Woran man merkt, dass man alt wird

“Während Entwickler wie Warren Spector davon überzeugt sind, dass die aktuelle Konsolenhardware in kreativer Hinsicht noch lange nicht ausgereizt ist, findet Christoph Hartmann: Potentere Hardware ermöglicht auch neue Formen von Spielen.

Im Interview mit GI.biz ließ der Geschäftsführer von 2K Games verlauten: "Ein Mission Impossible-Erlebnis in einem Spiel nachzuahmen, ist kein Problem. Emotionen wie in Brokeback Mountain zu liefern, wird aber sehr schwierig sein, oder zumindest etwas heikel in diesem Land. 
Es wird sehr schwierig sein, Emotionen wie Trauer oder Liebe zu erschaffen, Dinge, die einen Film befeuern. Es wird sehr schwierig sein, neue Genres zu eröffnen, bis Spiele endlich fotorealistisch sind. Wir können uns derzeit nur auf Action- und Shooter-Titel konzentrieren, diese passen zu den aktuellen Konsolen."

Um die Branche dramatisch zu verändern, müsse man schon ein sehr breites Spektrum an Gefühlen abdecken. Seiner Meinung nach könne man das erst schaffen, wenn Spiele fotorealistisch sind. Ein Gedanke, dem man in Comic- und Animationsfilm-Kreisen vermutlich eher nicht zustimmen wird. Mit fotorealistischen Grafiken habe man dann auch das Ende der Fahnenstange erreicht, sinniert Hartmann dann noch. Es würde sich dann vielleicht um die letzte/finale Konsole handeln.”

Julian Dasgupta, 4Players.de

Wenn man angesichts derartig selten dämlichen Unfugs nicht einmal ein paar Millisekunden darüber nachdenkt, darüber einige Zeilen zu schreiben. So eine hirnverbrannte Grütze möchte man eigentlich nicht mit einem Beitrag adeln. Das Leben ist zu kurz für eine derartige Verschwendung von Zeit und Energie.

Deswegen möchte ich auf Druck einiger Leser 🙂 nur folgendes sagen …

UltimaVII_Exult

FFVII_are_you_talking_to_me

I_Want_to_be_a_pirate

Fuck you!

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17 Kommentare zu “Woran man merkt, dass man alt wird

  1. J. R. Hermes sagt:

    full ack!

    damn, emotionen ohne photorealism? was zur hölle treibt dann tausende und millionen in die museen und warum zum teufel wird picasso so verehrt? photorealism…. tztztz

  2. Harzzach sagt:

    Und mir genügt es schon, wenn ich lediglich Sätze wie diese von Mr. Hartmann lese, damit wilde Emotionen meine Halsschlagader zum Anschwellen bringen 🙂

    Grundgütiger … und da wundern sich manche Menschen, warum soviel Mist auf der Welt passiert. Mit solchen Nixblickern in verantwortlichen Positionen ist das alles auch kein Wunder.

  3. Miranda sagt:

    Mir fällt dazu nicht viel ein, ausser daß dieser Herr Hartmann nur provozieren und sich ins Gespräch bringen will oder die Gnade der jungen Geburt (nach den Aussehen des Herrn, eher weniger wahrscheinlich).

    Kann da eigentlich nur gähnen und bin langsam den Gezerre und den zusehends verzweifelten Versuchen, immer mehr Geld zu schaufeln, sehr müde. Besonders bei 2K Games versteh ich das nicht, die haben doch mehrere heisse Eisen wie XCOM, Civilization 5 und Borderlands im Feuer?

  4. Harzzach sagt:

    Das zeigt nur, wie wenig Ahnung der gute Mann von den Produkten hat, für die er verantwortlich zeichnet. Für mich hat Take2 in den letzten Jahren auch mehr Glück als wirklich Verstand gehabt.

  5. khamling sagt:

    gestern abend durch zufall reload auf einsplus (http://www.einsplus.de/einsplus/reload) gesehen. da gab es einen interessanten bericht, über einen effekt, der genau das gegenteil bewirkt. je fotorealistischer die grafik wird umso mehr fallen dem spieler auch kleinste fehler auf und versauen so den gesamteindruck (sehr kurz zusammengefasst). hatte auch einen komplizierten namen, den ich vergessen habe. die ganze sendung wird wohl in den nächsten tagen auf der obigen seite anzuschauen sein. witzigerweise hatten die auch ultima als gegenbeispiel dabei 😉 .

  6. Koterna sagt:

    je fotorealistischer die grafik wird umso mehr fallen dem spieler auch kleinste fehler auf und versauen so den gesamteindruck (sehr kurz zusammengefasst).hatte auch einen komplizierten namen, den ich vergessen habe.

    Uncanny Valley?

  7. Harzzach sagt:

    Das bezeichnet nur die Fremdartigkeit der Wahrnehmung eines menschlich erscheinenden Gesichtes in Abhängigkeit vom Realismusgrad der Darstellung. Ein Gesicht, welches nur fast identisch mit der Wirklichkeit ist, wirkt sehr stark fremdartig und beängstigend, weil wir einen echten Menschen erwarten, aber durch kleinste Fehler unbewusst bemerken, dass uns kein Mensch gegenüber steht. Was für künftige Roboterproduzenten bedeutet, dass Menschen überhaupt kein Problem mit Robotern haben, die sofort nach Zahnrädern und Pressluftschläuchen aussehen, die Menschen aber sofort zu Fackel und Mistgabel greifen, wenn ein Roboter optisch einem Menschen stark ähnelt.

    Mir ist das Phänomen des größeren Auffallens von Fehlern je realistischer die Darstellung auch bekannt, mir fällt aber ebenso ums Verrecken nicht der Fachbegriff ein 🙂

  8. Triblitz sagt:

    Ich glaube er ist da reingerutscht. Die Frage war, warum heutige Spiele sich so auf Gewaltdarstellung konzentrieren. Seine Antwort war dann daß reine Emotionen kein Spiel tragen können.

  9. Triblitz sagt:

    Der Kommentar war eine Antwort auf die Frage warum heutige Spiele sich derart auf Gewalt konzentrieren (hier übrigens das komplette Interview, nicht nur ein Soundbyte http://www.gamesindustry.biz/articles/2012-08-01-2k-games-christoph-hartmann-why-consoles-will-always-matter, relevant sind nur die letzten beiden Absätze).
    Er meint nicht daß Emotionen unmöglich sind sondern daß große Spiele nicht komplett von Emotionen getragen werden können, zum Unterschied von Filmen wie zum Beispiel Brokeback Mountain. Was ja nicht so unrichtig ist. Ich kann mich noch gut erinnern wie zum Beispiel Dreamfall hier heruntergemacht wurde weil kaum noch Gameplay vorhanden war. Sowohl Ultima7 als auch FF7 beinhalten Kämpfe und ohne die Kämpfe wären die Spiele wohl nicht so erfolgreich. Adventures haben Rätsel und ohne die Rätsel wären sie auch langweilig (siehe wieder Dreamfall). Als Beispiel zitiert er die ‚interaktive Movies‘ aus den 90ern.
    Spiele wie ‚Dear Esther‘ oder ‚To The Moon‘ sind Minderheitenprogramm. Interaktives Storytelling das nicht nur der Zuckerguss über traditionellem Gameplay ist, ist schwer. Chris Crawford (https://en.wikipedia.org/wiki/Chris_Crawford_%28game_designer%29) bastelt daran seit 1992 ohne Erfolg.
    Natürlich ist es Schwachsinn anzunehmen daß Photorealismus daran was ändern würde. Und wenn du einen richtigen Zinger suchst, im letzten Absatz sagt er ‚vor 20 Jahren waren gigantische Spiele wie Skyrim nicht möglich‘. Warum regt sich darüber keiner auf 🙂

  10. sebasgo sagt:

    Das ist der Uncanny Valley Effekt (http://de.wikipedia.org/wiki/Uncanny_Valley).

    Bestes Beispiel für mich ist der digital auf jung getrimmte Jeff Bridges in Tron Legacy. Da war mir schon in der ersten Szene mit ihm, im Halbdunklen und schräg von hinten, klar, dass da irgendwas nicht stimmt.

    Bis Videospiele dieses Niveau so weit übertreffen, dass wir deren Charaktere nicht mehr von Schauspielern unterscheiden können, wird wohl noch eine Weile dauern. Bis dahin bleibt künstliche Verfremdung das Mittel der Wahl, um für mehr „Menschlickkeit“ zu sorgen.

    Das geht natürlich auch schon bestens auf gegenwärtiger Hardware, von daher sind Christoph Hartmann‘ Ausführungen wirklich unglaublich dumm.

  11. Minando sagt:

    Way to go, Mr. Crumbleblush.

  12. askies sagt:

    Als ich das gelesen habe dachte ich mir auch nur kur „dummer Typ“, mehr muss man dazu nicht sagen. Aber eigentlich ist es auch nur ne Mentalitätsache. Manche Leute verstehen auch nicht warum man gerne einen Audi aus den 80ern hätte und preisen einem den Nigelnalneuen Golf für den 12fachen Preis an.

    Soll der Typ mal labern. Man sollte ihm mal diese tollen interaktiven Spiele zeigen. Er kann ja Phantasmagoria spielen gehen und dabei weinen wegen den emotionalen fotorealistischen Filmsequenzen.

  13. Akabei sagt:

    Mir wären da übrigens ein paar noch offensichtlichere Beispiele, als Harzzachs Bilder eingefallen, wie falsch die Aussage ist.

    Übertriebene Gewalt ist übrigens auch kein Problem der jetzigen Konsolengeneration. Man möge sich an die Indizierungsorgien der BPJS in den Achtzigern/Neunzigern erinnern.

  14. Joe sagt:

    Man möge sich an die Indizierungsorgien der BPJS in den Achtzigern/Neunzigern erinnern.</blockquote
    Die dem Frauenministerium unterstellte BPjM nimmt, nachdem die wirtschaftliche Verwertung erfolgreich verhindert worden ist, die Titel aus den 80ern und 90ern auch wieder vom Index. DOOM ist bspw. nicht mehr indiziert. Die Begründung lautet frei übersetzt daß die "pixelige Darstellung" nicht mehr (!) entwicklungsgefährdend sei. Muha. Dafür kommen neuerdings Sachen auf den Index, die "frauenfeindliche Darstellungen" enthalten und ähnlicher Schwachsinn.

    Daran sieht man sehr schön, daß es keine objektiven Kriterien gibt, sondern die Einstufung rein nach Zeitgeist erfolgt. Das ist also nichts weiter als eine Zensur nach Gesinnung des Entwicklers entsprechend der politischen Mode.

  15. Triblitz sagt:

    Auf die Frage warum praktisch jedes große aktuelle Spiel Gewalt zum Hauptthema hat kannst du nicht antworten daß das schon immer so war. Ich finde übrigens dies ist eine interessante Frage, über die man sich Gedanken machen sollte.

  16. Akabei sagt:

    Es hat eben nicht jedes große aktuelle Spiel Gewalt zum Hauptthema. Für die Wii fällt mir beispielsweise fast gar kein Spiel ein, dass sich gut verkauft hat und in diese Kategorie fällt und für den PC dürften Die Sims immer noch meistverkaufte Spiel sein. Es gibt eben heutzutage schon andere Sachen als CoD und es gab früher auch andere Spiele als Doom. Ich sehe überhaupt nicht, wie der gute Mann zu seiner Aussage gekommen ist und ich sehe erst recht nicht, inwiefern eine zukünftige Konsolengeneration daran etwas ändern sollte. Wenn ein Publisher dann dreizig Leute alleine dafür beschäftigt um den kleinen Finger der linken Hand photorealistisch darstellen zu können, heißt das weder dass mehr Emotionalität, noch dass weniger Gewalt im Spiel vorkommt.

  17. Triblitz sagt:

    Du hast ja überall recht (außer bei den Sims, die erreichen nicht annähernd COD Zahlen). Aber nichts davon beantworted die Frage 🙂
    Die Frage an den Präsidenten von 2K war warum in 2K Portfolio nicht mehr gewaltfreie Spiele wären. Irgendwas halbwgs vernünftig klingendes musste er darauf sagen. Das Ganze ist wohlgemerkt ein Interview, er hatte also keine Zeit sich eine vernünftige Antwort zu überlegen. Daher der offensichtliche Blödsinn der mangelhaften Grafik.

    Dank des aus dem Zusammengang gerissenen Soundbytes das vorab veröffentlicht wurde, regt sich das ganze Internet auf und zitiert all die Spiele die beim jeweiligen besondere Emotionen hervorgerufen haben. Obwohl er ja nie behauptet hat daß bisherige Spiele keine Emotionen hervorrufen können. Die Aussage ist derart lächerlich, das mein erster Gedanke war, der muß falsch zitiert worden sein. Aber ok, ist sicher schön wieder mal die Glanzlichter seines Spielerlebens hervorzukramen 🙂

    Abgesehen davon finde ich die Frage, warum Spiele derart auf Gewalt ausgerichtet sind, interessant. Ich weiß, die Wii ist da anders. Aber gerade die beiden großen Konsolen und in geringerem Maße auch der PC sind von Gewaltspielen dominiert. Du nennst bezeichnenderweise nur ein Beispiel, übrigens ein reines PC-Spiel. Das Problem ist das Verhältnis. Wieviele ‚große‘ Filme haben keinerlei Gewalt? Selbst in Krimis ist die Gewalt nicht das tragende Element. Sogar in den alten Kriegsfilmen war die Gewalt nur Hintergrund. Vergleich mal die Oscars mit E3. Die E3 ist eine reine Shooterparade, und die Vorzeiger überbieten sich mit möglichst brutalen Gewaltdarstellungen.

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