Jahresendartikel – 2011

Isses mal wieder soweit.

Die Monate huschten nur so an uns vorüber und war es nicht erst gestern, als wir beim Aufräumen der Silvesterpartyreste gleich all den Weihnachtsabend-Kram mit entsorgt haben?

Nein, das war nicht gestern, das war letztes Jahr. Du weißt doch, diese eine Jahr da, welches man nach christlicher Zeitrechnung gemeinhin als Jahr 2010 nach Christi Geburt bezeichnet hat.

Ach, DAS Jahr meinst Du? Hmm, stimmt, da war noch was. 2011 war da noch …

Wenn man mich fragen würde, was mein "Spiel des Jahres 2011" wäre, ich würde diesmal nicht erst großartig mit dem Überlegen anfangen müssen, gab es da doch nur deren zwei, die mir im Gedächtnis geblieben sind. Das eine Spiel ist “Unepic” und das andere Spiel ist "Harveys Neue Augen". Keines von beiden ein typisches “Spiel des Jahres”, aber beide spaßig und gut genug, dass ich von vorne bis hinten damit meinen Spaß hatte und habe. Das neue “Deus Ex – Human Revolution” wäre zwar ein sicherer Kandidat für mein Spiel des Jahres gewesen, doch leider ist es dank Steamworks ein sicherer Kandidat für einen Kaufpreis unter 10 Euro geworden. Was es vielleicht zu meinem Spiel des Jahres 2012 oder 20123 macht. Geduld ist bekanntlich eine Tugend.

Der Rest des diesjährigen Neuangebotes besteht deswegen nicht zwangsläufig aus belanglosen Pixelhaufen, aber da ich dieses Jahr die Zockerei zum Teil ganz gewaltig nach hinten geschoben habe, kann ich nur zu den Spielen aus dem Jahr 2011 Stellung nehmen, die ich tatsächlich gespielt habe. Wobei ich auch nicht sagen würde, dass ich grundsätzlich keine aktuellen Spielen mehr spielen möchte (also nicht mehr NICHT als in den letzten Jahren), sondern dass mir in diesem Jahr die nötige innere Ruhe, Ausgeglichenheit und Muße gefehlt hat, um mich Spielen in dem Ausmaß zu widmen, welches Spiele eben erfordern. Weil Spiele != TV glotzen!

Es gibt auch nur wenig Spiele des Jahres 2012, auf die ich besonders gespannt bin. Konkret fallen mir nur ein: Torchlight 2, Legend of Grimrock, Grim Dawn (falls es zu einem 2012er-Release kommt) und ja, sogar auf Diablo 3 bin ich gespannt. Selbstverständlich rein platonisch, auf einer ausschließlich intellektuellen, professionellen Ebene natürlich *hust*. Was auch hier nichts direkt mit dem Rest des kommenden Angebotes zu tun hat, sondern mit meinen immer größer werdenden Wissenslücken über den aktuellen Stand kommender Projekte. Schlimm finde ich das nicht, da ich auf diese Weise immer angenehm überrascht werden kann, wenn dann doch ein Spiel auf Erden aufschlägt, welches ich gar nicht auf der Rechnung hatte. Unwissenheit kann (aber auch nur manchmal) ein Segen sein!

Von daher empfand ich den Rest des sonstigen Geschehens im Spielejahr 2011 auch als nicht weiter aufregend. Manches auf jeden Fall erwähnenswert, aber aufregen? Why? Ein wenig erstaunt war ich zB. als sich ein “CoD Modern Warfare 3” SCHON WIEDER besser verkaufte als der Vorgänger und mittlerweile die Milliarden-Umsatzgrenze geknackt hat. Nicht wirklich überrascht mich der enorme Erfolg eines “Skyrim”, wobei mir das Spiel zwar immer noch am Allerwertesten vorbeigeht, dieser Erfolg aber GUT ist, da Skyrim klar das kommerzielle Potential aufwendig produzierter, reiner SP-Spiele aufzeigt. Zugegeben, dass alle RPGs nach Skyrim wie Skyrim aussehen müssen, weil Skyrim sich ja so gut verkauft hat, ist dann die Kehrseite der Medaille, aber man kann von den Majors schließlich nicht erwarten, dass dort angefangen wird selber zu denken. Ein DRM für Gameplay-Modelle/Genres wäre der sichere Tod dieser Copycat-Branche.

Weniger schön war das Jahr 2011 für etliche Ex-Mitarbeiter von zb. Gameforge und anderer Studios, die nicht gehen mussten, weil sich ihre Spiele so schlecht verkauft haben, sondern weil das Management entweder planlos herumdilletierte oder ganz eiskalt Arbeitskräfte wie seelenloses Werkzeug behandelte, welches man in die Schublade packt, wenn man es gerade nicht braucht. Wir haben erlebt, wie ein Rumpf-Team von Bioware den "Awesome-Button" für “Dragon Age 2” erfand, um sich nicht mehr der Mühe hingeben zu müssen gescheite Spiele zu produzieren und wir haben erlebt, wie auf dem PC die Indies auch Dank der großen Hilfe von Valve ihren Aufstieg festigen und fortsetzen konnten. Wir haben erlebt, wie EA gerne Valve kopieren möchte und wir haben erlebt, warum das wohl funktionieren wird, weil es genug Kunden scheissegal ist, unter welchen Rahmenbedingungen sie zocken, Hauptsache sie können zocken. Denn bei EA hat man während des Theaters um Origin wohl nur mantra-artig wiederholt: "Sie haben Steam auch zuerst gehasst wie die Pest und nun beschimpfen sie uns, weil wir Battlefield 3 nicht auf Steam verkaufen. Origin kann nichts anderes als ein Erfolg werden!". Ich muss EA hier leider Recht geben … Gamer sind größtenteils willenlose Konsumsklaven, emotional abhängige Spiele-Junkies, die für ihren Fix alles tun, auch wenn sie sich insgeheim vor sich selbst ekeln, weil sie ganz genau wissen, wie falsch ihr Handeln ist.

Das ist auch teilweise der Grund, warum ich bei Nachrichten von beinahe pleitegehenden Browserspiel-Herstellern wie Gameforge nur formales Mitleid empfinde. Denn richtig Kohle kann man bei diesen Spielen nur machen, indem man die Spieler anfixt und sie dann gnadenlos mit Micropayment und Item-Shops ausnimmt. Gamedesigner gibt es bei diesen Herstellern nur noch dem Namen nach, in Wirklichkeit sind es Geld-Akkumulierungs-Optimierer, die mit Hilfe psychologischer Fachkenntnisse so gezielt menschliche Belohnungsmechanismen ansprechen und ausreizen, dass ich persönlich keinen Unterschied mehr zwischen Drogendealer und Spielehersteller sehe. Man macht den Spieler süchtig, um ihm Geld aus der Tasche zu ziehen. Man lockt ihn mit F2P an (Ey, willse mal ’n Schuß?) und führt ihn dann durch verschiedene Formen des Abgezocktwerdens. Je unauffälliger, desto besser, desto gewinnbringender. Und spricht man diese Leute auf die nicht nur möglichen, sondern tatsächlichen Folgen solcher Sucht-Spiele für Jugendliche und Erwachsene an, verbünden sich skrupellose Spiele-Hersteller und ihre Drogenkundschaft, um jede Form der Mitverantwortung vehement von sich zu weisen. Die einen wollen nicht zugeben, dass sie die Spieler absichtlich süchtig machen und die anderen wollen nicht zugeben, dass sie abhängig sind. Was mir in diesem Jahr so deutlich wie nie zuvor aufgefallen ist.

Was wünsche ich mir dann für nächstes Jahr?

Weltfrieden? Occupy Activision? Endlich den ganz großen Videospielcrash?

Das erstere immer, das mittlere ist unnötig, weil das letztere auch ohne meine Wünsche heimlich, still und leise über die Bühne gehen wird. Denn was glaubt ihr, was sagt die Konkurrenz über den Erfolg eines MW3 oder Skyrim? "SCHEISSE!" sagt man da, weil der Markt mittlerweile seine Wachstumsgrenze erreicht hat und sich immer mehr Kunden auf immer weniger Spiele verteilen. Jeder kommerziell erfolgreiche Titel kannibalisiert direkt und unmittelbar die Konkurrenz. Wir werden in den nächsten Jahren erleben, wie eine Reihe heute noch großer und bekannter Majors den Bach runtergehen werden, nicht auf Grund eines klassischen Crash, sondern als Folge einer stetig voranschreitenden Marktkonzentration.

Also, was wünsche ich mir WIRKLICH für nächstes Jahr?

Weltfrieden! *michael jackson_heal the world_gezimbel* Und dann etwas mehr entspannte Muße und Ruhe, damit ich mich wieder besser den Spielen widmen kann, die es wert sind, dass man sich ihnen widmet. Vielleicht nicht mehr mit so vielen Titeln wie das früher noch der Fall war, aber hoffentlich bei einigen wenigen umso ausführlicher.

Und Euch, Euch wünsch ich auch was. Aber so was von! 🙂

Advertisements
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Intern.

32 Kommentare zu “Jahresendartikel – 2011

  1. Spiel des Jahres 2011, ja, also, uh… in der Tat, das Jahr war doch so schnell weg… Doch, für mich, der sich gerade wundert, das es nicht mal ein Jahr her ist, Minecraft. Ein Spiel, das sich nur aus einen selbst entwickelt. Machte man in der Welt nichts, wurde einem, zumindest in der frühen Version und der Spielart, wie ich es auch heute noch spiele, auch nichts gegeben. Das Spiel forderte nichts von einem, es gab einem kaum etwas, es passierte nichts. Bewegt man aber nur ein döseliges Pixelklötzchen und ließ sich darauf ein, eröffneten sich Welten im wahrsten und offensten Sandkastenspiel überhaupt.

    Dann für mich noch ganz klar Bastion, das ich selbst beim ersten durchspielen noch sehr unterschätzt hatte.

    Außerdem habe ich dieses Jahr festgestellt, das steam mir in der Tat Mehrwert bringt. Also, mal eitel behaupte: mit Hirn und dennoch ein Freund von steam.

    Dir einen Dir genehmen Übergang in das neue Jahr. Und an dieser Stelle Dank für Deine Schreiberei!

  2. Joe sagt:

    Spiel des Jahres 2011 ist für mich eindeutig Minecraft. Tauchte aus dem Nichts auf und verkaufte sich auf dem PC 4,3 Mio. mal. Daran werde ich mich auf jeden Fall erinnern, wenn ich an 2011 zurückdenke, so wie man an DOOM denkt, wenn man sich 1993 ins Gedächtnis ruft.

    Die diversen aufgezählten Konsolentitel habe ich nur beiläufig wahrgenommen und habe sie wahrscheinlich in ein paar Monaten schon wieder vergessen. Die phantasievollen DRM-Systeme werden mir wohl deutlicher in Erinnerung bleiben. Über Skyrim werde ich übernächstes Jahr nur noch wissen, daß es SteamWorks in die TES-Serie eingeführt hat.

  3. Harzzach sagt:

    Ja, Minecraft … eines der Spiele, für die mir die notwendige Muße fehlt, obwohl ich bereits letztes Jahr mit der kostenlosen Web-Alpha einige Stunden damit verbracht hatte, nur die Unterwelt zu erkunden und Höhlen mit Wassser zu fluten.

  4. Minando sagt:

    2011 war spieletechnisch ziemlich anstrengend für mich, daran sind vor allem Bioware und Bethesda schuld. Ich überlege ernsthaft, 2012 zum spielefreien Jahr zu machen. Mal ein wenig Abstand zu gewinnen von der üblichen (Rollen)spieltretmühle, vielleicht ein neues Hobby entdecken…meine Frau wäre darüber nicht unglücklich, schätze ich, zumal die Kids auch schon infiziert sind (wenn zu hause ein „Spiele“PC nebst umfangreicher Software steht bleibt sowas wohl nicht aus).
    Besser jetzt die Notbremse gezogen…na, wahrscheinlich schaffe ich es doch nicht 🙂

  5. Martin sagt:

    Ist es denn wirklich so wahrscheinlich, dass ein erneuter Videospielecrash eintritt? War es nicht einfach nur die Neuheit des gesamten Mediums, die damals dazu führte, dass die Majors das willenlose Kaufen und Folgen der Kundschaft in riesigem Maße überschätzt hatte, weil innerhalb weniger Jahre so ein enormer Zuwachs an Kundschaft erfolgte?

    Denn bei anderen Vertriebsmedien, wie Kinofilmen, Tonträgern und Büchern gab es solche Totalcrashs ja meines Wissens nie, obwohl da auch viel Schund produziert wurde und wird. Nur produzieren die eben nicht zu viel im Voraus in der Hoffnung, es würde alles gekauft, sondern immer in kleinen Portionen. Und bei Videospiel-Datenträgern wird das wahrscheinlich ähnlich sein, bei Online-Distributionen hat man diese Gefahr des Überproduzierens hingegen gar nicht mehr.

  6. Ja, die Blagen, daß ist bei uns ähnlich. Bei vielen Dingen kann man ja noch sagen, daß Erwachsene eben weitere Rechte haben, so zwischen Bier trinken und „ohne Helm Fahrrad fahren“, aber bei meinem Spielekonsum wird das langsam eng. Sätze wie „ich will nicht, das Du da abhängig wirst“ würde mir dann doch die Schamesröte ins Gesicht bringen.

    Wir haben es reduziert: Sohn, 9, darf eine Stunde ausgewählte *) Spiele spielen, Tochter, 13, verbringt diese Stunde dann in ihren Sozialnetzen oder unterläuft heimlich unsere Fernsehreduzierung. 😉

    *) reinste Blutfontänen-Ballerspiele lasse ich da raus und Spiele, die sie Thematisch über Monate im Kopf beschäftigen und, so fürchte ich, behindern würden, wie Rollenspiele, Also Weltabtauchspiele.

  7. Harzzach sagt:

    „Ist es denn wirklich so wahrscheinlich, dass ein erneuter Videospielecrash eintritt?“

    Weniger Crash als vielmehr eine zunehmende Marktkonzentration, weil das die einzige Möglichkeit der großen Firmen ist noch zu wachsen. Ich bin mir nämlich nicht sicher, ob die kommende Konsolengeneration erneut einen so hohen Wachstumsschub erzeugen wird, dass weiterhin Platz genug für alle momentan auf dem Markt befindlichen Majors ist.

    Schau mehr mal. Auf jeden Fall ist im Untergeschoß weiterhin viel Platz für kleine Indies und Nischenanbieter, die nicht in die Masse und Breite, sondern in die Tiefe gehen können.

  8. Joe sagt:

    Ist es denn wirklich so wahrscheinlich, dass ein erneuter Videospielecrash eintritt?

    The next big thing (wie auch immer das aussieht) wird kommen, die Konsumentenmassen absaugen und den Videospiel-Hype beenden. So wie Smartphones zunehmend der Autoindustrie Schwierigkeiten machen…

    Denn bei anderen Vertriebsmedien, wie Kinofilmen, Tonträgern und Büchern gab es solche Totalcrashs ja meines Wissens nie, obwohl da auch viel Schund produziert wurde und wird.

    Bücher lassen wir mal raus, das ist nicht vergleichbar.

    Die Hersteller von Ton- und später Bildträgern hatten den Vorteil, die erste elektronische Unterhaltungsindustrie überhaupt zu sein und einen völlig neuen Markt erschaffen zu haben. Du konntest entweder direkt (Datenträger) oder indirekt (Kino, Glotze, Radio) deren Produkte kaufen oder „langweiligen“ stromlosen Beschäftigungen nachgehen. Die Videospielindustrie betritt diesen bereits etablierten Markt Jahrzehnte später, steht von Anfang an in Konkurrenz mit diesen Leuten und liefert sich mit denen einen Verdrängungswettbewerb.

    Und daß Studios mit ehemals bekannten/erfolgreichen Produkten regelmäßig geschlossen werden und/oder pleite gehen, ist der Normalfall in der Videospielbranche. Von einem Crash könnte man dann reden, wenn es mehrere Majors auf einmal erwischt. Das wäre dann auch kein so ungewöhnliches Ereignis.

  9. Enrico sagt:

    ….weil der Markt mittlerweile seine Wachstumsgrenze erreicht hat, und sich… (dann hast du was verdreht – tausche einfach Kunden und Spiele, dann passt es wieder)

    Ansonsten – mir geht es ähnlich, dank Angeboten auf Steam habe ich mittlerweile eine so große Liste an gekauften aber ungespielten Spielen, dass ich eine Zeit des Wirtschaftscrashs und 2 jährige Arbeitslosigkeit überstehen würde, ohne zu merken, dass ich nichts zu tun habe. 🙂

    und falls es 3 Jahre dauern würde, habe ich ja noch dieses Lifetimeabo für Mittelerde…

    Ganz groß auf dem ToDo Zettel steht auch immernoch das Big World Project für Baldurs Gate.
    Im Weltraum habe ich auch noch ein X2 fertig zu spielen, ganz zu schweigen von X3, X3 TC und das gerade erschienene X3 Albion Prelude.

    Eigentlich brauchen von jetzt an keine Spiele mehr erscheinen, wenn ich nicht entlassen werde und keinen Job mehr finde, was sehr unwahrscheinlich ist – ich hätte jetzt schon bis an mein Lebensende genug zum spielen.

    Gruß
    Eno.

  10. Enrico sagt:

    wie ich grad sehe, hab ichs nicht so mit der doppelten Verneinung. Also es ist unwahrscheinlich dass ich die Zeit bekomme, und nicht (unwahrscheinlich), dass ich meine Arbeit behalte. 🙂

    Gruß
    Eno.

  11. askies sagt:

    The Witcher 2, Deus Ex: HE, The Last Days (Mod), Skyrim …ohh ich Opfer!

    Man, waren/sind das geile Spiele! 🙂

    Bulletstorm muss ich noch spielen…. aber erstmal Arkham City beenden.

  12. Daniel sagt:

    Nu komm,
    jetzt provozierst du aber 😀

  13. anigunner sagt:

    Ich sehe dem Jahr eher mit gemischten Gefühlen hinterher. Klar gab es gute, wegweisende Spiele wie Minecraft mit schillernden Entwicklern und jede Menge Potential um von Fans ausgebaut zu werden. Ich hatte zudem viel Spaß mit kleinen- und großen Indiespielen wie Terraria oder Magicka. Der eine oder andere Oldie von GOG hat mich ebenso unterhalten (Duke Nukem 3D, Descent….), sogar ein FreeToPay wie World of Tanks finde ich als gelegentliche Unterhaltung wirklich gut.
    Aber was AAA-Titel angeht…. ich glaube dieses Jahr habe ich mir keine einzige Produktion geholt. Was die großen Publisher alles an DRM-Maßnahmen, Vorbestellerunsinn, DLC-Abzocke, Datenskandale, aufgezwungnen Zusatztools ala Origin und seelenlosen Spiele-Fastfood auf uns losgelassen hat passt auf keine Kuhaut mehr, und ich fürchte das geht immer so weiter. Weil es genug Spieler gibt die trotzdem noch willig zugreifen und sich als Kunde/Spieler/Erwachsener richtigegehend verarschen lassen.

    Der einzige AAA-Titel auf den ich mich nächstes Jahr wirklich freue ist Guild Wars 2. Wenn A-Net es nicht im letzten Moment wie Blizzard macht und mir durch Designentscheidungen ihren Titel (Diablo 3) vollkommen madig macht, was ich aber nicht glaube.
    Was mich auch noch richtig reizen würde wäre Dark Souls, aber mir dafür extra ne PS3 ins Wohnzimmer stellen? Im Moment sagt mein Kopf und mein Herz noch deutlich nein, aber wenn der Preis weiter so fällt könnte ich vielleicht irgendwann doch noch schwach werden….

    Man kann also sagen mein Spielekonsum hat sich deutlich weg von den Großen hin zu den kleinen- und Nischenanbietern verlagert. Und ich denke das wird sich auch so fortsetzen.

  14. Minando sagt:

    „The next big thing“ ? Was soll das sein ? Die Möglichkeiten sind inzwischen ausgereizt, würde ich sagen, man kann höchstens noch Details verbessern wie 3D oder Fuchtelsteuerung etc…oder glaubt hier jemand ernsthaft ans Holodeck 🙂

  15. Rollenprinz sagt:

    ich wünsch mir 10 Millionen Euro. 5 Millionen für mich und für 5 Millionen lass ich mir ein Spiel nach meinem Geschmack zusammenbasteln, welches ich dann für umsonst ins Netz stelle. Ich weiß, ich bin großzügig, aber das kann man ja mit 5 Millionen Euro auf dem Konto auch sein 😉

  16. Harzzach sagt:

    Gibst Du dann ein Teil des Geldes an die Jungs von „Age of Decadence“? 🙂
    Dort werkelt man zwar unentwegt und unverdrossen am Spiel wie aktuelle, regelmäßige Foren-Updates zeigen, aber es dauert halt.

  17. Joe sagt:

    Besser nicht. Das viele Geld hat schon Minecraft geschadet. 😉

  18. Brakiri sagt:

    Hast tatsächlich nicht viel verpasst. 2011 war ein recht dünnes Jahr, was Spiele angeht.

    Ausser Deus Ex und Skyrim fand ich nurnoch The Witcher 2 und Crysis 2 ganz nett. Da Adventures so nicht an mich wollen, kann ich den Edna-Nachfolger nicht beurteilen.

    PC-spieletechnisch fand ich 2011 ganz ganz schwach und voller mehr oder weniger grosser Enttäuschungen. Sword of the Stars 2 an die Wand gefahren, Stronghold 3 unspielbar und langweilig, TES und damit Skyrim extrem an Komplexität verloren, Deus Ex mit relativ schwacher Story. Sogar Red Faction: Armageddon, ein Spiel von dem ich nicht viel verlangt habe, ein Reinfall.

    Das war nix. Kann man nur hoffen, das 2012 besser wird.
    Wenn ich mir aber den allgemeinen Trend so ansehe, ist diese Hoffnung wohl vergebens.

  19. askies sagt:

    Geschmäcker sind halt Gott-sei-Dank verschieden. Ich war dieses Jahr sehr zufrieden. 😉

    Für komerzielle Titel von großen Publishern waren das alles seit langen wieder sehr gute Spiele. Kopierschutz, online Aktivierung, nervige Hypes etc. mal außen vor gelassen.

    Dafür hat Rage sehr enttäuscht – ja, ich musste fast heulen, brechen und fluchen zugleich! Duke war auch ne schlappe Nummer und BF3 der Aufreger schlecht hin!

  20. askies sagt:

    Was gabs denn 2010 geiles bis auf Mass Effect 2? Drakensang – Am Fluß der Zeit ist auch schon von 2009 oder?

    Und was kommt 2012 bis auf die im Artikel genannten Indie-Spiele? Naja, so ist der Deutsche, was man hat, ist scheiße und was weit weg ist, war besser oder wird der absolute Hit! 😉 (bin auch nicht besser…)

  21. Harzzach sagt:

    Ein Teil von fünf Millionen kann ja auch nur 500.000 sein. Das ist sogar für Staatsoberhäupter reicher Industriestaaten verdammt viel Geld 🙂

  22. Daniel sagt:

    Brakiri hat es sehr gut auf den Punkt gebracht. Es gab einige ganz gute Spiele, aber wirklich, wirlich gute, komplexe, tiefgründige Spiele gab es überhaupt nicht.
    Kaum Innovation, zu wenig Freiheiten(selbst in Skyrim) und zuviel massenmarkttaugliches Zeug was den Spieler alter Schule, der sich schon durch viele komplexe Spiele ohne Anleitung geklickt hat, der viel gesehen und erlebt hat, einfach nicht mehr von den Socken haut.

    Ich hasse auch diesen neuen „alles vertonen“ Trend bei den RPGs. Man kann überall soviel reden, aber nie haben die Dialoge eine komplexere Struktur. Es ist eher ein abarbeiten von Auswahlmöglichkeiten die dazu führen das man mehr über Person, Quest, Stadt, Land erfährt, aber keine tiefgründigen Dialoge zulassen.
    Dragon Age Origins war das letzte Spiel mit einer ordentlichen Dialogstruktur.

    Mittlerweile erzählen mir soviele Spiele soviel, aber ich selber habe überhaupt gar keinen Einfluss bzw. habe keine Möglichkeit meinen Charakter zu einem echten Charakter zu machen, mit Ecken und Kanten. Alles so weichgespült und irgendwie langweilig.
    Ich will keine Filme gucken, ich will Spiele SPIELEN!!! Betonung liegt auf spielen!

  23. Brakiri sagt:

    Du hast recht, ist seit Jahren eigendlich sehr dünn.
    Für die Old-Gamer sind glaube ich die besten Zeiten vorbei.
    Der ganze Casual-Müll reizt zumindest mich nicht, und was sich heutzutage RPG schimpft, da vergeht es einem regelmässig.

    Dieses Jahr habe ich ehrlich gesagt stark mit alten Sachen verbracht. XCOM gespielt, Jagged Alliance 2, ein wenig Dark Messiah, Homeworld, NWN2, Vampire:Bloodlines

    Dieses Jahr habe ich nur Bulletstorm gespielt, Den Witcha 2, Skyrim, Crysis 2 und Deus Ex:HR.

  24. Brakiri sagt:

    Nachtrag: Also an neuen Sachen meine ich.

  25. Joe sagt:

    „The next big thing“ ? Was soll das sein ?

    Das weiß eben heute keiner. Sowenig wie sich 1980 kaum jemand das Internet vorstellen konnte, geschweige denn als Massenveranstaltung. Aber dieses böse, böse Internet hat eine Menge schöner ausgeklügelter Geschäftsmodelle unter sich begraben. TNBT wird das ebenso tun.

  26. Joe sagt:

    Schöne Feiertage und guten Rutsch!

  27. minando@t-online.de sagt:

    Kann es sein dass du zu sehr auf den ganzen Zirkus drumherum achtest und weniger auf die Spiele selbst ? Kam jedenfalls so rüber….da erlaube ich mir doch lieber fröhliche Ignoranz, sonst hätte ich mein geliebtes Hobby längst an den Nagel hängen müssen.

  28. Ruglud sagt:

    So dünn fand ich das Jahr gar nicht. The Witcher 2, Skyrim, Terraria, Red Orchestra 2: Heroes of Stalingrad, Pro Evolution Soccer 2012 (wie jedes Jahr).

    Na gut, über Geschmack lässt sich streiten, aber ich finde dieses ganze Gemoser zum Thema RPG hier unangebracht. Ihr habt schon recht, in Skyrim und co. gibt es keine Dialogstrukturen im weiterführenden Sinn und auch leider nur geringe Möglichkeiten der Charakterentwicklung. Lasst aber nicht außer Acht, dass es heutzutage unterschiedliche Arten von RPGs gibt. Ein Witcher 2 ist nur bedingt vergleichbar mit einem Skyrim. Beide wiederum nur bedingt mit einem Ultima etc.
    Die Rollenspiele nach denen ihr euch sehnt, sind dieses Jahr einfach nicht geboten worden. Deswegen den ganzen Rest automatisch in die Tonne treten ist keine Lösung. 😉

    Ich hab mir aber auch ein paar ältere Perlen gegönnt und es nicht bereut: Panzer General 2, Wings of Prey, Hearts of iron 3 Collection, Red Orchestra 1 mit den Mods Darkest Hour und Mare Nostrum.

    Insgesamt war ich 2011 also gut bedient, wenn auch die Zeit nicht reichte um allen Spielen die verdiente Aufmerksamkeit zu schenken.

  29. Jörg sagt:

    Also von PC Spielen her fand ich das jahr sehr, sehr mager. Was nicht heißt dass es nichts gab. Die ein oder andere Indie-Perle; aber Mainstream war dermaßen Standardbrei, dass einem übel werden konnte.

    Na dann warte ich mal weiter auf Torchlight II!

  30. TrapperKeeper sagt:

    Wir werden halt alt. Schön waren die 90er. Half Life, Unreal, Sin, Unreal Tournament, und nätürlich Deus Ex und Outcast. Diese Jahr konnte mich Portal und Portal 2 fesseln, Valve scheint es als einziger Entwickler noch zu schaffen, mich mit frischen und neuen Ideen hinterm Ofen vorzulocken. Ich will enldich wieder in Phantasiewelten abtauchen, fremde Planeten erkunden oder Paralelwelten. Die realitäts Kriegsspiele sollen die Massen doch nur vor kommenden Kriegen (Iran!) abstumpfen lassen. Es geht nicht mehr um Spass, es geht um Vermarktung! Gut früher wollte man auch Geld mit Spielen verdiehen, aber die Teams waren kleiner, es herrschte eine fast Kumpelhafte Athmosphäre, man machte Spiele von Spielern/Nerds für Spieler. Heute würde ein Leveldesigner entlassen, wen er wie Richard Grey seiner Kreativität freien lauf lassen würde. Z.b war Sin spielerisch meiner Meinung nach so genial, weil die Hirarchien recht flach waren beim Leveldesign. Heutzutage ist das wie in Fabrikhallen, Grafiker und Künstler sind nur bessere Maschinen, die unbelebte Spiele herstellen, von Arbeiter Zombies für Konsumzombies. Ich hasse was aus der Branche, die mich einst faszinierte.

  31. uranochos sagt:

    Das ist wohl der größte Vorteil der Indies: Da hat jemand eine IDEE—und dann setzt der die um!
    Sodass die IDEE weiterhin auch für den Spieler erkennbar bleibt und entsprechend gewürdigt werden kann, nicht wie bei den Großen, bei denen die IDEE irgendwo in der 87. Nebenquest versauert, weil man ja auch die anderen 1001 SuperFeatures einbauen musste, die die Konkurrenten ja schließlich auch alle haben.

    Ich wünsche Euch allen was!
    Hat auch 2011 wieder Spaß gemacht mit Euch hier im Blog!

  32. Harzzach sagt:

    Richtig, wir werden älter, wir verändern uns. Spiele werden jedoch mehrheitlich immer noch für junge Leute gemacht, die eben ganz andere Maßstäbe an ein Spiel legen als ein 40-jähriger.

    Und weil das die eingefahrenen, etablierten Herstellungsmuster sind, die derzeit viel, verdammt viel Geld einbringen, besteht seitens der Industrie auch keine Notwendigkeit daran etwas zu ändern. Risikominimierung heisst hier das Zauberwort, was bei Produktionskosten von etlichen Dutzend Mio. Dollar pro Spiel bei AAA-Titeln durchaus nachvollziehbar ist. Von daher sollte und kann man gerade von den Majors nicht mehr die Spiele erwarten, welche diese Industrie noch vor 15-20 Jahren hergestellt hat.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s