Fern und doch so nah

Ich muss zugeben, mit meinem Faible für Art Deco habe ich einen nicht geringen Teil meiner dann doch nicht längeren Spielzeit mit Bioshock als SightSeeing-Tourist verbracht. Architektonisch und gestalterisch war das trotz Unreal 3-Engine schon prächtig, überzeugend und höchst atmosphärisch anzusehen. Spielerisch war ich jedoch nicht wirklich begeistert und das ganze Online-Aktivierungs-Gedödel hatte sein Übriges getan, um mein Interesse an Bioshock und etwaigen Nachfolgern in engen, sehr engen Grenzen zu halten.

Heute sind die Systemanforderungen für Bioshock 2 bekanntgegeben worden.

Nebst dem unsäglichen Games for Windows Live, für welches man ein Konto anlegen muss, um überhaupt Spielstände ablegen zu können (also der übliche Krempel, mit dem seit GTA4 der zahlende Kunde in den Allerwertesten gef… wird) scheint man aber wenigstens auf das Aktivierungs-Limit zu verzichten. Das Spiel in der PC-Version muss aber weiterhin online freigeschaltet werden. Gut, immerhin ein Anfang.

Blöderweise steht aber auf der Steam-Seite zu Bioshock 2, dass das Spiel ein Aktivierungs-Limit von sage und schreibe 15 Versuchen hat. Wahnsinn! Wie kundenfreundlich! 15 mal darf man das Spiel online aktivieren, bevor man entweder den Kundendienst belästigen muss oder sich auf die Suche nach einem offiziellen Rücksetzungs-Tool oder einem inoffiziellen Crack machen muss.

Nützlich im Sinne “Verhinderung von Schwarzkopien” ist der Müll eh nicht und mit fünfzehn Aktivierungen ist sogar die Ausrede “Wider den bösen Gebrauchtmarkt” sinnlos geworden. Da fragt man sich doch, warum man den Krempel nicht gleich komplett weglässt?

Die Antwort? Ganz ehrlich? Im Grunde kümmert es mich nicht mehr.

Weder interessiert mich ein Bioshock, noch möchte ich mich bei dreissig Trilliarden Social Networks anmelden, um einen lokalen Savegamestand anzulegen, noch möchte ich die lokale Installation und den lokalen Start eines lokalen Programmes auf meiner lokalen Festplatte vom Wohl und Wehe irgendeines Aktivierungssservers am anderen Ende der Welt abhängig machen. Auch interessiert es mich einen Feuchten, wenn von Tuten und Blasen keine Ahnung habende Investoren auf die Einhaltung aller Punkte einer Risikominimierung pochen, weil sie keinen blassen Dunst von dem Marktumfeld haben, in das sie investieren. Ich bin nicht einmal mehr richtig zornig oder gar frustriert, wie das vor einigen Jahren noch der Fall war. Ich lästere nur noch, um in Form zu bleiben für die Themen, bei denen mir noch der Hals schwillt 🙂

Das Leben ist schliesslich viel zu schön, um seine kostbare Lebenszeit mit so einem lächerlichen Müll abzugeben! Mein Lieblingshobby ist mir zu kostbar geworden, um mir von paranoid-gierigen Schlipsträgern den Spass aussaugen zu lassen.

Und ihr? Habt ihr nichts besseres zu tun, als hier abzuhängen? Losch, huschhusch, zurück an die Lieblingskonsole, an das Lieblingsspiel und/oder die Liebste/Liebsten. Wahlweise in jeder gewünschten Reihenfolge.

If you love somebody, set them free!
Sting, “The Dream of the Blue Turtles” (1985)

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42 Kommentare zu “Fern und doch so nah

  1. shd sagt:

    Seh das so wie du. Werd mir nurnoch Spiele kaufen, die ich installieren kann wann ich will (Kopierschutz ist imho in Ordnung) und wo nicht gleich x DLC-Packs anstehene. In 1-2 Jahren gibts die Spiele dann für nen Zehner ohne den Negativen Beigeschmack.

  2. Svennö sagt:

    Ein Grund, warum ich nur noch auf Konsole zocke….

    Ehrlich gesagt, kann ich mich nicht in das Hirn der Verantwortlichen reindenken, andererseits bin ich da auch ganz froh drüber.

    Die wollen mein Geld nicht haben, ganz einfach. Aber den U21 Gamern ist das heutzutage ja eher egal, hauptsache Grafik voll geil, alter.

    Ich bin alt…aaaaaaalt…

  3. Harzzach sagt:

    Das macht nix. Dafür lebt man von Jahr zu Jahr immer entspannter 🙂

  4. $tranger sagt:

    Dann bin ich aber auch alt 😛

    Naja, ganz Empfehlungsfrei (und ohne böse Absichten, noiiiin): Es wird eh keine 2 Wochen dauern, bis die ersten „Nutzer-Befreiungspatches“ auf diversen einschlägigen Seiten zu finden sein werden. So viel zu Risikominimierung 🙂

    Qualität und Kulanz sind immer noch die besten Möglichkeiten zur Kundenbindung, aber sowas scheint nunmal schwer zu verstehen zu sein…

  5. Jimbei sagt:

    Ich will ehrlich sein: mich kümmert’s auch nicht. Denn wenn ich mir allein schon die brachiale Fülle an Spielen aus der 16Bit-Ära anschaue, dann auch noch unter Umständen einige 8-Bit-Games… Per Emulatoren und Co. Nicht viel Schnickschnack dann in den Games. Und das tollste: die Spiele machen mir Spaß. Und ich bin beileibe kein alter Sack. 😉

  6. Nerpax sagt:

    @Jimbei: Dito. Habe mir erst gestern auf Ebay einen NES mit einigen Spielen dazu bestellt. Habe zwar einen Emulator, aber es ist doch nicht dasselbe und ich gehöre zu den Menschen, die gerne was ins Regal oder den Schrank stellen.
    Jetzt kann ich endlich die Jahre vor meiner Geburt nachholen, in denen Videospiele zwar ein wenig kindisch, aber auch knüppelhart und für Solisten ausgelegt waren.

    Aber nix gegen Bioshock, ich finde das Spiel gar nicht schlecht. Spielerisch durchschnittlich und auf dauer eintönig, ja, aber dafür bietet es eine extrem gute Atmosphäre und Geschichte. Nicht das wichtigste in einem Shooter, aber da es spielerisch auch nicht total schlecht ist, macht es Bioschock für mich zu einem befriedigendem Gesamtpaket.
    Das liegt aber ebentuell auch daran, dass es noch gar nicht so lange her ist, dass ich das Spiel gekauft habe und nicht viel dafür bezahlen musste, zudem ich auch noch die 360-Version habe und mich nicht mit Onlineaktivierungsüberwachungskundennervdreck beschäftigen muss.

  7. Svennö sagt:

    OT: Liest hier eigentlich noch einer die GEE? Einziges Computer/ Game Magazin das ich lese. Ist gerade n schöner Artikel über Another World und Eric Cahi drin.

  8. Joe sagt:

    Ich vergleiche einfach die „kostenlose“ Version eines Titels mit der kostenpflichtigen. Wenn die eine Version mehr Aufwand verursacht (Beschaffung, DRM-Gängel, Online usw.), nehme ich die einfach die andere.

    Ob der Publisher was dabei verdient, bestimmt er damit ganz einfach selbst.

  9. Gonzo sagt:

    Den aktuellen GTA Teil habe ich für billig bei der letzten Steam Aktion erworben. Habe mich ja nun Monate oder schon Jahre von solchen Hype Titeln fern gehalten. Es ist wirklich so schlimm wie hier immer berichtet wird! Ich musste mich irgendwo anmelden, ich musste mir Benutzernamen und neue Passwörter ausdenken, merken, registrieren,aktivieren, alles war irgendwie schon benutzt oder ungültig, bwahrg! Dann hat er dauernd irgendwas Games Live Windows Blahblah geupdatet, gefühlte 5 Mal hintereinander. Nun das ganze nochma mit einem Social irgendwas Quark der sich gleich im Autostart eingenistet hat. Ich will doch nur dieses doofe billig geschossene offline Spiel antesten und keiner Sekte beitreten !?
    Vor Abschluss der Installation habe ich schon wieder auf meinen Favourite TF2 Servern gehangen (omg dedicated!) und meine männlichen Trieben nach Jagd und Töten befriedigt >:)

  10. Look sagt:

    Ihr alle seit so ein undankbares Pack – da gibt es einen Extra Fick für lau und ihr wollt alle nicht, schlimmer noch, jetzt wollt ihr nicht mal mehr die Hure anfassen?

    Und sowas nennt sich Gamer, pfff, ich dachte ihr seit leidensfähig, aber Nein, da wird hier zum konsolengamging aufgerufen. Das ihr euch nicht schämt.

    P.S. und das ich einen Gamecube habe, tut mal gar nichts hier zur Sache, ebenso wenig, das ich kein Steamgame mein eigen nenne, das ist was völlig anderes, weil, weil, weil…

  11. Ranzenwehundscheiserei sagt:

    Das Spiel wird sich natürlich verkaufen wie warme Semmeln. Weil es Millionen von Volltrotteln und dummen Schafen gibt, die diesen ganzen Scheisdreck über sich ergehen lassen und das schlimme dabei ist, daß sie immer wieder nachwachsen. Die nächste Schaf – Generation wird es gar nicht anders kennen; für die wird das ganze Gegängel völlig normal sein und Worte wie „offline“ müssen die erst mal bei Wikipedia nachschlagen.

    Wäre ich Spiele – Produzent, würde ich 90 statt 50 eur für das Spiel verlangen. Wer so dummgeil auf ein Spiel (das man wahrscheinlich an einem einzigen WE durchzocken kann) ist und diesen unsäglichen Mist mitmacht, zahlt auch diesen Preis.

    Aaaaah, das tat gut.

  12. Harzzach sagt:

    Ja, Du hast ja sooo recht. Ich kauf mir morgen gleich eine neue Familienpackung Vaseline *hehe*

  13. Harzzach sagt:

    Lass es raus! 🙂 Zudem, man darf nie vergessen: Die Mutter der Idioten ist immer schwanger!

  14. Look sagt:

    Bei der Kälte momentan braucht die Haut wirklich etwas Fett :).

  15. Joe sagt:

    Ich plädiere für 144,95 EUR. Das sieht gewohnt aus und die 1 vorne dran bemerkt eh keiner.

  16. Kramer sagt:

    Habe gerade gesehen, dass es schon eine „bereinigte Version“ von ME2 gibt. Und wenn es ein Fake ist, kommt bestimmt nächste woche das echte. Hat also viel gebracht das DRM und ist jeden Cent wert.
    Werde auch sofort lostigern, um mir das Spiel zu kaufen, damit ich die Spelehersteller unterstütze. Ich hoffe mal ihr nehmt euch ein beispiel daran..

  17. DerIch sagt:

    Ich bezweifle das die VKZ auf dem PC (wofür das ganze Gedöns ja gedacht ist) auch nur ansatzweise an der Millionenmarke kratzt.

    Und ja,auch ich bin „dummgeil“ auf das Spiel.Nicht weil mich der Vorgänger spielerisch vom Hocker gehauen hätte,sondern weil er mir von der Story und der Atmosphäre sehr gefallen hat.Kam in den letzten Jahren nicht so oft vor bei mir in Sachen Computerspiele.
    Ich würde wahrscheinlich sogar selbst dann Geld für B2 ausgeben von die großen Publisher den Rest ihrer ihre Standard-08/5-Grafikblender-Hirnfick-Konsolenshooter kostenlos verschenken würden.

    Aber ich gebe zu – ich bin stark am überlegen ob ich sofort zuschlage oder warte bis der schlimmste DRM Kam (offiziell) rausgepatcht wurde.Den GfW-Kram wird man wahrscheinlich eh nie loswerden.

  18. crishan sagt:

    Herrgott, Junge:

    http://www.seidseit.de/

  19. Darkfox sagt:

    Bei mir wurde hier eindeutig eine Grenze überschritten. Meine Vorbestellung bei amazon.uk hab ich gleichmal gestrichen. Welchen vernünftigen Grund gibt für diese außergewöhnliche Schikane nur um eine Singleplayerspiel ein Savegame anzulegen?
    Man muss ich nur die Ironie dieses Rückschrittes überlegen. Früher gab es Passwortspeichersysteme die relativ umständlich waren aber aufgrund von technischen Limitationen ein Muss. 1986 erschien Zelda für NES in Japan mit (dem ersten?) onboard Speicher für Spielstände. Heute 2010 führen wir wieder ein (Login&)Passwort-Speichersystem ein welches jedoch eine dauerhafte Internetverbindung, eine vorherige Installation von Verwaltungssoftware und einen komplexen Registrationsprozess benötigt…. Richtig Retro oder? 😉 Wenn man nicht drüber lachen müsste, müsste man fast drüber weinen.
    Ich meine ein System das ZUSÄTZLICH, optional zur lokalen Savegamespeicherung eine Cloudspeicherung erlaubt wäre genial aber welchen Sinn soll diese Form haben ?

  20. Look sagt:

    Ich kenne die Regeln, danke – nur mal als Hinweis, das seit, anstatt des seid habe ich bewusst so verwendet „im Sinne von ihr wart mal besser“, auch wen es damit falsch benutzt wurde.

  21. Jung69 sagt:

    Vielleicht kapiert hier ja irgend jemand in ferner Zukunft mal, dass es überhaupt gar nichts damit zu tun hat, das die „dummen Kiddies“ alles kaufen. Als ob die dümmer wären als wir „Älteren“, für was haltet ihr euch?
    Wenn eine Brotfabrik Minderwertiges in den Teig mischt und die nächste in Argentinien ist, dann fresst ihr das Zeug, auch wenn es nicht schmeckt. Davon abgesehen wird die argentinische Fabrik auch kein besseres Brot machen. Der mörderische Wirtschaftskrieg, den wir so euphemistisch „Wettbewerb“ nennen, treibt solche Blüten.
    Wenn nun jemand anmerken möchte, dieses Beispiel hinke – nein, unter der Bedingung, dass nur eine Handvoll Fabriken den Markt beherrschen, in den man nur mit viel Geld gegen den erbitterten Widerstand der anderen Oligarchen hineinkommt, läuft das genau so und immer so! Auch bei Produkten, die weniger gebraucht werden als Brot.
    (Noch lebensechter wird’s, wenn man unterstellt, dass die Backfabriken über die Politik das Kleingewerbe bekämpfen und die Großgerätehersteller ihrerseits die Kleinen plattmachen.)
    Natürlich schauen Oligarchen, was die Leute wollen und sie konkurrieren auch. Aber dann macht doch keiner Produkte so gut wie möglich, sondern nur so gut wie nötig – mal an die eigene Nase fassen. Man wird doch nicht gegen etwas konkurrieren, was einem mehr nutzt als es dem anderen schadet. Was würde es 2K bringen, auf die Aktivierung zu verzichten? Die anderen würden nachziehen und alle wären die Registrierungsdaten los. Darum wohl der Spruch mit den Krähen und den Augen.
    Und die Investoren haben mehr als einen blassen Dunst vom Marktumfeld, zumindest die Strippenzieher wissen genau was sie tun!
    Solange korrumpierte Regierende den Konzernen ohne Auflagen freie Hand lassen, passiert das, was mich an eine Verfilmung von Gerhart Hauptmann’s „Die Weber“ erinnert: Fürst und Bischof lassen es sich gut gehen nach dem Motto „halt Du sie dumm, ich halt sie arm“, und die kleinen Leute geben sich selbst die Schuld an ihrem Elend…

  22. Look sagt:

    Einspruch euer Ehren, wir alten Säcke (aber noch nicht so verkalkt wie Politiker) kennen leider ein Teil der Klientel – wen man sagt, das ein Großteil einfach eine ziemlich beschränkte Weitsicht an den Tag legt, dann ist das kein unbewiesener Vorwurf, es ist die Wahrheit.

    Das beste Beispiel momentan was man geben kann – schau dir die Verkaufszahlen von CoD MW2 an und dann schau dir das Spielverhalten an. Subsumiere das und Du kannst dir vorstellen, warum wir denken, von Idioten umgeben zu sein ;).

    Ach ja, es handelt sich nicht um Brot, viel eher handelt es sich um Kuchen.

  23. Jung69 sagt:

    Oh, ich stelle mir auch gern vor, von Idioten umgeben zu sein – das schmeichelt so schön meinem Ego 😉
    Mein Verstand ärgert mich dann, indem er mir sagt, ich sei nur ein Sandkorn in der Sahara (und schon gar nicht „euer Ehren“).
    Beschränkte Weitsicht kann auch jugendlicher Leichtsinn sein – wenn ich nur daran denke, wie ich früher Auto gefahren bin o_O
    Das mit Brot/Kuchen sagte ich doch, bitte lesen.

    Wenn Activision momentan Platzhirsch im Counterstrike-Segment ist – was für eine Argumentation läßt sich daraus ableiten? Das die Käufer das Angebot bestimmen?
    Als vor ein paar Wintern alle Frauen mit hohen Stiefeln über den Hosen aufmarschiert sind, konnte ich mich kaum halten vor Lachen über den Schwachsinn; alles vom Konsum gesteuert??
    Ich sage: Glückwunsch, die Firma hatte den richtigen Riecher / das meiste Glück / die bessere Meinungsbeeinflussung etc.
    Ich will ja gar nicht abstreiten, dass das auf Gegenseitigkeit beruht. Andere versuchen, das beste Sportspiel oder RPG zu vertreiben, was auch immer Geld aus den Gelüsten der Menschen quetscht.
    Wenn’s sein muß sogar zum Vorteil der Kunden, aber, und das ist mein Punkt, zu wessen Bedingungen?
    Wenn ich was habe, das alle wollen, dann stelle ich die (machbaren) Bedingungen, zu denen ich es verkaufe.
    (Solange keiner was Besseres bietet, was ich natürlich zu verhindern suche. Manchmal leistet selbst ein Konkurrent keinen Widerstand, wenn er meine Bedingungen mag, s.o.)

    Dabei habe ich mich höchstens einer höheren Instanz zu beugen, wenn es sie denn gibt.

    Ein für alle erbaulicher Wettkampf findet NUR unter Regeln und NUR unter neutralen Schiedsrichtern statt, bei dem die Gewinner eine Belohnung, nicht aber den Rang als Regulierer, gewinnen können. Ein Fußball-Turnier wäre sinnlos, wenn nicht Waffen etc. verboten wären.
    Ich glaube, ihr habt alle das Gerechte im Sinn, aber den falschen Ansatz – guckt auf die Herrscher, nicht auf den dummen Nachbarn…

  24. Nerpax sagt:

    @Jung69: Es hat keinen Sinn gegen die Arroganz einiger Leute anzureden. Ich habe das schonmal versucht und nicht nur hier. Aber naja, versuchen kann mans ja mal.

    Leider scheint es eine Eigenart der Menschen zu sein, andere Leute hastig als Idioten oder Unwissende abzustempeln, wenn diese andere Ansichten, Einstellungen oder Geschmäcker hegen.

    Ich weiß nicht, ob diese Eigenschaft evolutionstechnisch begünstigt wurde oder ob die heutige Gesellschaft daran Schuld ist. Jedenfalls begegene ich diesem Verhalten im Internet allzu oft.

    Diese vermeintliche Dummheit der gerne so bezeichneten Lemminge (übrigens ist es Quatsch, dass Lemminge Massenselbstmord begehen) ist meiner Ansicht nach im großen Teil entweder Desinteresse oder wie Jung69 schon anmerkte jugendlicher Leichtsinn. Dummheit und Unerfahrenheit sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe. Und wir, die wir uns so gerne als Hardcore oder Spielefresser bezeichnen, haben wirklich kein Grund anzunehmen, dass alle Welt sich dermaßen für Videospiele interessieren würde, dass es wegen solchen Aktionen einen Aufschrei geben müsste. Für die meisten Leute, einschließlich der Gelegenheitsspieler, sind solche Meldungen so bedeutend wie wenn in China ein Sack Reis Selbstmord begeht.

    Natürlich verstehe ich, dass man sich als Vielspieler über derlerlei Methoden aufregt. Deswegen würde ich euch jederzeit zustimmen, wenn es darum geht, DRM, Onlinezwang, die zunnehmende Anspruchslosigkeit der Spiele und was es nicht noch alles gibt und geben wird, zu verdammen.

    Aber was kann jemand dafür, der da aufgrund von Desinteresse keine Ahnung hat, aber trotzdem gerne hin und wieder mal etwas zockt? Ist das Dummheit, wenn er solche Maßnahmen unterstützt, indem er sich z.B. Bioshock 2 gleich nach Release kauft, weil ihm der erste Teil gefallen hat? Oder ist es ihm einfach Scheißegal, weil er sich onehin nur eine handvoll Spiele im Jahr kauft? Und ist es die Schuld von Klempner Herbert, wenn er keine Ahnung von Computern hat und sich deswegen auch nicht „mal eben“ die DRM freie Version von Spiel X aus dem Netz ziehen kann?

    Meine Schwester z.B. kauft sich jedes noch so kleine Addon für Die Sims und bricht jedesmal in Begeisterung aus, wenn ich ihr auf 4Palyers oder anderswo einen Artikel über neue Sachen für Sims zeige. Sie ist ein typischer Gelegenheitszocker. Aber muss ich mich deswegen vor sie hinstellen und sie als Idiot abstempeln, weil sie sich von EA mit diesen Häppchen das Geld aus der Tasche ziehen lässt? Nein, die Frau kümmert sich einfach einen Dreck um EA und die restliche Videospielindustrie und will nur ihr Sims zocken, wofür sie dann halt auch regelmäßig Knete abdrückt. Hat vielleicht etwas von Sorglosigkeit und Bequemlichkeit, aber mit mangelnder Intelligenz hat das nichts zu tun.

    Die alten Säcke hier sollten lieber mal auf ihre Zeit als Jugendliche zurückblicken und sich kritisch die Frage stellen, ob sie, hätte es damals schon DRM und Co gegeben, wirklich auf die Spiele verzichtet hätten, die sie spielen wollten.

  25. Darkfox sagt:

    @ Nerpax Ich muss dir zustimmen.
    Die meisten Spieler sind einfach Gelegenheitszocker, einfach Leute die sich nicht tiefer mit dem Thema beschäftigen sondern nur nach der Arbeit/Schule etc. ein bisschen Unterhaltung wollen. Ob jetzt eine Einschränkung erfolgt oder das P/L Verhältnis nichtmehr gegeben ist interessiert bei den relativ geringen Preisen kaum jemanden.
    Ich bin prinzipielle für möglichst liberale marktwirtschaftliche Märkte muss aber sagen, dass man langsam eine Diskussion über Konsumentenschutz im Bereich der Video- und Computerspieleindustrie nachdenken sollte.
    Persönlich bin ich auch kein Anhänger von irgendwelchen Boykotten, die bringen in der freien Marktwirtschaft nichts. ich versuche mir nur immer die Frage zu stellen: Is it worth it? In den letzten Jahren lautet die Antwort immer öfter Nein. Man nehme Bioshock 2 das wäre mir als Retail 45,- Wert. Dann kommen % Abzüge für: Kopierschutz, Windows Live zwang, Steamabzug etc. und ich komme auf einen Preis von ungefähr 10,-. Um diese 10,- kaufe ich es dann auch über Steam. Genau so hab ich es bei GTA 4 auch gemacht. Die Games werden im PC Sektor eh relativ schnell spotbillig. Das sollte eigentlich jeder wissen. Trotzdem kauft es die Masse in den ersten Wochen um teureres Geld. Hier spielen dann schon irgendwie psychologische Gruppeneffekte mit. Die Leute wollen „Hip“ sein und mitreden drüber reden können, zur Gruppe gehören etc. Im Grunde wäre es ja absolut egal ob ich das neueste Game am Erscheinungstag zocke oder erste ein dreiviertel Jahr später. Da kann man auch nicht mit besserer Technik argumentieren der man hinterherhinkt. Früher waren die Technologieunterschiede doch viel krasser, durch die Ausbremsung der Technikkurve seit der Dominanz der Konsolen gilt dieses Argument nur noch eingeschränkt.
    Es ist nur die Frage ob sich derzeitige Vertriebskonzepte auf lange Sicht halten. Immerhin werden die Konsumenten auch klüger wenn sie sich öfter ärgern das ein Spiel für das sie vor einem halben Jahr noch 50,- als Download gezahlt haben im Holiday Supersale auf Steam nur noch 6,99 Wert ist. Vor allem da die Hauptkonsumentengruppe immer älter wird und diese „am ersten Tag haben will“ Effekte nachlassen.

  26. Andreas sagt:

    Gut gebrüllt, verehrter alter Sack! Ja, ich darf das sagen, ich bin ja auch schon im gehobenen Mittelalter.

    Darf ich zum Thema das Unwort des Jahres vorschlagen,
    diesmal schon im Januar:

    DIGITAL DELUXE EDITION.

    Anscheinend das Download-Pendant zur Collector’s Edition mit den hübschen Artbooks (manchmal) und
    der Telefonbuchgrossen Pappverpackung. Zumindest
    der Preis ist bis auf den Cent der gleiche.

    GEHT ES EIGENTLICH NOCH BLÖDER?

    Kann ich mal einen Käufer einer DIGITAL DELUXE EDITION in live sehen, in einem Käfig unter Quarantände oder so, um Ansteckung vorzubeugen?

    Mass Effect 2 hatte ich übrigens gestern in wilden
    Piratengewässern mit Breitseite liegen sehen, offenbar schon vor Tagen aufgebracht und geentert…

    Ohne DRM-Firlefanz und dank Rapidshareservern auch nicht langsamer verfügbar als von Steam nächste Woche…

  27. Look sagt:

    @ Jung69, Nerpax, Darkfox,

    Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Das Sprichwort kennt man. Es ist jedoch nur ein Teil der Gelegenheitsspieler, die völlig unwissend sind, seit den 1-Sternbewertungen bei Amazon mit Erklärung, warum nur 1 Stern, kann sich ein Großteil davon nicht mehr frei machen. Was man den elitären HClern vorwirft, ist eigentlich auf der anderen Seite zu finden – Ignoranz. Ignorant den Spielern gegenüber, die die Kultur nicht nur am leben hielten, sondern auch zukünftigen Spielern gegenüber, die dank der Ignoranz das Spielgefühl einfach nicht mehr zu Gesicht bekommen werden.

    Wen etwas beschnitten wird, etwas was man als elementare Dinge ansehen kann im PC Gaming Bereich (dedicated Server, Konsole etc.) verdongelt (Gaming Network) wird und man zusätzlich auch noch zur Kasse gebeten wird, wiederum deshalb, weil wieder ein Teil fehlt (DLCs vs. SDK), dann ist es handeln besseren Wissens, wen man durch den Kauf diese Vorgehensweise unterstützt (wie an den Rage Überlegungen und den BFBC2 Einschränkungen mit fatalen Folgen für alle anderen).

    Wie nennt man so ein Vorgehen – aus der Gier-jetzt-sofort-Tendenz heraus, alles kaputt zu machen und auf alle anderen einen Scheiß zu geben? Scheinbar keinerlei Kontrolle über sein Handeln zu haben und nicht verzichten zu können?

    Ich nenne so etwas dumm, oder idiotisch…

    Ach ja, das ich nicht unbedingt viel auf gewisse Spieler, gewisser Spiele gebe, habe ich ja schon anklingen lassen (Public). Auch hier wieder, leider ist das eine empirische Gegebenheit – viele Spieler, vor allem gehäuft bei bestimmten Spielen zu finden, kommen über ein DM Gameplay nicht hinaus, bei manchen reicht es nicht mal zu TDM, sehr, sehr viele scheitern schon an CTF. Was sind sie dann? Ich unterscheide Noobs und Newbies sehr genau – sie benehmen sich wie Noobs, sie agieren wie Noobs und sie spielen wie Noobs. Manche lernen einfach nicht dazu, verstehen das Spiel einfach nicht (viele können nicht mal mehr sich auf ein anderes Spiel einstellen) – wie nennt man sowas?

    Dummheit hat viele Gesichter und ich bin zu alt um politisch korrekt von minderbedarften Gelegenheitsspielern zu faseln – war ich als ich jung war nicht genau so? Nein war ich nicht. Ich habe auf anderen Gebieten meine Fehler gemacht, aber solch alles verbrennendes Konsumvieh kenne ich aus meiner Generation nicht, ebenso wenig dieses asoziale Verhalten (was, das gebe ich zu, bestimmt daran liegt, das man sich sehr viel weniger traut, wen man Aug in Aug dem „Feind“ gegenüber steht und nicht wie heute sich anonym im Netz bewegt).

  28. Joe sagt:

    Dem RLS von Mass Effect 2 liegt übrigens ein „Crack“ bei, der 100 % bitidentisch mit der Original-EXE ist, weil schlicht nichts zu cracken gibt.

    LOL

    Die haben nicht einmal einen schnöden DVD-Check für die Szene übrig gelassen, soooo gemein!!!11elf

  29. Joe sagt:

    Man sollte natürlich nicht vergessen, daß der „Kopierschutz“ der nur einmal verwendbare Zugangscode zum DLC-Content (Cerberus Network) ist. Damit schießt man natürlich auch effektiv den Gebrauchtmarkt weg.

  30. Nerpax sagt:

    Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.

    Nein, tut sie nicht. Aber dieser Spruch hat überhaupt nichts mit dem Thema zu tun, denn es geht hier nicht um rechtliche Strafen, sondern um Unterstellungen und Beleidigungen.

    Es ist jedoch nur ein Teil der Gelegenheitsspieler… …Spielgefühl einfach nicht mehr zu Gesicht bekommen werden.

    Ignoranz, nun gut. Das ist aber auch etwas anders als Blödheit. Und ich schrieb ja, dass ein Großteil dieser Leute aus Desinteresse keine Ahnung hat. In diesem Punkt sind wir also einer Meinung, denn man kann meine Aussagen zu deiner erweitern. Das kann man den Leuten sicher auch vorwerfen, aber man sollte dann die passenden Worte wählen.

    Wen etwas beschnitten… …dumm, oder idiotisch…

    Handeln besseren Wissens kann man das nur nennen, wenn die Leute sich der Tragweite dieser Änderungen bewusst sind und auch genug Erfahrung haben, um zu erkennen, dass z.B. der Verlust von Dedicated Servern schlicht weg genau das ist: Ein Verlust.

    Auch hier wieder das Beispiel meiner Schwester: Wenn ich jetzt zu ihr ins Zimmer raufgehe und sie frage, was Dedicted Server sind… was glaubst du, wird sie antworten? Richtig: Gar nix, weil sie den Begriff vermutlich noch nie gehört hat.

    Ach ja, das ich nicht unbedingt viel auf gewisse Spieler, gewisser Spiele gebe… …Spiel einstellen) – wie nennt man sowas?

    Aha, man ist schlecht im Spiel und darum muss man dumm sein? Oder ist man vielleicht nur zu langsam oder spielt zu selten? Ist es nicht so, dass im CTF meistens die besseren Spieler zocken und man daher, gerade als Anfänger, wesentlich härter zu kämpfen hat? Bis man in einem Spiel spürbar besser wird vergeht eine Zeit. Das ist nicht gut für Leute mit geringer Frustrationstoleranz und auch nicht, wenn man nach dem schnellen Kick zu Feierabend sucht. Außerdem geht es bei Shootern eh nicht ums Hirn, sondern um die Reflexe.

    Messen wir den IQ in Zukunft also daran, ob man CTF packt oder nicht? Und wo sind den die Studien, die den von dir erwähnten Zusammenhang aufzeigen?

    Dummheit hat viele Gesichter… …und nicht wie heute sich anonym im Netz bewegt).

    Mit politischer Korrektheit hat das nichts zu tun. Es ist meiner Ansicht nach schlicht und ergreifend Quatsch solche Behauptungen aufzustellen.

    Du warst also nicht so? Nun, du musstest dich vielleicht auch nicht den selben Probleme stellen wie die heutige Jugend. Wo du deine Fehler gemacht hast weiß ich nicht, aber ich kann mir gut vorstellen, dass diese auf die alten Säcke von damals genau so dumm gewirkt haben…

    Ansonsten sollte man Aussagen von Personen über ihre eigene Verhaltensweisen und Gedanken als Kinder oder Jugendliche nicht allzu ernst nehmen, vor allem wenn selbige Person hinter beinahe jedem fremden Augenpaar ein Hort der Blödheit vermutet.

    Ich kann wenigstens mit Gewissheit sagen, dass ich als Jugendlicher nicht auf so einen Mist reingefallen bin, da ich selbst ja erst 19 bin und damit wohl immer noch in die vorhin erwähnte Altergruppe falle.

    Hinweis: Ich habe die Quotes gekürzt, damit man zwar noch sehen kann, auf welche Stelle ich mich beziehe, der Post aber nicht zu lang wird.

  31. kwiki sagt:

    Vor allem darf man nicht vergessen, wenn man die heutige Spielerjugend als dumm abstempelt, daß die Generation der Älteren einen beträchtlichen Anteil daran haben muss.
    Denn diese Älteren sind die Eltern, Politiker und die Lehrer jener dümmlichen Jugendlichen. Sie beschallen sie mit Filmen, Serien, Werbung und Musik der Gegenwart usw.

    Hinzu kommt das wir in der heutigen Zeit viel mehr Feedback von viel mehr Menschen bekommen als noch vor 20 oder 30 jahren, also ist es auch nicht verwunderlich, daß man das Gefühl bekommt, es mit mehr Idioten zu tun zu haben als früher 😀

  32. Look sagt:

    Ist man schlecht in einem Spiel, ist man dumm?

    Nein, aber man kann unterscheiden zwischen einem Newbie, der neu in einem Spiel ist und deshalb schlecht und einem Noob, der schon dutzende Stunden auf seinem Counter verbucht und trotzdem dumm spielt (dabei dann meist auch noch asozial reagiert).

    Frusttoleranz – wie war das, heute erst gelesen

    „Frustration ist nicht gleich Schwierigkeit. Frustation ist Schwierigkeit in Kombination mit Langeweile“

    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31892/1.html

    Btw. Shooter haben sehr viel mit denken zu tun, meine Reflexe sind des Alters wegen nicht mehr die besten, trotzdem schaffe ich es auf dem Scoreboard unter das erste Drittel – ich kann kompensieren und zwar durch, huch, voraus denken und planen.

    Ich nenne dir mal ein paar Beispiele für dummes Verhalten – einsame Wölfe in einem teamplay versetzten Game (gerne Sniper ohne Spotter; egal ob im Team schon drei andere snipern, meist nicht mal als Antisniper), Flagenhopser die Stellungen nicht verteidigen, Fahrzeugjunkies die nicht fliegen können, stat whores (was heute auch noch dank der Archivments + Freischaltungen forciert wird) und Blödelbarden, die alles mögliche machen, außer auf dem Server zu spielen.

    CTF ist nicht schwer, CTF verlangt aber mehr als nur Gegner töten, beim CTF gewinnt das Team, das die flaggen holt und die eigene verteidigen kann – wahnsinnig schwierig ist das nicht, das ist elementar, das macht jeder schon im Schulsport, der Wechsel von Mannverteidigung zur Zonenverteidigung im Basketball z.b., oder im Fussball (Räume enger oder weiter auf machen).Ja da muss man im Team spielen, das ist für viele einfach schon zu hoch auf Waffenspots und Megahealth zu achten, nicht alles selbst zu nehmen, sondern auch mal zurück zu stehen und dem Runner das Megahealth und Shield zu überlassen, oder dem eigenen Teammitglied mal eben die Waffe X überlassen, weil dieser Position Y spielt.

    Aber Du hast in einem Punkt recht, CTF ist für mich das untere Ende der Spielmodi die ich noch bereit bin zu spielen – wer schon das nicht schafft, ist bei mir durch gefallen. Das hat nichts mit schlecht treffen zu tun, oder mit miesen Movement, das hat was damit zu tun, wie man mit anderen spielen kann und sich auf gerade nötige Aufgaben einstellt. Nenne es intelligentes agieren – das ist keine Zauberei, das ist schlicht und ergreifend normales handeln, zumindest sollte es das sein.

    Als Personalchef würde ich tatsächlich die Leute beim Einstellungsgespräch zocken lassen und zwar sowas wie CTF, AAS, Assault, Conquest, Onslaught oder Warfare (gut ich würde sie eher sowas wie Savage zocken lassen, aber das Prinzip ist klar), nur um zu sehen wie die Leute agieren.

  33. Look sagt:

    P.S. Nachtrag zum CTF Abschnitt – es ist bezeichnend das viele nicht mal TDM spielen können, den auch dort geht es um Mapcontrol, nicht mal die ist möglich, das elementarste überhaupt, von sowas wie weapon sharing, quad, mega und shield defending will ich gar nicht anfangen, oder gar das auf respawnzeiten geachtet wird.

    Es geht wirklich um ganz elementare Dinge die nicht beherrscht werden.

    P.P.S. Doch Ignoranz ist Dummheit, das Beispiel MW2 ist da recht brauchbar – es war bekannt das es keine dedis gibt, das es nur matchmaking gibt usw., trotzdem wurde wieder besseren wissens gekauft. Dann gibt es jubelperser die das auch noch loben und jene die sich über laggs, spikes und aimingprobleme beschweren.

    Wen deine Schwester nichts mit dem Begriff dedicated Server anzufangen weiß, sich aber Spiele holt, die auf solche Techniken aufsetzen (oder eben nicht), dann erwarte ich, das sie sich informiert (z.B. warum das Spiel so mies läuft und sie nichts trifft). Tut sie das nicht, entschuldige, dann handelt sie nicht gerade intelligent, wen sie beim nächsten Spiel wieder in die Sch….. greift und sie handelt handelt dumm, wen sie das Problem kennt und trotzdem kauft.

  34. Nerpax sagt:

    Nein, aber man kann unterscheiden… …trotzdem dumm spielt (dabei dann meist auch noch asozial reagiert).

    Den Unterschied kann man machen und sollte man auch machen. Auf den Newbie werde ich nicht eingehen, aber auf den Noob. Solche Leute kenne ich auch. Da gibt es sicher einige, die wirklich zu dumm sind. Aber es gibt auch andere Ursachen.

    Ich nenne dir mal ein paar Beispiele für dummes Verhalten – einsame Wölfe… …und Blödelbarden, die alles mögliche machen, außer auf dem Server zu spielen.

    Dieses Verhalten kenne ich nur zu gut. Aber ist das Dummheit? Oder einfach nur Egoismus? Ich kenne genug Leute, die im TDM oder sogar CTF nur auf ihre eigene KDR schauen, ohne sich darum zu scheren, was das Team macht. Mangelnde Teamfähigkeit nennt sich das, aber nicht Dummheit. Zumal es noch genug Leute gibt, die kein Headset haben und nicht schnell mit der Tastatur tippen können. Da ist Absprache mit dem Team dann eh unwahrscheinlich.

    CTF ist nicht schwer… …oder dem eigenen Teammitglied mal eben die Waffe X überlassen, weil dieser Position Y spielt.

    Richtig, es ist nicht schwer. CTF ist tatsächlich so einfach zu verstehen, dass Dummheit gar nicht der Grund für die von dir erwähnten Probleme sein kann, da die Leuten dann schon geistig behindert sein müssten, um das Spiel nicht zu verstehen. Und so doof sind die Leute nun garantiert nicht.
    Da bleibt, wie gesagt, eigentlich nur der Vorwurf der Faulheit, des Unwillens, sich mit den anderen Spielern im Team zu beschäftigen. Das mag sicher ein Problem sein, welches in der heutigen Zeit verstärkt auftritt, da die KInder heutezutage viel mehr veröhnt werden als früher. Wenn man glaubt, die WElt dreht sich nur um einen selbst, dann kann man natürlich auch nicht dem Kollegen mal die Sniper überlassen, wenn er doch viel besser damit umgehen kann.

    Aber Du hast in einem Punkt recht, CTF ist für mich das untere Ende der Spielmodi… …nur um zu sehen wie die Leute agieren.

    Wie bereits gesagt, mag es heutzutage einen Mangel an sozialer Kompetenz geben. Das kannst du den Leuten vorwerfen und Defizite in diesem Bereich kann man wohl tatsächlich in einem Spiel herausfinden. Aber ist jemand, der versagt, gut mit anderen zusammenzuarbeiten, deswegen gleich dumm? Autisten sind z.B. sehr schlecht darin, sich auf andere Leute einzustellen und mit ihnen zu arbeiten, aber oft auch hochintelligent. Das ist natürlich ein Extrembeispiel, aber es dürfte auch auf etliche andere Persönlichkeiten zutreffen.

    Btw. Shooter haben sehr viel mit denken zu tun, meine Reflexe sind des Alters wegen nicht mehr die besten, trotzdem schaffe ich es auf dem Scoreboard unter das erste Drittel – ich kann kompensieren und zwar durch, huch, voraus denken und planen.

    Nun, dann bin ich wohl wahrlich dumm und inkompetent, denn ich versage in Teamshootern grandios und kann leider nur wenig mit meinem Verstand kompensieren, da meine Spielfigur sich mit einer Kugel im Kopf nicht mehr so bewegt, wie ich mir das ausgedacht habe.

    Umgekehrt kann ich auch sagen: Ich habe schon viele wirklich extrem gute Spieler getroffen (nicht nur von den Reflexen her, auch vom Spielverständnis), die sich dann aber beim Chatten als totale Idioten erweisen. Mir will der unbedingte Zusammenhang zwischen Erfolg im Spiel und Intelligenz daher einfach nicht auffallen. Vor allem nicht bei Shootern.

    BTW, war Napoleon, trotz seiner Schachbegeisterung, nicht ein miserabler Spieler? Da bin ich mir offengestanden nicht sicher, aber es wäre ein passendes Beispiel für einen Menschen, der zwar ein Genie in Echt, aber ein Noob im Spiel ist.

    P.P.S. Doch Ignoranz ist Dummheit… …jene die sich über laggs, spikes und aimingprobleme beschweren.

    Ignoranz hat eher was von nicht wissen wollen. Meistens aus Faulheit oder im Falle der Jubelperser aus Fanboyismus. Vielleicht reden wir hier nur aneinander vorbei. Mir ist die genau Unterscheidung der Begriffe wichtig, dir vielleicht nicht.

    Wen deine Schwester nichts mit dem Begriff dedicated Server… …wen sie das Problem kennt und trotzdem kauft.

    Wir sind hier am Kern des Problems. Es gibt Leute, die sich nicht tief genug über ein Thema informieren, auch wenn sie davon zumindest zu einem gewissen Grade betroffen sind. Das ist so und es ist nicht gut. Da sind wir uns einig.

    Warum der Mensch die Dinge tut, die er nunmal tut, ist aber keine leichte Frage. Vor einigen Jahren bin ich auch noch in der Welt herumspatziert und habe mit unglaublicher Arroganz in dumm und schlau eingeteilt.

    Du schaust dir diese blöden Talk-Shows an? Dumm und niveaulos!
    Du stehst auf Maria Barth (würg)? Dumm und humorlos!
    Du lässt dir von Firma XY das Geld mit so einem billigen Trick aus der Tasche ziehen? Dumm und sorglos!

    Scheinbar im Gegensatz zu dir hinterfrage ich mich selbst dann und wann auch noch mal und musste feststellen, dass die selben Leute in anderen Situationen aber gar nicht so dumm gehandelt haben und teilweise sogar sehr schlau agiert haben. Ich bin deswegen extrem skeptisch, wenn Millionen von Menschen aufgrund einer einzelnen Entscheidung in einem einzelnen Bereich ihres Lebens als hoffenungslos dumm eingestuft werden.

  35. Look sagt:

    Als hoffnungslos dumm würde ich die wenigsten einstufen, aber es ist interessant zu beobachten, wie bei manchen Tätigkeiten (z.B. eben daddeln) so viele „geistig versagen“ (darunter fällt dann auch bei mir die soziale Inkompetenz).

  36. Nerpax sagt:

    Vielleicht möchten viele beim Zocken einfach nicht nachdenken. Dazu würde dann auch passen, dass anspruchslose Spiele wie CoD trotzdem in Massen gekauft werden. Einfach nur ein Action-Film zum mitmachen. Wie das Abendprogramm der meisten Privatsender eben, nur interaktiv.
    Für mich klingt diese Erklärung, zusammen mit den anderen von mir genannten, jedenfalls plausibler als ein Erklärungsversuch, der einen Großteil dieser Menschen ganz einfach als dumm oder zombiehaft bezeichnet.

    Wegen der Teamfähigkeit: Zu diesem Thema sollte man sich vor Augen führen, dass die Generationen nach 1982 als besonders narzisstisch gelten. Da spielt dann das rein, was ich auch schon erwähnt habe: Wenn man nahezu krankhaft davon überzeugt ist, besser als alle anderen zu sein, dann nimmt man natürlich auch keine Ratschläge oder gar Befehle von anderen an, selbst wenn man im Grunde erkennt, dass es für das Team besser wäre.

  37. Look sagt:

    Hehe, nicht nachdenken zu müssen/wollen, ist für mich der Inbegriff von zombiehaft, meinst Du nicht auch?

    Btw. nach einiger Zeit „denkt“ man auch nicht mehr über jeden Spielbestandteil nach, man reagiert von selbst richtig, man hat gelernt zu spielen und kann unbewusst darauf zugreifen. Diese Teilbereiche sind universell in Spielen einsetzbar.

  38. Nerpax sagt:

    Bei dir klingt das aber so, als hieltest du diese Leute generell für zombiehaft, die auch in anderen Bereichen und Situationen ihres Lebens so handeln. Ich meinte aber, dass diese Leute nach einem langen Arbeitstag dann nicht noch Lust haben, sich bei der Unterhaltung allzu geistig anzustrengen. Das ist ein gewaltiger Unterschied.

    Die Gedanken zum Spielablauf müsste man sich dann halt auch zumindest einmal machen. Wenn man diese Art der Unterhaltung aber nicht mag und nicht bereit ist, sich logisch und gedanklich auf sein Spiel einzulassen und wirklich darüber nachzudenken, dann erreicht man auch nie den Punkt, ab dem man nicht mehr groß darüber nachdenken muss.

  39. Look sagt:

    Mal sehen wie schmal das hier noch werden kann :).

    Entspannende Unterhaltung ist nicht mit geistigem abschalten gleichsetzbar, schon gar nicht bei Spielen die rasant und schnell, mit viel bumm und bratz agieren – das ist anregende Unterhaltung, das widerspricht dem geistigen abschalten und trotzdem versagt das denken…woran liegt es?

    Meine These, es liegt daran, das sie die Grundzüge erlernt haben (also peng du bist tot), an mehr aber nicht interessiert sind – die Frage, warum belästigen sie dann andere mit ihrer Anwesenheit im MP, wo doch eigentlich der SP das richtigere wäre?

    Und warum ist das für dich dann nicht „dummes“ handeln?

  40. Nerpax sagt:

    Diese Spalten werden ja lächerlich schmal…

    Schau, ich will es dir an einem Beispiel erklären:

    Da kaufen sich Millionen von Menschen CoD MW 2. Wir beide wissen, dass der Wegfall von Dedicated Servern eigentlich nur ein Verlust ist und das Spiel damit insgeamt abgewertet wird, der Preis aber nicht entsprechend nach unten korrigiert wird. Wir erkennen das als Abzocke.

    Dazu ist CoD MW 2 von den spielerischen Aspekten her nicht viel besser als Moorhuhn mit Hühnern, die auch zurückschießen können. Offensichtlich erkennen wir beide das und lehnen es ab, weil wir in Spielen nach komplexen Spielabläufen suchen und uns sehr gerne tiefer mit Spielen beschäftigen.

    Soweit, so gut.

    Es stellt sich uns beiden natürlich die Frage: Was treibt die ganzen Käufer dazu, sich dieses Spiel trotzdem gleich nach Release zu kaufen und das Spiel mit Lobeshymnen zu überhäufen?

    Und hier scheiden wir uns.

    Du unterstellst, so habe ich das jedenfalls aufgefasst, dem Großteil der Käufer Dummheit. Und ich möchte die Bedeutung von Dummheit an dieser Stelle näher erklären: Dumm sind für mich Leute, die Muster oder Systeme nicht erkennen können. Je dümmer ein Mensch ist, desto weniger komplexe Systeme kann er erkennen und desto schwerer fällt es ihm, Zusammenhänge zu erkennen und deren Bedeutung zu verstehen.

    Nun, ich will zugeben, dass man durchaus zu dem Schluss kommen kann, der Großteil der Käufer sei recht doof und es kann auch sein, dass sogar recht viele auch tatsächlich einfach etwas dümmlich sind.

    In Zeiten des Internets kann jeder nachschauen, was ein Dedicated Server ist und ich wette, dass auch die Bedeutung explizit für Videospiele irgendwo erklärt steht. Man sollte also erkennen, was man da verliert.
    Genauso gibt es genügend kritische Tester, welche das simple und wenig Hirnschmalz erfordernde Spielprinzip von CoD dargelegt und bemängelt haben.
    Sofern man sich da informiert, müssen einem diese Probleme also auffallen.

    Gut, warum kann man intelligent sein und trotzdem zu CoD MW 2 greifen?

    Intelligenz ist einer der Faktoren, welcher bestimmt, was man unterhaltsam findet. Einer von vielen.
    Menschen sind individuell und jeder findet andere Sachen interessant und kurzweilig. Einen zwingenden Zusammenhang zwischen dummer Unterhaltung und dummen Spielern zu sehen erinnert mich an Politiker, welche zwischen gewalthaltigen Spielen und gewalttätigen Spielern einen unbedingten Zusammenhang sehen. Warum letzterer Zusammenhang bei weitem nicht so einfach und deutlich ist, wie manche Politiker gerne behaupten, muss ich dir nicht sagen.
    Dazu kommt, dass man in unterschiedlichen Situationen und Lebenslagen verschieden Arten von Unterhaltung bevorzugt. Auch ich möchte zumindest hin und wieder ein bisschen blanke Action ohne Sinn und Segen. Verdammich, ich wette, CoD MW2 könnte mich zu manchen Zeiten auch unterhalten. Da ich aber viele Spiele (im SP) spiele und öfters lieber zu komplexen Sachen greife, unterstütze ich Activison nicht und lehne ihr Spiel doch ab, da ihr Erfolg sicher einen Trend auslösen wird, der mir nicht gefällt. Ich verlange aber von niemandem, sei es ein Gelegenheitszocker oder ein Hardcore-Gamer, der gerne und viele solche anspruchslose Games zockt, mich in meinem kleinen Protest zu unterstützen und aus den angesprochenen Gründen sehe ich auch nicht ein, warum ich diesen Leuten grundsätzlich die Intelligenz absprechen sollte, nur weil sie eine andere Art der Unterhaltung wollen als ich.

    Damit kann man den Punkt „spielt dummes, ist dumm“ eigentlich auch schon abhacken.

    Dann gibt es noch viele Jugendliche. Diese Gruppe dürfte recht groß sein, denn Shooter werden schließlich für junge Männer gemacht und wie wir alle wissen, halten sich pubertierende Jungs irgendwie auch für Männer.
    Junge Menschen machen oft Dinge, die nicht sehr intelligent wirken. Junge Menschen entwickeln ihre Persönlichkeit aber auch noch und die Bereiche im Gehirn, welche für Bewertungen und Reflektion zuständig sind, entwickeln sich zuletzt und sind bis zum 20. Lebensjahr auch nicht komplett. Das ist dann keine Dummheit, sondern Unerfahrenheit, jugendlicher Leichtsinn, pubertärer Unsinn etc.
    Vor allem heute, in denen schon Kinder mit Werbung bombardiert werden und zu Konsumenten und nicht zu Persönlichkeiten erzogen werden, ist solches Verhalten alles andere als die Ausnahme. Intelligent können diese Leute aber trotzdem sein, da sie nichts dafür können, wenn ihnen die Gesellschaft nichts mehr anderes erzählt und die Schule auch immer seltener für kritische Hinterfragung sorgt, sondern lieber die Interessen einer fehlgeleiteten Politik oder der Wirtschaft bedient. Da wundert es auch nicht, wenn die sich von gekauften Reviews blenden lassen und die Debatte um Dedicated Server entweder ignorieren oder nicht verstehen – denn solange die tollen Wertungen da sind, muss es ja trotzdem gut sein und warum sollte man sich dann mit solchem Kram beschäftigen? Das ist sicher auch nicht schön, aber es ist mehr die Unfähigkeit der Eltern, der Lehrer und der Gesellschaft, dass unsere Jugend so verkommen ist. Nach meiner Definition müssen sie aber noch lange nicht dumm sein.

    Zu den geblendeten Jugendlichen gesellen sich dann noch die älteren Semester, die es eigentlich besser wissen sollten, aber trotzdem ihr Geld ausgeben. Meiner Ansicht nach dürfte sich in dieser Gruppe der Großteil der tatsächlich zu blöden Leute befinden.
    Andere Erklärungen können sein: Zuviel Arbeitsstress und daher keine Lust, sich mit irgendwas groß zu beschäftigen.
    Das passt ja auch zu deiner These, dass sich diese Leute nicht allzu tief daran interessiert sind. Zu deinen Fragen komme ich gleich.
    BTW sehe ich nicht ein, warum Action mit viel Bumm Bumm und Krach Peng nicht als seichte Unterhaltung zum entspannen und abschalten geeigent sein soll. Das kann man ohne viel nachzudenken auf sich wirken lassen und darum dürfte es diesen Leuten auch gehen.

    Dann gibt es sicher noch die Gruppe Käufer, die sich das Spiel gekauft haben, weil sie es gerade im Laden erspäht haben und es einfach mal spontan probieren wollen. Spontankäufe haben etwas von Sorglosigkeit, Oberflächlichkeit und ist sicher auch nicht das wahre; dumm muss so jemand aber auch nicht gleich sein, vor allem nicht, wenn dieser jemand gerade einfach gut aufgelegt war und aus irgendeinem Grund zuviel Geld hat (oder Jigendliche das Geld ihrer Eltern).

    Damit kann den Punkt „lässt sich offensichtlich abzocken, also dumm“ auch abhacken, wobei dieser Punkt imo noch am stärksten wiegt, da man auf sein Geld nun wirklich achten sollte.

    Kommen wir zum Punkt „spielt dumm, ist dumm“. Hier möchte ich auf deine Frage antworten: Warum belästigen uns soviele von diesen Leuten im MP und spielen schlecht, ohne den Wille/Können/Whatever zu lernen?

    Menschen messen sich gerne an anderen. Das bedeutet, wenn ein Spiel über einen einfach bedienbaren MP verfügt (ich beziehe mich hier nicht auf den Spielablauf an sich), wird auch der Feierabendszocker dort mal reinschauen. Vielleicht wird er über Wochen hinweg sogar richtig viele Stunden in das Spiel investieren. Da er aber ständig nur auf der Map rumrennt, keine wirkliche und gezielte Anstrengung unternimmt, besser zu werden oder mal Planung ins Spiel zu bringen, wird er natürlich auch nicht besser was das tiefere Verständnis der Games betrifft. Auch hier kann ich nur wieder auf deine These verweisen.

    Selbiges gilt sogar umso stärker für Jugendliche. Wie gesagt, die Generationen ab 1982 gelten als recht narzisstisch. Hier ist es vielleicht nicht Desinteresse, sondern die Konzentriertheit auf den eigenen Erfolg, den eigenen Spaß. Wenn man z.B. kein Bock auf Verteidigen hat, obwohl es nötig wäre, und es dann nicht tut, ist das vieles, aber keine Blödheit (solange der Spieler auch erkennt, dass es eigentlich nötig wäre).

    Wenn dann noch dazu kommt, dass man kein Headset hat, langsam tippt (sowieso schlecht in Shootern) und sonst auch nicht kommunikativ ist, kann man das Teamplay eh vergessen.

    Als Fallbeispiel, abseits von CoD:

    Nerpax. Das bin ich.
    Unter diesem Nick zocke ich auch in regelmäßigen Abständen seit mehr als einem Jahr Urban Terror, ein Mod der Quake 3 Engine.
    Es hat, vom Setting her, Ähnlichkeiten mit CS, was sich aber nur in den Karten und den Waffen äußert, denn die Teams unterscheiden sich abseits der Uniform nicht.
    Und achte auf meine Worte: Regelmäßig. Ich habe sicher schon verdammt viele Stunden in dem Spiel auf dem Buckel. Aber: Ich zocke manchmal auch Wochenlang gar nicht, da ich eher der SP’ler bin. Heißt: Ich habe zwar durchaus viele Stunden auf meinem Counter; trotzdem reiße ich mich immer wieder aus der Übung.

    Nun behaupte ich mal von mir, ich bin in diesem Shooter trotzdem gar nicht schlecht. Zumindest im DM oder TDM. Im CTF oder Bomb Mode kriege ich aber regelmäßig auf die Schnauze. Und zwar heftig.

    Das liegt an mehreren Dingen: Ich bin von den Reflexen bzw. den rein körperlichen Fähigkeiten her dem Durchschnitt der CTF’ler unterlegen. Wir sind uns sicher einig, dass dies mehr an mangeldem Training, Erfahrung und gewissem Talent liegt, als an der Intelligenz.

    Desweiteren zocke ich das Spiel auch immer nur aus der Laune heraus. Ich jumpe einfach in irgendeinen Server und ballere los. Für Zwischendurch ist das sehr unterhaltsam und manchmal füllt das auch einen Abend.

    Das hat natürlich zur Folge, dass ich nicht bewusst auf Dinge achte (Und ganz ehrlich: Nicht will), auf die versiertere Spieler achten würden. Das heißt aber noch nicht, dass ich diese Dinge nicht trotzdem begreife. Aber bis man diese Dinge gut genug verinnerlicht hat, damit man sie in konkreten Spielsituationen auch gezielt zu seinem Vorteil nutzen kann, vergeht einige Zeit. Aber nein, da spiele ich dan doch lieber drauf los und schaue, was passiert. Spaß habe ich dabei trotzdem, denn ich muss nicht immer Gewinnen, um Spaß zu haben.

    Zu guter letzt habe ich kein Headset (ich rede eh nicht so gerne) und eine Hand halte ich lieber an der Maus, also ist tippen auch nicht drin.

    Mit all den Dingen bin ich sicher bei weitem nicht der Einzige und ich sehe deswegen nicht ein, warum die Pauschalisierungen von dir überhaupt einen Wert haben sollten. Ja, es gibt die Leute, auf die das zutrifft; aber ist das die Mehrheit? Ich habe meine Zweifel.

    Vielleicht reden wir aber auch nur aneinander vorbei. Eventuell ist meine Definition von Dummheit etwas negativer als deine, da Dummheit für mich bedeutet, mindestens weniger IQ zu haben als der Durchschnitt. Vielleicht benutzt du das Wort (und die Ausschmückungen wie Idiot, Zombie etc.) nur salopp und meinst es gar nicht so, wie ich das auffasse.

    So, das war so ziemlch alles, was ich zu diesem Thema zu sagen haben. Ich denke, weitere Diskussionen würden sich nur im Kreis drehen, da ich manche Dinge jetzt auch schon zum dritten mal geschrieben habe und deine Posts auch nicht mehr an Inhalt gewinnen. Ich schaue hier noch rein und werde antworten, wenn es etwas wirklich neues gibt, aber wundert euch nicht, wenn ich nicht mehr antworte.

  41. Look sagt:

    Korrekt, bei mir kann jemand sowohl intelligent als auch dumm sein – auf der Arbeit der Mathecrack, Ingame ein, ähm, moron.

    Und er kann auf viele verschiedene Arten dumm sein, z.B. ein teamplaytechnicher Versager (man kennt die Egomanen, die ich meine), ebenso wie ein strategischer Honk.

    Ach ja, die Pubertät habe ich schon mit eingeschlossen 😉 – in der Zeit ist eh keiner wirklich zurechnungsfähig, man ist von Natur aus also temporär und partiell mit Dummheit geschlagen.

    Btw. CoD MW2 ist das beste Beispiel für ein Paradigmenwechsel (was vielleicht dann auch auf dein ab 82 vermehrt Narzissten These hindeutet) – weg vom Teamplay Gedanken, hin zur stat whore (Archivmentsysteme mit Freischaltungsorgien ftw.). In dem Sinne ist der DS vielleicht gar nicht mehr nötig, weil eben keiner mehr im Team spielt, sondern nur noch miteinander in einem Match spielt – alle allein für sich auf einer Map.

    P.S. Es ist nicht das Krach Bumm was einen davon abhält das etwas NICHT geistig abgeschaltete Unterhaltung sein kann, sondern es ist die Anspannung des spielens solcher Titel selbst, was dem entgegen läuft – Adrenalin, positiver (weil gewollter) Stress usw. entspricht dieser Kategorie nicht.

  42. Nerpax sagt:

    Ich sehe das immer noch nicht ein. Anspannung hat nichts mit nachdenken zu tun und darum ging es mir. Ich persönlich kann bei nervenaufreibenden Action-Szenen durchaus geistig abschalten. Und ich sehe auch nicht, warum das irgendjemand nicht können sollte.
    Zumal diese Anspannung bei CoD wegen dem Gameplay auch nicht sehr groß ist.

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