Im Schneesturm gefangen

Nein, das stimmt nicht so ganz. Ich bin kein hilfloses Opfer, welches durch einen plötzlich heraufziehenden Schneesturm an einer Flanke des steilen Berges festgenagelt wird. Ich habe ganz bewusst das Basislager verlassen, obwohl man mich oft genug gewarnt hatte, dass schlechtes Wetter aufzieht und es da oben nicht gut aussieht. War mir egal. Ich habe den Schneesturm gesucht. Und stehe jetzt mittendrin.

Warum tue ich das? Weil es unter anderem an der Zeit ist.

Es ist wieder Zeit für einige Monate World of Warcraft. Und weil Legion für PvE-Spieler, Questler und Lore-Liebhaber ein Traum ist!

Es ist nach dem letztjährigen Release von Legacy of the Void höchst (!) an der Zeit sich endlich (!) eingehend mit Starcraft 2 zu beschäftigen.

Und nach über 200h Grim Dawn und knapp 70h Titan Quest Anniversary Edition, dazwischen eingestreut ein wenig Torchlight 2 mit Mods und Van Helsing ist es an der Zeit sich eingehend mit Diablo 3 zu beschäftigen, welches mit dem originalen Release vor vier Jahren ja nicht mehr viel zu tun hat.

Es ist Schneesturm-Zeit, es ist Blizzard-Zeit!

Jetzt sitze ich also da, habe fünfunddrölfzig Milliarden Spiele auffer Halde und beschäftige mich derzeit nur mit Blizzard-Titeln. Dafür gibt es einen Grund. Einen ganz konkreten Grund. Nein, eigentlich deren zwei.

  1. Grund: Produktions- und Releasequalität

Auch wenn es durchaus opportun erscheinen mag auf Blizzard und die aktuellen Spiele dieser Firma einzudreschen und so mancher Schlag mehr als nur berechtigt ist … ja, Blizzard ist schon lange nicht mehr die Firma, die unangefochten über allem thront, was so im Videospielreich kreucht und fleucht … so ist die grundsätzliche Qualität, alleine nur die Produktions- und Releasequalität von Blizzard-Spielen weiterhin so hoch, dass ich mich fremdschämend für andere AAA-Majors in der Ecke verkrieche. Ich muss das leider stellvertretend übernehmen, weil sich in den dortigen Vorstandsetagen ja niemand für diese Firmenpolitik schämt.

Ob man sich bei Blizzard noch nicht traut den Kunden vollkommen schmerzfrei mit Shovelware abzuziehen oder ob man dort die Freiheit genießt nicht dazu gezwungen werden zu können, ich weiß es nicht. Spielt auch keine Rolle, weil das Ergebnis Spiele sind, die poliert und geleckt und technisch um Größenordnungen sauberer sind als alles, was der Rest der Major-Mischpoke regelmäßig auf den Markt wirft.

2. Grund: Blitzeblank optimiertes und perfekt gebügeltes Gameplay

Ja, man kann Blizzard zu Recht herbste Vercasualisierung vorwerfen. Vergleicht man WoW jetzt und dreizehn Jahre früher, so kann man als WoW-Veteran durchaus den Eindruck gewinnen vor einer selbstablaufenden Demo zu sitzen, so herausforderungslos stolpert man über Azeroth. Andererseits, ich bin nicht mehr der gleiche Mensch wie vor dreizehn Jahren. Vor dreizehn Jahren hätte ich ohne mit der Wimper zu zucken zwei Wochen für Raid-Vorbereitung und dann ein ganzes Wochenende für die Schwarzfelstiefen geopfert. Als ich mit „Burning Crusade“ eingestiegen bin, habe ich ohne mit der Wimper zu zucken Ähnliches unternommen. Das heutige Ich würde dem damaligen Ich wohl nur den Stinkefinger zeigen! Das damalige Ich würde nur sagen, dass das heutige Ich selber Schuld sei🙂

Das heutige WoW passt perfekt zu meinem Leben, weil es sich meinem Leben anpasst und nicht umgekehrt ich mich den Zeiterfordernissen des Spieles anpassen muss. Deswegen spiele ich immer  wieder World of Warcraft. Weil es passt.

Auch Diablo 3 hat eine Reise hinter sich. Abgesehen vom aufgelösten Auktionshaus und den damit verbundenen Auflösungen bestimmter Gameplay-Mechaniken, so hat sich das Spiel auch sonst massiv verändert. Es ist spürbar schneller und dynamischer geworden, man wird mit Loot nur so zugeschissen und mitunter muss man sogar ein wenig überlegen, welche passiven Skills besser zu den aktuell gewählten aktiven Skills passen könnten. „Hard“ ist immer noch viel zu einfach, die Story ist nicht besser geworden, die Charaktere interessieren weiterhin nicht und großartige Unterschiede in der Spielweise zwischen den Klassen muss man weiterhin mit der Lupe suchen. Die ebenfalls weiterhin minimalistische Talentauswahl hilft da nicht unbedingt. Aber die Dinge, die an Diablo 3 weiterhin nicht gut sind, sind nicht mehr so störend wie früher, weil das grundlegende Hack & Slash-Spiel mittlerweile so sauber und flüssig über den Bildschirm rollt, dass man über die Mängel von Diablo 3 sehr viel besser hinwegsehen kann.

Und man muss ganz wertneutral feststellen, dass sich andere Firmen diese Mühe nicht gegeben hätten. Da hätte man Diablo 3 als großen kommerziellen Erfolg mitgenommen und sich keine Gedanken darüber gemacht, dass das Spiel keine zwei Jahre nach Release vollkommen verwaist gewesen wäre, die dringend nötige Mitspielerdichte für Handel und Itemtausch nicht mehr gegeben wäre, DAS zentrale Feature des damaligen Diablo 3 nicht mehr funktioniert hätte. Weil es dann Diablo 4 gegeben hätte und kein müder Cent mehr für den Vorgänger investiert worden wäre.

Zu Starcraft 2 kann ich noch nicht viel sagen, ausser dass Wings of Liberty, der erste Teil, das wohl längste Tutorial aller Zeiten hat und dabei fast Final Fantasy 13 schlägt. Ich frage mich nach der gefühlten Hälfte der WoL-Kampagne, wann ich endlich alle Einheiten-Missionen abgeschlossen habe und ich auf die vollständige Schlagkraft der terranischen Militärtechnik zugreifen kann. Aber im Gegensatz zu FF13’s drögen, abwechslungslosen Rumgemähre, bis das eigentliche Spiel erst beginnt, macht WoL vom ersten Moment an Spaß. Keine große Herausforderung, aber es läuft einfach gut rein. Kurz mal ne Mission, ne neue Einheit und dann ist auch schon wieder Zeit ins Bett zu gehen. SC2, ein Spiel für Leute mit einem ausgefüllten Tag.

Ich stehe gerne im Schneesturm. Nicht aus blindem Fanatismus, weil ich alles toll finde, was Blizzard so treibt (die drei anderen Titel im Battle.net-Launcher rühre ich nicht einmal mit der Kneifzange an), sondern weil es derzeit passt. Die Spiele sind gute Unterhaltung und ich muss nicht kostbare Stunden an Fehlersuche und andere Ärgernisse mit Technik oder Gameplay vergeuden.

Es passt einfach.

 

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Corporate.

26 Kommentare zu “Im Schneesturm gefangen

  1. Pepper sagt:

    Was für ein Einstieg😀
    Ich dachte anfangs du gibt’s jetzt den Löffel ab, weil ich nicht einen Moment Blizzard assoziierte. Das ein Text nach dem Vorfall noch kommt könnte ein Plotwist ausgelöst durch ein Skript sein😀
    Mir gefällt, dass du nicht auf einer Meinung sitzen bleibst und stur jedes Mal das gleiche bei behauptest ohne noch einmal getestet zu haben.
    Ich möchte mich hierbei nur zu WoW und Diablo äußern.

    WoW:
    Das letzte mal hab ich während Mop gespielt:
    Ich finde es ist ein Selbstläufer und die eine oder andere Designentscheidung war wirklich zu einfach.
    Allerdings gefällt mir das Questsystem richtig gut, auch wenn es einfach ist. Die fast Ford dungeons hingegen sagten mir nicht so zu, weil dieses kurz rein und wieder raus meine Wertschätzung gegen Null tendieren ließ.
    Dass sich das Spiel deinen Leben angepasst hat, sehe ich persönlich als Negativpunkt, da die Kontraste verloren gegangen sind. Z.b. Auf dem weg und in Städten „sicher“ und in der wildnis „unsicher“. Großartig Fehler machen war nicht drin, was ich schade finde, aufgrund des fehlenden feedbacks.

    D3
    Das hab ich nur für ps3 also ohne einige Patches ( Vanille noch auf PC).
    Hier habe ich nicht viel von den designentscheidungen bemerkt, da sie mir nicht wichtig waren. Mir war nur wichtig mit Controller zu spielen, weil ich hack und Slay mit gamepad liebe, da durch die direkte Kontrolle immersion bei mir aufsteigt. Da hat es bei mir Stunden über Stunden geschluckt. Insbesondere coop online oder offline haben mir es angetan. Allerdings bewirkt ein coop Modus bei mir bei jeden Spiel eine enorme Aufwertung. Plötzlich macht das lego zeug Spaß usw.
    Jedenfalls gefiel es mir echt gut, aber habe erstmal wieder genug Bus zum nächsten geplanten Schneesturm🙂

  2. Crix sagt:

    Da schau her!
    Blizzard Titel sind nie grobe Fehler.
    Karten mochte ich noch nie. Nicht im RL, noch als „Game“ am PC.
    Aber HotS ist solide und Overwatch sogar eine Liga für sich.

    Nur so als Hint: Ich wollte keinen neuen Shooter, auch nicht von Blizzard. Overwatch hat mich überrannt, weil es ein Teamshooter ist. Knallhart! ohne Team geht nix. Lass liegen, oder schaus an, wie es dir beliebt. Ich wäre aber nicht verblüfft, wenn du es probierst und es auch gut finden würdest.

  3. Harzzach sagt:

    @Pepper: Meine Meinung zu D3 in der Release-Fassung ist immer noch ein fassungsloses Kopp-in-Hände-vergraben. Im aktuellen Zustand ist D3 immer noch nicht das, was ich mir von einem H&S wünsche, aber man kann es mittlerweile „einfach so“ runterspielen, ohne alle drei Sekunden das Gebiß von der Tischkante befreien zu müssen.

    WoW spiele ich mittlerweile nicht mehr wegen irgendeiner Art Herausforderung, sondern wegen der Lore und dem Ausprobieren möglichst aller Inhalte, Klassen und Berufe. Ich habe immer noch einen Todesritter, einen Hexenmeister und einen Magier zu spielen und die Schneiderei bislang auch noch nie angefasst🙂

  4. Harzzach sagt:

    Overwatch … ich wüsste nicht, was ich damit anfangen sollte.

  5. Crix sagt:

    Ich wusste es vorher auch nicht.
    Ich hatte es blind vorbestellt, gesehen das es ein Shooter werden würde und wieder abbestellt.
    Aber dann habe ich die Teaservideos gesehen und es doch wieder vorbestellt und vergessen.
    Als es dann per Post kam konnte ich mich gar nicht erinnern es bestellt zu haben!
    xD
    Wie gesagt, muss nicht, kann. Und wie WoW und Starcraft 2 (und Diablo3 jetzt!) ist es ein rundum gutes Produkt. Als Teamshooter ist es gut ausgewogen und besteht auf Teamplay.
    Ich hatte dann wieder Böcke auf Shooter.
    Nur dumm das ich im Moment keine Böcke auf shooter habe. Ich habe OV und BF1 seit Wochen nicht angefasst. Und das wo BF1 noch so neu ist.

  6. Ray sagt:

    @Harzzach: Egal was du darüber denkst und egal wie deine Vorurteile aussen mögen, du solltest mal 2-3h lang Hearthstone anspielen, so die ersten beiden Spielstunden zumindest. Ich war auch mal in deiner Position und wurde absolut überrascht. Man muss es mal selbst erleben, um zu urteilen. Blizzard at its best.

  7. Chico sagt:

    @das sagt der Heroindealer vom Bahnhof auch immer, „egal wie deine Vorurteile aussehen mögen, du solltest mal 2-3 Löffel Heroin antesten, 2 mindestens“ xD

    Und weit weg von Heroin is Heartsone nicht…das hat ganze Existenzen zerstört, wo in Afghanistan Opium gefarmt wird, da farmen die Sklavenkinder in China Blizzard Games für ne Schüssel Reis…

  8. Aloha2 sagt:

    Schöne und nachvollziehbare Begründung. Na dann, viel Spaß im Winter!

    P.S.: Btw. erwähntest Du grade Final Fantasy im Text. Bist Du schon mal in die erst kürzlich für PC erschienene IX eingetaucht? Den wenn man so will „Swan Song“ der Originaltruppe um Hironobu Sakaguchi? Dieses (im wahrsten Sinne) märchenhafte Spiel hat damals wie heute so eine ähnliche Reaktion wie vor Kurzem „Ghost of a Tale“ ausgelöst. Wenn Du ein herzerwärmendes Spiel suchst, welches perfekt in die Weihnachtszeit passt (und auch sehr kompatibel mit weiblichen Mit-auf-der-Couch-SitzerInnen ist), schau Dir das mal an.🙂

  9. Harzzach sagt:

    Hearthstone:
    Ok, ok. Gestern abend reingeschaut. Ja, ist nett gemacht, typisch Blizzard eben. Finde keinen objektiven Fehler, das Teil ist ne runde Sache. Ein paar Runden gezockt und dann doch mit den Achseln gezuckt. Wenn ich davon rede, dass mir Genre XYZ nix bringt, dann tue ich das meist aus gutem Grund. Von daher brauche ich mit diesem Moba-Dingenskirchen oder Overwatch auch gar nicht anfangen. Das keines dieser Spiele „schlecht“ im produktionstechnischen Sinne ist, glaube ich gerne. Blizzard macht selbst bei kleinen Projekten keine halben Sachen. Aber sie interressieren mich nicht!

    Was gut ist, weil ich dann den Schneesturm nie verlassen würde … fehlen tut mir in diesem Angebot nur das schon lange gewünschte Offline-RPG im Azeroth-Setting. Kein WoW mit Bots, sondern ein vollwertiges, „richtiges“ SP-Spiel.

  10. Ziggurat sagt:

    WoW u.ä. hat bei mir nie gezunden. Freunde von mir haben da extrem gesuchtet. Nach einem Jahr Spielzeit hatte einer schon ernsthafte, körperliche Beschwerden, mich hat dieses Genre immer kalt gelassen, frag mich nicht warum. Blizzard sind echte Profis, dass kann ich gut nachvollziehen, da stimmt jede Stellschraube, die wissen zu genau was Fans suchen.

  11. Nobliz sagt:

    Eins vorweg, ich kann es durchaus nachvollziehen, wenn Blizzard gemeinhin als eine der stärksten Spieleschmieden eingestuft wird. Rein subjektiv werde ich aber mit ihren Spielen kaum mehr warm. Liegt wohl hauptsächlich daran, daß mich kom­pe­ti­tiv und Onlinegedöhns kein bisschen reizt. Aber zum Glück ist heutzutage die Auswahl so groß, daß man auch ohne Blizzard qualitativ gute Spiele ganz nach eigenem Gusto serviert bekommt.

  12. Das Alien sagt:

    Das sieht man mal wieder, dass sich manche Dinge gänzlich anders entwickeln können als urspünglich angenommen. Mit Diablo 3 werde ich persönlich immer noch nicht warm, weil mich das Skillsystem einfach nervt und ich mich zu eingeschränkt und zu gegängelt fühle. Und weil es mich nervt, wenn beim Spielen ungefragt und nicht abschaltbar irgendwelche Werbungen für Spielgold-Verkäufe und ähnlicher Kram über den Bildschirm rattern.

    Aber… ich zocke zwar ganz gerne mal auf der Konsole und kommt inzwischen auf bei FPS ganz gut mit dem Controller klar, aber von kompetetiven Massenshootern habe ich mich schon auf dem PC fern gehalten und selbige erst recht nicht auf der Konsole angefasst. Ganz besonders nicht die Spiele der Battlefield-Reihe. Ist einfach nicht mein Ding.

    Und jetzt stand ich doch neulich im Laden und dachte mir aus irgendeinem unerfindlichen Grund „Pfeif drauf! Nimm es halt mit!“ und habe mir ausgerechnet Battlefield 1 gekauft. Und nach den ersten und ungemein frustrierenden Matches passierten interessante Dinge. Zum einen sind die Shootermechaniken trotz einiger kleiner Mängel so rund, dass sich auch blutige Anfänger und Controller-Ataktiker wie ich einer bin relativ schnell zurechtfinden. Und zum anderen spiele ich zur Zeit ausschließlich als Sani und WENN ich schon einen Sani spiele, dann… ohm… saniere ich auch.

    Also renne ich zur Zeit wie ein Irrer über die Schlachtfelder, verteile Medipacks wie Konfetti, sterbe den Heldentod beim Versuch, Kollegen wiederzubeleben und habe inzwischen jegliche Hemmungen verloren, mich beim Versuch, einen am Boden liegenden Kollegen zu erreichen, auch mal durch ein komplettes gegnerisches Team zu fräsen. Und pfeif auf die Kills, ich bin Sani, verdammt! Und wenn man dann ein Match mit nur 4 Kills, dafür aber mit 40+ Revives und 150+ Heilungen beendet, dann empfinde ich das als ungemein befriedigend.

    Mit anderen Worten, ich habe völlig unerwartet so RICHTIG Spaß mit dem Spiel. Was mir eine Lehre sein sollte.

  13. Jörg sagt:

    Hmm… ich stimme zu, Qualität und so… aber auch plattgebügeltes mainstream gameplay; sei es WoW oder Diablo.

    Ich danke Blizzard für die schöne Zeit (seit Lost Vikings…) aber spätestens seit dem battle.net DRM verdongelungszwang habe ich mich verabschiedet. Das ist nicht mehr das Blizzard was ich mochte.

  14. Harzzach sagt:

    Bei Diablo 3 fällt einem sehr schnell unangenehm auf, wie „bescheiden“ die Online-Anbindung als Feature ist. Weil es ja kein SP-Spiel gibt, sondern nur eine auf Privat gesetzte MP-Partie, bricht der Server jedes Mal die Verbindung zum Client ab, wenn man mal kurz ne Pause macht, ein Anruf reinkommt oder sich das Leben sonst meldet.

    Generell ist der Versuch aus D3 eine Art H&S-MMO zu machen ziemlich in die Hose gegangen. Man muss aktiv Channels ausblenden, will man wenigstens im SP-Spiel Ruhe vor dem Gesabbel anderer haben. Das Spiel postet jeden Rotz, den meine Spielfigur macht, im Chat raus, verwendet da aber nicht den Namen des jeweiligen Charakters, sondern meinen Account-Namen. Damit mich meine „Freunde“ auch besser finden können, was? DrecksSocialMedia-Gekacke!

    Aber wie gesagt, im Gegensatz zur Releaseversion kann man diesen Mist geistig besser ausblenden, weil das Gameplay besser geworden ist. Dennoch ist D3, selbst nach all den Reparaturmaßnahmen, weiterhin das mit Abstand schwächste Spiel, welches Blizzard je veröffentlicht hat. So hoch war das vorgelegte Niveau, dass halbwegs akzeptables Mittelmaß einfach viel zu wenig ist.

  15. Joe sagt:

    Das Spiel postet jeden Rotz, den meine Spielfigur macht, im Chat raus, verwendet da aber nicht den Namen des jeweiligen Charakters, sondern meinen Account-Namen. Damit mich meine „Freunde“ auch besser finden können, was? DrecksSocialMedia-Gekacke!

    Das ist normal heute. Steam ist ja auch zu einer Art Videospieler-Facebook geworden, das alle Spielaktivitäten schön trackt und mit der ganzen Welt teilt. Mich hat das vom Spielen so dermaßen abgelenkt, daß ich der ganzen Plattform den Rücken gekehrt habe. Seitdem habe ich auch mal wieder erfolgreich ein Spiel durchgespielt.

    Der nächste Schritt wird wohl die Integration berühmter YouTube Persönlichkeiten in die Spiele selbst sein. Freu dich also schon mal darauf, wenn demnächst ein virtueller Gronkh bräsig dein stümperhaftes Gameplay kommentiert.

  16. Harzzach sagt:

    Steam trackt zwar jede Menge, posaunt das aber nur raus, was man wann ausdrücklich so möchte. Steam verfolgt hier eine OptIn-Strategie, die mir wesentlich sympathischer ist als das mühsame und nicht immer mögliche OptOut bei Blizzard.

    Und Spiele, die mich im Hauptmenü mit einem Facebook-Icon begrüßen, bekommen schon mal grundsätzlich 50% Punktabzug in der B-Note🙂

  17. Joe sagt:

    Wobei das Spielzeit-Tracking nicht abschaltbar ist, die Kontakte erfahren (ggf. auch live) alles, was man spielt. Daß Blizzard noch schlimmer ist, stört mich nicht, ich habe kein einziges Spiel von der Firma.🙂

    Viel skurriler finde ich allerdings, daß allein 38 % des Steam-Gesamtkataloges im Jahr 2016 erschienen sein sollen. Das erinnert mich dann schon ein bißchen an den Google Play Store, der sich im Spielebereich auch zu einer gigantische Müllhalde entwickelt hat. In den Steam Sales habe ich seit 2013 nichts mehr gekauft, inzwischen ist auch mein PC veraltet und mit Blick auf die kräftig gestiegenen Hardwarepreise und der Aussicht auf Windows 10 wird das wohl auch so bleiben.

  18. Harzzach sagt:

    Das mit der Zunahme der Titel im Steam-Katalog ist schon heftig. NOCH läuft das, weil das User-Wachstum ebenfalls kräftig steigt, aber sobald hier eine Marktsättigung eingetreten ist sollte Valve DRINGENDST an einer Qualitätssicherung bereits gearbeit haben, weil ihnen das alles sonst um die Ohren fliegt. Man darf gespannt sein und für alle Steam-Titel prophylaktisch das entsprechende Warez-Release oder den Titel bei GOG.com holen🙂

  19. shaboo sagt:

    Ähnlich ging’s mir in diesem Jahr mit Valve und Half-Life.

    Nachdem ich die zweite Jahreshälfte 2015 spieletechnisch fast ausschließlich mit Borderlands 2 verbracht hatte (was ich im Nachhinein für völlige Zeitverschwendung halte), hatte ich in den ersten Monaten 2016 einen Retro-Flash und habe mich durch einen Haufen Maps und Mods für Half-Life/Opposing Force gespielt. Nach ein paar hundert Stunden Grim Dawn im Herbst, sind nun im Winter die Maps und Mods für Half-Life 2/EP1/EP2 dran. Shooter-Gameplay der alten Schule: Quicksave, kein Auto-Heal, kein Multiplayer. Und wenn denn dann irgendwann mal auch der nach wie vor versprochene Xen-Part fertig ist, wird auch Black Mesa gespielt.

    Obwohl ich Valve immer noch dafür hasse, dass sie 2008/2009 nicht wenigstens noch eine kurze Episode 3 gebracht haben, um den ekligen EP2-Cliffhanger aufzulösen. Dafür kommen sie alle in die Hölle!

  20. Joe sagt:

    Das mit der Zunahme der Titel im Steam-Katalog ist schon heftig. NOCH läuft das, weil das User-Wachstum ebenfalls kräftig steigt, aber sobald hier eine Marktsättigung eingetreten ist sollte Valve DRINGENDST an einer Qualitätssicherung bereits gearbeit haben, weil ihnen das alles sonst um die Ohren fliegt.

    Naja, 99 % der Steamnutzer kaufen keine Spiele, denn es ist wohl in erster Linie ein soziales Netzwerk mit Free-To-Play-Krempel. Einer von SteamSpy hatte mal ausgerechnet, daß es wohl in Summe so 1,3 Mio. Leute weltweit gibt, die überhaupt neue Spiele bei Steam kaufen. Und diese Leute können diese jetzt nicht mehr sinnvoll finden.

    Wir dürfen natürlich nicht vergessen, was wir Steam alles zu verdanken haben: Unter anderem die Erfindung des genialen Day-One-Patches (Half-Life 2 ohne .EXE-Dateien), der sich jetzt auch auf Konsolen größter Beliebtheit erfreut, und die Einführung göttlicher Regionalsperren auf dem PC – nur 30 Jahre nach dessen Debüt. Abgesehen vom Salonfähigmachen von DLCs und Microtransaktionen.

    Man darf gespannt sein und für alle Steam-Titel prophylaktisch das entsprechende Warez-Release

    Das ist ja jetzt dank Denuvo Immer-Online-DRM erstmal vorbei.😉

  21. shaboo sagt:

    „Naja, 99 % der Steamnutzer kaufen keine Spiele, denn es ist wohl in erster Linie ein soziales Netzwerk mit Free-To-Play-Krempel.“

    Naja, das wage ich mal zu bezweifeln. Letztlich kaufst Du übrigens auch „bei Steam“, wenn Du Dir irgendwo einen billigen Key besorgst oder eine Retail kaufst, die Du bei Steam aktivieren musst.

    Ich bin auch kein großer Steam-Freund und kaufe auch wann immer möglich Retail, bei GOG oder DRM-Freies im Humble Store, aber man muss bei aller Kritik auch mal die Kirche im Dorf lassen.Day-One-Patches, DLCs und Regionalsperren hätten wir ohne Steam heute genau so. Die sind einfach dem Internet und dessen heutigen Bandbreiten zu verdanken. Glaubst Du ernsthaft, die Großen wären nicht auch ohne Steam irgendwann auf die Idee gekommen, ihre Spiele – wie Musik oder Filme auch – über das Netz vertreiben und Plattformen wie Uplay oder Origin ins Leben zu rufen? Valve waren mit Steam halt nur die Ersten, aber ewig aufhalten hätte sich das sowieso nicht lassen – mit allen den angenehmen und unangenehmen Begleiterscheinungen.

  22. Harzzach sagt:

    Denuvo? Prinzipiell geknackt und bald Schnee von Gestern. Wie Starforce ein Opfer des Ewigen Rüstungswettlaufes zwischen Publishern, die ihren Investoren eine Show vorgaukeln müssen und Release-Groups, die halt den Umstand ausnützen, dass DRM-Systeme für Consumer-Inhalte niemals den hohen Sicherheitslevel haben können, den man z.B. für isolierte Hochsicherheitszonen setzen kann. DRM-Systeme für Consumer-Inhalte sind aus konzeptionellen Gründen prinzipiell IMMER mit vertretbarem Aufwand knackbar.

    Starforce hält übrigens immer noch den Rekord für den längsten Zeitraum zwischen Einführung und erstem, verifiziertem Crack. Soweit ich das noch im Kopf habe, fast zwei Jahre.

  23. Joe sagt:

    Naja, das wage ich mal zu bezweifeln.

    View story at Medium.com

    Und das wird sich durch die Schwemme an Schaufelware nicht verbessern – im Gegenteil.

  24. Joe sagt:

    Denuvo? Prinzipiell geknackt und bald Schnee von Gestern.

    Naja, mich interessiert’s prinzipiell nicht mehr. Ich habe „digitaler Distribution“ dieses Jahr ade gesagt und bin zurück zu physischen Spielen auf Disc.

  25. shaboo sagt:

    „Ich habe „digitaler Distribution“ dieses Jahr ade gesagt und bin zurück zu physischen Spielen auf Disc.“

    Ich war nie ein Freund rein digitaler Distribution und habe mich dem – und das nicht nur aus reinen DRM-Gründen – bereits in der Vergangenheit so konsequent wie möglich verweigert, aber leider ist das ja heutzutage kaum noch möglich, insbesondere auf dem PC, wo sich die BD nie durchgesetzt hat.

    Viele Titel befinden sich nicht mehr oder nur nur noch teilweise auf DVD (MGS 5, Fallout 4, Dishonored 2, die Jubiläumsausgabe von Rise Of The Tomb Raider, …) oder verlangen Always-On, und selbst wenn sie beides nicht tun, bist Du doch mit den Patches (Day One, aber auch später) und eventuellen DLCs (die sind ja nicht alle schlecht) schon wieder mitten drin, in der rein digitalen Infrastruktur.

    Was bleibt denn an PC-Spielen noch übrig, wenn ich Steam, Uplay, Origin und Co. komplett meide? Doch kaum mehr als die Hoffnung, dass ein Publisher so gnädig ist, seine Titel irgendwann auch auf GOG zu launchen. Retail hingegen liegt beim PC ja nun wirklich in den allerletzten Zügen. Bei aktuellen Produktionen der Größe 30-50 GB lässt sich ja publisherseitig noch darüber nachdenken, das auch als Retail auf mehreren DVDs zu bringen (so wie beispielsweise die Witcher 3 GOTY), aber spätestens wenn 100 GB irgendwann zur Regel werden, wird sich auch das erledigt haben.

    Mich würde interessieren, wie Du das konkret schaffst, dieses zurück zu physischen Spielen auf Disc. Welche Titel spielst Du und ist Deine Titelauswahl dadurch nicht mittlerweile in einer Weise eingeschränkt, bei der man sein Hobby auch gleich komplett an den Nagel hängen könnte?

  26. Joe sagt:

    Mich würde interessieren, wie Du das konkret schaffst, dieses zurück zu physischen Spielen auf Disc.

    Zunächst eine günstige PS3 gekauft und begonnen durch den gigantischen Back-Katalog gebrauchter Titel zu wühlen (wörtlich, bei Gamestop). Die sind dank hartversiegelter Bluray quasi unzerstörbar und daher ist disc-seitig praktisch alles neuwertig, was man so bekommt. Funktioniert selbstverständlich auch ohne Internet. Erstmal auf den Geschmack gekommen dann das PC-Aufrüstbudget umgeleitet (fiel mir leicht angesichts der mittlerweile aufgerufenen Preise) und dieses Jahr mit der PS4 weitergemacht. Auch dort ist noch so gut wie alles physisch und damit selbstverständlich accountbindungs- und regionssperrenfrei erhältlich. Also auch mal wieder wie früher erfolgreich indizierte Spiele importiert und endlich mal Sleeping Dogs in der ungeschnittenen PEGI Definitive Edition angefangen.

    Klar, auch hier ist das Ende der physischen Distribution natürlich schon absehbar, der Marktanteil physischer Spiele liegt bei „nur“ noch 70 %. Aber dank dessen sind auch noch die digitalen Rabattangebote deutlich besser als seit ca. 2013 auf dem PC. Im Gegensatz zu Valve und GOG hat auch niemand etwas dagegen, wenn man mit einem Zweitaccount die Stores anderer Länder besucht – Spezialpreise für Drittweltländer gibt es hier nämlich nicht. Das steht jedoch absolut nicht im Vordergrund, denn solange es noch genug physische Schnäppchen gibt, greife ich lieber dort zu.

    Auf diese Weise habe ich mich gleich einer ganzen Reihe von Problemen entledigt: der immer dünner und teurer werdenden Auswahl auf dem europäischen Hardware-Markt (die Amis haben’s da noch besser), die gezwungene Beschäftigung mit Windows 10, den neuesten Online-Account-Zwang-Ideen bei nVidia, der Aufrüstung des Internetzugangs mit Zweijahresbindung und 10GB-Tageslimit für Riesenspiele mit unkomprimiertem Video und Ton, dem Kauf immer weiterer Festplatten (die ja seit 2011 auch nicht mehr billiger werden) zum Abspeichern dieser, nachdem man sie mühsam den Servern entrissen hat und last but not least immer frecheren Online-DRM-Ideen. Bezahlt habe ich das mit der Aufgabe von Internet-Multiplayer (ausgenommen F2P), aber das interessiert mich als Anhänger story-basierter Offline-Singleplayer-Spiele eh nicht.

    Es ist sehr angenehm, bei der nächsten Gemeinheit aus dem Hause Microsoft oder Valve einfach mit dem Schultern zucken zu können, denn mein Spiele-PC bleibt nun erstmal auf dem Stand 2011 mit Windows 7 eingefroren. Das ein oder andere DRM-freie Indie-Gimmick geht ja trotzdem noch, die schreien üblicherweise nicht nach der neuesten Soft- und Hardware.

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