Auf verlorenem Posten

So in etwa mussten sich wohl die Drehbuchautoren gefühlt haben, als ihnen eines Tages bewusst wurde, dass sie im Rahmen von “Lost” nicht einfach nur lustig Mysterium auf Mysterium bringen können, ohne sich Gedanken um die inneren Story-Zusammenhänge zu machen, sondern man TATSÄCHLICH von ihnen erwartete, die Geschichte um Jack und Kate und Hurley und all die anderen zu Ende zu erzählen.

Gestern habe ich die finale und letzte Episode gesehen und kann zum Glück sagen, dass ich aus Erfahrung schon damit gerechnet habe, dass man mir zum Schluss irgendeinen verschwurbelten Müll präsentiert, weil die Autoren es (mal wieder) nicht geschafft haben, all die losen Enden ihrer Geschichte aufzunehmen und abzuschliessen.

Das war schon bei den X-Files recht dämlich, bei Ronald Moores Battlestar Galactica zwar nicht gänzlich schlecht, aber letztendlich auch etwas unglücklich und nun meinten die Jungs vom Lost-Team ebenfalls den religiös angehauchten Erlösungsweg gehen zu müssen, um nur ja nichts erklären zu müssen. “You have to believe!” sagte damals schon Fox Mulder, sagte gestern abend Kate und sagen all die verzweifelten Drehbuchschreiber weltweit, wenn sie merken, dass ihnen im Laufe der Produktionsjahre die eigene Geschichte entglitten ist.

Nein, ich habe gar nichts to believen. Fuck you!

Nein, ich erwarte nicht, dass man mir alles haarklein und en Detail erklärt. Ich kann aber erwarten, dass man nicht versucht mich für dumm zu verkaufen!

Anyway, bis auf das Finale hatte ich meinen Spass an Lost, hatten auch viele andere Leute ihren Spass mit Lost. Nur, beim nächsten Mal, bei der nächsten “Woohoo, it’s a mystery!”-Serie … wäre es vielleicht möglich, sich schon VORAB darüber Gedanken zu machen, wie die kausalen Zusammenhänge der Story beschaffen sind, anstatt im Nachhinein feststellen zu müssen, dass man sich vor lauter Drauflosschreiben und –drehen vollkommen verrannt hat?

Grmblll …

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22 Kommentare zu “Auf verlorenem Posten

  1. Svennö sagt:

    Und dann wird eine Serie wie „Dollhouse“ abgesetzt, die spätestens mit der 2. Staffel Serien-Storytelling und Characterentwicklung at its best geboten hat.

    Lost war in der ersten Staffel super, in der zweiten hab ich mich irgendwann ausgeklinkt…aber jetzt kommen eh gleich die ganzen fanboys raus die erzählen, wie super die Serie war und wie voll misterymäßig und Character und so…

    Zum Lesen:
    http://www.moviepilot.de/news/7-gruende-gegen-lost-106478

    P.S. Und gottseidank wurde Heroes endlich abgesetzt…

  2. Harzzach sagt:

    P.S. Und gottseidank wurde Heroes endlich abgesetzt…

    Du meinst, die Serie wird nach dem Ende von Season 4 doch nicht fortgesetzt? Puhhh … *angstschweiss von der stirn wisch*

  3. Ruhre sagt:

    Wirklich vollends überzeugen konnte mich die Serie nie, aber sie hat stellenweise richtig Spaß gemacht.
    Habe kürzlich Season 5 gesehen, die für mich eine der gelungensten war.
    Aber auch mir war von Anfang an klar, daß das kein gutes Ende mit der Serie nehmen wird, dazu fehlte von Anfang an das Konzept, die klare Linie, der Masterplan.

  4. Frank sagt:

    Meine Freundin steht sehr auf Lost und Prison Break etc, ich persönlich kann in den meisten Fällen nichts mit Cliffhangern etc anfangen. Ich mag eher die Serien die eine abgeschlossene Handlung pro Folge bieten und meinet wegen noch einen gewissen Subplot über ein oder zwei Staffeln…. Allerdings muss ich ehrlich gestehen dass ich von Lost nur die allerersten drei oder vier Folgen gesehen habe, schon da hat es mir von der Thematik allein nicht wirklich zugesagt. Dafür mag ich den NCIS 😉

    Gruß
    Frank

  5. Hotze sagt:

    Ging mir ähnlich habe Lost Season 1 begeister verfolgt – Season 2 halt geschaut weil Stqaffel 1 gut war – bei Season 3 dann irgendwann die Lust verloren als sagenumwobene Nebelschwaden im Urwald umherirrten und glatzköpfige Protagonisten komische Codes alle 90 Minuten in nen Computer eintippten….da wars für ein Grauss und ich konnte mir das nichtmehr weiter anschauen.

  6. Svennö sagt:

    Prison Break…

    „Wie, zweite Staffel?!?!?!?! Ich dachte die sind schon längst ausgebrochen?!?!?!“

    Daran leidet jetzt auch „how i met your mother“, Konzept der ersten beiden Staffeln übern Haufen geworfen und solange produzieren, bis die Einschaltquoten nicht mehr stimmen.

  7. Frank sagt:

    Bei „How I met your mother“ sehe ich das allerdings nicht so eng. Natürlich besteht der Reiz zum Teil darin herauszufinden wer den letzten Endes die Mutter ist. Allerdings ist es eine Sitcom und keine Mysterie oder sonst was Serie, daher kann ich es verzeihen solange wenigstens die Gags noch halbwegs sitzen.

  8. Terrance sagt:

    Also, ich fand das Ende von Lost nett. Es hat nicht wirklich überrascht, ich bin sogar der Meinung, dass die Theorie vor Jahren schon aufgekommen ist (aber dann von den Autoren bestritten wurde).

    Ich muß zugeben, dass ich von Staffel 6 bis zur vorletzten Folge fast schon geschockt war. Das war genau so ein heilloses Durcheinander wie in Staffel 3, wo keiner genau wußte, wohin die Reise gehen soll. Aber die letzte Folge hat dieses ganze Chaos in ein schönes Ende geführt – ein Ende, bei dem ich vor meinem Monitor hockte und abwechselnd geheult und gelacht habe. Die Situation zwischen Jin, Sun und Juliet war sweet und Sahid und Shannon oder Juliet und Sawyer zu sehen war fast so schön wie das Piknick von Hurley und Libby. Es hat perfekt zusammengepaßt – einen Sinn ergeben.

    Die Folgen zwischen Staffeln 1 und 6 waren einfach bloß Füllwerk. Wahrscheinlich könnte man die ganze Serie auf 3,5 Staffeln zusammenschneiden und es wäre vielleicht die perfekte Show geworden.

    Deshalb stören mich die ganzen unbeantworteten Fragen auch nicht. Mir ist egal, wieso die Nahrung vom Himmel fiel. Mich interessiert nicht, was die Dharma-Initiative auf der Insel gemacht hat. Henry Gale geht mir am Arsch vorbei! Ich blende einfach die ganzen Fehler der letzten 6 Jahre aus und werde in 30 Jahren meinen Enkeln davon erzählen, wie es war, als damals die letzte perfekte Serie über meinen Bildschirm flimmerte.

  9. crishan sagt:

    Bei HIMYM haben sie sich ja dadurch selbst
    ins aus geschrieben, dass sie Robin zu
    „Aunt Robin“ machten…sehr schade, denn das
    wäre die von Beginn an optimale Lösung
    gewesen…

  10. Juarazo231 sagt:

    Sah Lost nur bis zur dritten Staffel und habe nach einem Filmriss nicht wieder eingeschalten aufgrund des gerissenen Fadens. Zum Glück wie ich jetzt festellen kann.

    btw lustige 10-Sekunden Zusammenfassung von Lost

  11. gast sagt:

    Kann ja nicht alles so perfekt und durchdacht wie Babylon5 sein.

  12. Harzzach sagt:

    Wir mögen Dich trotzdem ;-P

  13. Terrance sagt:

    Immerhin hab ich dich dazu gekriegt, weiter zu gucken. 😉

  14. Sir Richfield sagt:

    Äh nee, das hätte nicht geklappt. Sonst hätte Ted sie nie beim Namen nennen oder beschreiben dürfen. Die Kinder werden ja wissen, wie ihre Mutter aussieht. Spätestens die deutlich Kanadische Ader wird sie nicht verstecken können.
    Für die erste Zeit hat das gut geklappt und ich bin froh, dass der Witz nicht total zu Tode geritten wurde.

    HIMYM hat es in der Beziehung aber generell sehr einfach, auch wenn mir in der aktuellen Staffel ein wenig die dezenten Hinweise auf die Mutter fehlen (Es sei denn die Sache mit der Mitbewohnerin war in dieser Staffel *g*). Solange die Gags zünden läuft sie weiter und wenn die Leute nicht mehr gucken wollen (Oder die Sender das so lange im Programm unherschieben bis keiner mehr weiß wann es läuft), dann machen die einen [quote=“TvTropes“]Asspull[/quote] und präsentieren einfach irgendeine Frau als die Mutter, paar peinliche Momente, Hochzeit, feddisch!
    (Obschon ich Barney, Marschall und Lily vermissen würde. Die drei alleine könnten eine Serie tragen.)

  15. Radler sagt:

    Warum HIMYM so erfolgreich ist, erschließt sich mir nicht.
    Mir kommt das vor wie so eine Friends Sitcom nur für die nächste Generation, und Friends war schon mehr als öde.^^

  16. Hyrsch sagt:

    Da kann ich nur zustimmen.
    Ich bekomme immer das kotzen wenn ich dann sowas höre wie: Ja aber die Effekte sind misst, also kann das nix sein …. , bloß nicht auf die Story achten.

  17. thekork sagt:

    Nicht nur bei Games gibt’s die Grafikhuren… 🙂

  18. Frank sagt:

    Wat? Friends öde? Ich verteil gleich ein paar Schellen!! 😉

    Obwohl ich eindeutig männlich bin, gehört Friends auch heute noch zu meinen Lieblingssitcoms… besser als der King of Queens Schmuh zusammen.

  19. Frank sagt:

    Ja, Babylon 5 hatte schon was, auch wenn ich damals wohl ein wenig zu klein war um wirklich alles zuverstehen. Schade nur dass es, wenn überhaupt, nur noch mitten in der Nacht ausgestrahlt wird.

  20. genbatzu sagt:

    wie? es gibt ne rahmenhandlung zu himym? Oo
    ich dacht das is ne normale sitcom mit paar von einander unabhängigen folgen 😮

  21. Neyssa sagt:

    Naja,Lost war in der ersten Staffel wirklich genial,da hab ich mich nach der aktuellen Episode auch immer schon auf die nächste gefreut. Ab der zweiten Staffel wurde die Story dann irgendwann SO komplex und verworren,das ich durch das verpassen von 2 Folgen nichtmehr mitgekommen bin und das Interesse verloren hab.
    Naja,hier und da hab ich versucht noch zu schauen,wurd aber fix irgendwie fad und langweilig. Immer mehr merkwürdige und fernab der Realität liegenden Storys,weniger Mystery.
    Schad drum,aber wenigstens isset vorbei nun.
    Heroes erging das btw ähnlich.Erste Staffel SUPER,zweite so lala,dritte dann nurnoch mittelprächiges melden einer Cashcow.

  22. crishan sagt:

    Das Babylon 5-Problem waren die unterirdisch schlechten schauspielerischen Leistungen.

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