Urlaubsreif

Vor einer Woche hat Josh Olin, seines Zeichens Community-Manager bei Treyarch ein Interview gegeben, in dem er die Behauptung aufstellte, dass Schuld an der mangelnden Innovationskraft bei den Major Publishern und ihren Studios nicht die Marktsituation, nicht die exorbitanten Budgets dieser Mainstream-Spiele, nicht das Profitstreben der Konzerne ist.

Nein, Schuld daran haben nur die Spieler mit ihrer ständigen Dauernörgelei!

Wie bitte?

Ja, die Spieler. Immer nur am Nörgeln und Meckern und Schlechtreden. Am Hassen und Flamen und überhaupt, Mami, die sind so gemein zu mir!

Meine erste Reaktion war Ungläubigkeit, dann ein leichtes Anschwellen des Halses, dann schallendes Gelächter ob des unglaublichen Unfugs, den der gute Mann in diesem Interview von sich gab. Realsatire! Das konnte nur eine perfekt inszenierte Realsatire sein! Und als ich anhob, um einen gepfefferten Rant abzulassen, fiel mir gerade noch rechtzeitig auf, dass Josh Olin kein Entwickler, sondern eben der Community Manager von Treyarch ist.

Community Manager, das ist, ganz ehrlich, ein Drecksjob. Da hat man den ganzen Tag mit durchgeknallten Vollidioten zu tun, die nichts besseres zu tun haben als ihre Charakterdefizite und/oder ihr unreifes Verhalten an Menschen auszulassen, die ihnen nichts getan haben. Wohlgemerkt, Kunden sind zu 98% vollkommen normale und freundliche Leute, mit denen man ganz normal kommunizieren kann, wenn diese Probleme mit einem Produkt oder einem Service haben. Die restlichen zwei Prozent hingegen sind eben jene durchgeknallten Vollidioten, die es sich zur Lebensaufgabe gemacht haben sich selbst und ihrer Umwelt das Leben so schwer wie nur irgendwie möglich zu machen. Aus Prinzip, aus Dummheit, aus Ignoranz! Bei Treyarch kommt noch erschwerend hinzu, dass die Kundschaft zu großen Teilen aus Jugendlichen und Kindern männlichen Geschlechts besteht, weil das CoD-Franchise in dieser Altersgruppe eben besonders beliebt ist. Sprich, der Anteil pubertierender Schwachmaten ist enorm hoch, die Communityarbeit gleichzusetzen mit dem Hüten eines Sacks voller Flöhe, die lautstark rumpöbeln und einen mit Ameisendreck bewerfen.

Sprich, Josh Olin ist schlicht und einfach urlaubsreif! Arme Sau …

Aber er spricht da einen Punkt an, über den man sich grundsätzlich Gedanken machen sollte: Wieviele Veränderungen verträgt eine Spieleserie im Laufe der Zeit? Ist der Blizzard-Weg der richtige, wo alles an neuen Ideen wegfällt, was nicht dem unmittelbaren, bereits im Vorgänger etablierten Gameplay-Prinzip dient? Ist der Final-Fantasy-Weg der richtige, wo es in fast jedem Teil der Hauptserie ein anderes Kampfsystem, ein anderes Klassen- und Berufssystem gab?

Keine Ahnung, aber ist das nicht ein wunderbares Thema für mindestens zwei Artikel? 🙂

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in People.

18 Kommentare zu “Urlaubsreif

  1. distopia sagt:

    Unabhängig davon, wie viel Berechtigung die angesprochenen Vorschläge in ihrer Realisierung auch haben mögen, sollte man doch als Community Manager(!) eins nicht vergessen: Das Berufliche vom Privatem zu trennen – sich nicht bei jedem wine gleich selbst den Schuh anziehen. Lass Sie doch Jammern! Wenn aber vermehrt über das gleiche gejammert wird, zieh ich die Essenz daraus, lass das „Ihr Affen“-Gelaber unterm Tisch fallen, und mach das Produkt besser. Wenn der Kunde weniger mault, fließt mehr Kohle – so einfach ist das doch.
    Und wenn ich schon nicht gelernt habe Situationen zu deeskalieren, dann lass ich mich wenigstens nicht selber anstecken. Insofern:
    „Sprich, Josh Olin ist schlicht und einfach urlaubsreif! Arme Sau …“
    /signed

  2. anigunner sagt:

    Ja ne ist klar. Wir machen dem armen Menschen und den Entwicklern ja das Leben soooo schwer. Warum sind wir auch nicht einfach dumme Konsumschäfchen, die einfach alles kaufen und mit dem X-Aufguß zufrieden sind? Wir sollten uns alle ganz doll schämen…

    Ne, mal ernsthaft. Ich kann verstehen das dieser Job stressig ist und man einfach mal die Schnauze voll hat. Aber so etwas von sich zu geben ist einfach…. dumm. Klar gibt es immer Leute denen man es nicht Recht machen kann, aber das wird es immer geben. Danach sollte man sich nicht richten. Aber wenn so viele Kritik üben, dann sollte doch jedem klar sein das etwas nicht passt.
    Vor allem bei den Shootern kann man seit einiger Zeit einen gewissen Stillstand beobachten. Nein, das ist falsch, ich muss mich korrigieren. Es gibt Änderungen, aber mehr in Richtung Hollywood-Inzenierung. Beim ersten Call of Duty war man vielleicht noch von diesem Stil angetan, mittlerweile ödet es einfach an. Dazu diese fragwürdige „USA Fuck Yea!“ Mentalität, die man schon zigmal in allen möglicher medialer Form um die Ohren geschlagen bekommt. Wers braucht…

    Würden die Shooter sich selbst nicht so verdammt ernst nehmen und immer das gleiche Prinzip etwas aufgehübscht wiederverwerten hätte man diese Probleme nicht. Ich meine kuckt eucht das doch mal an, mittlerweile macht sich die Branche schon selbst über ihre Produkte lustig (Duty Calls).

    Vielleicht sollte der gute Mann wirklich mal in den Urlaub. Dann hat er vielleicht auch wieder die Muse und Kraft sinnvolle Kritiker von den heulenden Fanboys zu unterscheiden und an dementsprechende Stellen weiterzuleiten.

  3. Graf Trunkenstein sagt:

    Verzaget nicht, meine Brüder, der Duke wird kommen und abwischen alle bitterlichen Tränen
    von euren Antlitzen. Die Ankunft des Heilands ist nah! Er wird herniederfahren auf die fruchtbaren
    Auen eurer SATA gar voller Coolness und uncut und die Ärsche deren Zweifler treten, die falsch Zeugnis reden. Hurra, installieret den Herrn! Sein ist die Schrumpfkanone und das Pissbecken und die Babes für immerdar.
    Hail to the King, Baby!
    🙂

    rülps

  4. n8mahr sagt:

    Na, das UNlösbare Problem, vor dem der Mann da steht, hast du schon sehr sehr richtig erkannt. Das Internet ist voll von .. (ich nenne sie mal) halbstarken Dummköpfen die, da sie ja weit weit weg von der Außenwelt meist in einem semi-trockenen Kellerloch hocken, plötzlich zu „virtuellen Hooligans“ werden.
    Da werden die derbsten Sprüche geklopft, da wird beleidigt, dass die Grenze zur Strafbarkeit nicht selten WEIT überschritten ist und bis zum Exitus der Tastatur auf einem Standpunkt beharrt, egal wie sinnfrei oder unhaltbar. Argumente? Ist was für Weicheier.

    Im wirklichen Leben (TM) würden die dir das NIEMALS in´s Gesicht sagen; man könnte ja herausfinden, wer diese Meinung vertritt.
    Aber in einem Forum? Immer feste druff!!!

    Da gibt es leider nichts zu deeskalieren, zu verwalten oder zu vermitteln. Die allermeisten dieser „Hooligans“ hat ja keine wirkliche Meinung, er ist halt einfach nur DAGEGEN.

    Aber mache du ruhig mal eine Analyse – für dich, und dann auch mal für uns Leser, welcher Weg der beste ist 🙂
    Ich bin der Meinung, kleinere Änderungen tuen gut, große eher selten – MEISTENS wird ja heutzutage eher runtergedummt anstatt dass mehr Möglichkeiten dazu kommen.
    (siehe zB SupCom 1 vs 2.. spiele grad Teil 2 und bin derbe angenervt, dass die so viele Sachen gestrichen haben)
    Nicht alles Neue ist schlecht; nur häufig ist es leider nicht besser als das Alte..

  5. minando sagt:

    Haha, da fühlt sich wohl jemand angesprochen ? Wenn der arme Mann ein Magengeschwür kriegt bist DU SCHULD !

  6. minando sagt:

    Mir scheint das grösste Problem solcher Foren wie denen zu COD die Ernsthaftigkeit zu sein, mit der auf jeden noch so sinnfreien Beitrag eingegangen wird. Man hat (anscheinend)eine Höllenangst davor dass der Eindruck entstehen könnte man nehme `die community´ nicht ernst. Da es um viel Geld geht kann man das vielleicht auch verstehen; nichts ist so wankelmütig wie die Gunst der Kundschaft, und die hört (besonders im Fall von Shootern wie CoD) gern auf die lautesten Schreihälse. Nachplappern ist eben total in.

  7. minando sagt:

    Lästern auch^^

  8. Hyrsch sagt:

    Was soll man da sagen, der Mann hat recht.

    Natürlich liegt es an den Kunden.
    Aber nicht an ihrem genörgel, sondern am Kaufverhalten ….

    Wenn den Dreck keiner mehr kauft, wird er auch nicht mehr hergestellt. So einfach ist das.

  9. askies sagt:

    Also ich habe Fortsetzungen auch gern so wie den Vorgänger. Gegen sinnvolle Ergänzungen habe ich natürlich nichts. Wenn man alles umkrempeln will, soll man ne neue Serie starten -dürfte Treyarch nicht schwerfallen, da der Name etabliert ist.

    Ganz einfaches Erfolgsrezept für zufriedene Menschen :]

    CoD als genanntes Beispiel allerdings ist leider schon recht ausgelutscht. Der wievielte Teil mitsamt Addons ist das?

  10. Hotze sagt:

    Nicht jeder Käufer eines COD begibt sich in die Foren-hölle und äussert auch demnach deine Freude/Unfreude nicht, wenn vielleicht 10% aller Spieler sich in Forum-X anmelden und dort rumplärren oder dergleichen wird das viel sein.
    Die meisten haben doch garkeinen Need auf Foren gewäsch, vor allem bei einem der Majors.

  11. Hotze sagt:

    Das wird einer der fortsetzbaren Teile sein, ist doch egal ob Teil 12, 24 oder Teil Alpha-Eco-Wumbz.
    Das Spielgenre der Shooterei ansich ist recht innovationsfrei, wie will man auch etwas neues reinbringen? Dann wärs doch kein Ego-Shooter mehr.

  12. anigunner sagt:

    *In die Ecke stell und schäm*

  13. bartgesang sagt:

    Ja, ja.
    Sein wird aber leider – so mich meine Augen in den bisherigen Teaserchen nicht getäuscht haben – auch die Häresie des festen Speicherpunktes sein. Und das dem Duke. Der Duke speichert wo er will – war mal.
    O tempore, o mores…

  14. Sir Richfield sagt:

    Bin ich da im falschen Film… achso, Treyarch.
    Sorry, ich war im falschen.

    Wollte fast sagen, was der Mann meint, denn die Foren wurden bei MW2 doch eigentlich durchweg ignoriert.
    Aber vielleicht guckt Treyarch wirklich mal nach.

    Bis dahin soll er sich mal ein Beispiel an einem der Blizzard CMs nehmen – der hat für die Firmenpolitik mehr oder weniger „richtig“ den Kopf hinhalten müssen. 😉

    Darüber hinaus betrachte ich es als seinen Job, das Gewhine von der Kritik zu trennen. Der Urlaub sei ihm gegönnt, auf dass er diesen Job auch weiterhin noch machen kann.

  15. Mitch sagt:

    Es muss heißen:
    O tempora, o mores
    😀

    Bin skeptisch, was den Duke angeht. Aber vielleicht wirds ja eine kleine Retro-Perle…

  16. Andreas sagt:

    Er hat schon Recht. Die anonyme Jammerkultur im Web nervt mich seit der Eröffnung der ersten Spieleforen. Im überschauberen Usenet war’s noch relativ ok, heute schau ich gar nicht mehr in die Herstellerforen, wenn’s nicht sein muss.

    Drei Monate RealName-Zwang für die ganzen Heulsusen wäre schonmal was.

  17. Harzzach sagt:

    Erstaunlich, wie hartnäckig sich das Märchen hält, ein realer Name, eine wie auch immer geartete Registrierung würde irgendwie das Diskursniveau anheben.

    Nein, tut es nicht. Weißt Du, was das Diskursniveau tatsächlich anhebt? Moderierte Foren, in denen penetrante Dummschwaller und Trolle einfach gekickt werden, bis sie keine Lust mehr haben sich ständig neu anzumelden und allzu pubertäre Ausfälle mit mäßigenden, warnenden Worten des Forenmods geglättet werden können.

    Ansonsten gilt im Internet die Regel, dass man sich einfach ein etwas dickeres Fell zulegen sollte.

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