Himmel und Hölle

Nein, als Fan der STALKER-Serie kann man mich nicht gerade bezeichnen. Bin nie mit diesem Franchise richtig warm geworden. Aber was mir gefällt oder nicht gefällt ist auch egal, denn GSC haben gestern STALKER 2 angekündigt und dazu einen äusserst optimistischen Releasetermin im Laufe des nächsten Jahres genannt.

<stalker-fan> Yay! Freude! Halleluja! Jubel! </stalker-fan>

Dann aber liest man in der Pressemitteilung folgendes:

“A completely new multi-platform technology developed by GSC will make the core of the game.”

Multiplattform? Konsolitis? Pest? Cholera? Und so stürzen STALKER-Fans weltweit innerhalb weniger Sekunden von himmelhochjauchzender Freude in tiefste Depressionen. Angst, Paranoia, Verzweiflung oder gar nackte Panik machen sich breit.

“Please, don’t dumb it down for the consoles!” lautet das neue Mantra und tägliche Nachtgebet, welches Fans dieser Serie nun bis zum Release vor dem Schlafe an die Götter senden, von denen sie sich Hilfe versprechen. Denn man stelle sich vor … STALKER mit Savepoints, Cover-System, Auto-Heal und grobschlächtigem Interface? Ja, ich glaube als STALKER-Fan würde mich jetzt auch die Furcht packen …

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in News.

24 Kommentare zu “Himmel und Hölle

  1. Hach ja, ich find immer mehr gefallen dran, zu lesen wie sich PC Gamer über Konsolen aufregen 😀 Wobei ich Stalker jetzt nicht unbedingt auf Konsole spielen muss … aber prinzipiell isses amüsant 😀

  2. thekork sagt:

    Das liegt ganz einfach am Herzblut, was jedesmal vergossen wurde, wenn von einem wirklich viel versprechenden Nachfolger eines geliebten Games nachher kaum noch was übrig blieb, weil es lieblos zielgruppengerecht auf Konsolen zusammengestutzt wurde… Da könnte man stundenlang aufzählen…

  3. klopskalle sagt:

    Yeah, mal wieder ein Multiplattform-Verriss von dir.^^ Langsam wirds langweilig, naja alter Sack halt. xD

    Aber mal ernsthaft: Solange nichts über das Gameplay bekanntgegeben wurde, ist das Gejaule über „zielgruppengerechten Zusammenstutzen für Konsoleros“ überflüssig. Zumal Stalker, trotz der vollmundigen Versprechen im Vorfeld, nie eine Innovationsbombe sondern ein konventioneller Shooter mit guter Handlung, interessantem Setting und einigen Rollplay-Elementen war. Das Gameplay kann man daher problemlos für Konsolen umsetzen.

  4. thekork sagt:

    Dein Wort in Gottes Ohr…

  5. Miruba sagt:

    Die Erfahrung -ja, da ist ein alter Sack dem jungen Gemüse meist vorraus- lässt leider nichts anderes als Bestürzung über die Nachricht für Fans der Stalkerreihe zu.
    Und das gerade das Shootergenre durch die größere Fixierung auf Konsolen eher 2 Schritte zurück als 1 nach vorne gemacht hat, ist nun mal offenkundig.

  6. klopskalle sagt:

    Ich weiß, dass sich die meisten Multiplattform-Entwicklungen der letzten Jahre nachteilig für den PC auswirkten. Trotzdem vermeide ich es, die Aussage „Multiplattform = fail“ als Gemeinplatz zu vertreten. Schließlich gibt es auch genügend Spiele, die an die Besonderheiten des PC angepasst wurden.

    Und nein, Savepoints, Cover-System, Auto-Heal müssen nichts Schlechtes sein, nur weil Harzzachs dies seit Ewigkeiten gebetsmühlenartig propagiert.

  7. Miruba sagt:

    Die Konsolen an sich sind ja gar nicht das Problem und wurden/werden auch von vielen PC-Spielern gerne genutzt.
    Das Problem ist, daß viele Spiele durch die Publisherpolitik auf den „kleinsten gemeinsamen Nenner“ gekürzt werden, was zumeist ein Rückschritt im Sinne der Technik, des Gameplays und der Innovation darstellt.
    Früher konnte man im Shootergenre zumindest noch von Stagnation reden, doch seit der Fixierung Richtung Konsolen muss man von waschechten Rückschritten sprechen.

  8. klopskalle sagt:

    Ach komm, die ganzen „Vereinfachungen“ hielten nicht erst mit den Konsolen Einzug im Shooter Genre. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass man in Call of Duty 2 nicht frei speichern konnte; auch die ominösen Verbandspäckchen gab`s meines Wissens dort nicht mehr. Und das Spiel erschien zuerst für den PC, bevor es für Xbox 360 und PS3 veröffentlicht wurde.

  9. Harzzach sagt:

    Ich sage nicht, dass oben genannte Features grundsätzlich etwas „schlechtes“ sind. Sie sind nur Ausdruck einer für viele PC-Gamer und alte Säcke zunehmenden Verdummung und Versimplifizierung einst liebgewonnener Genres. Wer daran seinen Spass hat, der soll um Gottes Willen bitte weiterhin seinen Spass daran haben. Aber ich muss es nicht gut finden, nur weil es derzeit Mainstream und Ausdruck einer zielgruppenoptimierten Produktstrategie der Majors ist.

    Zudem es mir nur darm geht, ein Spiel auf die jeweiligen Eigenarten der gewählten Plattform anzupassen. Wenn Multiplattform, dann aber richtig und nicht nur die üblichen faulen Kompromisse und schludrigen Conversions, wie wir sie aus der Vergangenheit zur Genüge kennen. Zudem ich mal den Konsolero kennenlernen würde, der bei entgegengesetzten Vorzeichen (Multiplattformspiele mit dem Schwerpunkt auf die PC-Version) nicht genauso das große Kotzen bekommt.

  10. Harzzach sagt:

    Und GENAU diese Features waren auch Ziel der Kritik an diesem Spiel. Im Vergleich zum Vorgänger war CoD 2 ein klarer Rückschritt. Niveaulose Schiessbude anstelle eines skillbasierten Shooters. Aber niveaulos verkauft sich stets besser, weil die große Masse eben keinen Anspruch hat.

    Da gibt es nichts „schön“ zu reden. Das EgoShooter-Genre, das Action-Genre hat in den letzten zehn Jahren deutliche Rückschritte hingelegt. Finanziell äussert erfolgreich, keine Frage, aber spielerisch simpler und primitiver geworden.

  11. klopskalle sagt:

    Ich halte das Aufsammeln von Verbandspäckchen genauso anspruchs- und skilllos wie Autoheal. Beide Konzepte sind unausgegorener Scheiß und die Spieleentwickler dieser Welt dürfen sich gerne Gedanken über ein intelligenteres, forderndes Heilsystem in Shootern machen.

    Freies Speichern mag ganz toll und praktisch sein, aber auf Savepoints setzende Spiele verlangen dem Spieler mitunter mehr ab als jene, wo man frei speichern kann. Call of Duty 2 ist ein gutes Beispiel. Für die letzte Mission ( Veteran ) auf seiten der Amerikaner brauchte ich ziemlich lange und war ein bißchen stolz auf mich, nachdem ich es geschafft hatte. Mit „Quicksave“ und „Quickload“ wäre es wesentlich einfacher gewesen.

  12. Harzzach sagt:

    Ich halte das Aufsammeln von Verbandspäckchen genauso anspruchs- und skilllos wie Autoheal.

    Warum? Bei Auto-Heal muss ich mich nur irgendwo ungestört für ein, zwei Sekunden hinstellen. Fertig! Mit Healthpacks muss ich a) mich erinnern, wo ein Healthpack liegt und b) meine Vorgehensweise darauf abstimmen. Ich muss beim Spielen mehr Denken. Ich muss mir Gedanken darüber machen, ob ich ein wenig zurückgehen soll, um das Healthpack zu holen oder ob ich damit bis nach einem Kampf warten kann, um die dort erlittenen HP-Verluste auch noch auszugleichen. Ich bin als Spieler mehr gefordert.

  13. klopskalle sagt:

    Spiele bitte Gears of War oder Call of Duty auf dem jeweils höchsten Schwierigkeitsgrad und du wirst sehen, dass dir der Autoheal keinerlei Vorteile gegenüber dem Medipacks bringt; vor allem deswegen, weil du dich mitnichten immer zwei bis drei Sekunden irgendwo hinstellen und ausruhen kannst, wenn die Kacke am Dampfen ist.

  14. bartgesang sagt:

    hallo klopskalle,

    aber das ist doch genau das problem. wer will denn bitte gears of war oder call of duty spielen, wenn er als pc-sozialisierter einen shooter zu sich nehmen will? gehe ich ins restaurant, um dort pommes rot weiß zu bestellen?

  15. klopskalle sagt:

    Aber dass das Shooter Genre so anspruchslos geworden ist, liegt nicht allein an den Konsolen und den daraus resultierenden Multiplattformentwicklungen. Das liegt vor allem an anspruchslosen Konsumenten, die innovative und komplexe Spielkonzepte kommerziell abstrafen, was sich kein Entwickler von Big Budget Produktionen erlauben kann.

    Der Spielemarkt unterscheidet sich diesbezüglich nicht vom Musik- bzw. Filmgeschäft. Leichte Unterhaltung wird von der Mehrzahl gewünscht. Arthouse interessiert kein Schwein, bzw. nur die Wenigsten.

  16. Harzzach sagt:

    Ich werfe den Konsumenten von Konsolenspielen nichts vor. Ich sage nur, dass die Industrie natürlich der großen Masse hinterher rennt und der Anspruch somit zwangsläufig sinkt. Und da die große Masse auf der Konsole zockt, bedeutet ein Multiplattform-Titel in der Regel auch anspruchsloseres Gameplay, da sich kaum jemand die Mühe macht ein Spiel auch den Geschmäckern der kleineren PC-Gemeinde gerecht werden zu lassen.

    Wenn STALKER 2 also den Multiplattform-Weg beschreitet, kann man mit großer Wahrscheinlichkeit sagen, dass STALKER 2 anspruchsloser und simpler wird. Ich denke nicht, dass GSC die Ressourcen hat, um das Projekt explizit auf die jeweilige Plattform anzupassen. Nicht einmal Blizzard tut das, obwohl man dieser Firma am ehesten zutrauen würde über die finanziellen Mittel zu verfügen, ein Diablo 3 für PC UND zeitgleich ein Diablo 3 für Konsolen zu entwickeln.

    Die wirtschaftliche Realität von Multiplattform-Spielen bedeutet in der Regel nichts Gutes für PC-Zocker. Und deswegen sind Befürchtungen der STALKER-Fans kein weinerliches Rumgeheule, sondern begründete Skepsis angesichts der Erfahrungen der letzten Jahre mit Multiplattform-Spielen.

  17. bartgesang sagt:

    Ich glaube, der Vergleich hinkt ein wenig. Wir reden hier immerhin vom Shooter-Genre. Das war auch in den 90ern und frühen 2000ern kein Arthouse. Und Kohle gemacht wurde da ganz ordentlich, das kannste mir glauben. Auf Seiten der Graka-Produzenten zu den Hochzeiten des Aufrüstrennens sogar ganz erheblich. Aus reiner Not ist von denen keiner auf die Multiplatform-Schiene eingebogen. Eher aus reiner Gier.

    Wir reden hier ja nich über an der Masse gescheiterte Perlen wie Anachronox oder Psychonauts. Sondern über den Fakt, dass man mitlerweile dem in so vielen Belangen unbefriedigenden STALKER hinterhergreinen muss, weil es zumindest eines für meinen Geschmack sehr gut hinbekommen hat: Gepflegtes PC-Ballern. Das man unterdessen schon aus der Tatsache heraus, dass man sowas gerne mal wieder mit einem aktuellen Spiel tun würde, in den Ruch des Arthouse-Konsumenten gerät, ist ja das eigentlich Kaputte an der Situation. STALKER 2 nur für den PC wäre nach deiner Einteilung also Arthouse. Das ist ungefähr so, als würdest du die nicht 3D-Version von Avatar zum Arthouse erklären.

  18. klopskalle sagt:

    Du verstehst nicht, worauf ich hinaus will. Ich schrieb, dass die breite Masse „leichte Kost“ verabreicht bekommen möchte und sich eine Minorität für Arthouse, also anspruchsvolle, innovative, jegliche Konventionen sprengende Kunst interessiert. Das betrifft sämtliche Unterhaltungsmedien und Computerspiele zählen dazu.

    Ich habe das Shooter Genre nie als Arthouse betitelt, das interpretierst du fälschlicherweise aus meinem Posting.

  19. klopskalle sagt:

    Deinen Kommentar kann man, wenn man will, dahingehend interpretieren, dass PC-Spieler die anspruchsvolleren Zocker seien, was ich zu bezweifeln wage.

  20. bartgesang sagt:

    Ist das so? Hm, hm, also es geht hier ja um STALKER, einen soliden PC-Shooter (mit mittelschwer gegen den Baum gegangenen RPG-Elementen). Dein Punkt war dann, das solche Spiele deswegen nicht mehr gemacht würden, weil die dumpfe Masse eben nur auf Einheitsbrei steht, wogegen Arthouse eben Nische ist.

    Daraus entnehme ich dann im Rahmen unserer Diskussion, das reine PC-Shooter heute Nische und Arthouse sind und Multiplattform-Titel der Mainstream. So ist es aber dann doch nicht. PC-Shooter sind heute Nische, Gott seis geklagt. Arthouse waren sie hingegen so gut wie nie, weder auf PC noch Konsole. Sie haben mir nur früher mehr Spass gemacht.

    Und wie gesagt, dein Argument mit den Majors geht meiner Meinung nach in die falsche Richtung. Nolf, FEAR, Max Payne 1 und 2, Stalker waren alle wirtschaftlich erfolgreich, also im Mainstreammarkt bei den „Dumpfzockern“ gewinnbringend zu verhökern. Es hat halt nur ab einem gewissen Punkt nicht mehr für die Businesspläne gereicht, es musste eben noch mehr Kohle gemacht werden und das ging nur über den Multiplattform-Schritt. Mit der Folge, dass sich dieses einstige PC-Mainstream-Genre per excellence, in dem sich Leute wie Carmack in den 90ern dumm und dämlich verdient haben nachhaltig die Krätze geholt hat. Zumindest für unser einen, der einfach gewisse Standarts voraussetzt, um beim Spielen eines Shooters Spass empfinden zu können.

    Mein Gott, als STALKER rauskam, machte ich mir ernsthaft noch Hoffnungen, jetzt würde sich auch storytechnisch endlich mal was tun in dem Genre. Fünf Jahre später ist man froh, wenn man noch frei Speichern darf und nicht die ganze Zeit durch Schrumpf-Level-Schläuche von QTE zu QTE gehetzt wird. Es ist einfach nur noch erbärmlich. Ich kaufe dieses Zeugs nicht mehr.

  21. thekork sagt:

    Achja, wo wir grad beim dumb-it-down waren… habe gestern das aktuelle Deus Ex 3 Video gesehen. Mit Ingame-Sequenzen.
    Allerdings fällt’s mir ein wenig schwer zu unterscheiden, was nun Ingame und was gerendert ist, weil die Kamera ständig zwischen 1st- und 3rd-Person hin- und herspringt.
    Ich hoffe allerdings schwer, dass die Szene, in der die Hautptfigur bei ca. 0:55 min automatisch von einer Deckung in die andere wechselt keine (!) Ingameszene ist.
    DX mit Autodeckung ist ungefähr so dumm, wie Colin McRae mit Autopilot… aber ich sollte die Majors mal nicht auf dumme Gedanken bringen.

  22. Harzzach sagt:

    Das wird wohl In-Game sein, da schon seit längerem bekannt ist, dass DX3 ein Cover-System haben wird.

    => Stupidifizierung zwecks Umsatzmaximierung!

  23. Rollenprinz sagt:

    Die Bedenken der S.T.A.L.K.E.R. Fans kann man sicher nachvollziehen. Aber ich würde da den Teufel noch nicht an die Wand malen. Ein Nachfolger kann ruhig auch mal ganz anders sein als sein Vorgänger und trotzdem viel Spaß machen. Fallout 3 z.B. fand ich sehr ansprechend auf dem PC. Und wer braucht denn nach einem Stalker, Clear Sky und Call of Pripyat noch einen weiteren gleichen Teil?

    Auch die „Innovationen“ der Konsolitis müssen nicht unbedingt schlecht sein. Rainbow Six Vegas (2) fand ich mit Deckungssystem und Autoheal trotzdem sehr gut und taktisch ansprechend. Man darf halt keinen reinrassigen Egoshooter erwarten.

    Was CoD, MoH & Co angeht, die fand ich alle vom ersten Teil an simpel und ideenlos.

  24. Darkfox sagt:

    Ich frag mich warum Stalker hier von allen so in den Himmel gelobt wird. Beim ersten Teil wurden vom Entwickler lauter Versprechungen an Features abgegeben die im fertigen Produkt nicht enthalten waren. Fahrzeuge, außergewöhnliche AI etc. Vieles wurde erst später durch harte moding-community Arbeit ermöglicht. Abgesehen davon war/ist das Spiel das reinste Bugfest. Wenn Teil 2 Bugfreier wir ist mir ein Konsolen rlease ganz recht.
    Die Verödung des Shooter Genres hat auch zuerst am Pc begonnen. Man muss sich nur die Schwemme an WK 2 Titeln In den frühen 0er Jahren ansehen. Dagegen ist GOW richtig gut. Selbst ohne Konsolen wäre das Genre heute wsl. nicht besser.

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