To boldly go … where no make-up artist has gone before

Ach, was musste “Discovery”, die neue Star Trek-Serie schon an Flak und, hmmm, “Kritik” einstecken. Zerbrechliche Broflakes waren mit all den Frauen in verantwortlichen Positionen überfordert, verknöcherte Puristen waren ob des ungewohnten Klingonen-Designs dem Herzinfarkt nahe. Und dabei haben wir alle noch keine einzige Episode gesehen.

Nur Trailer wie z.B. ganz aktuell diesen hier vom San Diego Comic-Con, wo Filmstudios hippelige Nerds hochhypen, damit später auch Normalos zuschauen:

Sicher, in Sachen Kontinuität muss man sich schon fragen, warum man nicht den etablierten Klingonen-Look übernommen hat, sondern ein Neudesign auf Basis von Entwürfen des ersten Kinofilmes vorgenommen wurde.

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Aber wir wollen doch nicht vergessen, dass der Klingonen-Look aus TOS nur eine Folge beschränkten Makeup-Budgets war, die Klingonen aus dem ersten Kinofilm ohne Erklärung vollkommen anders aussahen, die Klingonen aus “Search for Spock” wieder ein klein wenig anders aussahen, sie in “Final Frontier” erneut etwas anders aussahen, nur um in der Next Generation-Serie ihr typisches Aussehen zu bekommen.

Von daher ist diese erneute Designänderung … nun, sie ist gewissermaßen traditionell 🙂

Ja, ich weiß schon, keine Sorge. Kontinuität. Mit “Enterprise” wurde der TNG-Look offizialisiert, weil die Klingonen in der Archer-Ära, also vor der Verseuchung mit Menschen-DNA, au naturell eben so aussehen, wie man sie in TNG kennen und schätzen gelernt hat. Dann kamen die “menschlichen” Klingonen aus der Kirk-TV-Ära, gefolgt von diversen Mischformen aus der Kirk-Movie-Ära, bis eben zu Worf & Company.

Wieso sehen die Klingonen aus der Zeit  zwischen Archer und Kirk also anders aus wie die Klingonen aus der Archer/ab TNG-Ära? Warum dieses Redesign?

Ich weiß es nicht. Keinen Schimmer.

Ist aber aus zwei Gründen irrelevant.

  1. Man kann AUCH DAS wunderbar mit dem Augment-Virus aus der “Enterprise”-Serie erklären. Die Klingonen, wild darauf aus ihr ursprüngliches Aussehen wieder herzustellen, haben mit diversen Therapien, kosmetischen Operationen und genetischen Eingriffen experimentiert. Herausgekommen sind unter anderem die Klingonen aus der neuen Serie.
  2. Der Look der Klingonen beeinflusst nicht die Qualität der Geschichte. Wo da an welcher Stelle der Special-Effects-Fritze den Gumminoppen auf die Nase klebt, wie dieser Gumminoppen aussieht, ob da noch zwei andere Gumminoppen hin geklebt werden oder nicht … für die Geschichte wurscht. Irrelevant. Ein äusserliches, oberflächliches Detail. Ob da nun TNG-Klingonen im Bild zu sehen sind oder die Discovery-Versionen, entscheidet nicht darüber, ob es den Produzenten und Drehbuchautoren gelingt eine stimmige, gute Geschichte mit lebendigen Charakteren zu erzählen.
  3. Dieser ornamentale Look sieht cool aus!
  4. Und vielleicht gibt es ja eine Erklärung in der Serie?

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Abgesehen davon, so gibt es auch wieder hübsche Schiffe.

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Nein, ich habe keinen blassen Schimmer, ob die Serie etwas taugen wird. Werden wir alle erst Ende September diesen Jahres wissen.

Aber wie schon beim Film-Reboot von JJ. Abrams, ist nicht wichtig ob etwas verändert wird, sondern ob die Veränderungen funktionieren. Diesbezüglich gehöre ich, zugegebenermaßen, der Bilderstürmer-Fraktion an. Ich liebe kreative Destruktion und das Jonglieren mit bekannten Elementen, um aus vertrauten Versatzstücken wieder etwas ganz Neues zu erschaffen. Auch wenn “Into Darkness” einfach ein fauler, beschissener Film war, ändert das nichts am grundsätzlich gelungenen Reboot. Die Crew ist bis auf eine Ausnahme (nix gegen Simon Pegg, aber als Scotty … nä!) ganz hervorragend besetzt worden, die Chemie zwischen den Schauspielern stimmt und “Beyond” ist nach dem desaströsen Vorgänger unter anderem eine liebevolle Verbeugung vor der klassischen TOS-Crew geworden.

Es bleibt zu hoffen, dass Star Trek Discovery die Dinge nicht einfach nur anders, sondern gut und durchdacht anders macht.

Wir werden sehen … ab dem 25. September. In den USA auf diesem neuen Streaming-Dienst von CBS, den niemand nutzen möchte und der Rest der Welt via Netflix.

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Mein innerer Trekkie sagt übrigens gar nix. Er ist klug geworden und wartet ebenfalls ab. Denn Häme und ätzende Kritik kann man ja immer noch versprühen, falls die Sache in die Hose gehen sollte.

*mwhahahaha*

 

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12 Kommentare zu “To boldly go … where no make-up artist has gone before

  1. Jammet sagt:

    Konnte die ganze redesign Krankheit noch nie verstehen. Bei anderen Riesen der Branche hat man verstanden, das die Zuschauer wissen, wie ein Falcon auszusehen hat, wie ein Sternen Zerstörer auszusehen hat. Da hat man kapiert, das man nicht jedes Element einmal pro Jahr neu erfinden muss.

    Aber bei Star Trek darf jeder mal ran. Come one, come all, das diesjährige Schulprojekt steht an, wer erfindet die größtmögliche Veränderung so das es gerade reicht, das niemand mehr ohne Einblendung einer Typenbezeichnung weiß, was hier gerade durch das Bild glitzert. Noten Vergabe kommt wie jedes Jahr von sitzen gebliebenen Millenials aus der Theater AG.

    Hey, ich kann das neue und alte respektieren. Aber mögen werde ich die redesign Krankheit trotzdem nie. Es gibt Momente wo die anderswo dringend gebraucht wird. In Star Trek nicht.

  2. Kartodis sagt:

    Mir ist das ziemlich wurscht. Ich mochte Star Trek schon immer, würde mich aber nicht als Trekkie bezeichnen. Obwohl ich so gut wie alle Folgen von allen Serienablegern gesehen haben müsste.
    Ob die Enterprise nun aussieht wie immer oder komplett anders, ist mir genau so egal, wie ob die Klingonen nun eine Verknöcherung mehr oder weniger haben. Wie du schon richtig geschrieben hast, kommt es am Ende doch darauf an, dass das Gesamtpaket stimmt. Und bei Star Trek fand ich bislang schon immer die Story am wichtigsten. Kann noch nicht mal genau sagen was es genau ausmacht, aber bei keiner anderen SciFi Serie, konnte ich bislang so ein vertrautes Gefühl beim Zuschauen entwickeln.

    Ich lasse mich auch überraschen und werde sicherlich keine Folge verpassen. Der Herbst kann kommen.

  3. Joe sagt:

    Ich habe von der neuen Serie nicht das Geringste mitbekommen, ich lese in diesem Blog zum ersten Mal davon.

    Mit kurzem Blick über das vorab zur Verfügung gestellte Material sehe ich da generische Gummimasken-Aliens und einen Cast, der voll dem gegenwärtigen Zeitgeist entspricht, Da hat man dann eben eine altbekannte Marke draufgeklebt, um noch irgendwelche alten Säcke mit ins Boot zu holen. Kein Science-Fiction mehr, verkauft sich ja auch nicht.

    Hinzu kommt, daß ich weder TV-Empfang noch Internetbezahlabos habe, so daß ich das Ganze auch auf absehbare Zeit gar nicht zu Gesicht bekommen kann. Auf YouTube wird es ja wohl kaum laufen. Die Vorstellung findet also ohne mich statt.

  4. Harzzach sagt:

    Kein Science-Fiction mehr, verkauft sich ja auch nicht.

    Jopp, SF is total out …

  5. Pixelex sagt:

    Freue mich jetzt gerade ehrlich gesagt nicht mehr so auf die neue Serie. Das tat ich eigentlich, da ich hörte, die neue Serie spielt wieder im Original-Universum.

    Die letzte Serie „Star Trek: Enterprise“ (ebenfalls im Original-Universum) habe ich verschlungen, dass hier wirkt aber nun schon eher wie die neuen Filme in diesem abgedrehten Universum, nur als Serie. Meiner Meinung nach zuviel Action.. wobei ich die neue Klingonen-Optik befürworte.

    Naja ich warte mal ab..

  6. Harzzach sagt:

    Das mit „zuviel Action“ kommt zwangsläufig vom flott geschnittenen Trailer.

  7. Das Alien sagt:

    Ach, die Serie soll im alten Universum spielen? Ist mir irgendwie entgangen, wahrscheinlich deshalb, weil Abrams mein Trekkieherz gebrochen hat und ich alle Star Trek betreffenden Neuigkeiten skeptisch zurückhaltend bin.

    Dabei ist es mir eigentlich Wurst (oder klingonische Blutpastete), ob sich jetzt ein Schiffsdesign oder die Optik einer Alienrasse ein wenig ändert. WAS mich am Reboot allerdings ankotzt ist, dass man mal eben gut 50 Jahre Hintergrundgeschichte in die Tonne getreten, ikonische Charactere und deren Zusammenspiel mit der Brechstange geändert und den Charakter der Serien und Filme grundlegend geändert hat. Da hätte man vielleicht DOCH jemanden ranlassen sollen, der sich vor Drehbeginn nicht damit gebrüstet hat, in seinem ganzen Leben noch nie eine Folge Star Trek gesehen zu haben.

    Aber DANN so unglaublich einfallslos sein und komplette Szenen aus den alten Filmen fast eins zu eins zu kopieren…

    Dabei finde ich „Into Darkness“ und „Beyond“ gar nicht mal so schlecht und durchaus unterhaltsam. I have the beat and shouting… das rockt und unterhält durchaus. Aber STAR TREK ist das nicht.

    Ach, es hätte so viele Möglichkeiten gegeben, etwas aus dem bestehenden Universum zu machen. Man suche nur einmal auf Youtube nach „Prelude to Axanar“, woah. (Ja, ich bin immer noch zu blöd, hier einen Link einzufügen) Aber das hat Paramount, wie im Grunde alle Fanfilme in Zukunft, ja erfolgreich zu behindern gewusst.

    Insofern lass sie doch den Klingongen meinetwegen einen Schildkrötenpanzer auf die Stirn nageln, ich bin aus ganz anderen Gründen skeptisch.

  8. Capparezza sagt:

    „Under the terms of the settlement, the filmmakers will be allowed to release two 15-minute movies, instead of their planned 90-minute feature.[25] The films cannot be shown with ads.“

    Axanar ist noch nicht ganz tot. Aber ein tolles Kinoepos werden wir nicht bekommen, und das ist jammerschade weil mir diese ganzen überzogenen J.J.Abrams-Krach-Bumm-Peng-Schinken nicht so gut gefallen haben.

    Das mit dem Aussehen der Klingonen: Da ist mir doch eingefallen, dass es ja die „Imperialen Klingonen“ gibt, die in etwa dem entsprechen was wir bei TNG gesehen haben, dann die „Humanoiden Mischlinge“ von TOS und auch noch Kreuzungen mit den Romulanern. Die Klingonen aus dem Video von Discovery sehen mir schon ein klein wenig nach den Remanern aus… vielleicht sind die im Trailer also welche vom romulanischen Zweig???

    Ich bin mal gespannt auf die neue Serie. Die erste Folge ist ja mal ein muss für einen alten Trekkie, und danach wird man ja sehen, ob die alten Tugenden von Star Trek endgültig Geschichte sind.

  9. Harzzach sagt:

    Wenn wir schon mal dabei sind … was sind denn diese vielbeschworenen alten Tugenden von ST, die im Reboot angeblich nicht vorzufinden waren? Ich habe den Eindruck, dass hier jeder etwas anderes meint, aber jeder annimmt alle meinen dasselbe und dann werden TV-Serien mit Filmen verglichen … 🙂

    Mir persönlich kann die Betulichkeit der ersten Seasons von TNG gestohlen bleiben, das ist mir heute teilweise unerträglich, ich kann das nicht mehr anschauen. Da hatten ja die TOS-Folgen mehr Dramatik, Emotion und Tempo. Meine Vorstellung von Star Trek ist eine gute Mischung aus Action und Drama, nicht allzu platter Humor, charaktergetragene Handlungen und kein Gimmick der Woche. Dazu ab und an politisch-gesellschaftliche Bezüge, Aufbrechen von traditionellen Seh- und Handlungsgewohnheiten und fertig ist das ganze. Das würde ich vor allem von einer Serie erwarten, wo man Zeit und Raum genug hat, um solche Dinge zu entwickeln. Von Filmen erwarte ich nur solide, nicht allzu dumme Popcorn-Unterhaltung. Ich möchte gerne zwei Stunden lang intelligent unterhalten werden.

    Deswegen halte ich „Into Darkness“ für miserabel, weil der Film versucht den Zuschauer wiederholt für dumm zu verkaufen.

  10. Sumjom sagt:

    Ach, die Filme sollte man einfach außen vor lassen. Die kann man mal schauen, wenn man wirklich nichts besseres zu tun hat, aber irgendwie haben die für mich Star Trek nie ausgemacht. Der Trailer mit seiner Actionlastigkeit lässt meine Erwartungen schon mal derbe sinken, kann also nur gut oder egal werden. Vielleicht gibts dann ja doch mehr der Momente, wo zwei im Gespräch versunkene Charakter in den Sternenhimmel starren, statt epische Lasergewitter vor eben diesem. Das waren für mich schon immer die entscheidenden Momente, die für mich die Stärke von Star Trek ausmacht. Schwächer wurde es immer, wenn viel geknallt wurde. Wobei das früher vor all den Pappfelsen und den beschränkten Spezialeffekten auch noch lahm aussah (aber charmant!), wird nun aber scheinbar anders, würde eine dumme Story aber auch nicht retten.

  11. Harzzach sagt:

    Trailer lassen einen Film, eine Serie in der Regel deutlich hektischer erscheinen, als sie dann hinterher sind. Gerade bei einer teuren SF-Serie wird alleine schon aus Budget-Gründen nicht jede Minute mit Boom und Bang zugestopft sein.

  12. Pat's Cat sagt:

    Oh, diesen Trailer hatte ich noch gar nicht gesehen, vielen Dank.

    Mich stört das nicht, daß in dem Trailer viel „Action“ vorkommt. Durch flottere Schnitte bekommt man so immerhin mehr verschiedene Szenen und Aspekte mal kurz zu sehen. Und was ich sehen konnte, hat mir durchaus gefallen.

    Klingonen-Makeup kann mir auch recht egal sein, ich stimme dir da zu, Harzzach, so lange am Ende die Story stimmt, ist mir die Maske egal. Ich vermute mal, daß es einfach in einer Folge einen kleinen augenzwinkernden Hinweis auf das neue Aussehen geben wird. So in der Art, wie Worf mal in DS9 meinte, daß Klingonen da halt nicht gerne drüber reden. 😉

    Neben egal wie viel Action werden auch wieder Dialoge und Konflikte das Herzstück sein, möchte ich mal wetten, da mache ich mir wenig Sorgen.

    Ich hoffe darauf, daß man einen jährlichen guten Handlungsbogen macht (es soll ja wohl jedes Jahr eine neue Crew im Mittelpunkt stehen), darüber aber nicht vergißt, in jeder Episode eine eigene in sich geschlossene Geschichte zu erzählen.

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