Ein Selbstversuch

Den immer größer anwachsenden Berg ungespielter Titel, entstanden in erster Linie auf Grund etlicher Sales und nicht besonders effektiver Selbstkontrolle (nie mehr lästere ich über Frauen, die im Schrank etliche Dutzend Paar Schuhe und Handtaschen haben, die sie niemals tragen werden), habe ich desöfteren thematisch verwurstet und verkäst. Mich immer damit rausredend, ich sei ja Sammler und ich müsse die erworbenen Titel gar nicht spielen, weil ich ja Sammler bin, haben sich im Laufe der letzten Jahre knapp 900 Spiele mit einer grob geschätzten durchschnittlichen Spielzeit von nicht einmal einer halben Stunde angesammelt. Manche Titel habe ich nie angerührt, anderen (sehr wenigen) habe ich dreistellige Stundenanzahlen gewidmet. Geldmäßig habe ich hier, ebenfalls grob geschätzt, im Laufe der Jahre so einige tausend Euro gelassen. Die ich, um es mal weniger freundlich zu formulieren, eigentlich auch aus dem Fenster hätte werfen können.

Jetzt habe ich einen Plan gefasst, um aus diesem Teufelskreis auszubrechen.

  1. Ich installiere alle Titel, die ich noch nicht durchgespielt/angerührt habe.
  2. Ich beginne mit A und spiele mich im Laufe der kommenden Monate/Jahre bis Z durch. Zuerst meine GOG.com-Erwerbungen, dann die Steam-Bibliothek.
  3. Was angefangen wird, wird auch durchgespielt. Heißt hier, die SP-Kampagne, falls vorhanden. Nicht gespielt werden klare Fehlkäufe wie z.B. Alan Wake oder Titel, die im Rahmen eines HumbleBundles zwar mit erworben wurden, die mich aber nicht einmal ansatzweise interessieren.
  4. Es wird erst dann das nächste Spiel angefangen, nachdem ich zumindest ein paar Kurzeindrücke über bewältigte Spiel hier im Blog veröffentlicht habe.
  5. Es wird dieses Jahr nichts mehr neu hinzugekauft.
  6. Die einzige Ausnahme von Regel 5: Pillars of Eternity. Vielleicht nicht unbedingt gleich zum Release, aber definitiv dieses Jahr.

Jetzt liegen etwa 3 TB an Daten auf der Festplatte. Der Desktop ist aufgeräumt, enthält nur noch das Wesentliche.

Ich bin guter Dinge und klicke auf “Aarklash – Legacy”.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Intern.

60 Kommentare zu “Ein Selbstversuch

  1. shaboo sagt:

    Bei solchen Dingen wie der Kamera in Alan Wake (und bei bescheuerten Checkpoint-Saves gleichfalls) frage ich mich immer, wie so etwas überhaupt durch die finale Qualitätskontrolle eines millionenteuren und jahrelang entwickelten Produkts kommen kann. Ist man da einfach kollektiv zu doof, zu faul oder zu gleichgültig für ein klares Veto? Oder hält man das tatsächlich für gelungen?

  2. Harzzach sagt:

    Was letztendlich bei AW en Detail passiert ist, weiß ich nicht. Vieles wirkt aber wie das Ergebnis, auf Teufel komm raus eine bestimmte Idee umzusetzen, die auf dem Blatt Papier zwar total toll wirkt, im Spiel selbst aber mehr Kopfschmerzen verursacht. Die lange Entwicklungszeit und die vielen Verzögerungen (AW sollte ja Starttitel und Zugpferd für Vista und DX10 werden) lässt vermuten, dass man sich beim Versuch diese fixe Idee umzusetzen auch vollkommen verrannt und überschätzt hatte.

  3. Michael sagt:

    Geht mir auch so, shaboo. Da ich um alles was „Du musst ein Benutzerkonto bei xyz anlegen um spielen zu können“ beinhaltet immer noch einen weiten Bogen mache, wächst der PoS nur ganz langsam. Das heißt bisher kein X-COM-Remake, kein Skyrim und auch kein Borderlands…😐

    Ich denke mir halt immer, diese Pest hat erst ein Ende wenn das niemand mehr kauft. Ich meine, gut, ich könnt’s auch kaufen und mich um einen entsprechenden „Patch“ kümmern, der jegliche Un-funktionen aushebelt (oder sollte man besser sagen: wieder einrenkt?) aber die Industrie versteht nur Abstimmungen mit dem Geldbeutel. Wenn sie mir was verkaufen, was einfach funktioniert ohne dass mich mich mit unerreichbaren Diensten, hackbaren Benutzerkonten etc. pp. rumschlagen muss, kriegen die auch Geld von mir. Sonst nicht.
    Cities: Skylines scheint ja auch von Steameritis befallen, also wieder was was meinen PoS nicht vergrößert.

  4. Minando sagt:

    Ich habe das bildlich vor Augen: ein einsamer Kletterer versucht einen Berg von Spielepackungen zu erklimmen, während er a) ständig abrutscht und b) von oben immer neue Packungen auf den Berg herunterrieseln.
    Nee, ich spiele lieber nur das was mich gerade interessiert. Dass ich dabei nach und nach unter neuen Spielen begraben werde juckt mich nicht: ich baue mir eine gemütliche Höhle in den Packungsberg und bin mit dem zufrieden, was ich darin finde.
    Ein Sofa stelle ich natürlich auch rein.

  5. Joe sagt:

    aber FTL Advanced für 2,29, Legend Of Grimrock für 2,69 oder Banished für 5,39 waren als Angebote einfach zu gut, um sie ungenutzt verstreichen zu lassen.

    Die Angebote kommen immer wieder, meist mit noch niedrigeren Preisen oder größeren Bundels. Und Warten lohnt sich, denn beim aktuellen Dollarkurs ist GOG eh nicht besonders attraktiv.

  6. Michael sagt:

    Bei Banished für 5,39€ hab ich dann auch den Kaufen Button gedrückt

  7. shaboo sagt:

    @Joe:
    Da hast Du natürlich Recht; es ist sicher nicht so, dass diese Angebote einmalig waren. Allerdings bekomme ich viele Sales gar nicht mit, so dass die Wahrscheinlichkeit bei mir recht groß wäre, ähnlich gute Angebote in der Zukunft einfach zu verpassen. Außerdem macht es aus meinen Augen auch wenig Sinn, bei Preisen von 2,29 oder 2,69 auf NOCH NIEDRIGERE Preise zu warten. Den Dollarkurs würde ich dabei einfach ignorieren, da mir diesbezügliche Preisschwankungen zu langfristig, zu unvorhersehbar und – bei dem, was ich für Spiele ausgebe – auch zu unerheblich sind. Zudem gibt es bei der derzeitigen Situation in der Euro-Zone auch wenig Grund zur Hoffnung, dass der Euro kurz- oder mittelfristig deutlich an Wert zulegen wird. Dazu stehen einfach zu viele Länder derzeit wirtschftlich zu schwach da, und zwar eben mittlerweile nicht mehr nur Griechenland oder Portugal, sondern auch Länder wie Frankreich, England, Spanien oder Italien, auch wenn denen vielleicht kein Super-GAU droht.

  8. Joe sagt:

    Zudem gibt es bei der derzeitigen Situation in der Euro-Zone auch wenig Grund zur Hoffnung, dass der Euro kurz- oder mittelfristig deutlich an Wert zulegen wird

    Gut, das heißt dann eine effektive Preiserhöhung von 30-90 % und hat bei mir als Konsequenz die komplette Streichung des Budgets für neue Elektronik-Gadgets zur Folge. Sprich: Entweder die Amis machen hier mal bessere Preise oder sie sind komplett raus aus dem Geschäft. Und was Software angeht, stelle ich da ohne mit der Wimper zu zucken auf russische Methoden um.😉

  9. Michael sagt:

    Naja einen Vorteil hat der schwache Euro: Das relativiert das Regional Pricing. Wenn nämlich 45.99$ de facto 45,99€ sind, macht es auch nix wenn der Onlinehandel so tut als wäre es dasselbe…😀

  10. Joe sagt:

    Naja einen Vorteil hat der schwache Euro: Das relativiert das Regional Pricing. Wenn nämlich 45.99$ de facto 45,99€ sind, macht es auch nix wenn der Onlinehandel so tut als wäre es dasselbe…

    Hehe, sorum funktioniert das natürlich nicht. Die Euro-Preise werden natürlich schon kräftig erhöht. GOG hat ja mal im kleinen Tier bei 4,49 € angefangen…

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