretend übernehmen, weil sich in den dortigen Vorstandsetagen ja niemand für diese Firmenpolitik schämt.

Ob man sich bei Blizzard noch nicht traut den Kunden vollkommen schmerzfrei mit Shovelware abzuziehen oder ob man dort die Freiheit genießt nicht dazu gezwungen werden zu können, ich weiß es nicht. Spielt auch keine Rolle, weil das Ergebnis Spiele sind, die poliert und geleckt und technisch um Größenordnungen sauberer sind als alles, was der Rest der Major-Mischpoke regelmäßig auf den Markt wirft.

2. Grund: Blitzeblank optimiertes und perfekt gebügeltes Gameplay

Ja, man kann Blizzard zu Recht herbste Vercasualisierung vorwerfen. Vergleicht man WoW jetzt und dreizehn Jahre früher, so kann man als WoW-Veteran durchaus den Eindruck gewinnen vor einer selbstablaufenden Demo zu sitzen, so herausforderungslos stolpert man über Azeroth. Andererseits, ich bin nicht mehr der gleiche Mensch wie vor dreizehn Jahren. Vor dreizehn Jahren hätte ich ohne mit der Wimper zu zucken zwei Wochen für Raid-Vorbereitung und dann ein ganzes Wochenende für die Schwarzfelstiefen geopfert. Als ich mit „Burning Crusade“ eingestiegen bin, habe ich ohne mit der Wimper zu zucken Ähnliches unternommen. Das heutige Ich würde dem damaligen Ich wohl nur den Stinkefinger zeigen! Das damalige Ich würde nur sagen, dass das heutige Ich selber Schuld sei 🙂

Das heutige WoW passt perfekt zu meinem Leben, weil es sich meinem Leben anpasst und nicht umgekehrt ich mich den Zeiterfordernissen des Spieles anpassen muss. Deswegen spiele ich immer  wieder World of Warcraft. Weil es passt.

Auch Diablo 3 hat eine Reise hinter sich. Abgesehen vom aufgelösten Auktionshaus und den damit verbundenen Auflösungen bestimmter Gameplay-Mechaniken, so hat sich das Spiel auch sonst massiv verändert. Es ist spürbar schneller und dynamischer geworden, man wird mit Loot nur so zugeschissen und mitunter muss man sogar ein wenig überlegen, welche passiven Skills besser zu den aktuell gewählten aktiven Skills passen könnten. „Hard“ ist immer noch viel zu einfach, die Story ist nicht besser geworden, die Charaktere interessieren weiterhin nicht und großartige Unterschiede in der Spielweise zwischen den Klassen muss man weiterhin mit der Lupe suchen. Die ebenfalls weiterhin minimalistische Talentauswahl hilft da nicht unbedingt. Aber die Dinge, die an Diablo 3 weiterhin nicht gut sind, sind nicht mehr so störend wie früher, weil das grundlegende Hack & Slash-Spiel mittlerweile so sauber und flüssig über den Bildschirm rollt, dass man über die Mängel von Diablo 3 sehr viel besser hinwegsehen kann.

Und man muss ganz wertneutral feststellen, dass sich andere Firmen diese Mühe nicht gegeben hätten. Da hätte man Diablo 3 als großen kommerziellen Erfolg mitgenommen und sich keine Gedanken darüber gemacht, dass das Spiel keine zwei Jahre nach Release vollkommen verwaist gewesen wäre, die dringend nötige Mitspielerdichte für Handel und Itemtausch nicht mehr gegeben wäre, DAS zentrale Feature des damaligen Diablo 3 nicht mehr funktioniert hätte. Weil es dann Diablo 4 gegeben hätte und kein müder Cent mehr für den Vorgänger investiert worden wäre.

Zu Starcraft 2 kann ich noch nicht viel sagen, ausser dass Wings of Liberty, der erste Teil, das wohl längste Tutorial aller Zeiten hat und dabei fast Final Fantasy 13 schlägt. Ich frage mich nach der gefühlten Hälfte der WoL-Kampagne, wann ich endlich alle Einheiten-Missionen abgeschlossen habe und ich auf die vollständige Schlagkraft der terranischen Militärtechnik zugreifen kann. Aber im Gegensatz zu FF13’s drögen, abwechslungslosen Rumgemähre, bis das eigentliche Spiel erst beginnt, macht WoL vom ersten Moment an Spaß. Keine große Herausforderung, aber es läuft einfach gut rein. Kurz mal ne Mission, ne neue Einheit und dann ist auch schon wieder Zeit ins Bett zu gehen. SC2, ein Spiel für Leute mit einem ausgefüllten Tag.

Ich stehe gerne im Schneesturm. Nicht aus blindem Fanatismus, weil ich alles toll finde, was Blizzard so treibt (die drei anderen Titel im Battle.net-Launcher rühre ich nicht einmal mit der Kneifzange an), sondern weil es derzeit passt. Die Spiele sind gute Unterhaltung und ich muss nicht kostbare Stunden an Fehlersuche und andere Ärgernisse mit Technik oder Gameplay vergeuden.

Es passt einfach.

 

Star Citizen – Die TV-Serie

Verzeiht bitte den clickbaitigen Titel, aber es geht hier leider nicht darum, dass Chris Roberts vor lauter “Ich weiß nicht wohin mit all dem Backer-Geld!” nun eine TV-Serie im Star Citizen-Universum produziert und selbst dreht. Eigentlich geht es um eine ganz andere TV-Serie, die mich aber vor allem durch ihr Produktionsdesign und einige Story-Elemente massiv an Freelancer, Starlancer, Privateer und vor allem optisch an Star Citizen erinnert.

The Expanse

Basierend auf einer Romanserie von James Corey wurde mit großem Aufwand und unter Beteiligung erfahrener Produzenten wie z.B. Naren Shankar (CSI, Star Trek Voyager & DS9) eine Hard-SF-Serie auf die Beine gestellt, die zu Anfang des Jahres fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit auf SyFy ausgestrahlt wurde, nun in Deutschland via Netflix zu sehen ist und zu Beginn des nächstes Jahr mit Season 2 fortgesetzt wird. Was gut ist. Denn ich würde es hassen, wenn hochwertig und anspruchsvolle produzierte SF mal wieder gecancelt wird, weil angesichts des hohen Budgets nicht genug Zuschauer gefunden werden können.

Doch zurück zu Chris Roberts.

Nein, hier hat niemand von niemandem “geklaut”. Wir alle stehen nur auf Schultern von Riesen und was uns heute an Plot-Elementen und Art Design-Entwürfen zur Verfügung steht, ist ja nicht einfach so aus dem heiteren Himmel erschienen. Auch hat niemand hier etwas “zuerst” gebracht. Ich möchte nur darlegen, warum ich bei The Expanse ständig an Star Citizen denken musste.

the_expanse_rocinante

Beginnen wir mit dem Setting:

  • Die Menschen haben sich über viele Generationen hinweg im Sonnensystem ausgebreitet.
  • Fortgeschrittene Triebwerkstechnik reduziert die System-Reisezeit auf Tage und Wochen.
  • Der irdische Mond und der Mars sind kolonisiert worden. Mars wird mit enormem Aufwand terraformiert.
  • Die Marsbevölkerung hat einen eigenen Staat gebildet, der mit der Erd-UN einen kalten Krieg um die Vormachtsstellung und vor allem die Rohstoffe im Asteroidengürtel austrägt. Zwar sind die Erd-Streitkräfte zahlenmäßig überlegen, was das Mars-Militär durch technischen Vorsprung und die fokussierte, auf ein gemeinsames Ziel ausgerichtete, kontrollierte Mentalität der Mars-Gesellschaft wieder ausgleicht.
  • Der Asteroidengürtel ist seit etlichen Generationen Heimat der sog. “Belter”, die dort für Erd- und Mars-Konzerne unter beklagenswerten Bedingungen Rohstoffe abbauen. Auf der Erde und vor allem auf dem Mars gibt es zwar keine gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Diskriminierungen mehr, auf der Erde herrscht ein kleines Paradies aus Grundversorgung und Laissez-Fair, doch sowohl der Luxus der Erde als auch die Umwandlung des Mars in eine grüne Welt basieren auf steter Ausbeutung des Asteroidengürtel und der Belter.
  • Die Belter haben eine eigene Sprache, auf Grund der fehlenden Schwerkraft sind Belter hochgeschossene, schlaksige Gestalten, die sich schon deswegen deutlich von Earthern und Mickeys unterscheiden.
  • Um der Ausbeutung und den massiv schlechteren Lebensbedingungen (Lebenserwartung auf der Erde mehr als 120, im Belt um die 60) entgegenzutreten, haben sich Belter in einer Organisation, die OPA, zusammengeschlossen. Für die Belter sind es Freiheitskämpfer. Für Erde und Mars logischerweise Terroristenabschaum, mit dem man notfalls zusammenarbeitet, um dem Gegner im übergeordneten Kalten Krieg eines auswischen zu können.
  • In dieses gefährliche Spiel wird nun der berüchtigte letzte Tropfen gebracht, der das Fass (wahrscheinlich) zum Überlaufen bringen wird. Es wird auf den äusseren Planeten etwas entdeckt, was demjenigen, der es besitzt und kontrolliert, die endgültige Dominanz über das Sonnensystem verspricht.

Hier steckt jede Menge Starlancer/Freelancer und Privateer drin. Eine fragile politische Situation wird durch einen McGuffin destabilisiert, was jede Menge an Aktionen auslöst. Aus dem Kalten Krieg droht ein heißer zu werden.

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Fahren wir fort mit dem Produktionsdesign:

  • Ich kann ein Schiff aus Star Citizen nehmen, es in eine CGI-Sequenz von The Expanse einbauen und niemand würde sagen, dass das da nicht reingehört. Was wohl nicht daran liegt, dass sich die Designer von „The Expanse“ bei den Designern von Cloud Imperium Games bedient haben, sondern dass beide der gleichen Logik folgen: Wenn es solche Schiffe geben würde, müssten sie logischerweise so oder so aussehen, damit sie von Menschen zu diesem oder jenem Zweck eingesetzt werden können.
  • Schiffe sehen nicht einfach nur cool aus, sondern cool und “realistisch”.
  • Auch wenn das Schiffsinnere bei „The Expanse“ nicht mit den grandiosen Sets eines Star Trek mithalten kann, so teilt die Serie auch hier das nüchterne, zweckmäßige Industrial Design von Star Citizen, gepaart mit einer Aufmerksamkeit für viele, kleine Details, die alle nur einem Zweck dienen: Mach es so realistisch wie nur irgendwie möglich.
  • Es gibt keine Laser- und Phaserwaffen. Kein buntes StarWars-PewPew. Realismus regiert. Es gibt kinetische Waffen. Schnellfeuergeschütze, Torpedos. Raketen und massive Railguns für die großen Schlachtschiffe. Es werden halbwegs überzeugende Taktiken gezeigt, die beschreiben, wann man in dieser Welt welches Waffensystem, welche Sensoren und welche ECM-Maßnahmen zu welchem Zweck einsetzt. In einem Spiel würde man von “vielschichtigem Gameplay” reden. In einer Serie trägt dies mit zur Glaubhaftigkeit bei.
  • Close Combat wird natürlich auch mit kinetischen Waffen ausgetragen. Das Design der Handfeuerwaffen und Anzüge erinnern mich SEHR stark an den Ego-Shooter-Teil von Star Citizen. Oder jedes CoD mit SF-Setting, um ehrlich zu sein. Wo es ja auch nicht um Fantasy-SF a la Star Wars geht, sondern um nitty-gritty Military-Pseudorealismus. Ach ja, Zero-G-Gefechte gibt es auch in „The Expanse“. Werden so inszeniert, wie sich Menschen in der Zukunft höchstwahrscheinlich Löcher in den Körper ballern werden. Und wie man es bei Chris Roberts gesehen hat.

Deswegen muss ich ständig an Star Citizen denken. Nicht, weil das auch so aussieht, sondern weil beim Produktionsdesign die gleichen Überlegungen angestellt wurden und weil den Produktionsverantwortlichen der Blick für Details wichtig ist.

Wer mehr erfahren will:
http://magazine.artstation.com/2016/02/scenes-concept-art-expanse/

Und die Serie an sich? Taucht se was?

Ja. Taucht was.

Das Casting ist a bisserl Hit & Miss. Die Hauptfigur ist in meinen Augen ein bisschen ein blasser Schönlings-Bubi und das mit einem Holzhammer und schweren, kaum verständlichen Dialekt vorgetragene Geschauspielere der UN-Inspektorin bekomme ich an einem guten Tag auch noch hin, um es mal großkotzig zu sagen. Ansonsten passt das aber ganz gut. Einige bekannte Gesichter, viel Frischfleisch. Das Casting erinnert mich stark an britische SF-Serien und –Filme. Wirkt überhaupt nicht wie eine US-Produktion. Viel Mut zu ungewöhnlicheren Gesichtern.

Dialoge können ein wenig mühselig werden, weil vor allem der unübersetzte (!) Dialekt der Belter gutes Zuhören oder wahlweise das Zuschalten von Untertiteln erforderlich macht, um den Kontext zu erfahren, in dem diverse Begriffe und Sätze fallen. Aber gerade durch das Nicht-Übersetzen wirkt das Setting sehr glaubhaft. Die Belter sind eine andere Kultur, die sich von Generation zu Generation immer mehr von ihren irdischen Wurzeln löst, weil die Erde fern ist und die Erde nur durch Ausbeutung und Diskriminierung wahrgenommen wird.

Produktionswerte sind erstklassig und wie bereits gesagt, der Blick fürs Detail hebt diese Serie weit über den Durchschnitt. Vor allem Freunde des mobilen Internets werden auf ihre Kosten kommen, denn was hier an Daten und Informationen glaubhaft (!) durch die Gegend gewischt wird, ohne gleich ins unrealistische Extrem eines “Minority Reports” zu verfallen, das ist der feuchte Traum eines jeden UI-Designers. Auch hier zeigt sich die allem zu Grunde liegende Design-Philosophie. Wenn man X annimmt, wie müsste X dann aussehen, falls es X eines Tages tatsächlich geben würde?

Die politischen und gesellschaftlichen Anspielungen auf die gefährliche Logik von Machtpolitik, die Auswirkungen von Ausbeutung und Sklaverei, der Dualismus von Freiheitskampf und Terrorismus, sind gut in die Handlung eingebettet und wirken nicht aufgesetzt.

Man muss aber Geduld haben. Die ersten vier Folgen dienen eigentlich nur der Vorbereitung für die eigentliche Handlung. Was einerseits langatmig erscheinen mag, aber andererseits den Zuschauer ausführlich in dieses Setting einführt. Gerade hier merkt man deutlich den Unterschied von „The Expanse“ als sog. Straight-to-series-Produktion zur traditionellen Serienproduktion mit Pilotfolgen, wo erzählerische Sorgfalt den kommerziellen Erfordernissen von Fokusgruppen-Analysen weichen muss. „The Expanse“ wurde, wie bei Streaming-Anbietern mittlerweile üblich, en bloc als ganze Season geordert und nicht extra abgewartet, wie die Reaktionen auf eine einzige Pilotepisode ausfallen.

Ich freue mich auf Season 2.

Alternativ könnte ich natürlich auch die Romane lesen, aber da habe ich noch rechtzeitig genug erfahren, dass der Autor, wie auch im Falle von George R.R. Martin, die Serie noch gar nicht fertiggestellt hat.

Zeit und Mühe rentieren sich meiner bescheidenen Meinung nach, wenn man Battlestar Galactica (Re-Imagined) immer noch vermisst und sich fragt, warum es denn so schwierig ist anspruchsvolle SF im Serien-Format zu bringen. Nun, schwierig ist das eigentlich nicht, es macht nur kaum jemand, weil man Geld auch mit weniger Arbeit und weniger Mühe machen kann 🙂

The_Expanse_02

In Deutschland via Netflix oder P2P.

Es bleibt schwierig …

Idee für ein geiles Cosplay-Outfit?

Check!

Muße, Geld und Handfertigkeit für ein geiles Cosplay-Outfit?

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Selber den nötigen Bodytype/die Visage für das ausgesuchte Cosplay-Outfit aufweisend oder ein passendes Modell für das Outfit finden können?

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Beim von Videospielen überhaupt keinen Schimmer habenden Barista einen Kaffee bestellen?

gerald_fon_riewah

Check!

Eben auf Kotaku.com gefunden.

Mühselig einen lautstarken Feierabend-Lachanfall unterdrückend …