Digitales Heroin

Nachdem der Herr Yerli von Crytek im Vorfeld der Veröffentlichung von Cryteks neuem Online-Shooter “Warface” den üblichen Rotz erzählt, den der Herr Yerli von Crytek in neun von zehn Fällen immer erzählt, möchte ich lediglich folgende Sätze unkommentiert in den Raum stellen:

“F2P sei der nutzerfreundlichste Geschäftsansatz, könne der Spieler doch loslegen, ohne auch nur einen Cent gezahlt zu haben. Im Retail-Bereich hingegen würden Kunden mit den üblichen DLC- und Premium-Modellen "zu Tode gemolken."

Soll sich jeder sein Teil dazu denken. Ich habe herzlich gelacht 🙂

Weniger lustig wird es, wenn man sich zurücklehnt und das Geschäftsmodell “F2P” ein wenig aus der Distanz betrachtet …

“Free to play” bedeutet auf der ersten Ebene, dass der Spieler keinen müden Cent zahlt, um spielen zu können. Klingt gut, nicht wahr?

Zu gut, um wahr zu sein, denn es gibt keine Geschenke im Business. Niemand schenkt Dir etwas, wenn seine einzige Maxime darin besteht Geld zu verdienen. Wenn Dir ein Anbieter, sei es ein Mobilfunk-Provider oder ein Käsehändler auf dem Wochenmarkt etwas schenkt, dann ist a) der Wert des “Geschenks” selbstverständlich in den Preisen der regulären Angebote miteinkalkuliert und b) schenkt man dem Kunden nichts aus reiner Güte des Herzens, sondern gibt ihm einen Teil des Angebotes kostenlos, um ihn zum regulären Kauf des Restangebotes zu überreden. Denn, nicht vergessen, der so handelnde Anbieter möchte nicht die Welt verbessern, sondern GELD VERDIENEN! Nochmals, damit es besser hängenbleibt: Auch ein F2P-Anbieter möchte NUR GELD VERDIENEN! Ok, haben wir das also geklärt.

“Free to play” bedeutet auf der zweiten Ebene, dass der Spieler mit augenscheinlich kostenlosen Angeboten angelockt und zum Kauf weiterer Angebote überredet werden soll. Ist an sich nicht weiter schlimm, nicht wahr? Ich kann mich auf vielen großen Märkten nur mit Kostproben alleine rund und satt fressen und habe keinen müden Cent ausgegeben. Da ist es doch nur fair, wenn ich dem Anbieter anschließend etwas abkaufe, nicht wahr?

Ich fresse mich auf Märkten nicht mehr mit Kostproben rund und satt. Weil mir das letztendlich zu sehr ins Geld geht! Denn weil es ja nur fair ist, dass ich bei dem Anbieter, der mir zuvor soviel feine Kostproben schenkt, ein wenig Käse hier und Wurst dort abkaufe, lasse ich sehr viel Geld liegen und kaufe mir letztendlich mehr Dinge, als ich eigentlich benötige. Ich kaufe nicht nur die Packung Nudeln, ein wenig Speck und Pesto, nein, ich kaufe noch eine zweite und dritte Sorte Pesto, neben dem Speck noch einiges an Schinken für die Brotzeit, die ich aber nur dann halten kann, wenn ich am Stand nebenan Brot kaufe, doch was wäre eine deftige Brotzeit ohne guten Senf, also kaufe ich noch guten Senf beim Händler weiter unten und dann fällt mir noch ein, dass ich für die Brotzeit noch dringend Bier benötige, um die Sache (und mich) rund zu machen, also hole ich mir noch einen Krug von diesem selbstgebrauten Dunkelmärzen. Usw. usf. Sicher, schmeckt alles ganz prächtig und wunderbar … wenn ich dann aber einige Tage später zB. meine Miete überweisen möchte, stelle ich leider fest, dass mein Kontostand so sehr geschrumpft ist, dass es für die kommende Woche nur Wasser und Knäckebrot geben darf.

Für den zahlenden Kunden eines F2P-Angebots sind die Kosten also nicht transparent. Er weiß im Vorfeld nicht, wie viel Geld er letztendlich ausgeben wird, er kann nicht abschätzen, was ihn das Spiel letztendlich kosten wird. Das können nur ein paar Euro sein, das können aber leicht viele hundert Euros sein, die man nickle&dime-mäßig im Itemstore liegen lässt.

“Free to play” bedeutet auf der dritten Ebene, dass diejenigen Leute viel Geld ausgeben, die sich nicht beherrschen können. Wer sich im Griff hat, der kann viele Stunden zocken und muss keinen müden Cent springen lassen. “Selber schuld” kann man da nur sagen, nicht wahr?

Sicher, kann man. Doch zum einen ist nicht jeder so charakterfest, wie er es immer sein sollte und zum anderen wissen die Anbieter von “F2P”-Titeln ganz genau, wie sie AUCH DICH packen können. Neben den den sog. Vanity-Items, mit denen man zB. seinen Spiel-Charakter optisch verändern kann oder simplen Bequemlichkeits-Features, um bestimmte Handlungen im Spiel zu beschleunigen und zu erleichtern, gibt es für zahlende Kunden oft genug auch handfeste Vorteile gegenüber nicht-zahlenden Freeloadern. Hier ein paar Euro für eine bessere Waffe, die man nicht erspielen, sondern nur kaufen kann. Dort ein klein wenig ein Hitpoints-Upgrade oder ein bessere Fabrik, die schneller Ressourcen ausspuckt. Nicht wenige “F2P”-Spiele werden von den Anbietern als “Pay to win”-Spiele entworfen, dass nur der zahlende Kunde ganz vorne mitspielen kann. Du kannst immer noch kostenlos mitspielen, kleiner Zocker, aber wenn Du bei den Großen mitmischen möchtest, musst Du ablatzen. Und das nicht wenig.

Damit das auch richtig gut klappt, bedienen sich die Entwickler immer mehr grundsätzlichen Erkenntnissen über die menschliche Mentalität. Psychologen finden sich immer öfter als Berater solcher Projekte wieder, Erfahrungswerte und Prinzipien aus der Werbung finden immer öfter Anwendung im Gameplay-Design solcher Angebote. Damit nicht genug, denn was man MMOs schon seit Jahren vorwirft, Spieler ganz gezielt mit Suchtmechanismen bei der Stange zu halten, ist für F2P-Angebote unabdingbare Grundvoraussetzung, um sie für den Anbieter langfristig profitabel zu machen. Denn, wir erinnern uns, der Anbieter möchte NUR GELD VERDIENEN!

Und das ist dann die vierte und letzte Ebene des F2P-Geschäftsmodells. Um kommerziell erfolgreich zu sein, muss man den Spieler so übers Ohr hauen, dass dieser nicht merkt, dass er letztendlich sehr viel Geld liegen lässt. Der Spieler muss im Unklaren gehalten werden, wie viel ihn das vollumfängliche Nutzen aller Features letztendlich kosten kann. Falls der Spieler das aber merkt, wenn er sich dessen bewusst wird, dass man ihn gerade abzockt, müssen entsprechende Suchtphänomene in ihm erzeugt werden, so dass er nicht abspringt, sondern weitermacht, weiterhin Geld ausgibt. Auch wenn er eigentlich nicht mehr möchte. Weil er jetzt weiterspielen MUSS!

Drogendealer verhaftet man und zieht ihr Vermögen ein, weil ihr Tun und Treiben ja “böse” ist. Wann werden die ersten F2P- und MMO-Anbieter verhaftet? Oder dürfen sie, wie Rüstungsfabrikanten und Waffenhersteller weiterhin als gute Steuerzahler ihr Tagwerk verrichten?

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Corporate.

24 Kommentare zu “Digitales Heroin

  1. Gonzo sagt:

    Bei „zu Tode gemolken zu werden“ denk ich irgendwie nicht ans Finanzielle.
    Rrrrrrrhhh gib mit Tiernamen und melk mich zu Tode, duuuuu……“ 😀

    F2P is der letzte Ranz der mich SOFORT abstößt und deinstallieren lässt sobald ich merke womit sie mir die Kohle rausleiern wollen. Ich hab auch keinen Bock drauf irgendwelches Geklicke für Blödmannsgehilfen tagelang am Monitor zu machen mit dem Gedanken im Hinterkopf dass ichs mir für 99 Cent ersparen könnte. Das is nur was für Stumpfsinnige, ganz einzelne Ausnahmen bestätigen die Regel.

  2. simon sagt:

    Also, da muss man meiner Meinung nach ein bissl differenzieren. Es gibt SCHROTT F2P wie Drakensang Online, dass einfach nur der größte Softwaremüll seit Jahren ist. Ein DiabloKlon in billig, der – abgesehen von seinen technischen Schwächen – auch ab lvl 13 (ca 2 – 3 Stunden) ohne Echtgeld eigentlich unspielbar ist – denn SO viel „grinden“, um die benötigte Resource für bessere Waffen zu bekommen, kann nur ein Bot ohne körperliche Schäden in Kauf zu nehmen.

    Und es gibt zB World of Tanks, das wirklich komplett umsonst zockbar ist, und dessen „käufliche Seite“ durch seine zT unverschämt teuren Bonusprodukte (1 Schuss Premiummunition 20cent, der beste Premiumpanzer 50€!) und den zeitgleich nur marginalen Vorteilen (wenn überhaupt, der Löwe für 50€ ist allenfalls Durchschnitt für seine Stufe..) kaum von einer breiten Masse dauerhaft genutzt wird. Solcherlei F2P finde ich persönlich sehr gut.
    Wer kein Geld investieren will, tut es nicht. Wer Zeit sparen will, kauft sich für 10€ Monat den sog. Premiumaccount, mit dem man 50% mehr Geld und Erfahrung erspielt. Ansonsten ist alles gleich.
    Oder HdRO : früher Abo, heute F2P : ich kann es spielen, aber wenn ich wirklich weiterkommen will ohne extrem Grinden, kaufe ich mir halt (wie früher!) monatsweise den „Premiumzugang“ .. Was solls also? So umgesetzt ist F2P für mich eine willkommene Bereicherung zum bisherigen Vertriebsmodell. Beide werden übrigens auch weiterhin nebeneinander existieren, da bin ich mir sicher.

  3. Newinger sagt:

    Schön, schön. Ich denke, der folgende Satz drückt das Problem gut aus:

    „Du kannst immer noch kostenlos mitspielen, kleiner Zocker, aber wenn Du bei den Großen mitmischen möchtest, musst Du ablatzen.“

    F2P funktioniert so richtig nur bei Leuten, die „bei den Großen mitmischen“ wollen oder auf unnötige Bequemlichkeitsfeatures nicht verzichten wollen. Glücklicherweise gehöre ich nicht dazu, sondern eher zu den Spielern, die z.B. MMORPGs v.a. wegen der schönen Landschaft spielen. Darum dümpel ich bei WoW auch immer noch seit 3 Jahren mit einem Char auf Level 25 rum. Nicht, weil ich zu blöd für das Spiel bin, sondern weil ich einfach kein Interesse am „End-Content“ habe. In schicken virtuellen Welten rumlaufen, wo man auch andere spielergesteuerte Leute sieht, dafür sind mir MMORPGs gut genug.

    Das hat mich aber auch dazu geführt, das WoW-Abo zu kündigen. Denn eigentlich sinnfreie, aber mich halt sehr entspannende MMORPG-Spaziergänge kann ich auch in meinem Lieblings-F2P „Perfect World“ machen.

    Oder draußen an der frischen Luft (aber da gibt’s keine Zauberer und Monster).

    Sicher, mein Verhalten ist vom Hersteller nicht beabsichtigt. Aber das kann mir persönlich ja egal sein. 🙂

  4. Harzzach sagt:

    Natürlich gibt es auch faire F2P-Angebote, keine Frage. Ich möchte das F2P-Modell nicht grundsätzlich ablehnen. Das Potential für Mißbrauch ist aber so groß (weil die Verlockungen zum schnellen Geld groß sind), dass man es Spielern nur nahelagen kann, sich über ein paar bestimmte Punkte bewusst zu werden. Eben damit faire Angebote sich durchsetzen können und die schmierigen Abzocker ihre Insolvenz-Quittung bekommen.

  5. Andreas sagt:

    Ich würde ein MMORPG, in dem nur Spieler wie Du (und ich), mitspielen dürfen sofort bei Kickstarter unterstützen. 😉

  6. DerDom sagt:

    Hmm,ich muss doch auch mal eine Lanze für F2P brechen…mit LoL hatte ich tierisch Spaß und mit TF2 hab ich nach über 250h immer noch oder mehr Spaß als ich es etwa mit Diablo 3 je haben werde.

    Solange man nicht den Anspruch hat, auf irgnedwelchen Laddern rumzuturnen oder unbedingt nen bunten Hund (im wahrsten Sinne des Wortes) haben zu müssen gibts nix besseres. Da nehm ich die Gratisproben doch gerne.

    Bei aller Liebe, anderer Leute Selbstbeherrschung hab ich schon seit ner Weile unter „Lassts mich doch damit in Ruhe, wer sich nicht helfen lassen WILL“ abgelegt.

    Sonst steht der mündige Verbraucher doch so hoch im Kurs..

  7. J. R. Hermes sagt:

    hi!

    schöne erklärung und zusammenfassung der ebenen von f2p inklusive geschäftsmodellvorstellung.

    persönlich mag ich herr der ringe online (schon vor dem f2p) und derzeit taucht guild wars wieder am radar auf – ist das free2play? box kaufen und dann spielen ohne monatliche gebühren? für mich bisher als spieler das beste konzept…

    liebe grüße
    h.

  8. Joe sagt:

    Ich kann mir solche detaillierten Überlegungen zu „free to play“ sparen, weil weiß, daß diese virtuellen Geld“spiel“automaten weder „free“ noch „play“ sind. Ich spreche ihnen also einfach den Status des Videospiels ab.

    Das kann ich auch problemlos logisch herleiten, wenn ich mir kurz klarmache, wie ein klassisches Videospiel entsteht: Ein Entwicklerteam durchläuft einen kreativen Prozeß und dabei entsteht ein kulturelles Produkt. Da auch Videospielentwickler essen müssen, bieten sie Kopien des Produktes gegen Währungseinheiten zum Kauf an.

    Beide Prozesse sind voneinander getrennt, sowohl beim Entwickler, als auch beim Käufer. Der Konsum des Produktes, das Eintauchen in die virtuelle Welt, hat nichts mit dem dahinterstehenden wirtschaftlichen Prozessen zu tun.

    Bei Online-Casino-Geschäftsmodellen, die getarnt als Videospiele daherkommen, ist das regelmäßige Nachwerfen kleiner Münzen hingegen integraler Bestandteil des Produktes. Der Spielaspekt, das heißt der geschickte Umgang mit der Gameplay-Mechanik tritt in den Hintergrund und an dessen Stelle tritt der Transfer von Währungseinheiten auf das Konto des Betreibers für kurzfristige Belohnungen.

    Klar ist auch, daß dadurch jegliche willing suspension of disbelief nachhaltig zerstört wird, weshalb sich bei Menschen, die auf die Suchttrigger nicht ansprechen, sofort gähnende Langweile breitmacht. Die Abhängigen merken hingegen nichts mehr, da sie ihr „Spiel“ meist als integralen Bestandteil ihres Lebens wahrnehmen und Realität und Virtualität nicht auseinanderhalten können.

    Die wichtigste Konsequenz daraus ist, daß solche Sachen grundsätzlich erst ab 18 erlaubt sein dürfen. Hier, wo Jugendschutz zwingend erforderlich, versagt er gnadenlos.

  9. Harzzach sagt:

    Die Abhängigen merken hingegen nichts mehr, da sie ihr “Spiel” meist als integralen Bestandteil ihres Lebens wahrnehmen und Realität und Virtualität nicht auseinanderhalten können.

    Du musst nur Diskussionen in einem handelsüblichenForum verfolgen, wenn die Sprache auf „Spiel als Sucht“ kommt. Was da in nur kurzer Zeit an aggressiven Reaktionen zum Vorschein kommt, an ganz offensichtlichen Erkenntnisverweigerungen, an aktiver, bewusst ausgeübter Ignoranz, lässt nur den Schluß zu, dass abzüglich der üblichen Trolle und Provokateure der Prozentsatz der von Spielen abhängigen Menschen besorgniserregend hoch sein muss.

    Vielsagend ist auch die Weigerung der Industrie und vieler Entwickler dieses Thema zu diskutieren. Natürlich weiß man dort ganz genau, mit welchen Belohnungssystemen vor allem im Browserspiel-Genre gearbeitet wird. Wie Du ganz richtig bemerkst, ist kein Unterschied mehr zu den klassischen Glücksspielautomaten, die nicht ohne Grund erst ab 18 gespielt werden dürfen, zT. in öffentlichen Bereichen gar nicht aufgestellt werden dürfen.

  10. Akabei sagt:

    Also ganz ehrlich, es wird heutzutage kein Spiel mehr schaffen mir, respektive damals meinen Eltern, noch einmal so viel Geld aus den Taschen zu leiern, wie das einst die Arcadeversionen von Asteroids, Pacman, Defender, Joust, Hyper Sports, usw…(diese Liste könnte ich ohne Probleme noch um mindestens zehn Titel erweitern, die jeweils min. 100 Markstücke, oder ihren Gegenwert in Peseten/Lira geschluckt haben) geschafft haben.
    Insofern denke ich, das Problem ist so alt, wie die Videospiele auch. Damals hat Atari/Namco/etc… natürlich auch nur an den eigenen Profit gedacht und niemand(zumindest ich als damals 10-14-jähriger Junge) konnte überblicken, wie viel Geld da am Ende zusammen kommt.

  11. Heiko sagt:

    Kein Wort über Facebook-Spiele? Sie sind das viel größere Übel, wenn man das Gesamtbild betrachtet. Zum einen locken die Spiele mit den beschriebenen Mechanismen: „Kauf dir X, damit du schneller Y erledigen kannst“. Zum anderen nutzen diese die soziale Komponente aus: „Kauf dir X, damit du schneller Y erledigen kannst und vor allem schneller als dein Freund Z bist!“. Der ePeen wächst und der Drang steigt automatisch durch den Druck im „Freundes“-Kreis, endlich auch selbst etwas zu kaufen. Schließlich haben andere auch bereits etwas gekauft, so schlimm kann das also nicht sein. Tja, Kreislauf des sozialen F2P.

    Dazu kommt ja noch, dass diese Spiele auf sämtliche Daten der Spieler zugreifen dürfen. Freundeslisten, Nachrichten, Vorlieben, der Spieler wird transparenter denn je. Davon können die regulären F2P-Anbieter nur träumen. Harmloser Spaß bei Facebook entpuppt sich als knallhartes Geschäft. Je eher die Menschen erkennen, dass Facebook kein kostenloser Spaß ist, desto besser. Jeder Mensch wird dadurch zur Ware, nur groß daran stören tun sich die wenigsten daran. Da erscheinen die F2P-Modelle der außerhalb von Facebook angesiedelten Firmen gar nicht mehr so schlimm. Wenn da nicht immer die Aufforderung wäre: „Bitte werde Fan von uns bei Facebook!“ …

    PS: Am Horizont lauern bereits die nächsten Geldfallen, wie z.B. das Battlefield Premium Angebot.

  12. Harzzach sagt:

    Browserspiele habe ich nicht explizit erwähnt, gehören natürlich genauso dazu.

  13. Das Alien sagt:

    Ich bin kein besonders aktiver Onlinespieler, deshalb fehlt mir hier der nötige tiefere Einblick, zugegeben.

    Aber ich finde es schon interessant, dass auch hier die Schere zwischen Indie/Major schon recht weit auseinanderzuklaffen scheint. Ich gewinne den Eindruck (berichtigt mich, wenn ich falsch liege), dass große und mit entsprechenden Mitteln finanzierte Projekte schon fast logischerweise auf Pay2Win und das Erzeugen eines Suchtfaktors ausgelegt sind, während kleinere F2P-Titel eher für verzichtbare Bequemlichkeit zur Kasse bitten.

    Ich habe hier irgendwann wohl schon einmal erwähnt, dass ich seit Jahren „Dead Frontier“ spiele. Im Prinzip recht dumpf und simpel vom Spielprinzip, also Zombies schnetzeln looten und Stats/Ausrüstung verbessern, macht das Spiel irgendwie doch immer wieder Laune und ich kehre immer wieder dazu zurück, selbst nach längeren Pausen. Ich hab es bis lvl 50 (was schon recht fortgeschritten ist) komplett im Freeplay geschafft. Dass ich jetzt mal knapp 30 Euronen für ein halbes Jahr Premiummitgliedschaft gezahlt habe liegt eher daran, dass ich nach all der Zeit dem Entwickler (das Ganze ist ein Ein-Mann-Projekt) für viele Stunden Unterhaltung auch einmal etwas zurückgeben wollte. Die Vorteile sind dann XP-Boni und bessere Beute, im PvP sind Vorteile für Premiummitglieder faktisch nicht existent.

    Bei anderen Indietiteln scheint das ähnlich auszusehen, einige Freunde spielen mit Begeisterung „Fallen London“, was sich wohl auch recht gut komplett kostenlos spielen lässt.

    Aber wie gesagt, ich kann mich hier auch irren, das ist nur mein persönlicher Eindruck.

  14. Anonymous sagt:

    Das Problem ist ja, wenn man einmal ein Item gekauft hat und nach einiger Zeit wieder sieht das es nicht vorran geht, muss man ja wieder ein Item kaufen.
    Man hat ja jetzt Geld in das Spiel gesteckt und wenn man aufhört hat man das umsonst gemacht. Also steckt man noch mehr Geld rein.

    Die einzigen F2P Games die ich zocke sind Team Fortress 2 (ab und zu mal ein paar Runden) und Tribes Ascend.
    Bei beiden muss man nichts zahlen, um vorne mitmischen zu können. Sofern man Skill hat.
    Man kann bei beiden Spielen durch lange Spielzeit alle relevanten Items freischalten, außer Skins.

  15. Andreas sagt:

    „Man hat ja jetzt Geld in das Spiel gesteckt und wenn man aufhört hat man das umsonst gemacht. Also steckt man noch mehr Geld rein.“

    ? Kaufst Du auch neue Facebook-Aktien, weil die alten an Wert verloren haben?

  16. simon sagt:

    Dieses Phänomen gibt es durchaus. Leute, denen die Statistik wichtig ist oder die absolut überzeugt von einem bestimmten Titel sind, kaufen am vermeintlichen Tiefpunkt weitere Aktien des gleichen Titels, obwohl sie schon viele davon im Depot haben um ihren Schnitt, den sie mit dem Titel machen, zu verbessern.

  17. DLFReporter sagt:

    Ein weiterer schöner Beitrag. 🙂
    Ich bin auch kein Fan dieses F2P -P2W Prinzips und stimme zu, dass die Entwicklung dort durchaus nicht in die richtige Richtung geht und der Vergleich mit den Spielautomaten mehr als angebracht ist.

    Anyhow, um mal wieder was positives aus der Spielewelt zu bringen, es gibt wieder ein neues Humblebundle mit 8 wunderbaren, DRM-freien Spielen! Allein schon bei „Lone Survivor“ ist mein altes Spielerherz wieder voll aufgegangen und das wo noch so Kracher wie Limbo und Amnesia mit von der Partie sind. 🙂

    http://www.humblebundle.com/

  18. Armin M sagt:

    Level 25 haha was bist Du denn fuer ein N00b! (sorry kann nicht widerstehen, hab kein Plan wieviel 25 in warcraft is)

  19. Anonymous sagt:

    danke, genau diesen punkt wollte ich auch ansprechen. das micro transaction modell ist so alt wie die arcade-videospielkultur.

  20. Joe sagt:

    Bei welchem Arcarde-Automaten konnte man sich den ersten Platz im Highscore mit denn Geld kaufen, wenn der Skill nicht reichte? Würde mich mal interessieren.

  21. Akabei sagt:

    Bei jedem Automaten, der den score nach einem Continue nicht wieder auf null gesetzt hat. Bei ein paar Automaten waren Continues sogar Pflicht, egal wie gut man war(z.B. NBA Jam T.E.).

  22. brummbaer81 sagt:

    Ich breche hier auch mal eine Lanze für Riot und League of Legends, mag eine Ausnahme oder vielleicht sogar die Ausnahme sein. Weiß ich nicht, ich spiele sonst keine f2p Titel. Aber LoL ist ein Titel bei dem man ohnen einen Cent zu investieren alle spielrelevanten Inhalte bekommen kann und auch ganz oben in der „Liga“ mitspielen kann ohnen jemals auch nur einen Cent zu investieren.

  23. Saleenmaster1 sagt:

    Ich zocke bf f2p heroes und lol und ich bin der meinung lol macht mir am meisten spaß da es,
    1 keine vorteile gibt wenn man echtes geld ausgibt.
    2 es wird immer schön an diesen spiel gearbeitet
    3 es macht extrem viel bock zu zockn
    Naja und die bf reihe ist ok aber nur bf f2p ist casher freundlich. Heroes ist im gegenteil, da ich casher mit irgenwelchen mega sturmgewehren einfach niedermache.

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