Rantasten

Stück für Stück, Woche um Woche nähere ich mich dem gewohnten Spielefresser-Konsum, der zwar immer noch um Größenordnungen hinter dem liegt, was man während Studium oder “between the jobs” so gezockt hat, aber ich erreiche so langsam das Vorsommerniveau.

Letzte Woche habe ich mir nach gefühlten Jahrzehnten wieder zwei Spiele aus dem Retail-Handel geleistet. “Harveys neue Augen”, der in-offizielle Nachfolger von “Edna bricht aus” und eben “Edna bricht aus”, welches ich schon immer spielen wollte, aber nie richtig die Muße dafür fand.

ednabrichtaus

harveysneueaugen

So richtig Muße ist unter der Woche nicht gegeben, aber am Wochenende fand ich genügend Zeit um zumindest ein paar Stunden zu adventuren, während denen ich dieses fatale Dauergrinsen nicht aus dem Gesicht bekomme, welches von höchstem Vergnügen kündet. Ich lache laut, ich amüsiere mich prächtig und lobpreise vor allem die Sorgfaltspflicht, die man mit dem Tutorial von “Harveys neue Augen” an den Tag legt, da dieses hilft schwerste Verletzung und Verstümmelungen durch spitze Exit-Pfeile oder falsche Handhabung mit virtuellen Gartenrechen zu verhindern.

Herr Jan Müller-Michaelis, der lebende Beweis dafür, dass im Gewande eines auf den ersten Blick harmlosen Kinderspieles (Harvey darf man schon ab 12 Jahren spielen und Edna ist sogar für Embryonen direkt nach der Empfängnis freigegeben) subversiver, surrealer und dadaistischer Unsinn von höchster Brillanz zelebriert werden kann. Sicher, Geschmack ist subjektiv und natürlich wird es Leute geben, die mit diesem trockenem Hanseaten-Humor nicht viel anfangen können. Aber das macht nichts. Zum einen kann man es eh nicht allen Recht machen und zum anderen freut es mich ungemein, wenn es Spiele gibt, die meinem schrecklichem Geschmack Rechnung tragen.

Unter der Woche fand ich zumindest die Muße für zwei Demos, auf die ich beim ziellosen Herumfuhrwerken mit dem Steam-Client stieß. Gut, so richtig ziellos ist es nicht, wenn direkt auf der Hauptseite ein neuer non-military Arcade-Shooter mit Science Fiction-Setting angefeatured wird, auch noch von wilden Polen mit entsprechendem Hintergrund entwickelt (Ex-Bulletstorm, Ex-Sniper, Ex-The Witcher 2), so dass der Klick auf “Demo installieren” bei “Hard Reset” fast schon unvermeidbar war.

hard_reset

“Hard Reset” entpuppt sich als schneller, unkomplizierter Ballerspass, der optisch prächtig aussieht, mit vielen pixelpyrotechnischen Gimmicks aufwarten kann, dafür aber seeeeeehr flüssig läuft und genau das Gameplay bietet, welches meinen Arsch in Bewegung setzen kann. Die Demo musste ich an dem Abend auch ca. dreimal durchzocken. Nicht nur, weil sie so kurz ist, sondern auch, weil ich in einer Woche, wenn das Spiel auf Steam für gerade mal 25 Öhre freigeschaltet wird, durchaus schwach werden könnte. Das ist definitiv ein Shooter für den müden alten Sack!

Tatsächlich schwach geworden bin ich dann aber bei diesem Titel …

defense_grid_09

Defense Grid: The Awakening” ist ein schreckliches Spiel. Es verursacht Schlafmangel und wilde Träume, in denen grünbebalkte Roboter mit grünen, gelben und roten Türmen aufgehalten werden sollen. Ich will es nicht mehr anrühren, weil ich sonst wieder ungezählte Minuten davor sitze. HILFE! Ich hasse solche Spiele. Frau von der Leyen, so tun Sie doch was!! Ist nicht bald wieder Wahlkampf?

Alles in allem … back in Business. Der Spieleherbst kann wieder kommen und an meine Tür klopfen. Ich werde langsam wieder fit!

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in News, Preview.

24 Kommentare zu “Rantasten

  1. fist sagt:

    Hard Reset ist ein schlechter Witz. Vollmundig als FPS alter Schule versprochen, entpuppte sich das Spiel als plumpes Yawnfest. Korridorlevel, uninspirierte Gegner, zwei Waffen (ja, ja, mit mehreren Feuermodi), Möchtegern-Cyberpunk, pisseinfach sogar auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad und, der Dealbreaker schlechthin, träges Gameplay. So habe ich „meine“ First Person Shooter nicht in Erinnerung. Aber es mussten ja einige drauf reinfallen.

    Eins hat Hard Reset allerdings geschafft: Ich musste gleich nach der Demo wieder Doom installieren, um diesen Schmutz möglichst schnell wieder zu vergessen.

  2. Harzzach sagt:

    Also, träge war da nach meinem Empfinden nix. Ich habe nur ein wenig die Mausempfindlichkeit hochschrauben müssen. Und was den Rest betrifft, das ist eben Geschmackssache.

  3. Anonymous sagt:

    Super, freut mich zu hören. Dann werde ich wohl bald wieder mehr hier lesen dürfen 😉
    Fang mal an mir Diablo auszureden, da es alles verkörpert, was ich an Rahmenbedinungen nicht mag, inklusive DRM und echt-Geld AH – aber ich bin so ein Lore fan 😦

  4. nallerheiligen@arcor.de sagt:

    Laut meiner Steam-Statistik habe ich 40 Stunden netto an Defense Grid verloren. Das passiert mir sonst nur bei RPGs. Wirklich gelungenes Spiel.

  5. Harzzach sagt:

    Ich red Dir gar nix aus 🙂 Stell Dir aber einfach nur vor, Du hättest es Dir besorgt und die Rahmenbedingungen sind tatsächlich so kacke, wie Du Dir vorgestellt hast, oder chlimmer. Dann stell Dir das Ausmaß an Selbstbeherrschung vor Dich darüber nicht zu beschweren, denn Du hast es ja vorher gewusst. Wenn Du das verkraften kannst, dann hol es Dir.

    Zudem, es ist ja nur ein Spiel und nichts, was irgendwie von gesellschaftlicher Wichtigkeit wäre. Von daher mach doch, was Du willst 🙂

  6. Harzzach sagt:

    Das schlimme daran ist der Umstand, dass man einen bereits absolvierten Level solange wiederholt, bis man ihn perfekt geschafft hat. Und dann nochmal, weil man eine andere Turm-Kombination oder Platzierungsmuster ausprobieren will. Und dann nochmal, einfach so. Und nochmal. Und nochmal.

  7. Minando sagt:

    Defense Grid ist ein…Tower-Defense-Knobel-Strategie-Spiel.
    Also so was ähnliches wie Schach.

    Nur mit Kanonen. Und Lasern. Und so.

  8. Minando sagt:

    Warum denkste wohl heisst das Teil „Diablo“ ?
    Es ist TEUFLISCH.

  9. Daniel sagt:

    Defense Grid? Weit über 100 Stunden gespielt. Himbeere ….
    Und der Herr hat nun Edna entdeckt … so tolle Spiele und die spielst du erst jetzt? Würde an deiner Stelle übrigens Edna bricht aus zuerst spielen … ließt sich in deinem Text so als würdest du Harveys neue Augen zuerst spielen. Der erste Teil ist mindestens so lustig wie Teil 2 🙂

  10. Harzzach sagt:

    Ich betatsche Edna natürlich zuerst, habe aber auch in Harveys neue Augen geschaut.

    Und es wird in Zukunft noch viel öfter passieren, dass der Herr hier ansatzlos jubilierend in Freudenschreie über ein Spiel ausbricht, welches der Rest der Welt schon längst vergessen hat:

    http://xkcd.com/606/

    🙂

  11. Daniel sagt:

    Ach Edna ist einfach wundervoll. So schöne geschriebene Dialoge, soviel herrlicher Unsinn.
    Das Besondere fand ich immer, das Edna wirklich auf jeden Quatsch den man ausprobiert individuell reagiert. Vor allem in Kombination mit dem Lexikon oder Duden(weiß nimmer genau) war das immer wieder für nen Lacher gut.

    Vergessen haben solche Spiele nur Banausen 🙂

  12. Harzzach sagt:

    Ich finde es schade, dass Emily in Harveys Neue Augen nicht mehr mit den Gegenständen sprechen kann, wie das noch Edna konnte. Ich finde es allerdings höchst amüsant, dass Emily eigentlich das ganze Spiel über kein einziges Wort spricht und sie dafür ständig von den NPCs zugetextet wird 🙂

  13. Anonymous sagt:

    Sag mal, Hard Reset – ich lese da unterschiedliche Sachen. Einerseits hieß es in einem Entwicklerinterview unlängst, es gebe in dem Spiel keinen Quicksave. Andererseits behaupten im STEAM-Forum Leute, man könne im Menü punktgenau speichern. Was stimmt denn nun?

  14. Elbow sagt:

    Angeblich kann man über die Konsole jederzeit frei speichern. Warum die Entwickler dann nicht gleich eine normale Quicksave-Option einbauen ist mir aber auch ein Rätsel, grade bei einem PC-Only Spiel. Ist aber auch egal, mir hat schon die Demo nicht gefallen. Dafür amüsiere ich mich aber prächtig mit dem technisch schwachen Konsolenport Dead Island. Shame on me.

  15. Brakiri sagt:

    Na dann viel Spass beim zocken!

    Defense Grid habe ich auch 2 oder 3 mal durchgespielt! Sehr kurzweilig 🙂

  16. Joe sagt:

    Hehe, so mache ich das auch. Inzwischen rückt ja ein Rechner, der mit Crysis 1 fertig wird, in bezahlbare Regionen… 😉

    Half-Life 2 guck ich mir erst an, wenn die Handlung abgeschlossen ist, AFAIK warten da alle noch auf „Episode 3“. Und bei Portal ist ja dank Steam das Ende umgepatcht worden, sowas wird derartige Pläne noch öfter durchkreuzen…

  17. askies sagt:

    Hey freut mich das du wieder Lust zum zocken gefunden hast! Mich hat Broadwalk Empire inspiriert mal wieder Mafia zu installieren. Daggerfall hat sich auch wieder zum x-ten mal auf die Festplatte geschlichen und wenn ich keinen Bock auf nachdenken oder Geschick habe, klick ich auch gerne mal Minecraft an – das ist richtig schon belang- und ziellos 🙂

    Ach; Dead Island ist unerwartet empfehlenswert! Entpuppt sich der vermeintlich stumpfe l3d-klon Zombie-Shooter doch als 1st-Person-Actionrollenspiel mit gelungener Stimmung und Schlürf-Zombies! Der Coop-Modus macht dazu auch noch Spaß. Kleiner Tipp für Zombie Liebhaber.

  18. askies sagt:

    Boardwalk Empire muss es heißen. Sorry, ich sollte mir angewöhnen hier Korrektur zu lesen…

  19. Harzzach sagt:

    Faszinierend an Dead Island fand ich eigentlich nur den Teaser. Das war ganz großartige Kurzfilmkunst! Das Spiel als solches interessiert mich weniger. Ich kann dem Zombie-Setting nichts mehr abgewinnen. Langweilig geworden, wie ich nach ein paar Episoden von „The Walking Dead“ erstaunt feststellen musste, obwohl die Serie schon gute Story, Dialoge und Charaktere bietet. So als ob ich während Battlestar Galactica plötzlich feststelle, dass mich Raumschiffe eigentlich total anöden 🙂

  20. Das Alien sagt:

    Bislang habe ich mich noch nicht dazu durchringen können, Harvey mal anzuspielen, weil mir Edna so gar nicht gefallen hat. Das lag noch nicht mal so am Humor, aber irgendwie war das nicht mein Ding.

    Aber ach, an Defense Grid hab ich auch so manche Stunde verloren. Es stimmt, dieser „das muss doch noch besser gehen“ Faktor ist schrecklich…

    Und im Moment zocke ich mit einiger Begeisterung Dead Island. Nach so mancher kritischer Stimme war ich schon skeptisch, zumal ich mir das Spiel wirklich vorbestellt hatte. Als Fan von Max Brooks und dem Zombiegenre allgemein bin ich einfach schwach geworden.
    Und ich bin sehr angetan. Endlich mal ein Spiel, in dem die Zombies wirklich glaubhaft rüberkommen, außerdem ist die Hintergrundgeschichte okay, andere Überlebende sind durchaus eine Bedrohung und das Waffen- und (vor allem Nah-) Kampfsystem funktioniert hervorragend und macht Laune.

    Außerdem staune ich immer noch über den Sound. Der Soundtrack ist hervorragend, passt sich der Situation an und erzeugt vor allem in den Slums eine unglaubliche Atmosphäre. Überhaupt ist der Sound klasse, mit 5.1 macht es richtig Laune, die Zombies von hinten anschlurfen zu hören.

    Im Escapist gibt es einen Artikel der sehr schön beschreibt, was die meisten Spiele im Zombiegenre falsch machen und ich finde, Dead Island macht genau diese Dinge richtig.

    http://www.escapistmagazine.com/articles/view/issues/issue_303/8818-How-Games-Get-Zombies-Wrong.2

    Entschuldigt, wenn ich hier so Werbung mache, aber das Spiel ist das erste seit geraumer Zeit, dass mich wirklich so richtig zu fesseln weiss. Für schwache Gemüter ist es allerdings nichts…

  21. Harzzach sagt:

    Mit Dead Island scheint es sich zu verhalten wie mit Filmen der Coen-Brüder. Entweder man fährt total auf sie ab oder man langweilt sich zu Tode. Reaktionen aus der gefühlten Mitte habe ich zu diesem Spiel noch nicht mitbekommen.

  22. askies sagt:

    Muss ja nicht! 😉
    Zombie-Fan bin ich auch nicht, aber alle Jubeljahre guck ich mir gern sämtlich Klassiker zum Thema an. Bei Dead Island hab ich mich sehr daran erfreut, dass es kein überstylter Action Shooter ist.

    Das Battlestar Galactica hab ich mir noch nicht angeguckt, in der Regel gefällt mir moderner Science Fiction einfach nicht.

    Raumschiffe in Spielen sind doch aber klasse! Ich mag das in meinem Cockpit zu sitzen, die leere des Weltalls zu genießen und dann spannende Dogfights ablegen ohne Sorge gegen Berge oder Boden zu schellen – hier hält das Schild und die Hülle die Laser auf und man frisst nicht wie bei RPGs oder Shooter 1000 Hiebe bzw. Kugeln um sich danach mit Trank oder Medkit wie von Zauberhand zu heilen. Ich sitze unverletzt in meinem gemütlichen Cockpit… hach! Gibt aber auch viel Mist in dem Genre…

  23. manu sagt:

    Ich möchte mich Deiner Meinung anschliessen und nochmal nachtreten, ich halte Hard Reset für grossen Schrott.

    Ein wirklich schöner Startbildschirm, aber der Blick ins Level unterteilt die Dinge klar in Background und Objects, kantig heben sich letztere ab.
    10 Sekunden gespielt und das Demo nervt mich mit der ersten „Achievement unlocked“ Meldung (weil 2 Monster auf einmal gekillt, oho), da es nur´n Demo ist, ist dann aber natürlich nix unlocked.
    Wer HL2, Bioshock und Painkiller Resurrection gezockt und das fünfte Element gesehen hat kennt jedes Detail des Demos, wirklich jedes, es ist komplett aus diesen Werken zusammengeleimt.
    Das ist natürlich kein Argument gegen das Spiel, aber „pisseinfach“ ist noch eine grobe Untertreibung, die Herausforderung auf „Insane“ ist gleich 0.
    Demo normal durchgezockt, nochmal durchgezockt komplett ohne direkt auf Monster zu schiessen, und nochmal ohne die ganzen E-bomben am Rand, gestorben gesamt: 0 Mal.
    Dazu ein Schlauchlevel vom Feinsten inklusive schlecht getriggerter Ereignisse die zu unrealistischen Zeitpunkten kommen, wenn man sich nicht in der von den Entwicklern angedachten Geschwindigkeit bewegt und zur Krönung unsichtbarer Wände überall und eine Steuerung die 20 Jahre alt sein könnte.
    Springen? Nö, hüpfen vielleicht. Hinlegen? Wenigstens ducken? Klettern? Tonnen verschieben? Sachen aufheben? Über das 1-Meter-Geländer kommen? Nix davon.
    Und ein Sprintvolumen von knapp 2 Metern, aber das lässt sich ja bestimmt später upgraden und unlocken…
    Sorry fürs dumpfe Niedermachen, aber das Spiel hat mich aufgeregt.

  24. manu sagt:

    Aber die anderen Spiele sehen toll aus, übrigens, danke für die Tips.
    Defense Grid wird mich wohl auch über den Winter bringen, wenn ich ihm nicht noch irgendwie widerstehen kann.

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