Grenzüberschreitungen – Leicht gemacht

Zuallererst möchte ich mich dafür entschuldigen, dass wieder so viel Zeit zwischen Postings vergehen. Nein, weder ist World of Warcraft oder sonst ein anderes Spiel daran Schuld, sondern der leidige Umstand, dass ich beruflich stark eingespannt bin und in meiner Freizeit derzeit nicht die richtige Muße finde, um substanzielle Blogbeiträge zu verfassen, die über stumpfes Rumgenöle zu diesem oder jenem Aufregerchen hinausgehen. Wenn ich nach Hause komme, reicht es gerade mal für ein paar PvE-Quests mit meiner schnuckeligen Gnomen-Jägerin und ihrem mechanischen Hasen. Ok, WoW ist doch Schuld! 🙂

Doch zurück zum Thema …

Aktuell findet auf GOG wieder ein Sale statt.

Der Summer-Sale 2017. Viele Spiele, zu niedrigen Preisen.

Alle Spiele? Nein, nicht alle Spiele, wenn man über eine deutsche IP den Shop aufsucht. Seit zwei Jahren filtert man auch in Polen diverse Titel, um potentiellen Ärger mit deutschen Behörden aus dem Weg zu gehen. Meines Erachtens ist das zwar weder notwendig, noch würde es nachteilige Folgen haben (all die Jahre davor hat sich ja keine Sau dafür interessiert), doch da GOG.com zu CDP gehört und CDP ein börsennotiertes Unternehmen sind, muss man dort gewisse Standards einhalten, zu denen auch eine in den Augen von Normalsterblichen manchmal eher unnötig erscheinende Risikobewertung gehört.

Brutale Metzelshooter und/oder Spiele mit *hachhuch* phösen Hakenkreuzen werden für deutsche IPs nicht mehr angezeigt und können somit nicht mehr auf herkömmlichem Wege erworben werden.

Der nicht herkömmliche Weg ist aber so einfach zu beschreiten, dass man durchaus auf den Gedanken kommen könnte, dass CDP nur den Schein wahren möchte und auf striktere Regionalbeschränkungen keinen Wert legt.

Wie kaufe ich als deutscher Kunde phöse Spiele auf GOG.com, Stand Juni 2017

  1. Man installiere im Browser ein VPN-Plugin wie z.B. Zenmate.
  2. Man aktiviere das Plugin und wähle aus, über welchen Server-Standort die Browser-Daten geleitet werden sollen. Der Standort USA genügt für diesen Fall.
  3. Man öffne ein neues Browser-Fenster im Privacy-Modus.
  4. Man suche die GOG-Seite auf und wähle sich in seinen Account ein.
  5. Man lege das gewünschte Spiel, welches man mit deutscher IP nicht zu sehen bekommt, in den Warenkorb.
  6. Man wähle als Bezahlmöglichkeit Kreditkarte oder Paypal. Mangels Kreditkarte kann ich nur Paypal wählen, aber es gibt meines Wissens keinen Grund hier nicht eine Kreditkarte zu verwenden.
  7. Man bezahle.
  8. Die gekauften Spiele erscheinen im Account und können manuell oder über den Galaxy-Client heruntergeladen und installiert werden.
  9. Die gekauften Spiele BLEIBEN und ERSCHEINEN selbstverständlich im Account, gleichgültig welche IP verwendet wird.
  10. Seit gestern Abend bin ich stolzer Besitzer der beiden preislich stark gedrückten Titel „Singularity“ und „TimeShift„, die beide auf herkömmlichem Wege deutschen Internet-Nutzern nicht zur Verfügung stehen.

Beide Titel sind leider zum Zeitpunkt ihres Erscheinens total untergegangen. Vor allem Singularity litt unter einem quasi nicht vorhandenen Marketing seitens Activision und geriet auf dem heiß umkämpften Shooter-Markt zu einem Flop. TimeShift ereilte ein ähnliches Schicksal. Kaum beworben, kaum bekannt, kaum gekauft.

Dabei sind das hochwertig und aufwendig produzierte Shooter, die mit ihren Zeitmanipulations-Features ausgetretene Pfade verlassen und sich an Neues wagen.

singularity_04

timeshift_wallpaper

Wäre doch schade, wenn sie weiterhin niemand erwirbt und spielt, nur weil eine Firma potentiellen Ärger mit deutschen Behörden vermeiden möchte, nicht wahr? 🙂

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Corporate.

21 Kommentare zu “Grenzüberschreitungen – Leicht gemacht

  1. Timberfox13 sagt:

    Ja, ich gebe dir vollkommen recht, daß beide Titel einen höheren Bekanntheitsgrad verdienen…
    Nein, ich gebe mir nicht nach und spiele weiter Prey…
    Pile of shame und wenig Zeit und so;
    kennste, gelle?

  2. Harzzach sagt:

    Dir sei verziehen 🙂

  3. Willhelmsen sagt:

    Bei TimeShift klingelt bei mir was. Habe hier tatsächlich die Retailversion liegen, der Kauf muss also schon lange her sein. Aber habe positive Erinnerungen an das Spiel, ein grundsolider Shooter mit Zeitmanipulationsraffinessen.
    Frage mich nur woher ich die Retailfassung damals bezogen habe, wenn das so ein böses Killerspiel ist. Merkwürdigerweise steht auf der Rückseite der Packung: „Not for distribution in the UK“. Wahrscheinlich hat mir der freundliche Nachbar aus Östereich damals noch bei Uncut Versionen ausgeholfen 😉

  4. Das Alien sagt:

    Timeshift habe ich seinerzeit bei Release gespielt und bin nie so richtig damit warm geworden. Irgendwie wirkte das ganze Setting auf mich… leblos, keine Ahnung woran das lag.

    „Singularity“, auch bei Release über Umwege gekauft (hier war das Spiel ja erst viel später erhältlich) hat allerdings seitdem einen Dauerplatz auf meiner Festplatte und in meinem Gamerherz. Das Spiel macht sooo Laune, vor allem wenn dann erst einmal das ganzen Zeitmanipulationsgedöhns ausgebaut ist. Gegner zur evolutionären Rückentwicklung zu zwingen oder sie rapide bis zum Ableben altern zu lassen hat schon was. Oder alle gegnerischen Geschosse einzufrieren, um sie dann alle auf einen Schlag auf den Feind zurückzufeuern. Zudem mochte ich die Story, auch wenn sie mitunter so ein klein wenig wirr daherkommt.

    Übrigens… ich hasse Roguelikes und ich kann in der Regel mit auf Retro gestylten Spielen so gar nichts anfangen. Und was spiele ich zur Zeit? „Caves of Qud“. Retro-iger und Rogue-iger gehts eigentlich kaum mehr. Irgendwann bin ich auf Youtube über ein Let’s Play gestolpert (keine Ahnung wieso eigentlich, Let’s Plays schau ich in der Regel auch nicht) und war fasziniert. Ich habe nicht die leiseste Idee, wieso. Ich musste es einfach haben. Jetzt hock ich da schon seit Tagen dran, habe nicht den geringsten Plan WAS ZUR HÖLLE ICH HIER EIGENTLICH MACHE und ich liebe es. Gestern hat mir ein Mutant den Arm abgerissen. Den hab ich dann genommen und den Mutanten damit erschlagen. Dann hab ich ihn aufgegessen. Den Mutanten, meine ich. Den Arm aber auch. Später sind mir dann zwei neue Arme gewachsen, nein, ich weiss auch nicht wieso…

    Ach, noch ein Wort zum Thema „unbekannte Shooter“. Da kann ich „Inversion“ nur wärmstens empfehlen. Bei Release auch nicht in Deutschland erhältlich, habe ich das Spiel inzwischen zumindest schonmal auf Steam gesehen, meine ich. Grundsätzlich erst einmal ein ganz normaler Shooter in einem SF-Setting (auch hier hinkt die Story mitunter, aber ich mochte sie sehr), ist hier ein Gerät zur Manipulation der Schwerkraft der Kick. Lass den Gegner wehrlos in der Luft hängen und knall ihn dann ab. Mach die Wand zum Boden. Lass Dinge auf den Feind fallen. Lass den Feind auf Dinge fallen. Macht jedenfalls Laune und ist einen Blick wert.

  5. Heiko Becker sagt:

    es reicht opera mit eingebauten vpn

  6. Harzzach sagt:

    @Alien: Inversion gibt es leider nicht auf Steam. Dafür hat Namco Bandai all diese jämmerlichen PacMan-Neuauflagen in den Shop gedrückt. Vielleicht irgendwelche Lizenzgeschichten, die eine Veröffentlichung auf Steam verhindern …

    @Heiko:
    Jepp. Irgendein VPN, in welcher Form und Herkunft auch immer, genügt. CDP ist das wurscht, man will nur oberflächliche Risikominimierung betreiben. Die Regionalrestriktierungshysterie, die Bethesda mit den neuen Wolfenstein-Titeln auf Steam betreibt, ist ja nicht einmal ansatzweise nötig. Dumm nur, dass die Rechtsabteilung Bethedas sich leider angeblich von deutschen Fachleuten beraten lässt, die aber keinen blassen Schimmer von der deutschen Rechtslage haben. Oder man sagt nur, dass man sich angeblich Rat von deutschen Fachleuten geholt habe.

  7. Hirtec sagt:

    Gilt das für Commandos auch noch? Bin gerade auf Arbeit und kann schwer testen.

  8. Harzzach sagt:

    Sollte eigentlich auch gehen. Konnte es zumindest problemlos in den Warenkorb legen und einen Bezahlweg auswählen.

  9. Pixelex sagt:

    Hui, ich wusste garnicht, dass es bei GOG Titel gibt, die man nicht so einfach kaufen kann. Wie kommt man da nur drauf? Danke für den Tipp, später mal schauen.
    Gibt es da irgendeine Liste oder so, um die „verbotenen“ Titel alle zu erkennen? ^^

  10. LordFjord sagt:

    Ja ich bin auch beim GoG Summersale hängen geblieben. Rausgefallen ist diesmal Torchlight II, in der Hoffnung das Junior Bock darauf hat ein wenig coop zu zocken und dass ich ihn mal von Minecraft wegreißen kann 🙂

    Ich selber hab das damals so „halb“ durchgemetzelt. Das Problem, wie bei allen Hack&Slays: ich will immer alles mal ausprobiert haben… und wenn man dann soweit ist, ist die Luft auch ein wenig raus. Aber ein wenig Zurückhaltung und Junior Coop sollte es wieder beflügeln.

  11. Harzzach sagt:

    @Pixelex: Man merkt das immer daran, wenn in den Sitenews ein neues Spiel angekündigt wird, der Klick auf den Link führt aber nicht zur Produktseite, sondern nur zur allgemeinen Liste verfügbarer Titel.

  12. Pixelex sagt:

    @Harzzach: Danke für die Info. ^^

  13. GamingFTW sagt:

    Moin liebe Zockergemeinde. Sehr schön zu lesen eure Beiträge! Habe vor kurzem eine Seite zum Thema Gaming-Zimmer Gestaltungstipps und co ins leben gerufen. (Klickt meinen Namen gern um zu der Seite zu gelangen..keine Phishingfalle o.ä.!). Ich möchte noch eine Rubrik mit beliebten, verlinkten Blogs zum thema gaming eröffnen. Dürfte ich ihren blog dort verlinken? LG

  14. LordFjord sagt:

    Gutes Timing, ich habe gerade vor, meine Zockerecke umzubauen (wer braucht denn heutzutage noch nen Schreibtisch und so…). Da ich Regierung die Erlaubnis zum Kauf eines MWE Lab Emperor mit einem Kopfschütteln und einen klaren und deutlichen „NEIN!“ abgelehnt hat, wird’s wohl auf was Selbstgebautes rauslaufen. Plan: neuer Stuhl, an der Lehne rechts eine Mausablage/Mauspad/Platz für Joystick, an der Lehne links irgendwas um die Tastatur in Position zu schwenken. Das Ganze mit USB Hub irgendwie an den Stuhl verdrahtet. Monitor wird wohl an einer Wandhalterung (schwenkbar) enden. Oder so ähnlich, is aber ein Anfang.

  15. Chico sagt:

    @GamingFTW
    Das was du da hast, ist doch nix anderes Werbung im Gewand von „unabhängigen“ „Produkttests“,
    die weder unabhängig noch Produktests sind. Der obligatorische Amazon Link nach gefühlt 2 Sätzen zu jedem Produkt darf natürlich auch nicht fehlen.

  16. Harzzach sagt:

    Danke, Link entfernt …

  17. Anonymous sagt:

    Also zumindest *angucken* kann man die pöhsen Spiele auch, indem man ein Cookie editiert (welches wohl die Länderinformation beinhaltet). Ob das allerdings auch zum Kaufen funktioniert, hab ich noch nicht ausprobiert.

  18. Hmm, Timeshift hat mich irgendwann verlassen, ich kann aber heute nicht mehr mit dem Finger auf das „Warum“ zeigen. Entweder Steuerung oder Frustfaktor…
    Singularity habe ich durchgespielt, weil war nett. Bissken unrund mit Ecken und Kanten, aber spielbar.

    Hmm, vielleicht sollte ich auch einen Blog aufmachen (Bzw. den vorhandenen mal nutzen) Sir Richfields ZweiSatzReviews (nur echt mit vielen !!!!! oder besoffen auf Facebook 😛 )

  19. tingeltangeltom sagt:

    Beides gute Spiele. Singularity aber klar mein Favorit. Hatte mir beide Spiele als uncut Retail Versionen gekauft.

  20. JR sagt:

    Inversion ist auf Steam, aber wohl für den deutschen Store entfernt. Da ich noch mein altes österreichisches Paypal Konto nutze um bei Steam einzukaufen, ist Steam noch im AT-Modus und das Spiel wird mir auch angezeigt. Im Browser ohne Login sehe ich es aber tatsächlich nicht.

  21. shaboo sagt:

    Singularity hat mir – vor allem atmosphärisch – sehr gut gefallen und ist in jedem Fall ein Spiel wert! Timeshift war insgesamt schon ganz nett, am Ende aber doch irgendwie entbehrlich. Da beide Titel günstig und auch recht flott durchgespielt sind, macht man mit ihnen wenig verkehrt.

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