Hat sich stets bemüht

Auch wenn man heute noch, vor allem in dunklen, kalten Nächten, in den ehem. Büroräumen der ebenfalls ehemaligen CDV Entertainment Software AG die Entsetzensschreie und das bittere Heulen der QA-Mitarbeiter hören kann, die seinerzeit die nahezu unspielbare Beta von “Divine Divinity” testen mussten, so war deren Leiden im Endeffekt nicht vergeblich. DD war und ist heute noch ein Geheimtip, ein Underdog des  Hack & Slay-Genres. DD war damals das Diablo 2, welches ich mir eigentlich von Blizzard erhofft hatte. Schnörkelloses Monster-Metzeln, süchtig machende Item-Sammeljagd, nur mit mehr Story-Elementen. Ich habe DD im Laufe der Jahre mehrfach durchgespielt und jede Sekunde genossen.

Groß war daher schon damals die Vorfreude auf “Beyond Divinity”. Keine Fortsetzung, kein Prequel, aber ein um mehrere neue Features erweitertes Spiel ähnlich Divine Divinity im gleichen Setting. Nicht länger zog man alleine durch die Weltgeschichte, sondern bekam einen Begleiter, einen Todesritter, die einem bei DD das Leben schwer gemacht hatten. Auch sollte einen ausgeklügelten Level-Generator geben, der mit jedem Spieldurchlauf unterschiedliche Dungeon-Layouts ausspucken sollte. Optisch behielt man weiterhin die altertümlich wirkende (und daher sehr atmosphärische) 2D-Schrägprojektion oder Kavaliersperspektive, in die nun aber 3D-Figuren gesetzt werden sollten.

Nach einem Publisher-Wechsel (total überhaupt nicht überraschend hatte sich Larian, der belgische Entwickler, im Streit von CDV getrennt) sollte Beyond Divinity bei Ubisoft erscheinen. Doch dummerweise war das genau die Phase, in der man bei Ubisoft auf Starforce gesetzt hatte, dem berühmt-berüchtigten Kopierschutz-System, welches zwar für sich behaupten konnte den Bemühungen der Hacker-Szene fast ein halbes Jahr Stand gehalten zu haben, diesen Ruhm aber mit einem so strikten technischen System erkauft hatte, welches auf nicht wenigen Kundenrechnern den Spielstart der legal erworbenen Kopie verhindert hatte, wenn nicht gar Schlimmeres wie angeblich Hardware-Schäden an CD- und DVD-Laufwerken verursacht wurden. Ich habe es selbst erlebt, wie mein CD-Laufwerk bei mit Starforce verschandelten Spielen fast eine Minute lang auf höchsten Touren lief, bis das System sich endlich bequemte den Datenträger als Original anzuerkennen. Der Schluss, dass dies der Hardware auf Dauer nicht gut tut, lag nahe.

Von daher hatte ich dankend auf den Erwerb von BD verzichtet. Die deutsche Sprachversion hatte zudem auch keine Sprachaufnahmen, da es die nur in der englischen Version gab und eine Tonne von reproduzierbaren Spielabstürzen, weil man bei Larian Starforce dann auch nur mit vielen Fehlern eingebaut hatte, ließen mich Abstand nehmen. Die Bugs wurden zwar gefixed und ein Crack war auch schnell verfügbar, doch hatte ich nicht mehr wirklich Lust. Erst Jahre später, als es Beyond Divinity auf GOG.com gab, ohne Starforce und in spielbarem Zustand, fand ich die Muße mich näher mit diesem halb vergessenen Spiel zu beschäftigen.

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Nun, wie soll ich sagen … man braucht schon verdammt viel Muße und Nachsicht und Geduld und Kraft, um BD zu Ende zu spielen und unter dieser Ansammlung halb durchdachter und ungenügend implementierter Features etwas zu entdecken, was einen zum Weiterspielen motivieren kann. BD ist mehr Arbeit als Freizeitspaß.

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Auch wenn die Umgebung wieder hübsch detailliert und sehr atmosphärisch daherkommt, das Art Design und die Graphiker wieder ganze Arbeit geleistet haben, so passen die 3D-Figuren in diese 2D-Umgebung wie die Faust aufs Auge. Nämlich nur mit viel Gewalt und unter Hinterlassung etlicher blauer Flecken. Im “Vorgänger” bestanden auch die Figuren aus vorgerenderten, detaillierten und flüssig animierten 2D-Bitmaps. Da passte alles zusammen, das sah alles wunderbar aus. Beim Sprung in die dritte Dimension ist nun aber einiges schief gelaufen. Die Laufanimation der Figuren passt nicht zur Fortbewegung innerhalb der Umgebung, man hat ständig den Eindruck die Charaktere würden vorwärts und seitwärts einen Moonwalk hinlegen. Sie laufen nicht auf dem Boden, sie machen zwar Laufbewegungen, schlittern aber rückstandsfrei über ihn hinweg. Sie ist nicht stark, diese Diskrepanz, aber deswegen umso auffälliger, weil man die ganze Zeit über denkt, dass hier irgendwas nicht stimmt, bis man merkt, was hier nicht stimmt. Abgesehen davon, so sind die 3D-Figuren bei weitem nicht so detailliert dargestellt wie die 2D-Umgebung, was zusammen mit der missratenen Laufanimation die Künstlichkeit und Deplaziertheit der Figuren nur noch verstärkt.

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Ok, es gibt Schlimmeres, der Rest der Optik ist ja ok und man kann sich daran gewöhnen. Spielen wir weiter …

Die Idee mit dem zweiten Partymitglied, welches unfreiwillig und nur unter Zwang dem Helden beisteht, ist zwar auf dem Papier eine gute Idee, sie hat jedoch einen klitzekleinen Haken. Laut Story sind Held und Todesritter über ihre Seelen miteinander verbunden. Ja, ok, warum nicht? Stirbt der eine, stirbt gleichzeitig auch der andere. Also nix mit Flucht ergreifen und den Partner dann wieder zum Leben erwecken, wie das in anderen Party-RPGs gang und gäbe ist. Ja, ok, warum nicht? Muss man halt klug und überlegt vorgehen. Bis hier hin ist gegen die Idee nichts zu sagen. Ja, ok, warum nicht? Das Problem an dieser Idee ist nur ihre Ausführung, die Implementierung.

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Denn der Todesritter ist nicht direkt steuerbar, wie man dies z.B. aus Baldurs Gate kennt, wo man jedem Party-Mitglied präzise sagen kann, was es wann wie wo tun soll. Der Todesritter hängt halt so mit ab. Man kann ihn zwar grob anweisen aggressiv, defensiv oder passiv zu sein, doch in der Regel macht der gute Junge nur das, was ihm diverse Algorithmen in den Pixelkopf legen. Man kann auch den Handlungsfokus wechseln, so dass der Held von der KI gesteuert wird, das Ergebnis ist jedoch nicht viel anders, um es höflich auszudrücken. Das Laden des Quicksaves wird zur ermüdenden Routine, wenn der KI-Kollege mal wieder unkontrolliert in die vom Gegner ausgelegten Fallen rennt, sich direkt ins dickste Getümmel stürzt oder manchmal auch GAR NICHTS macht, während die aktuell geführte Spielfigur von einer Bande missmutiger Dämonen in Stücke gerissen wird. Das Ergebnis eines Kampfes hat weniger mit überlegtem Vorgehen, richtiger Auswahl von Waffen und Fertigkeiten zu tun, sondern oft genug nur mit reinem Würfelglück. Verhält sich der KI-Kollege sinnvoll oder baut er wieder nur Mist? Schalten Sie auch beim nächsten Mal wieder ein, wenn Harzzach verärgert vor sich hin brabbelnd wieder ein altes Savegame lädt!

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Das Spiel verkommt zur Arbeit. Zur mühseligen und undankbaren Arbeit, weil die eigenen Entscheidungen nicht wirklich eine Rolle spielen. Zuviel ist vom Zufall abhängig. Manche Zwischengegner werden mit Links abserviert und dann müht man sich ein Dutzend Mal gegen eine eigentlich harmlose Gruppe von Standardgegnern ab, bis der KI-Trottel es endlich schafft KEINEN Bockmist zu bauen.

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Dass das Interface, obwohl man versprach das Kuddelmuddel vor allem in Sachen Inventory-Verwaltung von Divine Divinity zu verbessern, noch kuddelmuddliger geworden ist und man sich auch hier abarbeitet, anstatt das Spiel zu spielen, trägt mit dazu bei, dass “Beyond Divinity” kein wirklich gutes Spiel ist. Zu viel ärgerliches Kleinklein, zu viel Herumgewürge mit Interface und der Künstlichen Dummheit des Party-Kollegen. Die gar nicht mal so üble Story von Intrigen im Dämonenreich, das interessante Setting und die gelungene Arbeit der Graphiker gehen dabei unter. Weil man sie nicht erspielen kann, sondern sie erarbeiten muss. Mühsamst. Unter vielen Mühen. Weil man beim Zusammenpacken all der Einzelelemente ziemlich viel Mist gebaut hat. Weil bestimmte Gameplay-Features einfach nicht funktionieren. Weil die Grundlagen nicht stimmen.

Immerhin, der Soundtrack ist wieder von Kirill Pokrovsky.

Nach ca. 10 Stunden Quälerei habe ich genug. Beyond Divinity wird deinstalliert. Ich spiele nicht, um zu arbeiten.

Im neuen Jahr knöpfe ich mir Divinity 2 vor. Arg viel schlimmer kann es nicht sein 🙂

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Retro, Review.

23 Kommentare zu “Hat sich stets bemüht

  1. Kort sagt:

    Na dann tat ich ja gut daran, BD ausgelassen zu haben. An Divinity 2 bin ich mit großer Skepsis rangegangen, allein schon wegen der Umstellung von 2D auf 3D und den damit verbundenen Änderungen im Kampfverhalten.
    Auch hier wird man nicht immer mit Samthandschuhen an die Dinge herangeführt und es hat tatsächlich ein wenig gedauert, bis ich mich mit der Welt und der Spielmechanik angefreundet hatte.
    Die stärken des Spiels sind lariantypisch. Es gibt viel zu entdecken und man hat seine Freiheiten, dazu jede Menge looten und leveln. Die Quests und Charaktere sind zum Teil sehr amüsant, und auch die Hauptstory mit ihren Wendungen recht passierlich.
    Das Movement ist erstaunlich dynamisch und nicht so träge, wie man es von manch anderen neueren 3D Spielen kennt.
    Die obligatorischen Frustmomente gibt es natürlich auch und gerade zum Ende hin fühlte ich mich nicht mehr ganz so gut unterhalten.
    Aber insgesamt auf jeden Fall mal einen Blick wert, besonders wenn man den Larianstil etwas abgewinnen kann.

  2. Joe sagt:

    Ich versuche gerade rauszufinden, ob man die preisgesenkte Ultimate Edition von Fallout NV immer noch uncut wie die Retailbox bekommt. Es häufen sich Gerüchte in den Steam-Foren von geschnittenen Versionen.

    Und zur Feier des Tages hat mir ein UK-Keyshop ohne Vorwarnung einen DE-Key von L4D2 untergejubelt. Wenn das so weitergeht, mache ich das Portemonaie wieder zu und laufe zur Torrentbrigade über. Dort gibt es nämlich 100 % Rabatt…

  3. Harzzach sagt:

    Die Ultimate Edition auf Steam ist uncut, die deutsche Ultimate-Retail-Version ist uncut und USK18. Diese Gerüchte entstehen ständig, weil im Steam-Client New Vegas Standard und New Vegas Ultimate nur über Umwegen auf getrennten Store-Seiten angezeigt werden können und daher der Eindruck entsteht, auch die Ultimate Edition sei geschnitten.

  4. Gast sagt:

    Als Ergänzung zu Kort´s Post
    Ich würde empfehlen bei Divinity 2 als Bogenschütze zu spielen. Es gibt in der Theorie zwar keine Grenzen allerdings sind die Fähigkeitenpunkte begrenzt.
    Der Bogenschütze lässt sich da Fernkämpfer sicher und einfach spielen.
    Der Krieger ist da etwas schwieriger zumindest am Anfang. Wenn in höheren Leveln die Fähigkeiten zur Lebensabsaugung dazukommen wird aber auch der Krieger zum nahezu unsterblichen Killer.
    Vom Magier halte ich persönlich garnichts. Sämtliche Fähigkeiten haben einen viel zu langen Cooldown. Der Standartangriff ist das einzige was du wirklich Dauerhaft benutzen kannst. Ein typischer Kampf sah dann bei mir auch so aus: Feuerball in die Gegnergruppe dann 5-7 mal Standartangriff und Gruppe tot. Und siehe da der Feuerball hat sogar noch Cooldown.

  5. Jarnus sagt:

    mir ging es ähnlich…hab DD geliebt, irgendwie viel atmosphärischer, als Diablo und viel mehr echtes rpg trotz hack&sly! teil 2 hab ich dann kurz nach dem start-dungeon aufgegeben, weil mein begleiter immmer an so komischen saurier viechern drauf gegangen ist! irgendwie wurde da alles verschlimmbessert!

    Divinity 2 hab ich nur mal die demo gespielt und fands eigentlich ganz interessant…wirklich freuen darf man sich aber wohl auf Divinity: Original Sin…hoffentlich verhauen sie nicht wieder die begleiter ki, beim rest kann glaub ich gar nix schief gehen! atmo ist leider nicht mehr so düster…sieht eher wie Dungeon Siege aus!

  6. arillo sagt:

    Die deutsche Fallout: New Vegas – Ultimate Edition ist definitiv uncut. Kaufen!

    @Topic: Du aaaahnst es nicht! Ich konnte mit Divinity 2 gar nichts anfangen.
    Schön mal wieder was von dir zu hören. Manch einer wird ja kurz nach Weihnachten eingewiesen. :3

  7. Boreas sagt:

    Ich muss gestehen, ich habe Divinity 2 nicht zuende gespielt, aber soweit wie ich gekommen war hat es mich gut amüsiert.
    Allerdings bin ich auch ohne jegliche Erwartung an den Titel gegangen, kannte den Vorgänger nicht und habe ihn recht günstig erstehen können. Von der Qualität hat der Titel mich ein wenig an Venetica erinnert, wobei ich das nur durch zugucken bei meiner Freundin kenne, und nie selbst angerührt habe.

  8. Harzzach sagt:

    Oh ja, Venetica spiele ich endlich zu Ende, sobald ich meine Larian-Phase überwunden habe.

    Denn nach Divinity 2 nehme ich mir Dragon Commander vor, welches nach nur kurzem Anspielen so seltsam und doch so interessant schien …

  9. Longbow sagt:

    Bei mir hatte Beyond Divinity aus anderen Gründen verloren. Es gibt nämlich diese Zwischenlevel zum grinden, die nichts mit der Story zu tun haben und nur über spezielle Schlüssel erreichbar sind. Die haben – obwohl optional – mir den Spaß gründlich vermiest.

  10. Harzzach sagt:

    Jepp, stimmt. Denn DA hatte sich das im Vorfeld so vollmundig angekündigte Zufalls-Dungeon-Feature versteckt. Sinnlos ans Spiel drangeklatscht, anstatt es sinnvoll ins Spiel zu integrieren.

  11. Anonymous sagt:

    Ich habe zwar DD , BD und Divinity 2 Developer Edition, habe aber keines dieser Spiele durchgespielt. Mich nervt an diesen Spielen nur eine Sache und das ist das Levelsystem.
    Ich finde es total nervig das die Gegner nicht respawnen, bzw. später keine XP mehr geben. Man muss um die maximale Erfahrung zu bekommen erst alle Gegner besiegen und dann die Quests abgeben, da beim Levelup die Gegner weniger XP geben, muss man soviele XP erst mal durch Monsterbashen sammeln und dann später die Quests abgeben.
    Warum baut man kein maximal Level, wenn man schon kein Gegnerrespawn einbaut. Ich will am Ende des Spiels einfach nur einen Punkt erreichen, wo mein Charakter nicht mehr besser wird. Ich will nicht am Ende erkennen müssen, dass wenn ich anders gespielt hätte, ich noch 2 Levelups mehr erreicht hätte.

  12. isaacascii sagt:

    Super Review, da fällt mir auf, dass ich Divine Divinity wohl doch mal anzoggn muss, nachdem Sacred, Torchlight, Titan’s Quest, The Chosen, Neverwinter Nights, Dungeon Siege, Silver und Darkstone sehr gut gefallen haben.

    Mit den Nachfolgern kann ich meist nicht mehr viel anfangen, weil sie vom Gamedesign und der Spielemechanik dann doch immer irgendetwas falsch machen..

    @Joe: Steam hat mir auch die Cut-Version von L4D2 geschenkt. Die Lösung: Left4Gore.com. Mit den Torrents hast du aber nicht ganz unrecht…das Spiel hostet eig. nur lokale Server!!! Wozu bitte dann noch Steam dazwischen??

    Wenn du Fallout 3 nicht gezockt hast, umbedingt nachholen: Bessere Hintergrundgeschichte, tighteres Itemmanagement, erwachsenere Charaktere, liebevoller ausgestaltete Spielwelt.

  13. Joe sagt:

    Ich hab noch Divinity II ungespielt herumliegen, Bundle-Beifang…

    @Joe: Steam hat mir auch die Cut-Version von L4D2 geschenkt. Die Lösung: Left4Gore.com.

    Ne laß mal, ich spiele es entweder so richtig original uncut oder gar nicht. Ich habe damals auch schon Half-Life mit Bloodpatches bearbeitet, das mache ich auch nicht mehr. Hab dem Valve-Support schon bescheidgepfiffen, daß sie den Müll vom Steam-Account löschen sollen (damit ich später irgendwann die Uncut aktiviert bekomme).

    Zumindest preislich tut der Verlust nicht weh.

    Wenn du Fallout 3 nicht gezockt hast, umbedingt nachholen: Bessere Hintergrundgeschichte, tighteres Itemmanagement, erwachsenere Charaktere, liebevoller ausgestaltete Spielwelt.

    Ich habe noch ein uraltes Savegame sowohl von F3 als auch von NV aus alten Torrent/Rapidshare-Tagen. 😉 Jetzt will ich aber lieber mit der GOTY/Ultimate auf dem letzten Patchstand weitermachen, zudem wir ja den GWfL-Krebs zum Glück bald hinter uns haben…

  14. Boreas sagt:

    „Denn nach Divinity 2 nehme ich mir Dragon Commander vor, welches nach nur kurzem Anspielen so seltsam und doch so interessant schien …“
    Danke dass du mich darauf gebracht hast. Habe es nach Release direkt wieder weggelegt, denn auch wenn es interessant aussah war die Performance auf meinem damaligen System unverhältnismäßig schlecht. Inzwischen dürfte es aber gut laufen. Ich bin nur so schlecht darin zwischen Strategie und Drache umzuschalten.
    Das killt mich auch oft genug bei Men of War Assault Squad. Da düse ich mit meinem Panzer im direkten Steuerungsmodus durch die Walachei, zerbombe ein paar MG-Nester, und auf der anderen Seite vom Dorf wird meine mühseelig aufgebaute Verteidigung von einem Scharfschützen Stück für Stück auseinandergenommen.

  15. Nerpax sagt:

    Ich verstehe nicht, warum es immer noch Entwickler gibt, die es für eine gute Idee halten, dem Spieler idiotische KI-Kollegen an die Hand zu geben. Ich kenne eigentlich niemand, der Eskortmissionen mag – eben weil die zu beschützenden Ziele meist besonders dämlich zu sein scheinen.

  16. Harzzach sagt:

    Eine Eskort-MIssion ist schon ok. Jedoch versäumen es so gut wie alle Entwickler dem Spieler eine Möglichkeit mitzugeben das Verhalten des zu beschützenden NPCs entsprechend zu beeinflussen. Und genau DAS macht die Sache so frustrierend.

    Geht auch anders. Wie in No one lives forever. Hier muss Cate einen Wissenschaftler aus einem Labor befreien. Sie kann dem NPC sagen, dass er hier stehen bleiben soll und sich dann um die Gegner hinter der nächste Ecke kümmern. Sie kann sich aber nicht allzu weit von ihm entfernen, weil er ihr dann selber folgt und voller Panik eine Weile nicht ansprechbar ist, unkontrollierbar herumrennt. Also arbeitet man sich Meter für Meter, Ecke für Ecke durch das Gebäude. Kontrolliert und souverän, ohne Frustmomente, immer Herr, bzw. Dame der Lage.

  17. Andreas sagt:

    Ich habe Divinity II gerade durchgespielt und war stellenweise sehr frustriert, weil Spannung mit Gegnermassen verwechselt wurde und einige Kämpfe einfach nur unfair waren. Zum Glück sterben die Gegner recht schnell, wenn man als Magier unterwegs ist und wenn man den Schwierigkeitsgrad auf Casual stellt, werden auch unfaire Kämpfe ein Kinderspiel. So hangelte ich mich mitunter lustlos von einem Plotpoint zum nächsten – die Geschichte ist ja gut und wird an sich auch sehr gut erzählt. Das Ende war für viele Spieler verständlicherweise frustrierend, mir hat es aber sehr gefallen, denn ich habe gleich weiter gespielt (The Dragon Knight Saga), was das Ende des Hauptspiels zu einem weiteren netten Twist machte. 😉

    Richtig gut gefallen hat mir dann das Add-on. Es spielt fast ausschliesslich in der Stadt Aleroth und ist dadurch sehr viel komprimierter. Leider besteht auch hier das Ende aus recht eintönigen (aber für Magier kurzen) Kämpfen.

    Leider gibt es div. Unterträglichkeiten, wie z. B. dauernd aufpoppende Bestätigungsfenster und nicht abschaltbare Untertitel. Es hätte ein gutes Spiel sein können.

  18. Andreas sagt:

    Nachtrag: die Drachenform in Divinity II klingt zwar vielversprechend, funktioniert aber nur für die Reise. Die Kämpfe als Drache fand ich öde, spezielle Skills und Ausrüstung sind praktisch nicht vorhanden. Da wurde auch viel Potential verschenkt.

  19. anigunner sagt:

    Divinity II spiele ich gerade. Ist kein polierter AAA-Titel, hat vieeeele Ecken und Kanten… hat mich aber bisher ganz gut unterhalten. Die Kämpfe sind als Magier nicht leicht, es geht aber wenn man dazu einen Bogen nimmt und die Jungs aus der Ferne etwas „ansticht“. Was mit ganz gut gefällt ist der Humor- und auch das die Quests Entscheidungen fordern die manchmal etwas unbequem sind. Die Dracheform-Geschichte kann man getrost in die Tonne treten, da die Kämpfe als Drache bisher ziemlich langweilig waren. Man hat mehr Spaß wenn man so durch die Lande streift und mit jedem quatscht der einem über den Weg läuft. Zudem wie Kort gemeint hat es gibt kein Händchenhalten, man kommt nicht drumherum auszuprobieren und selbst Notizen auf der Karte zu hinterlassen.

    Aber wie gesagt, es hat wirklich sehr viele Ecken- und Kanten. Damit muss man leben können.

  20. Falcon sagt:

    Vorsicht. Bei Divinity 2 muss man mit GANZ anderen Erwartungen herangehen, als an DD:
    Mit offener Welterkundung hat das Spiel nämlich nichts zu tun. Man kämpft sich von einem Level-Schlauch durch den nächsten. Und viele der Levelpuzzleteile werden immer wieder verwertet. Das Artdesign kommt auch direkt aus der Kitchen-Sink-Hölle.

    Wenn man das aber weiss, ist das ein richtig gutes Action-Adventure mit relativ freier Charakterentwicklung ohne Klassenzwänge (ähnlich DD). Die Story und Nebenquests sind Larian-typisch wieder mal interessant genug, um am Ball zu bleiben und die große STÄRKE von Div2 ist, dass es sein Gameplay konsequent und spürbar im Spielverlauf erweitert. Da will ich nicht zu viel verraten, aber stellenweise hat man schon das Gefühl, das es zwischen Spielgenres wechselt.

    als Hack’n Slay kenner musst du dir auch irgendwann, wenn nicht schon lange geschehen, irgendwann mal Revenant anschauen.

  21. Minando sagt:

    Eskort- Missionen.
    Sind.
    BÖSE !
    Lasst euch nichts anderes einflüstern: Diese Geissel der Spielwelt hat der Teufel persönlich erfunden.

  22. Norbert sagt:

    @ Minando
    Dann muß Ico ja für dich der Teufel unter den Videospielen sein 😀

  23. askies sagt:

    Ach die Divinity Reihe… alles optisch meiner Meinunung nach sehr schöne Spiele, aber spielerisch empfand ich schon DD mehr als Arbeit. Würde für mich vielleicht im Multiplayer mit einem guten Freund funktionieren. Aber als Singleplayer Rollenspiel war mir das viel zu weitläufig und dabei mit viel zu vielen Gegnern versehen.

    Divinity 2 hat eine schöne Spielwelt, die Charakter Modelle sind aber häßlich und haben diese Waffen und Rüstungen (wie auch bei Two Worlds), wo sich jeder Mensch aus dem Mittelalter an den Kopf fassen würde, da man sich mit den Dingern nur selbst verletzt. Der Titel war mir allerdings viel zu schwer. Keine Ahnung wo ich mich da verskillt hatte. Gott sei Dank konnte man sich den Titel noch ausleihen und erstmal Probe spielen.

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