The End of Gaming

Neinnein, keine Sorge. Ich möchte hier keine apokalyptische Endzeitstimmung verbreiten, ich habe nicht vor, auf Grund einiger Entwicklungen, die mir persönlich nicht zusagen, gleich das Ende der Welt zu verkünden.

Ich möchte nur auf einen Kotaku-Post (und auf einige, sehr lesenswerte Kommentare) verweisen, in dem die Frage aufgeworfen wird, wann man selber wohl mit dem Spielen, respektive dem Spielen elektronischer, digitaler Spiele aufhören wird.

Wird man dies? Wenn ja, was müsste passieren? Wenn nein, in welcher Form wird man auch im hohen Alter noch zocken können?

Definitv aufhören mit dem Zocken werde ich wohl, wenn ich körperlich und/oder geistig nicht einmal mehr ein simples Kreuzworträtsel lösen könnte. Und da Horden von Senioren seit Jahrzehnten alle Schachtische in den städtischen Parkanlagen besetzt halten, sehe ich keinen Grund der dagegen spricht, auch bis ins hohe Alter, bis zum allerletzten Atemzug meine Zeit mit irgendeinem Spiel zu verbringen. Und nehmen wir an, dass uns elektrischer Strom auch noch in 40-50 Jahren zur Verfügung stehen wird (ja, die 100 Jahre möchte ich schon vollmachen), dann werde ich natürlich (!) auch dann noch zocken. Spielen hält geistig frisch und genau das möchte ich bis zum Schluss auch sein. Geistig noch voll da. Kein Dahinvegetieren, den Körper nur noch deswegen durch den Tag schleppen, weil das Herz auch ohne Verstand weiterschlagen kann.

Was werde ich dann aber zocken? Nein, wohl keinen Shooter und wohl auch kein anderes Genre, in dem es auf schnelle Reaktionen und Reflexe ankommt. Adventures werden wohl dann die bevorzugte Kost sein. Und rundenbasierte Strategiespiele. Spiele, bei denen ich mir Zeit nehmen kann. Wobei diese Annahme nur dann gilt, wenn es bei den uns jetzt bekannten Interface- und Eingabemöglichkeiten bleibt.

Sollte es aber dereinst möglich sein, sich in eine digitale, virtuelle Welt einzustöpseln, die Grenzen und Schranken des biologischen Körpers zumindest für eine Weile hinter sich zulassen … wer weiß, mit was ich meinen Geist dann auf Trab halten werde? Werde ich dann überhaupt noch in meinen alten, müden Körper zurückkehren wollen? Werde ich mir wünschen, dass man mein Gehirn konserviert und mich permanent “ans Netz” anschliesst? Werde ich mir wünschen, als reiner Datenstrom Unsterblichkeit zu erlangen? Oder werde ich akzeptieren, dass mein Bewusstsein nur in Kombination von Geist UND Körper ein lebenswertes Dasein führt? Inklusive des unvermeidlichen Endes?

Wir werden sehen …

Doch bis dahin wird noch so manches neue Spiel den Weg zu mir finden, werde ich noch viele, viele Stunden mit alten Weggefährten verbringen. Schliesslich liest Christopher Lee jedes Jahr die drei HdR-Bücher. Warum sollte ich nicht jedes Jahr Baldurs Gate oder Ultima Underworld durchspielen? Warum sollte ich nicht bis ans Ende meiner Tage selbige mit der xten Iteration von Civilization und all seinen Vorversionen und Nebenlinien verbringen? Gerade Civilization ist für mich der PERFEKTE Kandidat für ein Spiel, welches mich ein ganzes Leben lang begleiten wird.

Wir werden sehen …

Advertisements

10 Kommentare zu “The End of Gaming

  1. Natürlich werden Menschen zocken, solange sie halbwegs klar denken können und wollen, so wie ich das auch zumindest für mich persönlich vorhab.
    Für das Alter werden auf jeden Fall schon mal kitschige Adventures und Rollenspiele eingeplant, ala FF oder FireEmblem. hihi
    Und Civilization geht sowieso immer.

  2. btw Die Idee mit dem ewigen Leben, außerhalb der biologischen Existenz, irgendwo in der Matrix, und für immer nach dem nächsten Headshot oder „sonstetwas“ zu gieren klingt natürlich auch sehr verlockend.
    Also die Zukfunft kann kommen… hihi

  3. lodo sagt:

    Gleichen Gedankengang habe ich für mich auch vor einiger Zeit herausgearbeitet – sogar namentlich in bezug auf Civilization. Was aber auch daran liegt, dass mich dieses Spiel bereits einen sehr lange Zeit meines Gamerlebens begleitet- und auch gekostet hat (auch ich bin ein alter Sack) ohne von seiner Faszination eingebüsst zu haben. Auch stelle ich bereits fest, dass sich meine Präferenzen mit zunehmendem Alter Richtung Rundenstrategie verschieben – Zeitdruck habe ich im Job genug.
    Was ich mir fürs Alter auch sehr gut vorstellen kann, ist ein entspanntes Zocken eines Mmorgs in launiger Altherrengilde – hierzu sollten die positiven soziologischen Seiteneffekte mal wissenschaftlich beleuchtet werden :-).

  4. Andreas sagt:

    Mal abwarten, wie sich unser Hobby weiterentwickelt. Ich finde einige Entwicklungen wirklich sehr grenzwertig. Oder vielleicht beginnt bei mir mit biblischen 37 Jahren der Alterstarsinn und ich werde langsam unflexibel.

    Ich hoffe Gaming wird nicht immer mehr Pop und die Gamesbranche hört auf die Musikbranche abzukupfern, die mehr und mehr Retortenbands produzieren, seicht, gleich, bäh. Dann kann ich auch in Zukunft ein bischen vorne auf Bugwelle der Entwicklung mitschwimmen und vielleicht noch ein paar Ultima Onlines oder Dooms miterleben.

    Wenn sie so weitermachen werde ich auf Produkte a la Book of Eschalon ausweichen und zusammen mit anderen grummligen alten Säcken, die sich dann vielleicht auf dem altertümlichen ACII-Blog hier in dreissig Jahren immer noch treffen, auf die unnütze Jugend von Spieleentwicklern schimpfen.

  5. Joe sagt:

    Jetzt, wo es MechWarrior 4 for free gibt, können alte Säcke weiter in früheren Zeiten schwelgen:

    http://www.mektekdev.com/site/index.php

  6. Harzzach sagt:

    Der Mektek-Client, der im Zuge dieses Releases gepushed werden soll, ist aber nicht gut für das schwache Herz alter Säcke … zuviel Aufregung, zuviel Ärger 🙂

  7. Joe sagt:

    Geschenkter Gaul unso… 😉

  8. Schneelocke sagt:

    Microsoft verfolgt ja schon seit einigen Jahren besondere Startegien für die Generation „Silversurfer“. Vielleicht läßt sich ja die Spieleindustrie auch auf die Gruppe der „Silvergamer“ ein. Vielleicht sind dann auch die führenden Köpfe in der Branche im entsprechenden Alter und produzieren Spiele, die ihnen Spass machen und nicht der breiten Masse. Spiele wie „Chairwheel Battle“, „Slow Motion Punch“ und „Tooth Tycoon“ (ich habe ab jetzt die Rechte an den Namen!) sind dann an der Tagesordnung.

  9. Take sagt:

    Ach Civilisation – ich weiß noch, wie ich das Programm in der heißen Phase des Studiums von der Festplatte (stattliche 20Mb seinerzeit^^) verbannte, die 2 Disketten meinem Freund gab und ihn bat, mir diese, unter Androhung der Aufkündigung unserer Freundschaft, erst nach bestandenem Examen zurückzugeben…Civ, Teufelszeug^^

    Aber btt: Heute mmorpg-verdorben und auch dazu immer weniger Lust, verbrannt für die offline-Welt und ob Sc2 mich noch einmal motivieren kann, bleibt abzuwarten. So richtig lösen möchte ich mich von der Spielekiste noch nicht aber wo die Reise hingeht…

  10. Rollenprinz sagt:

    Ich freu mich schon drauf als Rentner mit Natal und Tekken 46 online ein paar Jungspunde zu verkloppen. So wie Meister Splinter

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s