Ein neues Opfer …

… für das Große Schwarze Loch des kommerziellen Always-On-Cloud-Streamings!

Battleforge: Betrieb wird eingestellt

battleforge.jpg

Und es gibt keine Sourcecode-Freigabe und keinen Offline-Patch. Schalter umgelegt, Spiel ist verschwunden für immer. Nicht mehr einfach nur aus den Regalen verschwunden, sondern komplett, vollständig, nahezu rückstandsfrei verschwunden. Die Installation auf der Festplatte kann man in die Tonne treten, das Programm ist nicht mehr nutzbar.

Schöne Neue Cloud-Welt! Ich bemitleide jetzt schon die Menschen, die in 30-40 Jahren versuchen noch irgendwo Spuren ihrer Kindheit und Jugend zu finden. Ausradiert in Namen des Profits! Du darfst keine Vergangenheit haben, weil nur die Gegenwart des Quartalsabschlusses zählt.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Corporate.

20 Kommentare zu “Ein neues Opfer …

  1. olep sagt:

    Hmm, Battleforge lag damals glaube ich meiner Grafikkarte als kostenlose Zugabe mit Kartengedöns bei. Gut das ich gar nicht erst damit angefangen habe. Wenn ich an die armen Leute denke, die noch haufenweise Kohle in zusätzliche Kartendecks gesteckt haben und jetzt vor dem Nichts stehen…

  2. taake sagt:

    welcome to the real world

  3. G.Olbotof sagt:

    Ich bemitleide da keinen. Die Leute haben es nicht besser verdient. Wer diesen Always-Ultra-Online-Kram spielt, hat keine Kindheitserinnerungen verdient.
    Es gibt auch heutzutage genug Möglichkeiten, in Zukunft schwelgen zu können.
    Wer das nicht einsieht, weil Hype und die anderen und ich muss doch auch, weil sonst kann ich nicht dazu gehören, oder warum auch immer so ne Scheiße mitgemacht wird, hat kein Mitleid verdient.
    Hämisches Auslachen, ok, sonst nix.

  4. Harzzach sagt:

    Ich habe als Kind auch erst auf die heisse Herdplatte langen müssen. Und weil die meisten Menschen durchaus in der Lage sind aus Fehlern lernen zu können, muss die Cloud großmaßstäblich kommen, damit die Leute unmittelbar selber die Erfahrung machen können, wie sehr sie bei diesem Geschäftsmodell die Verlierer sind.

  5. Sandhai sagt:

    „Und weil die meisten Menschen durchaus in der Lage sind aus Fehlern lernen zu können, muss die Cloud großmaßstäblich kommen, damit die Leute unmittelbar selber die Erfahrung machen können, wie sehr sie bei diesem Geschäftsmodell die Verlierer sind.“

    Du bist da zu optimistisch. Es ist zwar richtig, dass der Mensch üblicherweise erst dann etwas gegen solche Zustände unternimmt, wenn selbige absolut unerträglich werden, aber oft genug reicht selbst dies nicht aus, was damit zusammenhängt, dass der Mensch ein dummes, primitives Herdentier ist, das fröhlich noch zum Schlachter marschiert. Man denke nur an die Scheiße, die die „Next-Gen-RPG“-Schmieden Bethesda und Bioware bisher so verzapft haben-und trotzdem, gibt es eine große Masse hirnloser Fanboyz, die willig weiter konsumieren.

    Nein, ich habe da wenig Hoffnung-und noch weniger Mitleid für die Schafsköpfe, die sich entscheiden, da mitzumachen und kritische Stimmen, die ja durchaus vorhanden sind, zu ignorieren oder sogar als „uncoole, unmoderne Hater“ zu verhöhnen.

  6. Uranochos sagt:

    Ich werde demnächst mal eine Phenomic-Nostalgierunde mit Spellforce2 einlegen.
    Nachdem ich mit Drakan durch bin.

    Ich mißtraue jedem Spielserver, der nicht bei mir im Keller steht, und lasse mich daher in dem Zusammenhang mit Freuden als uncool und unmodern bezeichnen.

  7. Harzzach sagt:

    Ich bin nicht sonderlich optimistisch, sondern realistisch. Viele Menschen fangen erst dann mit dem Denken an, wenn unmittelbar vor ihrer Nasenspitze die Bombe hochgeht. Dann heisst es plötzlich: „Ach Du Scheisse, was ist das denn für ein Schrott?“. Nicht vorher. Auch nicht dann, wenn die Nase direkt am Sekunden runtertickenden Display klebt. Erst danach. Und dann in der Regel auch gründlich genug, damit ein langanhaltender Lerneffekt entsteht. Nicht alle Menschen. Aber genug, damit die Dinge in Bewegung geraten.

    Sprich, lass sie ihre eigenen Erfahrungen machen. Sie müssen erst selber auf die heiße Herdplatte langen. Ganz normales menschliches Verhalten.

  8. Minando sagt:

    Hm…seltsam. EA lässt ein Spiel einfach so verschwinden ? Dann muss der Lappen schon SEHR ausgewrungen gewesen sein…und das bedeutet dass niemand, wirklich niemand noch Geld für das Spiel ausgeben wollte. Ein Spiel, aus dem EA kein Geld mehr leiern kann ist nicht nur klinisch tot sondern mindestens zombiefiziert.

  9. askies sagt:

    Habe schon ein wenig Angst vor dem GfWL-Aus im Juni.

    Ich wollte widerstehen! Aber Batman und Dawn of War II haben mich schwach werden lassen. F3 hatte das ja auch seh ich gerade, aber ich glaube da war es ein „Feature“ und kein Zwang, oder? Na immerhin gibts für die Spiele funktionierende Kekse…

  10. Harzzach sagt:

    Jepp, bei Fallout 3 brauchte man den Dreck nur, wenn man sich die Addons einzeln gekauft hat. Die GotY-Version installiert zwar GfWL, aber es braucht keine Aktivierung keine aktive Internetverbindung. Einfach ein Offline-Konto anlegen und dann ignorieren.

    Für Dawn of War 2 + erstes Addon gibt es meines Wissens leider keinen Keks, sondern nur einen Festplatten-Rip irgendeiner Spielversion. Muss mal recherchieren, vielleicht hat sich das mittlerweile geändert. Das zweite Addon hat dank Steam allerdings einen soliden „richtigen“ Crack.

    Aber vielleicht wird DoW 2 auch ge-steamed, so wie es mit Company of Heroes 1 passiert ist. Ich konnte neulich meine alten Keys im Steam-Konto eintragen und kann mir nun entweder die alte Version oder die neue MP-taugliche Steam-Version runterladen. Und da SEGA von THQ auch die Warhammer-Lizenz abgestaubt hat … schau mer mal.

  11. askies sagt:

    Ach, das wär ja cool. Danke für die Info mit dem gesteame. 🙂

    DoW2 wurde richtig gekekst, denn so hab ich es ja angespielt. Gekauft hab ich es mir erst danach.
    Bevor sich hier jetzt wieder jemand aufregt: Mach ich heute so nicht mehr. 1.) sind Spiele oft zu groß für Free-File-Hoster-Downloadraten und 2.; wenn mans sich nur noch Spiele KAUFT, zieht man sich nicht jeden Mist rein und hat mehr Zeit für die Perlen.

  12. Francis sagt:

    Leider wird man so als jemand, der einfach nur in Ruhe ein Offline-Spiel spielen möchte, fast gezwungenermaßen in eine kriminelle Grauzone gedrängt. Und dass der Cloudwahnsinn in absehbarer Zeit ein Ende nimmt ist auch nicht zu erwarten, schließlich ist der ganze Rest offenbar nicht profitabel genug.

  13. Boreas sagt:

    Bin hier Harzachs Meinung, vor allem da ich selbst erst auf die Schnauze fallen musste bevor ich angefangen habe mir darüber Gedanken zu machen. Dass ich Star Craft 2 trotz angeblich funktionierendem Offline-Modus im Singleplayer nur mit Abbrüchen und im Multiplayer garnicht zocken konnte hat mich gebrannt.

  14. shakeyourbunny sagt:

    StarCraft ist auch primär eher ein Multiplayertitel und das ganze BattleNet 2.0 wurde um die Belange von StarCraft designt, das ist einer der Gründe, wieso das Spiel solange gebraucht hat, zu erscheinen.

    Ich hab schon am Tag des Erscheinens von BattleForge gewusst, daß dieses Spiel nur Abzocke ist und es war nur eine Frage der Zeit, bis das es down geht. Da hilft dieser ganze Patriotismus auch wenig bis gar nichts.

    In dem Sinne sollte man auch die Blizizardtitel spielen, daß das investierte Geld irgendwann mal sich in Luft auflöst und sich deswegen vorher(!) überlegen sollte, ob man genug Spielspaß und Erinnerung daran rausholen kann, aber das muss man für sich selber entscheiden.

  15. was hätte bei BF ein Offline Patch denn für einen Sinn?

  16. Harzzach sagt:

    Man kann es im LAN spielen, weil man keine Verbindung zu einem ganz spezifischen Master-Server benötigt. Man könnte es an Hamachi oder andere Tools anpassen, die Internet-Play für viele Legacy-Titel bereitstellen.

  17. Joe sagt:

    Ich hatte gerade ein ähnliches Erlebnis mit HAWKEN, einem Free-to-Play-Titel mit Mechs, der sich zugegeben noch in der Alpha-Phase befand und den ich nicht besonders oft gespielt habe.

    Dort kam in den letzten Tagen ein „Patch“, der ein komplett anderes Spiel installiert hat. In den Foren kloppen sich die Befürworter und Gegner des „Ascension“ genannten Updates. Auch wenn’s nichts gekostet hat: Das alte Spiel weiterspielen geht bei diesem Geschäftsmodell prinzipiell nicht.

    Ich hab die Alpha gleich nach dem ersten Gameplay-Video auf YouTube heruntergeladen und mich sofort im Mech zu Hause gefühlt. Nach dem Patch stimmt das Feeling jetzt komplett gar nicht mehr. Genauer muß ich das als Gamer auch nicht begründen. Natürlich erzählen sie einem, daß man sich erst dran gewöhnen muß usw. usf.

    Nein, ich muß nicht mehr an Videospiele gewöhnen. Entweder die Sache zündet oder halt nicht. Uninstall.exe und Kapitel geschlossen. Ich wünschte, ich hätte es mal öfter gezockt…

  18. Bill sagt:

    Welchen 20 jährigen kümmern Kindheitserinnerungen? Ich habe auch gedankenlos Tonnen an Spielzeug vernichtet, um dann einiges mit 40 erneut für mein Retro-Regal zu kaufen. Für ein Vielfaches dessen, was der Kram vor 30 Jahren neu kostete.

    Der Zug ist abgefahren. Wenn in 10 oder 20 Jahren die ersten wach werden und begreifen, dass der DRM-Wahnsinn ausschließlich Nachteile hat, wird man das Wort „Offline“ erst mal googeln müssen…

  19. ColdPhoenix sagt:

    Es stimmt zwar schon, dass man Cloud meiden sollte wie die Pest und dass es absehbar war (wenn auch ein wenig Hoffnung bestand, dass die Server Files ggf. herausgerückt werden, so wie sie sind). Ich selbst meide ja sogar Steam, weil für mich absolut keine vernünftige Begründung vorliegt wieso ich Steam brauchen würde aber ein ganzer Haufen wieso ich Steam nicht haben will. Außerdem ist bei Steam auch absehbar, dass die Spiele darüber irgendwann nicht laufen werden, sei es auch nur beispielsweise um den Profit anzukurbeln und so Spiele nach 2 aus dem Account zu entfernen (laut AGB möglich). Lediglich die Zeitspanne bis zu diesem Zeitpunkt dürfte um einiges größer sein.

    Jedoch war BattleForge als Spiel einzigartig und es gibt nichts vergleichbares, was sowohl das Genre betrifft als auch einzelne Aspekte für sich wie den Echtzeitstrategie Anteil, der sich doch von den üblichen Echtzeitstrategiespielen stark unterschied. Außerdem steckte richtig viel Arbeit, wenn nicht gar Liebe dahinter, so dass es schon irgendwie traurig ist, dass es einfach so verschwindet.

    Sollte es hier aber jemanden gegeben haben der es gespielt hat, so gibt es wenigstens ein paar kleinere Überreste, so zu Erinnerungs- und Nostalgiezwecken.
    Und zwar einmal alle Karten: http://forums.battleforge.com/forum/showthread.php?t=84210
    Und einmal die Chronik, die gesprochene Handlung, die Ladebildschirme und Sonstiges: http://forums.battleforge.com/forum/showthread.php?t=84803

  20. Anonymous sagt:

    Hm…habe 3,5 Jahre BF gespielt, fand das Aufbau/Spielsystem/Online Gaming sehr interessant, ich weiß nicht wie viele hunderte von € ich investierte, aber ab jetzt ist mir klar: NIE WIEDER IRGENDWELCHE ONLINE SPIELE WO EXTRA GELD INVESTIERT WERDEN MUSS! Tja, und ich kann nicht vorstellen das jemand mich davon überzeugen kann…

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