Erst auf dem Totenbett kommt die Erkenntnis

Der eine oder andere wird sicherlich mitbekommen haben, dass das neue Humble Bundle diesmal kein Humble Indie Bundle ist, sondern eine Reihe von ehem. Vollpreisspielen aus dem THQ-Programm beinhaltet. Company of Heroes Complete, Red Faction Armageddon, Darksiders, Metro 2033 und als Bonus Saints Row 3, wenn man über dem Durchschnittspreis liegt. Alle als Steam-Spiele. NICHT DRM-FREI! Was mich an diesem Bundle interessiert, habe ich bereits (inklusive Soundtracks) und dass deutsche Kunden den dort erworbenen internationalen SR3-Key auf Steam nicht einlösen können ist ein weiterer Grund warum ich diesmal dankend passe. Aber das ist nicht weiter wichtig.

Interessant ist es, dass solche Aktionen immer erst dann von den großen Publishern getätigt werden, wenn diese nicht mehr groß sind, sondern kurz vor einer fast unvermeidlichen Insolvenz stehen. Die Wahrscheinlichkeit zur Rettung von THQ ist gering, die Konkurrenz und andere Investoren warten wahrscheinlich einfach nur Chapter 11 ab, um dann günstig IPs und den Back-Katalog aufzukaufen. Dieses Humble Bundle, welches nach aller Voraussicht die mit Abstand erfolgreichste Aktion bis dato werden wird (nach etwas mehr als 24h sind schon über 2 Millionen Dollar eingenommen worden), wird THQ natürlich nicht retten. Aber es zeigt schön, dass der Druck auf die Firmen nur groß genug sein muss, damit sie endlich damit beginnen neue Wege beschreiten.

Bei Midway wurden zB. in den letzten Monaten der kommerziellen Existenz Area-51, PsiOps, The Suffering und Rise & Fall als Freeware veröffentlicht, die mit Werbung versehen wurde. EA leidet seit geraumer Weile an einem miserablen Kursverlauf und bestenfalls dünnen schwarzen Nullen, so dass man auch hier auf das eine oder andere Vertriebs- und Marketingexperiment stößt wie zB. die sukzessive Veröffentlichung der ersten drei C&C-Spiele als Freeware oder die Gründung eines eigenen Indie-Labels.

Ja, mir ist durchaus bewusst, dass Menschen im Grunde faule Säcke sind, die keinen Handschlag mehr machen wollen als nicht unbedingt notwendig. Ich muss nur morgens in den Spiegel schauen. Sowohl das bunte Papier aus Hamburg als auch diese reflektierende Fläche, die im Bad hängt. Dennoch … wäre es nicht zur Abwechslung angenehm, wenn man solche Dinge auch schon zu einem Zeitpunkt startet, wenn es einem noch gut geht? Damit man erst gar nicht in eine Schieflage kommt, bzw. bei nicht verhinderbaren Schieflagen mehrere Standbeine hat, die solche schiefen Lagen halbwegs ausgleichen können?

Es ist wie mit Menschen, die zeitlebens egoistische & skrupellose Arschlöcher waren, die mit der Nachricht, dass sie unheilbar zB. an Krebs erkrankt sind, plötzlich aufwachen und in den letzten Monaten ihres weltlichen Daseins versuchen zumindest ansatzweise das zu reparieren, was sie zuvor jahrzehntelang kaputt gemacht haben.

Ehrlich jetzt, warum zur Hölle nicht gleich so?

Übrigens: Pat Robertson, einer der extremeren, ok, einer der irren TV-Prediger aus den USA, berüchtigt für seine Ausfälle gegen Schwule und die Verhöhnung von Naturkatastrophenopfern als Sünder, die es verdient haben zu sterben und zu leiden, hat letztlich Kreationismus als Unsinn bezeichnet, naturwissenschaftliche Erkenntnisse zum Alter der Erde zitiert und entspannte Dinge über Hanf-Genuß von sich gegeben. Ich vermute, dass Mr. Robertson weiß, dass er nicht mehr lange zu leben hat und nun versucht allmählich mit der Welt ins Reine zu kommen, anstatt wie bisher seinen kommerziell sehr einträglichen Bullshit zu erzählen, obwohl er es eigentlich besser weiß.

Wirklich, warum nicht gleich so?

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77 Kommentare zu “Erst auf dem Totenbett kommt die Erkenntnis

  1. Harzzach sagt:

    @Snacky: Es geht hier nicht um „Durchsetzen“ oder gar „Verdrängen“, sondern um die Etablierung von Alternativen zu den bisherigen Geschäftsmodellen und Angeboten, so dass es keine Rolle spielt, ob die bisherigen Majors weiter existieren oder nicht.

    Hollywood war übrigens schlau genug sich mit speziellen Produktionsgesellschaften an unabhängigen Produktionen zu beteiligen, um so künftig Material zur kommerziellen Ausschlachtung zu haben und um neues Talent an die Blockbuster-Produktionen heranzuführen. Chris Nolan hat erst mit einer Reihe von kleinen Produktionen abseits des Mainstream gezeigt, dass er es tatsächlich draufhat, um dann die Chance zu bekommen einen Blockbuster-Film zu produzieren, dem er ebenfalls seine individuelle Note aufdrücken konnte. Die Batmanfilme sind zwar letztendlich Action-Mainstream-Kino, aber sie haben genug Charakter und Eigenständigkeit, um selbst Zeichen setzen zu können. Und mit Leuten wie Francis Fors Copolla, Steven Spielberg und anderen hat Hollywood in den 70ern sich selbst fast komplett neu erfunden, um dann in den 80ern aus dieser Erneuerung wieder neue Blockbuster zu produzieren.

    Ich sehe nicht einmal ansatzweise, dass so etwas in die Spielebranche durch die Majors stattfindet. Dort wird stur die jeweils aktuell erfolgreichste Formel durchgenudelt und es wird ohne Rücksicht auf Verluste Personal verbrannt und Talent in die Wüste geschickt, anstatt es zu fördern. Es ist kein Wunder, wenn immer mehr Industrieveteranen ihren vermeintlich sicheren Job kündigen und es als Indie selber versuchen. Man stelle sich vor, ein talentierter und erfahrener Producer, der mit wilden Indie-Spielen sich einen Namen gemacht hat, darf für EA ein Multimillionen-Projekt entwickeln und dabei die kreative Kontrolle behalten?

    Undenkbar unter den heutigen Majors, vollkommen undenkbar.

    Übrigens, wer wird einer der Majors der nächsten 20 Jahre? Valve! Weil man da genau das tut, was die jetzigen Majors eben nicht tun. Kreativität fördern und gezielt Aussenseiter mit langfristigen Zeitplänen aufbauen.

  2. Nerpax sagt:

    @Joe: Es ist auch deine eigene Schuld, wenn du dich von gekauften Reviews täuschen lässt.

    Es gibt genug Menschen im Internet, die den eigenen Geschmack teilen und auch Reviews verfassen. Die muss man nur finden, was nicht sehr schwer ist – dieser Blog hier ist schon ein Beispiel.

    Selbst Youtube-Videos geben einen guten Eindruck von einem Spiel.

    Ebenfalls gibt es genügend Möglichkeiten, Spiele vorher selbst zu testen, ohne sie zu kaufen. Manchmal machen die großen Publisher ja immer noch selbst Demos. Wenn nicht, ist das grundsätzlich verdächtig. Und ich halte es in einem solchem Fall für legitim, sich eben eine solche „Sichtungskopie“ im Netz zu laden. Oder man leiht sich das Spiel aus – sei es bei einem Bekannten, der das Spiel hat oder in der Videothek, was immerhin viel günstiger ist als der Kaufpreis.

    Deswegen kann ich auch Leute nicht verstehen, die sich ein Spiel gleich kaufen, obwohl sie bereits denken, dass das Spiel vermutlich schlecht ist – nur um sich eine eigene Meinung zu bilden. In den Kommentaren zu Online-Tests sieht man das häufig.
    Sich selbst ein Bild zu machen ist ja in Ordnung. Aber dazu muss man es doch nicht gleich 60€ hinblättern.

    Zum Crowdfunding: So gewaltig ist der Einfluss nicht, wenn man ein solches Projekt mit kleineren Euro-Beträgen unterstützt und man dann einer von vielen ist, die einen ähnlichen Betrag beigesteuert haben. Klar sollte man seinen Einfluss nutzen, aber wenn es in eine schlechte Richtung geht gibt es dann nicht immer eine Möglichkeit, noch etwas zu tun und das kann man auch nicht immer vorher wissen.

    Letztlich sind, wenn man zur Zielgruppe gehört und mit der Massenware der Majors nichts anfangen kann, Crowdfunding-Projekte aber immer noch die bessere Wahl.

  3. Nerpax sagt:

    Dem kann ich mich nur anschließen. Publisher zerbrechen, wenn sie länger keine Gewinne mehr einfahren und Investoren werden sich scheuen, wieder soviel Geld in diese Branche zu pumpen, wenn diese Blase mal geplatzt ist.
    Denn genauso schnell wie die dem neusten Trend nachlaufen, genauso schnell lassen sie ihn auch wieder fallen, wenn er sich mal nicht mehr lohnt.

  4. Joe sagt:

    Wir dürfen nicht vergessen: Auch das Kino war mal ein Hype, eine sinnlose, aber voll angesagte Spielerei, so Anfang des 20. Jahrhunderts. Und dann ist es wieder in der Versenkung verschwunden.

    Huch, ach ist es ja gar nicht. Kennt jemand den Grund? Warum hat das Kino seinen eigenen Hype-Zyklus überlebt? Das läßt sich auf einen Punkt zusammenfassen: Mit dem [b]Tonfilm[/b] wurde das Medium erwachsen.

    Ich sehe derzeit nichts dergleichen in der Videospielebranche. Weiterentwicklung findet nicht statt dessen wird alles weiter runtergedummt. Bis dann die Herde eines Tages genug hat und zum nächsten großen Ding weiterzieht…

  5. Sandhai sagt:

    „[…] Weiterentwicklung findet nicht statt dessen wird alles weiter runtergedummt.[…]“

    Das Traurige ist ja, dass es nicht so sein müsste. Bethesda z.B. hätte mit Fallout 3 einen neuen, tatsächlich berechtigten Standard für CRPGs (im Mainstream) schaffen können und damit für eine Weiterentwicklung sorgen können, aber nein, man handelte lieber firmenpolitisch korrekt und entwickelte ein weiteres, simplifiziertes Fallout-Spin-off.

    Einfach zum Heulen.

  6. Uranochos sagt:

    Ich glaube eben nicht, dass „die paar Millionen“ der Firma THQ für irgendetwas reichen. Der nächste große Release wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.

    http://www.golem.de/news/spielebranche-thq-mit-weniger-verlust-und-ohne-vorschau-1211-95556.html

    Ich denke, das war eine schlecht durchdachte Verzweifelungstat.
    Der zuckt halt noch ein bißchen.

  7. Uranochos sagt:

    Stimmt, richtig übel wird es, wenn Harzzach seinen Stab an Ghostwritern nicht mehr bezahlen kann und seine Redaktionsbüros in Hamburg, Krefeld und Berlin schließen muss.

  8. Harzzach sagt:

    Angefangen habe ich aus einer Mischung aus Langeweile und Neugier. Bloggen? Hmmm!
    Dann trieb mich ein gewisses Sendungsbewusstsein. Mittlerweile schreibe ich, weil ich schreiben will UND weil es da draussen tatsächlich Leute gibt, die diesen Rotz nicht nur lesen, sondern aktiv bekommentieren.

    An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Euch alle!

    Aufhören tue ich dann, wenn mir nichts mehr einfällt, wenn ich der Meinung bin alles gesagt zu haben, was ich zum Thema Videospiele sagen kann. Also in etwa 40-50 Jahren, wenn ich aus rein biologischen Gründen das Zeitliche segnen muss. Denn was ich unbedingt noch vorhabe: Aus dem Altersheim zu bloggen, wie ich all die Spiele nachhole, für die ich heute keine Zeit finde. Oder eine ganze Generation an Spielern zu bedauern, die später im Alter nicht mehr die Spiele ihrer Jugend wiederentdecken können, weil die Server dieser MMOs und F2Ps und wahtnot mittlerweile alle abgeschaltet wurden. Selbst ein WoW ist nicht für die Ewigkeit. Vielleicht engagiere ich mich auch im Bereich Spiele-Archäologie und finde zusammen mit anderen eine Möglichkeit auch solche Titel der Nachwelt spielerisch zu erhalten.

    Es bleibt spannend 🙂

  9. Harzzach sagt:

    Hollywood (um es mal ungeheuer verallgemeinernd zu nennen) hat sich auch immer stets neu erfunden. Zuerst gab es nur Einzelkämpfer und Lizenznehmer von Edison, die auf der Flucht vor diesen Lizenzforderungen an die Westküste gegangen sind und „Hollywood“ gegründet haben. Dann kam die Zeit der großen Studios, der Tonfilm hatte eine ungeheuere Steigerung der Attraktivität des Films zur Folge. Dann kam das TV und Hollywood schien am Ende. Mit Blockbuster-Filmen wie „Cleopatra“ wollte man gegen das TV ankämpfen, mit Farbfilmen und Cinesmascope und anderen technischen Spielereien. Geholfen hat nichts, die großen Studios wurden nacheinander aufgekauft und bestanden nur noch dem Namen nach. Dann kam aus dem Untergrund die große inhaltliche (!) Revolution Hollywoods. Coppola und Kollegen verpassten dem Kino die dringenst notwendige Frischzellenkur. „The Godfather“ war ein künstlerischer UND ein kommerzieller Erfolg, der nur noch vom zweiten Teil in den Schatten gestellt wurde. Dann kamen die 80er und Lucas & Spielberg glänzten mit der Wiederbelebung des SF- und Fantasy-Kinos. Gleichzeitig wurden die Studios als alleinige Kontrolleure des gesamtem Prozesses immer unwichtiger. Es entstand die unabhängige Produktionsfirma, die unabhängig von den Studios Gelder zur Filmproduktion beschaffte und den großen Konzernen nur noch die Vertriebsrechte verkaufte, die komplette kreative Kontrolle über den FIlm behielt. Die Konzerne selber investierten in den Autorenfilm und schufen kleine Labels, wo sich kreative Querköpfe austoben und beweisen konnten, wo man mit neuen Themen und Inhalten experimentieren konnte. Hollywood wurde resistenter gegenüber kreativen Ermüdungserscheinungen, die typischen Schlipsträger und Pfennigfuchser trieben zwar immer noch ihr Unwesen, aber sie konnten das System als solches nicht mehr durch ihre Einmischungen in den kreativen Prozess ruinieren. Sie konnten nur noch einzelne Filme ruinieren.

    Ob Indies und Crowdfunding den Spielebereich erneuern können, das wird man sehen. Die Wahrscheinlichkeit ist jedoch groß. Die heutigen Majors aber sind ihre eigenen Totengräber. Zu sehr abhängig vom Finanzmarkt geworden (Spiele sind da nur noch das Nebenprodukt einer Maschinerie, die lediglich Aktienwertsteigerungen produzieren soll), nicht in der Lage gegen kreative Ermüdungserscheinungen anzugehen, weil es dort nicht mehr um Spiele geht. Zu groß um sich noch zu bewegen, zu groß, um sich noch anpassen zu können. Die einzig mögliche Richtung: Nach oben durch Fusionen, Aufkäufe und das hoffen, dass die Konkurrenz vorher pleite geht, damit man noch was zum Fusionieren und Aufkaufen hat, denn das für die Investoren erforderliche Umsatzwachstum kann der Markt nicht mehr hergeben.

    Die neue Konsolengeneration von Sony, Nintendo und MS ist dabei kein Retter in der Not, weil die Produktionskosten nur noch mehr steigen, alles noch teuerer wird. Die neue Konsolengeneration beschleunigt die Marktkonzentration an der Spitze noch mehr, was wiederum das Risiko für die Majors noch erhöht, was wiederum Investoren abschreckt, was wiederum den Publishern dringend notwendige Kapital entzieht. Ein Teufelskreis!

  10. Das Alien sagt:

    Dann sehe ich schon das „Humble Article Bundle“ auf uns zukommen. 5 Artikel zum selbstbestimmten Preis, wer mehr als 50;- zahlt, darf auch noch die Themen auswählen. 😀

  11. Nerpax sagt:

    Genau so habe ich das auch gemacht.

    Darksiders interessiert mich zwar nicht, aber der Rest war mir durchaus 0,80€ wert.

  12. Akabei sagt:

    Das Argument der Arbeitsplätze wird ja gerade von der deutschen Rüstungsindustrie auch immer ins Feld geführt. Das G3 ist praktisch in jedem Land der dritten Welt vertreten(Warum auch immer, aus eigener Erfahrung kann ich behaupten, dass das Gewehr nicht sonderlich gut ist). Da habe ich doch lieber ein paar Arbeitsplätze bei großen Publishern, als bei Heckler&Koch und Konsorten. Irgendwo müssen die Vergleiche auch aufhören, Waffenlieferanten gehen nämlich tatsächlich über Leichen. Das kann man EA, Blizzard/Activision oder welchem Spielepublisher auch immer nun in dem Zusammenhang nicht wirklich vorwerfen.

  13. omnibrain sagt:

    Die Sache mit Fallout scheint dir schon besonders weh zu tun…

  14. Harzzach sagt:

    Mein Fallout3-Schmerz ist mittlerweile vergangen, aber ich kann nachvollziehen, warum das den einen oder anderen noch ankotzt. Das Tutorial/Intro von Fallout 3 ist phantastisch, man bekommt so richtig Lust darauf hinaus in die Welt zu ziehen, aber nur kurze Zeit später erstickt das Spiel in der typischen Bethesda-Sandbox-Beliebigkeit. Ich habe da seit zwei Jahren einen Spielstand, wo mein Char in der ersten Ortschaft steht. Mir fällt kein, wirklich, KEIN trifftiger Grund ein, warum ich hier weitermachen sollte. Die Spielmechanik als solche ist gar nicht so übel, aber mir fehlt einfach die Motivation weiterzuspielen, weil ich (wie Bethesda-üblich) schlagartig das Interesse an Story und Char verloren habe. Meh!

    Ich kann daher gut verstehen, wenn man den kommerziellen Erfolg von Bethesdas Sandbox-Spielen als Gefahr für das CRPG-Genre hält. Weil Bethesda nämlich aus Marketinggründen seine Spiele als CRPG betitelt und alle Welt meint, so und nicht anders hätte ein RPG zu sein. Ein Final Fantasy würde heute gewaltig floppen, FF13 ist auch gefloppt. Zu linear für den Zeitgeist, wo aberhunderte Quadratkilometer Spiellandschaft mit spielerischer Tiefe gleichgesetzt werden. Was vielleicht für einen Wandersimulator passt, aber … ach, ich hör ja schon auf 🙂

  15. Harzzach sagt:

    Das Geld geht direkt an ein Crowdfunding-Projekt meiner Wahl 🙂

  16. omnibrain sagt:

    Andererseits gibt es weiter Spiele wie Mass Effect, Deus EX: HR, Dragon Age & The Witcher.
    Ich bin leider zu jung um dabeigewesen zu sein, als die Roguelikes und die klassichen Dungeoncrawler von den von euch betrauerten „klassischen“ RPGs verdrängt wurden.

    Jedoch darf man nicht vergessen, dass man auch damals bei Fallout 2 ganz üble „Durchhänger“ haben konnte. Ich habe bestimmt mehrmals nicht weiter gespielt als ich nach Reno kam.
    Und beim 1. Fallout zwingt einen primär auch erstmal das 100-Tage-Limit in eine Bahn.
    Und wer Baldur’s Gate nicht gespielt hat fragt sich in Baldur’s Gate 2 zurecht warum er diese nervige Heulsuse Imoen überhaupt retten soll.

    Garnicht nachvollziehen kann ich ja, wie jemand ein Theme-Park-MMO spielen kann. Für miche rgibt es einfach keinen Sinn, dass heute Luke Skywalker den Todesstern zerstört, morgen Luk3 Skywalk3er, übermorgen Luuke Skywalker und ich „XXXLuke SykwalkerXXX“ letzten Monat 3 mal den Todesstern zerstört habe bis endlich diese epischen „Stiefel der Weißheit“ gedroppt sind. (5% Chance)

  17. Unwissender sagt:

    Falls ich das nicht gerade überlesen habe..
    Keys für SR3 sind inzwischen durch die deutsche Version ersetzt (zumindest wenn humblebundle.com die Rechnung-Adresse erkennen kann).

    Mich würde aber auch interessieren, ob sich der „alte“ Key nicht per VPN aktivieren lässt.

  18. Sandhai sagt:

    @ omnibrain

    Naja, es ist nicht so schlimm, wie bei den Hardcore-Falloutfans auf NMA oder FalloutNow!. Lies dir da mal Threads durch, dann verstehst du, was ich meine. 😀

    In jedem Fall finde ich es aber schade, da die Spiele eben nicht nur Endzeitrollenspiele sind, sondern einen eigenen Stil besitzen, von dem in Fallout 3 nichts mehr übrig ist. Es wirkt ganz einfach wie ein beliebiges Mainstreamprodukt, das nur den positiv konnotierten Markennamen benutzt.

    Ärgerlich ist eben wie gesagt, dass es für Bethesda die Alternative gegeben hätte, die Lizenz ernst zunehmen und ein Fallout 3 zu produzieren, dass Potential zum modernen Klassiker gehabt hätte, sie hätten sich z.B. den Fallout-Erfinder Tim Cain ins Boot holen können, sie hätten auf das Material von Van Buren zurückgreifen können, sie hätten Obsidian beauftragen können (was sie ja für die Entwicklung von Fallout: New Vegas getan haben).

    Und sie hätten damit auch erfolgreich sein können.

    @ Harzzach
    „[…]Das Tutorial/Intro von Fallout 3 ist phantastisch […]“

    Also, als fantastisch würde ich es nicht unbedingt bezeichnen. Es ist beim ersten Spieldurchgang vielleicht ganz interessant, aber es nutzt sich schon beim zweiten Durchgang ab. Darüber hinaus fand ich die Möglichkeiten zum Rollenspiel schon während des Intros nicht so ganz berauschend. Man MUSS sich aus der Vault rauskämpfen, ein auf Schleichen geskillter Charakter kommt alleine mit dem, was er gut kann, nicht durch. Die Balancierung ist da auch nicht so wirklich gelungen. Man kann die ganze Vault einfach so auslöschen.

    Also alles nicht soo großartig. Obwohl ich gegen interaktive Charaktererstellung vom Prinzip her nichts habe.

    Ärgerlich ist zudem, dass man das Tutorial nicht überspringen kann.

    „[…]Die Spielmechanik als solche ist gar nicht so übel […]“

    Ich würde sie eher als nicht wirklich gelungen bis total missglückt bezeichnen. Nicht nur, dass die Möglichkeiten zum Rollenspiel nur sehr eingeschränkt vorhanden sind, nein, das Charaktersystem wird z.T. regelrecht ad absurdum geführt. So spielen im Echtzeitkampf die Skills nur eine untergeordnete Rolle, wodurch der Schwerpunkt automatisch zu der Reaktionsfähigkeit des Spielers hin verschoben wird.

    Dieser Schwerpunkt wird dann wiederum von dem mit implementierten VATS-Modus untergraben, in welchem plötzlich die Skills wieder relevant sind und die Trefferwahrscheinlichkeit bestimmen. Dadurch ergeben sich lauter unplausible Situationen, in denen ich einem direkt vor mir stehenden Gegner im Echtzeitkampf mit meiner Waffe einheize, ihn dann aber im VATS-Modus nicht treffe.

    Darüber hinaus sind die Bezüge zwischen den Attributen, Skills und Perks z.T. einfach nicht logisch. Das Charaktersystem ist also auch nachlässig designt worden.

    Dazu kommt dann noch die mäßige Qualität der Schreibe, die flache Charakterzeichnung, platte Fallout-Referenzen, unlogisches Quest- und Weltendesign, eine (teils unnachvollziehbare) Handlung, die aus Versatzstücken der Story und einigen Elementen von F1+2 besteht, sowie allgemeine Verzerrung des Fallout-Kanons, des Settings und des Designs.

    Dennoch bereitet es jede Menge Fun. Nur ernstnehmen kann man es nicht.

    „[…] Ich kann daher gut verstehen, wenn man den kommerziellen Erfolg von Bethesdas Sandbox-Spielen als Gefahr für das CRPG-Genre hält. […]“

    Allerdings. Seit ich mich mit den Zustand der Industrie näher befasse, bin ich der Auffassung, dass Beth zumindest eine Mitverantwortung für die Simplifizierung von CRPGs trägt.

    @ omnibrain

    “ […]Andererseits gibt es weiter Spiele wie Mass Effect, Deus EX: HR, Dragon Age & The Witcher. […]“

    Ja, aber leider nicht mehr allzu oft. Darüber hinaus muss ich sagen, dass z.B. Bioware-Spiele mir nicht (mehr) so wirklich zusagen, da mir das Spieldesign nicht mehr so gefällt und auch nicht mehr meiner Definition von PC-Rollenspiel entsprechen.

    Deswegen find ich’s ja gut, dass z.B. Crowd Funding an Relevanz gewinnt.

    „[…] Ich bin leider zu jung um dabeigewesen zu sein, als die Roguelikes und die klassichen Dungeoncrawler von den von euch betrauerten “klassischen” RPGs verdrängt wurden. […]“

    Meines Wissens nach war es eher so, dass in den 90ern CRPGs einen Durchhänger hatten. Erst Ende der 90er haben z.B. Fallout u.a. für frischen Wind gesorgt. Und dann wurden die CRPGs zu Beginn der 2000er simplifiziert und der NextGen- Irrsinn begann.

    Die Aussage verstehe ich deshalb nicht ganz.

    “ […]Jedoch darf man nicht vergessen, dass man auch damals bei Fallout 2 ganz üble “Durchhänger” haben konnte. Ich habe bestimmt mehrmals nicht weiter gespielt als ich nach Reno kam.
    Und beim 1. Fallout zwingt einen primär auch erstmal das 100-Tage-Limit in eine Bahn. […]“

    F2 hat auf jeden Fall das Problem, dass sich der Schwerpunkt von der Hauptstory hin zum Open-World-Spiel verschiebt, sodass man viel mehr Zeit mit Nebenquests verbringt. Das wäre m.E. nach noch zu ertragen gewesen. Dazu kommen dann aber noch wirklich üble inhaltliche und designtechnische Nachlässigkeiten (platte Popkultur-Referenzen, New Reno, sprechende Todeskrallen etc.). Und die Bugs.

    Bei F1 fand ich das Zeitlimit nicht so schlimm, ist zwar ärgerlich, aber man kommt zurecht. Außerdem ist ja gerade dieses Limit ein tragendes Element, das aus Fallout ein story-driven CRPG macht. Das Spiel verhält sich dir gegenüber aktiv, es zwingt dich dazu aktiv zu werden und der Story zu folgen, die du dann ja auch beeinflussen kannst.

    Das ist ein ganz anderes Kaliber als z.B. ein TES IV: Oblivion, wo eine Invasion vor sich geht, aber der Spieler vom Spiel nicht dazu animiert wird, etwas zu tun.

    Ich behaupte nicht, dass Spiele wie Fallout 1 oder Wasteland oder Ultima oder Fallout: New Vegas etc. perfekt wären, aber es sind nach wie vor Paradebeispiele. Vor allem New Vegas hätte als wirkliches zeitgenössisches CRPG m.E. nach das Potential gehabt, die gegenwärtig vollkommen verzerrte Wahrnehmung von PC-Rollenspiel positiv zu beeinflussen.

  19. VPN ging sagt:

    Ich habe beim Bundle recht früh zugeschlagen, da ich noch keines der THQ Spiele hatte und ich es -trotz Steam- für ein gutes Angebot halte.
    Jedenfalls hatte ich das erste mal überhaupt Steam in Betrieb und dann bekam ich gleich nen fetten Arschtritt beim Versuch Saints Row 3 zu aktivieren.
    Habe mich dann kurz über die Möglichkeiten für eine Lösung informiert und die VPN-Variante gewählt. Funktioniert reibungslos.

  20. Unwissender sagt:

    Danke für die Info! Dann werde ich mir so auch die ungeschnittene Version zulegen.

  21. Emil sagt:

    Traurig, dass ihr auf euer Schmarotzer-Verhalten auch noch stolz seid.

  22. Joe sagt:

    Es ist also Schmarotzen, wenn man trotz allem noch Geld an Child’s Play spendet? Die Entwickler der Spiele sehen nämlich von den > 3 Mio eh keinen Cent, die wurden von THQ nämlich längst entlassen. Die einzigen, die bisher davon profitiert haben, sind die Aktionäre…

  23. Harzzach sagt:

    Traurig, dass ihr auf euer Schmarotzer-Verhalten auch noch stolz seid.

    Extra für Dich werde ich hier einen Flattr-Button einbauen und wehe von Dir kommen dann nur winzige Cent-Beträge …

  24. Emil sagt:

    Wenn du den $1 direkt an Childs Play ohne eigenen Vorteil ( 6 Spiele ) gespendet hättest, würde ich das noch als gut gemeint durchgehen lassen.

    So bleibt aber abzüglich der Kosten für die Transaktion, den Verwaltungsaufwand und Seitenpflege bei Humble vermutlich eher ein Minus für übrig, während du einen Nutzen aus der Sache gezogen hast. Was ist das, wenn nicht schmarotzen?

  25. Joe sagt:

    So bleibt aber abzüglich der Kosten für die Transaktion, den Verwaltungsaufwand und Seitenpflege bei Humble vermutlich eher ein Minus für übrig, während du einen Nutzen aus der Sache gezogen hast. Was ist das, wenn nicht schmarotzen?

    Von welchem Nutzen redet er? Ich habe kein einziges DRM-freies Spiel erhalten, das unter Linux läuft. Der Nutzen dieses Bundles ist für mich ist plus/minus Null.

    Und deshalb sind die „Bescheidenen“ ebenso leer ausgegangen wie THQ. Und das werde ich bei jedem weiteren Bundle so machen, bis sie’s lernen.

  26. Joe sagt:

    Noch eine Anmerkung zur „Die machen damit Verlust“-Story:

    Ich habe bisher für jedes Bundle weit überdurchschnittlich gezahlt (mehr als das Doppelte). Und ja, es ist Absicht, wenn ich deren Zahlen so nachträglich wieder etwas nach unten korrigiere. Bis die dabei Verlust machen, fehlt noch ein insgesamt dreistelliger Betrag.

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