Zielgruppendefinition

Jahaaaaaaaaa, ein neues Painkiller-Spiel!?

Painkiller_hell_damnation

Nein, so wirklich neu nicht unbedingt.

Painkiller: Hell & Damnation” ist ein Remake des originalen “Painkiller” (ohne BooH-Addon) aus dem Jahr 2004. Optisch überarbeitet auf Basis der UT3-Engine, ballert man sich wieder durch überdrehte Level und Unmassen von Hellspawn.

Könnte in der Theorie Spass machen, tut es in der Praxis auch. Die Jungs von The Farm 51 bestehen nicht aus den üblichen Amateuren, die im Auftrag von Jowood selig sonst für wenig Geld peinliche Painkiller-Addons rausgehauen haben, sondern sind gestandene Branchenveteranen, von denen einige bereits am originalen Painkiller mitgewirkt haben. “Hell & Damnation” ist daher sauber produziert, nicht buggy (zumindest nicht auf den ersten Blick) und scheint sein Geld wert zu sein. Im Gegensatz zu früheren Mogelpackungen ist “Hell & Damnation” ein faires Angebot. Es ist ein ordentliches Remake und kein schludriger Ripoff. Da kann man Nordic Games, dem neuen Eigner ehemaliger Jowood-IPs keinen Strick draus drehen.

Aber, der aufmerksame Leser wird es vielleicht schon bemerkt haben, es gibt ein nicht unerhebliches Aber bei dieser Geschichte …

Wer zur Hölle braucht das?

Es ist ein Zeugnis der enorm hohen Qualität des originalen Painkiller, dass es fast acht Jahre nach seinem Release sich optisch immer noch nicht verstecken muss. Auch wenn die Painkiller-Engine rein technisch natürlich so einiges an Zeit auf dem Buckel hat, so ist das Spiel auch heute alles andere als häßlich. Ganz im Gegenteil. Zumindest ich habe bei meinen regelmäßigen Reruns nie das Gefühl eine neue, bessere Optik zu benötigen. In Sachen optischer Überholung braucht es das Remake nicht. Painkiller ist kein DOS-Spiel mit lediglich 320×200 Bildpunkten und nur 256 Farben gewesen. Painkilller ist auch kein frühes 3D-Spiel, an denen der Zahn der Zeit selbst für meine Augen ganz gewaltig genagt hat. Painkiller ist ein Geniestreich, der dank seines überragenden Art Designs und seiner guten 3D-Engine auch heute noch sehr frisch wirkt. Zudem mir persönlich der Standard-UT3-Look des Remakes wieder massiv auf den Senkel geht. Schmierige Blitzblend-Shader-Effekte auf jeder Ecke und Rundung. Vaseline-Fullscreen-Effekte, dass ich ständig das Gefühl bekomme die Brille putzen zu müssen. Kann man endlich damit aufhören die Factory-Settings und Default-Shader zu verwenden, wenn man das UE3-Devkit als Grundlage verwendet? Danke!

Und was eigentlich positiv zu vermelden ist, dass man den spielerischen Kern von Painkiller nicht angetastet hat, ist der zweite Grund, warum man sich zumindest als Fan dieses Remake sparen kann.

Wer also braucht dieses Remake, bzw. für wen könnte es sich lohnen?

Für Leute, die Painkiller auf der Konsole spielen wollen.

Was man sich bei Nordic Games auch folgerichtig gedacht hat, so dass die PC-Version natürlich wieder mit “Start” zu starten ist und bei jedem Speichern der Hinweis eingeblendet wird, man möge doch bitte nicht den Rechner ausschalten. Die PC-Version existiert eigentlich nur für Leute, die Painkiller noch nicht kennen und auch nicht wissen, dass sie für deutlich weniger Geld die Black Edition (die zudem das Addon Battle out of Hell enthält) bekommen können. Wer zu viel Geld hat und nicht weiß wohin damit, der kann sich das jetzt auf Steam mieten. Alle anderen PC-Spieler können gerne auf den 4.99€ Steam-Sale warten oder “Hell & Damnation” gleich ganz überspringen.

Dennoch, die Richtung stimmt, die Qualität ist da. Jetzt ein tatsächlich NEUES Painkiller-Spiel (mit eigenen Shadern) und ich wäre zufrieden, hätte ausnahmsweise nix zu meckern.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Review.

5 Kommentare zu “Zielgruppendefinition

  1. Joe sagt:

    Was man sich bei Nordic Games auch folgerichtig gedacht hat, so dass die PC-Version natürlich wieder mit “Start” zu starten ist und bei jedem Speichern der Hinweis eingeblendet wird, man möge doch bitte nicht den Rechner ausschalten.

    Um was wetten wir, daß der Spielstand auch nach dem Ausblenden des Hinweises nicht auf die Festplatte gesynct wurde (als ob Spielefrickler entsprechende APIs kennen würden), sondern immer noch fröhlich im Write-Back-Cache vor sich hinschlummert?

  2. Tetz sagt:

    Es gab beim originalen Painkiller für mich nur eine einzige Sache, die mich gestört hat: die Zusammenhanglosigkeit in der Abfolge der Level. Die Settings waren einfach willkürlich ohne roten Faden hintereinandergestoppelt. Das wäre das einzige was man an einem ansonsten perfekten Spiel hätte verbessern können: durch die Abfolge der Level den Eindruck einer zwar surrealen, aber trotzdem kohärenten Welt erschaffen.

    Wurde in der Richtung irgendetwas getan? Oder geht es nach wie vor vom Gothic-Friedhof ins Opernhaus ins Hafenviertel in den orientalischen Tempel?

  3. Harzzach sagt:

    Originalgetreues Remake ist originalgetreu. Genau die gleiche Levelabfolge. In der Gegnerzusammensetzung wird manches zwar abgeändert/erweitert, aber inhaltlich ist das Spiel nahezu unverändert.

  4. Harzzach sagt:

    Deswegen sollst Du den Rechner ja auch nicht ausschalten! Jetzt checks halt! 🙂

  5. Tetz sagt:

    Schade…

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