Warum Software-Piraterie (in manchen Fällen) moralisch in Ordnung ist

Heute geht es ausnahmsweise nicht darum, wie chröcklich chlimm DRM ist oder wie Marketing-Abteilungen vollkommen skrupellos Aufmerksamkeit erzeugen oder welche dreisten Lügen aus dem Mund von Firmen-Offiziellen dringen. Nein, heute geht es ganz nüchtern und sachlich nur um Zahlen. Sowohl um Zahlen in der Form von 1-2-3-4 als auch in Form von “Geld zahlen”.

Denn wir als Kunden müssen Geld zahlen, um kostenpflichtige Dienstleistungen der Anbieter legal nutzen zu dürfen. Dagegen ist ganz grundsätzlich nichts einzuwenden, denn der Austausch von Waren und Dienstleistungen gegen Geld oder geldwerte Gegenleistungen ist die Grundlage für diesen unseren Wohlstand.

Firmen haben auch zu zahlen. Zum Beispiel das Gehalt für ihre Angestellten, welche diese Waren und Dienstleistungen herstellen und ausführen. Weil Sklaverei zum Glück illegal ist. Kluge Firmenleitungen erkennen zudem, dass nicht allzu knappe Gehaltszahlungen ganz grundsätzlich eine sinnvolle Sache sind, weil dadurch Kaufkraft erzeugt wird, die man dann von den eigenen Angestellten und vor allem den Angestellten der anderen (!) Firmen abschöpfen kann.

Wir beide, Kunden und Anbieter müssen zudem Steuern zahlen. Damit der Empfänger der Steuern, der Staat, unser Geld dafür verwendet, um entsprechende Rahmenbedingen zu schaffen, innerhalb derer man zum Beispiel ein geregeltes, ausreichendes Einkommen beziehen oder gute Geschäfte machen kann. Was gut für die Gesellschaft ist, ist auch gut für das Geschäft, weil es anhaltendes Geschäft für eine große Anzahl von Firmen sichert.

Soweit, so gut.

Nun gibt es jedoch Abweichungen von dieser Regel. Es gibt Kunden, die aus den verschiedensten Gründen nicht bereit sind den geforderten Preis zu entrichten, die Ware oder die Dienstleistung dennoch verbrauchen, in Anspruch nehmen. Es gibt Firmenleitungen, die aus den verschiedensten Gründen nicht bereit sind ihren Angestellten einen adäquaten Lohn zu bezahlen und wo man kein Problem mit der Wiedereinführung der Sklaverei hätte.

Und dann gibt es noch Firmenleitungen, die in einem derartigen Ausmaß Steuervermeidung praktizieren, dass dagegen alles verblasst, was Kunden im privaten Rahmen möglich wäre. Wo Steuervermeidung in einem solchen Ausmaß praktiziert wird, dass man es längst nicht mehr ein harmloses Kavaliersdelikt betrachten kann, sondern asoziale, das Gemeinwesen schädigende Größenordnungen erreicht hat. So sollen alleine nur US-Firmen über 2 Billiarden Dollar in Steuerfluchthäfen gebunkert haben. Vollkommen legales, asoziales Verhalten wohlgemerkt. Steuervermeidung in solchen Größenordnungen ist interessanterweise keine Grauzone, sondern durch und durch, zu 100% legal und gesetzlich gedeckelt.

Und was hat das mit Spielen zu tun?

Genug!

Ein niederländischer Journalist hat sich vor ein paar Monaten genauer angeschaut, wie es denn die großen US-Anbieter im Spielebereich handhaben, genauer gesagt, wie es Activision-Blizzard handhabt:

https://thecorrespondent.com/6942/bermuda-guess-again-turns-out-holland-is-the-tax-haven-of-choice-for-us-companies/417639737658-b85252de

Im Prinzip läuft das folgendermaßen ab:

  1. Activision gründet eine sehr spezielle Briefkastenfirma in einem Steuerfluchthafen, hier die Niederlande.
  2. Activision überträgt ALLE Rechte an ihren Spielen an diese Briefkastenfirma, die Activision Netherlands CV.
  3. Die Activision Netherlands CV hat eine Tochterfirma, die Activision Netherlands BV.
  4. Die Activision Netherlands BV ist eine richtige Firma mit richtigen Angestellten. Sie betreut den internationalen Vertrieb aller Acti-Blizz-Spiele. Was total praktisch ist!
  5. Die BV macht Umsatz zwischen 2009 und 2014 in Höhe von 5.9 Milliarden Euro.
  6. Die BV entrichtet Lizenzgebühren in Höhe von 4.3 Milliarden Euro an die CV.
  7. Die CV überweist 1.9 Milliarden Euro an Acti-Blizz in den USA, damit Acti-Blizz Gehälter und Rechnungen bezahlen kann.
  8. Es bleiben übrig über 2 Milliarden Euro vor EBITDA, vor Steuern und Abschreibungen
  9. Das niederländische Recht sagt, dass die CV ihre Steuern in den USA entrichten.
  10. Das US-Recht besagt, dass die CV ihre Steuern in den Niederlanden entrichten muss.
  11. Was dazu führt, dass die CV EFFEKTIV KEINE STEUERN ZAHLT!
  12. Was dazu führt, dass bei der Activision Netherlands CV über 2 Milliarden Euro steuerfrei herumliegen.

ActiBlizz -CV-BV setup

Aus dem TheCorrespondent-Artikel.

Mit diesem Geld kann Acti-Blizz dann Firmenaquisitionen tätigen, vornehmlich in Europa, um die dortigen Steuervorteile weiter zu nutzen und damit die Profite noch mehr zu erhöhen. So hat Acti-Blizz die Hälfte des Kaufpreises für den irischen (!) Entwickler der Candy Crush Saga mit Geldern der Activision Netherlands CV bezahlt. Mit Geld, welches man nicht versteuern musste. Geld, welches man dadurch zusätzlich “übrig” hatte. Und weil Irland ein noch besserer Hafen für Steuerflüchtlinge ist, kann man dort nochmals (!) einen ordentlichen Batzen Steuern sparen.

Und wer hat dieses Gesetz in den Niederlanden maßgeblich mitgeprägt? Nach Informationen des niederländischen Journalisten unter anderem ein Mr. Alexander Hent, seines Zeichens immer noch Senior Director International Tax at Activision Blizzard.

Yay!

Der Youtuber “Super Bunnyhop” hat das in diesem Video nochmals gut erklärt:

Zusätzlich hat er sich die Mühe gemacht zu überschlagen, wie viel Steuern Acti-Blizz auf diese Weise gespart hat. Er kam auf einen durchschnittlichen Steuersatz von lediglich 13% im Vergleich zum Standardsatz für US-Firmen von 35%.

22% weniger Steuern sind angesichts der Milliardenumsätze, die Spielekonzerne wie Acti-Blizz tätigen, ne ganze Menge Schotter.

Zusätzlich hat er sich die Mühe gemacht die Ausgaben von Acti-Blizz mal genauer anzuschauen und hat herausgefunden, dass die Ausgaben seit Jahren sinken, obwohl die Spieleentwicklung immer teurer wird. Weil das Spieleangebot schrumpft, weil man aus immer weniger Titeln Dank Microtransactions immer mehr herausholen kann.

Und er hat herausgefunden, dass Acti-Blizz immer mehr Gewinn durch vollkommen legale Steuervermeidung erzielt als durch die tatsächliche Herstellung und den Verkauf von Spielen. Die sind mittlerweile nur noch Mittel zum Zweck des eigentlichen Geschäftsmodells, der Steuervermeidung.

Man kann davon ausgehen, dass EA, Ubisoft und alle anderen großen Firmen im Spielebereich dies ebenso tun.

Weil Steuervermeidung viel zu lukrativ ist, um es nicht zu tun!

Übrigens, auch wenn Super Bunnyhop so ab Minute 10.00 des Videos Valve erwähnt, so hat das dort aufgeführte Prozedere in Frankreich nichts mit Steuern, sondern mit Verbraucherrechten zu tun. Wir erinnern uns an ähnliche Prozesse in Deutschland, wo die Verbraucherzentrale Teile der AGBs und Geschäftspraktiken mit Steam angemahnt hatte.

Wobei, diese Steuervermeidung ist so derart weit verbreitet … es würde mich nicht wundern, wenn Valve entsprechende Leichen im Keller haben würde. Denn Valve macht genug Asche mit Steam, dass man umsatzmäßig mit den Majors längst gleichgezogen hat. Für 2010 wird ein Umsatz von ca. 1 Milliarde Dollar geschätzt. Da rentiert sich der ganze Aufwand lockerst.

Aber Valve ist hier nicht das Thema. Wir wissen es nicht und ich vermute hier nur auf der Basis von Wahrscheinlichkeiten und nicht nachprüfbaren Fakten.

Ok, was kann man dagegen tun? Spiele bestimmter Firmen nicht mehr kaufen?

Nope. Ein Boykott ist ziemlich sinnlos, weil wir uns hier nur an Symptomen abarbeiten, anstatt dem Problem auf den Grund zu gehen. Es macht keinen Unterschied, wenn ich aufhöre auf den offiziellen WoW-Servern zu spielen. Abgesehen davon, ich möchte schon meinen Teil entrichten, wenn ich schon diese offizielle Dienstleistung in Anspruch nehme.

Denn das Problem lautet: Gesetze, die unter dem Einfluss von Industrie-Lobbyisten geschrieben werden, um ganz bewusst Steuerschlupflöcher zu schaffen.

Ich habe keinen Schimmer, wie man das effektiv und zielführend angehen kann, aber es ist, wie auch im Artikel in The Correspondent beschrieben, ein Anfang, dass Steuerflucht und die Mechanismen von Steuerflucht bekannt werden, dass darüber gesprochen wird. Dieses spezielle Steuerschlupfloch in den Niederlanden wurde sogar teilweise geschlossen. Neunundneunzig andere sind noch offen oder kommen wieder hinzu.

Was können wir also tun? Darüber reden. Andere informieren. Versuchen das Thema genug zu verstehen, um es anderen treffend genug erklären zu können.

Und wenn einem nach all der anstrengenden Lektüre oder dem Versuch jemandem die Feinheiten internationaler Steuerschlupflöcher nahe zubringen, der Kopf raucht … der kann sich dann entspannt mit einem kopierten Spiel/Film dieser Firmen vergnügen, wohl wissend, dass diese Firmen für ihr asoziales Verhalten keine Gesetze brechen müssen, weil sie sich passende Gesetze schreiben lassen, um für ihr asoziales Verhalten keine Gesetze brechen zu müssen. Zumindest würde ich es niemandem explizit vorwerfen sich mit Schwarzkopien von Inhalten dieser Firmen zu vergnügen.

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Worte der Warnung: Der Steam De-Installer

Wir schreiben das Jahr 2017.

Steam befindet sich auf allen Rechnern.

Auf allen? Nein, nicht auf allen.

In einer kleinen Ecke Südwestdeutschlands befindet sich ein PC, auf dem sich seit gestern Abend kein Steam mehr befindet.

Nicht grundsätzlich und für immer. Nur temporär, weil versucht wurde die unerklärlich anhaltend, sehr starke Festplattenaktivität und die daraus resultierenden Freezes beim Verschieben des Fensters und der generellen Bedienung des Clients zu lösen.

Programme deinstallieren => Steam de-installieren => Aufstehen, in die Küche gehen.

Nach einer Weile aus der Küche zurückkehrend, stelle ich fest, dass der Steam-Client zwar vollständig und sauber entfernt wurde, die De-Installationsroutinen (haha!) aber auch alle Spiele und Nutzerdaten, ALLES ohne Rücksicht gelöscht haben, was sich im Steam-Order befunden hat. Ohne Rückfrage, ohne Hinweis, stillschweigend.

Ich lese dann auf Steam-Support-Seiten, dass dies vollkommen reguläres Verhalten ist und man dem Nutzer nicht empfiehlt Steam direkt in wichtigen Programmverzeichnissen oder gar dem Systemordner zu installieren. Weil beim De-Installieren sonst alles gelöscht wird, was sich z.B. in C:\Windows befinden würde.

Wie bitte?

Das mit den gelöschten Spielen und Nutzerdaten geht mir am Allerwertesten vorbei. Das sind keine wichtigen Daten gewesen. Savegames befinden sich entweder inner Klaut oder in „Eigene Dateien“ oder wo sonst Spiele ihre Daten wild im System verteilen, weil sich kaum ein Entwickler an Vorgaben halten will und es jeder besser weiß. Und Spiele lassen sich wieder runterladen oder aus Backups restaurieren. Meh!

Nein, was mich hier ein wenig fassungslos macht, dass ist die ungefragte (!) Radikalität, mit der hier vorgegangen wird. Ich werde nicht gefragt, ob ich vorher Daten sichern möchte. Ich werde nicht darauf hingewiesen, dass anstatt einer sauberen, regelkonformen De-Installation aller vorher installieren Dateien (und NUR dieser Dateien), wie das sonst üblich ist, stattdessen mit einem primitiven „rmdir steamfolder /s“ gearbeitet wird.

Weia!

Die Besten der Besten der Besten, Sir!

Warcraft – The Beginning

Ich spiele gerne World of Warcraft und klicke mich ab und an wiederholt durch Warcraft 3. Das eine ist ein leicht bekömmliches MMO, ideal für meinen aktuelles persönliches Zeitguthaben und das andere ist immer noch ein unterhaltsames und gutes RTS. Ich habe die Vorgänger von Warcraft 3 mit Begeisterung verschlungen und mir hätte mit Sicherheit auch das damals geplante Warcraft-Adventure gefallen, wenn es denn erschienen wäre.

Ich mag das Setting, ich mag diese Welt. Azeroth ist ein Stück Heimat geworden, weil ich mir durchaus vorstellen könnte dort in einem kleinen, schnuckeligen Häuschen zu leben, geruhsam über den grasigen Ebenen von Nagrand schwebend oder ein Stadtappartment im nie zur Ruhe kommenden Ironforge zu beziehen.

Ich bin DAS Zielpublikum für den letztes Jahr in die Kinos gekommenen Warcraft-Film.

warcraft_twoworlds_onehome

Und doch habe ich ihn nicht im Kino angeschaut, mir keine DVD besorgt. Auch wenn die Trailer ganz nett waren und ich natürlich in fast jedem Frame diverse Dinge aus den Spielen referenziert sah … ich blieb skeptisch. Wenig begeisterte Kritiken halfen nicht unerheblich beim Halten einer gewissen Distanz.

Gestern Abend überkam es mich dann. Ein ganz heftiges Schaubedürfnis, welches sofort gestillt werden musste. Weil, all diese pseudo-intellelen Kritiker haben sowieso keine Ahnung, nicht wahr?

Und wie stillt man so ein heftiges Schaubedürfnis, wenn man nicht warten will, bis Amazon im Laufe der kommenden Woche die DVD liefert oder Netflix den Film nicht im Angebot hat? Richtig, im Digitalen Zeitalter, wo alles nur einen Mausklick entfernt liegt, lag auch der XXX-HD-Stream nur einen Klick entfernt. Zwischen Eingabe grundlegender Suchbegriffe in der Suchmaschine und dem Klick auf “Play” lagen nicht einmal 60 Sekunden. Kinderleicht ist das trotzdem nicht, denn man muss schon zielsicher diverse Lockvogel- und “Lade jetzt die aktuelle Viewer-Exe herunter!” (Haha, ja klar mache ich das … NICHT!)-Angebote umschiffen, um zum Ziel zu gelangen. Man sollte wissen, worauf man klickt und wie man den Browser so verwendet, damit keine unliebsamen Gäste mit zur Party kommen. Aber wenn man dort ist … ein 1080p-Stream in astreiner Bild-, Ton- und Streamingqualität. Rein technisch können diese schmierigen Streaming-Portale jedem legalen Angebot mehr als nur das Wasser reichen. Ich gestehe ein klein wenig beeindruckt gewesen zu sein.

Doch zurück zum eigentlich Abendereignis, dem Film.

Nun, was soll ich sagen? Dass es ein hervorragend produzierter Effekt-Film war, der in Sachen Art Design und Music Score die Essenz dieser Welt treffsicher und gekonnt eingefangen hat? Dass es viele, VIELE treffende und nette Details aus den Spielen gab und man merkte, dass sich hier jemand wirklich Mühe gegeben hatte? Dass ich trotz perfekter Production Design-Orgie und blubbernden Murlocs sehr schnell nur noch mit den Augen rollen konnte und zum Schluss stark gegen den Drang kämpfen musste laut zu lachen? Weil es abgesehen vom interstellaren Production Design ein SCHRECKLICHER, PEINLICHER Film war? Ich weiß zwar, dass Duncan Jones jetzt nicht gerade ein unbegabter Regisseur ist, weil “Moon” schlichtweg phänomenal ist und da er selbst WoW spielt, scheint er DIE Traumbesetzung für diesen Posten zu sein … aber das ist ihm vollkommen entglitten. War es die Größe des Projekts? Die enorm hohe Verantwortung für irrsinnige 160 Millionen Dollar samt den noch irrsinnigeren Umsatzerwartungen? Waren es Einmischungen seitens der Produzenten oder Blizzard? Ich weiß es nicht …

Sicher ist hingegen nur eines: Das hier, das ist ein Griff ins Klo. Ein richtig großer Griff ins Kodo-Klo! Aber gut, als WoW-Spieler ist man es ja gewohnt in diversen Kot-Haufen herumzuwühlen 🙂

Dünne Dialoge. Viel zu viele Dialoge. Ständige Verletzung der grundlegenden Film-Regel “NICHT drüber reden, ZEIGEN!”. Charaktere ohne Biss, aber mit großen Hauern. Langweilige, oberflächliche, klischeebeladene Charaktere. Holperig inszenierte, sprunghafte Handlung. Kein Charme. Ein vollständig charmefreier Film, der von irgendeiner unsichtbaren Last niedergedrückt und fast erstickt wird. Als habe die Fel-Magie der Brennenden Legion diesem Film alles entzogen, was Duncan Jones frühere Filme so sehenswert gemacht haben.

Wow! Was für ein schrecklich schlechter Film! Ich war gestern Abend … “sprachlos” wäre zu viel, das englische “stupefied” (verblüfft, entsetzt und betäubt in einer einzigen gemeinsamen Emotion) trifft es besser.

Aber weil “Warcraft – The Beginning” international, offenbar vor allem in China, richtig viel Schotter gebracht hat ($160 Mio. Kosten, knapp $450 Mio. weltweit eingenommen, was diesen Film zur mit Abstand kommerziell erfolgreichsten Spieleverfilmung macht), wird es natürlich eine Fortsetzung geben. Dieses Geld lässt niemand in Hollywood liegen.

Ich weiß nur nicht, ob ich darüber erfreut sein soll oder eher nicht …

Wobei es mir im Grunde auch egal sein kann. Ich spiele weiterhin mit meinen Twinks, hole mir ab und an Warcraft 3 aus der Software-Gruft und wenn es mich doch packt, kann ich mir eine Fortsetzung wieder auf diesen schmierigen Streaming-Portalen anschauen.

So ist jedem geholfen 🙂

Abgehakt – Update

Am Wochenende habe ich endlich Final Fantasy 13 beendet. Vor zwei Jahren gekauft, irgendwann angefressen liegengelassen. Jetzt wieder aufgegriffen.

Mit Hilfe eines Trainers.

Weil ich keinen Bock mehr hatte Crystallarium Points zu grinden, damit meine Party wenigstens den Hauch einer Chance gegen diverse Bosse hat, deren Schwierigkeitsgrad aka Unfairness sich noch derber von den Trashmobs des restlichen Spieles unterscheidet als sonst innerhalb dieser Serie.

Wenn die Bosse nicht total stupide einfach zu besiegen sind, während man mit der einen Hand telefoniert und mit der anderen Hand am Controller eine, manchmal noch eine zweite Taste drückt. Wie ich das unter anderem mit dem da unten getan habe … ohne vorher zu grinden. Das Gespräch war gut, der Kampf irgendwann zu Ende.

barthandelus_first_incarnation

Balancing ist nicht wirklich eine Stärke von FF13.

Gut, bis auf das Art Design und den Soundtrack hat FF13 keine anderen Stärken, verdammt viele Schwächen und jede Menge nicht zu Ende gedachter Gameplay-Features, die gedankenlos im ganzen Spiel verstreut sind.

Aber selbst mit dem Trainer hat das keinen Spaß gemacht. Weil die Storypräsentation unter aller Kanone ist. Weil mir die Charaktere am Arsch vorbeigehen. Weil ich nicht wirklich wissen wollte, warum und wieso das alles überhaupt.

Ja, FF13 IST das mit Abstand schlechteste Spiel dieser Serie.

Ein anderer Grund zur Trainer-Verwendung ist der Umstand, dass Walkthroughs für dieses Spiel größtenteils nutzlos sind. Weil es nicht wirklich hilfreich ist, wenn man EXAKT das tut, was in Walkthroughs steht, nur um doch ständig ins Gras zu beißen. Wenn in Foren sich teilweise widersprechende Strategien und Vorgehensweisen stehen, die aber nicht falsch sein müssen. Denn es ist letztendlich vollkommen WURSCHT, welchen Char man mit welcher Paradigm-Kombination und Ausrüstung antreten lässt. Das lächerliche Crafting braucht man auch nicht.

Um in FF13 zu gewinnen, braucht man nur Sturheit. Um stunden-, tage- und wochenlang stupide vor sich zu grinden, CPs zu sammeln, damit bei den Charakteren die Basis-Werte in die Höhe zu jagen. Mit etlichen hundert HP mehr lassen sich ehemalige One-Hit-Kill-Attacken der Bosse locker-lässig aussitzen, während man seine Standardattacken fährt und sich gelegentlich heilt. Hmmm, war das in der Serie eigentlich je anders?

Das ist keine Kunst, das erfordert kein Können, das erfordert nur stures Ausharren. Deswegen … Trainer!

Aber egal. Jetzt kann ich dieses Spiel endlich vom Pile of Shame nehmen und ins „Abgehakt“-Regal stellen. Nicht aus Spaß und mit Freude, sondern wegen Trotz und LeckMichDochAmArsch-Haltung.

Ok! *seufz*

One down, a LOT more to go 🙂

Update: So, nach ca. vier Stunden mit FFXIII-2 kann ich nur eines sagen … warum zur Hölle nicht gleich so? Das ist nicht mehr eine dezent interaktive Graphik-Demo, sondern ein vollwertiges FF-Spiel mit allem Drum und Dran, was man von einem FF-Spiel der Hauptserie erwartet. Schneller Einstieg, es geht ruckzuck zur Sache, man quatscht wieder haufenweise NPCs an, man erkundet, man erfüllt Nebenquests. Das macht aus dem Spiel zwar bei weitem kein The Witcher, aber es ist so unglaublich viel besser als der Vorgänger. Und Dank eines exzellenten Soundtracks macht sogar das unvermeidliche Grinden Spaß, weil man den begleitenden Ohrwurm im positiven Sinne nicht aus dem Gehörgang bekommt.

Dieselstörmers oder Wie ich lernte Refund zu schätzen

Man kennt das vielleicht: Auch wenn sich entsprechendes Wissen auf rationaler Ebene längst festgesetzt hat, so braucht es manchmal eine Weile, bis dieses Wissen auch vom Rest der ÜBSEF-Konstante, des eigenen Wesenskernes verinnerlicht wurde.

Sei es das immer wieder lustige „Ja, meine Frau ist jetzt seit drei Monaten schwanger, in einem halben Jahr werde ich Vater.“ *kurze pause* *atem scharf einzieh* „Scheisse! In einem halben Jahr werde ich Vater!!!“ *aufjaul* oder diverse andere Veränderungen etablierter Lebensumstände, deren Folgen man erst nach einer Weile tatsächlich VERSTANDEN hat.

Weniger dramatisch und einschneidend (potentielle Nachwuchsglückwünsche also bitte wieder unauffällig entsorgen) erfolgte das letztlich beim Durchstöbern der Angebotsliste auf Steam. Es fanden sich ein paar nette Titel (über die es das eine oder andere später zu sagen gibt), die gemietet und gleich angespielt wurden.

Einer davon entpuppte sich als Rohrkrepierer. Was jetzt weniger am Spiel als vielmehr an mir, bzw. der Kombination aus Spiel und meinen Vorlieben bestand. „Dieselstörmers“ (den neuen Namen weigere ich mich aus Protest gegen besagten Hersteller von Textilien zu verwenden) würde ich nicht als schlechtes Spiel bezeichnen. Es ist nur nicht das, was ich mir vorgestellt hatte. Spiel und meine Wenigkeit entpuppen sich nach nur wenigen, immer mehr mit Frustration angefüllten Minuten (Wo gibt es hier Healthpacks? Was mache ich hier? Hallo? Warum sind da so viele Gegner? Hilfe! Warum ist das so bockelheftig?) als nicht miteinander kompatibel.Also so gar überhaupt nicht. Vollständig. Komplett aneinander vorbei, ohne auch nur den Hauch potentieller Berührungspunkte. Schneller und gründlicher das Beziehungsstadium „Hat sich nichts mehr zu sagen“ erreicht als bei einem eher unerquicklichen Blind Date.

Ein eklatanter Fehlkauf.

Früher™ hätte ich leise geflucht und mich maßlos geärgert. Weil halt Geld sinnlos rausgeballert und so. Mein Steam-Account enthält den einen oder anderen auf diese Weise entstandenen, verschämt ausgeblendeten Fehlgriff. Dass der Kunde aber seit letztem Jahr den Mietvertrag zwischen Steam und Kunde nach weniger als 2h Spielzeit anstandslos, bei voller Kostenrückerstattung aufheben kann, das ist mir bekannt. Das weiß ich. Da in meinem Kopf. Schwarz auf Weiß in plakatgroßen Lettern. ICH WEISS DAS!

Aber ich habe es noch immer nicht verinnerlicht, denn was tue ich nach 15 Minuten erfolglosen Versuchen mit Dieselstörmers anzubandeln? Leise fluchen und mich maßlos ärgern. Bis dann irgendwann die flache Hand gegen die Stirn klatscht. Neeee, musse ja gar nich fluchen und ärgern. Isse doch nix chlimm, weil kannse doch refunden!!!

Steam Support angeklickt, den letzten Mietvorgang angeklickt, auf Refund geklickt, auf Deinstallieren geklickt. Fall erledigt. Der Betrag wurde nach wenigen Stunden gutgeschrieben, alles war wieder grün. Supergrün. Manche Dinge brauchen eine Weile, bis man sie tatsächlich VERSTANDEN hat. Hätte nie gedacht, dass so eine lächerliche Sache wie ein neues Refund-System dazugehören 🙂

Übrigens, was habe ich mit der Kohle gemacht? Richtig, sie natürlich gleich in ein neues Spiel gesteckt, ich kleiner Schelm.

Lehrgeld

Bedauere, höchstehrenwerte Shadow Warrior-Nichtmöger! Auch wenn SW2 natürlich nicht perfekt ist, es bietet mir weiterhin gar feine Unterhaltung. Obwohl ich schon merke, dass 100% handgemachte Level derzeit immer noch jeden Versuch prozeduraler Levelerstellung schlagen.

Nein, auch möchte ich nicht darüber berichten, wie ich diese Woche beinahe meinen Kampf gegen den Erwerb von Civilization 6 verloren habe. Natürlich werde ich Civilization 6 eines Tages spielen, aber doch nicht jetzt (abwarten, informieren, erst DANN kaufen) und schon gar nicht für 60 Euro. 60 € für Daten, die für Gestehungskosten von nahezu Null auf Knopfdruck unendlich dupliziert und für vernachlässigbare Kosten auf Knopfdruck ratzfatz weltweit verteilt werden können? Fick die Neupreise auf Steam!

Nein, heute will ich über eine prägende Spiele-Erfahrung berichten, die man nur als „Die Vertreibung aus dem Paradies“ bezeichnen kann. Der Beginn einer Entwicklung, die viele Jahre später dazu führte, dass ich selbst großen Versuchungen (zumindest im Spielebereich 🙂 ) widerstehen kann.

Diese Erfahrung habe ich im Jahr 1994 gemacht. Vor 22 Jahren. Bald ein Vierteljahrhundert her. Wenn ich mir das bewusst mache, werde ich immer ein wenig gnädiger und nachsichtiger mit Menschen, die in steter Regelmäßigkeit willenlos nicht nur auf die Versprechungen der Videospielindustrie hereinfallen. Es braucht einfach eine Weile, bis man sich bestimmte Verhaltensweisen angeeignet hat, bis der rationale Denkprozess „Muss das jetzt unter diesen Rahmenbedingungen sein?“ das rein emotionale „HABEN WILL! JETZT!“ dominieren kann und nicht umgekehrt. Bis man sich der Dinge und ihrer Einflüsse bewusst ist, die einen tagtäglich umgeben und bewusst entscheiden kann, in welchem Maße welcher Einfluss wirken darf und welcher Einfluss rigoros abgeblockt wird.

Bis dahin muss man aber Lehrgeld bezahlen. Denn Lernen ist kein sofortiges, binäres Ereignis, sondern ein Prozess. Der dauern kann.

Das erste Lehrgeld in Sachen „Bist Du Dir sicher, dass Du dieses Spiel jetzt haben, bzw. überhaupt haben musst?“ habe ich, wie bereits gesagt, vor etwa 22 Jahren gemacht.

1994 habe ich mich stolzer Besitzer eines DoubleSpeed-CD-ROM-Laufwerks nennen dürfen. Mein erstes CD-ROM-Spiel war Doom 2. Hrmpf! Nicht *hrmpf* bezogen auf Doom 2, dessen Großartigkeit auch heute noch die Spielelandschaft überstrahlt, sondern *hrmpf* in Bezug auf 640 MB Speicherkapazität. Und mein erstes Spiel auf diesem neuen Medium ist ein Spiel ohne Multimedia-Schnickschnack, welches auf der Festplatte ca. 20 (?) MB belegt hatte. Zwar war es schon toll, nicht mehr gefühlt Hunderte von Disketten durch die Gegend zu jonglieren, aber da geht doch noch was, nicht?

Und ob da was geht! Mein zweites Spiel auf CD-ROM war nämlich „Rebel Assault„. Legendäres Rebel Assault!

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Multimedia-Extravaganza mit Tie Fightern, X-Wings und Sternzerstörern.

Star Wars in gefühlter Kinoqualität (!) für den heimischen Rechenknecht zu Zeiten, in denen VGA mit 320x200x256 die Regel und SVGA mit 800x600x16 die Ausnahme war. Deswegen natürlich viel tollerer und besserer und schönerer als „X-Wing„, welches mich nur ein Jahr zuvor weggeblasen hatte.

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Und weil man mich damals noch ziemlich einfach wegblasen konnte, war das „Rebel Assault“ ein Traum, der einfach zur Erfüllung gebracht werden musste. Ich mein, schaut Euch mal die Graphik an? Keine blöden Polygone, sondern Filmsequenzen. ORIGINALE FILMSEQUENZEN!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! *röchel*

Dementsprechend gab es auch jubilierende Tests von nicht minder berauschten Redakteuren. “Rebel Assault” war Multimedia-Gott und Multimedia war der neue Götze der Unterhaltungswelt zu Beginn der 90er. Niemals, auch nicht einmal ansatzweise, kam mir der Gedanke, dass “Rebel Assault” vielleicht doch nicht so toll sein könnte. Diese Möglichkeit passte einfach nicht in meine damalige gedankliche Welt. Multimedia war toll, Star Wars war toll, CD-ROM-Spiele waren toll und die Kritiken in PC Games und Power Play waren Leuchttürme der journalistischen Unbestechlichkeit und Objektivität. Wenn da ein Redakteur sagte, dass Spiel X toll ist, dann war Spiel X toll. Keine Diskussion!

Und so kam es, dass ich für meine damaligen Verhältnisse nicht wenig Geld zur Hand nahm, in den örtlichen Karstadt latschte (als dieser noch eine eigene Software/Spieleabteilung hatte) und jenes nicht wenige Geld für “Rebel Assault” auf den Tisch legte. Yay!

Yay my ass! Ein zwar optisch unglaublich aufgebretzelter, aber technisch miserabler und spielerisch sehr dünner Rail-Shooter, dem es dennoch gelang mit StarWars-Lackierung Leute wie mich davon zu überzeugen, das geilste Spiel seit der Erfindung geschnittenen Brotes vor sich zu haben.

Nach einem Tag mühseligen Rumgewürges hatte ich endlich das Ende der ersten Story-Mission erreicht, nachdem ich zuvor Stunden damit verbracht hatte im “Tutorial” mit meiner T-16 NICHT ständig gegen Canyon-Wände zu fliegen. Das Spiel mit der Tastatur richtig zu steuern war fast nicht möglich, das Spiel mit dem Joystick zu steuern war fast nicht möglich. Die Steuerung war ein Graus. Und das ist noch höflich umschrieben. Schwammig, unpräzise, mit gerade in einem Action-Spiel fatalen Verzögerungen, manchmal wurden Joystick-Bewegung oder Tastendruck überhaupt nicht erkannt. Jeder heutige miese Konsolenport ist ein Ausbund an kristallklarer Präzision gegenüber diesem Dreck!

Noch Wochen später war ich nicht über die zweite Story-Mission hinausgekommen. Weil es nicht ging. Ständig knallte mein A-Wing gegen Hindernisse, die zwar klar als Hindernis erkennbar waren, deren Umfliegen auf Grund der ungenauen und schwammigen Steuerung eine extreme Prüfung meiner Frustrationstoleranz war. Eine Prüfung, der ich nach einem letzten Versuch überdeutlich den Stinkefinger gezeigt hatte. Indem ich den Joystick, der das gefühlt am wenigsten schlimme Steuerungsmittel war, ansatzlos in Richtung Bildschirm geworfen habe. Zum Glück für den Bildschirm und den Joystick wurde nur der Monitorrahmen getroffen. Nicht einmal hier konnte ich richtig zielen. Ich habe das Spiel danach vergraben. In meiner Erinnerung und in meiner Software-Gruft. Seit etwa 22 Jahren liegt da ein Karton im Regal, den ich das letzte Mal beim Umzug angefasst hatte. Ich habe “Rebel Assault” seit 22 Jahren nicht wieder gespielt und werde das auch nicht mehr tun, so lange ich auf diesem Erdenball verweilen werde.

Warum habe ich überhaupt so lange ausgeharrt? Wieso bin ich nicht am nächsten Tag zurück in den Karstadt und habe mein Geld zurückgefordert? Das wäre sogar recht gut gegangen, weil a) ich mit meinen Spielen pfleglich umgehe und b) der eine Verkäufer in der Abteilung sehr kulant war. Nun, die Gründe sind einfach zu benennen:

  1. Star Wars. Damals war ich noch ein beinharter 3000%-Fan dieses Franchises. ALLES, was mit Star Wars zu tun hatte war geil. Gut, bis auf Bettwäsche und anderer sinnloser Merchandise. Aber Filme, Bücher, Spiele? ALLES!
  2. Multimedia. *blitzblendvorgaukel* M-U-L-T-I-M-E-D-I-A! *noch mehr blitzend blendende vorgaukelei*
  3. LucasArts. Alle Spiele, die mir damals von LucasArts bekannt waren, waren erstklassig. Maniac Mansion. Zak McKracken. The Last Crusade. Finest Hour. Loom. Secret of Monkey Island 1& 2. Secret Weapons of the Luftwaffe. Fate of Atlantis. Day of the Tentacle. Sam & Max. X-Wing. Wie konnte “Rebel Assault” denn anders sein als nicht ebenfalls erstklassig? Hmmm? Wie?

Sprich, ich habe mir über Wochen erfolgreich einreden können, dass nicht das Spiel hemmungslose Grütze war, sondern ich einfach nicht gut genug für das Spiel war. Selbst als ich “Rebel Assault” endlich aufgegeben hatte, konnte ich mir selbst gegenüber nicht eingestehen, einer Mogelpackung aufgesessen zu sein. Man hat mich erfolgreich über den Tisch gezogen. Nicht nur, dass ich all die tollen Zwischensequenzen und Spielgraphik der nächsten 50 Minuten nie zu Gesicht bekam, wegen denen ich mir den Titel eigentlich gekauft hatte. Die 100 DM, die ich damals aus dem Geldbeutel gezogen habe, die haben mir RICHTIG weh getan. Das war VERDAMMT VIEL GELD! Für den Arsch. Komplett für den Arsch! LucasArts hat mich verarscht. Die Spielemagazine haben mich verarscht. Ich habe mich selber verarscht. Die Heilige Triade der Umsatzmaximierung. Geld für unbenutzbare Scheisse, die einem als goldene Eier legendes Huhn angepriesen wird, nicht nur verlangen, sondern auch BEKOMMEN!!!

Es hat eine Weile gebraucht, um dies zu realisieren. Und daraus zu lernen.

  1. Hype … ist shice.
  2. Spiele ohne Infos blind zum Vollpreis kaufen … ist shice!
  3. Spielen, bzw. Firmen grobe Fehler & Mängel zu vergeben, weil man auf Grund emotionaler Abhängigkeit sich lieber mit rostigen Nagelstöcken gesäßpenetrieren lässt … ist shice!!
  4. “Fan” sein ist keine Rechtfertigung seinen gottgegebenen Verstand mit dem Badewasser in die Kanalisation zu kippen. Vor allem, wenn man “Fan” eines Kommerz-Produktes ist, wo es nicht darauf ankommt, Dich als Fan zu bespassen, sondern nur darauf, dass Du als Fan ablatzt, was das Konto nur so hergibt.

Aber ich will mich nicht beschweren. Ich habe daraus gelernt.

Andere hingegen scheinen immer noch die naive Glückseligkeit einer Traumblase zu bevorzugen, wo alles toll ist, weil nichts nicht toll sein darf!

Christian Schneider von der Gamestar in einer Kolumne vom letzten Jahr:

“Star Wars: Rebel Assault war 1993 unfair, ließ sich miserabel steuern und bot nur eine Stunde an Spielinhalten – zum Vollpreis. Und trotzdem: Fans und Kritiker liebten den Rail-Shooter. Heute wäre das wohl leider undenkbar, glaubt Christian Schneider.”

“Ich fürchte, dass das Medium Spiel schon zu etabliert und abgeklärt ist, um nochmal eine dermaßen verklärte Euphorie zu beschwören. Vielleicht geht es aber jüngeren Spielern, die nicht die Erfahrung von über 30 Jahren Spielegeschichte mitschleppen, heute doch noch manchmal so. Ich würde es ihnen wünschen. Schließlich muss es doch Liebe sein, wenn man gegen jede Vernunft wie Feuer und Flamme für ein Spiel ist. Und so geht es mir bei Rebel Assault – zum Glück.”

*facepalm*

Da hat jemand noch eine ganz bestimmte Reise vor sich. So er sie denn überhaupt unternehmen möchte …

Wenn Erdnüsse zu wenig sind …

Gut, ich habe zum Glück nicht 20 Euro ausgegeben. Mir hat man als Bereits-Besitzer von Bioshock und Bioshock 2 die Remastered-Editions für umme ins Steam-Konto gelegt.

Wenn man sich aber den technischen Zustand anschaut, mit dem die beiden Remasters auf dem PC veröffentlicht wurden und wenn man sich bewusst macht, dass die beiden Spiele nach dem ersten Patch teilweise noch mehr Probleme bekommen haben …

Ich kann die beiden Remastered-Version nur noch im Windowed-Mode spielen. Fullscreen funktioniert nicht mehr, die Einstellung in den Optionen wird schlichtweg ignoriert. Selbst wenn ich das Spiel überliste und die Frage nach Übernahme der neuen Einstellungen nur mit der Enter-Taste und NICHT mit einem Mausklick bestätige, springt das Spiel nach dem Laden eines Savegames wieder in den Fenster-Modus. Der, wenn ich das Teil wenigstens als “borderless windowed fullscreen” spielen will, weiteres Gefrickel mit Third-Party-Tools erforderlich macht.

Was vielleicht noch akzeptabel wäre, wenn Bioshock 1 und 2 nicht seit dem Patch beginnen würden auf (grob geschätzt) sieben von zehn Versuche die Belegung der Plasmide oder Tonics zu verändern oder etwas zu hacken, mit ansatzlosen Back to Desktop-Crashes zu reagieren. Gut, immerhin ist es vom Fenster-Modus zum Desktop kein weiter Weg …

Von all den anderen Problemen, die diese Remastered-Versionen technisch und inhaltlich plagen, will ich hier gar nicht erst anfangen.

Vielleicht hätte Take2 keine blinden Eichhörnchen (so der Name des hauptverantwortlichen Entwicklers) engagieren sollen. Aber das kommt eben davon, wenn man glaubt nur Peanuts zahlen zu wollen. Dann bekommt man keine Fachkräfte, die wissen, was sie da tun, sondern lediglich Affen, die willen- und planlos auf Tastaturen herumdrücken, bis nach X Milliarden Versuchen vielleicht ein halbwegs benutzbares Stück Code bei herauskommt.

Mein Vorwurf gilt dabei nicht Blind Squirrel, dem Entwickler.

Mein Vorwurf richtet sich an Take2, die meinen mit dem Äquivalent einer miefigen, löchrigen Wollsocke die beiden Klassiker in ein neues, schickeres Gewand zu hüllen zu können. Nein, meine sehr verehrten Vorstände, das hier ist eine Wollsocke und kein Seidengewand und die Socke ist zudem miefig und sie ist löchrig.

Derzeit kann man nur sagen: Wer auf dem PC Bioshock 1 und/oder 2 spielen will, sollte das in Form der Releases aus dem Jahr 2007 und 2010 tun.

Die Neuveröffentlichungen stinken. Gewaltig! Und nein, ich freue mich nicht, wenn man mir miefige, löchrige Wollsocken schenkt. Soll ich dafür dankbar sein? Was soll ich mit dem Scheiß in seinem aktuellen Zustand?