Frustrated Game Developer is frustrated

Die Spielezukunft sieht trüb aus

So zumindest nach der Meinung von Keita Takahashi, Schöpfer von Katamari Damacy. Alles ganz schrecklich, alles öde, alles langweilig, nur noch stupides Technik-Gebolze. Doofes Motion Control-Rumgehopse. Zu alt für den Scheiss. 3D? Fuck you! Und überhaupt, früher (zu PS2-Zeiten) war alles besser.

Takahashi-san klingt nicht nur, als ob er kurz davor wäre aufzuhören. Nein, er hört tatsächlich auf. Keinen Bock mehr. Macht’s gut und danke für den Fisch!

Ok, soweit, sogut.

Hier frage ich mich aber, hört er auf, weil er für sich persönlich keinen Weg mehr sieht oder hört er auf, weil er in den Strukturen der japanischen Industrie keinen Weg mehr sieht? Gibt es eine nennenswerte Indie-Szene in Japan? Oder bedeutet Spiele-Entwicklung hier immer nur das Herumwerkeln an Spielen für geschlossenene Konsolen und Handhelds, wo man zuerst den Genehmigungsprozess des Publishers und Hardware-Herstellers durchlaufen muss und man nicht “einfach so” einen wirren Kreativ-Experimental-Ausbruch zusammencoden und ins Netz stellen kann? Gibt es nennenswerte Anteile des PCs als Spieleplattform?

Weiß einer meiner informierteren und schlaueren Leser eventuell mehr?

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11 Kommentare zu “Frustrated Game Developer is frustrated

  1. Ghaleon sagt:

    Die Japaner haben eine ziemlich große Indie Szene, reicht von Spielen, Comics, Hörspielen, Musik bis hin in obskuritäten die ich auch nicht kenne.
    PC-Spiele auch von unabhängigen Entwicklern sind durchaus denkbar, die Marktanteile gäbe es.
    ohnehin, könnte er auch PSN nutzen oder andere Kanäle.
    Allerdings die Reichweite von Playstation Spielen der ersten beiden generationen ist einfach nicht mehr so einfach gegeben. Da kann man weder als PC noch DLC-Spiel Programmierer sich wirklich behaupten.
    Was er nun macht wäre interessant zu erfahren.

  2. Deagle sagt:

    scouting obsi is scouting?
    Zu viele SC2 casts geschaut?

    Gruß
    D.

  3. Yuri sagt:

    Also soweit ich weiss, spielt der PC als Spieleplattform in Japan – zumindest bis vor einigen Jahren noch – keine nennenswerte Rolle. Ob sich das allerdings auch auf den Indie-Bereich bezieht, weiss ich nicht [ich wuerde aber darauf tippen, dass sowas durchaus existiert – siehe Kommentare vor mir].

  4. Harzzach sagt:

    Nä, zuviel Internet-Mem-Grammatik, zuviel Lolcat.

  5. Almashi sagt:

    gehört nicht ganz zum Thema aber trotzdem ganz nett gemacht:

    http://www.escapistmagazine.com/videos/view/extra-credits/1906-The-Future-of-MMOs

  6. Jan sagt:

    Der Unterschied in der japanischen Indie-(aka Doujinshi-)Szene ist dass praktisch alle Entwicklungen dort nur verfeinerungen alter Konzepte sind, aber es nur sehr selten mal etwas wirklich kreatives gibt. Bekannte japanische Indie-Spiele wie Cave Story oder La Mulana sind zwar qualitativ hochwertig aber eben nicht sonderlich kreativ (kleine Ausnahme: Recettear). Ausserdem machen 2D-Shooter einen grossen Teil dieser Szene aus, andere Genres sind viel schwaecher vertreten.

  7. Senior Leser sagt:

    Endlich sprichst du mal über japanische Spiele.

    So sehr ich diesen Blog liebe, so sehr vermisse ich die Abstinenz von Japanischen Spielen.

    Die Doujin-Szene ist in der Tat sehr groß, aber die Frage ist, was du da drunter verstehst.

    Im PC-Bereich sind 2D-Shooter, JRPG und Visual Novels ganz groß. Wenn du mal einen Blick auf die Bedtime Coder wirfst, findest du viel und vor allem Schrott. Geh einfach auf vector.co.jp (eine Art chip.de der Japaner, dort gibt es haufenweise Spiele zum saugen und auf famitsu.com findest du im PC-Bereich auch etliches zum zocken). Dennoch, es gibt Ausnahmen wie Blue Wish oder einige Touhou-Spiele, aber kein 2D Shooter kann es derzeit mit den Cave oder G.Rev Shootern mithalten. Deswegen, sorry, nehme ich die Doujin nicht wirklich ernst, man muss sich durch zu viel Scheiße „arbeiten“ bis man mal was vernünftiges findet.

    Ich könnte jetzt hier ganze Essays schreiben, beschränke mich aber nur auf einige Beispiele:

    Die japanische Spiele-Entwicklung ist derzeit kräftig am abflauten. Japan befindet sich nun seit über zehn Jahren in einer kräftigen Wirtschaftskrise. Ich will jetzt nicht darauf eingehen, aber das hat u.a. folgende Auswirkungen:

    Japans Arkade-Hallen sterben aus, das Taten sie schon vorher, aber bis jetzt konnten sie sich irgendwie halten. Pachinko und Plüschtier-Krabsch-Maschinen ersetzen immer mehr die alten Automaten. Nun ist es aber soweit, dass sogar Cave in Erwägung zieht aus dem Markt auszusteigen und sich mehr in Richtung Handys entwickeln wollen, Stichwort: CaveMobile.

    Das Problem, dass die Entwickler zur Zeit haben, ist die Tatsache, dass es zu Teuer ist für Konsolen zu entwickeln. Ich kann mich nicht mehr genau an die Zahl erinnern, aber ich meine mal gelesen zu haben, das einer von 5pb in einem Interview gesagt hat, dass ein Spiel sich mindestens 20k mal verkaufen muss um überhaupt die Lizenzkosten auf der PS3 veröffentlichen zu dürfen wieder einzufahren; wir reden hier aber noch gar nicht von den Entwicklungs- oder Marketingkosten. Sony hat sich auch selber etlicher Schnitzer erlaubt, z.B. durften zur Anfangszeit keine 2D Spiele für PS3 veröffentlicht werden und offiziell darfst du nach Europa nichts für PSP oder PS3 aus Japan importieren. Wenn du es mir glaubst, wirf mal einen Blick auf Play-Asia.com und sag mir, was da unter den PSP/PS3-Spielen steht.

    Die Wii ist eine Familienkonsole, auch in Japan. Es lohnt sich nicht obskure Spiele dafür zu entwickeln, weil sie sich einfach nicht verkaufen. Punkt.

    Die 360 ist die einzige Alternative, aber verkauft sich wie verschimmeltes Brot in Japan.

    Ich bin ein Fan der Bullet Hell games, deswegen kenne ich mich da etwas aus. Cave hat mit Mushihimesama Futari und Espgaluda II zwei Region-Free Shooter rausgehauen (360), nur um zu sehen wie sehr die Verkaufszahlen davon beeinflusst werden. Um es kurz zu machen: kaum. So wenig, dass Cave in Zukunft nur noch Japan-Only veröffentlicht (schon wieder). DeathSmiles ist das einzige Spiel, dass es in die USA geschafft hat, aber Finger weg. Es ist ein grausamer Port. Jedenfalls reicht der japanische Markt alleine nicht mehr aus für die kleinen Studios und deswegen MÜSSEN sich diese auch darauf konzentrieren Spiele zu entwickeln, die auch den westlichen Geschmack ansprechen. Was dabei rauskommt, kannst du wunderbar bei SquareEnix sehen.

    Der Japanische portable gaming Markt hingegen blüht, was in Japan auf dem DS, PSP und Handys auskommt erinnert an die guten PSX und Saturn Zeiten (Viel Shovelware aber auch etliche Perlen, einfach VIEL von allen). Final Fantasy 4 bekam z.B. einen waschechten Nachfolger für japanische Handys und meines Wissens ist das Ding für nicht-Japaner via Wii-Ware erhältlich (Nochmal: ein JRPG für Handys!). Das Problem der winzigen Bildschirms bleibt aber. Sorry, vielleicht bin ich schon zu alt, aber ich will meine Spiele auf einen Bildschirm genießen, der größer ist als mein Penis.

    Es gibt dennoch interessante Spiele für die großen Konsolen aus dem fernen Osten:

    z.B. das kommende El Shaddai, dass sich dafür aber nur ein britischer Publisher gefunden hat, sagt schon viel aus.

  8. Harzzach sagt:

    Endlich sprichst du mal über japanische Spiele

    Was daran liegen mag, dass ich von japanischen Spielen jetzt nicht soooooviel Ahnung habe 🙂

    Wenn Du möchtest, kannst Du aber gerne etwas zu diesem Thema schreiben und ich poste es hier als Gastbeitrag.

  9. Senior Leser sagt:

    Lust hätte ich schon. Ich würde gern etwas über den Stand der 2D-Shooter in Japan schreiben.

    Soll ich dir das ganze als Mail schicken mit Anhang? Das wäre dann eine .odt-Datei (nutze OpenOffice), dann kannst du gegebenenfalls Dinge abändern die dir nicht gefallen.

  10. Harzzach sagt:

    Jepp, Mail an harzzach@gmail.com, gerne als .odt
    Tausend Dank im Voraus! 🙂

  11. dokterschlonz sagt:

    das interview ist ein wenig schwachsinnig, beziehungsweise macht es wenig sinn solche kurzsichtigen statements öffentlich abzugeben.
    wenn er gerade eine depression erlebt und etwas anderes machen möchte, dann ist das in ordnung, deswegen braucht man sich aber noch lange nicht offiziell und allgemein die „ps2 ära“ (was immer das auch sein mag) wiederherwünschen zu wollen.
    selbst wenn es so wäre, dass derzeit neue technologien eingebracht werden, und die ersten implementationen in die hose gehen heisst das noch lange nicht, dass das schlecht ist.
    nach dem tal folgt der nächste hügel und so weiter. und so wechseln sich inhaltliche wie technische innovationszyklen vielleicht eben phasenverschoben ab.
    genausogut könnte man jammern, dass die cpu taktung ins stocken geraten ist, und jetzt multicores und 64 bit kommen, und man sich am liebsten in die 90er mit den jährlichen taktungsverdoppelungsraten zurückwünscht.
    nostalgie ist somit nur etwas für schwächlinge und jetztzeitneurotiker, die sich reflexartig an vergangenes klammern. aber wie gesagt, in einer schwachen phase darf man das gerne mal machen.

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