Alle absteigen, das Pferd ist tot

Ok, so wirklich lebendig war Onlive nicht mehr. Nach der ersten Insolvenz Mitte 2012, nach gerade mal einem Jahr aktivem Betrieb, hat sich zwar noch jemand gefunden, der das Angebot weiterhin betrieben hat, doch haben sich, wenig verwunderlich, weiterhin nicht genug Kunden für diesen Dienst gefunden.

Jetzt ist offenbar endgültig Sense …

Online? What?

Nein, Onlive. Erinnert Ihr Euch noch? All der Hype, all der tagtägliche Wahnsinn in den Medien, wo man ohne Nachzudenken einfach blind die Jubelmeldungen der Firma nachgeplappert hat? Game Streaming war DAS neue heiße Ding. Sollte Software-Piraterie endgültig ausschalten. Games as a service sollte endlich den Umsatz maximieren und Streuverluste reduzieren. Endlich exakt kontrollierbare Umsätze. Nie mehr potentielle Kunden, die noch jahrelang Spiele zocken, die längst nicht mehr verkauft werden.

Aus, vorbei. Jetzt endgültig.

Und wer hat Technik und Patente übernommen? Sony!

Ja, richtig. Sony. Die bereits vor ein paar Jahren den Onlive-Konkurrenten Gaikai aufgekauft hatten. Jetzt ist Sony DER Game-Streaming-Gigant!!!

*leises grillengezirpe*

Die Konkurrenz wird angesichts dieser Nachricht aber gut schlafen, denn das Streamen von Spielen, vor ein paar Jahren mit enormem Hype auf den Markt geknüppelt, ist im Gegensatz zum Streamen von Musik und Bewegtbildern ein Angebot ohne Nachfrage. Niemand braucht das. Niemand!*

Wer aufwendige AAA-Spiele zocken will, der hat zu Hause bereits Konsole und PC. Der wird auch weiterhin zu Hause dedizierte Spiele-Hardware samt dazu passenden Spielen haben wollen. Weil man es so haben will.

Wer kein Interesse an aufwendigen AAA-Spielen hat, der hat seine Browser-Spiele, der hat all die ungezählten Milliarden Titel für iOS und Android in den jeweiligen App Stores.

Und wer überhaupt kein Interesse an Spielen hat, der braucht auch kein Game-Streaming.

Richtig, Sony bietet Game-Streaming an. Als kleines Nischenangebot im Rahmen von Playstation Now. Hat MS Pläne für Game-Streaming? Nintendo? Jemand anderes? Amazon, wo man gerne zig Millionen für Drohnenauslieferung und Amazon-Bestellbutton für den Kühlschrank ausgibt? Nö. Nur Sony. Weil Game-Streaming nur eine kleine Angebotsnische ist und die Konkurrenz keine Veranlassung sieht für diese kleine Nische viele Dutzend Millionen Dollar zu investieren.

Wird sich das für Sony rentieren? Keine Ahnung, ich weiß es nicht. Spielt auch keine Rolle. Weil das Pferd tot ist. Weil es nie am Leben war. Weil es nur künstlich am Leben gehalten wurde, um mit Hype etwas von all den Investor-Millionen für sich selbst abzuzweigen.

Ruhe in Frieden.

*Ja, ich weiß, dass „niemand“ keine exakte Beschreibung ist. Es gibt für jedes Angebot eine Nachfrage. Aber angesichts der Versprechungen, die hier gemacht wurden, angesichts der Größe des Gesamtmarktes, stellen die paar Nischennutzer eine vernachlässigbare Größe dar.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Corporate.

21 Kommentare zu “Alle absteigen, das Pferd ist tot

  1. Akabei sagt:

    Ich weiß nicht, ob „[i]Wer aufwendige AAA-Spiele zocken will, der hat zu Hause bereits Konsole und PC. Der wird auch weiterhin zu Hause dedizierte Spiele-Hardware samt dazu passenden Spielen haben wollen. Weil man es so haben will.[/i]
    wirklich den Nerv der aktuellen und aufkommenden Gamergeneration trifft.

    Ich würde das Thema (leider) eher noch nicht zu den Akten legen. Da kommt bestimmt noch was, dass in ein paar Jahren als der große Hype für die Existenzberechtigung einer zukünftigen Playstationgeneration gepriesen wird.

  2. Harzzach sagt:

    Da kommt nichts mehr. Das Streaming von Spielen ist ein Angebot mit nur geringer Nachfrage, kein Systemseller, kein Must Have. Es war wirklich nur eine der kleineren Säue, die eine Weile lang durchs Dorf getrieben wurde.

    Wird es Sony bei der PS5 nochmal versuchen? Klar, man hat ja all die Technik und die Patente. Wird man Anklang finden? Nicht mehr als jetzt. Wird es sowas wie Playstation Now künftig noch geben? Klar, warum nicht? Aber nur als Zusatzangebot. Nicht als zentraler Umsatzpfeiler, an dem sich künftig alles andere ausrichtet, weil voll boahh ey! Hier hat Onlive drastisches und schnelles Scheitern allzu deutlich gezeigt, wie wenig Interesse, vor allem zahlendes Interesse daran besteht.

    Denn dieses Scheitern lag nicht an der Technik. Oder an zu wenig Kunden mit Breitband-DSL. Sondern an zu wenig Interesse, auf Grund zu starker Konkurrenz durch andere Plattformen und Vertriebskanäle!🙂

  3. Joe sagt:

    OnLive ist an YouTube und Twitch gescheitert.

    YouTube und Twitch sind kostenlos (bis auf ein bißchen überspringbare Werbung) und OnLive sollte richtig viel Geld kosten, wenn ich das richtig verstanden habe.

    Bei den anderen Streams wird gleich einer mitgeliefert, der das Spiel für mich durchspielt und kommentiert. Sehr praktisch: Zurücklehnen und Zuschauen. Bei OnLive muß ich selber zum Controller greifen.

    Ein OnLive mit dem Geschäftsmodell von YouTube hätte ich mir sicher mal angesehen. Jetzt stehen die OnLive-Kunden vor dem Nichts und verlieren alles, was sie bezahlt haben. Ein Schicksal, daß auch Steam-Nutzer irgendwann ereilen wird.

  4. anigunner sagt:

    Ich denke auch nicht das die Idee Spiele als Service anzubieten tot ist. Mit einer dementsprechenden Internetabdeckung wird das mehr Kundschaft kriegen. Ich meine was kann man heutzutage nicht mehr als Service bekommen? Im Moment versuchen sie ja ziemlich Videobezahlportale auf den Markt zu drücken. Und wenn die Menschen sich mal daran gewöhnt haben wird das auch mit Spielen funktionieren. Weil die meisten aktuellen Spiele nichts weiter sind als durchgerechnete Unterhaltungsprodukte, die man nebenher konsumieren kann. Und Spiele mittlerweile so eine breite Schicht an Leuten ansprechen, da gibt es sicher genug darunter die nichts dagegen haben das Zeug auf dem Tablet, Fernseher oder vielleicht PC zu spielen. Ohne Aufwand, mit absehbaren Kosten. Also wie gesagt, ich denke nicht das wir das in irgendeiner Form nicht wiedersehen werden.

  5. Das Alien sagt:

    Ich glaube schon, dass die meisten Spieler ihr Spielgerät doch lieber unterm Schreibtisch oder im Regal stehen haben. Aber abgesehen davon spielen mangelhafte technische Grundlagen wohl schon eine zwar untergeordnete, aber dennoch wichtige Rolle.

    Alleine die Verfügbarkeit von schnellen Internet ist im angeblich ach so technikfreudigen und fortschrittlichen Deutschland nicht selten immer noch ein Problem. Ich kenne mehr als genug Leute, die in Ballungs- und Wirtschaftszentren leben und immer noch kein DSL zur Verfügung haben. Und in ländlichen Gegenden sieht es mit Internet oft noch schlechter aus. Oft sind Kunden sogar noch durch Volumenbeschränkungen eingeschränkt, an Streaming von Spielen ist da noch nicht einmal zu denken. Und auch in meiner Gegend meint die Telekom, eine 2 Mbit-Leitung wäre doch mehr als genug, was ich dann doch schon wieder ganz anders sehe.

    Und Sony und Streaming? Ein Witz. Ich muss mir nur ansehen, wie oft mitten in einem Online-Spiel PSN die Verbindung verliert um erst gar keinen Glauben an flüssiges Streaming aufkommen zu lassen.

  6. Minando sagt:

    Es war noch zu früh. Wenn diese Streamingsache erstamal ohne merkliche Verzögerung möglich ist könnte ich mir schon ein Abo wie Netflix u.a. vorstellen. Streaming, am besten mit optionaler Festplatten- Kaufoption, warum nicht.
    Was ?
    Zocken ist inzwischen ein Massenphänomen, nicht nur Leute mit ordentlich Schotter für (relativ) leistungsfähige Hardware mögen ordentliche Grafik. Da wäre ein günstiges Gerät zum Streamen schon eine Alternative. Mieten für einpaar Wochen, danach entweder „meh“ oder „kaufen“, passt doch.

    Man kann das ganze natürlich auch als reine Kopierschutz- Schikane interpretieren…

  7. Harzzach sagt:

    Das hat nichts mit dem richtigen oder falschen Zeitpunkt zu tun.

    Auch rein technisch war es durchaus beeindruckend, was Onlive selbst mit schwächerer Anbindung zu leisten vermochte.

    Alleine in den USA leben in Ballungszentren mit guter Abdeckung GENUG potentielle Kunden, um Onlive ein gutes Auskommen zu ermöglichen … wenn es denn genug Leute gegeben hätte, die dafür Geld ausgeben wollen würden. Doch daran hat es eben gemangelt. Game-Streaming ist ein Angebot mit nur sehr geringer Nachfrage.

    Maximal, wenn alles gut läuft, wird das nur eine kleine Ergänzung der Angebotspalette darstellen.

  8. arillo sagt:

    Hoffentlich. Mich würds aber nicht wundern, wenn irgendwann mall jemand versucht, das mit einem todsicheren Produkt (Warcraft 4, oder so), auf den Markt drücken will und millionen Dumme den Mist so fressen wie er serviert wird. Dann dauerts auch nicht lange, bis sowas etabliert ist und andere nachziehen.

  9. Harzzach sagt:

    Sicher, die Mutter der Idioten ist immer schwanger … und je mehr Geld jemand hat, umso idiotischer sind seine Entscheidungen … dennoch behaupte ich wagemutig, dass der Zug für Game-Streaming ebenso abgefahren ist, wie das bereits Ingame-Werbung erleben durfte, wo aus einem DER Umsatzhoffnungsträger des letzten Jahrzehnts nur ein kleines Randgeschäft wurde.

    Und so Sachen wie damals bei GTA 4, als MS viel Geld an Take2 gezahlt hat, nur um Games for Windows Live mit der PC-Version verknüpfen zu dürfen … auch eher eine Ausnahme als die Regel. Die Regel ist hier, dass solche Sachen in der Regel nicht das bringen, was man sich davon versprochen hat. Wo ist GfWL heute? Mit welchem Client wird die PC-Version von GTA5 verknüpft sein? Ich wage mal zu behaupten, dass Valve keinen müden Cent gezahlt hat, damit Take2 das Teil fest mit Steam verknüpft. Man hat einfach die Marktwirklichkeit für sich sprechen lassen.

  10. Boreas sagt:

    Ach ja, die Ingame-Werbung. Aktiv erinnere ich mich nur an Werbetafeln in Battlefield 2142. Und die haben mich sogar dazu gebracht in beworbenen Kinofilm zu gehen😀
    Streaming an sich interessiert mich im Gaming überhaupt nicht – selbst wenn ich durch inzwischen angenehme Angebote bei Filmen die mich eher mäßig interessieren schneller zum Stream als zur BluRay greife.
    Spiele erfordern irgendwie ein solches mindestmaß an Mitwirken dass ich es lieber auf meiner Platte habe, und zur not noch dran rumspielen kann. Und sei es um mir alle Waffen zu ercheaten oder so😀

  11. arillo sagt:

    @Harzzach: GtA5 wird mit Steam (was okay für mich ist) und RGSC verdongelt (was überhaupt nicht okay für mich ist). Deshalb werde ich von einem Kauf auch Abstand nehmen. :>

  12. shaboo sagt:

    Letztlich ist Streaming nur die konsequente Fortsetzung dessen, was mit der Accountbindung, den reinen Digitalkäufen und der generellen Internetzentriertheit von Plattformen wie Steam, Origin oder Uplay vor zehn Jahren begonnen hat und heute alltägliche Realität ist.

    Wer auf eine schicke Box in seinem Regel verzichten kann und wem seine Steam-Bibliothek vollkommen ausreicht, dem wird es – sofern das technisch wirklich absolut einwandfrei funktioniert – auch irgendwann vollkommen egal sein, ob er sein Spiel nun noch von irgendwoher lädt und daheim installiert oder einfach per Streaming spielt.

    Ich sehe da, gerade was AAA und den reinen Massenmarkt betrifft, einfach zu wenig Gründe, dass Streaming langfristig prinzipiell scheitern müsste. Wenn die Technik und die flächendeckende Breitbandinternetversorgung in den relevanten Ländern mitspielt und wenn sich die Industrie in einer gewissen Breite dazu entschließt, mit dieser Technologie auf Teufel komm raus Geld zu verdienen, dann wird Streaming irgendwann Downloads in derselben Weise ablösen wie Downloads gerade den Retails den Garaus machen.

  13. Harzzach sagt:

    Die Technik ist nicht das Problem. Das Problem ist, dass die Industrie aus dem Scheitern von Onlive gelernt hat, dass Game-Streaming kein Geschäftsmodell ist, mit dem man viel Geld verdienen kann, denn die Technik war NICHT das Problem von Onlive, sondern die enormen Schwierigkeiten genug zahlende Kundschaft zu finden. Onlive hatte zum Start viel, viel Hype. Jede Menge kostenloses Marketing. Es wurde selber viel, viel Marketing betrieben. In den Ballungsgebieten der USA, wo es entsprechende Breitbandanbindung gibt, leben genug potentielle Kunden, damit sich das rechnen kann.

    Und trotzdem lagen zwischen Dienststart und Insolvenz gerade mal nur ein Jahr. Weil eine enorme Diskrepanz zwischen der angenommenen und der tatsächlich vorhanden Zielgruppe lag. Weil der Spielmarkt bereits ausreichend mit Angeboten für jeden Geschmack und Geldbeutel gesättigt ist. Game-Streaming kann sich hier bestenfalls nur irgendwo am Rande reinquetschen.

  14. Joe sagt:

    GtA5 wird mit Steam (was okay für mich ist) und RGSC verdongelt (was überhaupt nicht okay für mich ist). Deshalb werde ich von einem Kauf auch Abstand nehmen.

    Warum sollte man ein Spiel kaufen, dessen popkulturelle Anspielungen auf die Gegenwart mindestens zwei Jahre alt sind? Ich mein, das ist ja nun kein High Fantasy mit eigenem abgeschlossenen Universum, sondern es lebt eben genau davon.

  15. shaboo sagt:

    „Wer aufwendige AAA-Spiele zocken will, der hat zu Hause bereits Konsole und PC. Der wird auch weiterhin zu Hause dedizierte Spiele-Hardware samt dazu passenden Spielen haben wollen. Weil man es so haben will.“

    Aber das ist doch kein ewiger Wert, sondern einfach nur eine Momentaufnahme. Es ist gerade mal zehn Jahre her, da konnte man das „Weil man es so haben will“-Argument noch problemlos auf Retail-Spiele und die Abwesenheit irgendwelcher Aktivierungs- und DRM-Sperenzchen anwenden. und was haben wir heute? Erstens ändert sich das, was die Leute haben wollen, in rasendem Tempo – gerade in der heutigen Zeit, wo ständig neue Technologie- und Mode-Säue durchs Dorf getrieben werden – und zweitens bekommt man als Konsument (selbst in der Masse) längst nicht immer das, was man haben will.

    Wenn die Industrie sich in der Ansicht, womit sie in Zukunft Geld verdienen will, halbwegs einig ist, dann wird sie es – mit Zuckerbrot und Peitsche – auch schaffen, uns das langfristig aufzuzwingen. Vielleicht wird Streaming erst dann der Durchbruch gelingen, wenn es eben nicht nur für größere Städte in den USA und einigen anderen Ländern, sondern auch im letzten Winkel der Welt eine problemlose Alternative zu Retail und Download darstellt, aber wenn es scheitern sollte, dann ganz sicher am mangelnden Willen und mangelnder Penetranz der Industrie und/oder an der Technik, aber ganz sicher nicht am Verbraucher. Dass der am Ende – zumindest in der Masse – einigermaßen unkritisch und beliebig einfach das konsumiert, was man ihm, mit kleinen Zückerchen dekoriert, vorsetzt, hat die Vergangenheit doch gezeigt.

  16. Harzzach sagt:

    Natürlich ist das kein ewiger Wert und keine allgemein gültige Aussage für die nächsten 2000 Jahre. Aber JETZT, im heutigen Markt, absehbar auf die nächsten 10 Jahre sehe ich für Game-Streaming maximal nur Nischencharakter. Weil der Verbraucher allem Anschein nach kein großes Interesse an diesem Vertriebskanal hat. Weil seine Bedürfnisse schon längst durch andere Kanäle abgedeckt werden und der Marketingaufwand, um den Kunden „zu überreden“ in solchen Fällen den möglichen Nutzen weit übersteigen würde.

    Game-Streaming ist bereits am Verbraucher gescheitert. So wie DRM und Kopierschutz im Musik-Bereich am Verbraucher gescheitert sind, so gibt es keine nennenswerte Nachfrage nach Streaming-Diensten für Spiele. Dafür hat der Verbaucher kein Problem mit DRM in Spielen und er liebt seine Streams mit Musik und Filmen. Warum das so ist, darüber kann man ganze Abhandlungen verfassen, aber so ist das derzeit.

  17. taake sagt:

    Ich hab den Sinn von Game-Streaming eh nie verstanden, für mich ist das von Anfang an eine Totgeburt gewesen, zum einen, wer würde sich das Freiwillig antun?
    Zum anderen sehe ich die Technischen Vorraussetzungen als nicht gegeben an.
    20-80ms* auf ein Bild zu warten kann manchmal schon ziemlich ätzend sein.
    20-80ms* darauf warten das der Maus/Tastatur Input verarbeitet wurde und was passiert ist
    nicht spielbar, wenn man sich nicht gerade ein entspanntes Adventure zockt.
    Und um die Paar Idioten die da Sinnlos Geld reingeworfen haben weil das ja soooo luktrativ ist Gamer abzuzocken. Tja pech gehabt, nicht mein Geld. nicht mein Problem.

    *
    Mal so der Durchschnitt meiner Leitung, das kann natürlich noch weit schlimmer sein, je nach Standort und ISP.

  18. tombs sagt:

    Ich hab mich mit dem Onlive-Angebot nicht beschäftigt, kann also nur zum Allgemeinen und wenig zum Spezialfall sagen.
    Wenn mir heute Steam anbietet, für xx € Monat sein gesamtes Archiv zu nutzen (meinetwegen mit ner Schonfrist für die neuen Spiele), ich wäre dabei. Wenn es technisch akzeptabel funktioniert. Warum soll ich alle 3-4 Jahre ne Konsole kaufen oder alle 2 Jahre nen modernen PC. Und ich zähle mich da noch zu den Seniors, die es geil finden, so n Teil zusammenzuschrauben. Damit bin ich definitiv nicht die breite Masse. Was mich nervt, ist mit meinen 500-800 kb Download 30 GB Final Fantasy runterzuladen. Allein dieser Faktor „sehen, haben wollen und sofort haben/spielen können“ ist großartig.
    Die Frage, die sich mir stellt ist eher, welches Interesse haben die Softwareschmieden daran. Die verdienen mittlerweile echt viel Geld an ihren Produkten. Um da keine Verluste zum aktuellen Modell zu haben, müßten die Abos wirklich teuer sein und/oder Maxdome/Netflix- ähnlich nur eingeschränkte Portfolios zur Verfügung stellen.
    Im Video/Musikbereich haben die Anbieter erkannt, dass wirklich jeder in der Lage ist, sich das Zeug zu kopieren, was nen gewaltigen Preisdruck erzeugt hat (gut, iTunes hat auch mitgespielt).
    Im Gamingbereich ist das Problem selbst auf der Raubmordkopiererplattform PC bei weitem nicht so massiv, sodass die Preise stabil bis leicht steigend sind. Da genug Anbieter und deren reizvolle Spiele unter einen Hut zu bringen, halte ich für das entscheidende Problem (evtl. neben den Latenzen).
    Kurzum, wenn Angebot und Preis stimmen, ist die Idee für den Massenmarkt super. Die Großen Hersteller haben aber aktuell keinen Anreiz, ihre Lizenzen zu „verschleudern“, sodass es auf der Angeobtsseite allenfalls Teilbereiche abgedeckt werden können, quasi das GOG-Syndrom.

  19. Harzzach sagt:

    Weder musst Du alle vier Jahre eine neue Konsole und erst Recht nicht alle zwei Jahre neue PC-Hardware für aktuelle Spiele kaufen. Die Zeiten, in denen die neue geile Graphikkarte nach knapp sechs Monaten bereits wieder altes Eisen war und neue Spiele kaum vernünftig darstellen konnte, weil die Rendertechnik rasend schnell vorangeschritten ist … sind lange, lange vorbei. Ein Streaming-Dienst so Mitte der 90er? Das hätte mit dem Argument „Ich habe keine Lust mir ständig neue Hardware zu kaufen“ PERFEKT gepasst. Mitte der 90er wäre genau der richtige Zeitpunkt für einen Streaming-Dienst … gewesen🙂

    Es gibt derzeit nur ein Spiel, welches mich eventuell motivieren könnte mir neue Komponenten anzuschaffen: Star Citizen! Weil sich mit einer 4K-Auflösung hier tatsächlich ganz neue Bildwelten auftun. Die (massiv ruckelnden) Vergleichstrailer und (zum Glück statischen) Screenshots zeigen atemberaubende Details unter 4K, die mit 1080p kaum auffallen. Das ist der Wow-Effekt, den ich für neue Hardware brauche.

    Und flüssiges 4K-Streaming? Mwhahahaha! Heute hat ja kaum jemand die Hardware, um das flüssig darstellen zu können, geschweige denn einen bezahlbaren Anschluss mit entsprechenden Leistungsdaten.

  20. Ghostbit sagt:

    Für Game Streaming sprechen für den Nutzer nur zwei Gründe:

    -Investition in neue Hardware lohnt sich nicht
    -Investition in die Software (also das Spiel) lohnt sich nicht

    Beides Dinge die im wesentlichen davon abhängen, wieviel Spielzeit man in das Spiel voraussichtlich investieren wird. Wenn es eh nur ein paar Stunden sind, zum Beispiel zum anzocken eines neuen Titels, ob er einem liegt, finde ich Game Streaming schon attraktiv. Ich stelle mir vor, ich bezahle für zwei, drei Stündchen, kann das aktuell hochgehypte Supergame auf Top-Hardware zocken und wenn sich mal wieder herausstellt, das Game ist Mist, habe ich nur 2,50€ oder sonstwas ausgegeben, eben nur soviel wie ich auch zahlen wollte, denn ich konnte ja jederzeit ausmachen und den Geld-für-Daten-Fluss an meiner Seite zudrehen. Das fände ich auch sinnvoll für diese Art von Spielen, die man ja immer schonmal haben wollte aber immer zu geizig war. Die könnte man dann gepflegt anspielen, und wenn es nicht der erhoffte Heilsbringer ist, dann eben nicht. Game Streaming fände ich so schon nett. Euro für Zeit, unbegrenzt große Bib und bitte keine Latenzprobleme. Dann wäre auch meine Steam-Bibliothek sicher auch nicht so voll mit un- oder kaum gespielten Titeln *zwinkerzwinker*.

  21. Joe sagt:

    Ich stelle mir vor, ich bezahle für zwei, drei Stündchen, kann das aktuell hochgehypte Supergame auf Top-Hardware zocken und wenn sich mal wieder herausstellt, das Game ist Mist, habe ich nur 2,50€ oder sonstwas ausgegeben

    Das wissen auch die Publisher, weswegen sie keine Demos mehr rausrücken.😉

    Das Problem. Das Reinschauen in hochgehüpte Titel erledigen YouTube und Twitch vollkommen kostenfrei. Das was dann vom Steaming-Markt noch übrig bleibt, reicht nicht, um die Infrastruktur kostendeckend zu betreiben.

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