Überraschungsei

Also, ganz ehrlich, am bevorstehenden Konsolen-Generationswechsel hat mich ja nur interessiert, ob der maue Zustand der Volkswirtschaften in den Industrieländern jeglichen Wachstumsträumen der beteiligten Firmen hübsch den Garaus machen wird. Sprich, kommt der Crash oder kommt er doch nur auf Raten?

Dann jedoch, dann geschah ein Wunder! Letzte Woche hat MS mit dem üblichen fremdschämenden Show-Aufwand Horst aka die XBOX One vorgestellt und aus dem Fremdschämen für die traditionell peinlichen Showeinlagen ahnungsloser B-Stars und den traditionell peinlichen Lobhudelungen schmerzbefreiter Industrievertreter wurde nach dem Ende der Show entweder ein schallendes Gelächter oder ein ungläubiges und entsetztes Starren, je nachdem, ob man halbwegs interessierter neutraler Beobachter oder XBOX-Fanboy ist. MS durchlebte in den letzten Tagen ein PR-Debakel gegen das jedwede Aufregung wegen Metro und der Zwangsverknüpfung in Windows 8 ein Sturm im Wasserglas war. Einen Tag nach der MS-Pressekonferenz verzeichnete Sony einen fast 10%igen Kursanstieg. Amazon UK meldet einen Anstieg der WiiU-Umsätze um über 800 Prozent. Eine große Twitter-Kampagne, die Sony zur Abkehr von DRM in der PS4 fordert, scheint bei Sony angeblich auf offene Ohren zu stoßen, weil man MS’s PR-Debakel natürlich ganz genau verfolgt hat.

Was ich nur achselzuckend und desinteressiert halb am Rande mitverfolgt hätte, ist plötzlich zu einem ganz großen Spass geworden. Und dabei habe ich nicht nur Schokolade bekommen, sondern zusätzliche etliche Lektionen in Public Relations, Kundenkommunikation und Unternehmensstrategie gelernt. Und wie hellsichtig und daher auch treffend „das Netz“ in seinem Spott sein kann …

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Danke MS, danke Steve. Vielen Dank!

Ach ja, und ich bedanke mich bei MS für Windows 8.1. Entweder scheisst man bei MS jetzt ganz bewusst auf die Wünsche der Kunden oder man hat komplett den Verstand verloren. Wie auch immer, i am amused! 🙂

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19 Kommentare zu “Überraschungsei

  1. anigunner sagt:

    Erstmal muss Sony die Karten auf den Tisch legen, dann wird man sehen wer was bei der kommenden Konsolengeneration bietet. Ich persönlich finde den Multimediaansatz an sich nicht verkehrt, wobei die Umsetzung wieder mal typisch Microsoft ist. Halbherzig und nicht durchdacht. Ein roter Faden der sich übrigens auch durch deren Betriebsysteme zieht.

    Das Microsoft als erstes die Karten auf den Tisch legt was die Gebrauchtspiele angeht war natürlich dumm. Das ist eine super Steilvorlage für Sony und Nintendo, wobei ich sicher bin das Sony ähnliche Pläne in der Schublade hat. Daher könne die jetzt schön das Feedback ansehen und es ggf. besser machen. Das die jetzt versuchen Kinect mit Gewalt an die Gamer zu bringen ist ziemlich selbstsprechend, da wird bestimmt noch viel böses Blut aufkommen.

    Ob ein System ein Renner wird oder nicht liegt bei den Konsolen zum großen Teil an den Spielen. Und da müssen alle Seiten noch liefern. Ich als PC´ler kann das ganze ja ruhig als Zuschauer ansehen, für mich hat das nur Unterhaltungswert.

    Windows 8 werde ich übrigens einfach aussitzen. Bin erst von Windows XP auf Windows 7 umgestiegen, und solange das Betriebssystem läuft sehe ich auch keinen Grund da zu wechseln. Nur in meinem Büroalltag werde ich leider nicht um den Murks rumkommen, manche Kunden wollen das tatzächlich bei sich im Betrieb einführen. Da bin ich echt mal gespannt 🙂

  2. shakeyourbunny sagt:

    Das neue Kinect 2.0 wird garantiert nach der Beschwichtigung von Microsoft zur E3 2013 noch länger in der Presse bleiben, besonders, wenn die Käufer realisieren, was sie sich in ihre Wohnung geholt haben.

    Man kann davon ausgehen, daß die Pornoindustrie und die Begehrlichkeiten gewisser Organisationen diese neuen Möglichkeiten durchaus groß sind. Allerdings darf man nicht vergessen, daß die neuen SmartTVs, Mobiltelefone und Notebooks ähnliche Möglichkeiten offerieren.

    Da das Raubkopiererthema keinen Investorhund hinter den Ofen mehr hervorholt, muß man wohl die Hosen weiter runterlassen und versuchen, den Gebrauchtmarkt zu kapitalisieren. Nur zu dumm, daß andere Wirtschaftsbereiche (bis auf den Buchhandel) nicht wirklich Probleme mit Gebrauchtware haben und sich sogar auch entsprechend darauf eingestellt haben.

  3. Harzzach sagt:

    Nach meinem Eindruck geht MS das Thema „Gebrauchtmarkt“ am Arsch vorbei, weil MS gar nicht Videospiele im Speziellen im Blick hat, sondern die grundsätzliche Dominanz im Wohnzimmer. Man hat nach meinem Eindruck dieses Feature nur eingebaut, weil manche Publisher ganz laut gejammert haben und MS kein Problem damit hat. Und so wie EA bei der Vorstellung von Horst freudig mit dem Schwanz gewedelt hat, ist auch klar, wer hier bei MS am lautesten gejammert hat. EA braucht ums Verrecken einen neuen Sündenbock für künftige schlechte Umsätze, damit man die Investoren bei Laune halten kann.

    Und Sony hat ebenfalls so ein System, das ist bekannt, das wurde bestätigt. Die Frage ist jetzt nur … wird man dieses System für die PS4 verwenden oder es zurück in die Schublade legen?

  4. anigunner sagt:

    Ich denke Sony hat da keine große Wahl. Die Publisher stehen mit dem Rücken zur Wand und steigern sich immer mehr in ihre Paranoia. Wenn Sony kein derartiges System bringt werden die Publisher exclusive Sachen eher Microsoft in die Hand drücken, und hintenrum auch Stunk schieben. Ich denke nicht das die sich den Stress freiwillig antun werden, zudem sie wissen das dieser Shitstorm nicht von Dauer ist. Sobald das neue System im Laden steht werden die Leute kaufen. Und bis Jahresende hat die Konsumherde eh schon das meiste vergessen.

    Ich denke eine elegante Lösung wäre es spieleabhängig zu machen ob ein solcher „Schutz“ installiert wird oder nicht. So steht Sony immer noch als der Saubermann da, und kann die schmutzige Gebrauchspielekarte den Publishern zuschieben. Von diesen wird dieser Mist höchstwahrscheinlich kommen, da stimme ich dir zu Harzzach.

    Ob das EA und Konsorten zum überleben hilft, keine Ahnung. Leider halten sie sich sehr hartnäckig am Leben, obwohl sie immer dreister den Leuten ins Gesicht lügen und immer offensichtlicher die Kundeschaft versuchen auszupressen wo es nur geht.

  5. Minando sagt:

    Eine Konsole sie zu knechten, sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden- zuviel Licht ist auch gar nicht gut für die Augen.
    Aber ich fürchte, selbst Saurons Aussichten Mittelerde mit Olifanten zu erobern waren besser als die für Microsofts Wohnzimmer-Eroberungspläne mit diesem mechanischen Internet- Blinddarm.

    Denn warum eine One anschaffen, wenn die sich vom Laptop nur noch durch das Fehlen von Tastatur und Maus unterscheidet ? Wegen des schicken Controllers ?
    Da kann man sich auch gleich den Laptop unterm Fernseher festschrauben.

    Ein Blödsinn ist das…

  6. Harzzach sagt:

    Man wird sehen. Auf jeden Fall NICHT gesehen hat MS den Shitstorm, der folgerichtig in den letzten Tagen über sie hereingebrochen ist.

    Man erinnere sich nur an den Start der aktuellen Generation, als Sony zu Recht vorgeworfen wurde, dass niemand 600-700 Dollar für eine Spielkonsole zahlen wird und Sony arrogant auf diese Kritik mit „Ist halt ne tolle Multimedia-Maschine, ihr Looser“ anwortete. Es haben dann auch zu wenig Leute soviel Geld für eine Spielkonsole gezahlt, die PS3 gilt heute kommerziell über die ganze Laufzeit als kostspieliger Flop.

    Die XBone wird dieses Schicksal teilen. Die ZIelgruppe einer Spielekonsole will eine Spielekonsole und hat keine Lust extra Geld für Features zu zahlen, die sie a) nicht in einer Spielekonsole haben möchte und b) schon längst anderweitig im Wohnzimmer stehen hat. Der ganze Masterplan von MS von der Eroberung des Wohnzimmers, der ist längst obsolet und von der Wirklichkeit überholt worden. Nur will man dies innerhalb des Konzerns nicht wahrhaben.

  7. Das Alien sagt:

    Ist MS inzwischen eigentlich ein wenig großzügiger mit Informationen, was die Hardware angeht? Das was man an Informationen darüber inzwischen bekannt ist, hat mich nun wahrlich nicht vom Hocker gerissen.

    DIe Idee, dass meine XBox in Zukunft ganz genau weiss, ob ich auf der Couch sitze oder liege, wie oft ich aufstehe und wie lange meine Toilettengänge dauern finde ich allerdings richtig gruselig. Angeblich ist die Auflösung so hoch, dass sich durch Vergleich einzelner Pixel sogar die Pulsfrequenz feststellen lässt. Klar, umsetzbar ist das auch mit anderen Geräten, aber an einem Laptop kann ich die Kamera natürlich ausschalten.

    Die Beteuerungen aller Beteiligten, dass man die Technik ja nun keinesfalls, niemals nicht und unter gar keinen Umständen benutzen würde, um intime Eindrücke vom Leben des gemeinen Gamers zu gewinnen, sind mir dabei herzlich egal. Anscheinend ist den Verantwortlichen nicht klar, dass es gar nicht daziu kommen MUSS. Wer sich daran stört tut dies, weil ihm/ihr alleine schon die Möglichkeit dazu ausreicht. Und bislang hat der Mensch noch jede Technik missbraucht.

    Und die XBox als Medienmaschine? Ja klar, weil das ja schon mit der 360 so wunderbar funktioniert hat und das System nicht andauernd über die eingebauten Restriktionen und Fußfesseln gestolpert ist. Allein der Versuch, die XBox mit einem Windowsrechner zu verbinden um auf die Mediendateien auf der Festplatte zuzugreifen endet in 90% der Fälle in einem Debakel, die restlichen 10% teilen sich dann auf in „hängt sich irgendwann auf“ (4%), „ruckelt“ (5%) und „Hey, es funktioniert!“ (1%).

    Aber immerhin zeigt sich einmal mehr, dass Deutschland in Sachen Internet immer noch Entwicklungsland ist. Die ach so tolle Anbindung an Mediendienste wird hierzulande nicht funktionieren, schlichtweg weil die Angebote gar nicht existent oder so teuer und wenig kundenfreundlich sind, dass sich die Nutzung derselben nicht lohnt und kaum Spaß macht.

    Und es stellt sich natürlich die Frage wie eine Konsole, die in derart starkem Maße auf eine Daueranbindung und das permanente Hin- und Herschaufeln großer Datenmengen setzt, mit den neuesten Plänen der Tkom zusammengehen.

  8. Harzzach sagt:

    Wenn MS entsprechend an die Telekomiker abdrückt, geht da mit Sicherheit einiges. So zumindest die Idee bei Obermann und Co. die glauben, dass die Content-Anbieter nur so angekrochen kommen, weil sich die Telekom als Provider unangreifbar vorkommt.

    Bis dann die großen Contentanbieter auf die Idee kommen, wie das Google in den USA erfolgreich vorgemacht hat, selber Provider zu werden und dabei, wie Google gezeigt hat, mit z.B. 1GB Up/Downstream fette Gewinne mit halbwegs bezahlbaren Tarifen einzufahren. Denn dort haben AT&T und Comcast versucht die Contentanbieter mit willkürlichen Drosselungen abzuzocken. Im Hals stecken geblieben ist diesen Geiern das, als Google plötzlich meinte: „Hey, wir verlegen jetzt ein eigenes Highspeed-Netz!“

    Und um Thema Webcam/Erfassung biometrischer Daten: Abgesehen davon was MS damit tut oder nicht damit tut … was glaubst, wird als Erstes auf dieser Hardware gehacked? Der Zugriff auf die Webcam, damit Spanner in die Wohnzimmer/Kinderzimmer reinschauen können.

  9. Scaros sagt:

    Natürlich wollen die das Wohnzimmer kontrollieren und sie wollen natürlich auch wissen was du tust während du im Wohnzimmer sitzt, sonst würden sie ja nicht so zeug patentieren lassen: –> http://www.vg247.com/2013/05/24/xbox-one-patent-outlines-achievement-implementation-for-watching-tv-programs/?utm_source=feedly

    Ahahaaahhaa..ahaaha.a.aa… Achievements für’s Fernsehen! Soweit sind wir jetzt gekommen. Man bekommt Achievements dafür, den Superbowl oder die komplette Staffel einer Serie gesehen zu haben… Und man bekommt extra Achievements, wenn Kinect bestimmte Produkte beim Fernsehen registriert, z.B. eine Cola Light. Wie abartig ist das bitte?

    Die Fernseh-Industrie geht auf die Xbox One ab, weil es quasi die nächste Generation des Quotenmeter ist. Mittels Kinect kann man gezielt ausspionieren, wer was guckt und ob er dabei mastubiert, bestimmte Produkte zu sich nimmt oder was auch immer… Und mit Achievements lassen sich die Konsumenten auch noch gezielt dazu treiben, sich bestimmte Sendungen anzuschauen und dabei Burger King zu futtern.

    Nett war auch Microsofts Statement zur Abwärtskompatibilität:

    „Who’s backward compatible is truly backwards“

    Schöne Art und Weise, ihren dummtreuen Konsumenten gehörig in den Arsch zu treten. xD „Oh, du hast dutzende Xbox 360 Spiele und möchtest die auch auf deiner neuen Konsole spielen können? Wie rückschrittlich! Da, schau lieber die neue Staffel von Glee!“ … Und ich dachte, die Wii U sei schlimm…

    Daher hier die Zusammenfassung der Xbox präsentation:

  10. Look sagt:

    Ob es wohl dann auch gewisse Pornoachievements gibt :)?

    Was mich angeht, ist weder PS3 noch Xbox überhaupt überdenkenswert, ganz einfach deswegen weil nicht abwärtskompatibel – damit fehlt der alte Scheiss, den ich ja noch nicht kenne, aber gern mal gedaddelt hätte.

  11. anigunner sagt:

    @ Harzzach
    Genau das würde ich der Telekom auch wünschen. Bloß hier hat es halt kein Google, und ich wüsste jetzt nicht wer da in die Bresche springen könnte. Außerdem ist die Telekom ja immer noch Monopolist wenn es um die letzten Meter geht…. daher wird da in nächster Zeit nicht viel passieren.
    Alles was man als Kunde machen kann ist nicht die Telekom zu nutzen wenn es irgendwie geht. Damit ihnen diese Drosslung hoffentlich richtig schön ins Gesicht explodiert. Aber wie ich die Leute kennen werde sie trotz allem zugreifen, nach mir die Sinnflut.

  12. elzorro73 sagt:

    ich verfolge mit großem Interesse, was Sony aus seinem „Elfmeter ohne Torwart“ macht !
    Szenario 1: Sony hält es mit der Account-Bindung ähnlich wie MS, von mir aus abgeschwächt, dann wirds bei den Verkäufen das Kopf an Kopf Rennen zwischen den Fanbasen (bei Kinect wird MS wohl zurückrudern müssen)
    Szenario 2: Sony ist mutig und verwandelt den Elfer. Eine PS4 komplett ohne Accountbindung der Spiele, oder zumindest auf freiwilliger Basis, mit der Möglichkeit ein Spiel vom Account zu lösen und gebraucht zu verkaufen.
    Das wäre ein Wagnis/Experiment mit PR (wegen der MS-fails) zum Nulltarif, das sich -meiner Meinung nach- für Sony mehr als rentieren würde.
    Ich bin wirklich sehr gespannt wie das noch ausgeht!

  13. Joe sagt:

    Die Entwicklung ist in der Tat ganz witzig. Ich war ja bisher keine Kundschaft für die Konsolenhersteller, weil ich keinem TV besitze, an die ich die Dinger anschließen könnte. Denn sowas schnödes wie RGBHV (VGA-Out) als Option anzubieten, kam den Heinis nie in den Sinn, obwohl die verbauten Grafikchips wenigstens ab der X-Box 1.0 das locker gekonnt hätten.

    Inzwischen hat sich das Problem ja dank HDMI erledigt (aber nur weil die Monitore nachgezogen haben). Prompt kommen die Konsolenheinis mit „TV glotzen“ um die Ecke und wollen einen in die 80er/90er Jahre zurückbeamen, mitsamt „Program Guide“, an dem man gefälligst seine Zeitplanung auszurichten hätte. NOT! Wenn das nicht „backwards“ ist, was dann?

    Ich bin natürlich genauso gespannt wie Haz, wie sich die Wachstumspläne der Gadgethersteller mit der zu erwartenden Massenarbeitslosigkeit vertragen. Ansonsten beobachte ich das ganze wie immer aus sicherer Entfernung und hol mir nichts davon nach Hause. Das Killerargument „Einstecken und loszocken“ hat sich ja inzwischen sowieso erledigt.

  14. shakeyourbunny sagt:

    @elzorro73:
    Die Accountbindung der Downloadspiele im PSN ist bereits heute auf der PS3 gegeben, da kannst du dir dein Szenario 2 bereits auf dieser Konsole eincremen.

    Durch die Ausrichtung auf die ganzen Socialkrams wird das auf der PS4 nur verstärkt und selbst wenn du die Spiele auf Disc kaufst und online etwas damit machen willst, wird das Spiel ans Account gebunden.

    Da ist die Frage, ob man jetzt die gebrauchten Spiele verkaufen kann, ohnehin nur eine rhetorische.

    Davon abgesehen sollte man nicht vergessen, daß Sony gerne Features aus der Konsole via Softwareupdate rauspatcht bzw neue DRM-Geschichten nachträglich einführt. Wenn man da bereits das Geld in diese Konsole versenkt hat, hat man das Geld bereits ausgegeben.

  15. Minando sagt:

    Trotz alledem ist nicht vorauszusehen ist ob die One Kult oder Trash wird (oder Trashkult). Möglicherweise werden wir bald schmerzlich daran erinnert was wir sind: alte Säcke.
    Denn möglicherweise ist der jungen, hippen Zockergeneration alles gerade so recht, was Microsoft da versucht ? All in One, Internet sowieso obligatorisch, und Kinects Wohnzimmer-Spionage wird genauso leicht akzeptiert wie Google Streetview etc. ?

    Was wir alle nur zu gut wissen: mit dem richtigen Marketing verkaufst du heutzutage jeden Scheiß, und seien wir ehrlich: die meisten Zocker entscheiden einen Kauf in der Regel aus dem Bauch heraus, nicht mit dem Verstand.

    Wenn es MS also gelingt den Erfolg von Halo etc. auf der neuen Kiste zu wiederholen können wir lametieren so viel wir wollen: scheiß drauf, geiles Spiel, shut up and take my money.

  16. elzorro73 sagt:

    @shakeyourbunny:
    genau das meine ich mit „Elfer ohne Torwart“, wenn Sony über seinen Schatten springt und die Bindung abschafft, bzw. die Entkoppelung zum Wiederverkauf zulässt, DAS wäre ein mutiger Schritt.
    Ich bin gewiss kein Sony-Fan, aber solange die Konsole nicht online sein muss, kann sie rauspatchen was sie will…die kommt bei mir einfach nicht ans Netz.
    Ich brauche diesen social Klimbim nicht. Im Gegenteil, ich fühle mit belästigt davon.

  17. Das Alien sagt:

    @ elzorro73

    Der Gedanke ist klasse, keine Frage, allerdings glaube ich schon lange nicht mehr an Wunder. Ich weiss nicht, ob das ein kulturelles Ding ist, aber gerade Sony hat sich in den letzten zwei Dekaden als absolut unfähig gezeigt, auch nur ein Jota von seinen Vorstellungen abzuweichen.

    Besonders anschaulich hat man das mit der PSP demonstriert. Das Teil war und ist immer noch ein kleiner Alleskönner, aber auch nur, wenn man das Gerät mit einer Custom Firmware präpariert hat. Im Originalzustand reizt die PSP gerade mal einen Bruchteil ihrer Fähigkeiten aus. Noch nicht einmal eine vernünftige Weckfunktion hat man bei Sony gebacken bekommen, von einer Readerfunktion oder anderem neumodischem Schnickschnack ganz zu schweigen.

    In Sonys Chefetage war man einfach nicht in der Lage zu erkennen, dass die Absätze hätten signifikant höher sein können, wenn man seinen Kunden und ihren Wünschen und Vorstellungen einen kleinen Schritt entgegengekommen wäre. Und was macht man statt dessen? Man bringt die Vita heraus, die zwar rein technisch gesehen durchaus sexy, aber im Zeilalter der Smartphones und Tablets denkbar nutzlos ist, stellt sich mit überteuerter proprietärer Hardware und eingeschränkter Funktionalität selbst ein Bein und wundert sich dann, dass kein Mensch die Dinger haben will.

    Und was dieses elende „Sozialgedöhns“ angeht… mein Reden! Ich hasse es, dass ich inzwischen immer und überall sozial sein muss, ob ich dass nun will oder nicht. Mir stösst das seit geraumer Zeit vor allem bei Steam sauer auf. Ich boykottiere zwar Ubisoft und €A, aber mit Steam hatte ich mich nach 9 Jahren inzwischen doch irgendwie arrangiert, auch wenn Valve sich einen Dreck um seine Kundschaft schert. Was sicher auch daran lag, dass man hier zumindest früher öfter mit dem Zuckerbrot gelockt hat, anstatt mit der Peitsche zu knallen.

    Aber inzwischen ist Steam wirklich das Allerletzte. Die Funktionalität ist unter aller Sau, abgesehen davon, dass ich auch hier unter winzigkleinen Fonts zu leiden habe und bei einer normalen Entfernung zum Monitor auf den meisten Seiten die Texte nur unter Anstrengung entziffern kann. Aber hauptsache, man hat jetzt einen „Community Hub“, in dem ich mit Screenshots von Spielen und Spielern belästigt werde, die mich einen Dreck interessieren. In dem das Forum geradezu dazu auffordert, sich eines achtlosen „drive by“ Schreibstiles zu befleissigen.

    Und der letzte Geniestreich – ein Sammelkartenspiel. Ja, richtig, Steam spielt Kindergarten. In Zukunft wird es für den Kauf bestimmter Spiele Sammelkarten geben, die sich dann zu „Badges“ zusammenfassen lassen. Sammelt der Spieler eine bestimmte Anzahl von Badges, steigt er irgendwann im „Rang“ auf. Natürlich nicht einfach so, denn man bekommt nie genug Karten einfach so zusammen, weshalb zusätzliche Karten einzutauschen oder zu kaufen sind. An sich könnte mir das komplett wurscht sein – aber bei Valve hält man es für eine tolle Idee, zB die Funktionalität des neuen (und überladenen, unübersichtlichen und schlichtweg hässlichen) Spielerprofiles mit dem „Rang“ des Spielers zu verknüpfen.

    Sprich: erst ab einem bestimmten Rang werden alle Funktionen und Änderungsmöglichkeiten des Profiles freigeschaltet. Das heisst dann also im Klartext, dass ich zwar seit 9 Jahren Steam nutze und hier Geld ausgebe, aber nach dem neuen System in Valves Augen weniger wert bin als ein jugendlicher Neukunde. Denn während ich mich mit meinen fast 40 Jahren einfach weigere, mich an blöden Kartenspielchen zu beteiligen und dementsprechend mit eingeschränkter Funktionalität sanktioniert werde, darf sich der unter Umständen wesentlich sammelkarten-kompatiblere jungendliche Neukunde über die erkauften Extras freuen. Noch widerlicher ist nur noch, mit welcher Vehemenz diese monströse Idee von der Mehrheit der Steamnutzer im Forum verteidigt wird. Wie lautete gleich nochmal dieser Spruch… millionen Fliegen können nicht irren?

  18. shakeyourbunny sagt:

    Sony ist nicht ein Konzern gewöhnlicher Art, sondern eine Gruppe loser miteinander verbundener Spartenfirmen, wo durch den Verbund auch Synergien (positive als auch negative) entstehen. Deswegen hat dieses Unternehmen auch mehrere Gesichter. Das prägt sich unter anderem auch dadurch aus, daß sie relativ gute Spielehardware produzieren, die stets aber durch rechtliche Interessen verkrüppelt werden. Deutlichstes Beispiel ist zb die angesprochenen PSP.

    Beim Steamclient kannst du dir (und solltest du) eigene Skins installieren, Pixelvision ist da zb recht gut. Der Client selber ist Mist, ja, aber zum Glück kann man alle Funktionen bis auf den Launcher per se auch über Webseite nutzen, was der Client selber auch ja tut.

    Das neue Profil (Beta) finde ich btw übersichtlicher, wenn man den ganzen Sammelkrams ignoriert. Ich habe übrigens noch 2 Einladungen für diese closed Beta zu vergeben.

  19. arillo sagt:

    Ich sehe nicht, dass Pixelvision wirklich irgendwas am Interface ändert. Und die Änderungen an der Optik sind nun auch nur marginal. Warum sollte man das nutzen?

    Da ich die meisten Tassen noch großteils unbeschädigt im Schrank habe, reagiere ich auf die XBO mit, genau, schallendem Gelächter.

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