Worte der Warnung: Der Steam De-Installer

Wir schreiben das Jahr 2017.

Steam befindet sich auf allen Rechnern.

Auf allen? Nein, nicht auf allen.

In einer kleinen Ecke Südwestdeutschlands befindet sich ein PC, auf dem sich seit gestern Abend kein Steam mehr befindet.

Nicht grundsätzlich und für immer. Nur temporär, weil versucht wurde die unerklärlich anhaltend, sehr starke Festplattenaktivität und die daraus resultierenden Freezes beim Verschieben des Fensters und der generellen Bedienung des Clients zu lösen.

Programme deinstallieren => Steam de-installieren => Aufstehen, in die Küche gehen.

Nach einer Weile aus der Küche zurückkehrend, stelle ich fest, dass der Steam-Client zwar vollständig und sauber entfernt wurde, die De-Installationsroutinen (haha!) aber auch alle Spiele und Nutzerdaten, ALLES ohne Rücksicht gelöscht haben, was sich im Steam-Order befunden hat. Ohne Rückfrage, ohne Hinweis, stillschweigend.

Ich lese dann auf Steam-Support-Seiten, dass dies vollkommen reguläres Verhalten ist und man dem Nutzer nicht empfiehlt Steam direkt in wichtigen Programmverzeichnissen oder gar dem Systemordner zu installieren. Weil beim De-Installieren sonst alles gelöscht wird, was sich z.B. in C:\Windows befinden würde.

Wie bitte?

Das mit den gelöschten Spielen und Nutzerdaten geht mir am Allerwertesten vorbei. Das sind keine wichtigen Daten gewesen. Savegames befinden sich entweder inner Klaut oder in „Eigene Dateien“ oder wo sonst Spiele ihre Daten wild im System verteilen, weil sich kaum ein Entwickler an Vorgaben halten will und es jeder besser weiß. Und Spiele lassen sich wieder runterladen oder aus Backups restaurieren. Meh!

Nein, was mich hier ein wenig fassungslos macht, dass ist die ungefragte (!) Radikalität, mit der hier vorgegangen wird. Ich werde nicht gefragt, ob ich vorher Daten sichern möchte. Ich werde nicht darauf hingewiesen, dass anstatt einer sauberen, regelkonformen De-Installation aller vorher installieren Dateien (und NUR dieser Dateien), wie das sonst üblich ist, stattdessen mit einem primitiven „rmdir steamfolder /s“ gearbeitet wird.

Weia!

Die Besten der Besten der Besten, Sir!

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18 Kommentare zu “Worte der Warnung: Der Steam De-Installer

  1. Kartodis sagt:

    Hmmm….also ich sehe das jetzt nicht ganz so dramatisch. Vermutlich deswegen, weil ich in meiner Unwissenheit eh erwartet hätte, dass bei einer Deinstallation, auch der ganze Steamordner weg ist. Oder habe ich da was falsch verstanden?

  2. Jammet sagt:

    Wow. Das geht garnicht. Da sollte eine Warnung eingeblendet werden, und ganz klar gesagt werden, was getan wird. Ausserdem sollten eigentlich nur Dateien geloescht werden, welche klar den Spielen zu geordnet werden. Den verwaisten Kram kann man ja hinterher selbst noch entfernen.

  3. Harzzach sagt:

    @Kartodis: Wenn ich den Client und NUR den Client deinstallieren möchte, sollte auch NUR der Client deinstalliert werden. Und nicht alles andere, was sich noch in dem Ordner befindet. Wenn ich ein spezifisches Steam-Spiel deinstallieren will, sollte ja auch nicht zusätzlich der Client und jedes andere installierte Steamspiel entfernt werden.

    Und selbst das wäre noch in Ordnung, wenn ich vor dem Deinstallieren einen klaren Hinweis darauf bekommen würde, was jetzt gleich passiert. Idealerweise in Form einer zweifachen Sicherheitsabfrage inklusive Hinweis darauf Spieledaten zuerst zu sichern/in ein anderes Verzeichnis zu verschieben.

  4. Pixelex sagt:

    Hätte eigentlich auch erwartet, dass es eine simple Frage gibt á la „Spiele auch löschen? Ja/Nein“.. fertig.

    Gut zu wissen, danke. ^^

  5. Dennis sagt:

    Hm… eine Sicherheitsfrage wäre schon angebracht. Jedoch hätte ich in diesem Fall wohl angenommen, dass dann alle Spiele mit entfernt werden. Ohne Client auch kein spielen möglich. Warum also die Spiele nicht mit deinstallieren..?

  6. Harzzach sagt:

    Weil … manchmal möchte ich nur den Client entfernen, weil es vielleicht zu technischen Problemen MIT dem Client kommt. So wie bei mir gestern Abend, wo ich versucht habe über eine frische Neuinstallation herauszufinden, warum der Client so herumzickt. Wieso sollten dann automatisch alle Spiele entfernt werden?

    Zudem die Liste mit den Steam-Spielen, die man ganz offiziell auch ohne Steam starten kann (http://steam.wikia.com/wiki/List_of_DRM-free_games) auch stetig anwächst.

  7. LordFjord sagt:

    Ich hab dasselbe Spielchen vor ein Paar Jahren durchgezogen. Works as designed. „Damals“ – noch mit etwas schwächelndem Internet hat das durchaus zu grob ner Woche „alles neu runterladen“ geführt.

    Naja, sieh es positiv, jetzt ist die pile of shame wenigstens ausgegraut in deiner Bibliothek 😉

  8. pujo sagt:

    Ich finds eine Unverschämtheit, aber gut zu wissen, dass ich nicht in die gleiche Falle tappe. Ohne zusätzlichen Warndialog hätte ich sowas vielleicht noch bei Software aus den 90ern vermutet. Und gerade heutzutage, wo man bei Registrierungen und De/Installationen doch oft mit viel zu vielen Abfragen schon fast genervt wird, ist es mir völlig schleierhaft, wieso sich so eine große Nummer wie der Steam Client derart gefährlich hinweisarm und löschfreudig verhält.

  9. Das Alien sagt:

    Oh cool, danke für die Liste mit den drm-freien Spielen. War mir bislang gar nicht bekannt.

    PS: Sch… eiiibenkleister, ich kann DOCH kurz. Naja, fast. 😀

  10. Cris Sox sagt:

    Also die Logik dahinter kann ich auch verstehen. Ohne Steam läuft eh nix, aber von der Userexperience her, ist es schlecht.
    Ganz was Anderes: Ich glaube nicht, das Steam an deinen „Hängern“ Schuld ist.

  11. Harzzach sagt:

    Es ist höchstwahrscheinich der Client. Valve muss etwas am Prozess geändert haben, mit dem der Client beim laufenden Betrieb, beim Aktualisieren oder Downloaden auf die Festplatte zugreift, denn das Problem taucht seit einigen Wochen auch bei anderen Usern auf. Bei manchen schauckelt es sich langsam über Tage hinweg hoch, bei anderen stottert der Client schlagartig bis zur Unbenutzbarkeit. Und zwar quer über alle Windows-Versonen hinweg.

    Ich habe gestern Abend, nach dem Neuinstallieren des Clients, testweise ein paar Spiele heruntergeladen. Je mehr Spiele sich in der Bibliothek befinden, umso intensivere Festplattezugriffe finden statt. Da ist der Download seit einer halben Stunde längst abgeschlossen, doch laut Statusanzeige wird immer noch mit hohem Durchsatz auf die Festplatte(n) geschrieben. Schiebe ich die Steam Library auf die SSD, geht das alles natürlich deutlich leiser und fixer, aber geschrieben wird immer noch.

    Abgesehen davon … diese Logik ist kaputt 🙂 Wenn ich NUR und AUSSCHLIESSLICH den Client de-installieren will, weil vielleicht Probleme mit dem Client auftauchen und ich eine saubere Neuninstallation benötige, besteht überhaupt keine Notwendigkeit gleich alle installierten Spiele zu löschen.

  12. Enrico sagt:

    Oh, hmm sieht man das im Ressourcenmonitor?
    Wie löst man das aus? Ist der Steam Prozess das schreibende Element?
    Wenn mit hohem Durchsatz ständig auf der SSD rumgeschrieben wird, löst das ja irgendwann erhöhten Verschleiß aus…

  13. Harzzach sagt:

    Sry, vergessen zu erwähnen. Nicht im Ressourcenmonitor von Windows, sondern auf der Download-Anzeige von Steam, wo anstehende und ausgeführte Downloads gelistet sind. Dort gibt es eine Kurve für Downloadrate Internet und Schreibrate Festplatte. Da sehe ich, wie hier wild etwas geschrieben wird.

    Aus Forenbeiträgen vermute ich, dass es wohl mit den Download-Cache von Steam zu tun hat. Steam will hier ständig etwas schreiben, kann dies aber nicht erfolgreich abschliessen und beginnt ständig von vorne. So zumindest ist mein Eindruck.

  14. Chico sagt:

    Ich hätte jetzt erwartet, dass das so läuft wie bei dem Zeuch aus dunklen Kanälen, wenn man das deinstalliert, bleibt ja am Ende meist auch der Ordner mit nem Knusperkeks übrig, den man dann von Hand wegfuttern muss.

    Aber hab ich nur gehört *hust so vom Bekannten, sein Schwager, de Awweitskolleege *hust

  15. Gordon sagt:

    Harzzach, du bist nicht allein mit dem Problem:

    Es soll wohl helfen, die steamwebhelper.exe-Prozesse im TaskManager zu beenden, danach wäre bei vielen wieder alles ok

  16. Michael sagt:

    Ach, das ist doch nur zu eurem Besten! Ohne „Gamingplattform-Client“ will heutzutage doch eh niemand mehr was spielen, weil dann all die total notwendigen Features wie Freundechat, Spielstundenzähler und Achievements fehlen würden. So will doch heutzutage niemand mehr spielen! Deshalb kann man davon ausgehen, dass derjenige, der den Client deinstalliert, auf diesem System auch nix mehr spielen will. Deshalb löscht einem die Deinstallationsroutine dann freundlicherweise auch gleich alle Spiele… 😀

  17. Kashmir sagt:

    Seit Programme Apps heißen ist computern echt dumm geworden…..narf

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