Wenn Erdnüsse zu wenig sind …

Gut, ich habe zum Glück nicht 20 Euro ausgegeben. Mir hat man als Bereits-Besitzer von Bioshock und Bioshock 2 die Remastered-Editions für umme ins Steam-Konto gelegt.

Wenn man sich aber den technischen Zustand anschaut, mit dem die beiden Remasters auf dem PC veröffentlicht wurden und wenn man sich bewusst macht, dass die beiden Spiele nach dem ersten Patch teilweise noch mehr Probleme bekommen haben …

Ich kann die beiden Remastered-Version nur noch im Windowed-Mode spielen. Fullscreen funktioniert nicht mehr, die Einstellung in den Optionen wird schlichtweg ignoriert. Selbst wenn ich das Spiel überliste und die Frage nach Übernahme der neuen Einstellungen nur mit der Enter-Taste und NICHT mit einem Mausklick bestätige, springt das Spiel nach dem Laden eines Savegames wieder in den Fenster-Modus. Der, wenn ich das Teil wenigstens als “borderless windowed fullscreen” spielen will, weiteres Gefrickel mit Third-Party-Tools erforderlich macht.

Was vielleicht noch akzeptabel wäre, wenn Bioshock 1 und 2 nicht seit dem Patch beginnen würden auf (grob geschätzt) sieben von zehn Versuche die Belegung der Plasmide oder Tonics zu verändern oder etwas zu hacken, mit ansatzlosen Back to Desktop-Crashes zu reagieren. Gut, immerhin ist es vom Fenster-Modus zum Desktop kein weiter Weg …

Von all den anderen Problemen, die diese Remastered-Versionen technisch und inhaltlich plagen, will ich hier gar nicht erst anfangen.

Vielleicht hätte Take2 keine blinden Eichhörnchen (so der Name des hauptverantwortlichen Entwicklers) engagieren sollen. Aber das kommt eben davon, wenn man glaubt nur Peanuts zahlen zu wollen. Dann bekommt man keine Fachkräfte, die wissen, was sie da tun, sondern lediglich Affen, die willen- und planlos auf Tastaturen herumdrücken, bis nach X Milliarden Versuchen vielleicht ein halbwegs benutzbares Stück Code bei herauskommt.

Mein Vorwurf gilt dabei nicht Blind Squirrel, dem Entwickler.

Mein Vorwurf richtet sich an Take2, die meinen mit dem Äquivalent einer miefigen, löchrigen Wollsocke die beiden Klassiker in ein neues, schickeres Gewand zu hüllen zu können. Nein, meine sehr verehrten Vorstände, das hier ist eine Wollsocke und kein Seidengewand und die Socke ist zudem miefig und sie ist löchrig.

Derzeit kann man nur sagen: Wer auf dem PC Bioshock 1 und/oder 2 spielen will, sollte das in Form der Releases aus dem Jahr 2007 und 2010 tun.

Die Neuveröffentlichungen stinken. Gewaltig! Und nein, ich freue mich nicht, wenn man mir miefige, löchrige Wollsocken schenkt. Soll ich dafür dankbar sein? Was soll ich mit dem Scheiß in seinem aktuellen Zustand?

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Kack.

26 Kommentare zu “Wenn Erdnüsse zu wenig sind …

  1. Longbow sagt:

    Business as usual…

  2. Harzzach sagt:

    Ja, leider …

  3. Hand sagt:

    Apropos: weiß jemand hier ob man die Enhanced-Editions von Baldurs Gate I und II inzwischen spielen kann ohne es zu bereuen?

  4. Frank sagt:

    @ Hand

    zumindest BG1 macht bei mir keinerlei (ersichtliche) Probleme, allerdings würde ich dir eher raten BG1 und 2 mit Mods zu spielen, als Geld in die Enhanced Editions zu investieren.

  5. Henninger sagt:

    Ist denn eigentlich Bioshock Infinite zu empfehlen, wenn man Teil 1 der Reihe mochte bzw. ist Bioshock 2 in der gleichen Güteklasse wie der Erste? Hätte nämlich generell schon mal wieder Lust auf so einen shockigen Trip, und bis die System Shock Remakes/Nachfolger/Irgendwas kommen, dauert es wohl noch eine Weile.

  6. Anonymous sagt:

    Fand teil 3 sehr amüsant und sehr gut, habs im sale für 8 Euro bekommen. Allerdings war ich nach 11 h durch… Ende is leider unlogisch aber sonst top… hat den typischen flair von teil 1.

  7. Harzzach sagt:

    BI ist spielerisch dünner und deutlich flacher als Bioshock 1. Man merkt dem Spiel deutlich an, dass zum Schluß keine Zeit blieb durchaus nette Einzelelemente wie den Skyhook oder die Tears (Risse, nicht Tränen🙂 ) von Elizabeth zu einem kohärenten Ganzen zusammenzufügen. Nennenswertes Gameplay soll es ca. ein Jahr vor dem Release auch gar nicht gegeben haben, das Projekt bestand drei Jahre nur aus Art Design-Studien und Ken Levines Bemühungen sich als „ernsthafter“ Drehbuchautor zu versuchen.

    Die Story ist, wenn man sich nicht von der Präsentation ablenken lässt, eine Abfolge verkopfter Logiklöcher. Die beiden Story-Addons, die Infinite mit Bioshock 1 verknüpfen, sind in der Hinsicht ein wenig besser.

    Die Präsentation aber … Hölle! Bioshock Infinite ist einer der schönsten Spiele, die ich kenne. Das Art Design und der Detailwahn, mit der hier eine USA am Ende des 19. Jahrhunderts entworfen wurde, ist atemberaubend. Teile der beiden Addons weisen eine surreale Qualität in Sachen Level- und Art Design auf, die man so sonst kaum in Spielen vorfindet.

    Wer einfach nur in prächtiger Umgebung entspannt ballern und skyhooken will, der wird mit BI auf jeden Fall glücklich. Meine paar Euro fuffzig, die ich in einem Sale samt Season Pass dafür ausgegeben habe, waren diesbezüglich gut angelegt. Da reut mich kein Cent🙂

  8. anigunner sagt:

    Ich hatte mir Bioshock 1 mal vor einiger Zeit im Sale zugelegt, weil ich doch mal kucken wollte warum da so viele für schwärmen. Ende vom Lied, ich hatte keinen Sound. Wegen meiner Soundblasterkarte. Und egal was ich versucht habe, ich habe es nicht zum laufen bekommen. Daher habe ich gehoft, das mit der „verbesserten“ Version endlich das leidige Thema behoben ist, aber wenn ich deinen Bericht so lese… sollte ich mir keine großen Hoffnungen machen.

    @ Henninger
    BI ist von der Story, Charakteren und der Kulisse her gut gelungen. Negativ ist das sehr generische Kampfsystem, die comichafte Gewaltdarstellung (welche überhaupt nicht zum Ton passt) und die sehr geskriptete Umgebung. Ich habe Elizabeth als Charakter ziemlich schnell ins Herz geschlossen, alleine für Sie lohnt sich der Ausflug nach Columbia.

  9. Look sagt:

    Komisch das die aufgemotzten Varianten irgendwie gern mal abdrehen – ich warte z.B. seit dem Release das die Entwickler von Ether One Redux dieses mal patchen, da sind nämlich ein paar üble Plotstopper drin und 80% der Herausforderungen funktionieren nicht, aber wie schon bei Bioshock auch, die Vorgängerversion funktioniert ohne Probleme.

  10. Hand sagt:

    @ Frank

    Welche Mod würdest Du denn empfehlen?

  11. Harzzach sagt:

    @Hand: Abgesehen vom absoluten Must-Have Widescreen-Fix …

    https://forums.beamdog.com/discussion/44476/tool-big-world-setup-bws-mod-manager-for-baldurs-gate-enhanced-edition-trilogy-for-windows

    Hier gibt einen Download-Link zum BigWorld-Setup, einer sehr bequemen Art und Weise nicht nur beide Original-Teile samt Addons zu einem großen, nahtlos zusammenhängenden Gesamtspiel zusammen zu backen. Hier bekommt man eine große Liste aller relevanten und weniger relevanten Mods und Fixes für BG1 und 2 samt Beschreibung. Auswählen, eventuelle Abhängigkeiten beachten, installieren lassen, fertig.

    Inwiefern die klassischen Mods kompatibel mit den Enhanced Editions sind, weiß ich nicht. Ich würde mal sagen: Höchstwahrscheinlich nicht.

  12. Enrico sagt:

    @Hand:

    schau mal auf gibberlings3:
    http://gibberlings3.net/forums/index.php?app=downloads
    Tweaks & Fixes sind ein Muss, rest je nach Belieben.

    Und dann ist natuerlich das „BigWorldProject“ einen Blick wert:
    https://kerzenburg.baldurs-gate.eu/bwpmods.php
    (auch hier einige Fixes und Patches enthalten)

    Da kannst du einmal stöbern.
    Ich hatte „damals“ mal ein Spiel gestartet mit Fixes und unfinished Business Qeusts – plus ein paar convienience patches (Stackgröße von Edelsteinen usw.)

    IMHO allemal besser, als die Enhanced Edition.

    Gruß
    Eno.

  13. Henninger sagt:

    Eure Eindrücke zu BI klingen soweit ja ganz positiv. Im nächsten Sale nehm ich es mit, allein schon um diese Wolkenstadt mal hautnah mitzuerleben.
    Aber schade ist es schon, daß sie in Sachen Story und Gameplay etwas nachgelassen haben.

  14. Hand sagt:

    Danke Euch für die Links – da werd ich mich mal durchwühlen.

    P.S.:
    Ich bin ja der Meinung: Edelsteine müssen immer gehortet werden! ^^

  15. Harzzach sagt:

    Noch eine Anmerkung zu Bioshock Infinite:

    Der finale Kampf ist zum Glück nicht der übliche, öde Rotz, wo man gegen einen Uberboss antritt und, während man damit zu kämpfen hat überhaupt am Leben zu bleiben, erst mal herausfinden muss, wie der Hanswurst eigentlich zu besiegen ist. Keine bescheuerten Quick Time Events. Keine Skriptereignisse, in denen man sinnlos wertvolle Munition verballert, weil der Boss in diesen Momenten gar nicht angreifbar ist und man zu spät merkt, dass er jetzt nicht angreifbar ist. All dieser dumme Dreck, der mich bei vielen finalen Bossfights genervt und augenrollend zu Cheatcodes und Trainern greifen lässt, damit ich endlich zum Ende komme … gibt es hier nicht.

    Der finale Kampf besteht aus einem auf mehreren Ebenen stattfindenden, sehr dynamischen Massengefecht, in dem man einen zentralen Punkt vor zu viel Schaden bewahren muss. Das Ziel ist klar und ich als Spieler habe die vollständige Kontrolle darüber, welche Gameplay-Mechanismen ich wo wann einsetze. Es gibt verschiedene Strategien, manche besser, manche eher riskant. Man kann hier glänzend ohne Kratzer durchkommen, man kann sich aber auch irgendwie planlos und mit mehr Glück als Verstand durchwurschteln, mit nur wenigen Prozent Gesundheit am zu schützenden Zielobjekt.

    Der Spieler wird aufgefordert alle bisher im Spiel ausgeübten Vorgehensweisen konsequent und durchdacht anzuwenden. Man wird nicht mit neuen Gameplay-Mechanismen konfrontiert, man kann sich voll und ganz auf das Missionsziel konzentrieren. Vorbild war hier ganz offensichtlich das Ende von HL2 Episode 2. Doch hier ist die Kampfarena deutlich kleiner, man läuft nicht Gefahr ständig am falschen Ende der Karte herumzulaufen und Gegner uneinholbar ihr schändliches Handeln abschliessen zu lassen.

    Vor allem hier merkt man, was für ein erstklassiger Shooter Infinite hätte werden können …

  16. Hand sagt:

    Danke @ Missingno.

  17. Peter Pool sagt:

    Harzzach, wann rockst du eigentlich Shadow Warrior 2 mit deinem neuen Boxensystem durch?

  18. Harzzach sagt:

    Das kommt darauf an, ob ich am Wochenende die Muße finde …

  19. Pat's Cat sagt:

    Ich habe auch lange gebraucht, bis ich Bioshock remastered in einen spielbaren Zustand bekommen habe. In zwei verschiedenen inis ewig rumgefrickelt (und nach dem Patch schön auf „nein“ geklickt, als mir das Spiel neue inis anbieten wollte).

    Harzzach, wenn du nicht willst, daß das Spiel Dir Einstellungen zurücksetzt, such die bioshock.ini raus (geht vermutlich auch, wenn man ingame Optionen ändert und dann raustabbt) und setze sie auf „read only“, sprich Schreibschutz an.

    Und ja, das ist alles großer Mist und elende Frickelei. <:)

  20. Harzzach sagt:

    Bioshrott muss warten, bzw. ich gerne auf weitere Patches, bis ich das wieder anrühre.

    Am Wochenende werde ich mich wohl Shadow Warrior 2 widmen können. Welches angesichts der bisherigen Veröffentlichungspraxis von den Fliegenden Wildsäuen und Devolver zumindest technisch recht solide daherkommen sollte.

  21. Pat's Cat sagt:

    Ich gestehe, ich habe Bioshock zwar schon seit Jahren hier rumliegen, aber damals nur ein wenig angespielt. Daher hab ich jetzt die remastered als Anlass genommen, das mal zu Ende zu bringen.

  22. Harzzach sagt:

    Wenn’s bei Dir läuft und Dir das Gefrickel den Erstbesuch wert ist, go for it.

  23. Pat's Cat sagt:

    Joa, ich hab ja jetzt schon gefrickelt, könnte höchstens noch die neue FOV-Einstellung anpassen. Also von daher…😉

  24. Jammet sagt:

    Mit dem aktuellen Patch hat ein Freund vor meinen Augen BS RM durchgespielt und den zweiten Teil begonnen. Was ich bemerkenswert finde, ist eigentlich, das ich das Spiel schöner in Erinnerung habe. Es wurde teilweise verschlimmert statt verbessert.

  25. Joe sagt:

    Man muß sich nur klarmachen, daß das hier eine Bioshock-Portierung von der 7. auf die 8. Konsolengeneration war.

    Steam-Nutzer und PC-Spieler interessieren da aus wirtschaftlicher Sicht generell niemanden. Die „PC-Version“ davon ist mehr oder weniger ein Abfallprodukt oder eher noch „Development-Build“.

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