Dieselstörmers oder Wie ich lernte Refund zu schätzen

Man kennt das vielleicht: Auch wenn sich entsprechendes Wissen auf rationaler Ebene längst festgesetzt hat, so braucht es manchmal eine Weile, bis dieses Wissen auch vom Rest der ÜBSEF-Konstante, des eigenen Wesenskernes verinnerlicht wurde.

Sei es das immer wieder lustige „Ja, meine Frau ist jetzt seit drei Monaten schwanger, in einem halben Jahr werde ich Vater.“ *kurze pause* *atem scharf einzieh* „Scheisse! In einem halben Jahr werde ich Vater!!!“ *aufjaul* oder diverse andere Veränderungen etablierter Lebensumstände, deren Folgen man erst nach einer Weile tatsächlich VERSTANDEN hat.

Weniger dramatisch und einschneidend (potentielle Nachwuchsglückwünsche also bitte wieder unauffällig entsorgen) erfolgte das letztlich beim Durchstöbern der Angebotsliste auf Steam. Es fanden sich ein paar nette Titel (über die es das eine oder andere später zu sagen gibt), die gemietet und gleich angespielt wurden.

Einer davon entpuppte sich als Rohrkrepierer. Was jetzt weniger am Spiel als vielmehr an mir, bzw. der Kombination aus Spiel und meinen Vorlieben bestand. „Dieselstörmers“ (den neuen Namen weigere ich mich aus Protest gegen besagten Hersteller von Textilien zu verwenden) würde ich nicht als schlechtes Spiel bezeichnen. Es ist nur nicht das, was ich mir vorgestellt hatte. Spiel und meine Wenigkeit entpuppen sich nach nur wenigen, immer mehr mit Frustration angefüllten Minuten (Wo gibt es hier Healthpacks? Was mache ich hier? Hallo? Warum sind da so viele Gegner? Hilfe! Warum ist das so bockelheftig?) als nicht miteinander kompatibel.Also so gar überhaupt nicht. Vollständig. Komplett aneinander vorbei, ohne auch nur den Hauch potentieller Berührungspunkte. Schneller und gründlicher das Beziehungsstadium „Hat sich nichts mehr zu sagen“ erreicht als bei einem eher unerquicklichen Blind Date.

Ein eklatanter Fehlkauf.

Früher™ hätte ich leise geflucht und mich maßlos geärgert. Weil halt Geld sinnlos rausgeballert und so. Mein Steam-Account enthält den einen oder anderen auf diese Weise entstandenen, verschämt ausgeblendeten Fehlgriff. Dass der Kunde aber seit letztem Jahr den Mietvertrag zwischen Steam und Kunde nach weniger als 2h Spielzeit anstandslos, bei voller Kostenrückerstattung aufheben kann, das ist mir bekannt. Das weiß ich. Da in meinem Kopf. Schwarz auf Weiß in plakatgroßen Lettern. ICH WEISS DAS!

Aber ich habe es noch immer nicht verinnerlicht, denn was tue ich nach 15 Minuten erfolglosen Versuchen mit Dieselstörmers anzubandeln? Leise fluchen und mich maßlos ärgern. Bis dann irgendwann die flache Hand gegen die Stirn klatscht. Neeee, musse ja gar nich fluchen und ärgern. Isse doch nix chlimm, weil kannse doch refunden!!!

Steam Support angeklickt, den letzten Mietvorgang angeklickt, auf Refund geklickt, auf Deinstallieren geklickt. Fall erledigt. Der Betrag wurde nach wenigen Stunden gutgeschrieben, alles war wieder grün. Supergrün. Manche Dinge brauchen eine Weile, bis man sie tatsächlich VERSTANDEN hat. Hätte nie gedacht, dass so eine lächerliche Sache wie ein neues Refund-System dazugehören 🙂

Übrigens, was habe ich mit der Kohle gemacht? Richtig, sie natürlich gleich in ein neues Spiel gesteckt, ich kleiner Schelm.

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9 Kommentare zu “Dieselstörmers oder Wie ich lernte Refund zu schätzen

  1. Anonymous sagt:

    Und den größten Müll, den wir nicht mehr umtauschen können, den lassen wir einfach aus der Bibliothek löschen. Ja, das Geld ist futsch, dafür werden unsere Augen von dem miesen Shrott nicht mehr geblendet. Diesen Weg haben schon mehrere meiner Steam Spiele gemacht. Verschenken konnte ich sie ja leider nicht an Menschen, die ich nicht leiden kann.

  2. Enrico sagt:

    Neues Spiel?
    Du denkst doch nicht, dass Du ohne Proteste damit davon kommst, dass wir Dir a. nicht zum Nachwuchs gratulieren dürfen und b. Du uns von einem „Ersatzkauf“ erzählst aber verheimlichst, um welches Spiel es sich dabei handelt… 😉

  3. joker0222 sagt:

    ÜBSEF-Konstante… da werden Erinnerungen wach.

  4. MrT sagt:

    Ahum – bitte nicht komplett irre leiten. Dieselstörmers hat etwas, dass ich eigentlich eine lange Zeit vermisst hatte. Kumpel schnappen – Bier aufmachen – hinsetzen und Gamepad schnappen. Daddeln – unterhalten – Bier trinken – lachen über die dummen Tode die man stirbt. Man verpasst nichts – da Story nicht vorhanden und hat einen wundervollen Daddelabend mit nem Kumpel und viel Bier wo man ungehemmt auch mal „schlecht“ spielen darf. Es ist ein Fun Game ohne Zwang. Das hat mir schon gefallen muss ich ehrlicherweise mit meinen knapp 40 Jahren zu geben!

  5. Harzzach sagt:

    @MrT:
    Das war ja mein Mißverständnis. Ich dachte hier ein nettes SINGLEPLAYER-Geballer zu erstehen. Weil ja auch „Singleplayer“ im Rap-Sheet des Titels gelistet ist. Nach kurzer Zeit war mir klar, dass nur Masochisten das Teil alleine spielen können. Dieselstörmers ist ganz klar ein Multiplayer-Titel, das ganze Balancing, die Gameplay-Mechaniken sind darauf ausgerichtet.

    Was ja ok ist.

    Nur ist das nicht das, was ich erwartet habe 🙂

  6. Harzzach sagt:

    @Enrico: *doppelschwör* Kein Nachwuchs! Zumindest keiner, von dem ich wüsste 🙂

    Ach ja, das neue Spiel war „Transformers – Fall of Cybertron“. War im Sale und DAS ist ein hirnloses SP-Action-Geballer. Was ich dachte mit Dieselstörmers eigentlich erstanden zu haben.

  7. Capparezza sagt:

    Hab ehrlich gesagt verpasst, dass es das Game gibt, also auch nicht mitbekommen warum das irgendwann nicht mehr „Dieselstörmers“ heißen durfte. Kann mich mal wer in 1 bis 2 Sätzen aufklären, bin zu Faul zum Googlen (und freu‘ mich mehr über kreative Erklärungen als trockene Gamer-News aus dem Web) 😀

  8. Harzzach sagt:

    Das Modelabel „Diesel“ hat den Entwickler aufgefordert den Namen wegen einer angeblich zu großen Namensähnlichkeit zu ändern. Und weil der Entwickler weder Geld, noch Lust auf eine juristische Auseinandersetzung hatte … hat man kurzerhand nachgegeben.

    Typischer Fall von „Hausjurist sieht gute Chance sich mit wenig Aufwand zu profilieren“.

  9. Capparezza sagt:

    Och nööööö…. ich hab’s ja irgendwie vermutet, aber trotzdem: Wie dumm ist das denn? Heutzutage wird ja echt wegen jedem Mist geklagt.
    Warum hat dieses stupide Modelabel, dessen Namen ich nicht wiederholen möchte, eigentlich noch keine Tankstellen verklagt? Oder Autohersteller? Ach ja, ich vergaß, da würde man sich ja mit Firmen anlegen die gleich groß oder größer sind als man selbst und dann gepflegt in die Hosen machen, bevor der Hintern auf Grundeis geht.

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