All games are fun

Es gibt Momente, da wünscht man sich wieder in die Zeit zurück, in der alles neu und toll war. Als in jeder Gaststätte und Tankstelle mindestens einer dieser großen Videospielautomaten stand und ich meinen Eltern fürchterlich auf die Nerven gegangen bin, weil ich entweder ständig um ein Markstück gebettelt habe oder einfach nur dastand und zuschaute.

Wenn man angesichts aktueller Spiele entweder das große Kotzen bekommt oder sich der Kiefer bei einem heftigen Gähnanfall ausrenkt und sich dunkel daran erinnert, wie unglaublich faszinierend der Zaxxon-Automat war und das glückselige Strahlen, als dieses Spiel als C64-Kopie in der Schule die Runde machte.

Aber zum Glück geht dieser Moment in der Regel schnell wieder vorbei. Das Rad der Zeit kann nicht wieder zurück gedreht werden und all die Bitterkeit und der Zynismus, mit dem man sich als Erwachsener vor den Unbillen der Realität zu schützen versucht, sind aus gutem Grund da, wo sie jetzt sind. Ich kann nicht aus meiner Haut, ich kann nicht zurück, ich kann nur nach vorne gehen.

Dennoch, manchmal, da gibt es Momente …

kids_classics

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Allgemein.

7 Kommentare zu “All games are fun

  1. anigunner sagt:

    Früher war auch nicht alles Gold was glänzte. Wir erinnern uns gerne an all die tollen Spiele und Erinnerungen die mir ihnen verbunden waren. Damals war alles noch neu für uns, und das hat auch seinen Reiz mit ausgemacht. Zudem war es vielleicht auch ein bisschen ein Schritt in die „Unabhängigkeit“, da es etwas war was man eher mit den Freunden als mit der Familie gemacht hat…

    Aber damals gab es auch genug Gurken und Unverschämtheiten. Natürlich nicht solchen ekelhaften Mist wie die Kopierschutzmaßnahmen, oder die Kontrontation mit unfertiger Massenware… aber es gab genug andere Dinge über die man sich aufgeregt hat. Ich kann mich z.B noch gut an diesen Murks mit den zusätzlichen 3D-Karten erinnern, und was das für ein Drama war die Spiele darauf zum Laufen zu bringen. Wehe dem der keine teuere Monster in seinem Rechner werkeln hatte, sondern eine der billigeren Nachahmer. Da musste wirklich viel getrickst werden bis ein Spiel mal lief.

    Oder die Suche nach den richtigen Einstellungen, um DOS-Spiele zum laufen zu bringen. Zum Teil für jedes Spiel eine eigene Bootdiskette, damit genug Speicher zur Verfügung stand. Klar war das irgendwo eine Herausforderung, aber es hat auch oft genug genervt wenn man nur Spielen wollte.

    Oder noch weiter zurück mit dem Schneider CPC, wo man Spiele auf Kassetten ne Stunde lang reinladen musste, nur um festzustellen das er sich unterwegs aufgehängt hat….

    Manchmal werden solchen Sachen doch gar zu „romantisiert“, und das schlechte wird eher ausgeblendet. Wir lieben die alten Zeit für die Perlen und die tollen Erinnerungen, und das ist auch gut so. Aber es sollte uns nicht daran hindern auch für neues offen zu sein, und darin quasi die nächsten schönen Erinnerungen zu finden. Damals wie heute sollte man kritisch genug sein um den Schrott nicht an sich ranzulassen.. dann klappt es auch mit dem Spaß am Hobby 😉

  2. Asamak sagt:

    Nachdem es memmaker für DOS gab, war es ja wohl kein Problem mehr für genug Hauptspeicher zu sorgen. Und im Vergleich zur heutigen Registry war die autoexec.bat und config.sys nun wirklich nicht kompliziert.

    Das Video zeigt im Übrigen das Kinder viel weniger Wert auf Grafik als Erwachsene legen. Daher konnten wir uns früher für die einfachen Dinge begeistern, vor denen viele heute die Nase rümpfen. Aber wenn dann doch mal ein Remake mit verbesserter Grafik im Netz auftaucht, dann spielt man plötzlich auch die alten Schinken wieder gern. Wir sind einfach verwöhnt.

    Ach und Grafik- und Hardwaretreiberprobleme gibt es heute noch genug. Das ist ein PC Problem, den auf älteren Kisten wie dem Amiga oder C64 lief alles ohne Treiber. Und die Datasette war doch echt cool 🙂 Auch wenn ich sie nicht vermisse.

    Pädagogisch ist das Video übrigens Mist! Ein gutes Buch hängt noch so manchen Toptitel heutiger Zeit ab. Wer was anderes behauptet hat keine Ahnung! 😉

  3. anigunner sagt:

    Wenn man genug Phantasie hat toppt ein gutes Buch nichts… das stimmt. Aber ich bin auch eher der Meinung das sich PC-Spiele und Buch ergänzen, und nicht gegenseitig ausschließen. Ich kann mich noch damals auf dem C-64 an Elite erinnern. Da kam zu dem Spiel noch ein Roman mit dazu, der soweit ich nich weiß die Einleitung zu deiner Hauptfigur beschrieben hat. Ich fand das damals als Einstimmung wirklich toll, und habe das seitdem nur bei Guild Wars nochmal erlebt.
    Wäre doch auch in heutiger Zeit toll um die Leute etwas zum lesen zu animieren, und auf dem Wege seinen Darstellern neben dem Spielverlauf noch etwas „Fleisch“ anzudichten.

  4. Minando sagt:

    Naja, damals waren wir noch jung und begeisterungsfähig, nicht so verwöhnt und routiniert wie heute, und DARAN erinnern wir uns gerne, nicht wirklich an den Primitivkram den wir damals gezockt haben. Und Hand aufs Herz, bei aller Retro- Liebe: es war damals verdammt anstrengend ein Spiel auch nur zum laufen zu bringen. Datasette, C64, Lesekopf-mit-Schraubenzieher-justieren, anyone ? DAS wünsche ich mir bei allen schönen Erinnerungen wahrlich nicht zurück.
    Nope, es lebe die Gegenwart, es lebe die Zukunft *back to the Future-Soundtrack hier einfügen*

  5. bartgesang sagt:

    Danke fürs Reinstellen. Süß, die beiden Kleinen. Ich als Zonen-Dödel hab ja die seeligen 80er nur retorspektiv bzw. in ihren allerletzten Zuckungen miterleben können. Aber Sonic the hedgehog hab ich auch noch gespielt – nur nie bis zum Schluss. Zu ungeschickt. Aber dann gabs ja bald Doom. Dafür hat die Motorik gereicht. Hihi.

    Übrigens, seeliges Retro-Feeling in güldener Oktobersonne: Ich habe mir gestern „Scott Pilgrim vs. the world“ als DVD zum vollen Preis geholt. Weil ich so verliebt bin in ungefähr alles an diesem Film. Frage in die Runde: Liegt das an mir, meinem Fetish für blauhaarige Frauen und unaufgearbeiteten Trennungserlebnissen in meiner Adoleszenz – oder geht es anderen älteren Säcken mit diesem feinen Film ähnlich?

  6. Harzzach sagt:

    Ebend. Es geht mir in solchen Momenten ja auch nicht um die alten Spiele, sondern um das aufregende Gefühl, als bunte Sprites sich laut lärmend auf dem Bildschirm tummelten. Da hat man selbst erbärmliche Grütze wie Chicken Shoot mit Begeisterung gezockt, weil das alles ja neu und aufregend war (obwohl man selbst als Kind genau merkte, wie dämlich das Spiel eigentlich war).

  7. Harzzach sagt:

    Nein, geht nicht nur Dir so. Scott Pilgrim schafft es verdammt viele Leute anzusprechen, nicht weil er dumm und primitiv gemacht wurde, sondern weil jeder etwas darin für sich entdecken kann. Mich erinnert er an die Frühwerke von John Hughes (Weird Science, Ferris Buellers Day Off). Nicht einfach nur dumme Teenie-Komödien, sondern kluge, fein beobachtete Teenie-Komödien.

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