Ausgereizt

Eigentlich bin ich ja hobbyistisch beschäftigt. Immer wieder ne Runde in Azeroth, wo ich selbstverständlich einen Untoten (was auch sonst, wenn ich Horde spiele) in Richtung Level 90 päpple, um mir dann vielleicht das neue Addon zu zulegen. Zwischendurch ein paar vergnügliche Stunden Might & Magic 10 – Legacy. Eigentlich bin ich ausgelastet.

Dennoch habe ich gestern einen RTS-Flash bekommen. Ich musste alle Spiele dieses Genres installieren, die ich gerade greifbar auf CD, DVD und Festplatte hatte. DOS-Klassiker wie Dune 2 oder Warcraft, übersehene Kleinode wie “Warwind” oder “Battle Realms” und Alltime Favourites wie “C&C Generals” oder “Age of Empires 2”. Und wie sie alle mehr oder minder erfolgreich auf der Festplatte versammelt waren und sich überraschenderweise mehr potentielle Problemkinder (Titel aus der Win95/98-Ära) auf Anhieb starten ließen als befürchtet, da fiel mir auf, was für eine unglaubliche Bandbreite dieses Genre im Laufe der Jahre geboten hat. In Sachen Setting gab es so gut wie keine historische Periode, die ausgelassen wurde. Es gab tonnenweise SF- und Fantasy-Settings. Es gab unglaublich viele Variationen in der Gameplay-Mechanik. Die einen setzten auf Massen von Einheiten, andere auf wenige, sehr starke Einheiten mit Spezialfähigkeiten. Oder beides. Ressourcen mussten abgebaut, beschützt oder in Relation zur Größe der Armee generiert/verwaltet werden. Dann gab es Spiele ohne Basenbau, wo jede verlorene Einheit ein herber Rückschlag war. Oder Spiele, wo man während einer Mission aberhunderte von Einheiten verliert, aber noch Tausende mehr bauen kann.

Das war ein tolles Genre. War. Denn um es mit den Worten Galadriels zu sagen: “The world is changed. I feel it in the water. I feel it in the earth. I smell it in the air. Much that once was is lost, for none now live who remember it.”

Ich rede hier bewusst in der Vergangenheitsform. Ja, es gibt noch ein Starcraft 2, welches Blizzard im Laufe der letzten drei Jahre so einiges an Kohle in die Kassen gespült hat und noch spülen wird. Ja, es gibt ein League of Legends und andere Spiele dieses Subgenres, von denen alleine LoL gefühlt mehr aktive Spieler hat als es in den 90ern RTS-Fans überhaupt gab. Aber mehr gibt es nicht. Starcraft und zwei, drei populäre MOBA-Vertreter. Das war es dann auch. Es gibt so gut wie keine RTS-Indie-Projekte. Bei MS deutet man seit Jahr und Tag zwar immer etwas an, welches man als Wiederbelebung des Age of Empires-Franchises interpretieren könnte, doch mehr als nur HD-Versionen der alten Klassiker und ein auch wieder eingestellter Online-F2P-Ableger kam bislang nicht bei raus. Dann könnte man noch Petroglyph nennen, wo man seltsamerweise immer noch von dem Ruf zehrt das inoffizielle Westwood zu sein, nur weil das Studio anfangs von ehem. Westwoodies gegründet wurde, doch von dort kommen seit geraumer Weile auch nur erfolglose MOBA-Klonversuche. Bezeichnenderweise versucht man es jetzt sehr, SEHR konservativ mit “Grey Goo”.

Ein lebendiges, variantenreiches Genre sieht anders aus. Es muss ja nicht groß sein. Es müssen keine CoD-ähnlichen Umsätze erzielt werden. Aber es sollten schon mehr Titel als die, die es in diesem Genre aktuell noch gibt. Ob es zu einer Wiedergeburt in diesem Genre kommen wird oder die letzten Fans es den Elfen gleich tun werden und in den Westen gehen … ich bin zwar nicht Galadriel, aber in meinem Urin habe ich es, dass es das war. Das mit dem Rahmen ziehen und dem Attack Move und dem Mikro-Management fleissiger Arbeiter. Für die Verwalter der immer noch bekannten und populären RTS-Franchises ist dieses Genre nicht kommerziell relevant genug. Dass es im Zuge des Crowdfunding- und Indie-Booms der letzten fünf Jahre so gut wie keine RTS-Projekte gab, ist zumindest für mich ein deutliches Indiz, dass dieses Genre sogar in diesem Bereich nicht mehr genug Leidenschaft und somit auch kommerzielle Relevanz erzeugen kann. Nicht einmal mehr in der ökologischen Nische.

Mir scheint das RTS-Genre ausgereizt. Alles, was man im Rahmen dieses Genres tun kann, ist getan worden. So gut wie alle historischen Epochen sind erforscht worden und es gibt genug SF- und Fantasy-Settings. Es ist nahezu alles denkbare versucht worden, um das Gameplay sinnvoll oder sinnlos zu erweitern. Und wenn man im MOBA-Subgenre noch mehr RPG-Elemente einbaut, hat man bald alle RTS-Wurzeln hinter sich gelassen und ist im Action-RPG eines Diablo angekommen.

Dieses Genre hat seine Blütephase gehabt und spielt im schnelllebigen Videospielmarkt, wo der Chartstürmer des letzten Jahres der Ladenhüter des kommenden Jahres sein kann, kommerziell keine Rolle mehr. Und kommerzielle Relevanz ist DAS Kriterium, welches über die Existenz eines Spieles entscheidet, gleichgültig, ob sei es von den Bändern der Major-Fabriken oder der Indie-Manufaktur im Keller kommt. RTS findet kommerziell nur noch als MOBA statt und Starcraft 2 ist die Ausnahme, welche die Regel bestätigt.

Schade.

Aber ist so.

Ich bekomme davon keine schlaflosen Nächte. Weil … wenn es mich juckt, steige ich in meine Software-Gruft und stöbere durch vermoderte Spielepackungen und fege Staub von alten Festplatten, installiere nach Lust und Laune, hoffentlich halbwegs kompatibel mit aktueller Hardware und OS-Umgebung, und zocke eine Weile. Genug, um das Jucken abzustellen. Mehr braucht es nicht.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Underdog.

34 Kommentare zu “Ausgereizt

  1. anigunner sagt:

    Das meistgespielte Spiel auf meinem Android-Tablet ist Dune II. Einfach weil es viel Charme hat und durch seine strotzdumme Gegner-KI immer noch bequem mit den Fingern zu „bespielen“ ist. Bequemer sogar als mit der Maus, da man hier ja jede einzelne Einheit anklicken muss.

    Ich weiß nicht ob man das Konzept wirklich als tot bezeichnen kann, „Planetary Annihilation“ hat es doch durch Kickstarter geschafft? Sicher, sind nur sehr kleine Lebenzeichen für Liebhaber, aber besser ein schwacher Puls als gar keiner mehr🙂

    Also ich wäre einem „gemütlichem“ RTS durchaus aufgeschlossen.

  2. Harzzach sagt:

    Schau Dir an, wieviele Crowdfunding-Projekte es in z.B. dem RPG-Genre gibt. Oder Space Sims. Oder TBS mit allen möglichen Settings. Roguelikes. Sims aller nur denkbaren Größenordnung aus Ausrichtung. Kannst Du mir noch ein RTS-Projekt neben PA nennen? Ich habe nur eine Handvoll gefunden. Einige davon haben es nicht geschafft ihr Funding-Goal zu erreichen und die anderen benutzen RTS nur als Schlagwort, um mit lächerlichst winzigen Summen angeblich irgendein monströses All-Genres-In-One-Game zu produzieren.

    Ein Puls ist noch da, keine Frage. Ihn aber schwach zu nennen, wäre noch sehr beschönigend ausgedrückt. Auch wenn Wunder immer wieder geschehen, aber es braucht schon ein Wunder, um diesem Genre mehr als nur komatöses Dahindämmern einzuhauen.

  3. madmaetz sagt:

    Dune 2 auf dem Tablet.. hat mIch schon die ein oder andere Vorlesung gekosget.

    Aktuell wäre vielleicht Planetary Annihilation zu nennen, welches versucht, das Fähnchen ein Stückchen weit hoch zu halten. Blitzkrieg soll demnächst fortgesetzt werden (Ich vergöttere sudden Strike) und die HD Versionen von Homeworld könnten, sofern sie Geld einspielen, vielleicht einen Indie Entwickler animieren..

    Ich sehe diesen Trend, besser gesagt diese Tatsache, ebenfalls mit Bedauern. Immer häufiger bekomme ich Lust darauf, mal wieder Armeen für mich kämpfen zu lassen, statt allein über Häuser zu klettern oder durch den Dschungel zu krauchen.

  4. Dr Kuolun sagt:

    Ein paar Phantome gibt es da doch noch alleine piepsend im All: Sun Age: battle for Elysium und die one man show Meridian New World. Nicht, dass eines von den beiden den Weg auf meine Festplatte geschafft hätte, scheiterte weil Windei.
    Letzter Hoffnungsschimmer ist da schon Grey Goo, aber der Schimmer stirbt ja bekanntlich zuletzt. Dann gab es da noch das space Dingens, wo man ohne Basenbau eine kleine Flotte durchs All überleben lassen musste. Homeworld ließ grüßen, Name entfallen wegen Unwichtigkeit.

    Ich sehe aber auch „dass der Puls noch schlägt“, zumal Sins of a solar Empire da den Defilibrator angesetzt hat. Ja ich weiß, neu ist das Spiel auch nicht mehr, aber kam in einer totgesagten Zeit und hielt den Patienten am Leben.

    Wenn wir schon mal dabei sind nach schönen RTSlern zu suchen wie nach guter Science Fiction im Kino, nämlich Nadel im Heuhaufen (Präriegras weht durchs Bild):

    Ich gehöre zu den Leuten, die gerne mit einzwei Freunden RTS kooppen gehen und ich mag das vielgescholtene Supreme Commander 2.
    Ja ich weiß, es fliegen die faulen Eier der Liebhaber vorheriger Titel, gehör ich ja schließlich selber zu. Trotzdem: wenn man sich mal davon löst, gibt es nette Maps, viele Einstellungsmöglichkeiten zur Spielschwere, Einheitenvielfalt und nette Experimentals – auch wenn sie eher wie Tier 3 wirken. Grafik eigentlich ganz witzig, Ressourcenmanagement gedehnt passabel, aber vor allem: ZOOMSTUFE wie es Standard sein sollte!
    Die Runden sind kurzweilig und machen Spaß. Wir spielen häufig 3 vs 5 KI, das geht dann schnell zur Sache die 8er Karten sind so groß wie sie sein sollen. Mit Schilden, Nukes und Artillerie hat man ein paar taktische Komponenten mehr. Forschungsbaum ist auch im Lieferumfang enthalten, nur Ladekabel fehlt. Scherz beiseite, Lanze aber gebrochen für das Viegescholtene.

    Ach ja und noch was: Irgendwie mochte ich nie die Spiele, wo man die Knotenpunkte einnehmen und halten muss (Company of Heroes oder Warhammer). Irgendwo haperte es da immer im Spielpspass. Lieber Pass halten, Basis zerstören oder so was.

  5. Dr Kuolun sagt:

    Sorry, hab noch einen: ich mochte ja auch irgendwie Warlords – Battlecry III. Da gab es im Deutschen bei den Necros ne bucklige Baueinheit, die immer sagte: „Euer ergebenster Stiefellecker“ oder „Füttert mich mit Fleisch“. Sehr schön, konnte man nie anclicken ohne zu grinsen. Hach, damals…

  6. Joe sagt:

    Ich meine mich zu erinnern, daß der überdurchschnittliche Erfolg der RTS-Spiele der 90er vornehmlich auf Deutschland beschränkt war.

    Die heutigen kommerziellen Interessen richten sich hauptsächlich am US-Markt aus und wir können dann eben sehen, was da an Krümeln zu uns herüberschwappt.

  7. lurtzi sagt:

    Ich bin ja eigentlich der Meinung, dass es heute mehr Abwechslung und Auswahl im Bereich Videospiele gibt, als jemals zuvor. Aber die (Nicht-)Entwicklung im Bereich RTS sehe ich als alter Veteran mit zwei weinenden Augen😦

    Es tut sich wirklich gar nichts mehr, nichtmal Indies wagen sich ran, wie du ganz richtig sagst.
    Klar, es gibt noch Relic, Creative Assembly und Blizzard, aber die machen auch alle nicht das Spiel, welches ich als AoE-Fan so geliebt habe.

    Und so krame auch ich regelmäßig noch das geniale Warcraft 3 raus, was kaum gealtert ist und für mich sowieso der absolut Höhepunkt der blizzardschen Designkunst war, ein so gutes Addon wie The Frozen Throne werden wir wohl nicht mehr erleben. Einzig ein echter Widescreenmodus wäre nett.
    Oder eben Age of Mythology und Age of Empires 2, gerne auch in der respektiven HD-Edition. Rise of Nations/Rise of Legends, zwei unglaublich geniale, leider schon damals weitgehend untergegangene Spiele. Spiele, die mich seit mehr als einem Jahrzehnt begleiten.

    Und danach kommt auch mir die Erkenntniss, dass diese Titel eigentlich alles gesagt haben, was in dem Genre gesagt werden muss. Und dennoch finde ich es sehr schade, dass sich so gar nichts tut.
    Aber Adventures waren ja auch so gut wie tot (außer in Deutschland ;)), vielleicht gibt es in ein paar Jahren doch nochmal einen Hoffnungsschimmer am Horizont…

    Auf Microsofts Kokettierungen mit der AoE-Serie gebe ich gar nichts. Die haben die Ensemble Studios vor die Hunde gehen lassen, weil sie nicht in ihre Konsolenstrategie gepasst haben und seitdem kam nur noch Schrott, der den Namen AoE beschmutzt. Wenn man jetzt im Zuge des Windows-10-Events wieder davon spricht, dass man PC-Spieler, XBoneler und Mobilespieler zusammenführen möchte, weiß man schon dass Microsoft null verstanden hat was PC-Spieler wollen, und dass da nichts außer einer Vollkatastrophe wie einem AoE Online oder – Gott bewahre! – Games for Windows Live 2 rauskommen kann.

  8. shakeyourbunny sagt:

    weiß man schon dass Microsoft null verstanden hat was PC-Spieler wollen, und dass da nichts außer einer Vollkatastrophe wie einem AoE Online oder – Gott bewahre! – Games for Windows Live 2 rauskommen kann.

    Das Ganze gibts schon, nennt sich XBox Live bzw den Microsoft App Store, den sie mit Windows 10 noch einmal weiter pushen möchten.

    Das RTS Genre ist doch recht überschaubar, da läuft es fast immer darauf hinaus, daß man eine Basis baut und dann den Feind niedermacht, viel mehr ist bis auf eine opulente Inszenierung nicht drinnen.

    Da bedarf es Elemente aus anderen Genren (vor allem RPG, levelbare Heldeneinheiten), um es aufzufrischen.

    Selber bin ich mehr ein Freund des rundenbasierten / taktischen Strategiespiels, aber ich finde es trotzdem schade, wie EA Command & Conquer mit dem 4. Teil die Serie gegen die Wand gefahren hat.

  9. lurtzi sagt:

    Naja, IMO ist das wie zu sagen „in jedem Ego-Shooter schießt man auf Gegner“. Gab doch sehr nette Variationen innerhalb des Genres und frischer Wind wie durch RPG-Elemente ist absolut nicht unerwünscht.

  10. anigunner sagt:

    „Grey Goo“ wurde ja schon genannt, wobei ich mich damit noch nicht groß auseinandergesetzt habe. Natürlich, es wird höchstwahrscheinlich nie wieder so einen RTS-Boom geben wie damals. Aber ehrlichgesagt habe ich lieber ein paar gute Spiele als zig Ableger von einem Erfolgstitel. Der Patient mit dem schwachen Puls macht auf mich einen besseren Eindruck als die arme Sau nebenan, welche künstlich mit Elektroschocks alle Jahre wiederbelebt wird um mit massig Make-Up versehen noch Käufer zu finden. Das ist nicht nur unappetitlich, es stinkt auch mittlerweile zum Himmel und nervt.
    Abgesehen davon, du heulst doch die ganze Zeit rum das dein „Pile of Shame“ größer wird. Sei doch froh wenn die Spieleindustrie mal ein paar Gänge runterschaltet😉

  11. Longbow sagt:

    Für Fans von Act of War könnte das neue Act of Aggression interessant sein.

  12. Michael sagt:

    Die „Wargame“-Spiele haben ja leider nicht ganz so eingeschlagen wie seinerzeit R.U.S.E., sind aber dennoch rezente RTS-Titel…

  13. Marsi sagt:

    Und nicht zu vergessen ist der inoffizielle Battle Isle Nachfolger: Battleworlds Kronos!

  14. Boreas sagt:

    Tot finde ich das noch lange nicht, und im kleinen Kreise meiner Freunde erfreut sich dieses Genre noch regen Pulses. Neben Wargame welches ich noch alleine genießen muss kommen ab und an einige Runden „Men of War“ zusammen. Abgesehen davon gibt es aber tatsächlich viele alte Klassiker die immernoch einwandfrei funktionieren. Von Anno über Starcraft (1) oder Age of Empires, alles ist sehr gut gealtert. Eventuell liegt hier ja der Hund begraben.

    Letztendlich liegt es aber vielleicht auch daran dass Strategietitel nur schwer Ingame-DLC und anderes beinhalten können, ohne nach Pay2Win zu stinken. Und wer spielt heute schon Spiele ohne DLC?😛

  15. Minando sagt:

    Habe neulich „Z“ für Mobile erworben. Ist witzig, natürlich, aber nach einer Weile kam mir der ketzerische Gedanke „MUSS das eigentlich so fummelig sein ?!“.
    Aber nix desparado (oder so), wartet mal auf die nächste Gamergeneration. Mein Nachwuchs spielt sehr gerne Warcraft, und damit ist NICHT WoW gemeint..

    …das spielen sie allerdings auch.

    Oft.

  16. Akabei sagt:

    @Marsi: Ein RTS ist Kronos aber auch mit viel gutem Willen nicht.😉

    TBS war aber auch immer mein favorisiertes Strategiegenre, obwohl ich schon seit der Geburt der RTS Spiele dabei bin. RTS war mir nach einer Weile immer zu hektisch und mehr ein Reaktionsspiel, als über seinen nächsten Schritt nachzudenken. Panzer General hat C&C bei mir in Sachen Spielzeit bestimmt um den Faktor 10 geschlagen.

    Kurz vor der Jahrtausendwende war ja gefühlt jedes zweite Spiel ein RTS und das ist jetzt eben nicht mehr so. Ein Comeback ist trotzdem nicht ausgeschlossen und ich würde nicht weinen, wenn sich ein paar Entwickler für ein neues RTS, statt den dreihundertsten Zombieshooter entscheiden würden.

  17. Joe sagt:

    Auf Microsofts Kokettierungen mit der AoE-Serie gebe ich gar nichts. Die haben die Ensemble Studios vor die Hunde gehen lassen, weil sie nicht in ihre Konsolenstrategie gepasst haben und seitdem kam nur noch Schrott, der den Namen AoE beschmutzt.

    Nicht nur das. Microsoft hat auch ohne Not den Gameport gekillt und DirectInput durch XInput ersetzt. Sprich: PC-Spiele eingabeseitig verkrüppelt, um die 360 zu pushen. (Und von EAX, DirectMusic, DirectPlay usw. wollen wir gar nicht erst anfangen.) Derweil hat hat Valve den Gebrauchtmarkt gekillt und den ehemals persönlichen Computer in einen reinen Wolken-Teleschirm verwandelt.

    Wenn man jetzt im Zuge des Windows-10-Events wieder davon spricht, dass man PC-Spieler, XBoneler und Mobilespieler zusammenführen möchte, weiß man schon dass Microsoft null verstanden hat was PC-Spieler wollen

    Das interessiert die gar nicht, was PC-Spieler wollen. Im Zuge der Bewölkung werden die äh „Plattformen“ sowieso vollständig verschwinden, die Spiele bei Microsoft, Valve & Co. im Rechenzentrum laufen und unterschiedslos auf den Smart-TV, das Tablet, den „PC“ oder was auch immer gestreamt.

    Die Kreativität wird sich da vor allem auf fantasievolle Modelle zu finanziellen Ausschlachtung dieses Modells beschränken (Abo, Pay-per-View, Mikrotransaktionen usw.). Und die gefeierten „Indie“-Entwickler werden freudig auf den Zug aufspringen oder eben notfalls mit 2 Billionen Dollar weggekauft.

    PC-Spiele sind langfristig tot. Deal with it!

  18. Akabei sagt:

    btw: Wer schnell ist, kann hier den Steam Key für ein nettes, kleines RTS namens The Few einlösen: DTW9Z-VJKFK-ZQ5F2

    und wer nicht schnell genug war muss auch nicht weinen. Das Spiel gibt es momentan (auch ohne DRM) im Mystery 3 Bundle bei indieroyale.com für etwas mehr als einen Euro inklusive ein paar anderer Spiele.

  19. Marcus Himself sagt:

    Dann sage ich mal Danke und stürze mich direkt in die Schlacht.

  20. Uranochos sagt:

    Nachdem ich neulich wieder Emperor: Battle for Dune gespielt hatte, habe ich mir vor ein paar Tagen Warcraft III und Sins of a Solar Empire bereitgelegt. Im Freundeskreis spielten wir zuletzt abwechselnd W40k oder Starcraft(1).

    Ich habe nicht das Gefühl, dass mir im RTS-Genre wirklich etwas fehlt.
    Der Trend zu immer „besserer“ Grafik ist bei RTS ziemlich witzlos, da man eh so weit wie möglich rauszoomt, um ein möglichst weites Sichtfeld zu haben.
    Da sind Gegner-KI, Koop-Multiplayer und Anpassbarkeit des Schwierigkeitsgrades in meinen Augen viel wichtiger.

    Was könnte es denn Neues geben?
    Einheiten per Sprachbefehl steuern? Endlich mal zeitgemäße Umsetzungen des „Fog of War“, mit intelligenter Erkundung und störanfälliger Kommunikation? Per Oculus Rift mitten im Kampfgetümmel ums Überleben des Kommandanten bangen?

    Ich denke mal, Veränderungen in diesem Genre sollten wohldosiert und mit einer Menge Feintuning erfolgen. Nichts, mit dem schnelles Geld zu verdienen ist.

  21. Alex sagt:

    Sagt mal, aus welchem Game ist denn das Bild im Hintergrund hier auf der Seite?

  22. LordFjord sagt:

    Och ja, die guten alten RTS.
    Hervorzuheben wäre SupCom FA, was mit einigen Mods mich so einige Tage/Wochen/Monate beschäftigt hat. SupCom2 war zwar von der KI besser (Dank Sorian), aber es fehlte das gewisse etwas.

    Aber so tot wie Harz meint ist das Genre nicht. Sins of a Solar Empire oder Planetary Annihilation sind finde ich würdige (mehr oder weniger) aktuelle Vertreter des Genres.
    Schade eigentlich dass das Kickstarter von Uber mit Human Resources so ungeschickt gewählt war – zeitlich gesehen ein no-go das zu machen bevor PA „fertig“ war, die crowdfunder sind da (zum Glück) sehr schonungslos.

    Was mir immer noch ein wenig fehlt wäre ein schönes RTS was man gut coop zocken kann – und zwar nicht Skirmish sondern mit Kampagne und Story (was bilde ich mir eigentlich ein…).

    Für die Zukunft werde ich mal Grey Goo verfolgen (danke für den Tipp) und natürlich das wiederbelebte Homeworld.
    Ja, so ein Homeworld mit coop Kampagne, das ist eigentlich was ich suche.

  23. LordFjord sagt:

    @Alex: Dune2, eigentlich das erste RTS in der Form wie wir sie Heute kennen.

  24. Alex sagt:

    @LordFjord: Jo, aber doch nicht das Ur-Dune 2, welches ich auf’m Amiga gezockt hab!? Das hier sieht doch viel besser aus?

  25. Harzzach sagt:

    Das ist ein Highres-Mod für Dune 2000.

  26. Das Alien sagt:

    Die Vielfalt im RTS-Genre war allerdings etwas Besonderes. Selbst für Spieler wie mich, denen Klickorgien wie Starcraft viel zu hektisch waren, kamen auf ihre Kosten. Spiele wie Ground Control und selbst die Warhammer 40K-Reihe ließen sich so schön gemütlich spielen… einigeln und dann gaaanz langsam vorrücken, den Feind mit überlegenen Einheiten zerbröseln und ja keine eigene Einheit verlieren (Neeeein, nicht Timmy! Er war doch noch so jung!) Ich hab übrigens erst neulich gelernt, dass sich das „turtling“ nennt.

  27. Uranochos sagt:

    Gerade bei den RTS zeigte sich schnell, welches Spiel eine gute Basis bietet, um darauf aufzubauen und damit weiterzumodden.
    Häufig fanden sich mit Talent und Motivation ausgestattete Menschen, die diese Spiele über Jahre hinweg weiterentwickelt und verbessert haben, so geschehen zB bei Dark Reign.

    http://darkreign.ws/patch/

  28. onepiece sagt:

    Hallo🙂

    Ich persönlich glaube nicht, dass das Genre RTS tot ist.

    Dass es kaum Versuche in der vegangenen Zeit gab, liegt wohl eher an den einfallslosen „Spielestudios“ (Majors wie auch Indies).
    Das glaube ich deshalb, weil sich die Interessen der Leute jetzt nicht komplett geändert haben, man spielt aber halt das, was es a) überhaupt gibt und b) man auch kennt.
    Wenn eben nix Neues im RTS-Genre kommt, dann spielt das halt auch keiner.

    Spielmechaniken waren schon alle da? Also bitte, Egoshooter gibts schon seit Äonen und CoD und Co. verkaufen sich trotzdem wie blöde!
    Die jungen Spieler von heute kennen doch die meisten „alten“ Titel gar nicht, da ist riesiges Potential!
    Dass das kein Publisher/Gamedesigner nutzt, spricht nur für meine These, dass die halt einfach einfallslose Nasen sind, die alle untergehen werden, wenn man nich paar frische Leute irgendwoher dazuholt…

    Viele Grüße🙂

  29. lurtzi sagt:

    Juhu, vorhin hat Star Wars Galactic Battlegrounds seine Digitalpremiere bei GOG gefeiert🙂 Fühlt sich zwar „nur“ wie ein Mod für AoE 2 an, aber das ist ja nichts schlechtes und bisher war es nur teuer als retail zu bekommen.

    Die nächsten Wochen sind strategisch gerettet😉

  30. Ridikuli sagt:

    Ich denke ja, mit den RTS ist es wie mit den richtigen harten RacingSims heute: eigentlich wäre es heutzutage schöner, größer, toller denn je möglich, aber irgendwie ist die Zielgruppe genau zu klein, so dass richtiger Aufwand sich nicht wirklich lohnt.

    Und die Beackerung durch Indies und co. wird dadurch verhindert, dass die Zielgruppe halt den Kram von früher kennt und dadurch sowieso längst auf dem „früher war alles besser“-Trip ist. Das heißt, man kann als Entwickler nur alles falsch, neutral nur Kram so wie früher und besser eigentlich gar nichts machen. Schwieriges Feld.

    Mir persönlich waren die paar Spiele aus dem Genre, die ich gespielt habe, entweder zu hektisch oder man konnte sich nicht eingraben. Diverse Command&Conquer-Teile und, soweit ich mich recht erinnere, eines der Warcraft-Spiele habe ich gern gespielt bis zur erstem Zeitlimit oder irgendeinem anderen „Du darfst dich nicht eingraben“-Quark.🙂

  31. Joe sagt:

    Ich denke ja, mit den RTS ist es wie mit den richtigen harten RacingSims heute: eigentlich wäre es heutzutage schöner, größer, toller denn je möglich, aber irgendwie ist die Zielgruppe genau zu klein, so dass richtiger Aufwand sich nicht wirklich lohnt.

    Och, der Aufwand lohnt sich schon. Die Herren aus der F1 trainieren alle im Simulator. Im Unterschied zu früher hat Otto-Normal-Zocker auch mit ein paar Jahren Verzögerung keinen Zugang zu solcher Technologie. Statt dessen produziert man mit 200 Mio. Budget Moorhuhn HD und Mario Kart HD mit lizenzierten Fahrernamen.😉

    Bei Flugsimulation sieht es ein bißchen besser aus. Lockheed Martin verkloppt eine zivile Version ihrer Trainingssoftware und die Russen von Eagle Dynamics haben mit DCS eine knallharte Kampfflugzeug- und Helikopter-Simulation gebaut. (Mußte ich wieder weglegen, weil ZU schwer: „In Soviet Russia…“)

    Und die Beackerung durch Indies und co. wird dadurch verhindert, dass die Zielgruppe halt den Kram von früher kennt und dadurch sowieso längst auf dem “früher war alles besser”-Trip ist. Das heißt, man kann als Entwickler nur alles falsch, neutral nur Kram so wie früher und besser eigentlich gar nichts machen. Schwieriges Feld.

    Auch die Indie-Entwickler träumen nur davon, entweder Minecraft zu wiederholen (speziell den finanziellen Erfolg) oder schwelgen in 8-Bit-Pixeln. Sind halt auch nur gewöhnliche Spiele-Entwickler, keine speziellen Schneeflocken.😉

  32. Dr. Kuolun sagt:

    Hm, ich glaube nicht, dass man da das Rad neu erfinden muss. Wenn ich mir mal sowas anschaue, wie der smarte kleine Erfolg vom Grimrock, ist da doch archaisches gameplay liebevoll modernisiert worden. Da braucht keiner die Totschlaginnovation. Ich denke, das müsste mit RTS auch gehen, wir wollen ja nur simplen Spielspaß, taugliche Wegfindung und ne halbwegs passable KI-Variation im Angriffs- und Bauverhalten.

    Beim Dune-Hintergrund wurde mir auch ganz warm ums Herz. Da musste man noch jeden seiner Sammler akribisch beäugen, sonst war er ratzfatz perdu. Gut wenn man nen carryall in der Nähe hatte.

    Und für alle, die das Wasser des Lebens noch nicht getrunken haben, hier der Spoiler: der Wurm IST das Spice.

  33. RN sagt:

    Ich vermisse hier die aus meiner Sicht sehr gute „Earth 2140-2150-2160“-Serie hinsichtlich Innovation.

    Am Anfang war dieses Echtzeitstrategiesimulation nur eine bloße C&C-Kopie, aber mit der Entwicklung bzw. Veröffentlichung von Earth 2150 hatte man sich davon völlig gelöst. Es gelang der Wechsel von 2D auf 3D, Einheiten konnten selber zusammen gebaut werden, die Forschung individualisiert, die Grafik war für damalige Verhältnisse super (zumindest aus meiner Sicht, mein damaliger PC hatte nicht so viel Power), ein fließender Tag-Nacht-Wechsel und „taktische“ Kämpfe auf 4 Ebenen (Luft, Wasser, Land, unter Tage).
    (Irgendwie bezeichnend, dass Topware im Grunde solide Spiele schafft, aber nie so richtig in den Markt kommt. Bei Two Worlds ja ähnlich – gute Ideen verbunden mit nicht der schlechtesten Umsetzung, nur blieb man häufig auf halber Strecke stehen [beim Beispiel Two Worlds blieb man spielerisch auf halber Strecke stehen und der Anfang war detailierter als die letzte Hälfte der Spiele])

    Da *war* noch Innovation im Spiel.

    Einer meiner Kritikpunkte und aus meiner Sicht der Grund warum dieses Genre untergegangen ist, ist jedoch tatsächlich, dass RTS-Spiele ein ziemliches Manko an der taktischen Tiefe haben. Man hat es bei Earth versucht zu verbessern, in dem Einheiten Erfahrung gewinnen konnten und für spätere Missionen zur Verfügung standen. Das hilft aber nur begrenzt, wenn die Forschung die Anfangsmodelle obsolet macht.
    Auch andere Spiele wie z.B. Sudden Strike waren schön anzusehen und forderten ein taktisches Vorgehen und den Einsatz verschiedener Einheiten.
    Ähnlich hat es dann auch Ground Control 1 + 2 versucht. Die Total War-Reihe versucht dies ja auch (meiner Meinung nach ganz gut) umzusetzen, in dem auch hier die verschiedenen verfügbaren Einheiten, dem Stein-Schere-Papier-Prinzip folgend, eigene Aufgaben und damit verbundene Stärken und Schwächen haben.

  34. Gast sagt:

    Ich weiß ja nicht, ob Du ein Fan simulationslastiger RTS bist, aber wenn, schau Dir mal Combat Mission an. Schon in der ersten Mission bekomme ich sie nur aufs Fressbrett.😉

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