Ich und aktuelle Shooter, Teil [hohe, mehrstellige Zahl einfügen]

Ein neuer Shooter, ein neuer Versuch. Ist ja nicht so, dass ich mich verbittert ins Eck zurückziehe und mich dem Weltschmerz hingebe. Ich gebe aktuellen Shootern stattdessen immer wieder die Chance sich zu beweisen und mir selbst die Gelegenheit, vielleicht eines Tages doch einen neuen Genrevertreter zu finden, der mir gefallen könnte und der KEIN Re-Make wie zB. Serious Sam HD ist.

Heute betritt “Metro 2033” den Ring. Inspiriert vom gleichnamigen Roman aus der Feder des russischen Autoren Dmitri Alexejewitsch Gluchowski, ballert man sich durch eine post-atomare Apokalypse, sehr hübsch in Szene gesetzt mit allem, was Graphikkarten derzeit leisten können. Besitzer DX11-kompatibler Hardware können sich freuen …

Metro2033

Screenshots können der gebotenen Augenweide aber nicht ganz Rechnung tragen, man sollte das Geschehen schon im bewegten Bild betrachten, am besten aber auf dem eigenen Rechner, da der Kompression selbst beim HD-(haha, Youtube!)-Stream zuviele feine Details und Schmankerl zum Opfer fallen. Ich selbst fahre das Spiel auf Setting “High”, da mir auf “Very High” bei längerer Spieldauer wieder zuviel Bewegungsunschärfe, Rumgewische und Pixel-Vaseline im Spiel ist, meine Augen eben anders fokussieren als das Bildschirmgeschehen vorgibt. Optisch gibt es also (fast) nix zu meckern, einen entsprechend leistungsfähigen Rechner jedoch vorausgesetzt. Dies zur Verpackung. Nun zum Inhalt …

Die Story im Spiel erweckt den Eindruck recht spannend inszeniert zu sein. Viele kleine Details erwecken diese Welt zu einem glaubwürdigen Leben. Wäre dies ein Film, so würde ich nach bereits nur fünf Minuten beide Daumen bestätigend nach oben halten. Yay! Ernsthaft jetzt! Ehrlich 🙂 Aber “Metro 2033” ist keine Literaturverfilmung, sondern ein Spiel, welches sich von einem Buch oder einem Film in ganz grundlegender Art und Weise unterscheidet. Ein Computerspiel ist nämlich interaktiv! Sagen wir besser … sollte interaktiv sein. Meistens. Und nicht nur in Ausnahmefällen.

Ich erinnere mich an eine vor Jahren erschienene Review zu Medal of Honor: Pacific Assault, in welcher der Journalist irgendwann angenervt gefragt hatte, wann er denn jetzt endlich dieses Spiel spielen (!) könne, anstatt nur Zuschauer einer gescripteten Sequenz nach der anderen zu sein, allenfalls hier und da ein Knöpfchen drücken oder ein wenig ballern darf. Nach ca. einer halben Stunde frage ich mich das gleiche: “Darf ich jetzt auch mal ran?”. Das Verhältnis zwischen Scriptsequenz und tatsächlich bespielbaren Abschnitten fällt nicht gerade zu Gunsten des letzteren aus. Wenn ich denn endlich für länger als nur ein, zwei Minuten zum Zuge komme, kommen jedoch die Elemente dieses Spieles umso deutlicher zum Tragen, die den positiven Ersteindruck schnell wieder aufzehren.

Im Vorfeld wurde spekuliert, ob “Metro 2033”, angesichts des Umstandes, dass sich der Entwickler teilweise aus Ex-STALKER-Devs zusammensetzt, eine Art STALKER in “einfacher“ und simpler” sein würde. Jain. Eher nein. Es gibt zwar einige Anleihen wie zB. Item- und Waffenshops, doch nach etwa einer Stunde Spielzeit lässt sich klar sagen, dass “Metro 2033” kein zweites STALKER, sondern ein straighter Shooter ist. Was nichts schlechtes sein muss, ganz im Gegenteil.

Doch leider … leider gibt es dieses Spiel nicht nur für den PC, sondern auch für die 360, was letztendlich dazu führt, dass mir wieder folgende Features um die Ohren geballert werden:

· Ich kann nicht frei speichern, es gibt nur automatisch angelegte Checkpoints. Vielleicht hier tatsächlich eine Folge des exzessiven Scriptings.
· Es gibt zwar Healthpacks, doch da es keine Healthbar-Anzeige gibt, sich der Bildschirm wie üblich nur rot einfärbt, ist es mir überlassen zu raten, wie schwer meine Spielfigur verletzt ist, wann es ratsam ist sich zu heilen, wann man es riskieren kann den ErsteHilfe-Kasten steckenzulassen, respektive sich in Deckung stellt, während das übliche *schnarch* Auto-Heal in Aktion tritt.
· Damit es während all dieser Scriptsequenzen nicht allzu langweilig wird, darf man sich hin und wieder einem Quick Time Event hingeben, um zB. eine verrostete Tür zu öffnen oder ein Monster abzuschütteln. Zuerst bastelt man also Sequenzen, die durchweg klasse und filmreif inszeniert werden und dann belästigt man den Spieler mit QTEs, damit er diese Sequenzen nicht genießen kann, sondern ständig auf der Hut sein muss, um nur kein QTE zu vermasseln? Ich verstehe diese Logik nicht so ganz …

Und noch ein kleines Erbsenzählen am Rande. “Metro 2033” soll ja angeblich massiv und intensiv die Physx-Einheit auf Nvidia-Karten nutzen. Die Gegner jedoch … fallen um wie steifgefrorene Fischstäbchen. Treffer, zack, bumm, pardauz. Zwar physikalisch korrekt, wenn die Gegner aus tiefgefrorenen Fischstäbchen bestehen würden, aber wozu dann extra Physx-Unterstützung? Ragdoll? Hallo? Beim Kompilieren der Goldmaster vergessen?

Nun ja, schau mehr mal, was die Zukunft weiterhin so bringen wird. Hier jedoch, hier steige ich an der nächsten Haltestelle aus und nehme die Treppe nach oben, zurück zur Strasse und ans Tageslicht. Auf zum nächsten Versuch.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Review.

30 Kommentare zu “Ich und aktuelle Shooter, Teil [hohe, mehrstellige Zahl einfügen]

  1. Look sagt:

    Ragdoll eine Frage der deutschen Version, oder ist das bei allen so? Sry, hab mich nicht wirklich um das Spiel gekümmert, oder bock mir Trailer anzusehen – es ist postapokalyptisch, also ist es dunkel und dreckig – daran habe ich seit Jahren kein Bedarf mehr.

  2. Harzzach sagt:

    Es ist aber sehr hübsch dunkel und dreckig 🙂

  3. Buch gut? sagt:

    Okay, also man muss QTE, Savepoints und Scriptevents mögen, um dem Spiel zumindest etwas abgewinnen zu können.
    Also nix Neues, aber auch nix wirklich Altes, was man da geboten bekommt.
    Da habe ich noch viel zu viel anderes Ungespieltes im Archiv, als das ich hier zuschlagen würde.

    PS: Ist denn zumindest das Buch lesenswert?

  4. Look sagt:

    ja mag sein, ich hab nur einfach keine Böcke mehr auf sowas, ich fand Mirrors Edge als Fiktion bei weitem interessanter – alles ist clean, hell, farbig und trotzdem ist die Menschheit am Arsch.

  5. Frank sagt:

    Metro ist der erste aktuellere Shooter den ich seit langem mal am PC ausprobiert hab…. und ich muss feststellen dass ich wohl lieber – wenn überhaupt – auf die Konsolenversion zurückgreifen werde. Setting und Grafik, wie du schon sagtest, sind nicht uninteressant, allerdings die Maussteuerung….. naja ich weiss net… Ist die bei dir auch so über alle Maßen schwammig? Ist das evtl. ein Anzeichen für Konsolitis? Kein Vergleich zum alten Half-Life o.ä. Habs kaum geschafft die ersten 3 Hundemutantendinger mit dem Laserpointer anzuvisieren…. määäh, dabei hab ich mich schon fast auf das Spiel gefreut gehabt…

    Gruß
    Frank

  6. derlandvoigt sagt:

    Klingt aber nicht gut, das mit der Steuerung. Kann mann es den auch mit GAMEPAD ( zb. 360 Pad ) Spielen? Ich hätte nämlich lust es mal anzuspielen.

  7. Harzzach sagt:

    Ich kenne zwar Deine Hardware nicht, vermute aber, dass Du vlt. manche Details ein wenig zurückschrauben musst. Stelle ich alles auf max., sehe ich nicht nur überall Schmiere auf dem Bildschirm, die Maus bewegt sich dann auch ein wenig, als ob ich mich durch zähflüssigen Teer bewegen muss.

    Bei mir läuft auf „High“ alles super-flüssig. Kann mich dahingehend nicht beschweren.

  8. Harzzach sagt:

    Der Titel hat zwar das offizielle GfW-Logo, aber wie man an Bioshock 2 sehen konnte, heisst das noch lange nicht, dass man ein 360-Pad benutzen kann 🙂

    Kann dazu leider nix sagen, hilfreich wäre vlt. ein Blick in das Steam-Forum zu Metro.

  9. Harzzach sagt:

    Das Buch ist ganz nett. Lebt hauptsächlich von den detaillierten Schilderungen all der abgedrehten Subkulturen, die sich in den diversen Tunneln und Stationen herausgebildet haben.

  10. Frank sagt:

    Also rein technisch (Core 2 duo 3000 GHz, 4 GB Ram, Geforce Gtx 260) sollte das kein Problem sein, aber der Effekt tritt selbst auf niedrigster Detailstufe auf. Evtl. einfach nur ein Bug oder sowas, kennt man ja von „Ostblock“-Shootern 😉

  11. Simon sagt:

    Allen, die sich durch diesen Rant abgeschreckt fuehlen, moechte ich das Buch ans Herz legen 🙂
    Das Buch ist wirklich klasse. Schade, dass die offenbar gute Atmosphaere durch eine schlechte Umsetzung zunichte gemacht wird. Das Buch haette ein besseres Spiel verdient.

  12. Parad0x sagt:

    Ja, wie? Kein Wort zur Online-Registrierung? Oder war das eine Demo?

    Gruß
    Parad0x

  13. Harzzach sagt:

    Ach, „schlecht umgesetzt“ würde ich nicht sagen. Es trifft einfach nur nicht so ganz meinen Geschmack.

  14. Harzzach sagt:

    Das war die übliche ReleaseDay-P2P-Demo. Von daher kann ich zu irgendwelchem DRM-Kram nix sagen 🙂

    Eine offizielle Demo soll es erst später geben.

  15. Urielo sagt:

    Pad wird unterstützt.

  16. Malle sagt:

    Hab heute für 9,99 Red Faction 3 gekauft, Demo war spassig und für den Preis kann man ja nix Falsch machen 😉

    Wenn ich den Monat nicht noch 4 weiter gekauft hätte…. ;D

  17. yai sagt:

    Da bin ich dabei. Wollte schliesslich schon immer mal eines dieser von Vielen hochgelobten Red Factions selbst spielen und es klingt ja tatsächlich als wäre es eine spaßige Angelegenheit zum kleinen Preis.

  18. Frank sagt:

    Ich hab Metro jetzt erstmal zur Seite gelegt, Perfect Dark auf XBLA macht mir auf Anhieb immer noch mehr Laune…. und das obwohl das Original schon 10 Jahre auf dem Buckel hat… Ich müsste nochmal Golden Eye rauskramen… CU 😉

    Gruß
    Frank

  19. Marcus Himself sagt:

    Und das für lächerliche 800 Punkte 🙂

  20. Frank sagt:

    Die sinds aber definitiv wert 🙂

  21. Marcus Himself sagt:

    Aber sowas von. Ich spiele es auch schon seit Release und bin erstaunt wie „schwer“ es stellenweise ist, also im Vergleich zu aktuellen Spielen.
    Man verweichlicht zusehends 😉

  22. Joe sagt:

    Harzzach, Du sprichst von „aktuellen Shootern“, meinst aber völlig anderes.

    Es sind mehr oder weniger interaktive Action-Filme. Man folgt einem vorbestimmten Drehbuch und muß im richtigen Moment Knöpfchen am Pad drücken. Dazu gehören auch Savepoints, Autohealth usw. Man muß das eben mögen. Aber das Genre Survive/Labyrinth/Schalterrätsel/Bossfight, was wir als „FPS“ kennengelernt haben, ist halt ausgestorben.

  23. Frank sagt:

    Naja schwer ist relativ, die Gegner sind nicht schlauer als ein Sack Bohnen, eher die Missionsziele ohne Map oder Marker zufinden ist für heutige Verhältnisse ungewohnt aufwändig 🙂

  24. Raimund sagt:

    Ich war zwar weder damals noch heute ein großer Shooterspieler, aber der letzte von mir gespielte Shooter, der mich an die Tugenden seiner Ahnen erinnerte und Laune machte, war Painkiller.
    So viel Spaß am Ballern hatte ich seit Quake 3 nicht mehr.

  25. jung69 sagt:

    Ein gut beschriebener Vergleich, allerdings ist der Begriff Shooter ja nicht geschützt. Wie soll man sonst über Spiele sprechen, die „Shooter“ genannt werden? Man könnte alternativ ein „Old-School“ davorhängen, wie bei RPGs.

    Was die Fischstäbchen betrifft, vielleicht ist das gar nicht misslungen.
    Ich musste widerwillig an Doku-Aufnahmen denken, in denen reales Erschießen von Menschen gezeigt wurde. Das sieht in der Tat nicht so „schön“ aus, wie im Hollywood-Kino, das oben beschriebene trifft da eher zu.
    Für mich klingt das ziemlich gruselig, wenn die durch Physx „realistisch“ sterben – muss ich nicht haben.

  26. Malle sagt:

    Ja bei der *hust* Spielegrotte *hust*, konnte ich einfach nicht Wiederstehn.

    Ist wirklich ein Spassiges Teil bis jetzt, die Umgebungs zerstörung ist wirklich Toll und wenn die Sonne durch die Schluchten und Berge auf den Mars scheint sieht das echt noch Toll aus!

    Wer Mercaneries mochte wird das noch um EINIGES besser finden 😉

  27. Joe sagt:

    „Während sich viele Hersteller wegen der ausufernden Piraterie verstärkt aus dem PC-Bereich zurückgezogen hatten, ist Ubisoft dort mit Reihen wie „Anno“ und „Die Siedler“ immer noch stark vertreten. Sollte es der Publisher schaffen, den Schaden einzugrenzen, könnte es ihm also sogar gelingen, einen potenziell riesigen Markt wieder für sich zu gewinnen und gestärkt aus der Krise hervorzugehen.“

    Bruahahahahaha.

    Das tolle ist: Deutsche Journalisten schwadronieren auch in anderen Bereichen so völlig kenntnisfrei daher, nur hat man dort mangels Hintergrundwissen nicht die Möglichkeit, das auch zu erkennen.

  28. n8mahr sagt:

    Habe vor einer Weile ja mal getönt, ich würde über „Lord of Ultima“ berichten, ea / phenomics neuestes Browserspielchen…
    Was soll ich sagen? Hat – soweit ich das sagen kann – NIX mit Ultima gemein ausser des Wortes „Ultima“ im Titel.
    08/15 PseudoEchtzeitBrowserspielchen mit der üblichen „gib echtes Geld für Spielgeld aus“-Abzocke. Grafik ist ganz nett, Ton nicht vorhanden..
    Für Nebenbei ganz ok denke ich, für umsonst und so lange man nicht andauernd von den Leuten umgehauen wird, die es zu ihrer Religion erklärt haben…. ein ganz normales Browserspielchen halt. Aber warum es „Ultima“ heißen muss?!

  29. Marcus Himself sagt:

    „Aber warum es “Ultima” heißen muss?!“ Vermutlich um auf „richtigen“ Seiten zum Thema Spiele aufzutauchen und nicht nur auf Browser-Spiel-Portalen.

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