Nicht zu empfehlen – Update

Es gibt Dinge, die man besser nicht machen sollte.

Wie zum Beispiel ohne Fallschirm aus einem Flugzeug springen und NICHT oo7-Agent im Geheimdienst Ihrer Majestät zu sein.

Oder zu einem Rocker zu sagen “Dein Motorrad ist häßlich und Du solltest mal zum Friseur gehen” und NICHT ausgebildeter Jedi-Ritter zu sein.

Oder auf einem PvP-Server spontan den Weltfrieden ausrufen.

Drei Beispiele, welche Dinge der Nerd von Welt besser NICHT machen sollte, möchte er einen langen und geruhsamen Lebensabend erleben.

Seit heute kann ich ein viertes Beispiel hinzufügen …

Es begab sich, dass Harzzach wieder die Lust verspürte alle bislang erschienenen Romane des malazanischen Buch der Gefallenen zu lesen, erweitert um die in diesem Jahr erschienenen deutschen Übersetzungen. Das passiert etwa alle 18 Monate und sorgt dafür, dass ich im Dschungel von Eriksons Charakter- und Handlungs- und Szenariovielfalt immer besser den Überblick gewinne und der Meinung bin, so allmählich zu wissen, worauf der Herr eigentlich hinaus will. Aber dies nur dazu …

Heute saß ich im Dachrestaurant des örtlichen Karstadts, auf die Dame wartend und las die letzten Seiten von Band 13 der deutschen Übersetzung. Baff. Einfach nur baff. Ganz, GANZ große Klasse. Und das seit vielen Bänden. Eigentlich seit “Gärten des Mondes”, dem ersten Teil. Fern ab jeglicher Tolkien-Epigonen, fern ab allem, was man heutzutage unter “Fantasy” versteht. Ich finde, man sollte ein Gesetz erlassen, dass nur noch studierte und promovierte Archäologen und Anthropologen Fantasy-Romane schreiben dürfen. Alles, was NICHT nach nur drei Sekunden nach Tolkien riecht, kann dem Genre nur gut tun. Nicht, dass ich Tolkien nicht mögen würde, ganz im Gegenteil, aber das ist ja noch lange kein Grund auf immer und ewig seine Erzählmuster und Szenarien widerzukäuen.

Und als ich so dasaß und darüber sinierte, welche fast schon tagesaktuellen Politikbezüge in Eriksons Werk auftauchen, da wurde mir fernmündlich mitgeteilt, dass ich noch etwas länger warten müsste. Hmm, nicht das Warten war nun ein Problem, sondern der Umstand, dass ich nichts mehr aktuell zum Lesen hatte. Ich habe keine Ahnung, wann “Toll the Hounds”, geschweige denn “Dust of Dreams” in der wie immer aufgesplitteten deutschen Übersetzung erscheinen werden. Es kann, aller Erfahrung nach, noch dauern. Länger, weitaus länger als ich heute nachmittag zu warten hatte. Was also lesen, um diese Zeit zu überbrücken?

Na, gehen wir doch in einen Buchladen, nicht wahr?

Früher, als alles noch viel besser war, da war das auch kein Problem. Da ging man in diesen einen, eventuell auch in den anderen Buchladen und überflog die aktuellen Neuerscheinungen. Wenn man da nichts fand, wurde das entsprechende Genre-Regal durchgeforstet, welches in der Regel breit und reichhaltig bestückt war. Ohne neues Buch den Laden zu verlassen, war früher™  eher die Ausnahme als die Regel. Heute jedoch …

Heute besteht die Buchladen-Landschaft im InnerCity- Bereich von Karlsruhe aus Thalia, Thalia und nochmals Thalia. Drecks-Fucking-Dirty-Piss-Thalia. Eiskalt optimierte und durchgestaltete Druckwerkerzeugnis-Kette. Kein Buchladen. Ein Supermarkt, ein Aldi für Bücher. Hauptsache dick, viele Seiten und leicht bekömmlich für die Massen. Überall dort steht nur die übliche Massenmarkt-Scheisse in den Regalen. Der übliche aktuelle Beststeller-Rotz. Fünf, sechs Standard-Autoren und alles, was die SPIEGEL-Beststellerliste so hergibt. Überall das gleiche. Überall das gleiche Gähnen, wenn man Klappentexte der üblichen, immer gleichen dicken Schinken liest. Vorgefertigt vom Fließband der von Lektorat und Verlagsleitung auf Wiederholung des letztjährigen Verkaufserfolgs getrimmten Schreibsklaven. Und seit dem kommerziellen Erfolg der Twilight-Saga wird haufenweise Regalplatz für etliche Kubinmeter von unsäglichen “Romantic Fantasy”-Bücher freigeräumt. Direkt neben den Kubikmetern von Marcus Heitz-Romanen, in denen bis zum nicht mehr erträglichen Exzess auch das letzte 08/15-Tolkien-Volk durch den Klischee-Wolf gedreht wird.

Nein, man sollte es besser lassen. Man sollte nach dem Lesen von Steven Erikson-Romanen besser NICHT versuchen in der aktuellen Buch-Landschaft einen adäquaten Folgelesestoff zu finden. Der Schock ist zu groß, das Entsetzen über all diesen Chart-Rotz ist heftig genug, um jedwede Begeisterung um Kalam, Ben, Fiedler und Genossen innerhalb weniger Minuten zu vertreiben.

Weia … “Kulturschock” beschreibt mein Entsetzen nur höchst unzureichend.

Update:

Vielen Dank für die mannigfaltigen Empfehlungen. Werde wohl nach Weihnachten im letzten „freien“ Buchladen des City-Bereichs diverse Bestellungen aufgeben 🙂

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48 Kommentare zu “Nicht zu empfehlen – Update

  1. Svennö sagt:

    es fällt schwer, die örtliche Buchhandlung zu unterstützen, wenn eh alles bestellt werden muss. Es sei denn, man möchte Ken Follet oder schlechte Vampir-Romane lesen.

    Es war mal anders, da hat man in der Buchhandlung neue Bücher entdeckt.

    Aber was reg ich mich auf. Mittlerweile kann man ganze Weltmeisterschaften kaufen. Geld regiert nunmal die Welt.

  2. tac sagt:

    Bedauerlicherweise kann ich dir nur zustimmen. Es ist erschreckend wie viel 08/15 Literatur momentan im SiFi/Fantasy Bereich rumsteht. Vampire, Trolls, Elfen und – wie überraschen – Orks. Dazu noch StarWars und das war es meistens.
    Habe gerade einen Oldie durch: „Joe Haldeman – Der ewige Krieg“. Fand ich recht gut. Mit „Die Neuromancer-Trilogie – William Gibson“ konnte ich wiederum gar nichts anfangen. „Bartimäus – Jonathan Stroud“ würde ich auch empfehlen. Sind zwar Jugendbücher aber echt gut geschrieben.

    Hattest du dir nicht mal ein Buch von „Sergej Lukianenko“ gekauft? War es „Sternenschatten“? Wie fandest du es?

  3. Mitch sagt:

    Spontan fällt mir „Das Lied von Eis und Feuer“ ein. Es hat in Setting, das nur sparsam Fantasy-Elemente einsetzt, von Buch zu Buch wird es jedoch ein wenig mehr. Das Ganze hat eine sehr düstere und realistische Stimmung, es gibt keine Elben/Orks/Hobbits, sondern im Prinzip „nur“ Menschen.

  4. Paulus sagt:

    Danke für due Literaturhinweise.
    Ich weiß du hast schon früher Buchtipps gegeben, kann die alten Beiträge aber nicht mehr finden…
    Kannst du vielleicht mal mit einem Festlink alle Titel die du schon mal erwähnt hast und in Zukunft lesen wirst aufzählen?
    Ansonsten tut’s der Link zu dem alten Literaturtipp auch 😉
    Danke!

  5. minando sagt:

    Ich weiss auch einen tollen Titel für DEIN neuestes Werk:
    „Der letzte Boheme“.
    Ein Blick auf dein Bücherregal würde uns vermutlich alle in tiefste Selbstzweifel stürzen *fiesgrins* –
    uuund überhaupt, lesen ist ja so dermassen OUT !
    Der MODERNE gebildete Mensch nimmt, mit Druckerzeugnissen konfrontiert, schon längst nur noch iPad oder Kindle zur Hand, wohl wissend dass der Kontakt mit Druckerschwärze zu allergischen Hautausschlägen und Pseudokrupp führen kann (und dass es diesen folglich zu meiden gilt).
    Ausserdem soll es in jüngster Zeit immer wieder zu ernsten Augenschäden durch Leseversuche mittels iPod oder iPhone gekommen sein- wer als kritischer Verbraucher kein Risiko eingehen möchte sollte folglich vom Lesen ganz die Finger lassen.

    Was deinen Lesestoff betrifft:
    Keine Elfen ? Keine Hobbits ?! Kein…kein GANDALF ??!?
    Das KANN keine RICHTIGE Fantasy sein !!!*duckundweg*

  6. Leser sagt:

    Ach, tröste dich. Irgendwann platzt auch die Fantasyblase. Aber ob das die Buchhandelssituation besser macht? Ich glaube nicht.

  7. Joe sagt:

    Es gibt hier keine „örtlichen Buchhändler“ mehr, nur noch Buchhändlerinnen. Die einem beim Bestellen von Sachbüchern ungefragt ihre infantile politische Auffassung aufs Brot schmieren. Erklärt den Schund in den Regalen.

    Da ist nichts mehr, was unterstützt werden muß, der Präsenzbuchhandel ist bereits untot und Thalia-Zombies verwalten die Reste mit der Buchpreisbindung. 😉

  8. Klingsor sagt:

    „Das Lied von Eis und Feuer“ – ganz große Fantasy Literatur ohne die übliche Schwarz-Weiß-Malerei der Charaktäre. Da wird man nach 5-6 Bänden noch überrascht das ein Charakter doch nicht so machtgierig und skrupelos ist wie man vorher gedacht hat. Wohltuend auch der sparsame Magieeinsatz der für mich wesentlich zur Erhaltung der Spannung beiträgt.

    Der Nachteil: wie du schreibst, wenn man einmal sowas gelesen hat, kommen einem viele andere erhältliche Fantasybücher belanglos und simpel for.

  9. Sir Richfield sagt:

    Im Fantasy Bereich gehts mir seit Paul Kidds Justicar Reihe so. Für mich ist das Thema erst mal (seit ca. vier Jahren) tot, weil da keiner drüber kann. Ganz sicher kein Herr Heitz, der einfach nur die Tolkien Esoteriker bedient.
    Um das zu beschreiben: Paul Kidd ist AD&D Spieler… die Bücher heißen wie Abenteuer und sind… ich weiß nicht, wie man es beschreiben soll, aber man merkt halt, dass der Mann Spieler ist und nicht einfach einen Roman im AD&D Universum runterrotzt.
    Eines der Glanzlichter wäre dann die Beschreibung, was passiert, wenn man jemanden mit einem Beschleunigungszauber versieht – und ihm eine schwere Wunde zufügt…

    Und im SF Bereich… Hamilton hielt mich eine Zeit lang wach mit seinem Armageddon Zyklus, dann kam Jack McDevitt und seine Alex Benedict Reihe, dicht gefolgt von Jack Campbells Lost Fleet Reihe (Achtung – Semiharte SF, so mit Gedanken an „Realismus“ verschwendet).
    Das Problem ist halt – Wie Harzz beschrieb, in der physischen Welt findest Du so gut wie nichts mehr. Ich bin gerade beruflich unterwegs und hab da satt Zeit mal komplett durch eine stadt zu schlendern und das beste, was ich fand war ein Laden, der mit gebrauchten Büchern handelt. Was zu einem Impulskauf uralter Dune Bücher führte. (Weil ich alleine das Giger Cover mit den Worten „Gottkaiser“ und „Dune“ haben musste. irgendwie kamen da drei Dinge in meinem Kopf zusammen, die…).
    Und in der Welt der Amazons… ich weiß nicht, da fällt mir der Impuls einfach schwerer… da greife ich nicht einfach zu, nur um zuzugreifen.

    Und auf die naheliegende Idee – extrem günstiger E-Reader und Shareware Bücher (ersten fünf Kapitel oder so) – muss ich wohl noch zehn Jahre warten, bis die Chinesen die Dinger für 25,-€ in den Aldi stellen. (So wie damals die DvDs… man kann mir sagen, was man will, aber erst als die billigen Allesfresser auf den Markt kamen, kam auch die DvD in Schwung…)

  10. Gonzo sagt:

    Nachdem ich jetzt nach Herrn Harzzachs Empfehlung so langsam den letzten Band vom Abercrombie zu Ende lese… omg wo fängt man denn beim Erikson (D) an?

  11. Falls Dir mal wieder langweilig ist koennte ich noch die Black Company Serie empfehlen (http://en.wikipedia.org/wiki/The_Black_Company), duester, gewaltaetig und erfreulich nicht-tolkien. Nicht zu vergleichen mit Song of Fire and Ice oder Gardens of the Moon aber trotzdem unterhaltsam.

  12. crishan sagt:

    Wobei man bei dieser Buchreihe nicht vergessen darf, dass der Autor seit nun 5 Jahren, wenn nicht länger, am Folgeband sitzt, und er wird und wird nicht fertig.

    Da George R.R.Martin bereits in den 60ern ist, bekommt er von besonders fanatischen Fans bereits Mails wie „don’t you pull a Jordan on us…“ (Robert Jordan verstarb, bevor er seine Buchreihe ‚Wheel of Time‘ zuende führen konnte).

    Nachzulesen ist das hier:
    http://www.thestar.com/entertainment/books/article/784607–do-yourself-a-favour-don-t-read-this-

  13. Look sagt:

    [Ketzermodus an]

    Ich weiß gar nicht worüber Du redest, kenne ich nicht, habe ich noch nie gehört, geschweige den gelesen, kann ja nichts vernünftiges sein, steht ja gar nicht im Ladenregal.

    [Ketzermodus aus]

    Nicht falsch verstehen, aber wen Du mir mit Band 13. kommst, habe ich schon keine Lust mehr auch nur anzufangen, das ist wirklich zu viel totes Holz für mich – ich habe mich durch Pratchett gelesen und das auch nur, weil die Bücher NICHT aufeinander aufbauen. Wen das wie bei Feuer und Eis wird, dann gute Nacht, da bin ich irgendwie in Band 5 (deutsche Version) versackt vor Jahren, müsste also komplett noch mal neu durch, um wieder im Überblick zu sein, da fehlt mir einfach die Zeit zu.

  14. Mitch sagt:

    Und sehr viele Hauptcharaktere geben den Löffel ab… das ist einerseits auch eine gute Abwechslung aber hat mich teilweise zur Weißglut gebracht.

  15. Kane201 sagt:

    Hallo Harzach,

    nach fast zwei Jahren stillen mitlesens deines Blogs, kann ich deiner Ansicht nur zustimmen. Ein gutes buch zu finden gleich schon fast einem Sechser im Lotto. Mein Tipp versuch doch mal die Bücher von Walter Moers.
    „Die Stadt der träumenden Bücher“ und „Rumo und die Wunder im Dunkel“ sind genial und haben so gar nichts mit „normaler“ Fantasy gemeinsam.

  16. grüntee sagt:

    „The Stories of Ibis“ von Hiroshi Yamamoto
    „Sun of Suns“, erster Teil der Virga-Saga von Karl Schroeder
    „The Lifecycle of Software Objects“ von Ted Chiang

    *lesenwollen* Freu mich schon wenn ich wieder paar Tage Zeit habe…

  17. askies sagt:

    Kennt jemand tolle Fantasy-Bücher wo eine kleine Abenteuergruppe Fallengespickte Dungeons durchforsten? Natürlich am besten auch nicht so kitschüberladen.

    So klischeehaft es klingt, ich hab noch nie ein Buch mit so eienr Storys gefunden außer vielleicht von Robert E. Howard – aber da handelt es sich ja um keine Gruppe.

    Mich nerven leider diese epischen-Schlachten-Bücher.

  18. Jenner sagt:

    Hmm … kann verstehen wenn du nun auf „Entzug“ bist.
    evtl. könnte ja von Brandon Sanderson „Kinder des Nebels“, „Krieger des Feuers“ und „Herrscher des Lichts“ ein bisschen helfen … falls du Trilogie nicht schon gelesen hast.

  19. druss sagt:

    Kann dem blog nur zustimmen, Spiel der Götter ist nur schwer zu toppen, Karsa rules.
    Lied von Feuer und Eis ist auch sehr empfehlenswert, aber nur wenn man auf ein offenes Ende aus scharf ist, Ende nicht in Sicht.

    Meine besondere Empfehlung lautet die Drenai Saga, herrliche auf den Punkt geschriebene Herroische Fantasy Literatur von David Gemmell, zum mitfiebern….

  20. Luven sagt:

    Schön so kurz vor Weihnachten noch gute Buchtipps zu bekommen. Ich suche mir meine Geschenke schliesslich am liebsten selbst aus und da kann man Anregungen immer gebrauchen.
    Übrigens gerade erst die Drakensang 2 CE für 18€ ergattert, damit dürfte der Winter RGPmäßig ausgefüllt sein.

  21. anigunner sagt:

    Die Leute kaufen die Sachen halt nur noch Online. Das hat natürlich Konsequenzen, man ninmmt das ins Regal was sich am besten verkaufen lässt unter der Laufkundschaft. Vor allem wenn es Ketten sind, die völlig stromlinienförmig aufgebaut sind.

    Ich persönlich kann mit Tolkien, Vampierschnulzen oder kleinen Zauberlehrlingen gar nichts anfangen. Ich würde mich eher bei Pratchett wiederfinden. Oder bei den unzähligen Fanfics, die im Internet umherirren. Was mich aber ebenso wie dich ärgert ist das mittlerweile alles was mit Fantasy zu tun hat genau auf diese drei Marketingwellen ausgerichtet wird. Als ob es nichts anderes auf der Welt geben würde.
    Aber auf der anderen Seite, soll das Volk sich doch mit dem Einheitsbrei amüsieren. Es wäre Schade wenn man die anderen Werke auf Massentauglichkeit trimmen würde….

    Aber so viele Bücher wie hier aufgelistet werden, ich glaube da suche ich mir mal was für die Weihnachtsfeiertage aus. Danke für die Tipps 🙂

  22. Malkavianer sagt:

    Ich warte immer noch auf einen Abschluss der „Das Rad der Zeit“ Geschichte aber da der Gute Rober J. leider Tod ist, kann ich nur hoffen dass seine Kinder was vernünftiges basteln. 23Bände und kein Abschluss…

    PS: Traurig aber wahr. Ich liebe Herr der Ringe aber diese ewigen „Orks“, „Elfen“, „Gnome“ usw. Bücher sind eine Zumutung… Ich weiß schon lange nicht mehr was ich wirklich lesen soll. Daemon war richtig gut, aber die Fortsetzung kommt einfach nicht. Bleibt nur mal wieder der gute, alte Stephen K. Versuche mich gerade an „Der Stand“ 🙂

  23. minando sagt:

    Der Unterschied zwischen Tolkien und diversen Endlos- Fortsetzungen („Trilogien“): den Tolkien lese ich immer wieder gerne. Das ist eine epische Geschichte von Gut und Böse, damit kann ich was anfangen.
    Womit ich nicht viel anfangen kann sind künstlich in die Länge gezogene Endlosfortsetzungen die spürbar nur eine Existenzberechtigung haben, nämlich den Autor in Lohn und Brot zu halten.
    Deshalb sind für mich diejenigen Werke die besten, die nicht von Berufsautoren stammen, also von Leuten, die nicht auf den Erfolg ihres Werkes angewiesen sind.
    Tolkien ist dafür das Beispiel schlechthin: mit einem Erfolg des „Herrn der Ringe“ hat er niemals ernsthaft gerechnet.
    Dass viele der heutigen Endlostrilogien dennoch erfolgreich sind wundert mich allerdings kaum. Wirklich gute Fantasy- Autoren sind selten, so dass genug Lebensraum für alle anderen bleibt.
    Und man ist schliesslich nicht jeden Tag in Goethe-Stimmung: manchmal tuts auch ein Comic.

  24. distopia sagt:

    Priobier es mal mit Fantasy der etwas anderen Art:
    Die Scheibenwelt Romane von Terry Pratchett.

    Unfähige Zauberer, sture und unanständige Hexen, ein genialer Tyrann und eine Stadwache, die pauschal alles anders macht als sie es soll, um nur einige zu nennen.

    Witzig, intelligent.
    Die üblichen Verdächtigen sind nu mal gar nicht so wie man sie erwartet:
    Untote Anwälte.
    Zwergenfrauen, sie es wagen, sich als solche zu outen.
    Trolle, die sich ihrer beschränkten geistigen Kapazitäten bewusst sind und aktiv dagenen vorgehen.
    Und ein Hauptmann, der ständig seinem Tyrann ans Bein pisst – und dabei jedesmal (vom selbigen) auf der Karriereleiter nach oben gesetzt wird.

    Der Humor ist dabei nicht Selbstzweck sondern Teil der genialen Geschichten, welche die Aspekte der uns bekannten Welt sehr unterhaltsam widerspiegeln.

    Gruß 🙂

  25. elandorsch sagt:

    passt vielleicht nicht ganz ins genre, geht mehr in den bereich phantastische literatur. da möchte ich allerwärmstens haruki murakami empfehlen. wenn einem eines gefällt, der mann ist seit 30 jahre fleissig am schreiben.

    ansonsten is fantasy nich meins, aber walter moers ist toll

  26. Malkavianer sagt:

    Ich hatte noch 25€ bezahlt. Glückwunsch, das Spiel ist ejden Cent wert! 🙂

  27. Malkavianer sagt:

    haruki murakami klingt sehr vielversprechend. Danke für den Tip!! 🙂

  28. Puuka sagt:

    Jonathan Stroud- Bartimäus Reihe.
    Abercrombie – The first Law
    Alle Bücher von Sapkowski -> Witcher Reihe
    Alan Campbell – Deepgate Complex Reihe
    Jim Butcher – Harry Dresden (Momentan eine der besten fortlaufenden Serien.)
    Mike Carey – Felix Castor Reihe
    Glen Cook – Garrett Files (P.I. ala Rockford im Fantasy Reich vom Autor der Black Company)
    Stephen R. Lawhead – King Raven Trilogy
    Tad Williams – Memory, Sorrow & Thorn Reihe
    David Gemmel – Drenai Reihe
    David Feintuch – Seafort Reihe (Eine der brutalsten SF Reihen – Hornblower in Space)
    Naomi Novik – Temeraire Reihe (Napolonischer Krieg mit Drachen)
    Piers Anthony – Xanth
    Lloyd Alexander – Prydain Reihe
    Kelly McCullough – Ravirn Reihe (Schweinegenial – Asen und Cybersapce)

    Ansonsten: Ebook Reader und Internet 😉

  29. tav sagt:

    (spielverderber AN) Drakensang gibt es momentan als Gamestar Heftbeilage (/spielverderber AUS). Das Spiel ist trotzdem Ok 😉 wobei mir Oblivion besser gefällt. Aber jedem …usw…

  30. tac sagt:

    Sorry da habe ich gepennt. Ihr meint ja 2. Entschuldigung! 😦

  31. klopskalle sagt:

    Mich würde mal interessieren, wer von den „Twilight“-Flamern hier die Bücher auch wirklich gelesen und nicht nur deswegen irgendeinen Scheiß schreibt, weil die Vampirsaga so erfolgreich ist, was anscheinend ja nicht sein darf.

  32. Harzzach sagt:

    Diese Twilight-Romane können so schlecht oder gut sein, wie sie wollen … mich kotzt es an, dass es in Buchläden kaum noch Vielfalt gibt, dass viel Regalplatz für schnarchige Trend-Literatur reserviert ist, die alle nur dem Erfolg eines bestimmten Trendsetters hinterher rennt.

  33. JustMe sagt:

    Hi,

    wenn es mal etwas andere Fantasy sein soll, empfehle ich gerne: „The Mathematics of Magic: The Enchanter Stories of L. Sprague De Camp and Fletcher Pratt“. Das einzige Problem ist, dass man schlecht an die Bücher herankommt. Die bisher beste Ausgabe von NESFA (New England Science Fiction Association ist bei Amazon nur über Drittanbieter zu bestellen und dann schweineteuer… Ein Bestellversuch im lokalen Buchhandel dürfte zu einem wenig erfreulichen Ereignis für die Beteiligten werden.

    Wer eine Kreditkarte sein eigen nennt, kann hier fündig werden: http://www.amazon.com/Mathematics-Magic-L-Sprague-Camp/dp/1886778655. Die 26$ sind gut angelegt.

    Greetings Comrade

  34. Luven sagt:

    @ Malkavianer

    Ja ich freu mich schon drauf und das es dann auch noch gleich die CE ist, finde ich bei dem Preis schon bemerkenswert.
    Hab seit Sternenschweif von anno dazumal nix mehr mit DSA zu tun gehabt.

    @ tac

    Kein Problem, im Gegenteil bin ich froh, daß es zu dieser Verwechslung gekommen ist und ich nun weiß, wie und wo ich günstig an Teil 1 rankomme 😀

  35. Harzzach sagt:

    Die habe ich sogar in der damaligen Übersetzung vom Heyne Verlag. Ja, wirklich zu empfehlen!

  36. Mitch sagt:

    Wenn wir grade beim Thema Herr der Ringe sind…
    Irgendwie prägt das Buch bzw. dieses Universum so sehr die Vorstellungen einer Fantasywelt mit Orks, Elben, Menschen usw., dass man andere Bücher mit ähnlichem Setting von Haus aus nicht mehr wirklich mag.
    Bücher mit ähnlichem Inhalt haben also von Haus aus schon verloren… fragt sich nur, liegt das an dieser unglaublich detailliert ausgearbeiteten Welt, die seinesgleichen sucht, oder weil es einfach der Anfang der Fantasy-Literatur war.

  37. JustMe sagt:

    Hi,

    die habe ich natürlich auch, aber die Ausgabe von NESFA ist wirklich gut. Bibliothekseinband, alterungsbeständiges Papier, Fadenheftung und und und.

    BTW. Die Übersetzungen sind für das Genre und den Verlag wirklich gut, damals hat man sich das wohl noch ein wenig mehr kosten lassen als heute üblich.

    Greetings Comrade

  38. JustMe sagt:

    Hi,

    der Erfolg ist nicht das Problem, Stephen King ist noch erfolgreicher und den disst deswegen auch keiner. Stephanie Meyer aber propagiert mit ihren Vampirschwarten ihre ganz eigene Moral und zielt damit besonders auf weibliche Teenager. Das gibt sie übrigens ganz offen zu.

    Das Vampirgenre ist an und für sich ein Problem. Meyer und m.E. auch Anne Rice sind oft unerträglich kitschig. Das liegt wohl daran, dass sie in erster Linie für ein jugendliches, weibliches Publikum in Amerika schreiben, und da muss Erotik eben so codiert werden, wie es in ihren Romanen gemacht wird.

    Von den Filmen, die nach diesen Romanen gemacht werden ganz zu schweigen. Das legt das Niveau noch mal tiefer.

    Greetings Comrade

  39. klopskalle sagt:

    Weil das andere Zeug ( fast ) kein Schwein liest. Ich würde meinen Buchladen, führte ich ihn nach rein kommerziellen Gesichtspunkten, auch mit Trendliteratur vollstopfen, denn anders verdienst du kein Geld.

  40. AmmokK sagt:

    Tad Williams ist in der Tat sehr zu empfehlen.
    Saga von Osten Ard
    oder aber die
    Otherland Saga.
    Mehrere 1000 Seiten Lesespass, so wie es sein sollte!

    MfG,

    AmmokK

  41. Deagle sagt:

    Also Haldeman kann ich auch nur empfehlen.
    Vom Ewigen Krieg (wenns geht im Original lesen) gibt es eine schöne Gesamtausgabe aller Teile… „Peace and War, the Omnibus Edition“. Ist für mich die Referenz „ernsthafte SF“ schlechthin. Auch seine kürzeren Werke, Chameleon, Old Twentieth und The accidental Time Machine sind lesenswert.

    Die Bartimäus Trilogie war echt lustig… ist aber
    nunmal ne ganz andere Schublade als Haldeman…. Mehr so als würde Terry Prattchet Harry Potter neuschreiben…. irgendwie 🙂

    Wenn du auf schrägen, düsteren Steampunk stehst… schau dir mal China Mieville an… Perdito street station geht am flüssigsten, fand ich…. danach kann man auf Scar und Iron Council ausweiten – wenn es gefiel.

    Vernünftige sonstige Fantasy? oha… nagut, Tolkien geht immer, aber wer hat den noch nicht gelesen :P… Abercrombie fand ich gut, allerdings sehr .. brutalitätslastig.

    Gruß
    D.

  42. Take sagt:

    Wenn´s denn auch SciFi sein darf:

    Dan Simmons: „Die Hyperion Gesänge“ und, noch besser: „Endymion Pforten der Zeit/Die Auferstehung“

    Nachteil: Danach konnte ich schlechterdings keinen anderen SciFi-Roman mehr finden, der lesenswert war…

  43. elandorsch sagt:

    interessante empfehlung. aber
    wer wahrhaftig suchet der findet doch:

    wie wäre es mit asimov,lem,dick…etc.?

  44. Take sagt:

    „wie wäre es mit asimov,lem,dick…etc.?“ hatte ich schon vorher intus^^

  45. daft-sod sagt:

    Joe Abercrombie wurde hier schon erwähnt und ich möchte ihn hiermit auch nochmal empfehlen. Gleiche Tiefe wie Ericsson ohne die epische Breite.

  46. Buchhändlerin sagt:

    Ach wisst ihr Leute. Zufällig bin ich Buchhändlerin. Und zwar in einem Laden, der von euch so gehaßten Buchhandelskette. Und stellt euch vor: den Großteil der Namen, mit denen ihr hier um euch schmeißt, hab ich doch tatsächlich schon mal gehört! Und ihr werdets nicht glauben, ca. die Hälfte der Autoren steht bei uns im Regal. Vielleicht könntet ihr mal aufhören von einem schwarzen Schaf gleich auf die ganze Herde zu schließen. Das grenzt ja schon an Faschismus. Und nebenbei gesagt, ist es wirklich schwierig eine breit und tief sortierte Abteilung, sei es Fantasy oder was auch immer für ein Genre zu führen, wenn der Großteil der Buchhandelskunden eh nur den Bestsellerquark will. Das braucht man nun wirklich nicht zu beschönigen. Da versucht man, seine Lieblinge an den Mann zu bringen, aber wenn sie nach einem Jahr immer noch im Regal stehen, dann müssen sie halt irgendwann raus. Die zahlen eben keine Miete. Glaubt ihr nicht, dass man als Buchhändler da auch irgendwann frustriert in seinem Laden steht und sich einfach interessiertere Kunden wünscht? Aber davon, dass alle Jubeljahre mal son Freak vorbeikommt und nach Jordan oder Erikson fragt, kann man eben auch keine Miete bezahlen.

    So das wollte ich nur mal loswerden. Seid nicht immer so selbstgerecht. Wir versuchen auch unser Bestes. Aber wenn es eben keiner haben will?!

  47. Harzzach sagt:

    Ja, eine Runde Mitleid.

    Und lass den Faschismusvorwurf bitte dort, wo er passt. Thalia ist ein Massenmarkt-Buchverrammscher und nichts weiter.

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