Grim Dawn – Spielbefehl

Knapp 200h listet der Steam-Client als Spielzeit für “Grim Dawn”. Und dabei habe ich noch nicht einmal das Ende erreicht, geschweige denn alle Klassen gespielt oder mit Klassen-Kombinationen herumexperimentiert. Warum so viele Stunden, obwohl es doch keine zufallsgenerierten Karten gibt? Weil Grim Dawn selbst als frühe Alpha meinem H&S-Hunger so viel Befriedigung verschafft hat, dass es mir nicht einmal ansatzweise als Arbeit oder Grind erschienen ist, Charaktere immer wieder neu zu beginnen, wenn ein substanzielles Update erfolgte.

Und bevor ich erneut viele Worte über ein Spiel verliere, über welches ich schon viele Worte verloren habe, hier im Kurzüberblick:

Warum soll ich Grim Dawn spielen?

  • Endlich das Ende der Early Access-Phase, das offizielle Release ist nun verfügbar.
  • Detaillierte und abwechslungsreich ausgearbeitete Karten.
  • Morbides und leise vor sich hin schwärendes Art Design. Die Großen Vier Vs dominieren die Optik. Verrostet, verschmutzt, verdorben und verschimmelt. Wer Diablo 3 nicht spielen wollte, weil ihm das alles zu bunt und glücksbärchi-mäßig ist, darf nicht an GD vorbeigehen.
  • Atmosphärischer Soundtrack.
  • Bewährte und klug erweiterte Gameplay-Mechanismen aus Titan Quest. Wer das Gameplay von Titan Quest gut fand, wird das Gameplay von Grim Dawn gut finden. Garantiert! Doppelschwör!
  • Tonnen von Loot. TONNEN!
  • Angekündigte Mod-Unterstützung mit Editor und Tools.
  • Habe ich schon all die Tonnen von Loot erwähnt?
  • Das äußerst befriedigende Gefühl, sich durch Horden von Gegnern zu schnetzeln, während selbige in blutige Fetzen explodieren, wenn der ausgeteilte Schaden massiv größer als die HP des Gegners sind.
  • Wenn man partout keinen Bock auf Steam hat … das Spiel soll im Laufe des März auf GOG.com erscheinen.

Und weil ich ein dummer Idiot bin, der eben einen grandiosen Screenshot aus dem Abschnitt “Steps of Torment” versemmelt hat, hier ein geklautes Bild aus dem Netz.

GrimDawn_classes
Und zur Strafe beginnt morgen für mich ebenfalls ein grimmiger Tag.

Nein, nicht wirklich. Morgen erster Tag im neuen Job. YES!!

Schnellschnell, GD heute Nacht noch fertigzocken, damit ich gleich richtig mit unterlaufenen Augen dort eintrudele …

Ich bin ein schwacher Mann

Hiermit, oh Brüder, gestehe ich im Rahmen des aktuell noch stattfindenden GOG Summer Sales meine bislang eisern aufrecht gehaltene Standhaftigkeit übelst verraten zu haben.

Ich bitte nicht um Verzeihung, nicht um Gnade oder Mitleid! Niemand hat mich gezwungen, ich habe es aus freien Stücken getan.

Heute abend werde ich die Gruft hinabsteigen, für meine Sünden büßen und mich der Chaos-Kreatur Pileof Sh’am’E hingeben, deren aufgedunsener Leib aus den verrottenden Überresten jungfräulicher Spiele entstanden ist und seit Jahr und Tag an den Toren meines Verstandes rüttelt. Sucht nicht nach mir. Und öffnet nicht, wenn jemand meines Aussehens um Einlaß bittet. Seid wachsam! Haltet Bolter und Flamer bereit! Exterminatus!!

To admit defeat is to blaspheme against the Emperor!

Meine letzten Worte sollen sein …

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… nhyaaaghlll!

*kecker* *heul* *lach* *winsel*

Ein Selbstversuch

Den immer größer anwachsenden Berg ungespielter Titel, entstanden in erster Linie auf Grund etlicher Sales und nicht besonders effektiver Selbstkontrolle (nie mehr lästere ich über Frauen, die im Schrank etliche Dutzend Paar Schuhe und Handtaschen haben, die sie niemals tragen werden), habe ich desöfteren thematisch verwurstet und verkäst. Mich immer damit rausredend, ich sei ja Sammler und ich müsse die erworbenen Titel gar nicht spielen, weil ich ja Sammler bin, haben sich im Laufe der letzten Jahre knapp 900 Spiele mit einer grob geschätzten durchschnittlichen Spielzeit von nicht einmal einer halben Stunde angesammelt. Manche Titel habe ich nie angerührt, anderen (sehr wenigen) habe ich dreistellige Stundenanzahlen gewidmet. Geldmäßig habe ich hier, ebenfalls grob geschätzt, im Laufe der Jahre so einige tausend Euro gelassen. Die ich, um es mal weniger freundlich zu formulieren, eigentlich auch aus dem Fenster hätte werfen können.

Jetzt habe ich einen Plan gefasst, um aus diesem Teufelskreis auszubrechen.

  1. Ich installiere alle Titel, die ich noch nicht durchgespielt/angerührt habe.
  2. Ich beginne mit A und spiele mich im Laufe der kommenden Monate/Jahre bis Z durch. Zuerst meine GOG.com-Erwerbungen, dann die Steam-Bibliothek.
  3. Was angefangen wird, wird auch durchgespielt. Heißt hier, die SP-Kampagne, falls vorhanden. Nicht gespielt werden klare Fehlkäufe wie z.B. Alan Wake oder Titel, die im Rahmen eines HumbleBundles zwar mit erworben wurden, die mich aber nicht einmal ansatzweise interessieren.
  4. Es wird erst dann das nächste Spiel angefangen, nachdem ich zumindest ein paar Kurzeindrücke über bewältigte Spiel hier im Blog veröffentlicht habe.
  5. Es wird dieses Jahr nichts mehr neu hinzugekauft.
  6. Die einzige Ausnahme von Regel 5: Pillars of Eternity. Vielleicht nicht unbedingt gleich zum Release, aber definitiv dieses Jahr.

Jetzt liegen etwa 3 TB an Daten auf der Festplatte. Der Desktop ist aufgeräumt, enthält nur noch das Wesentliche.

Ich bin guter Dinge und klicke auf “Aarklash – Legacy”.

Easy Money

Schnell im Kreis rumfahren, einen luftgefüllten Lederball durch die Gegend treten, irgendwas ins Mikro kreischen, mit dem Regisseur/Produzenten ins Bett gehen. Das, so die Vorstellung von Hans und Lieschen Müller, machen all diese Superstars in Sport und Film, denen man die Millionen nur so in den After bläst. Irgendeinen halbgaren, meist vollkommen talentfreien Quatsch, den man selber auch machen könnte, den man aber nicht macht, weil man besseres mit seiner Zeit anzufangen weiß. Sich aber dann darüber aufregt, dass diese untalentierten Honks die Abermillionen vollkommen unverdient in den Arsch geblasen bekommen, für Quatsch, den man selber auch machen könnte, den man aber nicht macht, weil man besseres mit seiner Zeit anzufangen weiß.

Neu in dieser Auflistung sind Tätigkeiten, die mit dem Digitalen Zeitalter gekommen sind. Bloggen und auf Youtube Videos veröffentlichen. Halbgarer, meist vollkommen talentfreier Quatsch, den man selber auch machen könnte, den man aber nicht macht, weil man besseres mit seiner Zeit anzufangen weiß.  Dementsprechend gibt es auch genügend ehrbare Mitmenschen, die sich persönlich durch den Umstand angegriffen fühlen, dass man mit Tätigkeiten, die meist aus vollkommen talentfreiem Quatsch usw. usf. bestehen, trotzdem die Abermillionen nur so in den Arsch geblasen bekommt.

Nun, wie man mit Youtube-Videos Geld verdient, dazu kann ich nicht viel sagen. Ich weiß nur, dass es Leute gibt, die mittlerweile darüber ein solides Auskommen nicht nur für sich, sondern auch für einige Mitarbeiter generieren können. Ich weiß nur, wie man bloggt. Auch, wie man mit der Bloggerei Geld verdienen kann.

Man schaltet Werbung. Man betreibt Product Placement und veröffentlicht Texte, die in Printmagazinen eigentlich als „Werbung“ gekennzeichnet werden müssten. Man schreibt über aktuelle Themen, über den Aufreger der Woche. Man optimiert die Texte für maximale Google-Platzierung. Man schreibt für die größte Zielgruppe. Man baut das Blog um in eine Art Werbeplattform für Hersteller, die hier die jeweils neuesten Produkte präsentieren können. Man geht auf Messen und schreibt wohlwollend darüber. In der Hoffnung das nächste Mal eingeladen zu werden. Man wird Mitglied bei Werbenetzwerken. Man tut dieses, man tut jenes. Man macht sein Hobby zum Beruf.

Wenn man das konsequent und zielstrebig verfolgt, wenn man weiß, was man erreichen möchte und dementsprechend liefern kann, so dass all die Werbepartner auch etwas davon haben, dann ist die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass man eines Tages damit auch genug Geld verdienen kann, um davon den Lebensunterhalt zu bestreiten.

Doch … dann MUSS man schreiben. Jeden Tag. Selbst wenn man das Glück hat dabei über Themen zu schreiben, für die man sich interessiert. Dann ist das kein Hobby mehr, in dem man meist vollkommen talentfreien Quatsch von sich gibt und sich über das geschriebene Wort auch keinerlei Gedanken macht. Man arbeit dann. Weil man muss. Weil man sonst nicht mehr in der Lage ist die Miete zu bezahlen und den Kühlschrank zu füllen.

Ich freue mich für jeden, der mit seinem Hobby eines Tages den Lebensunterhalt bestreiten kann, der es schafft sein Hobby zum Beruf zu machen. Doch der Preis dafür ist hoch. Für mich zu hoch. Deswegen habe ich keine Lust auch nur einen müden Cent mit meinem Blog zu verdienen, es zu kommerzialisieren. Deswegen habe ich auch NullKommaNull Interesse daran eines Tages wieder im Videospielbereich meine Brötchen zu verdienen. Weil ich dann muss. Weil ich, wenn ich muss, eine gewisse Distanz zur Arbeit aufbauen muss, um daran nicht kaputt zu gehen, weil ich wieder zuviel persönlich darin investiere. Manche Menschen bekommen diesen Spagat zwischen Hobby und Beruf recht gut hin. Ich nicht.

Von daher … wenn immer jemand meint, dass all diese blöden Youtuber mit ihren blöden Schminktipps und ihren blöden Nuschel-LetsPlays, wo man einfach nur abfilmt, wie man zockt und dummes Zeugs ins schlechte Mikro nuschelt, ja nur Dinge tun, die man selber auch machen könnte, die man aber nicht macht, weil man besseres mit seiner Zeit anzufangen weiß und sich dann darüber aufregt, dass man für diesen Quatsch auch noch Geld bekommt … diesen Leuten möchte ich folgende Worte mit auf den Weg geben:

Ja, es ist total einfach mit talentfreiem Quatsch sich Abermillionen in den Arsch blasen zu lassen. Dass ihr das nicht macht, obwohl das ja jeder machen kann, zeichnet Euch in höchstem Maße aus. Ihr seid meine Helden! Gäbe es doch bloß mehr von Euch!

Wohin geht die Reise

Heute vor 2757 Tagen erschien das erste Posting auf „Senior Gamer“, damals noch unter Googles Blogger-Dienst. Einst motiviert durch all die Scheisse und all den Dreck in der Spielebranche, der mich beinahe dazu brachte mein Lieblingshobby an den Nagel zu hängen, selbigen Frust, Wut und Ärger schreibenderweise rauszulassen, anstatt weiter in mich hineinzufressen, so führe ich dieses Blog immer noch, obwohl der Frust und die Wut und der Ärger längst gewichen sind.

Ich hatte die Möglichkeit dieses Blog hier zu professionalisieren, ich hatte die Möglichkeit mich an einem professionellen Multiautoren-Blog zu beteiligen. Doch wenn es um mein Lieblingshobby geht, tauge ich nicht zum professionellen Arbeiten. Entweder leide ich unter Schreibblockade, weil ich ständig die Schere im Kopf ansetze oder mich widert mein Geschreibsel an, weil es mir blutleer, fade und feige vorkommt. Weil es nicht von Herzen kommt. Weil ich in solchen Fällen nicht schreibe, weil ich SCHREIBEN muss, sondern weil ich schreiben MUSS.

Beruflich befülle ich unter anderem Blogs. Zum Teil täglich. Redaktionelle Arbeiten rund um Text und Textbebilderung, Recherche und auch das Verfassen von Werbetexten sind Alltagsgeschäft. Wenn ich wollte, könnte ich aus diesem Blog ein nettes Nebengewerbe machen. Aber das geht nicht. Ich kann es nicht. Selbst wenn ich rein rational durch und durch wollen würde. Emotional sperrt sich in mir alles gegen diesen Gedanken. Nicht aus Prinzip, weil ich ein sozialromantischer Kommerz-Hasser bin, sondern weil es hier um mein Lieblingshobby geht, dem ich aber emotional so stark verbunden bin, dass ich nicht genug Distanz schaffen kann, um professionell genug sein zu können. Und Bock auf halblebiges Gewurschtel habe ich nicht. Das erlebe ich zu oft im Job, das will ich mir hier nicht geben, wenn ich diesen Weg beschreiten würde.

Von daher … ich weiß nicht, wohin die Reise mit diesem Blog geht. Ich weiß nur, dass es weiter gehen wird so lange ich lebe und so lange es Strom, Internet-Anschluß und Videospiele geben wird. Also noch eine ganze Weile, kein Grund für vorzeitigen Jubel! 🙂