Wahre Worte – Eine Erklärung

Es ist nicht so, dass ich dieses Nickle & Dime-Prinzip in und um Spiele herum gut finde. Aber Mr. Jorgensen, seines Zeichens der CFO von Electronic Arts, spricht da eine simple Wahrheit aus:

Es gibt genug Konsumenten, die solche Angebote gerne und zahlreich annehmen. Es gibt davon so viele, dass EAs Spiele künftig rund um einen Kern von Ingame- und Out-of-Game-Transaktionen gebaut werden, der genau diesen Vertriebskanal, dieses Geschäftsmodell noch stärker betonen wird. EA wird also künftig nicht mehr Spiele, sondern interaktive Online-Shops anbieten.

Nur für den Fall, dass irgendjemand in zwei, drei Jahren wieder fassungslos vom Glauben abfallen möchte, weil er denkt ein Spiel von EA gekauft zu haben und stattdessen nur den Rumpf eines Spieles bekommt, der mit Mikrotransaktionen erst aufgefüllt werden soll. Mr. Jorgensen bereitet uns geistig darauf vor, denn die Geschäftsberichte von EA, die lügen nicht. Zumindest nicht allzu offensichtlich.

Ach, und für den Fall, dass man meint ich würde hier einer spezifischen EA-Abneigung huldigen … alle Majors werden künftig verstärkt interaktive Online-Shops anbieten, denn die Konsumenten, die das bei EA-Titeln machen, die machen das natürlich auch bei gleichartigen Angeboten der Konkurrenz.

Und weil Sprache sehr viel über uns verrät, enthüllen Mr. Jorgensens Worte auch die Wahrheit darüber, welchen Status die Leute haben, die solche Angebote annehmen. Das sind nämlich keine Kunden, keine customers, sondern es sind Konsumenten, consumers. Kunden treffen in der Regel eine überlegte, informierte Kaufentscheidung. Kunden haben Rechte. Konsumenten konsumieren nur. Gedankenlos. Und rechtelos, weil sie nur eine Pflicht haben. Die Pflicht Geld auszugeben.

Kunden überzeugt man. Konsumenten manipuliert man.

In der Tat, wahre Worte! Danke, Mr Jorgensen!

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43 Kommentare zu “Wahre Worte – Eine Erklärung

  1. surge sagt:

    Jedesmal wenn ich sowas lese regt sich in mir der Impuls die Faust durch die Luft zu schuetteln und Parolen gegen geistlosen Konsum zu bruellen. Aber sowas ist ja mega out und bevor mich alle meine Facebook Freunde verlassen weil ich wieder komisch bin und seltsamme Sachen von mir gebe kauf ich mir doch lieber noch ein paar runterzieh Inhalte. Gegen den Stress.

  2. Sandhai sagt:

    Eine sehr schöne Analyse, Harrzach. Ich hatte mir ja in der Vergangenheit vorgenommen angesichts neuer Geniestreiche des Evil Ampire nicht mehr bitterlich zu weinen. Aber hier fällt es mir schon schwer. Es ist schon ziemlich dreist, ein Spiel zu zerstückeln und diese Elemente später einzeln anzubieten.

    Mich ärgert allerdings auch diese herablassende Wortwahl von Jorgensen.
    Es mag ja sein, dass es sich um geistlose Konsumschafe handelt. Aber muss man sie deshalb abzocken? Ist es richtig etwas bestimmtes zu tun, nur weil es nicht verboten ist?

    Doch das interessiert einen BWLer natürlich nicht.

  3. anigunner sagt:

    Japp, Spiele sind immer mehr Serviceplattformen. Man liefert einen Rumpf, der Rest wird nachgeliefert. Vermutlich wird das immer mehr in die „Free-to-Play“ Mentalität reinlaufen. Dann erhält man das Ding ein- oder zwei Jahre mit DLC am Leben bis der Seasonpass abgelaufen ist, und bereit die User darauf vor das man doch bitte zum Nachfolger wechseln soll… weil wir in naher Zukunft die Server abstellen. Oder weil dann die Mehrheit der Multiplayerhorde sofort abwandert, und die Onlinehallen plötzlich sehr leer sind. Und Multiplayer ist mittlerweile das einzige was die meisten „Produkte“ noch am Leben hält. Weil der Singleplayerpart kaum noch vorhanden ist oder nach vier Stunden durchgespielt wurde. Auf Schienen, passiv konsumiert.

    Passend zum Wunsch vieler Spieler. Es muss nebenher laufen, ordentlich knallen und es sollte nicht zu anstrengend sein. So quasi Feierabendunterhaltung auf der Couch. Popkornkino für die Massen. Gut, wenn das viele wirklich so wollen dann ist es ja ok 🙂

    Man sollte sich nicht zu arg auf die großen Publisher versteifen, das ist wie die Bildzeitung. Wers mag ok, ich bevorzuge da was anderes. Und es gibt ja noch genug andere Stelle wo man sich bedienen kann. Von dem her sollte man sich nicht zu arg in was reinsteigern, oder gar irgendwie verbittern. Wenn das schrillbunte Hypemobil lärmend weiterzieht, dann setzt ein lächeln auf und winkt hinterher. Und lacht nicht zu arg wenn es unterwegs die eine- oder andere Mülltonne am Straßenrand mitnimmt 😉

  4. Harzzach sagt:

    Aber muss man sie deshalb abzocken? Ist es richtig etwas bestimmtes zu tun, nur weil es nicht verboten ist?

    Im 4Players-Forum hat jemand die Kaffee-Kapseln von Espresso erwähnt. Man stellt George Clooney vor die Kamera, packt den Kaffee in güldene Plastikkapseln, verlangt den x-fachen Preis für die Kapseln und subventioniert die dazu passenden Kaffeemaschinen. Das Druckertinten-Modell. Jeder Depp (man entschuldige bitte die Wortwahl), jeder DEPP kann erkennen, dass er hier nur mit schickem Branding über den Tisch gezogen werden soll. Und was passiert? Die Dinger werden gekauft wie blöde und Nescafe verdient sich eine goldene Nase mit der leichten Verführbarkeit der Menschen.

    Angesichts solcher Geschichten kommt man sehr schnell zu dem Schluß, dass sich hier offensichtlich zwei gefunden haben. Jemand, der sich gerne verarschen lassen möchte und jemand, der Danke sagt und dies dann auch tut.

    Ist das aber richtig so zu handeln? Nun, in einer Gesellschaft, in der alles nur nach Geldwert beurteilt wird, ist das eine vollkommen richtige und stimmige Haltung. Nescafe macht es richtig und die Leute, die sich hier über den Tisch ziehen lassen, sind grade selber Schuld, denn niemand zwingt sie sowas zu kaufen. Sprich, man zollt Nescafe Respekt und verachtet die Idioten. Die Frage ist daher nicht, ob das seitens Nescafe so richtig ist, wie hier gehandelt wurde, sondern: Wollen wir in so einer Gesellschaft leben?

    Ich nicht!

  5. Harzzach sagt:

    Jepp, im Spielebereich haben wir zum Glück wieder mehr Möglichkeiten als zwischen Bücken & Gesäßpenetrierung auf der einen Seite und Aufgabe des Hobbys auf der anderen Seite zu wählen. Ich muss mich über die Majors nicht mehr aufregen, kann sie gemütlich ignorieren und verfolge deren Treiben eigentlich nur noch, weil für mich der gesamte Themenkomplex recht interessant ist. Die große Emotionalität ist aber längst raus.

  6. Ich würde solche Rumpfspiele bzw. Ratenkaufspiele in der Tat auch nicht kaufen wollen. Fand es bisher aber auch nicht schwer ab zu warten, was die Berichte NACH dem Erscheinen der Spiele über selbige sagen und dann zu entscheiden. Spiele von EA werden es dann sicher „kaum“ noch sein. (nicht, wegen der Marke, ich bin da nicht so Markenfixiert, sondern weil solche Bezahlmethoden für Spiele nichts für mich sind.)

    Es ist ein Angebot. Man muß das ja nicht annehmen. Also sollen sie doch ruhig machen, es nimmt uns ja niemand was weg. Wer freilich nur vorher auf Werbung hört und nachher jammert, braucht eben noch etwas Medienkompetenzschulung. Etwas, was wir in den Schulen wirklich brauchen.

  7. Minando sagt:

    Der Unterschied ist: früher haben wir uns auf unsere Spiele konzentriert. Heute zockt man eher nebenbei, vielleicht als Zweit-oder Drittbeschäftigung neben dem Fernsehen/ Rauchen/ Sex oder sonstwas :-).
    Logisch, dass da nix zu anspruchsvolles auf der Festplatte lauern darf, weil dann läufts nicht wie von alleine und es gibt keine Gratis-Ego-Aufbau-Erfolgserlebnisse, und das bedeutet Unzufriedenheit und Abwanderung zu grüneren Weiden oder womöglich (alternativ) Viagra-Kauf vom freundlichen I-Net-Inder.
    Genausogut könnte man sich irgendwelche Glücklichmacher einwerfen, das Resultat ist das gleiche: messbarer Feel-good-Effekt bei minimalem Eigeneinsatz.
    Brave new world…und das hier ist der Indianer-Blog *fg*

  8. Fera sagt:

    Ich werde zunehmend mehr Indie-Games „konsumieren“.

  9. Leviathan sagt:

    Wahre Worte…aber, ach! Die Zeiten in denen man um die aussterbende Flora und Fauna des PC-Spiels trauern musste sind ja Gott-seis-abermals-und-für-immer gedankt vorerst vergangen:

    Jeden Tag sehe ich Ankündigungen frecher kleiner Programmierer, die freche kleine Spiele planen die meinen altbackenen Geschmack unglaublicherweise genau treffen…und ach ja: ich habe ein neues Hobby: verrisse der jüngsten 150 Millionen $$$ teuren AAA Produktion von Publisher GROSSBUCHSTABEN zu lesen oder zu gucken und mich dabei scheckig zu freuen. Was habe ich über Aliens Colonial Marines gelacht…danke Gearbox!

    In diesem Sinne: wir müssen den quark um die Big Labels ja nicht mehr mitmachen weil es fortan wohl eher das Problem gibt wie zum Teufel man seine eh schon begrenzte Zeit auf all die Indie Titel aufteilen soll die in den nächsten 1,5 Jahren herauskommen…Wasteland! Star Citizen! Elite!DayZ! Ach herrje, bestimmt 5 vielversprechende 4X, weitab von Calypso Media…uswusf…mir wird schwindlig.

    Hat hier jemand EA gesagt? Wer braucht denn die? 🙂

  10. Ich seh das ähnlich, aber vielleicht lässiger. Ich finde es nicht schlimm, ab und an einfach mal nur Popcorn im Leben zu zu lassen. Wieso auch nicht? Das muß ja auch nicht bedeuten, daß man dazu nicht auch mal Anspruch zu lässt. Und letztendlich: wir reden hier nicht von Arthousefilmen und Eigenübersetzungen von Tolstoi, es geht um Computerspiele. Und es macht eben die Mischung. Ich find da nichts verwerfliches. Wir haben ja das Angebot, wir können frei wählen.

  11. Gonzo sagt:

    Ich glaube wir sind in einem Bereich angekommen, in dem einfach mit den psychologischen Schwächen des menschlichen Geistes Kapital gemacht wird. Nicht dass das neu wäre, aber es wird immer perfider perfektioniert und viele können es einfach nicht erkennen, weil es nicht in ihren mentalen Möglichkeiten liegt.

    Um beim Kaffeebeispiel zu bleiben halte ich mich jetzt natürlich für clever, ich bin nun letztendlich wieder beim Handfilter angekommen. Ein Plastikhalter für 3 € und 200 FIltertüten für…90 Cent oder so?
    Jedoch komm ich nicht drum rum immer Tchibos Feine Milde einzufüllen weil ich meine dass der mir am besten schmeckt. Ob sich das in einem Blindtest gegen Billigmarken bestätigen würde, keine Ahnung, würde mich nicht wundern wenn nicht.

    Wir, die wir vielleicht noch in der Jugend den Patrizier oder DSA: Die Schicksalsklinge und den ganzen Kram der danach auf den ersten CDs raus kam mit Box und allem Geraffel von Mutti gekauft bekommen haben (blah blah, Spiele ohne Patches lauffähig, alles dabei, voller Umfang, keine Aktivierung, alles meins meins für immer) halten dies für das einzig Richtige.
    Irgendwann als Kind/Jugendlicher beobachtet man wie die Welt läuft und prägt sich das für den
    Rest des Lebens ein: so läuft die Welt, so muss das sein. Diese Erfahrungen haben locker das Potential sich über rationale Erkenntnisse hinweg zu setzen.

    Nun können die Marketingstrategen sich doch in aller Ruhe schon mal dem Setzen dieses Samens in den Köpfen der kommenden Käufer….Konsumentengenerationen widmen. Anködern und Akzeptanz etablieren, haben die Kinder statistisch aktuell nicht eh so viel Taschengeld wie nie zuvor? Die 30-40jährigen schlagen sich halt die Hand an den Kopf und kriegen ab und zu noch was nach ihren Vorlieben, die hören eh bald auf zu spielen 🙂

  12. taake sagt:

    Select:
    – Play Game
    – Pay 15$ to unlock all archivments and win the game

  13. Harzzach sagt:

    Als Codemasters vor etwa 10 (?) Jahren Cheatcodes für eines seiner Rennspiele per maximalkostenpflichtiger Rufnummer angeboten hatte, da hat man sich a) gewundert, wer denn bitte in Zeiten von kostenlosen Internet-Cheat-Portalen dort anruft und b) sich über die Dreistigkeit von Codemaster aufgeregt.

    Mittlerweile gibt es ausgeklügelte Pay2Win-Geschäftsmodelle, bei denen dem Spieler suggeriert wird, er könne gegen Geld Spielvorteile erwerben, um „vorne mithalten zu können“, ohne Stunden um Stunden an Arbeit und Training in ein Spiel stecken zu müssen. Wer sowas kauft, das weiß man mittlerweile: Leute mit Minderwertigkeitskomplexen, denen das Gewinnen so sehr viel wichtiger ist als das Spielen, weil sie ihr Selbstwertgefühl daraus beziehen, wie „gut“ sie in einem Spiel sind. Dass sie dabei natürlich nicht besser werden, wenn sie sich Spielvorteile kaufen, dass sie lediglich eine Illusion erwerben, das wird geflissentlich ausgeblendet.

    Es gibt da eine Aussage eines Gamedesigners von einer der letzten GDCs, der wortwörtlich meinte, er möchte nicht, dass seine Kinder die Spiele zocken, die er zZ. entwirft. Ich finds leider ums Verrecken nicht mehr.

  14. Uranochos sagt:

    Es ist unmöglich, in einem begrenzten Lebensraum grenzenloses Wachstum zu erzielen.
    Da aber die weltbeherrschenden Interessengruppen uns weismachen wollen, dass unser aller Heil nur in materiellem Wachstum liegen kann, führt das dazu, dass die Konsumspirale sich immer schneller und enger dreht. Wir sollen kaufen, kaufen, kaufen!
    Neue Waschmaschine nach zehn Jahren, nicht erst nach 30. Den Schokoriegel mehrmals am Tag essen, nicht nur zu Ostern oder Weihnachten. Alle zwei Jahre ein neues Auto. Ein bis zwei Computer-Konsumartikel (früher auch bekannt unter dem Namen „Computerspiele“) pro Tag.
    Und wenn das alles Schrott ist— na, um so besser! Müssen wir halt etwas neues kaufen.

  15. Miranda sagt:

    Star Citizen und besonders Elite sind gute Beispiele, wie man Leute bei Kickstarter das Geld aus der Tasche zieht.

    Besonders Elite 4, was bereits seit 2001(!) in Entwicklung sein soll und bereits alle Features haben soll, was der Herr Braben so auf Kickstarter versprochen hat.
    http://web.archive.org/web/20001101014512/http://www.frontier.co.uk/games/elite4/index.html

    Davon abgesehen sind leider Spiele als Hardcopy mit gedruckten Manual (das sich auch so nennen darf) tot, nur noch digitaler Dunst, wenn man von den Steambackups, Onlineregistrierungen und ab und zu mal Sondereditionen (meist mit einer Soundtrack-CD begründet), absieht.

    Die Entwcklung, die dieser Herr Johnson skizziert hat, ist nur logisch.

  16. Leviathan sagt:

    Die Präsentation von Elite auf Kickstarter hat einige Kritik auf sich gezogen, das Gedöns um Chris Roberts mag nicht jedermanns Sache sein. Manch ein Crowdfunding Projekt erfüllt mit Sicherheit einige Kriterien von „scam“.

    Mag sein: die Kickstarter Welle verliert an Wucht, am Ende kristallisieren sich etablierte Strukturen heraus. Das Marketing schlägt zu. „Awesome Buttons“ 😛
    Wer weiß, ob das unscheinbare Indie Label schon als das neue EA in den Startlöchern steht? Warum eigentlich den Teufel an die Wand malen. Halten wir doch mal zumindest fest, daß die Spielewelt durch Indies und Crowdfunding sehr viel interessanter geworden ist. Was ist schon ohne Risiko…noch nicht mal Bio Eier Kaufen wies aussieht *g*

    Den Wastelandmachern hätte ich auch meine 15€ in den Rachen geworfen, so viel Risikobereitschaft darf sein. Aber ohne Kreditkarte wollten die meine schnöden Euros nicht, tja…

    Ansonsten lehne ich mich in aller Gemütsruhe zurück und warte ab was geliefert wird. Dank zahlreicher channels auf diversen Videoplattformen und kritischen blogs ist man ja nicht mehr auf fragwürdige Tests gekaufter Redakteure angewiesen.

    Sich selbst eine Meinung darüber zu bilden, ob man Spiel X nun auch noch haben muß oder halt nicht; ob man 15,- € in Crowdfunding Y investiert oder halt nicht. Das kann man mit ein wenig Geduld und Umsicht schon hin bekommen 😉

  17. Harzzach sagt:

    Wer weiß, ob das unscheinbare Indie Label schon als das neue EA in den Startlöchern steht?

    Wer heute klein ist, kann morgen der große Gewinner sein und übermorgen genau die verkrustete Struktur, die dem Wandel der Zeit dann im Wege steht.

  18. Minando sagt:

    Direkt SCHLIMM finde ich das auch nicht, aber SCHADE. Genauso wie ich es schade finde, dass mir langsam die Haare ausgehen und dass ich morgens immer schwerer aus dem Bett komme. Es ist eben eins von diesen früherwarallesbesser-Dingern.
    *Hust*

  19. Minando sagt:

    Elite zeigt was man mit der Kickstart-Geschichte so alles erreichen kann. Bzw. wie man mit praktisch NICHTS ausser einem Namen viel Geld verdienen kann. In einem Rollenspiel wäre Mr. Braben Illusionist.

    Trotzdem hoffe auch ich, dass er sich noch zum Paladin entwickelt…

  20. Ja, das kann ich nach vollziehen. Die Konzentrationsspanne nimmt eben doch im Alter *hust* ab, aber eben auch die zur Verfügung stehenden Zeiteinheiten, sobald Frau und Kinder aunabschaffbar anwesend sind. Daher finde ich auch Spiele mit Savepoints bescheuert, vor allem, wenn sie ewig aus einander liegen (bei jump&runs kann ich das ja noch verstehen…) – sobald man mir damit eine Mindestspielzeit vorschreibt, die ich dann auch noch nicht mal genau abschätzen kann, bin ich weg. Früher fiel das nie auf, Unter eine ganze Nacht wurde ja der CompetitionPro gar nicht erst angestöpselt.

    Aber dann kann(!) auch eine gewisse Gelassenheit kommen und plötzlich findet man Schienenspiele, durch die man halb getragen wird, zuweilen sogar sehr nett. Nach aussen kann man ja dann nur die anderen zugeben. 😉

  21. Look sagt:

    Es gibt schon jetzt so viele Spiele die ich noch nicht gespielt habe, da ist mir diese Drohung von EA völlig Latte, spiele ich halt alten Scheiss, ich halte mich schon aus den heutigen Mulfiplayerspielen raus, weil der Idiotenanteil so verdammt hoch ist, somit nur folgerichtig das ich dann also auch von Rest der heutigen Spielerschaft Abstand nehme, mhhh, was solls, fahr ich halt mehr Fahrrad, lese mehr, oder fang an mit, puh, basteln/töpfern/musizieren, linuxen, proggen, st(r)icken, was auch immer.

  22. Gary sagt:

    Eine sehr gute Aussage zur aktuellen Lage. Ich bin immer wieder überrascht. Toller Blog, den ich sehr gerne seit einigen Jahren mitlese.

  23. samtpfote sagt:

    Mir geht es genauso, meine gut gefüllte Spielebibliothek ist noch lange nicht durchgespielt.

    Früher(tm) habe ich mich darüber großartig aufgeregt, aber es lässt mich inzwischen kalt.

    Auch wenn es etwas branchenfremd ist, kann man gut am Verhalten der Aktionäre von Apple sehen, daß ihnen die Firma egal ist, sondern es zählt nur das nackte Geld, das in ihre Portemonnaie wandern soll. In meinen Augen ist das größte Problem von Electronic Arts, daß nicht einmal der aktuelle Gewinn ausreicht, sondern er muss stets weiter in die Luft gesteigert werden. Deswegen sucht man nach weiteren Wegen, an Geld zu kommen und diese Aasfresser ruhigzustellen.

  24. Harzzach sagt:

    Jepp, genau das ist die Ursache für das Verhalten von EA und der anderen Majors. Heuschreckenbefall.

  25. Harzzach sagt:

    Danke für die Blumen! 🙂

    Und wie immer muss ich gerade zu solchen Themen sagen, dass hier nichts auf meinem eigenen Mist gewachsen ist, sondern alles, was ich hier ausführe, bereits klar und deutlich auf der Strasse liegt, wo jeder hinschauen kann. Weil, ich traue es mich kaum zu zugeben, ich lese gerne Michael Pachter, den meistgehassten Mann der Gamer-Szene. Denn Michael Pachter betrachtet die Dinge ganz nüchtern aus Anlegersicht. Das ist sein Job, dafür wird er engagiert und bezahlt. Und die Anleger bestimmen, wie der Hase bei den Majors läuft, nicht der Hardcore-Zocker, nicht der Casual-Zocker oder diverse altkluge Säcke, die glauben die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben.

  26. Joe sagt:

    ich halte mich schon aus den heutigen Mulfiplayerspielen raus, weil der Idiotenanteil so verdammt hoch ist

    Das war schon immer so, aber die „Matchmaker“-Strategen interessiert das nicht. Die glauben ernsthaft, daß sie mein Spielerlebnis mit Idioten anstelle Bots verbessern können.

    Deshalb spiele ich nur ausgewählte Sachen im Multiplayer. Auf paßwortgeschützen Dedicated Servern mit Leuten, die ich kenne bzw. vorher kennengelernt habe (nicht zwingend face2face übrigens). Schon die Anmeldung und das Feedback nach dem Match verändern nämlich viel.

    Den cheatenden Volldeppen vom Public Server sieht man hingegen nie wieder, weshalb solche Spielstätten eher wirken, wie ein stinkendes Bahnhofsklo. Und wer verbringt dort freiwillig seine Freizeit?

  27. Sandhai sagt:

    Ich kann dem nur zustimmen. Das ist das Problem mit der Sozialisierung. Die geistigen Strukturen, die sich in der Jugend entwickeln, bleiben ein Leben lang.

    Und hier setzen sie an, die Pete Hines’ (PR-Oberlügenbold von Bethesda Softworks) der Spielewelt. Da jüngere Menschen (speziell die Generation X-Bawks) i.d.R. die alten Klassiker nicht gespielt haben, haben sie keine Referenzmöglichkeiten und man kann ihnen so ziemlich alles als Qualitätsware verkaufen, so wie man jemandem, der noch nie in einem feinen Restaurant war, Fastfood als den Gipfel aller kulinarischen Genüsse verkaufen kann.

    Dazu kommt dann noch der Herdentrieb des Menschen. Man muss nur eine bestimmte Behauptung ausstreuen und regelmäßig wiederholen, die dann schon bald von der Masse ™ als bewiesene Wahrheit akzeptiert wird.

  28. Sandhai sagt:

    Auch wenn der Inhalt deiner Blogeinträge nicht immer ein Resultat deiner eigenen Geistesleistung ist, so ist es doch wichtig, dass es Leute wie dich, die gegen den Mainstream-Irrsinn anschreiben, gibt.

    Ich bin jedenfalls froh, dass es Blogs und Foren wie diese hier gibt, wo die X-Bawks nicht das Maß aller Dinge ist.

  29. Harzzach sagt:

    Wenn ich ehrlich bin, der Mainstream ist mir ziemlich Banane. Wenn jemand seinen Spass an Spielen hat, bei denen ich nur angewidert die Nase rümpfe, mein Gott, dann ist das halt so. Ich bin nicht das Maß aller Dinge. Ich bekomme nur einen dicken Hals, wenn ich mitbekomme, wie Firmen solche Leute nach Strich und Faden verarschen.

  30. Kashmir sagt:

    Phew, gut dass Leute wie du, auf unterhaltsame Art und Weise auf die Misstände aufmerksam machen und der Welt manchmal noch die alten Gesamtkunstwerke zeigen.

    Für mich ist anspruchsvolles AAA-Gaming irgendwann 2005 und mit den Kriegshootern gestorben. Gut dass es noch Ausnahmen wie, Faster Than Light, To The Moon, Recettear – An Item Shop’s Tale, Half Minute Hero, Left 4 Dead oder die Deathspank-Reihe gibt, wobei dass ja leider subjektive Meinungen sind und dass Vieh scheinbar doch genügend auf Call of Duty abfährt. Hmpf…

  31. Nerpax sagt:

    Ich kann mich darüber ehrlich gesagt nicht aufregen. Informationen über Spiele und Geschäftspolitik von EA (und anderen Majors) sind leicht zu finden. Um sie zu verstehen muss man keine helle Leuchte sein.

    Ich urteile nicht voreilig über Menschen wegen solchen Sachen, aber wer sich nicht informiert, brav zahlt, sich dann beschwert und *weiter* zahlt, ist tatsächlich einfach selber Schuld. Vor allem, da Videospiele reine Luxusgüter sind.

    Es ist dabei nicht so, dass ich dieses Konsumverhalten nicht selbst nachvollziehen könnte. Ich trinke z.B. RedBull, obwohl ich weiß, dass es völlig überteuert ist. Mir geht es dabei wie Gonzo: Ich bilde mir ein, es schmecke mir besser. Vielleicht ist das auch so (und letztlich ist Geschmack so oder so völlig subjektiv, also wenn ich mir das einbilde reicht das vielleicht auch schon).

    Jedenfalls würde ich nie auf die Idee kommen, die Firma hinter RedBull für mein Konsumverhalten verantwortlich zu machen. Es liegt in meiner eigenen Verantwortung, das Zeug zu trinken oder es nicht zu tun und ich glaube auch nicht, dass so viele Menschen tatsächlich gänzlich unfähig sind, diese Verantwortung ebenfalls für sich zu übernehmen.

  32. Leviathan sagt:

    So ist es. Bis die verkrustete Struktur dann vom nächsten Indie…usw. Es sei denn die Menschheit ist bis dahin komplett verblödet und kann nicht mehr ohne Micro Transactions Inc. Nicht ganz auszuschließen.

    Und falls David Braben liefert was er verspricht anstelle mit der Kohle nur das Marketing aufzublasen ist doch alles im grünen Bereich. Abwarten, Tee trinken.

  33. Harzzach sagt:

    Oh ja, Eigenverantwortung. Auch so eine Mangelerscheinung bei einigen Menschen. Fool me once, shame on you! Fool me twice, shame on me! Und SCHON WIEDER ein gehyptes Spiel für teuer Geld ge-preordert, welches natürlich nicht mal ansatzweise dem Hype gerecht werden kann.

    Ich kann von Glück sagen, dass mein erstes und auch gleichzeitig letztes Pre-Order-Spiel das Drakensang-Prequel war.

  34. Joe sagt:

    Welchen sexuellen Vorteil hat man denn beim „Pre-Ordern“? Dieser amerikanischen Unsitte…

  35. Ark sagt:

    Das war Julian Hühnermann.

    Er sagte das im Mai 2011 auf dem Social Gaming/Social Goods Summit in Berlin und scheinbar nochmal später auf der Casual Connect Konferenz.

    Hier findet man mehr darüber, das Zitat steht ungefähr im Mittelteil:
    http://www.regine-pfeiffer.de/wp/2013/01/zum-frontal-21-beitrag-kostenfalle-kinderspiele-im-internet-11-12-2012/

  36. Harzzach sagt:

    Ahh, danke!

  37. Warlord7...... sagt:

    Ich habe konsumiert…

    … ich gebe zu, ich habe schon einmal In-Game Käufe getätigt. Jedoch nur bei League of Legends. Nur für rein kosmetische Erweiterung und dies finde ich als einzig vertretbares.

    Wer Pay-2-Win Spiele unterstützt, indem er immer mehr und mehr Geld für Items usw. den Publishern in den Rachen wirft, damit der das Spiel letztendlich spielen kann, der hat es nicht anders verdient als sein ganzes Leben lang abgezockt zu werden.

    Doof ist nur, das diese Facebook/SocialGaming/Rotze-Spieler einen zu großen Marktanteil haben und somit den Markt für „normale“ Spieler kaputt machen.

    Denn leider ist es aus marktwirktschaftlichen Gesichtspunkten der 6-er im Lotto, auf Seiten der Publisher.

  38. Harzzach sagt:

    Doof ist nur, das diese Facebook/SocialGaming/Rotze-Spieler einen zu großen Marktanteil haben und somit den Markt für “normale” Spieler kaputt machen.

    Der Markt wird ja nicht kaputt gemacht. Er verändert sich nur. Die Majors ziehen immer dahin, wo es die größten Umsatzwachstumsversprechen gibt und das ist derzeit dieser Bereich. Doch bei diesem Umherziehen werden Angebotslücken frei, in die dann andere Anbieter stoßen, die das Geschäft übernehmen, welches die Majors freiwillig aufgegeben haben. Der Boom der Indies wäre ohne den Rückzug der Majors vor allem vom PC als Spieleplattform nicht möglich gewesen. Crowdfunding wäre für den Spielebereich vollkommen uninteressant, würden die Majors nicht nur einige spezifische Segmente, sondern wie früher den kompletten Bereich abdecken.

  39. Hach, heute ist wieder so ein Tag, wo ich schreiben kann: ganz Deiner Meinung. 😉 *rot anstreich*

  40. Für mich ist es bei Spielen wichtig: kann ich in einem normalen anerkannten klassischen Rahmen alles kaufbare auch im normalen Tempo ohne diese Käufe erreichen? Dann ist es mir persönlich außerhalb von PvP Spielen, und die spiele ich eh nicht, egal, ob andere sich Zeitvorteile kaufen. (Dead Space ist so ein Beispiel, das spielt sich ganz normal wie die alten Teile, ohne das man was kaufen müsste…)

    Diese Kaufmöglichkeiten bei Solospielen erinnern mich immer an die Gewinnentaste, die es bei einen der ersten Lukasart-Adventures (umsonst) gab. Drückte man die, war das Spiel sofort vorbei und „man hatte gewonnen“. Will sagen: wenn andere sich das Spiel gegen Geld verkürzen wollen ist es mir wurscht.

    Sobald man aber durch normales Spielen bestimmte Dinge, meinent wegen dann auch etwas später, nicht erreichen kann, hört es normalerweise bei mir auf. So fing mein etwas längerer reifender Bruch mit WoW an. (gebe aber zu, daß ich zuweilen weich werde, so finde ich Guildwars diesbezüglich noch erträglich für mich…)

    Bei Gruppenspiele kann ich es aber auch zum Teil verstehen. Nur weil jemand plötzlich sein Studium fertig hat und in der neu gegründeten Praxis nicht mehr die Zeit findet, mit den anderen Raidkumpels beim wöchentlichen farmen mit zu halten, muß er ja nicht zwingend das Spiel wechseln. Dann kauft er sich eben das eine oder andere um am Wochenende dennoch den vollen Gruppenspaß zu haben. Solange eben die gründe beim Spieler liegen und nicht im Spiel fest mit eingebaut sind.

  41. Harzzach sagt:

    Der Beef mit diesen Mikrotransaktionen besteht ja nicht darin, dass man sich hier und da was dazukauft, weil man nicht die Zeit für zB. intensives Raiden hat, sondern in dem Spiele ganz GEZIELT und BEWUSST so designed werden, dass möglichst viele Leute hier und da mal was kaufen. Die Mikrotransaktionen sind also nicht mehr nur Beiwerk zum eigentlichen Spiel, sondern sie sind das zentrale Geschäftsmodell des Anbieters, wo man mittlerweile mit Hilfe von Psychologen Gameplay-Mechanismen so entwirft, dass der unvorsichtige Spieler unterschwellig zum Kauf von Ingame-Items und Spielwährung getrieben wird. Es wird ganz bewusst eine Sucht erzeugt, die nur mit dem ständigen Neukauf von Schnicknack befriedigt werden kann.

    Und das wirklich perverse daran ist, dass die Mehrzahl solcher Spiele sich explizit an Kinder und Jugendliche richten, die noch nicht die Erfahrung haben diese Mechanismen zu erkennen und sich dagegen zu schützen. Hier wird meiner Meinung nach die Grenze zur kriminellen Handlung klar überschritten. Wer solche Spiele entwirft, unterscheidet sich in nichts von einem hundsgewöhnlichen Drogendealer/hersteller

  42. Joe sagt:

    Ich bin für solche Suchtmechanismen nicht anfällig. Merke dafür aber sofort, wenn das Gameplay um solche Trigger herum designt ist. Just in dem Moment zerfällt dann die mühevoll aufgebaute Immersion vollständig, womit das Weiterspielen zur Zeitverschwendung wird. Und schon fliegt der Item-Shop von der Platte.

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