Spiele für Leute, die nicht spielen wollen

Telltale Games haben einen guten Ruf. Neben soliden, spassigen und zt. höchst vergnüglichen Adventures gelten Telltale auch als Entwickler, der bis auf die Ausnahme ihres Erstlingswerks genügend Disziplin, Gedankenschmalz und Durchhaltevermögen an den Tag legt, um das Konzept des “Epsiodenspiels” sowohl terminlich als auch preislich überzeugend umzusetzen.

Ich selbst bin ein zufriedener Kunde dieser Firma, bekomme ich als Käufer der digitalen Episoden eine Weile nach dem Abschluss einer Serie alle Spiele plus haufenweise Bonusmaterial ohne Aufpreis auf einer DVD, mittlerweile ganz offiziell ohne DRM und Kopierschutz. Es freut mich, dass Telltale auf einem soliden finanziellen Boden zu stehen scheinen, dass ihre Spiele kommerziell erfolgreich genug sind, um sich keine Sorgen machen zu müssen. Es freut mich, das man viele neue Projekte gestartet hat.

Ich kann aber nicht den Eindruck abschütteln, erneut als Zielgruppe unattraktiv zu werden …

Vor ein paar Tagen gab man bei Telltale die erste Episode von “Back to the Future” komplett frei, was mir wiederum die Gelegenheit gab, dieser Hommage an einen der großen Filmklassiker der 80er ein paar Minuten zu widmen.

Dass es keine Möglichkeit gibt, während der Installation oder im Spiel die Sprache im Spiel zu ändern, das Spiel sich stur an der Systemsprache des Betriebssystems orientiert, ich extra in der Registry herumpfuscheln muss, um zur englischen Sprachausgabe auch englische Ingame-Texte zu bekommen … mei, das ist zwar lästig, aber noch kein Grund für ein Blogposting 🙂 Rein optisch kann man nicht klagen und wenn Christopher Lloyd wieder Professor Emmett Brown seine Stimme verleiht und man für Marty McFly, respektive Michael J. Fox  einen perfekten stimmlichen Ersatz gefunden hat, dann ist das schon fein und bringt viele angenehme Erinnerungen wieder.

Nein, was mich ein wenig auf die Palme bringt, das ist das eigentliche Spiel.

Wenn ich den Film anschauen möchte, dann krame ich die DVD aus dem Regal und schaue mir den Film an. Wenn ich jedoch ein Spiel spiele, möchte ich spielen und nicht nur den Stichwortgeber für Filmdialoge geben und als kleiner Statist marginale Handlungen ausführen. Der spielerische Gehalt der ersten Episode ist “dünn”, um es mal höflich auszudrücken. Zusammen mit der (zum Glück abschaltbaren) sehr (!) ausführlichen (!) Ingame-Hilfe muss ich mich schon fragen, für wen dieses Spiel eigentlich gedacht ist. Weil, ich muss selber kaum noch etwas tun. Es gibt in dieser Episode so gut wie nichts, was man als typisches Gameplay-Element bezeichnen könnte. Ich klicke mich durch diverse Szenen und Dialoge, muss mal hier einen Gegenstand finden oder da ein wenig herumsuchen … und plötzlich ist der erste Teil der Serie zu Ende, während ich immer noch den Eindruck habe lediglich ein leicht interaktives Intro vor mir zu haben. Geht man nach diversen Reviews, so scheint es in folgenden Episoden nicht unbedingt besser zu werden.

Vor ein paar Tagen habe ich einer Preview zur kommenden “Jurassic Park”-Serie entnommen, dass man dem Spieler ein intensives Spannungserlebnis bieten möchte, in dem man ihm einiges an sonst üblicher Kontrolle entzieht, ihn durch ein vorgefertigtes Skriptgeschehen jagt, wo er wie weiland “Fahrenheit” oder aktuell “Heavy Rain” in erster Linie nur Quick Time Events als spielerisches Element haben darf, um nicht den Erzählfluß des, ähh, Spieles zu unterbrechen.

Ganz ehrlich, wenn DAS die Zukunft des Videospieles sein soll, wenn Titel wie “Heavy Rain” immer noch als THE NEXT STEP in der Evolution des Genres gefeiert werden, dann ist das für mich nur ein klares Zeichen, dass hier versucht wird, den Leuten, die bislang mit Spielen nichts anfangen können oder wollen, einzureden, dass sie keine Angst mehr vor diesen unverständlichen Spielen haben müssen, weil man sie an der Hand nimmt und ihnen genau sagt, wann sie wie was tun müssen, um “something awesome” zu erleben.

Ich nehme es Firmen wie Bioware oder Telltale nicht übel, wenn man versucht auf diese Weise neue Käuferschichten zu finden. Das geht in Ordnung, denn es ist schließlich nur ein Geschäft.

Mir schwillt aber der Hals, wenn ich von Leuten, die es eigentlich besser wissen sollten (hier ein schönes Beispiel), immer noch erzählt bekomme, dass das ein wichtiger Schritt vorwärts sei, wenn man mir eine multimedial aufwendige Verpackung um debile Minispielchen als Fortschritt verkaufen möchte. Nein, meine Herren, Komplexitätsreduktion im Videospielbereich ist kein Fortschritt, gleichgültig, wie hübsch die Verpackung ist.

Das ist nur Umsatzmaximierung.

Advertisements
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Allgemein.

22 Kommentare zu “Spiele für Leute, die nicht spielen wollen

  1. Sekris sagt:

    „Diluting your product, to make it mor ‚commercial‘ will just people like it less.“
    Hugh Macleod

  2. Joe sagt:

    Videogamecrash ick hör Dir trapsen.

    AAA-Titel verkommen immer mehr zu nichtinteraktiven Render-Demos, das fängt schon beim nicht abbrechbaren Intro an. Die Nettospielzeit bei NFS HP liegt unter 40 %.

    Und dazu gibt es dann jede Menge Schrottspiele wie Schrottplatz-Simulator (sic!) und Polizei-Simulator. Die werte ich als sicheres Zeichen, daß es bald soweit ist. 😀

  3. Tetz sagt:

    Das ist immer noch das alte Grundproblem, dass die Leute unbewusst das Medium Film als Vorbild im Kopf haben, und dann die eigenen Möglichkeiten des Mediums Computerspiel nicht zur Entfaltung kommen können.

    Das Warren-Spector-Zitat auf deiner Seite sagt dazu ja eigentlich schon alles 🙂

  4. Harzzach sagt:

    Denn jedes Mal, wenn irgendein Entwickler anfängt mir zu erzählen, dass er dem Spieler ein ganz besonderes Erlebnis bieten möchte, dann stellen sich mir alle Nackenhaare auf.

    In einem Spiel definiere ICH das Erlebnis, welches ich beim Spielen habe. Ein gutes Spiel zeichnet sich nicht dadurch aus, dass man mir alles nur in vorgekauten Häppchen präsentiert, ich nur zum Klickslaven bereits vorgefertigter Abläufe degeneriere. Ein gutes Spiel zeichnet sich dadurch aus, dass es mir einen Grundstock durchdachter Gameplay-Features und einen Rahmen bietet, in dem ich SELBER festlegen kann, welche Art von Spielerlebnis ich haben möchte.

    Gut, ich muss zugeben, dass man auf diese Weise natürlich nicht den Geldbeutel von Leuten erreichen kann, die nur ein wenig berieselt werden wollen 🙂

  5. Harzzach sagt:

    Es wird keinen Videogamecrash geben. Es wird irgendwann nur zwei, vielleicht drei Major Publisher geben, die den Mainstream abdecken und viele, viele kleine Nischen, in denen sich ökonomisch wunderbar existieren lässt. Und wenn die übriggebliebenen Majors doch finale Probleme bekommen, wird sich schon ein Quereinsteiger finden, der für günstig Geld aus der Konkursmasse diverse IPs herauskauft und selber ins Geschäft einsteigt.

    Und zu diesen Sim-Spielen lässt sich nur sagen, dass dies lediglich ein Zeichen für die Gültigkeit von Sturgeons Law ist. Denn selbst in diesen Kreisen scheint es ganz ordentliche Exemplare zu geben.

  6. askies sagt:

    diese interaktiven movie-spiele haben sich damals doch auch nur kurze zeit gehalten.

  7. Harzzach sagt:

    Wie heisst es doch so schön: Wer aus der Geschichte nichts lernen will, ist dazu verdammt sie zu wiederholen!

  8. Der Waldschrat sagt:

    Wenn mich mal wieder der kleine Adventurehunger quält, greife ich gerne ins AGS-Snack-Kühlregal.
    Bei Awakener

    http://www.bigbluecup.com/games.php?action=detail&id=1208

    habe ich über die Abenteuerparodie gut gelacht, auch wenn man die Rätsel subkortikal erledigt und das Ganze fix vorbei ist.

  9. Joe sagt:

    Die Interactive Movies waren ja noch ganz lustig, weil es Live-Action-Aufnahmen und manchmal sogar gute/gutaussehende Actors gab.

    Aber vor der Kiste sitzen und billige gerenderte Cut-Scenes angucken? Nö!

  10. ohne sagt:

    Da kommt man sich als langjähriger Spieler schon etwas verarscht vor, wenn einem interaktive Filmchen als wichtiger Fortschritt verkauft werden.

    Allerdings muss ich zugeben, daß ich auch an solchen Games ohne großen spielerischen Anspruch durchaus Gefallen finden kann.
    Ich fand beispielsweise Fahrenheit eigentlich ganz unterhaltend und sah es als eine willkommene Abwechslung.

    Aber natürlich wünscht sich kein ‚echter‘ Gamer eine Videospielezukunft mit dieser Art spielerischer Eintönigkeit.

    Bleibt zu hoffen, daß -nicht zuletzt durch die Indies- genug Auswahl für die unterschiedlichen Spielertypen vorhanden sein wird.

  11. Harzzach sagt:

    Ja, das Zauberwort lautet „Auswahl“. Für jeden Geschmack etwas.

  12. klopskalle sagt:

    Mit Heavy Rain haben die Mannen um Jörg Luibl bewiesen, dass man sie nicht mehr ernst nehmen kann. Ein Spiel, zusammengestrickt aus Storyplotholes und schwachsinnigen Quicktime-Events, erhält eine 94% Spielspaßwertung und wird kurz darauf sogar in einer Kolumne als Quell der Inspiration abgefeiert. Wenn Spiele wie HR die Zukunft sein sollen, dann häng ich mein Hobby an den Nagel.

    Außer, gog.com wird mich weiterhin mit Klassikern versorgen. Eben grade Panzer General 2 gezogen, was mein monatliches WoW-Abo obsolet machen wird.

  13. Harzzach sagt:

    Zum Glück sind Spiele wie HR nicht die Zukunft des Videospiels, weil immer mehr Leute merken, wie sie hier mit vollmundigen Marketing-Versprechungen nach Strich und Faden verschaukelt wurden.

  14. anigunner sagt:

    Das erinnert mich an die unseligen Seiten von der Sega-CD bzw. Spielen einer französischen Firma auf dem PC. Damals trat die CD als Datenträger immer mehr in Erscheinung, und man war begeistert Videos verwenden zu können. Und das tat man dann auch, sehr exessiv. Als Spieler war man meinst zum zuschauen verdonnert, spieltechnisch war es ziemlich mau.

    Komisch zu sehen das wir uns diesem Irrweg wieder nähern. Heavy Rain ist für mich persönlich kein Meilenstein, da es zu interaktiv ist und sich in Banalitäten verliert. Moderne Shooter mutieren immer mehr zu „Railshootern“, die möglichst bombastisch inziniert werden. Es gibt da ein sehr unterhaltsames Video auf Youtube von TotalBiscuit, der an dem Singleplayer vom Homefront verzweifelt.

    Die Hersteller wollen den einfachen Weg gehen. Man schneidet einfach alles raus was teuer in der Produktion ist, und verkauft das ganze als Elebnis. Keine aufwendige KI, man kann tolle Levelschläuche erstellen die man nichts groß abprüfen muss, Nebenaktivitäten gibt es keine und der Spieler wird so getrimmt das die Ansprüche auf einen „interaktiven Film“ hinauslaufen. Da sind ja 2 Stunden Spielspaß genug nicht?

    Ich verstehe das nicht. Früher hat die Hardware keine aufwendige Grafik oder KI ermöglicht, mittlerweile wären tolle Dinge möglich. Bloß irgendwie ist die Inzinierung dem Mailstream immer noch wichtiger als die inhaltlichen Werte.
    Ich meine es ist doch absurd das Crysis 2, ein Shooter mit den Wurzeln aus der Zeit der Grafikhurenshooter (Grafik ist alles, kaufen dir gefälligst immer die aktuellste Grafikkarte Nab!) mittlerweile mehr Spielwert bieter als die neue Generation mit Levelschläuchen und massig Skripts. Ich sehe es sogar so kommen das der kommende Duke mehr Möglichkeiten bietet als Modern Warfare oder die Battlefieldableger.

    Wen wundert es das die Leute sich immer mehr in Spiele flüchten, die einen nicht als Kleinkind behandeln und dauernd an die Hand nehmen wollen. Ich selbst bin im Moment ziemlich von Minecraft faziniert. Nur so sehr als Spieler, sondern von dem was dort passiert. Was die Leute dort auf die Beine stellen ist unglaublich kreativ, und es macht Spaß diese Entwicklung zu begleiten. Und auch sich selbst auszutoben.

    Letzendlich bleibt nur zu hoffen das diese neue 3D-Glitzerwelt genauso schnell verschwindet wie die unseligen Titel damaliger Zeit.

  15. Minando sagt:

    Noch ist das Abendland nicht untergegangen. So weit ist es erst wenn sich Deus Ex 2 als Railshooter entpuppt, Bioware das nächste Moorhuhn herausbringt ( mit interaktiven Gesprächen- QUACK !), der Duke pünktlich erscheint und Lara Brustkrebs kriegt.
    Also, mit anderen Worten: Nil desperandum.

  16. Harzzach sagt:

    Zu Crysis 2: Ja, das hat mich auch erheitert. Crytek kann zwar IMMER NOCH kein gutes Gameplay designen, aber da die Konkurrenz hier mittlerweile so stark abgebaut hat und sich nur noch auf megalomanisch inszenierte Railshooter mit Minimal-Spielzeit konzentriert, sticht das Nicht-Können von Crytek plötzlich positiv hervor 🙂

  17. mcmoe85 sagt:

    Geschätzter Harzzach,

    falls Sie Heavy Rain durchgespielt haben, (zumindest eine der 16 Enden) dürfte Ihnen aufgefallen sein, dass es mehr als nur eine Aneinanderreihung von QTE ist.
    Der Spieler entscheidet bewusst und unterbewusst den Verlauf der (zugegebenermaßen leicht überdurchschnittlichen) Story durch offensichtliche und banalen Interaktionen.

    Bitte Vergleichen Sie weder Fahrenheit noch Heavy Rain mit den Film/Game Gemurkse der anfänglichen Videospiel-CD-Ära (Siehe Sega CD, 3DO, CD-i), weil dies schlicht und ergreifend falsch ist.

    IMHO ist Heavy Rain und Co nicht die Zukunft des Gamings (wobei ich den Begriff Interactive Digitale Unterhaltung bevorzuge), sondern die Zukunft des Films.

    Und bevor mich hier manche gern steinigen würden, weil ich ihnen nicht mal die Ruhe auf der Feierabendcouch gönne, lassen Sie sich bitte folgendes durch den Kopf gehen:

    Filme mit unterschiedlichen Enden die durch Mimikerkennung den Ablauf variieren.

    Ich hab keine Angst vor Veränderungen, wer noch? 😉

  18. Harzzach sagt:

    Was hat eine eventuell vorhandene oder nicht vorhandene Angst vor Veränderungen mit Bullshit-Bingo spielen und lustige Anglizismen schwurbilieren zu tun?

    Zudem, der Vergleich zwischen der Interactive Movie-Ära Anfang/Mitte der 90er und den (mittlerweile doch wieder stark abgeklungenen) Hype um HR ist statthaft und gerechtfertigt. Beide haben sich durch eine massive Reduktion spielerischer Inhalte ausgezeichnet. Beide wollen die Grenze zwischen interaktivem Spiel und passiven Film überbrücken und beide scheitern daran, dass das bloße Zusammenfügen zweier Elemente nicht automatisch eine gelungene Fusion beider Grundcharakteristika erzeugt, sondern nur ein krudes Amalgam, welches niemanden sonderlich befriedigt.

    Warum gibt es zB. so wenig gelungene Literaturverfilmungen? Weil es nur wenige Filmemacher verstehen, den Wesenkern (!) des Buches in das Medium Film zu übertragen. Und hier hat man ja noch den Vorteil, dass Buch und Film zwei passive Darstellungsformen sind.

    Aber gut, soll David Cage von Quantic Dreams weiter sein Ding machen, wenn es das ist, was er tun möchte und wovon er überzeugt ist. Ich werde aber weiterhin jeden anderen mit Freuden auslachen, der hier einen Fortschritt für das Videospielgenre herbeireden möchte 🙂

  19. mcmoe85 sagt:

    Ich wollte niemanden, etwaige Ängste unterstellen, sondern lediglich meine Freude gegenüber diesen Veränderungen kundtun. Obwohl ich seit Jahren ihren Blog verfolge zähle ich mich (mit meinen 26 Jahren) nicht zu den *respektvolleshusten* alten Säcken. 😉

    Leider weiß ich immer noch nicht ob Sie HR durchgespielt haben, weshalb es somit etwas schwierig für mich sein könnte nachvollziehbar zu Argumentieren. Ich versuche es anhand eines Beispiels trozdem. 🙂

    *SPOILER*
    Es gibt eine Stelle indem der (anscheinend shizophrene) Vater seinen Sohn nach der Schule Zeit mit ihm verbringt. Der Spieler entscheided an dieser Stelle ob er einen autoritären (Hausaufgaben, geregeltes Abendessen) oder einen laissez-fairen (Fernseh schauen, Snack) Vater „spielt“.

    Diese Entscheidungen beeinflussen die Beziehung zwischen Vater und Sohn und somit auch ob der Sohn eventuell am Ende stirbt oder gerettet wird.

    Und genau hier ist der Unterschied zwischen den besagten CD-Video-Games der 90er. Das Gameplay bei HR wirkt auf die einzelnen Interaktionsmöglichkeiten zwar genau so mager wie diese. Lässt sich jedoch der Spieler auf die „Emotionale-Gameplay-Ebene“ ein, reflektiert er sich in seiner Rolle im Spiel durch die Verknüpfung der möglichen Interaktionen.

    Leider haben sehr viele Redakteure dies nicht begriffen.

    Den Vergleich mit Literatur zum Film kann ich nicht nachvollziehen und da ich in dem Bereich nicht so bewandert bin lasse ichs auch lieber. 😉

    Interaktive Filme werden das klassische Format auch vermutlich nie ersetzen, aber veileicht können beide koexistieren.

    Jedoch fände ich es sehr spannend wenn Filme mit verschiedenen Versionen (Ja ich meine dich Blade Runner) mir beim einlegen die Option geben könnten mich am Ende überraschen zu lassen.

    Oder stellen Sie sich vor das ein Film (wenn Sie ihn mit Ihrer Frau/Freundin schauen) die „Romantik“ Option bieten würde, die dann dadurch mehr Romantische Szenen bietet. Im gegensatzz dazu gibts die „Macho“ Option die mit Romantik spart, es aber hier und da mehr Blut(natürlich sinnvoll) oder nackte Haut zeigt.

    Mittels Mimikerkennung währe es vieleicht auch möglich Szenen aufgrund verängstigter Gesichter zu „entschärfen“.

    Bitte urteilen Sie nicht über den Ansatz an sich wenn die Umsetzung fehlerhaft ist und (noch) in den Kinderschuhen steckt.

    Noch eine kleine Anmerkung zu David Cage.
    Er möchte als nächstes Projekt einen Kriegsshooter machen bei dem die emotionale Bindung zu seinen Kameraden (Band of Brothers lässt grüßen) eine wichtige Rolle spielt. Und einen emotionalen Ansatz in einem FPS-Kriegsshooter hat dieses „Rambo-Schwarz-Weis-Klichee-geschwängerte“ Genre bitter nötig.

  20. Harzzach sagt:

    Der Unterschied zu den Interactive Movies besteht nur im heutzutage zur Verfügung stehenden Speicherplatz, der multiple Enden möglich macht. Der spielerische Gehalt ist der gleiche.

    Ich stimme natürlich zu, dass ein stärkeres Eingehen auf den emotionalen Aspekt begrüßenswert ist, verharren hier viele Spiele auch heute noch auf dem Stand der Geisteswelt präpubertärer Schuljungen. Doch spielerisch (und das ist es, was für mich entscheidend ist, wenn es um ein Spiel geht) ist „Fahrenheit“ (HR kenne ich mangels PS3 nur auf Basis vieler Reviews und Kritiken) eine spielerische Enttäuschung. Da fand ich das einzig bemerkenswerte Feature die Dialog-Auswahl unter Zeitdruck. Der Rest des „Spiel“ als solches war aber grauenvoll.

    Und wenn ich sehe (in Gameplay-Videos), dass in HR all die durchaus löblichen Versuche die emotionale Intelligenz des Spielers anzusprechen anstatt traditionell nur die einfachste Ebene des Limbischen Systems, nichts weiter als Verpackung für ein primitives QTE-Gehampele ist … dann ist das für mich kein Fortschritt, sondern nur das, was Personalchefs gerne in Arbeitszeugnisse schreiben: „Hat sich stets bemüht …“.

    Denn wir reden hier immer noch von Spielen und nicht von Filmen! 🙂

  21. Joe sagt:

    Ich hab mich bei Crysis 2 das erstemal wieder seit Jahren in einem Shooter verlaufen bei der Suche nach nach dem nächsten Checkpoint zum Speichern. (Den Vorgänger Crysis hab ich ausgelassen.) Nach dem Erledigen aller Hostiles einfach mal die Gegend erkundet, ohne daß irgendwas respawned.

    Ja, es stimmt, mit wie wenig man inzwischen schon zufrieden ist…

    Dann muß ich zugeben, daß mir mal ganz kurz für drei Sekunden oder so die Kinnlade runtergeklappt ist, als ich das hell erleuchtete New York zum erstenmal gesehen habe – weil’s auf meiner drei Jahre alten Grafikkarte (Geforce 9600 GT, 512 MB) flüssig läuft. Sowas hat’s früher beim Carmack nicht gegeben. 😉

  22. bartgesang sagt:

    „IMHO ist Heavy Rain und Co nicht die Zukunft des Gamings (wobei ich den Begriff Interactive Digitale Unterhaltung bevorzuge), sondern die Zukunft des Films.“

    Ach du Scheisse! Weisst Du was – verschone mich!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s