Abgehakt – Update

Am Wochenende habe ich endlich Final Fantasy 13 beendet. Vor zwei Jahren gekauft, irgendwann angefressen liegengelassen. Jetzt wieder aufgegriffen.

Mit Hilfe eines Trainers.

Weil ich keinen Bock mehr hatte Crystallarium Points zu grinden, damit meine Party wenigstens den Hauch einer Chance gegen diverse Bosse hat, deren Schwierigkeitsgrad aka Unfairness sich noch derber von den Trashmobs des restlichen Spieles unterscheidet als sonst innerhalb dieser Serie.

Wenn die Bosse nicht total stupide einfach zu besiegen sind, während man mit der einen Hand telefoniert und mit der anderen Hand am Controller eine, manchmal noch eine zweite Taste drückt. Wie ich das unter anderem mit dem da unten getan habe … ohne vorher zu grinden. Das Gespräch war gut, der Kampf irgendwann zu Ende.

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Balancing ist nicht wirklich eine Stärke von FF13.

Gut, bis auf das Art Design und den Soundtrack hat FF13 keine anderen Stärken, verdammt viele Schwächen und jede Menge nicht zu Ende gedachter Gameplay-Features, die gedankenlos im ganzen Spiel verstreut sind.

Aber selbst mit dem Trainer hat das keinen Spaß gemacht. Weil die Storypräsentation unter aller Kanone ist. Weil mir die Charaktere am Arsch vorbeigehen. Weil ich nicht wirklich wissen wollte, warum und wieso das alles überhaupt.

Ja, FF13 IST das mit Abstand schlechteste Spiel dieser Serie.

Ein anderer Grund zur Trainer-Verwendung ist der Umstand, dass Walkthroughs für dieses Spiel größtenteils nutzlos sind. Weil es nicht wirklich hilfreich ist, wenn man EXAKT das tut, was in Walkthroughs steht, nur um doch ständig ins Gras zu beißen. Wenn in Foren sich teilweise widersprechende Strategien und Vorgehensweisen stehen, die aber nicht falsch sein müssen. Denn es ist letztendlich vollkommen WURSCHT, welchen Char man mit welcher Paradigm-Kombination und Ausrüstung antreten lässt. Das lächerliche Crafting braucht man auch nicht.

Um in FF13 zu gewinnen, braucht man nur Sturheit. Um stunden-, tage- und wochenlang stupide vor sich zu grinden, CPs zu sammeln, damit bei den Charakteren die Basis-Werte in die Höhe zu jagen. Mit etlichen hundert HP mehr lassen sich ehemalige One-Hit-Kill-Attacken der Bosse locker-lässig aussitzen, während man seine Standardattacken fährt und sich gelegentlich heilt. Hmmm, war das in der Serie eigentlich je anders?

Das ist keine Kunst, das erfordert kein Können, das erfordert nur stures Ausharren. Deswegen … Trainer!

Aber egal. Jetzt kann ich dieses Spiel endlich vom Pile of Shame nehmen und ins „Abgehakt“-Regal stellen. Nicht aus Spaß und mit Freude, sondern wegen Trotz und LeckMichDochAmArsch-Haltung.

Ok! *seufz*

One down, a LOT more to go 🙂

Update: So, nach ca. vier Stunden mit FFXIII-2 kann ich nur eines sagen … warum zur Hölle nicht gleich so? Das ist nicht mehr eine dezent interaktive Graphik-Demo, sondern ein vollwertiges FF-Spiel mit allem Drum und Dran, was man von einem FF-Spiel der Hauptserie erwartet. Schneller Einstieg, es geht ruckzuck zur Sache, man quatscht wieder haufenweise NPCs an, man erkundet, man erfüllt Nebenquests. Das macht aus dem Spiel zwar bei weitem kein The Witcher, aber es ist so unglaublich viel besser als der Vorgänger. Und Dank eines exzellenten Soundtracks macht sogar das unvermeidliche Grinden Spaß, weil man den begleitenden Ohrwurm im positiven Sinne nicht aus dem Gehörgang bekommt.

Dieselstörmers oder Wie ich lernte Refund zu schätzen

Man kennt das vielleicht: Auch wenn sich entsprechendes Wissen auf rationaler Ebene längst festgesetzt hat, so braucht es manchmal eine Weile, bis dieses Wissen auch vom Rest der ÜBSEF-Konstante, des eigenen Wesenskernes verinnerlicht wurde.

Sei es das immer wieder lustige „Ja, meine Frau ist jetzt seit drei Monaten schwanger, in einem halben Jahr werde ich Vater.“ *kurze pause* *atem scharf einzieh* „Scheisse! In einem halben Jahr werde ich Vater!!!“ *aufjaul* oder diverse andere Veränderungen etablierter Lebensumstände, deren Folgen man erst nach einer Weile tatsächlich VERSTANDEN hat.

Weniger dramatisch und einschneidend (potentielle Nachwuchsglückwünsche also bitte wieder unauffällig entsorgen) erfolgte das letztlich beim Durchstöbern der Angebotsliste auf Steam. Es fanden sich ein paar nette Titel (über die es das eine oder andere später zu sagen gibt), die gemietet und gleich angespielt wurden.

Einer davon entpuppte sich als Rohrkrepierer. Was jetzt weniger am Spiel als vielmehr an mir, bzw. der Kombination aus Spiel und meinen Vorlieben bestand. „Dieselstörmers“ (den neuen Namen weigere ich mich aus Protest gegen besagten Hersteller von Textilien zu verwenden) würde ich nicht als schlechtes Spiel bezeichnen. Es ist nur nicht das, was ich mir vorgestellt hatte. Spiel und meine Wenigkeit entpuppen sich nach nur wenigen, immer mehr mit Frustration angefüllten Minuten (Wo gibt es hier Healthpacks? Was mache ich hier? Hallo? Warum sind da so viele Gegner? Hilfe! Warum ist das so bockelheftig?) als nicht miteinander kompatibel.Also so gar überhaupt nicht. Vollständig. Komplett aneinander vorbei, ohne auch nur den Hauch potentieller Berührungspunkte. Schneller und gründlicher das Beziehungsstadium „Hat sich nichts mehr zu sagen“ erreicht als bei einem eher unerquicklichen Blind Date.

Ein eklatanter Fehlkauf.

Früher™ hätte ich leise geflucht und mich maßlos geärgert. Weil halt Geld sinnlos rausgeballert und so. Mein Steam-Account enthält den einen oder anderen auf diese Weise entstandenen, verschämt ausgeblendeten Fehlgriff. Dass der Kunde aber seit letztem Jahr den Mietvertrag zwischen Steam und Kunde nach weniger als 2h Spielzeit anstandslos, bei voller Kostenrückerstattung aufheben kann, das ist mir bekannt. Das weiß ich. Da in meinem Kopf. Schwarz auf Weiß in plakatgroßen Lettern. ICH WEISS DAS!

Aber ich habe es noch immer nicht verinnerlicht, denn was tue ich nach 15 Minuten erfolglosen Versuchen mit Dieselstörmers anzubandeln? Leise fluchen und mich maßlos ärgern. Bis dann irgendwann die flache Hand gegen die Stirn klatscht. Neeee, musse ja gar nich fluchen und ärgern. Isse doch nix chlimm, weil kannse doch refunden!!!

Steam Support angeklickt, den letzten Mietvorgang angeklickt, auf Refund geklickt, auf Deinstallieren geklickt. Fall erledigt. Der Betrag wurde nach wenigen Stunden gutgeschrieben, alles war wieder grün. Supergrün. Manche Dinge brauchen eine Weile, bis man sie tatsächlich VERSTANDEN hat. Hätte nie gedacht, dass so eine lächerliche Sache wie ein neues Refund-System dazugehören 🙂

Übrigens, was habe ich mit der Kohle gemacht? Richtig, sie natürlich gleich in ein neues Spiel gesteckt, ich kleiner Schelm.

Lehrgeld

Bedauere, höchstehrenwerte Shadow Warrior-Nichtmöger! Auch wenn SW2 natürlich nicht perfekt ist, es bietet mir weiterhin gar feine Unterhaltung. Obwohl ich schon merke, dass 100% handgemachte Level derzeit immer noch jeden Versuch prozeduraler Levelerstellung schlagen.

Nein, auch möchte ich nicht darüber berichten, wie ich diese Woche beinahe meinen Kampf gegen den Erwerb von Civilization 6 verloren habe. Natürlich werde ich Civilization 6 eines Tages spielen, aber doch nicht jetzt (abwarten, informieren, erst DANN kaufen) und schon gar nicht für 60 Euro. 60 € für Daten, die für Gestehungskosten von nahezu Null auf Knopfdruck unendlich dupliziert und für vernachlässigbare Kosten auf Knopfdruck ratzfatz weltweit verteilt werden können? Fick die Neupreise auf Steam!

Nein, heute will ich über eine prägende Spiele-Erfahrung berichten, die man nur als „Die Vertreibung aus dem Paradies“ bezeichnen kann. Der Beginn einer Entwicklung, die viele Jahre später dazu führte, dass ich selbst großen Versuchungen (zumindest im Spielebereich 🙂 ) widerstehen kann.

Diese Erfahrung habe ich im Jahr 1994 gemacht. Vor 22 Jahren. Bald ein Vierteljahrhundert her. Wenn ich mir das bewusst mache, werde ich immer ein wenig gnädiger und nachsichtiger mit Menschen, die in steter Regelmäßigkeit willenlos nicht nur auf die Versprechungen der Videospielindustrie hereinfallen. Es braucht einfach eine Weile, bis man sich bestimmte Verhaltensweisen angeeignet hat, bis der rationale Denkprozess „Muss das jetzt unter diesen Rahmenbedingungen sein?“ das rein emotionale „HABEN WILL! JETZT!“ dominieren kann und nicht umgekehrt. Bis man sich der Dinge und ihrer Einflüsse bewusst ist, die einen tagtäglich umgeben und bewusst entscheiden kann, in welchem Maße welcher Einfluss wirken darf und welcher Einfluss rigoros abgeblockt wird.

Bis dahin muss man aber Lehrgeld bezahlen. Denn Lernen ist kein sofortiges, binäres Ereignis, sondern ein Prozess. Der dauern kann.

Das erste Lehrgeld in Sachen „Bist Du Dir sicher, dass Du dieses Spiel jetzt haben, bzw. überhaupt haben musst?“ habe ich, wie bereits gesagt, vor etwa 22 Jahren gemacht.

1994 habe ich mich stolzer Besitzer eines DoubleSpeed-CD-ROM-Laufwerks nennen dürfen. Mein erstes CD-ROM-Spiel war Doom 2. Hrmpf! Nicht *hrmpf* bezogen auf Doom 2, dessen Großartigkeit auch heute noch die Spielelandschaft überstrahlt, sondern *hrmpf* in Bezug auf 640 MB Speicherkapazität. Und mein erstes Spiel auf diesem neuen Medium ist ein Spiel ohne Multimedia-Schnickschnack, welches auf der Festplatte ca. 20 (?) MB belegt hatte. Zwar war es schon toll, nicht mehr gefühlt Hunderte von Disketten durch die Gegend zu jonglieren, aber da geht doch noch was, nicht?

Und ob da was geht! Mein zweites Spiel auf CD-ROM war nämlich „Rebel Assault„. Legendäres Rebel Assault!

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Multimedia-Extravaganza mit Tie Fightern, X-Wings und Sternzerstörern.

Star Wars in gefühlter Kinoqualität (!) für den heimischen Rechenknecht zu Zeiten, in denen VGA mit 320x200x256 die Regel und SVGA mit 800x600x16 die Ausnahme war. Deswegen natürlich viel tollerer und besserer und schönerer als „X-Wing„, welches mich nur ein Jahr zuvor weggeblasen hatte.

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Und weil man mich damals noch ziemlich einfach wegblasen konnte, war das „Rebel Assault“ ein Traum, der einfach zur Erfüllung gebracht werden musste. Ich mein, schaut Euch mal die Graphik an? Keine blöden Polygone, sondern Filmsequenzen. ORIGINALE FILMSEQUENZEN!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! *röchel*

Dementsprechend gab es auch jubilierende Tests von nicht minder berauschten Redakteuren. “Rebel Assault” war Multimedia-Gott und Multimedia war der neue Götze der Unterhaltungswelt zu Beginn der 90er. Niemals, auch nicht einmal ansatzweise, kam mir der Gedanke, dass “Rebel Assault” vielleicht doch nicht so toll sein könnte. Diese Möglichkeit passte einfach nicht in meine damalige gedankliche Welt. Multimedia war toll, Star Wars war toll, CD-ROM-Spiele waren toll und die Kritiken in PC Games und Power Play waren Leuchttürme der journalistischen Unbestechlichkeit und Objektivität. Wenn da ein Redakteur sagte, dass Spiel X toll ist, dann war Spiel X toll. Keine Diskussion!

Und so kam es, dass ich für meine damaligen Verhältnisse nicht wenig Geld zur Hand nahm, in den örtlichen Karstadt latschte (als dieser noch eine eigene Software/Spieleabteilung hatte) und jenes nicht wenige Geld für “Rebel Assault” auf den Tisch legte. Yay!

Yay my ass! Ein zwar optisch unglaublich aufgebretzelter, aber technisch miserabler und spielerisch sehr dünner Rail-Shooter, dem es dennoch gelang mit StarWars-Lackierung Leute wie mich davon zu überzeugen, das geilste Spiel seit der Erfindung geschnittenen Brotes vor sich zu haben.

Nach einem Tag mühseligen Rumgewürges hatte ich endlich das Ende der ersten Story-Mission erreicht, nachdem ich zuvor Stunden damit verbracht hatte im “Tutorial” mit meiner T-16 NICHT ständig gegen Canyon-Wände zu fliegen. Das Spiel mit der Tastatur richtig zu steuern war fast nicht möglich, das Spiel mit dem Joystick zu steuern war fast nicht möglich. Die Steuerung war ein Graus. Und das ist noch höflich umschrieben. Schwammig, unpräzise, mit gerade in einem Action-Spiel fatalen Verzögerungen, manchmal wurden Joystick-Bewegung oder Tastendruck überhaupt nicht erkannt. Jeder heutige miese Konsolenport ist ein Ausbund an kristallklarer Präzision gegenüber diesem Dreck!

Noch Wochen später war ich nicht über die zweite Story-Mission hinausgekommen. Weil es nicht ging. Ständig knallte mein A-Wing gegen Hindernisse, die zwar klar als Hindernis erkennbar waren, deren Umfliegen auf Grund der ungenauen und schwammigen Steuerung eine extreme Prüfung meiner Frustrationstoleranz war. Eine Prüfung, der ich nach einem letzten Versuch überdeutlich den Stinkefinger gezeigt hatte. Indem ich den Joystick, der das gefühlt am wenigsten schlimme Steuerungsmittel war, ansatzlos in Richtung Bildschirm geworfen habe. Zum Glück für den Bildschirm und den Joystick wurde nur der Monitorrahmen getroffen. Nicht einmal hier konnte ich richtig zielen. Ich habe das Spiel danach vergraben. In meiner Erinnerung und in meiner Software-Gruft. Seit etwa 22 Jahren liegt da ein Karton im Regal, den ich das letzte Mal beim Umzug angefasst hatte. Ich habe “Rebel Assault” seit 22 Jahren nicht wieder gespielt und werde das auch nicht mehr tun, so lange ich auf diesem Erdenball verweilen werde.

Warum habe ich überhaupt so lange ausgeharrt? Wieso bin ich nicht am nächsten Tag zurück in den Karstadt und habe mein Geld zurückgefordert? Das wäre sogar recht gut gegangen, weil a) ich mit meinen Spielen pfleglich umgehe und b) der eine Verkäufer in der Abteilung sehr kulant war. Nun, die Gründe sind einfach zu benennen:

  1. Star Wars. Damals war ich noch ein beinharter 3000%-Fan dieses Franchises. ALLES, was mit Star Wars zu tun hatte war geil. Gut, bis auf Bettwäsche und anderer sinnloser Merchandise. Aber Filme, Bücher, Spiele? ALLES!
  2. Multimedia. *blitzblendvorgaukel* M-U-L-T-I-M-E-D-I-A! *noch mehr blitzend blendende vorgaukelei*
  3. LucasArts. Alle Spiele, die mir damals von LucasArts bekannt waren, waren erstklassig. Maniac Mansion. Zak McKracken. The Last Crusade. Finest Hour. Loom. Secret of Monkey Island 1& 2. Secret Weapons of the Luftwaffe. Fate of Atlantis. Day of the Tentacle. Sam & Max. X-Wing. Wie konnte “Rebel Assault” denn anders sein als nicht ebenfalls erstklassig? Hmmm? Wie?

Sprich, ich habe mir über Wochen erfolgreich einreden können, dass nicht das Spiel hemmungslose Grütze war, sondern ich einfach nicht gut genug für das Spiel war. Selbst als ich “Rebel Assault” endlich aufgegeben hatte, konnte ich mir selbst gegenüber nicht eingestehen, einer Mogelpackung aufgesessen zu sein. Man hat mich erfolgreich über den Tisch gezogen. Nicht nur, dass ich all die tollen Zwischensequenzen und Spielgraphik der nächsten 50 Minuten nie zu Gesicht bekam, wegen denen ich mir den Titel eigentlich gekauft hatte. Die 100 DM, die ich damals aus dem Geldbeutel gezogen habe, die haben mir RICHTIG weh getan. Das war VERDAMMT VIEL GELD! Für den Arsch. Komplett für den Arsch! LucasArts hat mich verarscht. Die Spielemagazine haben mich verarscht. Ich habe mich selber verarscht. Die Heilige Triade der Umsatzmaximierung. Geld für unbenutzbare Scheisse, die einem als goldene Eier legendes Huhn angepriesen wird, nicht nur verlangen, sondern auch BEKOMMEN!!!

Es hat eine Weile gebraucht, um dies zu realisieren. Und daraus zu lernen.

  1. Hype … ist shice.
  2. Spiele ohne Infos blind zum Vollpreis kaufen … ist shice!
  3. Spielen, bzw. Firmen grobe Fehler & Mängel zu vergeben, weil man auf Grund emotionaler Abhängigkeit sich lieber mit rostigen Nagelstöcken gesäßpenetrieren lässt … ist shice!!
  4. “Fan” sein ist keine Rechtfertigung seinen gottgegebenen Verstand mit dem Badewasser in die Kanalisation zu kippen. Vor allem, wenn man “Fan” eines Kommerz-Produktes ist, wo es nicht darauf ankommt, Dich als Fan zu bespassen, sondern nur darauf, dass Du als Fan ablatzt, was das Konto nur so hergibt.

Aber ich will mich nicht beschweren. Ich habe daraus gelernt.

Andere hingegen scheinen immer noch die naive Glückseligkeit einer Traumblase zu bevorzugen, wo alles toll ist, weil nichts nicht toll sein darf!

Christian Schneider von der Gamestar in einer Kolumne vom letzten Jahr:

“Star Wars: Rebel Assault war 1993 unfair, ließ sich miserabel steuern und bot nur eine Stunde an Spielinhalten – zum Vollpreis. Und trotzdem: Fans und Kritiker liebten den Rail-Shooter. Heute wäre das wohl leider undenkbar, glaubt Christian Schneider.”

“Ich fürchte, dass das Medium Spiel schon zu etabliert und abgeklärt ist, um nochmal eine dermaßen verklärte Euphorie zu beschwören. Vielleicht geht es aber jüngeren Spielern, die nicht die Erfahrung von über 30 Jahren Spielegeschichte mitschleppen, heute doch noch manchmal so. Ich würde es ihnen wünschen. Schließlich muss es doch Liebe sein, wenn man gegen jede Vernunft wie Feuer und Flamme für ein Spiel ist. Und so geht es mir bei Rebel Assault – zum Glück.”

*facepalm*

Da hat jemand noch eine ganz bestimmte Reise vor sich. So er sie denn überhaupt unternehmen möchte …

Wenn Erdnüsse zu wenig sind …

Gut, ich habe zum Glück nicht 20 Euro ausgegeben. Mir hat man als Bereits-Besitzer von Bioshock und Bioshock 2 die Remastered-Editions für umme ins Steam-Konto gelegt.

Wenn man sich aber den technischen Zustand anschaut, mit dem die beiden Remasters auf dem PC veröffentlicht wurden und wenn man sich bewusst macht, dass die beiden Spiele nach dem ersten Patch teilweise noch mehr Probleme bekommen haben …

Ich kann die beiden Remastered-Version nur noch im Windowed-Mode spielen. Fullscreen funktioniert nicht mehr, die Einstellung in den Optionen wird schlichtweg ignoriert. Selbst wenn ich das Spiel überliste und die Frage nach Übernahme der neuen Einstellungen nur mit der Enter-Taste und NICHT mit einem Mausklick bestätige, springt das Spiel nach dem Laden eines Savegames wieder in den Fenster-Modus. Der, wenn ich das Teil wenigstens als “borderless windowed fullscreen” spielen will, weiteres Gefrickel mit Third-Party-Tools erforderlich macht.

Was vielleicht noch akzeptabel wäre, wenn Bioshock 1 und 2 nicht seit dem Patch beginnen würden auf (grob geschätzt) sieben von zehn Versuche die Belegung der Plasmide oder Tonics zu verändern oder etwas zu hacken, mit ansatzlosen Back to Desktop-Crashes zu reagieren. Gut, immerhin ist es vom Fenster-Modus zum Desktop kein weiter Weg …

Von all den anderen Problemen, die diese Remastered-Versionen technisch und inhaltlich plagen, will ich hier gar nicht erst anfangen.

Vielleicht hätte Take2 keine blinden Eichhörnchen (so der Name des hauptverantwortlichen Entwicklers) engagieren sollen. Aber das kommt eben davon, wenn man glaubt nur Peanuts zahlen zu wollen. Dann bekommt man keine Fachkräfte, die wissen, was sie da tun, sondern lediglich Affen, die willen- und planlos auf Tastaturen herumdrücken, bis nach X Milliarden Versuchen vielleicht ein halbwegs benutzbares Stück Code bei herauskommt.

Mein Vorwurf gilt dabei nicht Blind Squirrel, dem Entwickler.

Mein Vorwurf richtet sich an Take2, die meinen mit dem Äquivalent einer miefigen, löchrigen Wollsocke die beiden Klassiker in ein neues, schickeres Gewand zu hüllen zu können. Nein, meine sehr verehrten Vorstände, das hier ist eine Wollsocke und kein Seidengewand und die Socke ist zudem miefig und sie ist löchrig.

Derzeit kann man nur sagen: Wer auf dem PC Bioshock 1 und/oder 2 spielen will, sollte das in Form der Releases aus dem Jahr 2007 und 2010 tun.

Die Neuveröffentlichungen stinken. Gewaltig! Und nein, ich freue mich nicht, wenn man mir miefige, löchrige Wollsocken schenkt. Soll ich dafür dankbar sein? Was soll ich mit dem Scheiß in seinem aktuellen Zustand?

Offiziell cheaten – Wie schlage ich Typhon in TQ Anniversary, wenn ich einen Melee-Char spiele

Arg viel zocke ich derzeit nicht, aber es reicht immer wieder für ein paar Minuten “Titan Quest” in der aktuellen Anniversary Edition.

Mittlerweile bin ich vor Typhon angekommen, dem Endboss der Titan Quest-Hauptkampagne, nach der es dann im Addon in die stygische Unterwelt ging.

Typhon war schon immer ziemlich ein harter Knochen. Schwer bis haarsträubend heftig für Melee-Klassen, relativ leicht für Fernkampf/Pet/ oder Magie-Klassen. Und wenn doch mal gar nix ging, weil man keinen Bock auf Grinden hatte, die Ausrüstung nicht ganz so dolle war oder man einfach schnell die Inhalte des Addons spielen wollte … alle Händler nach Himmelsfeuer- und Zyklopen-Spruchrollen abgeklappert und Typhon auf diese Weise weichkochen, damit man nur noch wenige Prozent an Lebenspunkten zu bewältigen hatte.

Aber weil das ja mittlerweile viel zu einfach war und das Team hinter der Anniversary Edition eh schon dabei war das Spiel an einigen Stellen schwerer zu machen … wurde Typhon, bzw. seine Life- und Mana-Leech-Attacke ein wenig aufgemotzt. Nicht speziell für ihn, grundsätzlich. Aber gerade bei ihm hat es fast schon fatale Folgen. Denn nun kann sich der Herr Obermotz mit seiner Lifeleech-Attacke ganz ordentlich selber heilen.

Und um die Sache noch komplizierter zu machen, wurden die Spruchrollen offenbar abgewertet, denn was früher nach zwei Einsätzen von Himmelfeuer nur noch kümmerliche 10-15% an Lebenspunkten übrig (!) war, die man dann recht fix auch noch abknapsen konnte, so fragt man sich in der Anniversary Edition zuerst, ob man denn die Spruchrollen überhaupt richtig eingesetzt hat, denn mehr als ca. 10% Lebenspunkte hat Typhon nach zwei, drei Rollen nicht abgebaut. Der gute Junge steht noch kräftig und vor allem schlagkräftig da und einmal der LifeLeech-Attacke nicht ausgewichen und der Herr hat wieder fast volle Lebenspunkte.

Was also tun als Melee-Charakter, der sich vier Kapitel lang total entspannt durch Wald, Wüste, Eis und Dschungel gekämpft hat.

Drei Möglichkeiten:

  1. Aufgeben. Typhon ist mit Melee-Angriffen nicht zu besiegen. Seinen Element-Attacken kann man in dieser Nähe nicht ausweichen und er hat zusätzlich einen äußerst gemeinen Dornenschild, der selbst robuste Verteidiger auf einen Schlag aus dem virtuellen Leben befördert. Das Spiel ist an dieser Stelle für Melee-Charaktere eigentlich zu Ende, wenn man sie weiterhin als Melee-Charakter spielen will.
  2. Man klappert die Händler nach dem besten Bogen ab, den man als Melee-Charakter ausrüsten kann. Oder hat noch einen guten Bogen in der Inventar-Kiste liegen. Vielleicht hat man noch passende Relikte, um den Bogen aufzurüsten. Gift oder Lebensentzug sind zu empfehlen. Dann begibt man sich wieder auf den Olymp und nimmt sich für eine lange Weile nichts vor, denn jetzt versucht man Typhon mit Fernangriffen zu Tode zu grinden. Anrennen, den Bogen ansetzen, seine initiale Blitzattacke überstehen, Bogen abfeuern, vielleicht noch einen zweiten Schuß abgeben, wieder ratzfatz zurück an den Treppenaufgang zur Endschlacht-Arena, dabei seinen Lifeleech- und Meteorattacken ausweichen, heilen, neu anrennen, Bogen spannen … rinse, repeat. Mit Geduld, mit SEHR VIEL Geduld und Ausdauer kann man Typhon auf diese Weise legen. Aber es dauert. Und dauert. DAUERT. Und wenn man der Lifeleech-Attacke nicht ausweicht, können die letzten langen Minuten für die Katz gewesen sein. GNAHHHHH!!!!
  3. Man denkt sich: “Fuck you, ihr Drecks-Gamedesigner, ich benutze jetzt den eingebauten Cheat-Code!”. Der eingebaute Cheat-Code für Melee-Charaktere, wenn sie Typhon endlich legen wollen, ohne das ganze Wochenende dafür zu opfern, besteht in einem vollständigen Rückkauf aller rückkaufbaren Mastery-Punkte und einem anschließenden Aufbau als Jäger, wo alle zurückgekauften Punkte in Fähigkeiten gesteckt werden, die den Stich- und Blutungsschaden erhöhen. Dann kauft man, wenn man dann noch Gold übrig hat, den besten verfügbaren Bogen, motzt diesen idealerweise mit einem Relikt auf und begibt sich wieder auf den Olymp. Dann stellt man sich lässig an das Ende der Treppe zur Kampfarena, spickt Typhon mit einer paar Pfeilen, sieht gelassen zu, wie der gute Junge massiv Lebenspunkte durch Blutungsschaden verliert und nach wenigen, sehr kurzen Minuten ist der Kerl erledigt. Danach begibt man sich in das nächste, das Addon-Kapitel, speichert und verlässt das Spiel. Mit einem Charakter-Editor werden dann alle Werte der ursprünglichen Melee-Klasse wieder hergestellt. Die Wahrscheinlichkeit, dass man am Ende des Addons den Spielcharakter wieder in einen Fernkämpfer verwandeln muss, ist allerdings hoch. Denn da tritt man gegen einen untoten Typhon an, der nicht minder ätzend und nervig ist.

Ich mag Titan Quest. Ich mag Titan Quest sehr. Wirklich! All die hunderte (?) von Stunden habe ich nicht ohne Grund in dieses Spiel investiert.

Aber Typhon sucks monkey balls on planet dickbutt, wie der gemeine Ami so schön zu sagen pflegt. Ich habe wirklich nix gegen schwere und anspruchsvolle Endbosse. Aber wenn man einen Endboss so entwirft, dass gleich eine ganze Gruppe von Klassen im Grund keine Chance haben diesen Gegner zu besiegen … hatte Iron Lore den Endkampf auch an ein externes Studio ausgelagert, so wie das bei Deus Ex Human Revolution der Fall war, als sich schnell herausstellte, dass die vier großen Storygegner mit Charakteren, die vor allem die Schleich- und Meuchelfähigkeiten ausgebaut hatten, gar nicht zu besiegen waren?

Vor allem Typhon ist der Hauptgrund, warum Titan Quest damals wie heute deutlich an der Grenze zur Perfektion entlang schrammt.

Wie kann man so einen Gameplay-Faupax durchgehen lassen? Was ist damals passiert? Und warum glauben die Entwickler der Anniversary Edition dann auch noch, es sei lustig Typhon NOCH fieser zu machen, Melee-Charakteren noch weniger Chancen zu geben? Wenn man das Spiel schon von Grund auf neu balanciert und Bugs entfernt … warum diese herbe Diskrepanz nicht beseitigen/entschärfen, sondern auch noch verstärken? Wtf?

Egal … Soulseekers TQ Defiler-Editor funktioniert (zumindest was die reinen Charakterwerte betrifft) klaglos mit der Anniversary Edition zusammen. Nur sollte man, bis es vielleicht eines Tages eine neue Version gibt, vorerst die Finger von den integrierten Mods lassen. Damit kann man einiges kaputt machen.

Übrigens … meines Wissens gibt es bei “Grim Dawn” keine derartigen Build-Sackgassen. Wenn Dich dort ein starker Gegner Dreck fressen lässt, dann fressen alle Klassen mehr oder weniger gleichermaßen Dreck oder man hat in diesem Moment einfach Scheiße gebaut und ist selber Schuld. Mir scheint, der ehem. Lead Designer von TQ, Arthur Bruno, hat aus damaligen Fehlern/Ereignissen gelernt 🙂

Nicht einmal geblinzelt …

Ich bin so stolz auf mich. Ja, total! Much calmness, so tranquil!

Weil gestern Abend, da meinte Nvidia mir mitteilen zu müssen, dass es neue Version des Geforce Experience-Tools geben würde. Also habe ich meine Installation brav aktualisieren lassen. Weil schnellere und schickere Oberfläche und so. Nun, warum nicht?

*download* *installier* *start* … *kopfkratz*

wut?

Warum soll ich mich hier einloggen? Nvidia-Account?? Google??? Facebook???? What?????

Tscha, auf die Funktionen von Geforce Experience kann man nur zugreifen, in dem man sich mit einem gültigen Account anmeldet. Die Funktionalität des Tool steht Dir ohne Registrierung nicht zur Verfügung. Der im Vorgänger optionale Login ist nun verpflichtend geworden.

Und nicht nur das … hat man sich mit einem der aufgeführten Accounts angemeldet und alles schön eingerichtet und zieht den Netzwerkstecker, lässt sich Geforce Experience in seiner Gesamtheit gar nicht mehr starten. Weil Geforce Experience zum Start nun eine Internetverbindung benötigt. Für eine ganze Reihe von reinen Offline(!)-Features braucht man nun eine Online(!)-Anbindung.

Ok, vielleicht werden dadurch Features ermöglicht, die so toll sind, dass man sich zähneknirschend gesäßpenetrieren lässt?

Nein, Fehlanzeige. Das neue Geforce Experience-Tool bietet dem User keinen zusätzlichen (!) Nutzen, der Geforce Experience in der Vorgängerversion ohne dieses verpflichtende Login nicht möglich gewesen wäre. Es ist alles gleich geblieben, nur muss man sich jetzt jedes Mal in einen Account einwählen.

Wirklich keinen Mehrwert? Ja, doch. Nvidia verspricht dem Nutzer Glasperlen, Schnaps und mit Pocken versuchte Decken aka Gewinnspiele und kostenloses Zeugs, wenn man bei diesem Dreck mitmacht. Was ja auch vollkommen in Ordnung wäre, wenn der Login weiterhin optional geblieben wäre. Isser aba nich.

Warum Nvidia sich hier verhält wie ein dummes Arschloch, weiß ich nicht. Will ich auch gar nicht wissen, will ich nicht vermuten, will ich gar keinen Gedanken daran verschwenden.

Weil ich das Tool einfach de-installiere. Ansatzlos aus dem Handgelenk heraus, ohne großartig darüber nachzudenken.

Behaltet Euren Scheiß!

Geteilte Freude ist halbe Freude

Sodeli, „Deus Ex – Mankind Divided“ ist erschienen und scheint inhaltlich genau da weiterzumachen, wo der Vorgänger aufgehört hat.

Eine packende Story, ein offenbar recht gelungener Versuch sich an schwere, gehaltvolle Themen zu wagen und ein recht überzeugendes Gameplay zeigen, dass AAA-Titel nicht zwangsläufig die dünne, dumme Grütze sein müssen, die sie oftmals leider sind. Und weil man dieses, erm, Wagnis eigentlich belohnen sollte, in dem man solche Spiele zum Release und zum vollen Retailpreis erwirbt, so habe ich mich auf den Weg zum nächsten Internet-Anschluß aufgemacht und Mankind Divided in den Warenkorb gelegt.

HALT! STOP!!„, sagt der kleine Mann im Ohr. Brüllen muss er dabei nicht, weil er mitten im Ohr sitzt, daher ist sogar sein Flüstern ziemlich laut.

HALT! STOP!!„, sagt also der kleine Mann im Ohr. „Warte noch einen Tag ab. Schau Dir zuerst ein, zwei Tage lang den Review-Schnitt auf Steam an. Lies Foren und schau, ob das Teil technisch halbwegs sauber läuft.

Ok. Ein, zwei Tage sind nicht viel. Heck, ein, zwei Wochen wären auch noch in Ordnung. Kann ich also solange warten und ein wenig recherchieren. Was ich sodann getan habe. Recherchiert.

Nun, rein inhaltlich und spielerisch scheint der Titel wirklich zu überzeugen. Sicher, perfekt ist das Spiel nicht, aber es gibt kein perfektes Spiel. Nur unsere Idealvorstellung von einem perfekten Spiel in unseren Köpfen, wo diese Idealvorstellung nach Möglichkeit auch bleiben sollte. Denn nicht immer ist weise das zu bekommen, was man sich wünscht 🙂 Dennoch scheint „Mankind Divided“ zumindest meinem Ideal sehr nahe zu kommen. Schön! Freut mich!

Der Mauszeiger schiebt sich in Richtung „Kaufen“-Button.

Technisch, nun technisch scheint die Releaseversion recht durchwachsen zu sein, um es mal höflich auszudrücken. „Mankind Divided“ erreicht hier zwar nicht die Abgründe eines „Arkham Knight“, aber für 50-60 Ocken darf man, MUSS man hier bessere Qualität bekommen. Will ich Squeenix zeigen, dass ich bereit bin meine Ansprüche bei der technischen Qualität zurück zuschrauben, wenn zumindest die inhaltliche Qualität stimmt? Hmmm …

Der Mauszeiger bewegt sich ein wenig weiter weg vom „Kaufen“-Button.

Season-Pass. Unmengen von DLC. Natürlich. Pre-Order-Boni. Klar, keine Frage. Wie denn auch anders? Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die DLC aus der Sicht des Unternehmens aus einer optionalen Umsatzvermehrung fast schon ein Pflicht-Feature gemacht haben, mit dem der weiterhin fixe Verkaufspreis von Spielen angesichts diverser Kostensteigerungen ausgeglichen werden MUSS, die kann ich nachvollziehen. Aber ich muss es nicht gut finden.

Überhaupt nicht.

DLC nehme ich zähneknirschend noch hin, bei Mikrotransaktionen hört bei mir der Spaß auf.

Aaaaaber … ich kann das theoretisch ignorieren. Squeenix hat offenbar darauf verzichtet all diese effin Mikrotransaktionen dem Spieler während (!) der SP-Kampagne aufs Auge zu drücken. Es gibt nur einen Shop-Button im Hauptmenü. Was, so bitter das klingt, unter Betrachtung der Umstände fast schon lobenswert wäre, wenn man es als lobenswert empfindet, nicht von einem rostigen Nagelstock, sondern von einem glatten, sauberen Plastikstab gesäßpenetriert zu werden. Wir kennen ja andere Beispiele, wo das nicht so dezent abgewickelt wurde. Jim Sterling erwähnt Dead Space 3, ich selbst erinnere mich mit Grauen an potentielle Questgeber in „Dragon Age: Origins“, die einem den mit der Quest verbundenen DLC aufschwatzen wollten. Oder das Addon zu „Dungeon Siege 2“, wo man auf einen Händler stößt, der den Spieler eher weniger zurückhaltend auf die PSP-Version von DS2 hinweist. Von diversen F2P-Titeln gar nicht erst zu reden, die ja nichts weiter als die interaktive Verpackung für ein simples Einkaufsportal darstellen.

Ich tue mich jedoch schwer die weniger invasive Integration von Mikrotransaktionen in Spielen mit dem Verweis auf die Nagelstock-Fraktion zu relativieren. Nur weil es manche weniger schlimm machen als andere, ist das nicht plötzlich grundsätzlich in Ordnung.

Der Mauszeiger klickt auf „Aus dem Warenkorb entfernen“.

  1. Warum jetzt kaufen, wenn ich doch eh nicht richtig zum Zocken komme?
  2. Wenn ich endlich die Zeit und Muße habe, sind auch die gröbsten technischen Probleme gefixed. Vielleicht.
  3. Wenn ich noch ein wenig länger warte, kann ich das Spiel mit samt dem unvermeidlichen DLC für günstig Geld bekommen. Meist werden mir dann sogar die *huch* *hach* voll total exklusiven Pre-Order-Boni nachgeschmissen.
  4. Ich hasse das Nickle&Dime-Prinzip von Mikrotransaktionen.
  5. Es ist mir egal, dass die Mikrotransaktionen nur für den Breach-Mode des Spieles gedacht sind. Ich hasse Mikrotransaktionen und verabscheue die Denke dahinter, weil hier ganz bewusst, mit psychologischen Tricks und Kniffen Menschen zu mehr Geldausgaben überlistet werden, als sie rational ausgeben wollen würden.

Ja, ich bin mir durchaus bewusst darüber, dass Sqeenix mein Geld nicht benötigt. Kein AAA-Publisher braucht mein Geld, weil ich schon lange nicht mehr deren Kunde bin. Es spielt für diese Firmen keine Rolle, ob ich mir deren Produkte jetzt zum Vollpreis, später im Sale oder nie kaufe. Dort braucht niemand mein Geld! Ich bin für diese Firmen so irrelevant wie nur irgendwas.

Aber ich brauche mein Geld und ich entscheide, für was ich mein Geld ausgebe! Weil ich mir selbst gegenüber relevant bin 🙂