Keine Freunde fürs Leben

Heute habe ich mein neues Handy in Empfang genommen. Was für andere so alltäglich ist wie Zähneputzen oder Atmen, ist für mich gewissermaßen eine neue Erfahrung.

Zum einen habe ich bislang meine Handys immer nur über den Job bekommen. Ich habe noch nie im Leben ein Handy gekauft. Zum anderen besaß ich nun treue und lange Jahre ein Nokia 6112, habe somit keinen blassen Schimmer, welche teuflischen Features heutzutage in diesen kleinen, winzigen StarTrek-Kommunikatoren stecken. Das LG KS 360, welches  ich nun mein Eigen nennen darf, hat ein schönes, großes Display UND es hat eine extra Schiebetastatur in Quer zum Ruckzuck-SMS-Schreiben UND es hat keine Kleinmädchenfinger-Tastaturen zum Tippen von Nummern, sondern dass Display wird für Nummern als Touchscreen genutzt. Exakt das Richtige für meine dicken Metzgerspranken.

Aber die diversen, sich MEINEN Grabschern anpassenden Eingabemöglichkeiten, anstatt dass ich mir auf dem Organschwarzmarkt zum Handy passende Kleinmädchenhände transplantieren lasse, sind heute nicht das Thema. Denn als ich so am Rumspielen war, schaute, was das Teil denn so alles bietet, da wurde als erster Menüpunkt gleich “Spiele & Mehr” um die Augen gehauen. Ok, dann schauen wir doch …

Vorinstalliert ist ein Skateboard-Spiel, ein Sudoku-Spiel und eine Demo zu einem Shrek-Plattformer.

Das Skateboard-Spiel sagt mir dauernd, ich sei schlecht und leert das Netzteil durch enervierendes Vibrieren und Quäken, wenn meine Spielfigur zum wiederholten Male die allererste Tutorial-Übung nicht schafft. Hmmm, ich drücke zwar die richtige Taste, das Programm merkt wohl, dass hier kein junger Springsinsfeld zusammengekrümmt vor dem Winzdisplay kauert, sondern ein alter Sack.

Also stecke ich das mit diesem komischen Brett mit Rollen untendran und versuche mich an einem für mein Alter und meine nachlassenden Reflexe etwas passenderen Spiel. Sudoku! *yay* *jubel* *freu?* Nein, Sudoko ist nun wahrlich nicht für das Spielkind in mir. Das Teil ist zwar nett gemacht, aber nach nur wenigen Sekunden Rumgetippe durch banale Regelhinweise lasse ich auch das sein. Je suis Hardcore, je ne suis Casuale, n’est-ce pas?

Bleibt also die Shrek-Demo. Plattformer. Springen, rennen, Punkte sammeln. Kann man nix falsch machen. Doch, man kann. Man startet die Demo. Shrek quält sich äusserst zäh durch den ersten Level und ich stelle fest, dass die Extra-Tastatur des KS360 zwar perfekt zum schnellen Mail- und SMS-Schreiben geeignet ist, als Input zum entspannten Zocken weniger taugt. Shrek bewegt sich trotzdem zäh und langsam durch den Level.

Ich bin, so hoffe ich zumindest, immer noch offen und begierig auf neue Dinge, neue Erfahrungen, neues Wissen. Aber das mit dem Zocken auf dem Handy und mir, neenee, das wird nix mit uns beiden … zudem man mir ständig anbietet, ich solle doch jetzt endlich die Vollversion für diese drei Spiele kaufen, gleich runterladen und installieren. Nur schnell auf “Ok” drücken, der Rest kommt mir der nächsten Mobilfunk-Rechnung. Ja, ist einfach. Und bequem. Leider verfüge ich nicht über die finanziellen Mittel, um sowohl meinen Provider, als auch die Hersteller der Spiele gleichermaßen glücklich zu machen.

Nein, das wird wirklich nichts, das mit uns beiden Hübschen …

Die Grenzen der Miniaturisierung

Verlegt man ein Handy in der Wohnung, ruft man es einfach an und richtet sich nach dem Klingelton, bzw. dem einsam und verlassen vor sich hin schnarrenden Vibrationsalarm.

Verlegt man eine CD in der Wohnung, sucht man einfach nach einer silbernen, mehr als handflächengroßen Scheibe, oft sogar noch im Jewelcase oder einer noch größeren Verpackung, was das Auffinden erheblich erleichtert.

Verlegt man jedoch ein DS-Modul, so gleicht die darauf folgende Suche dem berühmt-berüchtigten Durchwühlen eines Heuhaufens nach einer Nadel …

Ich habe Ostern zwar nicht gänzlich, aber doch vehement damit verbracht ein DS-Modul zu suchen. Es muss sich in der Wohnung befinden. Ich weiß, dass es sich in der Wohnung befinden muss. Ich weiß auch, dass ich es das letzte Mal Anfang Januar angefasst habe, als ich, vom Weihnachtsbesuch bei den Eltern heimkehrend, endlich eine Reisetasche vollständig ausgeräumt habe. Ich weiß auch, wo ich das Modul (nicht befindlich in der originalen DS-Box, sondern in einer kleinen Plastikhülle für SD-Kartenadapter) dabei hingelegt habe. Nur, dort ist es nicht mehr. Nein, auch nicht in der DS-Box. Und nein, auch nicht im DS selber … :/

Es hat schon seinen Grund, warum ich eine Brille trage und keine Kontaktlinsen.

Es hat schon seinen Grund, warum ich immer noch meinem allerersten Handy, einem alten, schwarzen, breiten und dicken Sony/Ericsson-Brickett hinterher trauere. Drecks-Akku, aber genau die richtige Größe für meine Wurstfinger und Metzgerspranken.

Es hat schon seinen Grund, warum so manch andere Dinge genau die richtige Größe haben.

Ja, ich bin gerade ein wenig stinkig …

Ich könnte allerdings auch in dezentes Gelächter ausbrechen, denn es ist ausgerechnet das Modul für Professor Layton verschwunden, welches angeblich dafür sorgen soll, dass das Gehirn ein wenig auf Hochtouren kommt. Na gut, muss ich halt dumm bleiben. Das Schicksal will es scheinbar so. Dennoch, irgendwo muss dieses Teil doch rumfahren, himmelherrgottsackra!

Gerade rechtzeitig

Da ich meinem schwächelnden System aus gutem Grund keine fordernde Leistung mehr abverlange, sprich, ich dann doch nicht versuche plötzlich „Crysis“ zu spielen, ist es schön zu sehen, dass der Gamer-Gott mich in diesen schweren Stunden nicht verlässt und mir (quasi als Demo) eine Web-Version von „Galactrix“, dem Nachfolger des fürchterlichen, schrecklichen, geradezu gemein gefährlichen „Puzzle Quest“, zur Verfügung stellt.

Ich habe zwar immer noch nicht so richtig verstanden, aus welcher Schwerkraftrichtung nachrutschende Steine kommen, aber wie man die eigenen Schilde aufbaut und die des Gegners Schilde dauerhaft senkt, das wird schnell klar. Und wer gewinnt, der wird den Eindruck nicht los, dass hier jemand beim Verfassen der Siegesfanfare ein klein wenig zuviel Battlestar Galactica (1978) gesehen, bzw. gehört hat 🙂

Alles in allem, nach nur wenigen Minuten stelle ich fast schon resignierend fest, dass ich zwar in wenigen Wochen einen neuen, diesmal funktionierenden Rechner unter dem Tisch stehen habe, ich meine Zeit aber wohl mit diesem Kleinod der sinnlosen Minutenverschwendung verbringen werde, sobald es in Bälde erscheint. Ich klicke und klicke und formiere Reihen und sammle Energie und feure Laser und zerplatze in tausend eisige Nadeln, wenn mein Schiff explodiert oder zeige der nun mir gegenüber treibenden Trümmerwolke triumphierend meinen Mittelfinger. Must have! Unbedingt!

Ziehen Sie eine Nummer

Derzeit fröne ich nach einigen Wochen der Unlust wieder gerne dem MMO-Grind in Azeroth. Auch Diablo ist bereits in Reichweite und wartet darauf zum x-ten Male seine unheilige Existenz auszuhauchen. Und in den unendlichen Weiten des Alls habe ich es endlich geschafft, diese eine Freelancer-Mission ohne Cheats zu schaffen, an der ich früher immer gescheitert bin. Zudem wird Seattle in analoger Form „bespielt“.

Was Spiele angeht, so bin ich derzeit mehr als nur ausreichend beschäftigt. Gut, Anfang der Woche kurz in Florensia reingeschaut, am Sonntag abend mich ein paar Minuten mit der Demo zu „Edna bricht aus“ beschäftigt.

Gerade „Edna bricht aus“ macht mich wirklich an. Ein nettes, klassisches Adventure mit spritzigen, unlangweiligen Dialogen und Rätseln, die nicht in „myst“ische Extreme abgleiten. Ich würde ja wirklich gerne zugreifen, auch aus dem Grund, um zu zeigen, dass gute Spiele sich immer gut verkaufen, ob mit oder ohne Kapierschutz. Aber ich bin vollauf mit anderen Titeln beschäftigt. Edna würde däumchendrehend in ihrer Zelle darauf warten, dass ich irgendwann in ein paar Wochen vielleicht (?) Zeit für sie finde.

Dann bin ich vorhin auch auf ein fatales Torrent namens „Final Fantasy IV DS (U)“ gestoßen. Frisch zum US-Release natürlich das dazugehörige DS-Rom im Netz. Mit zitternden Fingern habe ich dann doch auf einen Download verzichtet.

Himmelherrgott! Wann? Wann?? Mach, dass der Tag 48 Stunden hat! Gib mir einen Taschenuniversen-Generator, damit ich mich aus diesem Raumzeit-Gefängnis befreien kann, welches mich in diesen vermaledeiten, linear fortschreitenden Zeitablauf zwingt. Oder gib mir wenigstens die ungetrübte Konzentration und den Tunnelblick der Jugend, auf dass ich die 24 Stunden täglich effektiv ausnutzen kann, welche Du uns in Deiner Allmacht aufgedrückt hast. Muss ich mir jetzt schon einen Terminkalender machen, wann ich mir welches Spiel vornehme?

Ich weiß, dass mit zunehmender Verbreitung von Computerspielen und Internet natürlich auch entsprechende Suchtfaktoren in unserem Leben Einzug gehalten haben. Wenn der Levelaufstieg wichtiger geworden ist, als die Bewältigung des Alltages, weil hier schneller und einfacher „Glück“ gefunden werden kann. Wenn die Questbelohnung attraktiver erscheint als die monatliche Entschädigungszahlung für sinnentleertes Malochen. Wenn die Gildenmitglieder wichtiger werden als die Menschen, die man tatsächlich um sich hat und kennt. Ist es dann bereits Sucht, wenn mich manchmal bei der Vorstellung, dass ich wahrscheinlich niemals all die Spiele kennenlernen werde, die mich interessieren, eine klitzekleine Panik überkommt? Ich möchte mir dieses Jahr noch eine PS2 zulegen, um all die guten Nippon-RPGs zu zocken, die es für diese Konsole gibt. Dann habe ich aber weniger Zeit für so manch anderes Kleinod auf dem PC oder dem DS. Soll ich deswegen auf die PS2 verzichten, weil ich garantiert nicht MEHR Zeit finden werde?

Oder mache ich mich gerade nur etwas verrückt, weil ich nicht merke, dass ich in Wahrheit unter einem dekadenten Luxusproblem leide? Weil, wenn mir das, hmmm, „Sorgen“ macht, dann habe ich wohl keine richtigen (!) Sorgen?

Dennoch: So viel zu spielen, so wenig Zeit!!! 🙂

Wer braucht schon Innovation? :-P

Eine längere Zugfahrt diente als willkommener Anlass, um mich einige Stunden lang intensiv mit dem neuesten Squeenix-Spiel für den DS zu beschäftigen:

Final Fantasy Tactics A2 – Grimoire of the Rift“.

Kurz gesagt … endlich ein Squeenix-Titel für diesen Handheld, der nicht Magengrimmen und schlechte Laune verbreitet, wenn man den DS aufklappt und einschaltet. Und wieder eine Bestätigung der These, dass Squeenix jegliche Arbeiten an neuen IPs sofort einstellen und sich nur noch darauf beschränken sollte, Remakes der alten Klassiker für die jeweils neueste Konsolen/Handheld-Generation zu produzieren.

Denn eigentlich warten wir alle doch nur auf DAS Remake, die Mutter aller Remakes. Das letzte Remake! Das Remake, welches alle Remakes danach überflüssig macht: Final Fantasy 7 auf der PS3!! Aber ich schweife ab … sorry …

FF Tactics A2 tritt direkt in die Fußstapfen, welche der Vorläufer auf dem GBA hinterlassen hat, der ja auch nur eine Art Remake/Neuinterpretation des PSX-Klassikers war. Alles wirkt sehr vertraut und bekannt. A2 spielt sich gut und flüssig. Audio und Video sind ohne Fehl und Tadel. Das Speichersystem ist akzeptabel. Die Bedienung folgt etablierten und bewährten Standards. Das Kampfregelsystem des Vorgängers erscheint mir in der Neuauflage sogar weniger rigide und auch spielerisch besser umgesetzt, da es nun dem Spieler eher die Wahl überlässt, ob er den Kampfregeln gehorcht oder ob der Bruch einer Regel in diesem Moment nicht vorteilhafter wäre.

Und wenn Ende des Monats, wie angekündigt, das FF4-Remake in den Staaten erscheint, ist ein weitere Pflichterwerbung unumgänglich, sollte dieses Spiel wenigstens das gleiche Niveau halten können wie das FF3-Remake für den DS.

Sprich, wer braucht schon diese ständig und immer wieder geforderte Innovation, wenn sie nichts zum Spielspass beitragen kann? 🙂

Fakten für das Volk

Deutscher Markt für Konsolenspiele wächst um fast 40 Prozent

Jepp! Wahnsinn, nicht? Fast 40% mehr im Vergleich zum Vorjahr.

Spitzenreiter ist Software für Nintendos DS mit ca. 36% Marktanteil.

Angesichts der hier stetig wachsenden DS-Bibliothek bekenne ich mich voll für mitschuldig.

Aber ich habe hier mittlerweile auch einen M3-Chip. Der mich normalerweise vor so katastrophalen Fehlkäufen wie *schüttel* Final Fantasy CC – Rings of Fate schützt, wenn man nicht trotzdem geistig neben der Kappe seiend, planlos an der Kasse steht und spontankaufmäßig 35 Euronen für unspielbaren Dreck hinblättert 🙂

Der mich im Falle von „FF Tactics A2“ aber zum Geldbeutel hat greifen lassen, der mich zum Kauf von „Orcs & Elves“ animiert hat. Soooo macht das erst richtig Spass.

Ja, so ist das eben, wenn sich die Kaufkraft der Kunden Produkten hinwendet, die in den Augen der Kundschaft entsprechend von Wert sind. Hat nix mit Kopierschutzsystemen, hat nix mit Restriktionen oder gar legislativer Abschreckung zu tun.

Achja, und angesichts der immensen Verluste, welche Sony mit der PS3 einfährt, rückt der Zeitpunkt, an dem ich mir eine PS2 (!) ins Haus stelle, immer näher. Wer weiß, was dann noch als Neuware verfügbar ist, wenn Sony den Bach runtergeht? ;-P

Herzklopfen, ein klitzekleinwenig

Im Gegensatz zur Diablo 3-Ankündigung, die „nur“ ein Gefühl tiefer Befriedigung hinterließ verspüre ich hierbei doch etwas mehr Aufregung und Herzklopfen.

Squeenix wird ein Spiel mit dem Chrono Trigger-Trademark auf die DS-Plattform bringen.

Auch wenn es sich höchstwahrscheinlich um eine Remake handeln wird (hey, wir reden schliesslich von Squeenix und nicht Atlus oder anderen kreativeren japanischen Studios), so läuft mir angesichts des charakteristischen Uhrentick-Geräusches auf dieser Teaser-Website instinktiv und sehr pawlow-mäßig der Speichel im Mundraum zusammen.

Und wenn darauf noch ein Chrono Cross-DS folgen würde oder es sich in diesem Falle doch um eine vollwertige Fortsetzung handelt oder eine Fortsetzung nach einem Remake geplant ist oder … obwohl ich bezüglich Chrono Trigger kein alter Sack bin, das Teil ja nur als Emu auf dem PC kenne, so hat mich dieses Spiel dennoch so sehr gepackt, dass mein Puls zugegebenermaßen momentan ein klitzekleinwenig höher als normal ist.

Ich denke, ich sollte demnächst ein paar Zeilen darüber schreiben, was mich in und um Spiele herum regelmäßig in den aufgeregten Kleinkindzustand versetzt und was an der dicken, vernarbten Schutzschicht abgeklärten AlterSack-Seins abprallt.