Unternehmensführung 101

Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen!

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern und wer der Gamestar Geld zahlen möchte, der darf gerne diesen Premium-Artikel hier im Original nachlesen.

Crytek schrammt gerade an Insolvenz herum!

Es gab bereits erste ausbleibende Gehaltszahlungen. Das Lizenzgeschäft mit der CryEngine will nicht vom Fleck kommen. Der F2P-Shooter Warface läuft nur in Russland halbwegs zufriedenstellend. Die Gface-Plattform, mit der man “Spiele als Dienstleistung” vertreiben wollte, gilt als Flopp. Ryse hat in der Entwicklung viel zu viele Ressourcen verschlungen, so dass die halbwegs passablen Umsätze für diesen Schrunz dennoch nicht ausreichen, um am Ende der Bilanz eine schwarze Zahl schreiben zu können. Mitarbeiter bewerben sich gerade in großer Zahl bei der Konkurrenz.

Der Grund? Nein, nicht die phösen Software-Piraten. Wirklich nicht.

Crytek hat über 800 Mitarbeiter in einem halben Dutzend Standorte über die ganze Welt verteilt. Die bekommen mit Sicherheit nicht alle die in der Branche üblichen Praktikanten-Hungerlöhne. Wenn die Einnahmen nur so in die Kassen sprudeln würden, wäre das alles kein Problem, doch wie lange liegt der letzte Blockbuster-Titel von Crytek zurück? Richtig, drei Jahre! Crysis 2. Hat sich ziemlich gut auf Konsolen und auf PC verkauft. Hat viel Geld eingebracht. Geld, dass in den Ausbau des Unternehmens gesteckt wurde. Das ist aber jetzt drei Jahre her. Drei Jahre, in denen bei Crytek verdammt viel Kosten aufgelaufen sind, denen aber keine entsprechenden Einnahmen gegenüber standen. Weil viel zu wenige Spiele veröffentlicht wurden und was veröffentlicht wurde, hat sich mehrheitlich als Flopp entpuppt.

Und jetzt platzt die Blase. Und die Konkurrenz freut sich.

1. Mit der CryEngine verschwindet ein technisch sehr potenter Mitbewerber auf dem Engine-Markt.

2. Das Talent und KnowHow so manchen Mitarbeiters steht wieder dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. Sprich, der Wettbewerb kann wieder Personal-Cherrypicking betreiben.

3. Man kann günstig an diverse, nicht ganz unbekannte IPs kommen, sobald der Insolvenzverwalter das Verfahren eröffnet.

Nein, Crytek ist noch nicht insolvent. Offenbar wurde aus nicht näher bestimmter Quelle kurzfristig Geld nachgeschossen. Und offenbar ist Wargaming.net an einer Übernahme interessiert. Nein, wohl nicht die ganze Firma, denn 800 Mitarbeiter ohne den entsprechenden Output will man sich auch da nicht ans Bein binden, sondern höchstwahrscheinlich wird man dort nur das Warface-Team übernehmen, da alles andere (SP-Spiele, Engine-Lizensierung) nicht ins Geschäftsmodell dieser Firma passt.

So oder so, Crytek ist bald Geschichte.

Ja, ist schade, wie immer, für die Mitarbeiter, die, wie immer, für die Fehlentscheidungen des Managements bluten müssen.

Herr Yerli, es war mir ein ausgesprochenes Vergnügen mir in den letzten Jahren das Maul über Sie zerreisen zu dürfen. Vielen Dank dafür! Machen Sie’s gut!

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Corporate.

17 Kommentare zu “Unternehmensführung 101

  1. Abgesehen von Far Cry und Crysis hat Crytek keine guten Spiele abgeliefert. Style over Gameplay. Und dann noch die ganze Zukäufe. Stumpfes Wachstum ohne Substanz. Mach’s gut Crytek, Du wirst mir nicht fehlen.

  2. Joe sagt:

    Star Citizen setzt auf die CryEngine. Das wird noch interessant, wenn die plötzlich verschwinden sollte. Bahnt sich da ein neues Duke Nukem Forever an? 😉

  3. pjuling sagt:

    Bis auf Far Cry hab ich von Crytek noch gar nix gespielt. Gibt es nicht mittlerweile sogar 3 Crysis Teile? Sind die alle so gar nix mehr oder kann man die, falls sie irgendwann im Humble Bundle verramscht werden sollten, mal mitnehmen? Der erste ist doch damals gar nicht so schlecht in der Presse weggekommen, wenn ich mich noch richtig erinnere.

  4. Harzzach sagt:

    Zu meiner großen Überraschung hat mir Teil 3 ganz gut gefallen. Optisch ist Crysis 1-3 allemal einen Blick wert, spielerisch … ist Geschmackssache. Bei 1 und 2 schlafe ich ratzfatz ein, Teil 3 bietet mit dem Bogen und einem auch für Schleicherei geeigneten Leveldesign etwas Abwechlsung.

  5. Hagen sagt:

    Ich glaube nicht, dass CryEngine verschwinden wird. Wie du schon geschrieben hast, es ist eine technisch weit entwickelte Engine die mit Sicherheit ihre Interesenten hat. Zur Not wird die Engine und das Lizenzgeschäft halt ausgelagert und seperat weitergeführt.

  6. isaacascii sagt:

    Man kann Geld für Gamestar-Artikel bezahlen…ohne Vollversion, mit Jörg Langer….ROFLMAO XD

  7. bla sagt:

    Mit Warhead gibt es 4 Crysis Teile.

  8. Die phöse phöse Presse, Lügner allesamt:

    „Entgegen der Darstellung in einigen Medien, die einen Artikel der Gamestar aufgegriffen haben und den der Gamestar vorliegenden Informationen, handelt es sich, wie im Artikel dargestellt, um Gerüchte, die wir dementieren. Wir konzentrieren uns weiterhin auf die Entwicklung und Vermarktung von Cryengine, Warface, Homefront: The Revolution, Hunt, Arena of Fate, für die wir erst kürzlich auf der E3 außerordentlich positive Resonanz seitens der Fachpresse und Spieler erhalten haben.“

  9. Harzzach sagt:

    Jepp. Und den Sozialismus in seinem Lauf, halten weder Ochs noch Esel auf! Mission accomplished!

  10. Das Alien sagt:

    Mal abgesehen von schlechten geschäftlichen Entscheidungen war es dann vielleicht doch nicht so weise, die mit FarCry und Crysis 1/WH auf dem PC gewonnene Fanbasis zu Gunsten des scheinbar gewinnträchtigeren Konsolenmarktes zu verprellen. Ich habe damals, von den guten Erinnerungen an die Vorgänger und den Techdemos verblendet, Crysis 2 unbesehens am Releastag gekauft und ärgere mich heute noch darüber.

    Das großartige Gameplay (ja, ich find es immer noch genial!) wurde zu Gunsten der brutalen Limitierungen der Konsolen massiv eingedampft und PC-ler bekamen einen Railshooter mit mieser Grafik präsentiert und völlig ohne die vergnüglichen Physikspielereien, mit dämlicher (dafür aber cheatender) KI, mit eingedampfter Funktionalität des Anzuges (weil ein Gamepad dafür halt nicht geeignet war) und gestopft voll mit Grafikfehlern und Bugs, die nie gepatcht wurden (weil ein Mappack für 10,- halt wichtiger war).

    Und überhaupt, was für ein Spiel war das eigentlich? Mal abgesehen davon, dass der Anzug auf Grund nicht mehr existender Funktionalität und mieser Designentscheidungen völlig nutzlos war (Energieverbrauch beim Über-den-Boden-Rutschen? Wegen der „Gesäß-Kühleinheit“ oder was?) und sich wegen eines Bugs nicht upgraten lies… ich hatte das Spiel auf „Posthuman“ gleich im ersten Run in weniger als 4 Stunden durch. Da fiel die grottenschlechte Story dann eigentlich gar nicht mehr ins Gewicht.

    Sicher, man hat damals mit den Konsolenversionen gut Kasse gemacht. Genug jedenfalls für Yerli, um sich zu süffisanten Kommentaren in Richtung der verärgerten PC-ler hinreissen zu lassen. Wenn ich mir die Verkäufe des (immerhin passablen) dritten Teiles auf dem PC anschaue, war das dann aber wohl doch keine so gute Entscheidung.

    Ich bin mir sicher, dass gerade Teil 2 kein gutes Signal an potentielle Lizenznehmer für die Cryengine gesendet hat. Wie großartig sahen doch die Techdemos damals aus, mit zerstörbaren Gebäudefassaden und all den tollen physikbasierten Spielereien. Und das Endprodukt bot verwaschene Texturen, raketensichere Fensterscheiben, faktisch null Interaktion mit der Umgebung. Da wäre ich als potentieller Kunde dann auch skeptisch geworden.

  11. Joe sagt:

    Das Spielemagazin Kotaku berichtet unter Berufung auf „zehn aktuelle und ehemalige Angestellte“ von Crytek, dass tatsächlich bereits seit einiger Zeit Gehaltszahlungen nur noch verspätet oder gar nicht bei den Mitarbeitern eintreffen. Einer der Informanten bezeichnet es deshalb „als Schlag ins Gesicht“, dass die beiden Firmengründer Cevat und Avni Yerli weiterhin jeden Tag mit ihren Ferraris in die Arbeit fahren.

    Das ist ja geradezu köstliches Popcorn! 🙂 😀

  12. Harzzach sagt:

    Die haben halt nur dieses Auto. Wie sollen sie dann sonst ins Büro kommen? ;-P

  13. Joe sagt:

    Na mit dem Flugzeug:

    Neben ausbleibendem Erfolg bei den letzten Spielen soll ein weiterer Grund für die finanzielle Schieflage eine Kultur der Verschwendung sein: Angeblich wurde jede Menge Geld für teure Büroeinrichtung, exklusive Laptop-Taschen und Erste-Klasse-Flugtickets ausgegeben. Auch zu Zeiten, als es schon Probleme bei der Lohnzahlung gab, sollen einige Mitarbeiter regelmäßig zwischen den verschiedenen Crytek Studios [unter anderem in Istanbul, Shanghai, Seoul und Austin gelegen] hin und her gejettet sein.

    http://www.chip.de/news/Crytek-Chaos-Lohn-kommt-spaet-Chefs-im-Ferrari_70547799.html

    Als Folge der Probleme sollen in den letzten drei Monaten rund 100 Mitarbeiter das Unternehmen freiwillig verlassen haben.

    Sprich: Alle guten Leute sind bereits bei der Konkurrenz. Schon durch den Brain Drain sind die jetzt erledigt.

  14. Harzzach sagt:

    Was man hört, waren das wohl in erster Linie Mitglieder des Ryse2-Teams, weil das Projekt zu Beginn des Jahres auf Grund des Flops von Ryse eingestellt wurde.

  15. Joe sagt:

    Mittlerweile hat sich auch RSI zu Crytek geäußert: Sie haben letztes Jahr die komplette CryEngine 3 inkl. Source-Code gekauft und jetzt ihre eigene Version davon laufen.

  16. Joe sagt:

    Ich lese gerade, die Verkaufszahlen von Crysis 3 und Ryse waren hinter den Erwartungen geblieben. Crysis 3 tauchte nie bei Steam auf und Ryse ist Xbone-only. Was haben die bei Crytek denn erwartet?

  17. Joe sagt:

    Die Lamestar-Comments lesen sich ja auch köstlich:

    Alles wie damals schon 2006 haha.

    Am Ende von Farcry, 2004, gabs auch ein paar Monate kein Geld für „alle“ aber dicke Autos und Häuser für Yerlis.

    Die 3 Yerlis sind generell menschliche ***.
    Bei Crytek gibts ca. 10 Engine Hauptentwickler, die kriegen immer Geld – Alle anderen sind fast egal.
    Falls die mal alle zusammen gehen, dann gibts auch keine Engine mehr.

    Ich weiss auch genau das die Yerlis den Enginezugang aus persönlichen Gründen für Star Citizen am liebsten einstellen würden,
    aber dann sägen Sie noch mehr am eigenen Stuhl…Aber wer weiß ^^

    Wenigstens hatte Chrissy ja schon rausgefunden das der Netcode von Cry nichts taugt und programmiert sich jetzt selber den MP mit seinem Team zusammen,
    dauert halt ein paar Jahre extra bis man nen guten eigenen Netcode für Star Citizen hat. Er tut mir echt leid…Soviel extra Arbeit.
    Gibts halt keine Stretchgoals mehr, die Engine beschäftigt einen schon genug :p

    Die Mitarbeiterzahl wurde übrigens damals schon immer „doppelt soviel“ angegeben, sonst bleibt ja bei der Abrechnung mit Publishern nichts übrig.
    Deswegen haben wir damals schon für EA Besuche immer doppelte soviele ( leere Schreibtische ) mit PC´s hingestellt :p
    …wenn Publisher dann vorbeikommen gibts Redeverbot mit denen, wurde damals schon manchmal per Email an alle angekündigt.

    Mit der Enginedoku brauch ich gar nicht erst anfangen, die resultiert halt aus Boss-Diktatur-Verhalten.
    In einem Jahrzehnt Angstaura sind sowieso die meisten schon, teilweise mehrfach, ausgetauscht worden.

    Mehr sag ich nicht

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