Damals, wisst ihr noch?

Abgesehen davon, dass früher alles besser gewesen ist, war früher auf jeden Fall auch unser Gedächtnis besser, denn wäre es dies heute, würden wir ja nicht ständig sagen, dass früher alles besser gewesen ist. Ein Teufelskreislauf, dem wir normalerweise nur durch den letzten Atemzug entkommen können. Oder wenn wir viel Knoblauch essen, weil uns das auch geistig fit und jung hält. Oder wenn wir experimentelle Gentherapien an uns verrichten lassen, sollten die kühnen Visionen der Medizinforschung eines nicht mehr ganz so fernen Tages Wirklichkeit werden.

Wer aber derzeit noch kein Interesse daran hat zu sterben und mit lebenslanger, täglicher Knoblaucheinnahme auch nicht viel anfangen kann und wer nicht warten möchte, bis die Versprechungen der Medizinforschung Wirklichkeit werden, für den gibt es eine kleine Notlösung.

Man liest. “Reach Back”, um genau zu sein.

“Reach Back” ist ein Retro-Magazin für junggebliebene alte Säcke und Jungspunde, die keine Lust mehr haben, ständig mit “Da warst Du noch nicht geboren!” abgespeist zu werden.

Im Frühjahr ist nun die erste Ausgabe dieses PDF-Magazines erschienen und Dank des freundliches Hinweises von Leser (und Teil des Teams von RB) Nemu, bin auch ich auf dieses Kleinod aufmerksam geworden.

Reach Back - 001 [03-2010]_Seite_001

Auf satten 114 Seiten gibt es die unvermeidlichen, aber nichtsdestotrotz immer wieder gerne gelesenen Retro-Reviews. Es gibt Hardware-Reviews zu neuer Hardware, mit denen man alte Spiele zocken kann. Es gibt Hintergrundberichte, es gibt Reportagen und, was ich persönlich am charmantesten finde, eine kleine Tips&Tricks-Rubrik für ältere Spiele. Charmant deswegen, weil ich mir früher ASM und die “PC Games” hauptsächlich gekauft habe, um endlich zu wissen, wie man an einem bestimmten Rätsel weiterkommt oder welche Cheatcodes es gibt. Denn, wir erinnern uns, das war die Zeit vor dem Siegeszug des Internets. Als das Holzmedium noch das einzige Fenster und Gatekeeper zur großen, weiten Welt war.

Mir gefällt “Reach Back” und nur zu gerne würde ich sehen, dass dieses Magazin nicht nur einen zweiten Teil, sondern viele, viele weitere Teile erlebt. Würden sich die RB-Macher dazu entschliessen können, dieses Projekt weiterzuführen, eventuell einen Spendenbutton einzurichten oder gar so eine Art Abo-Angebot zu erstellen, ich wäre nur zu gerne bereit, journalistischen Mehrwert, den ich bei den etablierten Printmedien so gut wie kaum noch antreffe, entsprechend zu honorieren.

Nur ein Tip für die zweite und alle folgenden Ausgaben: Ich bin mir zwar nicht sicher, ob die typographische Vielfalt, auf die man in den Texten stößt, nicht auch eine Anspielung auf unser aller ersten Versuche mit Word und Truetype-Fonts darstellen soll 🙂 , aber so wirklich angenehm lesbar ist das nur in wenigen Fällen. Vor allem nicht, wenn man es am Bildschirm und nicht ausgedruckt vor sich hat.

Ansonsten … coole Sache. Mehr davon bitte! Danke!

Eine “richtige” Homepage" hat RB (noch?) nicht, aktuelle Downloadlinks findet man hier, im offziellen Board.

Und zum Abschluss noch eine schöne Retro-Anzeige, die auch mit den Charme von RB ausmachen:

ReachBack - 001_114The Shat rules!

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Retro.

13 Kommentare zu “Damals, wisst ihr noch?

  1. Andreas sagt:

    Cool, vielen Dank für den Link!

  2. Joe sagt:

    „Computer of the 1980s – The only computer you’ll need for years to come.“

    Wie man sich doch irren kann… 😀

    Apropos Gedächtnis: Schau mal die Moderation-Queue des vorletzten Blogposts durch.

  3. Sanchez sagt:

    Klingt vielversprechend, werde ich auch mal drin rumblättern.

  4. Harzzach sagt:

    Done, ent-spamt!

  5. Harzzach sagt:

    Ja, der VC20 … ein ungeliebtes, häßliches Entlein, das eigentlich nur unser Physik- und Informatiklehrer klasse fand, während wir uns bereits nach dem neuen C64 verzehrten und sehnten.

  6. Look sagt:

    Knoblauch hat leider ein sehr entscheidenden Nachteil, friss es und Du wirst allein sein – ich mein da gibt es nicht nur nicht kein Bettgeflüster, sondern auch keine weiteren asexuellen Interaktionen mehr.

    Jaja, wer nur vor dem PC hockt, kann das egal sein, aber die anderen sind vielleicht doof, aber zumindest kommen sie noch in real zum Stich und wen es nur der Skatabend ist.

  7. Harzzach sagt:

    Wer sagt denn, dass nur einer Knoblauch isst? 🙂

  8. Look sagt:

    OMG, durch Knoblauch konservierte, denkende Zombies brechen aus dem Altenheim aus und terrorisieren die Stadt- wir werden alle störben!1!!11

    Mhh, hab ich gerade das Thema zu Left4Dead 3 verraten?

  9. Harzzach sagt:

    Weisst Du, wenn Du Dir die Entwicklung der Bevölkerungszusammensetzung betrachtest, dann wird auf die Generation unserer noch nicht geborenen Enkel harte Zeiten zukommen. Haufenweise alte Säcke, die durch den Zusammenbruch der Gesundheitsversorgung die Sache in die eigene Hand nehmen und sich von den wenigen Jungen das zu nehmen, was ihnen die Politik zu ihrer aktiven Zeit im Rahmen eines wie auch immer gearteten Generationenvertrages versprochen hatte.

    Und ja, das meine ich nicht ganz so ironisch, wie es vielleicht klingen mag. Nachdem Kohl sich a) kurzerhand zur Finanzierung der Wiedervereinigung an den Rentenversicherungen vergiffen hatte und b) auch keinerlei Diskussion über die Notwendigkeit von Zuwanderung zugelassen hatte, haben c) seine Nachfolger im Amt auch nichts besseres vor, als dieses Thema geflissentlich totzuschweigen.

    Ich empfehle jedem, so allmählich mit einem gesünderen Lebenswandel und der Beschäftigung mit alternativen Heilmitteln zu beginnen, denn es ist alles andere als sicher, dass man sich im hohen Alter überhaupt noch genug ärztliche Vollversorgung leisten kann.

    Aktuell habe ich es in den letzten Lebensmonaten meines Vaters erlebt, wie verkrustet und besch… das derzeitige Gesundheitsystem ist, wie skrupellos man mittlerweile versucht, Patienten und Verwandten das Geld aus der Tasche zu ziehen. Noch kann man es künstlich beatmen, da es noch genügend aktive Beitragszahler gibt. Wird es aber spätestens in den nächsten 10-15 Jahren keine grundlegenden Reformen geben, wird es knallen. Mit allen Folgen, die wir nicht am eigenen Leib erfahren wollen.

    Von daher … esst mehr Knoblauch!! Hält fit und frisch und länger am Leben, ohne sich der Profitsucht der Gesundheitsindustrie auszuliefern 🙂

  10. genbatzu sagt:

    Abgesehen davon, dass früher alles besser gewesen ist, war früher auf jeden Fall auch unser Gedächtnis besser, denn wäre es dies heute, würden wir ja nicht ständig sagen, dass früher alles besser gewesen ist

    —-

    ich würd‘ eher sagen früher war alles besser, weil man nicht weiß, was die zukunft bringt, hat ja nix mitn gedächtnis zu tun ;o

  11. Skeeve sagt:

    Lang ist her da hatte ich noch mein Commodore 3 plus 4 und die Kollegen den C16 ,war meiner eigendlich billiger war ja baugleich?.
    Mit meiner geliebten Datasette da konnte man vorher die hausaufgaben vertigstellen bevor alles geladen war^^.
    Mal in den PDF-seiten rumschmökern.

  12. Lorgo sagt:

    Ich weiss, daß mit dem „esst mehr Knoblauch“ war auch etwas scherzhaft von dir gemeint, aber wenn ich eins gelernt habe, dann dass man alles in Maßen konsumieren sollte, auch die vermeintlich ach so gesunden Dinge.
    Sobald man den Konsum eines gesunden Stoffes übertreibt, zeigt er in irgendeiner Form auch seine schlechten Seiten.
    Man kennt das ja z.B. auch von diversen Vitaminen, die in zu hohen Dosen negative Auswirkungen auf den Organismus haben können.
    Neulich hab ich beispielsweise davon gelesen, dass Betacarotin lungenkrebsfördernd sei.

    Also, lieber alles schön in Maßen, von nichts zu viel, dann macht man auch nichts wirklich falsch 🙂

  13. thekork sagt:

    Oh, die Grundschulzeiten… Mein Kumpel hatte nen Schneider CPC mit Datasetten.
    War klasse: Spiel laden lassen -> ne Viertelstunde im Garten spielen gewesen -> zocken 🙂
    War mir Sicherheit gesünder, damals.

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