Mustererkennung – Sense8

Das filmische Werk der Wachowski-Geschwister ist ein stetes Auf und Ab. Auf das bahnbrechende und wegweisende “Matrix” folgten zwei nur noch hochnotpeinlich zu nennende Fortsetzungen. Auf das Ende der Matrix-Trilogie folgte mit “Speed Racer” die ultimative Anime/Manga-Realverfilmung. Grellbunt, so unrealistisch wie nur irgendwie möglich und geschnitten wie ein Blitzlichtgewitter, welches direkt an die Sehnerven gekoppelt wurde. Großartig!

Auf Speed Racer folgten mit “Cloud Atlas” und “Jupiter Ascending” zwei opulente, aber letztendlich deutlich gescheiterte Filme. Jupiter Ascending sogar mit bewusstem Anlauf, Kopf voran in eine Stahlbetonwand. 176 Millionen Dollar für die Umsetzung eines von Achtjährigen geschriebenen Drehbuches, welches Schauspieler wie Sean Bean oder den mehrfachen (!!!!) Award-Gewinner Eddie Redmayne nur noch stammelnd und krächzend durch die virtuellen Kulissen taumeln ließ. Auch hat es nicht geholfen, jedes Mal “Shut up, Meg!” zu denken, wenn Mila Kunis den Mund für grützedämliche Dialoge wie diesen aufmachen musste. Ohgottohgottohgottohgottohgott! Um Größenordnungen schlimmer als alles, was man in “The Matrix Revolutions” hat erdulden müssen.

Doch, folgt man dem Wachowski-Muster, müsste das nächste Werk eigentlich wieder etwas taugen …

Sense8”. Eine TV-Serie.

Acht Menschen, verteilt über den ganzen Erdball. Alle acht entdecken emotionale und gedankliche Verbindungen untereinander. Sie sind Sensates, Empfindungsfähige. Alle acht werden verfolgt, gejagt, mit dem Tod bedroht. Warum und wieso und weshalb und wohin das alles letztendlich führen kann oder soll, wird in den ersten 12 Folgen noch nicht beantwortet.

Sollen diese offenen Fragen beantwortet werden? Will man von Sense8 überhaupt noch eine zweite oder gar dritte Season sehen? Gut, diese Antwort kann sich natürlich jeder nur selbst geben. Ich komme hingegen zu dem Schluss, dass das Muster bestätigt wird.

Denn Sense8 ist für mich sehenswert, faszinierend, stimmt nachdenklich, regt zur Diskussion an. Sense8 ist, im Gegensatz zu z.B. Jupiter Ascending erstklassige SF, weil erstklassige SF keine fünfunddrölfzig Millionen Dollar für CGI-Effekte und Divisionen von Art Designern braucht, sondern nur gute und überzeugende Charaktere, eine gute und überzeugende Handlung und den Mut benötigt, eine Vision zu bieten. Das muss keine angenehme Vision sein. Aber eine überzeugende. Was wäre wenn? Wohin könnte die Reise gehen? Was können Menschen, was kann die Menschheit eines Tages sein? Man merkt der Serie gerade hier an, dass kein geringerer als J. Michael Straczynski, der Schöpfer von Babylon 5, mit am Drehbuch-Ruder ist.

Sense8 ist kein überladenes Spektakel, sondern wurde sehr bodenständig gefilmt. Keine grellen Effekte, überhaupt keine SF-typischen Effekte, oft genug nur kluge Wahl der Kamerawinkel, gute, alte Bühnenkunst und ein geschickter Schnitt, um die emotionale und gedankliche Verbindung zwischen den acht Sensates darzustellen.

Und wer beim Anschauen ständig einen “Lola rennt”-Vibe im Ohr hat, den wird es nicht wundern, wenn er hört, dass Tom Tykwer und Johnny Klimek für den Soundtrack zuständig waren. Tykwer hat auch in einigen Episoden die Regie geführt.

Die Handlung verläuft sehr gemächlich, weil sich für jede Figur und das gegenseitige Kennenlernen sehr viel Zeit genommen wird. Wer Fastfood für die Augen und die Seele braucht, sollte sich besser woanders umschauen. Sense8 braucht Geduld und Muße. Wer schnelle Antworten will, der braucht erst gar nicht anfangen. Ich musste selber eine mehrwöchige Pause einlegen, weil mein Kopf eigentlich ganz woanders war und mich dann fast zum Weiterschauen zwingen. Aber es hat sich letztendlich rentiert.

Sense8 ist alles andere als ein Heroes-Klon (auch wenn es durchaus naheliegend ist dies zuerst zu vermuten) und hat auch sonst nichts mit anderen Superhelden-Filmen und Superhelden-Serien zu tun. Sense8 bedient sich in erster Linie bei diversen Vorbildern aus der SF-Literatur, vor allem bei “More Than Human” von Theodore Sturgeon. Sense8 ist kein Comic, Sense8 ist Science Fiction im besten Sinne. Wobei ich nichts gegen Comics habe, Heroes Season One vergöttere und nun sehnsüchtig auf die zweite Staffel von Daredevil warte. Es ist aber so angenehm, dass Sense8 das alles NICHT ist und NICHT dem aktuellen Superhelden-Trend folgt.

Ich kann die Serie nur weiterempfehlen. Für Leute, die wissen, dass es bei den Wachowskis nur ein Alles oder Nichts gibt. Entweder, Oder. Katastrophe oder Vision. Nichts dazwischen, nichts zum Nebenhergucken.

Sense8. Auf Netflix oder jedem gut bestückten Torrent-Portal.

PS: Wer sich einen Dreck für philosophisch-evolutionär-humanitäre Themen interessiert, der kann immerhin hin und wieder einen Blick auf die Titties und schönen Schenkel von Freema Agyeman werfen, dem hormonell unterversorgten Nerd auch als einer der Reisebegleitungen des Doktors bekannt. Und keine Sorge, auch für die LiebhaberInnen männlicher Adoniskörper ist gesorgt.

16 Kommentare zu “Mustererkennung – Sense8

  1. Halunke sagt:

    Sehr schön geschrieben und breite Zustimmung von mir!

    Aber nun interessiert mich dein Review zu Bloodline. Ich selber konnte keinen Standpunkt für mich ausmachen, bin echt ratlos, ob ich es gut oder schlecht fand🙂
    Und falls du mal wieder an Schreibblockade leidest, ein weiteres Thema wäre die generelle Entwicklung von Netflix und Amazon – nicht nur Vermarkter oder Plattform zu sein, sondern auch den kreativen Schaffensprozess zu steuern. Es ist ja nicht von der Hand zu weisen, dass diese Firmen, entgegen meiner ursprünglichen Erwartungen, sehr gut und hoch qualitativ produzieren können. Doch auf der anderen Seite forcieren sie nun eine weitere Defragmentierung zu einzelnen, lückenhaften Anbietern.

  2. Harzzach sagt:

    Doch auf der anderen Seite forcieren sie nun eine weitere Defragmentierung zu einzelnen, lückenhaften Anbietern.

    Sehe da kein grundsätzliches, allenfalls nur ein moralisches Problem. Was mir bei Netflix fehlt, ich aber unbedingt JETZT anschauen will, hole ich mir via Torrent. Was bis auf GoT eigentlich nicht mehr viel ist, genau genommen, kommt nach GoT nichts mehr, um ehrlich zu sein. Ich bin mit Netflix zeitlich ausgelastet und bin daher nahezu „legit“ geworden🙂 Das perfekte Beispiel dafür, wie phöse Piraterie bekämpfen kann, wenn man meint darin ein Problem sehen zu müssen.

    Alles andere hat viel, VIEL Zeit für später, wenn die Serie im Rahmen der Drittverwertung doch noch auf anderen Plattformen erscheint, wo der Rechteverwerter nochmal ordentlich Asche machen kann. Oder man holt sich irgendwann ne günstige Sammelbox auf Disc.

  3. Micha sagt:

    Was issn das hier jetzt auf einmal? ICH BIN ALT! Filme statt Computerspiele sind definitiv eine vorher anzumeldene Veränderung im Blog. Wie soll man damit klarkommen?
    Ok hiermit, die ist gut und kennt kaum einer. ==>Fortitude

    Fortitude ist eine britische Krimiserie mit Mysteryelementen, die seit Januar 2015 ausgestrahlt wird.
    Die Handlung spielt im arktischen Norwegen, in der fiktiven 800-Einwohner-Siedlung Fortitude auf Spitzbergen.Nach dem Ende der britischen Erstausstrahlung am 9. April 2015, wurde die Serie um eine zweite Staffel verlängert, die zehn Folgen umfassen soll.[3]
    Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=JqpH9NmmQPE

    Gruß
    Micha

  4. Harzzach sagt:

    Das ist weiterhin ein Gaming-Blog, aber angesichts der kommenden Hitzewelle und überhaupt …

  5. arillo sagt:

    Schwarzkopien von PC- und Videospielen nicht als Problem zu sehen, da bin ich ganz bei dir und die Argumente, die gegen einen maßgeblichen Einfluss auf den Absatzmarkt sprechen, sind schlüssig und, so ungern die Branche das zugeben will, durch reine Logik quasi belegt.^^
    Wer ein Spiel herunterlädt hätte so oder so keine 40-60 € ausgegeben, überlegt sich das anschließend aber eventuell anders, wenn das Produkt so gut gefällt oder ein etwaiger Multiplayermodus oder diverse Social-Features zum Kauf locken. Schlimmstenfalls wird das Spiel im Sale oder nach dem üblichen Preissturz gekauft. Verluste entstehen den Publishern nicht.

    Im Gegensatz dazu glaube ich aber doch, dass Privat- und Bezahlsender, wie HBO oder AMC, und die Filmindustrie durchaus unter Tauschbörsen leiden. Video on Demand ist dabei, finde ich, der beste, wenn nicht einzige Weg, um dem Abhilfe zu schaffen, wobei ich es bisher noch auf keinen der inzwischen verfügbaren Dienste angesprungen bin.

  6. arillo sagt:

    Achja…wie läuft denn eigentlich dein Arcanum-Playthrough? Oder hast du das heimlich auf Eis gelegt und hoffst, dass die erfreuliche Ankündigung mehr oder weniger regelmäßiger Zwischenberichte dem Vergessen anheim fällt? ; )

  7. Crois sagt:

    Bei Jupiter Ascending funktioniere ich als Humaner Weltraum > Antrieb.
    Ich muss so hart kotzen, das mich der Rückstoß enorm beschleunigt…😛

    @arillo
    TV is, glaube ich, im Umbruch.
    Einen Fernseher habe ich seit Jahrzehnten nicht mehr, so mies ist das vorgestrickte Programm. Serien kucken… Naja gibt nicht viel was mich interessiert.
    Und dann kam Amazon Prime mit Angeboten. Weil ich eh prime Kunde bin, ist das sozusagen „umsonst“ und siehe da, ich kucke mal wieder Serien in der OV an. Ankucken wann ich will, aufhören mitten drin, weil ich keine Lust mehr habe.
    Game of Thrones? würde ich zahlen. Der Rest? Eher nicht.

  8. Crois sagt:

    OK, GoT waren DDLs bei mir..

  9. Crois sagt:

    Ach und den Amazon TV Stick habe mir auch ohne TV gekauft und bei meinen Eltern ausprobiert:
    Feine Sache, so kann ich wieder TV kucken.

  10. Haruhi sagt:

    Ich habe lieber alles im Archiv. Was gestern noch ging, kann aufgrund kruder Rechtprobleme und anderer dämlicher Entscheidungen nicht mehr verfügbar sein. Bei mir ist alles auf Platte oder DVD.

  11. Anonymous sagt:

    Ach, wenn ich mir Serien aus dem Netz ziehe, weiß ich beim besten Willen nicht, wo hier der Schaden liegen soll. Zumal auch hier wieder zu gelten scheint, dass für deutsche Kunden wieder benachteiligende „Sonderregeln“ vorliegen und man nicht selten geradezu gezwungen wird sich kostenlos zu holen, für was man andernfalls auch gerne bezahlt hätte.

    Dabei geht es mir noch nicht einmal um die oft gruselige deutsche Synchro, sondern darum was die jeweiligen Sender dann mit den Serien direkt anstellen. So musste ich bei nicht wenigen Serien feststellen, dass deutsche Sender nicht selten ganze Szenen aus einzelnen Folgen herausschneiden oder Folgen richtiggehend umschneiden und Szenen kürzen oder innerhalb einer Folge verschieben, gerade bei Fringe war das mitunter ganz extrem.

    Und ja, auch die häufige Nicht-Verfügbarkeit von Serien auf dem deutschen Markt ist ein Problem. Wieso dauert es zum Beispiel 10 Jahre nach Veröffentlichung der DVD-Box in den USA, bis mein innig geliebtes „Space: Above and Beyond“ (dt: Space: 2063) auch hierzulande auf DVD erscheint? Und warum darf ich mir den Kram nicht einmal aus den USA direkt besorgen, weil die DVDs ja mit RegionLock daherkommen?

    Mein Geld sitzt, was Science Fiction und Computerspiele angeht, schon recht locker. Aber ich bin inzwischen zu dem Schluß gekommen, dass man mein Geld anscheinend gar nicht will. Wenn ich als zahlender Kunde Filme, Serien und Spiele vorenthalten bekomme, einfach weil ich in Deutschland lebe oder diese nur in verstümmelter Form erhältlich sind, dann muss ich mir eben andere Vertriebskanäle suchen. Selbst schuld…

    Und überhaupt. Kommt mal klar mit eurem Rechtewirrwarr. Als ich meinem Schwager die DVD-Boxen für „Ein Colt für alle Fälle“ geschenkt habe durfte ich zum Beispiel feststellen, dass die Serie in Umkehr der sonst üblichen Regeln in Deutschland zwar erhältlich ist, in den USA jedoch nicht. Weil einige Folgen anscheinend Musik enthalten, für die man in Deutschland noch die Nutzungsrechte besitzt, in den USA jedoch nicht mehr. Über derlei Irrsinn kann ich dann nur noch fassungslos den Kopf schütteln. Während ich gleichzeitig darüber nachdenke, wie man denn an eine unzensierte Version von „Wolfenstein: The Old Blood“ gelangen könnte…

  12. arillo sagt:

    @Crois: Ein weit verbreiteter Irrtum ist das. Das TV-Programm ist nämlich großartig, erfüllt nur nicht jede Anforderung und ich rede dabei nicht von den Privatsendern, sondern vor allem von arte, 3Sat, ZDF und ARD (Reihenfolge beabsichtigt). Hinsichtlich der Verfügbarkeit von US-Serien ist das deutsche Fernsehen natürlich völlig unbrauchbar.

  13. Halunke sagt:

    Ich sehe nicht, dass es ein weit verbreiteter Irrtum ist. Das klassische TV ist dabei, sich selbst abzuschaffen. Die Verfügbarkeit von selbst definierten Inhalten und ein Konsum zu einer selbst definierten Zeit sind zwei entscheidende Punkte, die das TV nicht bedienen kann aber bei den jüngeren Generationen mittlererweile fest verankert ist. Die Problematik trifft beide Kategorien der TV Sender – die öffentlich Rechtlichen, die immer wieder von Verjüngungskur sprechen, aber dann doch immer wieder mit einem Musikantenstadl zur besten Sendezeit die Jugend vergraulen oder die Privaten, die Woche für Woche auf sinkende Einschaltquoten starren und den damit verbundenen geringeren Werbeeinnahmen und Kosteneinsparungen bei weiteren Produktionen.

    Beide Senderarten haben viel zu spät realisiert, wie das Internet die Sehgewohnheiten der Jugend prägt, jetzt versuchen Sie zwar aufzuholen – Mediatheken, Pro7Sat1 Weboffensive etc – aber es ändert nichts an der eingangs beschriebenen Problematik der fehlenden Selbstbestimmung. Und solange sich die TV Sender als Solche verstehen („Wir strahlen ein festes Sendeprogramm via TV aus und kombinieren dies mit ergänzenden Webangeboten“) wird sich daran nichts ändern.
    Netflix und Amazon sehen sich eben nicht als TV Sender, Sie verstehen sich als Content Lieferant, der den Konsum von Medien den Kunden so angenehm und einfach wie nur möglich zu machen. Und dies ist die Ursprungsüberlegung, auf den das ganze Geschäftsmodell beruht. Ich kann nicht erkennen, dass diese Überlegung bei den etablierten deutschen Sendern Einzug gehalten hat, von einem angenehmen oder einfachen Konsum kann ich nichts erkennen, z.B. werden in der ARTE Mediathek die Inhalte nur 7 Tage lang aufbewahrt, und dann gelöscht. Sie klammern sich immernoch an die falschen Überlegungen: „Wie erhöhen wir die Einschaltquote? Wie können wir unser Sendeprogramm inhaltlich aufwerten?“ anstatt zu erkennen, dass die Einschaltquote an sich schon der falsche Ansatz ist. Man misst die Zuschauer, die an einem bestimmten Zeitpunkt das TV Gerät anschalten und konsumieren, man ignoriert aber die Tatsache, dass die jüngeren Leute es gar nicht mehr gewöhnt sind, sich zu einem bestimmten Zeitpunkt vor den Fernseher zu setzen. Das heißt nicht, dass man diese jungen Leute nicht mehr erreicht, sie würden sich (wenn es den Geschmack trifft) das Programm ja ansehen, aber zu einem Zeitpunkt, den Sie selber wählen.
    Anders ausgedrückt: Das ZDF war mutig und hat sehr früh u.a. Die Sopranos oder auch Breaking Bad auf den Spartenkanälen ausgestrahlt – auf furchtbaren Sendeplätzen zu grausamen Uhrzeiten, trotz nachweislicher Qualität waren die Einschaltquoten unterirdisch und der ZDF Intendant rennt zum Jungmanager und brüllt ihn an: „Du hast mir gesagt, dass die jungen Leute auf diese teuren, amerikanischen Qualitätsserien abfahren – aber kein Schwein schaltet ein!! Ab morgen gibts wieder Gottschalk und Jauch! Und du suchst dir einen neuen Job!“
    Was wäre denn gewesen, wenn man beide Serien in den dafür eigens konzipierten ZDF Streaming Kanal ausgestrahlt hätte und die total Views als Maßeinheit genommen hätte anstatt die punktuelle Einschaltquote? Eine historische Chance wurde vertan und selbst jetzt, Jahre später, schaut man fassungslos auf den absolut berechtigten Triumphzug von Netflix und jammert, dass die bösen Amerikaner die deutsche Jugend vom TV wegziehen, anstatt endlich mal zu handeln und ähnlich serviceorientiert zu agieren.

    Das TV muss dringend anders denken, eine andere Mentalität entwickeln, oder es schafft sich halt ab – und viele weitere Leute protestieren immer lauter gegen die Zwangssteuer GEZ – „Wieso denn GEZ? Ich zahl doch meine 9 Euro Netflix, dass reicht mir!“ 🙂

    .

  14. Harzzach sagt:

    @Halunke:
    Die ÖR würden Inhalte in der Mediathek ja sehr, SEHR gerne sehr viel länger, eigentlich auf ewig vorhalten, aber leider sind sie gerichtlich dazu gezwungen worden, weil die Privatsender vor einigen Jahren erfolgreich gegen ein angebliches Medienstaatsmonopol geklagt haben. DAS ist der Grund, warum in Deutschland in der Hinsicht nichts geht. Die Privatsender können von ihrem Geschäftsmodell, dem TV-Sender mit erweitertem Web-Angebot, nicht lassen UND sie verhindern erfolgreich die Bildung einer umfangreichen, steuerfinanzierten Medienbibliothek der ÖR im Netz.

    Vor einigen Jahren war ich mal am Rande bei einem Projekt involviert, wo es um das Aufstellen eines deutschsprachigen Filmportals ging, wo hauptsächlich Inhalte aus den Archiven der Kunstförderung des Bundes und der Länder gezeigt werden sollten. Inhalte, die maximal einmal ausgestrahlt werden, maximal einmal auf einem Festival aufgeführt werden und dann für immer in den Archiven verschwinden. Die Ansprechpartner von ZDF und den jeweiligen Landessendern waren sehr aufgeschlossen, da wäre einiges gegangen. Vollkommen gesperrt und dann maßlose finanzielle Forderungen stellend, die das ganze Projekt nicht mehr wirtschaftlich gemacht haben, das waren die involvierten Partner aus der Filmwirtschaft, Rechteverwerter, Branchenverbände. Grausam, wie hier auf alles eingeprügelt wurde, was nicht in den Rahmen etablierter Geschäftsmodelle passt.

    Sprich, die ÖR sind intern längst im 21. Jahrhundert angekommen. Ich kenne über ein paar Ecken Leute dort, die der festen Überzeugung sind, dass die größten Bremser in Deutschland die Privatwirtschaft, Sender, Verlage und andere Vertreter der Medienindustrie sind, die immer noch meinen, man müsse nur laut genug in Berlin jammern, damit es passende Gesetze und „Schutzzölle“ gibt.

    Man braucht dazu nur nur regelmäßig verfolgen, was Industrievertreter auf Messen und Tagungen von sich geben. Es ist erschreckend!

    Man vergleiche einfach nur die Internetauftritte der ARD (z.B. der Tagesschau mit Live-Streams, Video, Beiträgen, totally schick im schlichten Adaptive Design für Desktop, Tablets und Mobile) und die der Privatsender, wo man schier gar irre wird, wenn man auf der statischen Webseite zu einer Show/Sendung irgendwelche Zusatzinfos sucht.

  15. cyrob sagt:

    Ist Sense8 wirklich ein SF? Ich hab mir die ersten beiden Folgen angesehen aber das hat mich eher an Mystery erinnert. Um ehrlich zu sein habe ich überhaupt keine klassischen SF Elemente erkennen können. Daher bin ich von deiner Einstufung ein wenig irritiert.

    Die Idee, dass mehrere Menschen mental verbunden sind, fand ich erst ganz interessant. Aber den Handlungsstrang finde ich bis jetzt (zum Teil) aufgesetzt und nicht glaubwürdig. Wenn das die ganze Staffel so weiter geht, werd ich wohl eher nicht weiter schauen.

  16. Harzzach sagt:

    Sense8 steht in dieser Tradition der SF: https://de.wikipedia.org/wiki/Science-Fiction#New_Wave

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