Die modernen Freuden digitaler Download-Plattformen

Nachdem mit dem anderthalb tägigen Steam-Ausfall erneut eindrucksvoll aufgezeigt wurde, wie sehr der Kunde moderner Cloud- und Always-On-Dienste von Wohl und Wehe der Funktionsfähigkeit selbiger Dienste abhängig ist, möchte ich an dieser Stelle von einem weiteren Fall berichten, der meine Bereitschaft zur Zahlung größerer Summen pro Spiel beim „Erwerb“ über digitale Plattformen noch weiter reduziert. Mittlerweile sind nicht mehr 10 Euro die Schmerzgrenze, es sind jetzt 5 Euro und wenn es so weitergeht, werde ich Spiele auf diese Art künftig nur noch im App-Preisegment von ein paar Cent beziehen. Wenn überhaupt.

Vor einer Weile überkam mich der drängende Wunsch einige Stunden meiner Freizeit sinnlos mit „Supreme Commander“ zu vergeuden. Flugs begab ich mich mit Hilfe des Download-Clients „Impulse“ zu den Download-Servern des jetzt zu Gamestop gehörenden Dienstes, um mein ganz offiziell DRM-befreites Spiel dort herunterzuladen. Dies musste ich leider tun, weil ich in meiner jugendlichen Naivität die vorher angelegten Sicherungskopien von SC gelöscht hatte. Nur diese und sonst keine anderen. Wie es auch nicht anders sein sollte.

Der Impulse/Gamestop-Client ist verdächtig schnell fertig mit dem Download. Was daran liegt, dass er auch keine Spieldaten heruntergeladen hat, sondern nur ein kleines Installationsprogrämmchen, welches mir lediglich mitteilt, dass ich das Spiel mit dem angezeigten Key jetzt in einem Steam-Account registrieren kann. Das Spiel samt Addon, welche ich vor einer Weile auf Impulse erworben habe, ist physikalisch auf den Impulse-Content-Servern nicht mehr vorhanden. Stattdessen bekomme ich eine minderwertigere Version, weil wieder DRM ins Spiel gebracht wurde und ich überhaupt keine Vorteile von diesem Plattformwechsel habe. Nicht einmal extra Steam-Achievements, falls mich sowas interessieren würde 🙂

Ich begebe mich also auf die einschlägigen Seiten und besorge mir die entsprechenden No-CD-Patches für „Supreme Commander“ und das Addon „Forged Alliances“, um genau den Zustand wieder herzustellen, für den ich damals bezahlt habe.

Warum, so frage ich mich, sollte ich künftig mehr als nur ein paar Cent für ein Spiel ausgeben, wenn man mir es Dank DRM jederzeit wieder wegnehmen kann? Und selbst wenn es kein DRM gibt, sollte ich STETS und IMMER sofort nach dem Erwerb des Spieles ein Backup anlegen, falls wie schon bei GOG.com vorgekommen ist, auf Grund veränderter Lizenzrahmenbedingungen ein bestimmtes Spiel offiziell nicht mehr auf einer Plattform angeboten werden darf.

Babbel keinen Schreissdreck! Steam ist doll und Internet ist doll und wen stören denn diese kurzen Ausfälle und überhaupt. Du bist ein alter, vorgestriger Miesepeter, der nur dem Fortschritt im Wege steht.

Vielleicht, vielleicht auch nicht 🙂 Ich werde dennoch mein künftiges Ausgabeverhalten überdenken, noch konsequenter für ein halbwegs narrensicheres, eigenes Backup sorgen und mich noch konsequenter um die Beschaffung passender Zellenschlüssel für entsprechend verdongelte Inhalte kümmern. Damit ich weiterhin die Chancen nutzen kann, welche mir das Internet und seine Angebote bieten, ohne dabei jedoch auf der Stelle zu treten, wenn ein Vorteil durch einen Nachteil wieder ausgeglichen wird oder man in der Gesamtbetrachtung tatsächlich ein schlechteres Geschäft gemacht hat.

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25 Kommentare zu “Die modernen Freuden digitaler Download-Plattformen

  1. Hatte ich nicht bei Dir vor einiger Zeit von dem südkoreanischen Online-MMORPG gelesen, bei dem sie bei Wartungsarbeiten das Spiel von ihrem eigenen Server gelöscht haben und es nicht mehr wiederherstellen konnten?

    Spontan kommt mir noch so ein Gedanke:
    Bedeutet nicht die logische Fortsetzung des Cloud-Computings, dass jeder User die Daten auf seinem PC speichert? Damit wäre der Kreis dann geschlossen.

  2. simon sagt:

    Also ich werde KEIN eigenes Backup anlegen, sondern stattdessen einfach – wie Du – die KAUF-Grenze in den einstelligen €-Bereich verlegen, in dem es mir nicht mehr weh tut, wenn irgendwie irgendwo ein Firmenboss beschliesst, dass sich Steam-Server mit Spielen älter als 3 Jahre nicht mehr lohnen und diese folglich vom Netz nimmt.
    Sollte es so sein, kann ich mir immer noch irgendwie irgendwoher lauffähige Kopien besorgen. Bis dahin werde ich für meine Sammlung von 5-9.99€ Spielen keinen Aufwand betreiben.
    Da mir abgesehen von dem DRM verseuchten Spiel an sich ja eh nichts flöten geht – echte, wirkliche Datenträger, Anleitungen etc habe ich ja eh nie gehabt – ist es mir egal. Abgesehen vom persönlichen Beleidigtsein, dass jemand seine Möglichkeiten (DRM) mir gegenüber ausnutzt.

  3. Harzzach sagt:

    Ja, in letzter Konsequenz zu Ende gedacht führt die Cloud wieder zu dem Zustand, der vor der Einführung der Cloud geherrscht hat, nur mit dem zusätzlichen Aufwand, den die Cloud verursacht.

    Was aber die logische Folge eines Wirtschaftssystemes ist, in dem es nur Wachstum geben darf 🙂

  4. BeKa sagt:

    ich hab gelacht, weil ich STeam als absolute Pest halte. Als Kunde ist das einfach nur ein dämliches System (es gibt nen Offline Modus, der ne I-net Verbindung braucht – das ist so herrlich). Ich unterstütze gern ab und dann mal Indieprojekte, weil für die Leute ist Steam ne tolle Sache (aber glücklicherweise gibt es so Vereine wie Headup Games, die mir dann ab und zu sowas schön auf eine Box bringen). Ich behandle Spiele nach wie vor wie Bücher, für mich sind sie nur in einer Box wertvoll, als Digi DL ist das nur ne dahingeklatsche Suppe aus 1en und 0en. Ich will spielen wann ICH es will, und nicht wenn irgendwer anders das will.

  5. miranda quanta sagt:

    Ich hatte Steam auch immer striktens abgelehnt, aber angesichts von der letzten Weihnachtsaktion 2011 bin ich eingeknickt und mein Hauptgrund für Steam war das Valve-Produktfolio, das summarisch günstig angeboten wurde.

    Ansonsten kaufe ich auch die Spiele dort maximal für 5 Euro und kommen zu einen guten Teil von den ganzen „Indie-Bundles“, den Daily / Weekend Deals.

    Steamlose Kopie? Sicher, sowas mache ich bei jeden meiner dort erworbenen Spiele bzw kaufe wenn möglich, eine DRM-lose Version direkt (Legend of Grimrock zum Beispiel).

    Bei den Produkten von Blizzard-Activision merkt man leider auch, wohin der Zug geht, allerdings ist das Verhaltnis im battle.net noch nicht ganz umgekippt, insbesondere, wenn man sich ansieht, wie seit wann Blizzard die eigenen Spiele supportet und unregelmässig immer noch Updates bringt.

  6. Joe sagt:

    Mittlerweile sind nicht mehr 10 Euro die Schmerzgrenze, es sind jetzt 5 Euro und wenn es so weitergeht, werde ich Spiele auf diese Art künftig nur noch im App-Preisegment von ein paar Cent beziehen. Wenn überhaupt.

    Das ist konsequent, denn Du machst gerade die Erfahrung, daß Bedingungen auch nachträglich jederzeit geändert werden können. Steam erlaubte angenehmerweise lange Zeit kein 3rd-Party-DRM (z. B. SecuROM). Jetzt ist das drin und kann auch SteamWorks-geschützten Titeln, die man bereits gekauft hat, jederzeit per Zwangsupdate untergejubelt werden.

  7. Völlig unzusammenhängend: Meine Abneigung zu Diablo III beruht auf Gegenseitigkeit. Der Streßtest Client läßt sich nicht installieren. Interessant daran: Bei In und de-installieren muss jedesmal mein DSL Modem resetten… *WTF*???

    Und jemand mit mehr Ahnung sollte mal die ganzen Agents starten und sich die Shell-Meldungen ansehen… wenn da alles koscher ist, fresse ich den sprichwörtlichen Besen…

    Gut, dass ich trotz D2 Fanboitum prinzipiell nix preordere, sondern erst mal gucke, ob’s überhaupt läuft.
    (Gilt auch für Torchlight II)

    Zu Steam habe ich nichts zu sagen, sorry. Seit Battlefield Bad Company 2 von allen Dingen online geheilt.
    Alle Firmen, die über mein Kaufverhalten meckern wollen, dürfen sich bei EA bedanken!

  8. Daniel sagt:

    der d3 we beta client funzt einwandfrei…

  9. miranda quanta sagt:

    In Bezug auf Diablo 3 hat Blizzard-Activision die Hausaufgaben erledigt, da funktioniert alles einwandfrei, so rund, glatt und poliert habe ich schon länger nicht mehr ein Spiel (und Installer) gesehen.

    Diablo 3 ist leider zu einem Onlinespiel mit Singleplayeroption umgemodelt worden, aber damit muss man sich abfinden. Soweit ich das beim Testen gesehen habe, kann man auch das Auktionshaus komplett ignorieren und wird auch nicht indirekt davon beeinflusst. Wer mit wem wo zusammenspielt, kann man immer noch selber bestimmen und es wird auch eine andere Zielgruppe als World of Warcraft bzw Starcraft bedient.

    Hinter der Onlinefunktionalität stehen handfeste finanzielle Interessen und wenn man bereits länger die Produkte dieser Firma spielt und nicht gerade mit Scheuklappen herumläuft, weiss man auch, welcher Weg beschritten wird. Glücklicherweise hat das Spiel aufgrund der langen Entwicklungszeit entsprechende Designwurzeln aus „besseren“ Phasen.

    Für die 40-50 Euro wird man ausreichend Gegenwert an Spielspass und Unterhaltung bekommen, die einen Kauf rechtfertigen. Es wird auch eine „Starter“ (Demo)version geben, wie es letztens sich gezeigt hat, wo man sich auch so ein Bild von der ganzen Geschichte machen kann.

  10. In der IT Welt: Vermeiden, solch absolute Aussagen zu treffen,
    Richtiger ist: Bei DIR und vielen Anderen läuft er.
    Auch richtig ist: Bei mir und anderen verkackt der Installer, Workarounds von Fans kann man bereits nachlesen.

  11. Joe sagt:

    Für die 40-50 Euro wird man ausreichend Gegenwert an Spielspass und Unterhaltung bekommen

    Eben nicht. Aber für 5 EUR sicher. Oder 0 EUR. Der Publisher entscheidet.

  12. malleimmain sagt:

    http://tinyurl.com/c5fb924
    Passt perfekt zur Thematik, ‚Onlineuniversen‘ ist Neusprech für ‚Daueronlinezwang-und-wenn-wir-die-server-abschalten-war’s-das-und-ihr-müsst-des-update-aka-nachfolger-kaufen‘!
    Oder bin ich einfach nur Paranoid? ;D

  13. Harzzach sagt:

    Nö, bist Du nicht. EA wird seine Politik der Serverabschaltung NICHT aufgeben, sondern noch konsequenter durchführen, in dem man nicht nur Matchmaking–Server, sondern gleich das komplette Gesamtspiel abschaltet, wenn es nach EA-Maßstäben das Ende seiner kommerziellen Lebensdauer erreicht hat. Und wir alle wissen, dass EA nicht auf Longtail macht, sondern auf den schnellen Abverkauf immer neuer Fortsetzungen baut.

    Und wer das schlecht findet, der gehört eh nicht zur Zielgruppe dieser Spiele. Von daher passt da schon alles zusammen, was zusammengehört 🙂

  14. Harzzach sagt:

    Über Gegenwert entscheidet letztendlich der Kunde. Wer in Spielen nur eine kurzfristige Angelegenheit sieht, wo man einen Titel ein paar Wochen oder Monate zockt und danach nie wieder anfasst, der sieht in spezifischen den Rahmenbedingungen eines Always-On-Angebots keinen Nachteil, sondern beachtet sie gar nicht. Wer in Spielen aber etwas langfristiges sieht, was man auch noch in vielen Jahren erleben möchte, für den haben solche Spiele überhaupt keinen „Wert“ mehr. Always-On ist eigentlich nur was für Leute ohne Zukunft und Vergangenheit oder einem gottgleichen Vertrauen in die ewige Existenz eines kommerziellen Anbieters 🙂

  15. miranda quanta sagt:

    Ich vermute mal, dass du auch keine MMOs spielst, die auf einen Abomodell basieren. Da darf man nicht vergessen, dass einem nur „Erinnerungen“ und das rundherum bleiben werden, in meinen Fall füllen die Screenshots für World of Warcraft und das Rundherum eine DVD alleine, auch wenn ich in den letzten Jahren immer weniger davon gemacht habe. Bei Diablo ist das 3 nichts anderes und es ist unwahrscheinlich, dass der Preis für das Spiel auf Grabbelkistenniveau sinken wird.

    Für mich sind *neue* Spiele von Blizzard abgeschrieben, aber ich werde noch die aktuell in Laufen stehende Spiele noch spielen.

    PS: Mein erstes Spiel – Might & Magic 2: Gates to Another World – kann ich faktisch auch nicht mehr spielen, da mir seit Jahren ein 5,25″ Laufwerk abgeht, allerdings habe ich die Spieldaten als RAR immer noch auf der Festplatte herumfliegen und kann es mit Hilfe von einem DOS-Emulator auch immer noch spielen.

    Man sollte im Hinterkopf behalten, dass auch physikalische Medien nicht nur einen physikalischen Verfall unterworfen sind, sondern auch einen technischen… was nützt einem eine solche hübsche Schwabbelscheibe im Spielekarton, wenn man kein Lesegerät und/oder entsprechendes Betriebssystem hat, das Spiel überhaupt zu starten?

  16. Harzzach sagt:

    PS: Mein erstes Spiel – Might & Magic 2: Gates to Another World – kann ich faktisch auch nicht mehr spielen, da mir seit Jahren ein 5,25″ Laufwerk abgeht, allerdings habe ich die Spieldaten als RAR immer noch auf der Festplatte herumfliegen und kann es mit Hilfe von einem DOS-Emulator auch immer noch spielen.

    Siehste? Da hängt es nur davon ab, ob Du die Daten noch auslesen und ausführen kannst. Alte Hardware ist besorgbar, ein altes OS ist besorgbar oder emulierbar. Alte Spieldaten lassen sich auf Abandonware-Seiten oder aus anderen Quellen besorgen, falls man keinen Bock auf Hardware-Gepfriemele hat. Ein funktionierender und erreichbarer Content-Server, wenn der ehem. Anbieter vom Markt verschwunden ist oder keinen Bock mehr auf dieses Spiel hat? Viel Glück!

    WoW habe ich im vollen Bewusstsein gespielt, dass dies nur eine temporäre Geschichte ist. Genau deswegen habe ich auch aufgehört. Weil ich keine Lust mehr hatte Geld in ein Spiel zu stecken, über das ich nicht einmal ansatzweise verfügen kann. Auch wenn ich objektiv die Arbeit wertschätzen kann, die hier reingesteckt wurde, so sind solche Spiele für mich mittlerweile wertlos geworden.

    Ein „The Old Republic“ interessiert mich vom Setting her BRENNEND. Wirklich. Ich würde das gerne spielen wollen. Aber es ist ein MMO, auch noch ein Abo-MMO. Keine Lust mehr.

    Spiele sind für mich „Dinge“, die ich so benutzen kann, wie mir das in den Kram passt. Dafür gebe ich gerne Geld aus. Für „Games as a service“ habe ich keinen Cent mehr übrig.

  17. Joe sagt:

    Zitat: (wurde ich mal gefragt): „Wer möchte den die alten abgegammelten Spiele immer wieder aufs Neue spielen?“ – Ehrlich gesagt, ich tu’s auch nicht. Ich habe zwar aus nostalgischen Gründe von GOG eine Sammlung Klassiker aus der DOS-Ära, aber ernsthaft spielen tu ich sie nicht, nur mal so rumzeigen „So war das damals.“

    Aber es gibt trotzdem ein Problem mit den modernen „Online-Universen“: Sie vertragen sich mit meinen Gewohnheiten nicht. Ich lasse mir Zeit mit dem Durchspielen meiner Spiele. In der Regel dauert es ein bis drei Jahre (manchmal auch länger), bis ich ein gutes Release durchgespielt habe. Da liegen dann durchaus mal mehrere Monate dazwischen, die ich mich mit was anderem beschäftige, denn es gibt neben der Zockerei ja auch noch sowas Real Life. Übrigens mach ich das mit Büchern und Serien genauso.

    Das beispielsweise 2004 erschienene Doom3 habe ich im Jahr 2007 fertiggestellt. Ein Savegame aus dem Addon wartet noch heute darauf, irgendwann mal wieder geladen zu werden. Dumm nur, wenn wie bei Test Drive Unlimited hat Anfang letzten Jahres Gerüchte auftauchen, daß die Server abgeschaltet werden – man selbst aber nur 15 % Spielfortschritt hat. Zum Glück hat das nur 5 EUR gekostet…

    Ein weiteres Problem gibt es bei Zwangspatches. Manchmal kümmern sich Spiele-Entwickler rührend um ihr Baby und bauen es im Laufe der Zeit immer weiter um. Folge: Jedesmal wenn ich mich einlogge, begrüßt mich ein völlig neues Spiel mit geändertem Balancing: Mein Inventory und meine Strategie ergibt keinen Sinn mehr.

    Aber weil ich kein Am-Release-Tag-den-Läden-belager-und-in-der-folgenden-Nacht-Durchspieler bin, gehöre ich wohl eh nicht zur Zielgruppe.

  18. anigunner sagt:

    Ich heute mal die Beta von Diablo 3 gespielt. Es ist fast beschämend wie faul Blizzard bei diesem Titel ist. Es ist Diablo 2 mit ein paar Änderungen, aber in weiten Teilen das gleiche Spiel. Und diese Änderungen sind zum größten Teil nicht mal Verbesserungen, so das man hier von einem Aufguss ersten Ranges reden kann. Also ich bin stärker denn je darin bestärkt diesen Titel stehen zu lassen.

    Ich habe jahrelang Diablo 1 und 2 gespielt, und das Pulver ist einfach verschossen was Spielspaß angeht. Diablo 3 hat in mir nicht mehr als ein müdes Schulterzucken hervorgerufen, eben weil ich alles schon zigmal bei den Vorgängern durchgespielt habe. Die Mechanik ist die gleiche, Runen und Juwelen werden durch Materialien ersetzt aus denen der Schmie dann die besonderen Gegenstände schmiedet. Wir haben immer noch die gleichen Schlauchlevels, die Clonfabrik der Charaktere, das ewig Maustastenhämmern (übrigens Gift für meine mausarmgeplagten Finger), und die Gegner sind so strunzdoof wie eh und je. Der Engegner ist ganz einfach dadurch zu besiegen das man stundenlang im Kreis rennt und nur die Maustaste in regelmäßigen Abständen durchdrückt. Schwachstellen suchen? Eine bestimmte Schwächephase abpassen? Fehlanzeige, stumpfes draufhalten ist die Divise.

    Was mich aber am meisten aufregt ist aber das immer die gleiche Story durchgekaut wird. Ohne eine Vertiefung des Stoffes. Wir erfahren also keinen Deut mehr über den König Leoric als das was schon im Handbuch von Diablo 1 drin stand. Man merkt richtig das man an der Stelle nen Endboss gebraucht hat um den Akt abzuschließen, das war es dann auch. Das nötigste als Einführung, Zack, ein Meteor knallt durch das Dach und schon ist der König aktiv. Hurra. Hier wird der tragische Held aus dem ersten Teil, für den man wirklich so etwas wie Mitleid empfunden hat, zur Witzfigur runtergestuft. Als Prügelknabe, der nur noch auf seinen Wahnsinn runterreduziert wird.

    Detailierte Umgebung, die an manchen Stellen Zerstörungen zulassen… aber kaum etwas zum endecken. Man kann stundenlang Fässer, Vasen und Regale zusammenschlagen um etwas Gold abzustauben, entdecken von Geschichtssnipsel zu den Protagonisten bis auf ganz wenigen Ausnahmen (vorgelesene Dreizeiler) Fehlanzeige. Selbst die Heldenmechanik ist quasi das gleiche was man schon in Diablo 2 hatte, nur das der Held jetzt ab und an dumme Kommentare abgibt und unter Umständen mehr in die Geschichte mit eingesponnen wird.

    Ne, also sorry. Ich meine ich verstehe das Diablo 2 jetzt glaub 10 Jahre zurückliegt, und die neue Generation dieses Spiel quasi frisch entdeckt. Und sicherlich angetan ist. Aber für mich als alten Hasen bietet dieses Spiel enttäuschend wenig Neuerungen und Weiterführung der an sich ausbaufähigen Story. Man braucht ja nur in den Fanforen bei den Fanfics zu suchen, da gibt es unzählige gute Geschichten welche in dem Universium spielen.. aber nicht immer darauf hinauslaufen die drei Brüder zu verkloppen. Die Seelen- und der Weltstein wurden zerstört, aus die Maus. Es muss doch nicht immer das gleiche in einer anderen Farbe sein..

    Mir fällt echt auf das Blizzard sich auf seinen Lorbeeren ausruht. Starcraft 2 war schon ein gewissen Stillstand, aber da konnte ich es irgendwo verstehen das man die eSport-Szene nicht mit möglicherweise ungeliebten Innovationen aufschrecken wollte. Weil primär deswegen verkauft sich Starcraft so gut, und das Klientel wollte halt eine moderne Auflage. Das haben sie bekommen. Hier hat man noch den Singleplayerpart eingestampft, Daueronlinezwang und das tolle Aktionshaus, in dem die Chinafarmer, Hacker und glückliche Finder ihre Ware jetzt mit dem Segen von Blizzard unter das Volk schmeissen können.. um kräftig mitzuverdienen. Dazu passend ein rein Itemabhängiges Aufwerteystem, das soweit ich es gesehen habe nicht mal mehr Skillbäume oder dergleichen bietet. Die hast deine handvoll Fertigkeiten, die dann mit Erfahrungspunkten (Runen genannt) aufgewertet werden können. Die Plattform für den Reibach ist fertig, jetzt kann der Rubel rollen. Das ganze erreicht bald FreeToPlay- Dimensionen. Du willst oben mitspielen? Grinde wochenlang wie ein Blöder, oder gehe kurz in unseren Itemshop, pardon, „Aktionshaus“ und kaufe dort das Zeug ganz bequem mit unserem Segen. Keine Angst mehr vor einem gesperrten Account, oder das jemand dich über eBay verarscht. Die beste Ausrüstung gleich zur Hand, ohne große Anstrengungen. Praktisch bei einem Titel dessen Inhalt der Itemwahn ist.

    Sorry für Off-Topic, aber wenn ich von „einwandfrei, rund und glatt“ lese dann muss sich dann doch mal meine Sicht dazu loswerden. Wer Spaß mit dem Titel hat gönne ich das, aber für mich ist das nur auf Aufguss mit bedenklichen „Verbesserungen“ in die falsche Richtung.

  19. miranda quanta sagt:

    Es ist „einwandfrei, rund und glatt“ in dem Kontext, dass es ein poliertes (grafisches) roguelike mit Multiplayeroption, Ausrichtung auf leichte Zugänglichkeit und Option auf „eSport“ ist. In diesen Punkten erfüllt es alle Erwartungen.

    Das Subgenre des roguelike folgt einer relativ starren Formel, die sich in sehr knapper Geschichte, Charakterentwicklung über Ausrüstung, Archetypen und taktischen Einsatz der vorhandenen Fähigkeiten definiert. Talentbäume sind eher die Ausnahme.

    Meiner Meinung nach wird da zuviel Erwartung in Diablo 3 gesetzt und so wie es ist, war abzusehen, wenn man ein wenig die geschäftliche Historie von Blizzard-Activision kennt.

    Die klassischen Rollenspiele mit sind schon lange tot und diese werden auch nie wieder kommen, jedenfalls darf man keines mehr

    Was für Verbesserungen sollte man sich in diesen Nischengenre erwarten?

    Vielleicht vergleichst mal die anderen Genrevertreter wie Nethack, ADOM, Angband oder Rogue mit Diablo. Da wirst feststellen, dass es wenig Unterschiede gibt. Diese haben aber allgemein „nur“ Textgrafik, für eine grafische Variante kannst ja mal auf http://te4.org/ vorbeischauen.

  20. Uranochos sagt:

    1. Roguelike= rundenbasiert. Das heisst, ich habe Zeit, mir meinen nächsten Zug zu überlegen.
    Diablo= Einführung von Echtzeit= Hektik („Action“) in das Genre=> neues (Sub-)Genre.
    Das war ja wohl der große Wurf damals, wenn ich mich recht erinnere.

    2. Story. Roguelike mit Story= zB LambdaRogue.

    3. Die anderen Roguelikes= 0 („Null“) Euro, Diablo III= 50Euro PLUS „PayToWin.“

    4. Multiplayeroption= Massive Online Singleplayer. In Schlauchlevels sieht es schlecht aus mit „Massive Multiplayer.“

    5. Zuviel Erwartung: Ja, darf man denn von einer Fortsetzung nicht erwarten, dass sie eine Verbesserung darstellt? Und wir reden ja hier von der Ikone Diablo! Das ist ja so, als würde kurzfristig Uwe Boll verpflichtet werden, um den „Hobbit“ fertigzudrehen. Und den vierten Herr-der-Ringe-Teil gleich mit.

  21. miranda quanta sagt:

    Na gut, dann zerlegen wir mal. Es ist schon etwas seltsam, wieviel Abneigung über die Entscheidungen von Blizzard entgegenschlägt. Ein Fanboy bin ich dennoch nicht, mir g outieren die meisten Sachen ja auch nicht.

    Na dann..

    1) roguelike = rundenbasiert.
    Es sollte allgemein bekannt sein, dass Diablo ursprünglich rundenbasiert war und es basiert auf Moria. Rundenbasiertheit ist kein Muss für ein roguelike. Crossfire, TomeNET und MAngband sind auch nicht rundenbasiert, da sie auf Onlinespiel getrimmt sind. Crossfire hat seit Beginn 1992 Echtzeit-Gameplay, Diablo hat das nicht eingeführt.

    2) Story – LambdaRogue
    Zitat Webseite von LR: „Unusual for most roguelikes, LR:TBS features a complex story within a detailed game world.“ Muss man mehr sagen?

    3) andere roguelike kostenlos.
    Sicher, wieso spielst du diese nicht und warum sind soviele eingeschnappt, dass Diablo nun serverbasiertes Spielen anbietet? Ach ja das Auktionshaus. Wenn du mal die Beta gespielt hast, wirst du feststellen, dass das Auktions KOMPLETT optional ist und es ist NICHT im laufenden Spiel überhaupt sichtbar noch kann man während man mit der Figur herumläuft GAR NICHT DARAUF ZUGREIFEN. Das erledigt man im Hauptmenü, bevor man Spiel startet.

    Es beeinflusst das eigene Spiel überhaupt nicht und soviel ich weiss, wird auch ein entsprechendes Matching auf Ausrüstungsgleichheit in einem Public Game durchgeführt, bevor man da überhaupt andere Leute sieht.

    Wenn du das Auktionshaus nicht magst, kannst es komplett ignorieren.

    4. Multiplayeroption= Massive Online Singleplayer
    Hab ich doch gesagt, dass es primär ein Singleplayer-Spiel mit Gruppenoption ist? Der Dungeon- und Oberflächengenerator wurde etwas gestrafft, ja, aber ich kann mich in Diablo 2 auch an ziemlich viele schlauchig gestaltete Level erinnern, vor allem in Höhlen.

    5. Zuviel Erwartung:
    Was genau erwartest dir denn von einen roguelike an Innovationen? Das Genre ist sehr konservativ und das neue Diablo ist mehr eine logische Evolution statt eine Revolution in Hinblick auf „breitere Schichten ansprechen“.

    Für mich ist Diablo 3 ebenfalls nicht so die Offenbarung, aber gerade noch akzeptabel, da brauch ich aber nicht mit schaumenden Mund so zu geifern, dass Blizzard eine Formel gefunden hat, Raubkopien davon weitgehend zu unterbinden.

    Eine Starter/Demoversion wirds ja geben, vermutlich im Umfang der Beta (erster Akt bis Leoric, sind so 3-5h Spielzeit fürs erste Durchspielen, danach schätzungsweise 2-3 h Pro Figur).

  22. Uranochos sagt:

    @miranda quanta:

    Ich verneige mich vor Deiner überlegenen Sachkenntnis und gebe mich geschlagen.
    Ich bin trotzdem enttäuscht. Ich „schäume“ auch nicht, weil Blizzard versucht, Raubkopien zu unterbinden (ob das wohl funktioniert?), sondern bin einfach traurig, dass auch Blizzard als „gutes Pferd“ gerade nur so hoch springt, wie es unbedingt muss.
    Natürlich ist das eine rein subjektive, emotionale, unsachliche Meinung.

    😉

  23. hurrz sagt:

    steam offline zocken kann man jederzeit, kopiert man sich eben alle spiele als backup auf die platte, legt die dann in den keller oder weiß ich wohin, wartet ein paar jahre bis das pöse steam endlch kaputt geflamt ist und erfreut sich all der spiele die man gerettet hat. oder liege ich da falsch?
    aus faulheit die ganzen drecksspiele zu patchen habe ich mir dirt 2 und witcher 1 bei steam gekauft. und heute schlage ich bei arx fatalis zu, weil ich zu faul bin aufzustehen um die cd zu suchen. diese rumheulerei geht mir auf den sack. pure luxusverstiegenheit.
    steam zwingt keinen vollblutzocker dazu sonderangebote zu leihen. fein wäre es schon frei über downloads zu verfügen. aber solange keiner stirbt wegen der üblen monopolkapitalistischen steammachenschaften ist mir das schnurz.

  24. Joe sagt:

    Witcher und Arx Fatalis gibt es doch preisgünstiger und völlig DRM-frei bei GOG. Warum dann Steam?

  25. spax sagt:

    Weil er ein liquider Faulsack ist? 😉

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