Erinnerungsbetrug – Alien Breed

Aliens? Check!

Ballern? Check!

Gauntlet-Style? Check

Alien Breed war ein schneller, unkomplizierter Ballerspass, der vor knapp 25 Jahren vor allem auf dem Amiga für Furore gesorgt hatte.

alien-breed-amiga

Eine Weile später wurde der Titel auf MS-DOS portiert und sah, wie alle Portierung von Amiga auf den PC, um Längen weniger gut aus. Um es höflich auszudrücken. Als Besitzer einer MS-Dose war man aber nichts anderes gewohnt, waren die Zeiten, in denen ein PC die leistungsstärkste aller Spiele-Plattformen darstellt, doch noch weit entfernt.

alien_breed

Da ich aber niemanden kannte, der einen Amiga besaß, im Freundes- und Bekanntenkreis des Studentenwohnheims alle einen PC im Zimmer stehen hatten (was das Besorgen und Austauschen von Kopien enorm begünstigte), war es mir auch vollkommen egal, dass Alien Breed auf dem PC einfach nur Scheiße aussah. Hauptsache, man hatte eine kaum noch lesbare, x-fach kopierte Auflistung aller Handbuchabfragen.

Ich habe angenehme Erinnerungen an Alien Breed. Angenehm genug, um bei der Nachricht, dass Alien Breed und Alien Breed – Tower Assault wieder über GOG.com erhältlich sind, erfreut die linke Augenbraue hochzuziehen. Ein sofortiges Betätigen des Kaufen-Buttons war unvermeidlich, die knapp fünf Euro waren ja auch keine allzu große Investition. Danach ruhten die beiden Installer mehr als drei Jahre unangetastet auf einer externen Festplatte. Weil … ich wohl instinktiv ahnte, dass meine wohligen Erinnerungen an unterhaltsame Baller-Orgien wohl besser angenehme Erinnerungen bleiben sollten.

Ich weiß nicht, was ich nach all den Jahren erwartet habe. “Alien Breed” ist ein simples Action-Spiel nach dem Gauntlet-Vorbild. Die Steuerung ist schnell zu erlernen (obwohl es empfehlenswert ist sie in der MS-DOS-Version neu zu belegen, will man nicht von der Default-Belegung ein Blutgerinnsel im Gehirn bekommen) und das Spiel ist nach ein paar Stunden auch schon wieder vorbei. Es kam mir früher länger vor. Intensiver. Sehr viel intensiver. Auch habe ich mich früher nicht an den dauer-respawnenden Gegnern gestört, die gerne plötzlich mitten aus der Luft erscheinen, nur um dann doch teilweise wieder zu verschwinden, wenn man um die Ecke biegt.

Jetzt … jetzt spiele ich mich halt so durch. Mit abnehmender Begeisterung, getragen in erster Linie von viel Nostalgie und Erinnerung. Ja, Alien Breed war damals eine feine Sache. Ich habe es gerne gespielt. Es war zu seiner Zeit eine tolle Sache, die jede Lobpreisung verdient hat. Damals.

Kann man das heute noch spielen? Sicher kann man das. Rein technisch läuft es unter DOSBox sauber und rund durch. Die Default—Belegung der Steuerung ist zwar, wie schon gesagt, grauenvoll, aber das lässt sich schnell ändern.

Sollte man das heute noch spielen? Ganz ehrlich … wen es nach dieser Art Actionspiel gelüstet, der sollte sich bitte auf Steam die Neuauflage ansehen: http://store.steampowered.com/sub/7678/
Diese drei Spiele kann ich bedenkenlos empfehlen.

Das Original hingegen hat dem Zahn der Zeit nicht viel Widerstand entgegensetzen können. Manche Spiele altern ziemlich schlecht und Alien Breed ist zumindest für mich so ein Fall, bei dem man sich lieber an die schönen Erinnerungen halten sollte, anstatt selbige durch eine erneute Beschäftigung mit dem Spiel zu entwerten.

Als nächstes ist Alien Nations dran, in Deutschland besser bekannt als „Die Völker„.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Review.

12 Kommentare zu “Erinnerungsbetrug – Alien Breed

  1. Able sagt:

    Ich sehe dunkle Wolken am Rand des Horizonts – Harzzach hat vergessen, den nächsten Titel am Ende anzugeben :O

  2. Harzzach sagt:

    wut? da passiert …. moment, das haben wir gleich🙂

  3. Das Alien sagt:

    Hm, vielleicht liegt das wirklich an der PC-Version. Die habe ich seinerzeit auch bei GOG erstanden und nach kurzem Anspielen wieder sein lassen. An der Amiga-Version hingegen habe ich immer noch Spaß.

    Das Remake… jaaa, das ist schon technisch sauber gemacht, die Optik stimmt, der Sound und Soundtrack sind nicht schlecht bis hervorragend. Und trotzdem habe ich mich eher lustlos durch die Isokorridore geballert, weil sich das Spiel für mich irgendwie… lustlos anfühlt. Wie der missglückte Versuch, das Spielgefühl des Originales einzufangen und dann auch noch möglichst viele neue eigene Ideen einzubringen. Teil 2 habe ich mir dennoch angetan, vielleicht in der Hoffnung; dass hier irgendwas anders ist. Weil ich das Spiel eigentlich mögen WOLLTE. Aber letztlich habe ich Teil 2 nie bis zum Ende gespielt und Teil 3 ist dann völlig an mir vorbeigegangen.

    Da packe ich lieber wieder einmal das inzwischen auch schon betagtere „Shadowgrounds“ oder den Nachfolger „Shadowgrounds: Survivor“ aus.

  4. Harzzach sagt:

    „Shadowgrounds“ ist sowieso über jeden Zweifel erhaben. Das kann ich trotz seines mitunter nervigen Savegame-Systems uneingeschränkt empfehlen, weil man die Umsetzung dieser Art Gameplay-Mechanik kaum besser und flüssiger hinbekommen kann.

  5. Akabei sagt:

    So richtig war die Alien Breed – Reihe auch nie mein Ding, selbst wenn der Titelsong von Alien Breed II – The Horror Continues über jeden Zweifel erhaben ist (R.I.P. Richard Joseph).

    Wenn es denn ein Gauntlet – Klon aus der Ära sein soll, würde ich eher zu The Chaos Engine (auch hier am besten am Amiga und eigenartigerweise OCS>AGA) raten. Mehrere Charaktere zur Auswahl, kein Respawn und ein Co-op Multiplayer, der auch heute noch rockt.

  6. Das Alien sagt:

    @ Akabei – Stimmt, The Chaos Engine war klasse und macht auch heute noch gut Laune. Alleine der Soundtrack rockt nach all den Jahren immer noch gewaltig die Hütte. Vom Remake allerdings würde ich wirklich abraten.

  7. Akabei sagt:

    @ Das Alien: Yup, das „Remake“ (zumindest das, das ich kenne) ist in Wirklichkeit auch keins.
    „It’s built on the Amiga source code. The developers have written an emulator to go around that,“
    Das ist eher badly disassembled und selbst das ist noch freundlich ausgedrückt.

    http://www.digitalspy.co.uk/gaming/news/a492398/the-chaos-engine-is-restoration-of-original-could-come-to-consoles.html#~pcj3puodOG79tP

  8. Das Alien sagt:

    @ Akabei – Ach, sieh mal an, das wusste ich auch noch nicht. Ich habe übrigens auch jetzt erst gelernt, dass in der U.S. amerikanischen Version der Priester als spielbarer Charakter fehlt. Von wegen religiöse Gefühle und so. Ich schätze mal, das kommentiert sich von selbst.

    Und um noch ein wenig mehr off topic zu gehen, aber immerhin bei Remakes zu bleiben… Die Neuauflage von „Wings!“ ist RICHTIG super geworden. Die aufgehübschte Grafik ist genau das, nämlich sehr hübsch anzuschauen und das sogar, ohne den Amigaflair einzubüßen, der neuaufgelegte Soundtrack ist klasse, kann aber auf Wunsch auch gegen die Originalklänge eingetauscht werden. Und die Steuerung mit Gamepad funktioniert derart gut, dass sogar ein alter Controllermuffel gern zum Pad greift. Als Veteran sollte man dann aber gleich im schwersten Schwierigkeitsgrad einsteigen.

    Nur Eurogamer plustert sich auf und nörgelt einerseits darüber, dass ihnen einerseits die Grafik nicht genug Amigaflair versprüht (zu wenig „alt“), motzt aber andererseits, dass das Gameplay eins zu eins übernommern wurde und keine Neuerungen aufweist (zu viel „alt“). Ist es eigentlich legal, Schmierfinken mit zu viel Ego mit alten Spielekartons zu verprügeln?

    Und wenn wir schon OT sind, kann hier jemand vielleicht etwas zur Neuauflage von „Grim Fandango“ sagen? Ich hab mir ja schon laaange ein spielbares Remake gewünscht und jetzt schleich ich darum herum wie die Katze um den heißen Brei, weil MEIN Backlog eigentlich auch erst einmal aufgearbeitet gehört. Oh je, und dann kommt ja auch noch The Witcher 3…

  9. Harzzach sagt:

    Zu GF: Kommt darauf an, was Du erwartest. Es läuft sauber auf aktuellen OS. Das neue Schatten- und Beleuchtungssystem frischt die Optik auf, ohne dass sie ihren originalen Charme verliert. Die Texturen der 3D-Modelle wurden aufgefrischt. Widescreen ist kein vollwertiger „richtiger“ Widescreen, weil sämtliche Hintergründe damals in 4:3-Auflösung vorgerendert wurden. Der Aufwand zur Neuerstellung aller Hintergründe wurde offenbar als zu hoch eingestuft. Die Steuerung wurde überarbeitet und folgt jetzt eher typischen Point&Click-Gepflogenheiten. Der Soundtrack wurde aber komplett neu eingespielt, etliche Bugs wurden behoben (dafür sind in der Releaseversion offenbar einige neu hinzugekommen, gibt aber Patches).

    Was Dir das alles letztendlich für eine Ausgabe wert ist, das musst Du entscheiden, aber alles in allem ist das Remake in Ordnung.

  10. Longbow sagt:

    Auf dem Amiga habe ich Alien Breed sehr gerne gespielt. Die DOS-Version bei GOG.com finde ich dagegen nicht so toll. Mit einem Joystick hat mir das Spiel einfach mehr Spaß gemacht.
    Von Tower Assault kenne ich die Amiga-Version leider nicht. Jedenfalls ist die Steuerung bei Tower Assault noch schlimmer als bei Alien Breed.

  11. Michael sagt:

    Ja ich bin auch gespannt, was GOG noch alles aus dem DRM-freien Hut zaubert…

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