Schwabenpower – Cosmonautica/Chasing Carrots

cosmonautica_portait“Cosmonautica” war im Early Access auf Steam, wurde dort letztes Jahr auf Hinweis eines geschätzten Lesers erworben und erlebte gestern den offiziellen Release nicht nur auf Steam, sondern auch bei GOG.com. Heute will ich aber gar nicht so sehr viel über das Spiel erzählen (auch weil ich es nicht soooo intensiv gespielt habe), sondern den Blick auf die Entwickler lenken.

Ja, ich weiß. Als jahrzehntelanger Gast-Badenser dürfte ich mich weder öffentlich, noch privat positiv zu Schwaben äußern, doch familiäre Ursprünge, der Umstand, dass die Entwickler immerhin nicht aus der Pfalz kommen und nicht zu vergessen, das Spiel an sich, lassen mich von dieser Tradition abweichen.

Nicht nur, dass ich nicht kurz rüber nach Stuttgart fahren musste, um bei Chasing Carrots Terz zu machen, verdient ein Lob meinerseits, sondern ganz grundsätzlich die Professionalität, die hier an den Tag gelegt wurde. Es gibt schon genug inkompetente Drecks-Entwickler, die sich skrupellos an naiven, emotional abhängigen Fanboys gesundstoßen. Da tut jedes positive Beispiel umso wohler.

Konkret ist da zum Beispiel das erstklassige Art Design von Cosmonautica zu nennen. Hier passt alles zusammen. Graphik, Sound und Musik bilden ein kohärentes Ganzes und unterstützen sich. Auch die Ingame-Texte sind in der Regel so fluffig und leicht, wie das Spiel sich selbst präsentiert. Hier haben Leute mit Talent viel Arbeit geleistet. Das hat einfach was. Es hat, Achtung … Charme!

Besonders ausgezeichnet hat man sich aber während der Early Access-Phase. Nicht nur, dass Updates in enger Taktung kamen, es wurde auch immer sehr gut mit der Community kommuniziert. Die EA-Backer wurden stets aktuell auf dem Laufenden gehalten, man wusste immer Bescheid, was gerade Sache war. In der Entwicklung unvermeidliche Verzögerungen wurden offen angekündigt, und zwar BEVOR man sie wahrgenommen hat. Man wusste immer grob, an was gerade gearbeitet wird, was priorisiert wurde und was erst später in Angriff genommen werden soll. Der Ton gegenüber den EA-Backern war immer sehr ruhig und höflich, selbst auf ziemlich harsche Kritik wurde konstruktiv eingegangen, anstatt dass mit Schaum vor dem Mund rumgepoltert oder gleich ganze Threads gesperrt und gelöscht wurden. Was im Laufe der Zeit dazu führte, dass auch der Ton im Steam-Forum unter den EA-Backern recht angenehm wurde.

Ganz, ganz großes Lob! SO muss das sein. Ich kann nur hoffen und den Karotten-Schwaben wünschen, dass sich Cosmonautica als kommerzieller Erfolg entpuppen wird. Wir brauchen mehr solche Entwickler. Und da lediglich lächerliche 38 TGV/ICE-Minuten zwischen dem Karlsruher Hauptbahnhof und dem Stuttgarter Bauloch liegen, kann ich notfalls immer noch rüberfahren und den Entwicklern was aufs Maul geben, falls es nötig sein sollte. Wovon ich aber als friedlicher und höflicher Mensch nicht ausgehen möchte.

Nein, jetzt ernsthaft. Gut gemacht! Bitte weiter so!

Und weil ich leider nicht so viel über das Spiel als solches sagen kann, außer dass es eine nette Mischung aus Trading-Sim, The Sims und FTL ist, hier ein paar Bilder …

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Spuilts und kaufts das Teil bittschön … nein, ehrlich. Kauf- und Konsumbefehl!

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in People.

16 Kommentare zu “Schwabenpower – Cosmonautica/Chasing Carrots

  1. Michael sagt:

    Hab auch erst gesehen, dass es neu bei GOG.com rauskam. Sieht wirklich sehr vielversprechend aus!

  2. anigunner sagt:

    Bevor du nach Stuttgart kommst und jemanden aufs Maul haust sag Bescheid… ich nehme mir nen halben Tag Urlaub, und zeichne das für die Allgemeinheit auf. Ist nicht weit von mir weg ^^
    Ich bin nicht so der Fan von „Roguelikes“, aber das Spiel hat einen eigenen Stil und sieht ansprechend aus. Der Humor scheint auch zu stimmen („Is a pro when is comes to cursing.. EINGESTELLT!“)
    Ich warte mal die ersten Tests ab, und halte es mir so lange auf dem Radar.

  3. khamling sagt:

    Schon als Early zugeschlagen und nix bereut

  4. Timberfox13 sagt:

    Roguelike?
    Jawohl Herr Kommandant!
    Kaufbefehl ausgeführt!

    Das hatte ich ja garnichtmehr auf dem Radar. Lässig.
    Da ich neben Witcher 3 eigentlich nur FTL, Dungeon of the Endless und Dwarf Fortress zocke is der Cosmonautica Kauf ein noBrainer.

    Fun Fact: witcher 3 hat eine „press x for interaction“ szene bei einer Beerdigung.
    Is aber keine Verarsche und funktioniert sogar ohne lächerlich zu wirken.

    P.S. Ich hab gerade nochmal nachgedacht… Da ich gerade wieder Dwarf Fortress zocke hab ich eigentlich GAR KEINE Zeit für was anderes… Egal, jetzt is Cosmonautica dran. Sonst schau ich bis ans Ende meiner Tage nur noch ASCII Zeichen beim rumrennen zu. Weil eigentlich braucht man gar keine andern Spiele mehr…

  5. Joe sagt:

    Den besten Deal erhält man, wenn man über das Humble-Widget direkt auf der Webseite des Herstellers kauft: Man erhält die Steam-Version und die DRM-freie Version und zusätzlich die Android-Version.

  6. Timberfox13 sagt:

    Zu spät.
    Hab meinem DRM-frei Götzen of choice schon die 12 öre zugeworfen.
    Aber danke für den Hinweis.
    Da sieht man mal wieder: Spontankäufe sind nicht immer die besten ;-P

  7. Timberfox13 sagt:

    Wow, das is genau mein Ding.
    Soundtrack ala Dungeon of the Endless,
    Raffgierige Crewmitgllieder,
    „Flugphysik“,
    Charme!!1
    Das ist echt ein nettes Stück Software.
    Da muss ich mich ja mal wieder beim Seniogamer für hilfreiche Ratschläge bedanken.
    Nach Tagen des „sauren-Wein-trinkens“ macht die Welt gleich wieder Spass.

  8. Boreas sagt:

    Ich möchte mich bei dir Bedanken. Nicht direkt für diese Empfehlung, da konnte ich (bisher) dem Kauf noch wiederstehen. Aber ich habe mich vor… inzwischen 6 Stunden für „eine kurze Runde“ Faster Than Light begeistern können. Und hatte gerade eben das so ziemlich epischste Finale bisher.
    Um es in Worten zu skizzieren:

    Nun ging es um alles. Der letzte Kampf gegen das Rebellenkampfschiff stand an. Die Hülle des Zoltan-Kreuzers hatte zwar schon bessere Tage gesehen, doch die Verteidigungsphalanx aus Abwehrdrohnen und verbesserten Schilden konnte dem Sturm aus Rakten, und Lasern standhalten. Der maximal ausgebaute Antrieb sorgte letztenendes dafür dass die Crew allen durchschlagenden Angriffen gut ausweichen konnte.
    Der Verlust des einziges Crewmitglieds mit Kampferfahrung in der letzten Schlacht war zwar bitter da die Zoltan als Energiewesen nicht wirklich kräftig waren, aber bisher hatte es immer funktioniert die Schotten zu schließen, und Eindringlinge durch die Luftschleusen nach draußen zu befördern.
    So machte sich die Waffencrew auch keine weiteren Gedanken als wieder eine Boarding-Crew an die Tür klopfte – doch in diesem fatalen Moment der Hybris musste ja etwas schiefgehen. Eine der vielen Raketen schaffte es an den Drohnen vorbei, durchs Schild direkt in den Schottenkontrollraum zu treffen. Ein ungünstiger Moment, da etwa ein viertel des Schiffes gerade Luftleer war um die Eindringlinge abzuwehren. Diese konnten nun ohne Widerstand zum Schildgenerator durchdringen. Das Crewmitglied rettete sich gerade so ins Waffenkontrollzentrum um sich Zeit zu erkaufen – eine Sackgasse wäre dieser Weg so oder so gewesen. Hier jedoch wartete sogar ein noch schnellerer Tod, da der Hypnose-Stahl just in diesem Augenblick den Verbündeten in einen Feind verwandelte, der seinem verwundeten Mitstreiter den Todesstoß versetzte, nur um dann auf die Waffenkontrollkonsolen einzuprügeln.
    Nun schaffte das Boarding-Team der Rebellen es die Schilde zu halbieren, und die Hölle brach aus. Ohne die Verteidigung schlugen im ganzen Schiff Laser ein, überall brachen Feuer aus. Fast nirgendwo im Schiff gab es mehr einen sicheren Raum, Rebellen wie auch Zoltan starben reihenweise in Feuer oder Luftleerem Raum, wenn sie nicht direkt von der Feuerkraft des gegnerischen Kreuzers zerfetzt wurden.
    Im Cockpit des Schiffes spielten sich dramatische Szenen ab. Einer der letzten überlebenden Rebellen versuchte das letzte Besatzungsmitglied umzubringen. Als plötzlich der Hypnosestrahl aktiviert wurde, und er vom Zoltan abließ. Ein Fehler wie sich herausstellte, denn auch wenn keine Menschenseele mehr gegen die Rebellen kämpfte, so konnte der Bordcomputer nun die letzte verbliebene Waffe abfeuern. Der Laser hatte genau 5 Schüsse, das Schild der Rebellen 4 Aufladungen. Sollte auch nur ein Schuss danebengehen wäre es das gewesen. Doch der Bordcomputer setzte jeden einzelnen Schuss präzise ins Ziel. Das Großkampfschiff der Rebellen zerbarst, während auch die Nordstern, das Zoltan-Kampfschiff brennend seinem Ende entgegensteuerte. Der Krieg war noch nicht vorbei, aber dieses Opfer könnte ihn gewendet haben.

    Ich bin gerade überglücklich😀

  9. isaacascii sagt:

    Die Präsentation und der ganze Grafikstil erinnern mich stark an das überaus geniale „Evil Genious“…..GEKAUFT!

  10. Boreas sagt:

    Verflucht sei dein Gespür für gute Spiele, und verflucht sei mein schwacher Geist. Ich bin jetzt auch stolzer Besitzer von Cosmonautica.

  11. Harzzach sagt:

    Seit Freitag belegt Cosmonautica die Spitze der GOG-Verkaufscharts und hat sich auf Steam im Laufe mittlerweile auf Platz 28 vorgekämpft, nachdem man so um 40 eingestiegen ist.

  12. Boreas sagt:

    Kommt denn da noch irgendwie etwas tieferes? Also mehr als Geld Grinden? Nicht dass ich ungeduldig bin, aber es wäre schön zu wissen ob das Spiel später mehr bietet wenn ich dann größere Schiffe managen muss. Denn bisher ist es irgendwie immer die gleichen Handelsrouten abfliegen.

  13. onepiece sagt:

    Zitat von Boreas:
    „Kommt denn da noch irgendwie etwas tieferes? Also mehr als Geld Grinden? Nicht dass ich ungeduldig bin, aber es wäre schön zu wissen ob das Spiel später mehr bietet wenn ich dann größere Schiffe managen muss. Denn bisher ist es irgendwie immer die gleichen Handelsrouten abfliegen.“

    Hallo,
    ich hab mir das Spiel mal in Let’s Plays angeschaut und bin doch recht angetan davon.
    Ein bischen „fürchtete“ ich schon, dass es keine „endlose Spannung im Weltall mit immer wieder unerwarteten Events“ ist, aber auf der anderen Seite: bei GoG für 12eur, auf steam für 15eur.
    Für 15eur bei vllt. so max. 5000-10000 verkauften Exemplaren, da muss denke ich erst mal bissl was reinkommen, damit man weiterarbeiten kann. Die Leute müssen ja auch von was leben, Mieten bezahlen, etc. …

    Eigentlich ein für mich ungewöhnlicher Beitrag, aber ich denke, wenn noch paar mehr verkauft werden, kommt da noch ein DLC/Addon nach, kann mir nämlich viel vorstellen, was man da noch an Ideen verwirklichen könnte.

    Würde mich freuen und wäre sogar bereit, seit langem mal wieder bissl mehr für ein Spiel bzw. Addons auszugeben.

  14. Joe sagt:

    Verflucht sei dein Gespür für gute Spiele, und verflucht sei mein schwacher Geist. Ich bin jetzt auch stolzer Besitzer von Cosmonautica.

    Harzzachs Empfehlungen kann man blind kaufen.😉

  15. Harzzach sagt:

    Richtig. Man muss schon ziemlich blind sein, um meinen Empfehlungen zu folgen!😛

  16. taake sagt:

    Habs mir auch geholt, im lets test sah es auch noch ganz nice aus.
    Aber irgendwie fehlt da was, also irgendwas was motiviert, von a nach b nach c um dort waren zu verticken ist jetzt nicht gerade so der hammer, gabs früher schon und besser.

    Abgesehen davon ist das ding selbst auf schneller zeit echt lange unterwegs da würde ich mir ggf. sowas wie ein skip button für die reise wünschen weil so toll ist das nicht sein schiff für mehrere minuten im zeitraffer zu beobachten …

    Na ja zum Glück war es nicht teuer und davon ab hätte ich sonst nicht gesehen das es a new beginning gerade im angebot gab😉

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