The Fall of … Civilization

Ich persönlich habe zu meiner doch etwas unvorhersehbaren Überraschung Civilization 5 bislang links liegen gelassen. Teilweise wegen der Steam-Zwangsanbindung, teils wegen dem undurchschaubaren Gewusel an Sondereditionen mit Pseudo-Exklusiv-DLC, der mal dort inbegriffen war, mal hier nicht. Ja, es ist Civilization. Ja, und es sind zuviel Nicklichkeiten und Nervigkeiten drumherum, als dass ich sorgenlos und unbeschwert einfach zugreifen könnte, so wie ich das all die Jahre zuvor getan habe. Auch trage ich immer noch Narben von meinem Colonization-Remake-Debakel. Vorsicht ist die Mutter in der Porzellankiste, wie man so schön sagt.

Ob das Spiel nun was taugt oder nicht … keine Ahnung. Die einen meinen: ”Ja, das kann was.” Andere hingegen …

Ka Lodger war so liebenswürdig und schrub ein paar mehr oder eher weniger nette Worte über CIV Fünnef.

· ~ ·

Um es gleich zu Beginn vorwegzunehmen: ich liebe Civilization. Beginnend 1991 mit CIV 1 flossen Stunden um Stunden in die Serie, und sobald ein Buch oder eine Dokumentation über irgendetwas Geschichtliches den Weg über die Augen zu den grauen Zellen fand, juckte es sogleich ganz gehörig in den Fingern, wieder einen der Ableger dieser Serie zu starten und ein Volk in die Zukunft zu führen. Oder diese auf Alpha Centauri, knietief in Fungus und Terraformingschlamm zu erleben. Mit CIV 4, ja, auch in der Erstverison, wurde schließlich die letzte Krönung de Genres vollzogen, der inbrünstige Glaube gefestigt, und der Schwierigkeitsgrad bei Neuanfängen immer weiter und weiter nach oben geschraubt, bis zur Unsterblichkeit.

Also ja, ich mag CIV in allen Spielarten, und schätze die Spieltiefe des Genres in der oberflächlichen Welt der modernen Spielelandschaft, die sonst ja weitgehend brettl-eben ist, wie wir so salopp hierzulande sagen. Und so begannen auch die Hände zu zittern, als ich die ersten Berichte und Previews von Civilization 5 las und in den Tiefen des World Wide Webs verfolgte. Yeah, Stadtstaaten! Interessant, begrenzte Einheitenanzahl durch Ressourcen. Cool, Hex-Felder, ich liebe Hex-Felder! (Woran wohl noch immer Battle Isle und History Line Schuld trägt, aber das tut hier nichts zu Sache.) Und es gibt eine Tradition, nämlich bei Release die Firma für ein paar Tage zu schließen, alles fahren zu lassen und einen neuen CIV-Titel sogleich kollektiv mit der Crew im LAN zu spielen. So auch am 23. September. Was waren wir nervös …

Doch genug von romantischen Geschwafel. Tatsache war, daß wir, kollektiv, am frühen Morgen danach mit offenen Mündern und müden Augen dasaßen. Unglaublich. Die Welt schien erschüttert, als ob eine der süzen Nukes direkt vom Himmel auf unsere Köpfe gefallen wäre. Unglauben. Das kann nicht wahr sein, was haben sie sich dabei gedacht. Civilization 5 brachte uns dazu, den Glauben zu verlieren. Als letzte Serie, die man blind bei Release schnurstracks kaufen konnte, und bei der man die Gewissheit hatte, daß alles in rosigem Wohlgefallen zusammenspielte, gut gewürzt mit neuen Elementen, schönerer Grafik als zuvor und, hey, tollem Gameplay, das die Stunden um Stunden nur so wegwischte. Nichts. Dreck. Leider. Ach herrje, wie konnten sie nur.

Doch genug von all der Emotion. Nehmen wir es wie es ist, und stellen wir die harten Fakten ins Rampen-, oder besser, Röntgenlicht.

Civilization 5 hat gut begonnen, die Wolkendecke ist ein nettes Gimmeck und nach der Entdeckung des ersten Naturwunder flackerte die Begeisterungsflamme noch hoch. It’s a new world! Schaut schön aus, passt. Ob jetzt irgendwelche Einheitenportraits den persönlichen Geschmack treffen, ist da eher nebensächlich. Seltsam bloß, daß die Einheiten selbst im Multiplayer keine Bewegungsanimation haben, was dann doch die Stimmung vorab ein wenig ankratzte. Doch im weiteren Spielverlauf wird es trist. Städte sind statische Haufen ohne all die gebauten Erweiterungen, geduldig errichtete Weltwunder haben nicht einmal Animationen und Filme. Verzeihung, aber.. gehtŽs noch? Wir leben im Jahr 2010 (damals) und 2011 (heute), da wird es wohl ja nicht das grosse finanzielle und zeitliche Problem sein, zumindest die grössten Erungenschaften in einem Spiel auch grafisch zu belohnen. Und überhaupt, mit Verwunderung bemerkt man dann, daß in der Hafenstadt das frisch gezimmerte Orakel mitten im Meer steht. Und das ist bei den Weltwundern kein Einzelfall, immer wieder simuliert man da feucht-fröhlich die phantastischen Vorzüge von Atlantis. Und das in Jahr 2010. oder 2011. Je nach dem.

Aber gut, das alles ist ja nur Grafik und als ein Spieler, der am liebsten noch immer die alten Schinken alá GOG einkauft, empfindet man solche Dinge zwar nicht gerade als ein visueller Fortschritt, aber das Designer-sein mit dem überkritischen Auge heb ich mir lieber für die Arbeit auf. Prinzipiell zumindest. Doch leider hinkt der Titel auch in der Umsetzung der Spielmechanik und vor allem der unglaublich bescheuerten AI wie Quasimodos Klumpfuß. Doch alles der Reihe nach.

Das Konzept der City-States hatte vorab beim Mitlesen auf der Website überaus begeistert. Spannende diplomatische Verwirrungen, heißumkämpfte Bufferzonen zwischen den grossen Nationen, gemeine Trickserein und Taktiken. Nur spielt die Wirklichkeit hier leider ein ganz anderes Spiel. Im Endeffekt läuft es darauf hinaus, die City-States entweder zu ignorieren oder zu vernichten. Gold legt man besser in neue Kulturfelder an, gerade weil der teuer eingekaufte Einfluss auf den Kleinstaat sowieso schneller als es einem lieb ist wieder gegen Null sinkt, auch ohne Intervention eines Gegners. Und da Gold sowieso in CIV 5 vollkommen überbewertet ist, kann man sich das lieber gleich sparen. Nichts mit bleibenden Werten. Nichts mit einem gegenseitigen Investieren in strategisch interessante Stadtstaaten. Und die Missionen, die die City-States von Zeit zu Zeit vergeben, beschränken sich auf immer das gleiche: Hey, kannste das Barbarendorf / den Stadtstaat X mal schnell mal so mit deiner Armee überrennen? Wir sind dann auch sicher für die nächsten 20 Runden freundlich gesinnt! – Einfallsloser gehts nicht. Wir sind ja nicht mehr den guten alten DOS Zeiten, als RAM, Rechenpower und Festplattenplatz im Umfang einer halben Sardinenbüchse bereitstand. Was haben die Entwickler eigentlich die langen Jahre gemacht? Kreativmeetings mit den vereinigten Dorfdeppen Amerikas? Immerhin, auch die Kultur hat eine Gnackwatschn, ahm, verzeihung, einen Genickbruch erhalten, wächst der Einzugbereich von eigenen Städten doch überaus langsam über einzelne Felder, und den Rest, den kauft man sich einfach. Kultursupermarktprinzip. Auch, wie die Stadtstaaten, eine im Ansatz interessante Idee, nur leider verkommt das Wachstum des eigenen Gebiets dadurch zu einer Einkaufstrasse. Und da Felder nicht mehr wie bisher durch kulturellen Einfluß wechseln können, kauft man sich im Zugzwang die Umgebung auf. Kein stimmungsvolles Wachstum der eigenen Grenzen mehr, keine Kulturkriege mit Nachbarn, es bleibt nur mehr die Eroberung als einzige Strategie. Die Kultur gibt man quasi auch im sozialen Umfeld aus. Hier kann man zwischen verschiedenen Pfade wählen, wie Tradition, Ehre, Ordnung und so weiter. Der spezielle Witz hierbei ist, dass die Sozialpolitiken unabänderlich für alle Ewigkeiten in den virtuellen Grundstein gemeisselt sind. Gibt man dem eigenen Volk also die Präferenz Unabhängigkeit, ist es unmöglich, später die Regierungsform auf Autokratisch zu wechseln. Nicht nur, dass dies historisch betrachtet ein vollkommener Schwachsinn ist, auch systemtechnisch knebelt es den Spieler und legt ihn in geschmiedete Ketten. Wohl als weitere Abschwächung haben diese Social Policies nicht mal Auswirkungen auf die Diplomatie. Wieder ein Schritt weg von der Komplexität bishieriger CIV Titel zu einem vereinfachten, ja, langweiligerem Gameplay.

Und gerade die Eroberungsfeldzüge sind dann doch plump. Man schickt seine einzelnen Einheiten durch die Hexfelder, lässt Fernkämpfer schießen und haut mit den Nahkämpfern drauf. Es ist schön, daß das Gelände Einfluß auf die Bogenschützen, etc hat, und man nicht über Berge und Hügel schießen kann, bzw. ein Schütze auf einem Hügel eine größere Reichweite hat. Doch im Endeffekt artet es in ein Bombardierungsschema aus, in das selbst die Städte allein als Super-Units eingreifen. Daß das in Hinblick auf die Barbaren ziemlich unbalanced wirkt, die in CIV 5 selbst auf "Raging" pures Kanonenfutter bleiben, liegt auf der Hand. Selbst die Barbarendörfer stellen keinerlei Hindernis dar, was neben deren künstlicher Inkompetenz auch an der Sofortheilung von Einheiten liegt, die man für Erfahrung durchführen kann. It’s all so easy. Gegen andere Nationen wird das schon interessanter, aber dennoch bleiben die Feldzüge, meiner bescheidenen Meinung nach, hinter der taktischen Erwartung zurück, was vor allem an der unglaublich dummen AI liegt. Wie die so ihre Einheiten durch die Länder zieht, ist eine spielerische Frechheit. Willenlos lassen sich gegnerische Einheiten von den Städten abschießen, weil sie Zug für Zug immer wieder auf das selbe Feld spazieren, als wäre dort nicht eben erst ein Drittel der Kompanie blutig gefallen. Und das ist kein Einzelfall. Dass ein paar Tage nach Release schon der erste AI Patch veröffentlicht wurde, trotzdem die Einheiten aber noch immer den Blödheitsfaktor eines durchschnittlichen Bergtrolls besitzen, kann hier nur als trauriger Beweis aufgeführt werden. Ich kann es mir einfach nicht erklären, es kommt, wie Herr Kollege Diskdusk es so schön formuliert hatte, einem vor, als hätten die Entwickler ihr eigenes Civilization nicht einmal selbst angespielt.

Auch das Empire-Management wurde vereinfacht, so ist die Zufriedenheit nur mehr global geregelt. Wenn die Unzufriedenheit im Reich steigt, wachsen die Städte nicht mehr. Erst später gibt es größere Auswirkungen, die sich aber auf Bauverbote von Siedlern und Einheiten und einen Kampfmalus beschränken. Quasi wieder das selbe, vereinfacht und simpel gestrickt, man muss sich im Endeffekt nicht mal auf höheren Schwierigkeitsgraden wirklich darum kümmern. Passiert ja im Endeffekt, solang man nicht schlimme Mehrfronten-Kriege führt, eh nichts. Ein Gesundheitssystem gibt es auch nicht mehr, Spionage braucht laut Firaxis eh kein Schwein, der Techtree ist verdorrt und die Religionen wurden ebenso alternativlos gestrichen. Nun, vor dem Fehlen jeglicher Glaubensrichtungen wurde man ja schon im voraus gewarnt, und auch ich habe diese Ankündigung mit mehr als einem Wehrmutstropfen aufgenommen. Die Geschichte der Menschheit und Religionen sind wohl eine der verknüpftesten Dinge, die bis heute noch das Zusammenleben der Völker entscheidend prägt. Warum man hier einen solch großartigen und atmosphärischen Aspekt einfach fallen gelassen hat, ist mir schleierhaft. Ja, ich habe die Argumentation gelesen, dass Religionen die Diplomatie zu durchschaubar gemacht hätten. Meiner Erfahrung nach in CIV 4 (zumindest in höheren Schwierigkeitsstufen) mitnichten, und wenn, hätte man den Effekt ja doch einfach ein wenig abschwächen können.

Apropos Diplomatie. Nach dem ersten Kontakt mit einem neuen Volk war da plötzlich dieser Fullscreen-Screen, der angeblich so neu und toll sein soll. Nicht nur, dass es meines Empfindens nach ein wenig aus dem Spielfluss herausreißt, wenn da plötzlich, nehmen wir Napoleon, der Herr am Pferd ohne Bezug zur Spielkarte erscheint, es gibt bei der zuvor zu hochgelobten Diplomatie erhebliche Schwächen und Einschränkungen. Zuerst einmal hat man keine Ahnung, wie ein fremder Anführer das eigene Volk bewertet, ist er freundlich gesinnt oder schon an der Grenze zur wutschnaubenden Kriegserklärung? Kein Hinweis, keine Idee. Wie soll man den da diplomatisch im Umfeld der anderen Völker arbeiten? Auch können die meisten Veträge nicht gebrochen werden, sie laufen einfach aus, und dass die eigenen Social Policies keinen Einfluss auf die unbekannte Stimmung des Gegenübers haben, wurde schon erwähnt. Als ob das als Blödheit nicht reichen würde, kann man in Civilization 5 nicht mal mehr mit den spärlichen Technologien handeln.

Was bleibt also über? Ein unkreatives, künstlich verdummtes und in allen Bereichen vereinfachtes Civilization, bei dem die Landkarte eh ganz hübsch aussieht. Ein langweiliges Civilization, ohne Tiefe und mit Abstrichen in allen Bereichen. Ein Civilization, das einfach keines ist. Ich spreche in vollem archilles’schen Zorn diesem Spiel das Recht ab, weiterhin diesen Namen zu beschmutzen. Nennen wir es Primitivation 1. – Ach, es ist so traurig.

Ka Lodger NINC! – webdesign : video : 3D

Post Scriptum: Und wer jetzt noch die ach so tollen Innovationen von CIV 5, wie Fernkampf oder eine Einheit pro Feld, lobt, dem empfehle ich hier doch schnell die Installation von CIV 4 plus dem sagenhaften Rise of Mankind (ROM) Mod. Der hat das alles schon. Und noch dazu einstellbar, mit guter Präsentation, ausreichend vielen Technologien, Religionen und all den anderen Details, die ein CIV-Spiel so herrlich umfassend sein lassen. Und vor allem inklusive künstlicher Intelligenzen, bei denen auch das virtuelle Denken funktioniert. Und Spass machts obendrein tausendmal mehr.

Post Post Scriptum: Und den ganzen Unfug mit DLC Zeugs auf Steam hätten sie sich wirklich sparen können. Da muss man für ein, zwei zusätzliche Völker und paar Karten /Szenarios das schwer verdiente Geld hinblättern. Und dafür haben die im Gegenzug gleich mal nur ein, zwei Handvoll an Völker und Leaders ins Originalspiel eingebaut. Und hier schließt sich der Kreis warum ich diesen Gastbeitrag überhaupt schreibe. Durch Steam-Pflichtbündelung bekommen Spieler heutzutage nur die Hälfte an Inhalten um das selbe Geld. Der nächste Abstrich nach dem Weglassen sämtlicher Handbücher, Karten und anderen Spielunterlagen.

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Thnx, Ka! Hmm, hmm, ok. Steam Christmas Sale 2013 mit allen bis dato erschienenen Inhalten für unter 10 Euro. Passt dann.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Review.

13 Kommentare zu “The Fall of … Civilization

  1. Mitch sagt:

    Ok, der Verriß ist etwas übertrieben. Ein paar Punkte könnte man doch auch anders sehen. Zum Beispiel die globale Zufriedenheit. Die kann einen schon mal in die Bredouille bringen, wenn man nicht aufpasst.

    Im Kern stimmt die Kritik aber, es wurde schon sehr viel vereinfacht und gestrichen. Ich bin trotzdem unvoreingenommen an das Spiel herangegangen. Was ich dabei festgestellt habe, ist dass man irgendwie keine emotionale Bindung zu seinem Reich aufbaut. Bei älteren CIVs war das eigentlich immer so. Vielleicht liegts an dem Vorgehen nach Schema F oder keine Ahnung.
    Meine Hoffnung liegt auf künftigen Patches und/oder Mods. Ich hab jetzt 3 Monate nicht mehr gespielt und habe leider keinen Überblick mehr darüber was sich seitdem getan hat. 🙂

    Spaß machts aber trotzdem irgendwie… oder ist es nur die Sucht? Nur noch eine Runde…

  2. Klingsor sagt:

    Diesem Text kann ich umunwunden zustimmen und es ist eigentlich nichts hinzu zu fügen. Als kleine Anmerkung vielleicht dass ich als alter Civ-Spieler die mit diversen Civ-Teilen verbrachten Tage und Nächte wohl in Jahren aufrechnen kann mit Civ 5 aber nicht mehr als eine handvoll von Stunden verbracht habe. Sagt für mich mehr als genug aus.

    Meine letzte Hoffnung ist die Modding-Community die aus diesem weichgspülten Stück Software vielleich doch noch etwas anständiges macht.

  3. minando sagt:

    Der MEISTER kritisiert fehlende Animationen und Filmchen ?! Mach nur so weiter, dann ziehen all die Retro-Jünger vielleicht weiter, du elender Casual du *grins*

  4. Rollenprinz sagt:

    Danke für den Hinweis zum ROM Mod. Den muss ich gleich mal ausprobieren.

  5. Harzzach sagt:

    Ich selbst kritisiere nichts, ich lasse kritisieren …

  6. Mitch sagt:

    Ich hab schon viel Zeit mit Civ5 verbracht. Viel zu viel Zeit. 😀
    Aber ich war irgendwie immer auf der Suche nach irgendetwas das einfach in Civ5 fehlt und in Civ4 noch drin war. Keine Ahnung was das ist. 😀

    Ich habe ja sowieso die Theorie, dass sich die Civ5-Mechanik heutzutage etwas überlebt hat. Früher hatte man ein Kästchenmit einer Zahl drin (Civ1), das war dann eine Stadt. Irgendwie wurde da die Phantasie angesprochen. Ich ha mir immer gewünscht, dass man auf der KArte schon grafisch sehen kann, wie groß die Stadt ist usw. Jetzt kann mans recht gut sehen, aber irgendwie ist es doch wieder faad und man identifiziert sich nicht mit der Stadt und mit seinem Reich. Vielleicht ist es auch einfach an der Zeit, die Städteplanung etwas genauer auszuprogrammieren und das aber für Casual-Gamer der KI zu überlassen.

    Dass Civ5 nicht wirklich durchdacht ist, kann man an einem einzigen Fakt sofort erkennen: Nach Release konnte man anfangs keine Gebäude in den Städten verkaufen… ich mein WTF!? Wie kann man so ein Feature in der Verkaufsversion nicht mit ausliefern???

  7. onlinebroker sagt:

    Rise of mankind ist egentlich schon fadt perfekt. Dazu noch fall from heaven zur abwechslung, und ich brauche kein civ5.
    Das einzige was mir fehlt sind riesen maps ohne minutenlange wartezeiten jede runde.und das bekomme ich spatestens,wenn cpus 50GHz haben

  8. egal sagt:

    Es gibt sicherlich einige Kritikpunkte bei Civ5, aber wenn ich den Beitrag hier lese, sehe ich nur, wie jemand, der das Spiel nicht ausgiebig gespielt hat (zu wenig Zeit? nur als Häuptling?), eine Bewertung abgibt.

    Vorweg: Man kann Civ5 sicherlich nicht mit Civ4 inkl. Mods vergleichen. Denn der Entwicklungsstand ist ein ganz anderer; Civ4:BtS war die Krönung eines guten Spiels. Civ5 fängt gewissermaßen unten an und kann entwicklungsmäßig natürlich nicht sofort das leisten, was man nach Jahren Civ4 mit BtS geschaffen hat. Und dass ein Spiel Anfangbugs hat, ist ja auch klar. Glücklicherweise sind die meisten auch schon wieder weggepatcht worden.

    Zum Beitrag:

    Es gibt verschiedene Punkte, die hier einfach falsch sind.

    „Im Endeffekt läuft es darauf hinaus, die City-States entweder zu ignorieren oder zu vernichten“

    Die Boni der Stadtstaaten, gerade der Maritimen, sind nicht zu verachten. Der Patronatsbaum ist einer der stärksten dadurch in den Sozialpolitiken; Völker, die Boni mit den Stadtstaaten wie Siam oder Griechenland haben, sind regelmäßig ganz vorne dabei.

    Klar, man kann sie vernichten, aber das hat auch nicht unerhebliche dipl. Folgen, wenn man das mehrmals macht.

    Wenn gesagt wird, dass die Barbaren nicht mehr so gefährlich sind, muss ich da teilweise rechtgeben. Durch die 1Einheit/proFeld-Geschichte ist das natürlich etwas einfacher geworden, wenn man selbst fortschrittlichere Einheiten hat.

    Auch ist es schwieriger geworden am Anfang zu rushen, da die Städte mit ihrer Selbstverteidigung natürlich schon ordentlich drauf hauen und man als Angreifer seine Truppen auf Grund der 1Feld-1Einheit-Regelung ausbreiten muss. Aber in diesem Punkt ist Civ5 auch realistischer als die bisherigen Civs. Als ob eine Kavallerie-Einheit eine Millionenstadt kampflos (!) einnehmen könnte… Im Übrigen ist der Bombardierungsangriff jetzt auch nicht übermäßig stark und dass ein Angreifer wirklich nur mit einer Einheit angreift, ist normalerweise nicht der Fall.

    „Gibt man dem eigenen Volk also die Präferenz Unabhängigkeit, ist es unmöglich, später die Regierungsform auf Autokratisch zu wechseln. Nicht nur, dass dies historisch betrachtet ein vollkommener Schwachsinn ist, auch systemtechnisch knebelt es den Spieler und legt ihn in geschmiedete Ketten. Wohl als weitere Abschwächung haben diese Social Policies nicht mal Auswirkungen auf die Diplomatie.“

    Soweit ich mich erinnern kann, hatte die eigene Regierungsform auch in Civ4 keine Auswirkung auf die Diplomatie. Vielleicht eine Modding-Erfahrung?

    Und dass man natürlich nicht sich die besten Boni aus den Sozialpolitiken-Bäume rausnehmen soll, ist auch klar. Wer etwa zur Frömmigkeit neigt, hat halt keinen Forschungs-Boni-Baum. So ist das im Leben. Mal abgesehen, dass man das schon bei Release durch vorhersehbare Planung vermeiden konnte, wird man nach den letzten Patches gefragt, ob man dann den Unabhängigkeitsbaum aufgeben will (für Autokratie). Natürlich verliert man dann die Boni unwiderruflich und bekommt auch keine Kultur zurück. Das ist aber auch nicht schlimm, Unabhängigkeit ist eh ein ganz schwacher Baum…

    Die Behauptung, man hätte Geld in Massen stimmt m.E. auch nicht, da man ja das Geld schnell ausgeben muss. Durch die 1Einheit-1Feld-Regel ist man gezwungen, stets die besten Einheiten zu haben, also ständig die bisherigen Einheiten upzudaten. Dazu kommt der Geländekauf hinzu und natürlich auch die erheblichen Aufwendungen für Gebäude. Gerade bei den Gebäuden geht wirklich viel Geld für Unterhalt drauf, weil die Zufriedenheit normalerweise das begrenzende Element ist im frühen Spiel und man – gerade bei einem Ressourcennachteil – viele Unterhaltungsgebäude bauen (oder gar kaufen!) muss. Dazu kommt, dass das Bauen ewig dauert. Manchmal dauert ein Gebäudebau 2-3 Technologien; das ist außer Verhältnis und gilt in abgeschwächter Form auch für Einheiten, d.h. manchmal kann man eine in Auftrag gegebene Einheit sofort nach Fertigstellung updaten… Gerade beim Bauen mehr man, wie sehr Civ5 auf Produktion ausgelegt ist übrigens 😉

    Als weiterer Goldsink sind natürlich auch die Citystates zu sehen, die sind nunmal gierig und wollen ziemlich oft viel haben. Geld ist daher eigentlich nie genug da 😉

    „Zuerst einmal hat man keine Ahnung, wie ein fremder Anführer das eigene Volk bewertet, ist er freundlich gesinnt oder schon an der Grenze zur wutschnaubenden Kriegserklärung? “

    Schon bei Release gabs ein Einstufungssystem wie „Freundlich“, „Vorsichtig“, „Feindlich“, usw. Inzwischen wurde durch Patchs eingefügt, dass man die einzelnen Gründe der Befürwortung bzw. Ablehnung ausdrücklich sehen kann.

    Da merkt man übrigens auch, wie sehr die Diplomatie ein langes Gedächtnis hat. Einmal Versprechen gebrochen, immer im Gedächnis. Das mag für das normale schnelle Spiel ja noch gehen, aber grad bei Marathon-Spielen ist das etwas nervig, da man das eigentlich nicht mehr ausbügeln kann, nicht mal durch Handelsgeschenke.

    Es gibt noch andere Punkte, die mir bei Civ5 fehlen, wie etwa das Religionssystem. Das war schon interessant, ist aber natürlich im Originalspiel auch etwas beschränkt gewesen auf Forschungs-starke Zivilisationen.
    Aber gerade Mods wie Fall from Heaven haben daraus wirklich ein tolles und interessantes Feature gemacht.Vermutlich wirds das beim nächsten Addon wieder geben, als Option ist das recht interessant.
    Was ich auch nicht so toll finde: bei Geländeverbesserungen ist der Vorteil eher marginal, das Ursprungsgelände ist meist viel wichtiger als die Verbesserung, d.h. der richtige Siedlungsplatz wird noch wichtiger.

    Insgesamt finde ich Civ5 Civ4 gleichwertig. Es ist ein anderes Civ, klar, es setzt andere Schwerpunkte. Viele haben die Leichtigkeit bemängelt. Das muss man aber im Zusammenhang mit den geänderten Spielprinzipien sehen. Nur weils etwa mehr Gold geben kann durch die Kumulation einiger Boni (golden age, usw), heißt das noch lange nicht, dass das Spiel dann imbalance ist. Dafür
    Nachdem die Anfangsprobleme wie ICS gelöst sind, ist Civ5 wirklich ein flüssiges Spiel. Natürlich existieren noch nicht so viele Mods wie bei Civ4. Civ4 und gerade Civ4:BtS waren eine tolle Grundlage fürs Modding. Das oben angesprochen Fall from Heaven bzw. die Modmod Orbis sind fast total replacement Mods, die soviel mehr aus dem Spiel gemacht haben (und dementsprechend zeitaufwändig sind für Civ5 umzusetzen). Aber ich bin mir sicher, dass es 2011 eine Flut von Mods geben wird bzw. die meisten alten Mods umgesetzt werden.
    Die Spielmechanik wurde optimiert, die Völker sind recht unterschiedlich von der Spielweise, Angreifer müssen Kriegslist beweisen und durch sinnvolle Veränderung wie die 1Feld-Regelung gibt es auch nicht mehr unrealistische „Stacks of Doom“, die die Spielmechanik sprengen.
    Schlechte Konzepte wie Spionage hat man erstmal rausgenommen, gute Konzepte wie etwa Einheitenbeförderung hat man beibehalten oder verbessert wie zB die Sozialpolitik hat man als zweiten Forschungsbaum etabliert und interessante Boni gegeben.
    Abschließend bleibt zu sagen: Mir macht Civ5 Spaß.

  9. Silenius32 sagt:

    @egal: Danke für die differentierte Betrachtungsweise, ich selber kann nur sagen dass mir Civ5 auch Spaß macht – das Review des Rezensenten klingt schon sehr harsch und enttäuscht.

    Mir kommt es so vor, dass Civ5 für viele eigtl. nur ein Civ4 mit hübscherer Grafik sein sollte – aber so läuft es hier (zum Glück) nicht.
    Wäre ja auch schlimm, wenn nach Jahren ein neues Civ rauskommt und man die Veränderungen mit der Lupe suchen müsste. Das wäre dann keine Innovation, das wäre dann… tja… eher der Blizzard-Ansatz. 🙂

    Und noch was, der Rezensent behauptet ja, dass Civ4 quasi in der ungepatchten „Vanilla-Version“ die Krönung des Genres darstellte – das stimmt so mal gar nicht, bei Release war es auch eine ziemliche Baustelle und es gab massiv Probleme. Ich kann mich noch gut daran erinnern – der Multiplayer war ein Witz, nicht reproduzierbare Systemabstürze, Memory leaks etc.ppp.
    Aber wie das so ist – im Laufe der Jahre sieht man die ein oder andere Tatsache ein wenig verklärter. 🙂

  10. Mitch sagt:

    Der Kommentar von „egal“ ist tatsächlich eine gute Korrektur. Allerdings bin ich auch der Meinung, dass die Regierungsform Einfluß auf die Diplomatie hatte. Teilweise wollten einem die anderen Herrschwer ihre Regierungsform (aber auch die Religion) aufzwingen. Aber nach der langen Zeit kann ich mich auch täuschen.

    Ich muss aber auch sagen, dass mir Civ4 bei Erscheinen ohne Erweiterungen mehr Spaß gemacht hat, als Civ5.

  11. SaschaK sagt:

    Blizzard Ansatz? War dir Warcraft 3 nicht unterschiedlich genug von Warcraft 2? O.o
    Das war jetzt bei 1nem Spiel so. xD Starcraft 2 war jetzt das einzige Spiel das mit Innovationen gegeizt hat xD Bitte bezieh dich aufs Spiel und nicht auf die ganze Firma 😉

  12. egal sagt:

    Bei Starcraft 2 hatte man wenig Spielraum für Neues, denn SC2 ist ein reines Multiplayer-Spiel dem Wesen nach und soll die Fortsetzung von SC-Erfolg dabei sein, also ist es vor allem für den eSports-Bereich optimiert worden (was ja legitim ist)

    Wer weiß, wie feinsinnig das Balancing in diesem Bereich ist, wird mir zustimmen, dass komplett neue Spielweisen in einem solchen Bereich eher schlecht sind; SC1 ist so wie es ist schon sehr stark und wird ja immer noch nach all den Jahren gut (balance)gepatcht.

    I Übrigen gibt es bei SC2 genug neue Einheiten 😉

  13. Ka Lodger sagt:

    hallo, danke für die ausführliche antwort und natürlich ist bei so neer sache der faktor geschmack kein geringer. aber dennoch, zuerst einmal: wir haben zeit damit verbracht, genug um einen guten eindruck zu erhalten, sowohl multi als auch single player. und schwierigkeitsgrad habe ich im solo modus nach den ersten enttäuschungen den schwersten genommen, und noch immer war das spiel bis zum ~ mittelalter viel zu leicht und , ja, langweilig. danach hat mir bei diesem finalen test endgültig gereicht.

    ein paar punkte oben musz ich kommentieren:

    * regierungsformen: hatten (bin mir 90% sicher) schon im CIV 4 vanilla auswirkungen auf die diplomatie.

    * gold: ich habe nicht behauptet man hätte davon massenweise. ich sagte, bzw. schrieb, dasz der Fokus des Gameplays viel zu sehr auf nur Gold verlagert wurde.

    * ich vergleiche hier wirklich CIV 4 vanilla und CIV 5 vanilla. Gerade im tagenlangen Multiplayer verwenden wir das Original CIV 4 BTS, da sonst bei vielen Mods und Modpacks out-of-sync Fehler auftreten können.
    Es ist mir klar, dasz BTS eine Erweiterung ist. Aber dennoch, die Erfahrungen, die Firaxis auch mit BTS gesammelt haben, sollten doch in gerade den neuen, supershiny CIV 5 Titel einflieszen, oder nicht? – Leider nicht, augenscheinlich.

    lieben grusz!
    ka

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