Behind the times

Da denke ich mir so in einer ruhigen Minute: “Harzzach, wenn Du schon mal gerade ne ruhige Minute hast, kannste nich mal Deine GPU-Treiber aktualisieren?”.

Dachte ich mir so und schritt auch tatsächlich zur Tat. Weil … es war schon ne Weile her, als ich das letzte Mal die GPU-Treiber aktualisiert hatte. Nicht nur das, ich hatte sogar ein explizites Downgrade durchgeführt, weil aktuelle Treiber für meine brave, treue GTX 760 das unten aufgeführte Bild produzieren, sobald ich die diversen Sikkmod-Mods (namentlich Sikkmod-Versionen für Doom 3/RoE, Quake 4 und Prey) für die diverse Varianten der idTech 4-Engine (namentlich die Spiele Doom 3/RoE, Quake 4 und Prey) nutzen wollte.

sikkmod_with_hdr_glitch

Das hier ist zu sehen, sobald ich das HDR-Feature einschalte. Doof, nicht?

Sicher, ich könnte es auch ausgeschaltet lassen, aber wieso sollte ich dann Sikkmod verwenden? HDR ist DAS Killer-Feature dieses Mods, welches den Spielen den entscheidenden optischen Kick gibt. Ja, ich habe alle Varianten und Einstellungen durchgetestet. Es will nicht. Weil die Nvidia-Treiber seit einer Weile mit dem HDR-Feature des Sikkmods nicht mehr kompatibel sind.

Gut, isse ja kein Ding, probiere ich eben diverse ältere Treiber aus.

Was doch ein ziemliches Ding war, denn a) deinstallieren sich die GPU-Treiber von Nvidia (übrigens auch AMD, da gibt man sich nix) mittlerweile höchst unzureichend. Es bleiben zu viel Treiberreste und alte Einstellungen übrig. Dann kommt noch b) hinzu, in dem man feststellt, dass Windows 10 in den Untiefen des System-Orders jede Menge Treiberpakete bunkert und automatisch hintenrum den dort archivierten Treiberzustand wiederherstellt, gleichgültig, was man vornerum so an Treiber-Abgleichen (online wie offline) und Systemeinstellungen abstellt. So dass ich gezwungen war Tools wie z.B. den DDU, den Display Driver Uninstaller zu verwenden, der Windows in den abgesicherten Modus versetzen muss, um das zu tun, was ich früher VORNERUM mit nur wenigen Mausklicks ganz offiziell getan habe. Treiber deinstallieren und eine ältere Version zu installieren. Himmelherrgottsackra!

Ok, genug gejammert, bin ja auch selber Schuld, niemand hat mich zum Update auf W10 gezwungen 🙂

 

Es stellt sich heraus, dass alles inklusive und vor 368.81 (64bit, W10) klaglos mit Sikkmod harmoniert, alles aktuellere danach diese Artefakte und Glitches produziert.

Das war jetzt ne Weile her und weil ich derzeit nix zocke, was idTech 4 als Basis verwendet und den Sikkmod zur optischen Auffrischung verwendet, dachte ich mir: “Harzzach, wenn Du schon mal gerade ne ruhige Minute hast, kannste nich mal Deine GPU-Treiber aktualisieren?”.

Denn heute habe ich mitbekommen, dass dieses komische Ansel-Gezuppel nicht nur auf neuen NVidia-GPU funktioniert, sondern sogar auf Karten der alten 600er-Serie. Die vollständige Liste hier: Supported GPUs

Das alles funktioniert dann auch wunderklasse:

360°-Screenshots. Yay!

The Witcher 3 360

Zum richtigen Anschauen fehlt hier noch ein Plugin, desterwegen der Umweg über Google Photo:

https://photos.app.goo.gl/GhyosFLjsGHvBf842 (druffglicke und denn nochemols druffglicke)

 

Weswegen ich den Beitrag aber angefangen habe … ähem … als ich also da diesen aktuellen Treiber so runterladen wollte, fällt mir eine Zahl ins Auge. Die Zahl, welche die Größe des Downloads angibt.

Effin 433MB. Ein Treiber. Bald 500 MB groß.

Weia!

Gut, irgendwo her müssen als die dreitausend Features ja kommen, die heutige Treiber bieten. Aber trotzdem … vierhundertdreiunddreissig Megabyte??

Ich bin alt geworden. Mich erstaunt das, anstatt es einfach als gegeben hinzunehmen, weil’s halt so ist, weil man auch nichts anderes jemals kennengelernt hat.

Was kommt als nächstes? Lege ich mir ein Smartphone zu und wundere mich dann, wie man all das große Internet auf diesen kleinen Bildschirm bringen kann? Stehe ich verwundert vor der Steckdose und versuche einen Eimer darunter zu stellen, damit der Strom nicht unnütz rausfließt? Laufe ich schreiend ins Haus zurück, weil plötzlich eine pferdelose Droschke laut lärmend wie Satans Streitwagen um die Ecke donnert?

Ich glaube, ich muss mal wieder etwas mehr am Puls der Zeit leben … 🙂

Sound-Update

Wenn man die Sache auf Kindergarten-Niveau betrachtet, haben DIE natürlich zuerst angefangen. Die Nachbarskinners da. Sie singt lautstark irgendwelche Popsternchen-Songs nach (immerhin die Elsa-Phase direkt überspringend) und rollert dabei durchs Wohnzimmer, während er (zwei Jahre jünger) gerade die wunderbare Welt des Aufstampfens und AufdenBodenklopfens entdeckt hat. Sprich, selbst die dicke Betondecke zwischen beiden Haushalten puffert nur noch wenig.

Zugegeben … als besonders schlimm empfinde ich das nicht. Sind halt Kinder und es geht mir da rein und dort wieder raus. Aber … hehehe …

Ich habe jetzt kein schlechtes Gewissen mehr abends ein wenig die Lautstärke hochzudrehen. Vor allem nicht, wenn ich Brutal Doom mit dem Weapons for Brutal Doom-Mod anwerfe.

Es kommt über das Video nicht besonders gut heraus, aber die eh schon eindrucksvollen Waffensounds von Brutal Doom wurden hier nochmal massiv verbessert. Es kracht und rummst, dass es nur so eine wahre Freude ist. Vor allem die verbesserte Minigun verwandelt große Gegnermengen inklusive Cyberdemon innerhalb wenigen Sekunden in Myriaden kleinster roter Blut- und Eingeweide-Sprites. Was gut ist, denn nach nur wenigen Sekunden Dauerfeuer schmilzt der Vorrat an Minigun-Ammo von 600 auf nur knapp ein Dutzend kümmerliche Patronen in der Gurtzuführung ab. Bis dahin sollte da niemand mehr stehen. Idealerweise.

Meine Fresse! Die Nachbarn müssen annehmen, dass ich gerade den Erdbeben-Generator angeworfen habe, so dröhnt und wummert es in die stille Nacht hinein. Ich höre das Spiel nicht mehr nur, ich spüre es.

Ja, ich bin mit der Klangqualität weiterhin sehr zufrieden. Höhen tippitoppi, Bässe satt, kristallklares Klangbild bei der Wiedergabe entsprechend hochwertiger Klangspuren in Spielen und Filmen. Auf Netflix die 5.1-Tonspur gewählt und ich habe sogar ein wenig Kinoflair um mich.

Logitech Z333. Guter, satter Lärm zu bezahlbaren Preisen.

Bwaaaaaaaah!

Hallo Nachbarn! Verzeihen Sie bitte vielmals, dass der erste Test meiner neuen Lautsprecher ausgerechnet mit Hans Zimmers Soundtrack zu “Inception” durchgeführt wurde, bei gleichzeitig versehentlich voll aufgedrehtem Lautstärke-Regler. Eventuelle Katzen-Herzinfarkte und verschreckte Kinderseelen, ganz abgesehen von Ihren eigenen Trommelfell-Schäden tun mir ganz aufrichtig leid!

Am Wochenende haben meine uralten, bald ein Vierteljahrhundert alten Aktiv-Boxen den Geist aufgegeben. Bzw. der linke Lautsprecher. Mit seinem angeknacksten, angesplitterten, zu einem eigelbfarbenen Beige vergilbten Gehäuse aus Plastik. Den rechten Lautsprecher habe ich dann sanft mit dem Cinch-Kabel erwürgt und neben seinem Bruder zur Ruhe gelegt. Sie haben mir gut gedient. Meine älteste, immer noch in Gebrauch befindliche PC-Hardware. *schnüff*

Gut, alles geht zu Ende, nichts ist für die Ewigkeit!

Nach einer Stunde Recherche stand fest: Es kommt mir ein Logitech-Produkt ins Haus. Maus und Tastatur haben mir bereits etliche Generationen lang gut gedient, die Lautsprecher-Systeme von Logitech scheinen auch nicht allzu schlecht zu sein. Zumindest gut genug für meine relativ bescheidenen Akustik-Ansprüche. Denn ich will ja (vorerst) kein Heimkino einrichten, sondern einfach nur guten Klang auf und um den Schreibtisch herum haben. In die engere Auswahl kam das Z333 und das Z623. Das erstere ein solides Multimedia-System mit Subwoofer, das letztere eine etwas aufwendigere Geschichte mit THX-Zertifizierung und Pipapo. Ein vollwertiges 5.1-System kommt derzeit (noch) nicht in Frage. Da wird gewartet, bis ich mein Wohnzimmer Heimkino-tauglich gemacht habe.

Der Finger schwebte schon über dem Bestell-Button, als mir einfiel, dass es beide Systeme doch beim örtlichen Hardware-Schrauber vorrätig gab, ich nicht nur nicht warten muss, sondern mir die Teile direkt anschauen kann.

Der gestrige Feierabend war schnell erreicht und nicht minder schnell stand ich dann im Verkaufsraum. Ja, beide Systeme vorrätig und im Regal zur Ansicht stehend. Leider nicht zur Klangprobe, aber weder bin ich ein Audiophile, noch möchte ich Boxen für mehrere tausend Euro kaufen. Und als ich da so vor dem Regal stand, fiel die letzte Entscheidung … eine rein praktische Entscheidung.

Denn ich war ja mit der Strassenbahn unterwegs und von der Heimathaltestelle bis zur Haustür waren auch noch ca. 15 Minuten forschen Schrittes zurückzulegen. Der Karton mit dem Z623 war RIESSIG! Verständlich, weil kleine Boxen mit Sicherheit nicht genug Klangvolumen erzeugen können, um eine THX-Zertifizierung rechtfertigen zu können. Das Z333 hingegen … fast schon schnuckelig klein. Ideal für den Schreibtisch.

Der Aufbau:

Endlich zu Hause angelangt, war auch alles ratzfatz aufgebaut und angeschlossen. Narrensicher und kinderleicht. Die offenbar fehlende Anleitung (im Karton gab es nur die Logitech-AGBs in fünfunddrölfzig Sprachen) hätte es gar nicht gebraucht.

Die Verarbeitung:

Sehr solide. Da wackelt kein billiges Plastik, da wurde hochwertiger Kunststoff verbaut. Kein dummer, oberflächlicher Schnickschnack. Nüchtern, sachlich, rechteckig.

Logitech Z333

Der über Kabel angeschlossene Lautstärkeregler liegt schwer und kaum verrückbar auf dem Schreibtisch, der Drehknopf aus Metall lässt sich leicht und präzise bewegen. Die Haptik dieses Bauteils ist gelungen.

Die Kabellänge könnte hingegen ein Problem sein, wenn man das System an einen großen Fernseher anschliessen möchte, vor allem das Kabel der Fernbedienung wird da schnell zu kurz sein. Das Z333 ist eindeutig für den Einsatz zusammen mit einem Desktop-Rechner konzipiert worden. HIER ist die Kabellänge mehr als nur ausreichend.

Der Klang:

Nun, wie schon gesagt, ich bin nicht audiophil und habe knapp 25 Jahre Spiele und zum Schluss auch Mukke und Filme und Serien über damals schon recht preiswerte Aktiv-Boxen genossen. Von daher mag meine Begeisterung über die wummernden Bässe aus dem Subwoofer und das erstaunliche Klangvolumen der dafür geradezu winzigen Lautsprecher an meiner relativen Ahnungslosigkeit liegen. Ich kann hier wirklich keinen qualifizierten Kommentar abgeben. Ich kann nur sagen, dass für mich persönlich es großartig klingt. Kein Brummen und kein Scheppern bei großer Lautstärke, hochgedrehten Höhen und auf Maximal gestelltem Subwoofer. Ein satter, runder Klang! Ich bin zufrieden! Vorerst. Bis ich mich daran gewöhnt habe und Nicklichkeiten und kleine Details bemerke, wo etwas einen Tacken besser sein könnte. Denn der ewige Feind des Guten ist das Bessere 🙂

Die Klangbeispiele:

  • Soundtrack zu “Inception”
    Nun, es *bwaaaaaht* und *braaaaaat*, dass es eine Freude ist. Wird aber schnell langweilig. Erst jetzt fällt mir auf, dass Hans Zimmer sich das Leben ziemlich einfach gemacht hat und den ganzen Soundtrack um lediglich zwei Soundeffekte gebastelt hatte, der faule Sack!
  • “Chef’s Table” auf Netflix
    Was bitte? Eine Serie über internationale Chefköche? Was erwartest Du da? Das intensive Hörerlebnis, wenn die Bratkartoffeln in der Pfanne brutzeln? Ich weiß nicht, was mich da geritten hat. Wahrscheinlich hatte ich gerade Hunger und da die Serie eh schon seit ner Weile gebookmarked war … hey, warum nicht? Netflix-Serien haben 5.1-Ton. Kein runtergemischter Scheissendreck, wie ihn vor allem die großen Studios gerne zusammen mit einer derben Bildkompression auf unterstem DVD-Niveau zur Verfügung stellen. Die erste Folge stellt einen italienischen Koch aus Modena vor. Modena, Norditalien. Opfer eines heftigen Erdbebens vor vier Jahren. Die Folge eröffnet mit diesem Erdbeben. Das Erdbeben wird mit originalen TV-Aufnahmen und Soundeffekten dargestellt. Es rumpelt dumpf und schwer. Ganz tief unten aus dem Boden heraus, sich im ganzen Zimmer verteilend. Wow! Einfach nur wow! Ich bin sprachlos!
  • Need for Speed Underground 2
    Ein älteres Spiel. Mal schauen, bzw. hören, ob die neue Anlage auch älteren Spielen neuen Schwung verleihen kann. Nun, die Motorgeräusche klingen ziemlich dünnbrüstig aus den Boxen, dafür quietschen die Reifen recht beeindruckend. Und der Soundtrack hämmert seinen Drum&Bass gut in die Luft. Insgesamt ein trotz im Vergleich kläglichem Zweitakter-Motorgeräusch deutlich besseres Klangerlebnis.
  • Flatout Ultimate Carnage
    Jau! Da brabbelt der Bigblock satt aus den Boxen. Da reißt das Metall und splittert das Glas einem nur so um die Ohren, wenn man die Kontrahenten mit Vollgas in die Seite rammt oder man sich selbst um den Baum wickelt. Einfach nur geil!
  • World of Warcraft
    Der Sand streicht nicht nur sichtbar, sondern auch dezent hörbar über die Dünen der Tanaris-Wüste. Mein Druide knurrt und jault eindrucksvoll in seiner Katzengestalt. Seine Klauen fetzen mit Karacho durch Fleisch und Knochen, das Kürschnermesser schabt scharf und unerbittlich das Fell von meiner Beute. Ein Sprung nach Orgrimmar, wo mich die Hauptstadt der Orks mit dumpfen Trommelschlägen aus den Boxen begrüßt. Net schlecht, Herr Specht!
  • Titan Quest Anniversary
    Das Nordic-Intro macht einen auf Hans Zimmer und bwaaaaht mich aus den Socken. Im Spiel selbst haut mir der Soundeffekt beim Pickup von Loot fast das Zwerchfell aus der Ohrmuschel, vor allem wenn dieser Soundeffekt mit dem Auto-Pickup von drei oder vier Gegenstände drei oder viermal gleichzeitig abgespielt wird. Aua! Das tut wirklich weh! Ich drehe im Mixer die Höhen etwas runter. So ist es besser. Besonders beeindruckend ist nun der Soundeffekt beim Öffnen eines Sarkophags. Der schwere Steindeckel dreht sich deutlich hör- und spürbar zur Seite. Stein schleift satt auf Stein. Dann ein scharfes Klicken. Eine Falle, Mist! Jepp, wirklich beeindruckend.

Dann war der Tag zu Ende. Morgen, bzw. heute werde ich mal zusehen die Nachbarn mit ein paar Shootern zu erfreuen. Ich wage zu spekulieren, dass das gute alte Doom weiterhin mit Abstand am besten knallen wird.

BOOM *schlickschlack* BOOM! Yeah, baby!

Großprojektsträume

Am Wochenende hatte ich die Möglichkeit den Steam-Controller zu testen.

Sicher, in Shootern bekomme ich mit Controller weiterhin nix auf die Reihe (und das ist noch höflich ausgedrückt), Beat ‚em ups scheiden grundsätzlich aus und selbst bei Arcade-Racern bevorzuge ich die etwas präzisere Steuerung mit dem Keyboard, aber simple Action-Spiele wie Bastion, so mancher Plattformer und vor allem die LEGO [insert popular movie-franchise]-Spiele sind ohne Controller nur die Hälfte wert. Auch die PC-Versionen diverser Final Fantasy-Vertreter von alt bis niegelnagelneu und andere Nippon-RPGs (ob originär für Windows oder über Emulator) spiele ich lieber mit Controller, weil das UI schlichtweg für Controller-Bedienung ausgelegt ist.

Aber dafür habe ich ja schon einen Controller. Einen 360-Controller, der zwar ein selten beschissenes und gottserbärmlich unpräzises D-Pad hat, aber dafür gut und bequem in meinen Händen liegt, so dass meine Wurstfinger schnell jeden relevanten Schalter und Button erreichen können, ohne dass ich nach wenigen Minuten Muskelkrämpfe bekomme. Von daher war ich ein wenig skeptisch.

Die Skepsis wich schnell. Ich finde es erstaunlich, wie überraschend gut der Steam-Controller mit Spielen zusammenarbeitet, bei denen man normalerweise nicht einmal im Traum daran denkt sie mit dem Controller zu bedienen: Civilization vom Fleck weg, Starcraft mit ein wenig mehr Eingewöhnung, jedes x-beliebige RTS und Strategiespiel, jedes handelsübliche Indie-PC-RPG. Dat flutscht nach einer gewissen Eingewöhnung alles sehr präzise und genau über den Bildschirm. Der Controller selbst liegt gut in meiner Hand, Formgebung und Gewicht sind für meine Physiognomie fast ideal. Schalter und Buttons und Sensorfelder können sehr genau geschaltert, gedrückt und gefingert werden. Kein Vergleich zu dem eingeweichten Schwamm, der sich im 360-Controller als D-Pad ausgibt. Überhaupt kein Vergleich! Ich möchte ihn fast nicht mehr aus der Hand legen. Ich spiele kurz mit dem Gedanken mir die Controller-Steuerung in Shootern damit anzugewöhnen. Aber nur kurz. Aber immerhin spiele ich mit dem Gedanken, anstatt dass er gleich von meinem Unterbewusstsein auf Grund Überschreiten diverser Lächerlichkeitsschwellwerte aussortiert wird.

Nach einer Weile lege ich das Teil zur Seite und beginne rationale, vernünftige Gedanken zu haben.

Unter dem Aspekt, dass Gaming das wichtigste Ding auf der ganzen weiten Welt schlechthin ist, brauche ich den Steam-Controller?

Nun, hmmm, jain … kommt darauf an.

Auf jeden Fall NICHT in Zusammenhang mit meinem aktuellen Desktop-Setup. Hier genügt mein bisheriger Controller voll auf. Und Civilization und Starcraft spiele ich mit Sicherheit NICHT mit einem Controller, wenn direkt vor mit Maus und Tastatur liegen.

Aber wenn ich nächstes Jahr das Wohnzimmer endlich gescheit einrichte, da könnte ich doch an die eine Wand da einen großen Flatscreen hängen. Und davor ne Couch. Und unter den Flatscreen eine schicke Anrichte, in und auf der diverse Streaming- und Contentserver-Hardware stehen. Möglichst mit Blauzahn- oder anderer Wireless-Technologie, damit ich möglichst wenig Kabelsalat ausrichten und/oder verstecken muss.

Dann, NUR dann würde sich der Steam-Controller für mich lohnen. Vorerst also nur in meinen Träumen. Die aber Realität werden könnten. Nächstes Jahr. Zusammen mit einem neuem PC und einem großen 4K-Monitor bereit für Star Citizen, bzw. SQ42? Hazz goes Couch-Potato?

Konsumrausch-Träume. Schrecklich unrationale und unvernünftige Träume! 🙂

Für welches Spiel würde ich mir neue Hardware zulegen?

Für das hier:

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Was zwar kein Spiel ist, aber wenn es ein Spiel wäre, womöglich ein Jedi Knight Remastered oder ein ganz neuer Shooter (NEIN, kein MP-Battlefront *shudder*) aus dem SW-Universum, idealerweise nicht von EA, sondern von Obsidian, weil das hier, “Docking Bay 94” nämlich ein Hobby-Projekt von Obsidian-Angestellten um Terry Hess ist, die auf der Basis der UE4 nicht weniger als Mos Eisley nachgebaut haben … lange Rede, kurzer Sinn: DAFÜR würde ich mir eine neue GPU ins Gehäuse stecken.

Weil meine jetzige (NfuckingaccountverdongelunsdingenskirchenVidia GTX 760) sich hier am Anschlag und darüber hinaus befindet. Nicht ohne Grund wird sie in den Release-Notes als absolutes Minimum aufgelistet.

Sicher, das Teil ist sowas von nicht poliert und optimiert und es NICHT auf einer SSD starten setzt viel Geduld voraus, aber wenn ein simples JustforFun-Hobby-Projekt mich in eine Gemütslage versetzt, die ich beim letzten Mal beim Versuch verspürt habe Unreal auf meiner Diamond Monster 3D zu Laufen zu bekommen …

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Danke, Jungs!

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Mehr Infos über das Projekt und Download-Links hier:

https://80.lv/articles/star-wars-scene-production-in-ue4/

 

Doch bevor hier irgendwelche Hoffnungen aufkommen …

NEIN, niemals war es und wird es geplant sein aus diesem Projekt ein Spiel zu machen. “Docking Bay 94” ist eine Spielerei nach Feierabend, ein rein privates Herumwerkeln mit der UE4. Nicht mehr, nicht weniger.

Was vielleicht auch gut ist, denn angesichts des Umstandes, dass EA verdammt viel Geld für die StarWars-Lizenz bezahlt hat und man mit spielerisch runtergedimmtem, DLC-aufgepumptem, dummen Dreck dieses Geld möglichst schnell wieder reinholen will … es wird in den nächsten Jahren kein SW-Shooter erscheinen, der es wert wäre dass man sich dafür extra Hardware holt. Denn “Docking Bay 94” ist ein Ergebnis aus Liebe und Leidenschaft, während alles, was EA jemals auskotzen wird, bestenfalls nicht sofort einen Würgereiz auslösen wird.

Jetzt muss ich nur noch mal schnell 30-40 Mio. im Lotto gewinnen und Obsidian beauftragen daraus doch ein Spiel zu machen. Und es dann willenlos über das ganze Netz zu verteilen. Um EA zu ärgern, um Disney zu ärgern, um allen anderen eine Freude zu machen … *träum*

*anarcho-träume träum*

Streifen machen schlank … nur das Konto

Morgendliches Commuten.

Der Herr hier liest in seinem Kindle (5th Generation Model). Er muss umsteigen und steckt den Kindle in die Tasche. So wie jeden Morgen in den letzten drei Jahren.

Der Herr ist umgestiegen und holt den Kindle wieder aus der Tasche um weiterzulesen. So wie jeden Morgen in den letzten drei Jahren.

Doch dieses Mal ist etwas anders. Denn der Herr hier schaut verwundert auf ein lustiges Streifenmuster:

kindle display malfunction
*nur’n bild aus netz, aber bei mir sieht’s fast genauso aus*

ARGHLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLL! HASSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSS!

Das tolle E Ink-Display hat’s verropft. Kapott! Garantie? Ein Jahr! Doh!

Zwar gibt es im Netz Bastelanleitungen, in denen demonstriert wird, dass man so ein Kindle-Display tatsächlich ausbauen und austauschen kann, aber so wirklich traue ich mir das nicht zu. Rumwedeln mit dem Fön, um Kleber heiß und flüssig zu machen. Allerdings ohne die wichtigen Kunststoffbauteile zu verziehen. Vorsichtiges Hantieren, um den Akku abzulösen. Vorsichtiges Hantieren, um das kaputte Display herauszulösen. Vorsichtiges Hantieren, um ein neues Display wieder mit Akku und der Restelektronik erfolgreich (!) zu verbinden. Fuck it! Ich kapituliere.

Nach der Arbeit statt links nach Hause nach rechts in die Stadt abgebogen. Festen Schrittes die lokale Thalia-Filiale betreten und anwesende Fach-Verkäufer mit nervigen Fragen genervt. Nach ner Viertelstunde 150 Ocken gegen einen Tolino 3 HD getauscht.

Was ist besser:

Abgesehen davon, dass ich jetzt nicht mehr meine EPUBs via Calibre ins Amazon-Format umwandeln muss, gibt es hier einen Touchscreen, Hintergrundbeleuchtung, ein besseres Display (wie haltbar, wird sich noch herausstellen), Wasserschutz und etliche andere nette Features. Online registrieren und so Kack, um alle auf alle Optionen zugreifen zu können, muss man hier, im Gegensatz zum Kindle, ebenfalls nicht.

Was ist nicht so gut:

Seltsames Verhalten beim Verwenden einer Schutzhülle. Klappe ich die Vorderseite vollständig um, um zu lesen, schaltet das Gerät nach nur wenigen Minuten, manchmal nur Sekunden, in den Standby-Modus, gleichgültig was ich einstellungsseitig eingetragen habe. Schlage ich die Vorderseite der Hülle nur zur Seite (oder verwende keine Schutzhülle), findet kein vorzeitiges Standby statt. Hmm … spielt übrigens auch keine Rolle, ob ich das tab2flip-Feature ein- oder ausgeschaltet habe. Hier scheint der dafür zuständige Sensor in der Gehäuserückseite übersensibel zu sein.

Die Power-Taste und der Schalter für die Hintergrundbeleuchtung sind nur schwergängig bedienbar, haben keinen spürbaren Druckpunkt. Hier hat der Kindle weiterhin die Nase vorne.

Die Tolinos fressen im Gegensatz zur Kindle-Baureihe keine MOBI-Dokumente. Ist Dank Calibre zwar kein Dealbreaker, aber man muss sich schon fragen, warum an so etwas gespart wird.

Fazit:

In Punkto Verarbeitung hat Amazon zwar immer noch etwas die Nase vorne, aber sonst haben sich die Tolino-Reader zu einer empfehlenswerten Alternative gemacht. Was umso erstaunlicher ist, weil die Deutsche Telekom und der deutsche Buchhandel (als verantwortliches Konsortium hinter den Tolino-Modellen) jetzt nicht unbedingt für ihre Innovationskraft und Kundenorientierung bekannt sind. Die Hardware ist solide, das Display hervorragend in Sachen Darstellungsqualität. Die Software ist gut bedienbar und nervt angenehm wenig bis gar nicht mit Aufforderungen jetzt doch endlich online zu gehen und sich von den starken, wohlwollenden Armen eines gütigen Konzerns umfassen zu lassen. Dennoch würde ich mir wünschen, dass die Leute hinter dem Fairphone-Projekt vielleicht eines Tages ein Fairtablet oder gar einen Fairreader auf die Beine stellen, so dass man das Display als modulares Bauteil mit nur wenigen Handgriffen austauschen kann. Obwohl man drei Jahre Nutzungsdauer gerade für ein eGadget als akzeptabel betrachten kann, so habe ich dennoch keine große Lust mir jedes Mal ein neues Gerät kaufen zu müssen, nur weil ein Bauteil den Geist aufgegeben hat. Da steckt noch viel, verdammt viel Verbesserungspotential drin.

Der Minority Report-Effekt

Es gibt ein Thema, zudem es hier im Blog bislang noch kaum etwas zu lesen gab. Nicht, weil es fade und doof und uninteressant wäre, sondern weil ich es derzeit noch für irrelevant halte.

“Virtual Reality in Videospielen”

“Augmented Reality in Videospielen”

Fast gleichauf in Sachen Irrelevanz mit “Bewegungssteuerung” und “4K-Gaming”. Denn “Bewegungssteuerung” hat sich, wie (nicht von mir) vorhergesagt, als genau das entpuppt, was es war: Eine ungewohnte, ungeliebte körperliche Betätigung für Leute, die aus gutem Grund lieber Videospiele von der Couch aus zocken wollen, anstatt im Park joggen zu gehen. Und “4K-Gaming” ist nur ein schickes Wort für höhere Auflösungen, damit man wieder neue Hardware verticken kann. VR und AR stecke ich vorerst noch in die gleiche Schublade.

Nein, ich habe noch kein Oculus Rift oder das Teil von Sony oder irgendein anderes VR-Set selbst ausprobiert. Ja, meine Vorstellungskraft ist ausgeprägt genug, um nachvollziehen zu können, warum man hier begeistert ist. Das IST toll. VR ist beeindruckend und für AR fallen mir jede Menge an Anwendungsmöglichkeiten ein, wenn ich meinen Blick nur fünf Minuten durch die Gegend schweifen lasse. Die Frage ist nur: Möglich ist vieles, denkbar ist alles, aber was ist davon tatsächlich sinnvoll? Was ist lediglich nett und was wäre tatsächlich eine Bereicherung? Was für eine Anwendung könnte so überzeugend sein, dass nicht nur pickelige Nerds so etwas haben wollen? Nun, dass VR und AR in Wissenschaft und Konstruktion/Technik ihren festen Platz haben werden, davon kann man jetzt schon ausgehen. Aber weil das hier ein Spieleblog ist und nicht Wired.com, will ich mich nur mit VR und AR in Videospielen beschäftigen. Über Technik und Leistung und Bildwiederholfrequenzen und all den Schnickschnack, mit dem die Anbieter vor allem Motion Sickness verhindern oder dämpfen wollen, kann man auch anderswo nachlesen. Mir geht es um den immer wieder anzutreffenden Widerspruch zwischen einer faszinierenden Vorstellung und dem, was aus dieser Vorstellung nach dem oft unbarmherzigen Kontakt mit der Realität letztendlich wird.

Ich habe neulich wieder “Minority Report” angeschaut. Da gibt es ja diese Szene, ihr wisst schon, die Holo-Interface-Rumfuchtel-Szene.

Gut gemachte Szene. Fundiert beraten, nahezu perfekt umgesetzt. War ich hin und weg? Klar. Habe ich mir damals gedacht, wie geil wäre es, wenn ich mit einer Geste so gschwind eben eine Suchabfrage starte und Infos bündele und ein Spiel starte und Dämonen wegpuste? Klar. Wer nicht? Doch dann erinnert man sich, wie rasend schnell man mit Maus und Tastatur navigieren kann. Man erinnert sich an die eigene Unfitness und die Notwendigkeit für alles, was länger als fünf Minuten Herumgefuchtele umfasst, ein klitzekleinwenig mehr Muskel und Ausdauer in die Unter- und Oberarme zu bekommen. Vielleicht braucht man mehr Platz und muss stehen. Nix mehr mit relaxed und bequem in den unmöglichsten Positionen auf der Couch rumlungern, nebenher Chips fressen und Cola saufen und dieses und jenes. Exakte Gesten, exakte Bewegungen, exakte Sprachbefehle. Weil … sonst … halt eher wüstes Chaos. Weil der Computer nicht weiß, was ich in diesem Moment tun möchte, sondern nur sieht, was ich tatsächlich tue.

Anderes Beispiel. Iron Man 2. Eine ähnlich geile Szene, in der Tony Stark mit wenigen Gesten und Sätzen ein eingescanntes Modell der Stark-Weltausstellung dekonstruiert, um ein von seinem Vater postuliertes neues chemisches Element zu entdecken.

Geile Szene. Sehr gut gemacht. Aber hier ist noch viel stärker aufgefallen, wie sehr die Filmemacher getrickst haben, um das Gewische und Genuschel von Robert Downey zu genau den Ergebnissen zu führen, die für den Handlungsfortschritt wichtig waren. Denn es bedarf JARVIS, einer leistungsfähigen KI, die vollständig auf die Idiosynkrasien und Eigenarten von Tony Stark “geeicht” ist, um seine Gesten und Äußerungen entsprechend umzusetzen, dass innerhalb weniger Minuten ein wichtiges Plotelement herausgearbeitet werden kann.

Beide Szenen zeigen daher wunderbar, warum Kinect und Move und Wiimote trotz all der Begeisterung seitens Fans und Hersteller nur Randerscheinungen geblieben sind. Ja, es sieht toll aus und es wäre auch cool wenn … aber es ist in unserer Wirklichkeit, ungleich dem, was wir aus Kino, TV, Büchern und Comics kennen leider nicht so einfach umzusetzen. Neben technischen Problemen, die lösbar wären, kommt noch die inherente Ungenauigkeit von uns Menschen, die wir nicht maschinenkompatibel genug kommunizieren, weil unsere Kommunikation zu nicht unerheblichen Teilen aus Abkürzungen, Andeutungen und kulturellen Querverweisen besteht, mit denen wir Menschen untereinander wunderbar kommunizieren können, die aber eine Maschine mangels dieses Subtextes in den Wahnsinn treiben muss, wenn sie denn ein Bewusstsein hätte. Von daher ist so etwas derzeit nur sinnvoll im wissenschaftlichen Bereich denkbar, wo die Menschen bereits sehr strukturiert und kontrolliert denken und handeln.

Im Spielebereich? Sehr, sehr begrenzte Anwendungsmöglichkeiten, die zudem mit der inherenten Faulheit der Gamer kollidiert, die in der Regel die Couch nicht verlassen wollen und die Unterarme nur dann anheben, um zum Trinkgefäß zu greifen oder den Controller frustriert an die Wand zu knallen. Zwei, drei Stunden lang konzentriert beide Arme schwingen? Wer will dass denn? Ist ja körperlich anstrengend. Was glaubt ihr, warum ich zocken anstatt bolzen will?

Und deswegen dümpelt eine faszinierende Idee seit Jahren nur als Gimmick am Rande des Videospielbereiches herum. Der Hype um Motion Control im Spielebereich ist vorbei. So faszinierend die Idee auch klang, unsere Realität unterscheidet sich von dem, was gute Filmemacher mit Tricks und Schnitten erzeugen können, doch fundamental.

Was uns zum aktuellen Hype um VR bringt. Virtual Reality. Nicht nur in den Bildschirm schauen, nein, mittendrin sein. Das Holodeck für den Kopf. Klingt toll und wer die fortgeschrittenen Prototypen ausprobiert hat, die es von Oculus Rift und anderen Herstellern schon gibt, ist begeistert. Ich selbst habe hier noch nichts ausprobiert, kann aber nachvollziehen, wenn jemand nach der ersten Erfahrung damit erst mal die Spucke wegbleibt. Das hat nichts mehr mit den ersten Versuchen wie dem Forte VFX1 zu tun. Die aktuelle Technik ist um Größenordnungen besser und überzeugender, lässt den User sehr viel eher vergessen, dass er sich gerade NICHT mit Aliens rumkloppt, sondern lediglich ein Headset auf dem Kopf trägt. Ich kann verstehen, warum hier begeisterte User davon träumen in einigen Jahren zum Feierabend Frau und Familie komplett ausblenden zu können.

Die Frage ist aber auch hier: Was ist sinnvoll? Was wird funktionieren? Was bleibt, wenn der Rausch des Neuen vorbei ist? Wird das Headset in der Ecke verstauben, weil es einfach nicht genug Software gibt, die speziell für VR-Umgebungen geschrieben wurde? Wird die Industrie den Markt mit Tonnen schludrig runtergerissener Pseudo-VR-Versionen bekannter Spiele überschwemmen und so den Fehler wiederholen, den mittlerweile die Filmindustrie in Sachen 3D in den Hintern beißt, wo Tonnen von schludrig produzierten 3D-Filmen und exorbitante Preise in den Kinos die mit Avatar aufgekommene 3D-Begeisterung nach nur zwei Jahren schnell wieder abkühlen ließ? Wie sieht überhaupt ein Spiel aus, welches speziell für VR-Umgebungen geschrieben wurde und nicht einfach nur eine simple Konversion darstellt? Brauchen solche Spiele neues Gameplay? Wie lange wird der Reiz des Neuen anhalten, bis die Gamer, bis sogar Hardcore-Nerds merken, dass nur ein Aufbohren der Darstellung nicht genug ist?

Kommen wir zu AR, der Augmented Reality. Da ist die grundlegende Idee, dass durch eine Art Brille auf dem Kopf oder Projektoren im Raum Informationen und Darstellungen über die wahrgenommene, herkömmliche Wirklichkeit gelegt werden. “The floor is lava”, das alte Kinderspiel, wo man sehr zum Leidwesen der Eltern versucht durch Herumklettern auf Tischen und anderen Möbeln ja nicht in Kontakt mit dem Boden zu kommen, kann hier (fast) Realität werden, in dem der Holoprojektor eine Lavatextur auf den Boden projiziert und die Heimanlage dazu passend ein dumpfes Brodeln, Blubbern und Zischen erklingen lässt. Vielleicht sogar kombiniert mit einem deftigen Höherschalten der Fußbodenheizung, damit die kleinen Blagen lernen, dass das eben KEIN Spiel mehr ist. Ahahahahahaha!

Äh, ja, ok.

Für weniger fiese oder kindliche Gemüter kann ich mir zum Beispiel ein Revival von Tabletop-Spielen vorstellen. Über die Wohnzimmerlandschaft und allem anderen Kram, den man so in der Wohnung hat, wird eine Landschaft projiziert, in die man entweder holographische Spielfiguren oder materielle Spielfiguren stellt. Oder Bücher, Gläser, Vasen oder anderen Kram, den man so in der Wohnung hat. Fans von ARGs werden sich sich über das eine oder andere Feature freuen, mit denen man diese Spiele aufpeppen kann. Pen & Paper-RPGs können in multimediale Inszenierungen verwandelt werden, wenn sich die Schrankwand in wahlweise einen Elfenwald oder einen Dungeon verwandelt, so wie moderne Lichtkünstler Häuserfassaden “Leben” einhauchen können. Auch hier, möglich ist vieles, denkbar ist alles, aber was ist tatsächlich sinnvoll? Was wird hier als nur ein Gimmick sein, das man ein, zweimal einsetzt und dann doch wieder weitestgehend ignoriert?

Ob VR oder AR das Schicksal der Bewegungssteuerung teilen werden, lässt sich derzeit noch nicht sagen. Sicher wird es im wissenschaftlichen Bereich, bei etlichen Ingenieursaufgaben äußerst hilfreich sein. Auch werden Menschen mit starken körperlichen Behinderungen VR als äußerst nützliche Möglichkeit sehen, sich mehr in das Leben der “Anderen” zu integrieren, bzw. ihre Behinderungen/Krankheiten nebensächlich zu machen. Gar keine Frage. Aber werden diese Themen im Spielebereich mehr als nur eine nette Randerscheinung? Werden sie überhaupt eine feste Position als Randerscheinung erringen können? Wir wissen es nicht. Niemand weiß das derzeit. Derzeit sind VR und AR nichts weiter als Experimentierfelder. Was ja in Ordnung ist. Wenn man nicht herumexperimentiert, wird man nie herausfinden, zu was man dieses oder jenes überhaupt gut gebrauchen kann. Rein persönlich stehe in diesen Themen recht aufgeschlossen gegenüber und warte gespannt auf das eine oder andere Experiment. Vor allem AR finde ich recht spannend. Gerade weil mir nach nur wenigen Minuten Umsehen und Nachdenken derart viele Möglichkeiten einfallen, wie man alleine nur die Informationsquellen des Internets auf nahezu alles ausdehnen könnte, was heute in unserem Alltag anzutreffen ist.

Aber …

Als alter Sack, der mehr Hypes hat kommen und gehen sehen, wie er noch Haare auf dem Kopf hat, stehe ich der Sache dennoch recht skeptisch gegenüber. Denn nur, weil ich mir vieles vorstellen kann, heißt das ja noch lange nicht, dass das alles sinnvoll oder gar klug ist 🙂