Pelz? Pfui, Bäh! Spiele? Öhm …

Auf Gamasutra ist derzeit ein offener Brief von Familienangehörigen diverser Entwickler von Rockstar San Diego zu lesen, in dem sich jene bitterlich über die dort herrschenden Arbeitsbedingungen beklagen.

Großartig verwunderlich ist das nicht, sind uns die Arbeitsbedingungen in der Branche (nicht nur bei einer speziellen Firma) schon lange bekannt. Und zwar nicht erst seit 2004, als in einer ähnlichen Aktion Angehörige von EA-Mitarbeitern ihr Leid öffentlich machten. Dass die Arbeitsbedingungen in der IT-Branche suboptimal sind (um es mal höflich auszudrücken), dass die Arbeitsbedingungen von Spiel-Entwicklern noch einen Tick derber sind (bei gleichzeitig niedrigerem Gehalt), ist kein Geheimnis. Jeder von uns kennt das alles entweder aus eigener Erfahrung oder vielleicht aus Erzähluingen von Angehörigen, Freunden, Bekannten.

Juckt uns aber nicht. Interessiert uns nicht. Wir rennen fleissig in die Läden, wir klicken den Bestellbutton im Browser, wir durchforsten die neuesten Szene-Releases. Weil, Spiele sind ja geil und überhaupt, geh mir weg mit dem Scheiss. Will ich jetzt nicht hören und woanders ist es auch nicht besser und überhaupt, man dürfte ja sonst gar nix mehr kaufen, weil jeder Leichen im Keller hat.

Kennen wir alle, nicht? Nicht aber als Äusserung von debilen Deppen im Rahmen einer typischen Forendiskussion, sondern als Antwort auf die Frage unseres Gewissens, wie wir es denn selber halten.

Früher waren Pelze ein Ausdruck von Macht, Reichtum und Eleganz. Heute machen sich Supermodels aus Protest nackisch und pelztragende Damen bekommen entweder einen Anstrich mit der rosa Farbsprühdose oder zumindest einen bösen Blick und entsprechende Kommentare auf einer Party. Pelz ist sowas von out und wird in der Öffentlichkeit nahezu einstimmig boykottiert. Berichte über die Arbeitsbedingungen bei Lidl führten dazu, dass nicht wenige Leute seitdem konsequent jeden Supermarkt dieses Unternehmens boykottieren. Als “Müller Milch” seinerzeit (Anno 2002/2003?) mit dem Konterfei eines Dieter Bohlens warb, habe ich zum damaligen Zeitpunkt das letzte Mal ein Produkt dieser Firma erworben. Shell erlebte Mitte der Neunziger mit der geplanten Entsorgung der alten Brent Spar-Bohrplattform ein deftiges Medien- und auch Boykottdesaster. Große Konzerne werden plötzlich zahm wie kleine Kätzchen, wenn auch nur der Hauch eines Verdachts auf Kinderarbeit in outgesourcten Betrieben in beispielsweise Indien bekannt wird.

Doch der Spielebereich?

Man könnte noch dreckiger mit den Angestellten umgehen, man könnte sie noch derber ausbeuten und auspressen, inklusive heftiger physischer und psychischer Folgeschäden, die es bei vielen zT. unmöglich machen, sie wieder in den normalen Arbeitsmarkt zu integrieren. Das Burnout-Syndrom ist kein Name für das Verhalten fauler Idioten, die sich ja nur drücken wollen oder die Entschuldigung von Loosern, die’s einfach nicht bringen können. Das ist bittere Realität in der IT-Branche.

Interessiert uns aber nicht. Es würde seitens der Kundschaft nichts passieren. WIR würden nichts tun. DRM kotzt uns an, deswegen gibt es auch massenhaft Proteste und (anscheinend) auch nicht unerhebliche Auswirkungen auf die Umsätze. Aber das Schicksal derjenigen, die im Schweisse ihres Angesichts Tag und Nacht Crunchtime schieben und oft genug nur wenige Tage nach der Fertigstellung des Goldmasters entweder sofort an das nächste Stress-Projekt gesetzt oder gleich die Entlassungspapiere bekommen, das ist uns scheinbar egal. Es kümmert uns nicht.

Hauptsache, das neue Spiel rockt und lenkt uns schön von unseren eigenen Problemen ab …

Advertisements
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Corporate.

21 Kommentare zu “Pelz? Pfui, Bäh! Spiele? Öhm …

  1. Svennö sagt:

    Du kannst woanders tanken, aber Fifa gibts nur von einer Firma. 😉

    Die Amis kaufen auch jedes Jahr das neue Madden…

    Abgesehen davon: Es gibt Kinderarbeit und Arbeitsumstände…in manchen Ländern würden sie davon träumen, das Leben eines westlichen Programmierers zu leben….und selbst das schreckt die Leute von kaufen nicht so sehr ab.

    Luxusprobleme möchte ich da fast sagen…

  2. Joe sagt:

    Hach ja, die Ökoreligion. Immer dabei: Viel Dichtung und wenig Wahrheit.

    Wie wär’s noch mit einer kleinen Rede gegen die Erderwärmung, passend zu diesem Blizzard-Wochenende… 😉

    Spiele-Industrie ist eine reine Luxusindustrie. Als solche kann sie vollständig verschwinden, ohne daß irgend jemand deswegen Not leiden müßte. Für die Arbeitsbedingungen in Luxusbranchen sind die Beteiligten allein verantwortlich, zudem ja gerade in Deutschland auf der Einnahmenseite überhaupt kein Kostendruck herrscht.

    Das mit dem Schuldkomplex ist zwar ’ne tolle Masche jedes Jahr zu Weihnachten, aber für das Leid irgendwelcher Gamebastler fühle ich mich nun überhaupt in keiner Weise verantwortlich.

  3. Calibrator sagt:

    Niemand wird zum Spieleprogrammieren gezwungen. Im Gegentum: Woanders kann man (weit) besser verdienen.

    Es geht also offensichtlich zuerst einmal nicht ums Geld, solange nur das Individuum betroffen ist. Kommt aber eine Familie und damit die Realität mit ins Spiel (ha ha), sieht die Sache anders aus.

    Erinnert mich an die Leute, die an aufs Land ziehen und sich hinterher beschweren, dass es auf den Feldern manchmal etwas streng riecht…

  4. Harzzach sagt:

    Spiele-Industrie ist eine reine Luxusindustrie.

    Keine Frage. Aber ist es deswegen in Ordnung, dass man Angestellte nach Strich und Faden ausbeutet und sie dann wegwirft, wenn sie nicht mehr können? Weil, sind ja schliesslich selber schuld dran, oder?

    Nein, meiner Meinung nach macht man es sich da viel zu einfach. Auch wir haben eine Mitverantwortung, die wir nicht leugnen können. Niemand zwingt uns Produkte von Firmen zu kaufen, die ihre Profite auf Kosten der Gesundheit ihrer Mitarbeiter maximiert. Und wegschauen und ignorieren, NACHDEM man es weiß?

    Ich weiß ja nicht, aber ich hätte wenigstens ein schlechtes Gewissen dabei und würde derartige Vorfälle nicht einfach so abtun …

  5. Joe sagt:

    Wer in die IT geht, muß sich irgendwann entscheiden zwischen langweiligen Sachen wie ABAP/COBOL und hippem Zeug wie »Gamedesigner« oder »Twitter-Spezialist«.

    Hier scheint so einigen der »Traumberuf« wichtiger zu sein, als gutes Einkommen, Gesundheit und viel Freizeit, was man ja schon daran sieht, daß sich die Angehörigen beschweren.

    Das ganze nennt man Work/Life-Balance und wie jemand da seine Prioritäten setzt, ist sein Bier. Ich laß mich nicht für die Entscheidungen anderer Leute verantwortlich machen.

    Das Phänomen gibt es übrigens genauso in anderen Branchen: Wer z. B. unbedingt in die Luftfahrt will, muß seine Ausbildung in der Regel komplett selbst zahlen. Und angesichts dessen frage mich ernsthaft, wieso wir die Game-Freaks kostenlos an unseren Hochschulen pampern. 😉

  6. Das wundert mich ja eh daß es überhaupt noch Leute gibt die sowas machen.
    Spieleentwickler sind sicher nicht die schlechtesten in ihrem Fach die sollten doch auch woanders unterkommen?

  7. Rasmusin sagt:

    Glaub viele bleiben auch nicht länger als mal ein paar Jahre in der Branche und wechseln dann (aufgrund familiärer/gesundheitlicher Veränderungen) in andere Bereiche 😉

  8. Harzzach sagt:

    Ich laß mich nicht für die Entscheidungen anderer Leute verantwortlich machen.

    Das nicht. Aber findest Du es in Ordnung, wie man dort mit den Leuten umspringt? Dann einfach zu sagen „Selber schuld“ ist mir doch etwas zu simpel.

  9. jung69 sagt:

    Der Ansatz ist schon falsch, und ich kann’s echt nicht mehr hören, nämlich dass der Konsument schuldig sein soll.
    Ja, tolle Beispiele mit Pelze, Lidl, Shell…
    Gibt’s dazu irgendwas konkretes? Irgendwelche geretteten Tiere oder Arbeitsbedingungen? Ist Shell pleite? Aber wer sich was einreden will, findet bestimmt noch mehr. (Ist doch alles nur Medienblabla)

    Welche Ware läßt sich denn verkaufen, die keiner haben will? Dabei kann die Ware durchaus gut sein, aber wenn ein Konkurrent (im Rahmen der Gesetze!) was Besseres bietet?
    Dann ist der Konkurrent eben besser, oder? Wir kennen ihn ja nicht (mehr) persönlich, da messen wir ihn halt an Preisen oder Ratings oder an der ultimativen Empfehlung des Seniorgamers; unsere individuelle Kaufentscheidung ändert doch nichts am System, sie ist (passiver) Teil des Systems!
    Unser Wirtschafts-„System“ basiert auf Wettbewerb, wir glauben an Wettbewerb wie der Moslem an Allah. Nur glauben wir viel radikaler und fundamentalistischer als der schlimmste „Islamist“, da pflastern genug Leichen unseren Weg!
    Unser Wettbewerb ist *Total*, der ist in gewisser Hinsicht tötlich. Im *totalen* Wettbewerb gibt es *totale* Verlierer, ihre Verluste werden durch die Spielregeln definiert.
    Wenn Knüppel erlaubt sind, werden sie eingesetzt. Wenn Giftgas erlaubt ist, wird es eingesetzt. Wer es besser kann, ist erfolgreich, klug, beneidenswert. Arbeitsbedingungen? My ass! Na gut, ein paar Pressemeldungen wie toll wir sind bla…
    Ob man was kauft oder nicht, mag das Angebot beeinflussen. Aber die Darbietungsweise des Angebots reagiert darauf nach den Gesetzen des Wettbewerbs, nicht humanistisch!
    Wenn überhaupt, haben wir politisch bei Wahlen einen Einfluß, aber nicht durch Kaufentscheidungen, da „ticken“ wir höchst egoistisch, kalkulierbar und manipulierbar!
    Die Wettbewerber nutzen ihre Optionen, wie Jan Ullrich das Doping, da ist „Alles oder Nichts“ nur eine davon, aber oft rentabel mit kalkuliertem Risiko.
    Fick Dich doch mit Deinem moralischem Gesäusel, das Zauberwort heißt Sozialpolitik und JEDER muss mehr geben, als er möchte… (denn DAS ist Sozial und das Gegenteil von Egoismus)
    Die Firmen tun das, was sie gesetzlich dürfen – und damit tun sie das, was sie müssen; die Heuchelei kotzt mich an…
    Nein, „wir“ sind nicht schuld, sondern die, die wir als „höhergestellt“ gewähren und Gesetze beschließen lassen, „wir“ müssen Protest-Wählen! (egal wen…)

  10. Deagle sagt:

    Ich vermute beides (Protestkaufen und Protestwählen) würde funktionieren… bei nennenswerter Beteiligung.

    Leider sind bei beidem eine Minderheit überhaupt interessiert und informiert. (Hah, und dann gibts immmernoch welche die den Schluss „um so besser für mich“ ziehen).

    Ob nun Stimmvieh oder Konsumvieh, solange „Vieh“ die Mehrheit stellt kommen wir nicht Raus aus dem (Sau)Stall

    Kleines Beispiel aktueller Natur? Wir haben ausgerechnet unseren „ach die 100.000 Mark Schmiergeld vom Waffenschieber meint ihr“ SSchäuble zum Finanzminister „gewählt“.

    Gruß
    D.

  11. Harzzach sagt:

    Nein, der Konsument ist nicht alleine schuld. Aber er hat eine Mitverantwortung, aus der er sich nicht einfach so davonstehlen kann.

  12. Harzzach sagt:

    Es geht mir nicht darum, zum Boykott von Rockstar- oder EA-Spielen oder den Produkten anderen Publisher aufzurufen, bei denen höchstwahrscheinlich ähnliche Arbeitsbedingungen herrschen. Das hätte ich dann auch so geschrieben.

    Zudem finde ich es erstaunlich, welche zT. heftigen Reaktionen diese Meldung bei so manchen Leuten hervorruft. In vor allem US-amerikanisch geprägten Communities werden die Familienangehörigen offen und ausfallend angegriffen. Ich habe da immer den Eindruck von getroffenen Hunden, die plötzlich ganz laut aufjaulen.

  13. hoellenbewohner sagt:

    snip
    udem finde ich es erstaunlich, welche zT. heftigen Reaktionen diese Meldung bei so manchen Leuten hervorruft. In vor allem US-amerikanisch geprägten Communities werden die Familienangehörigen offen und ausfallend angegriffen. Ich habe da immer den Eindruck von getroffenen Hunden, die plötzlich ganz laut aufjaulen.
    snap

    hast du mal ein paar bsp.?

  14. Harzzach sagt:

    hast du mal ein paar bsp.?
    Manche Kommentare auf BluesNews.com oder Kotaku.com zu dieser Meldung.

  15. Look sagt:

    Wen es danach ginge, hätte kaum einer von uns einen günstigen PC + Konsole + DVD/BR Player + TV und vor allem wäre die lifetime eines Handys, wegen des Preises, weit aus größer.

    ein Großteil der Elektronikkomponenten und Bauteile stammen aus Asien, wo Sweatshops zum Alltag gehören und die Produktion unter Umweltgesichtspunkten eher an Bitterfeld aus den 70/80igern erinnern.

    Wir sind alle Sünder, so ist es nun mal, irgendwo ist immer einer, der wegen uns leidet – das wir darum wissen, bringt uns dem Verzicht nicht näher. Verzicht ist etwas, was man nicht durch eine Doktrin erzwingen kann, solang es für jeden leicht beziehbar ist.

    Wie dem auch sei, mich wundert es ein wenig, wie man seine Leute so leichtfertig verbrennen kann. Jedem handwerklich tätigem Unternehmen ist klar, das man Leute mit Erfahrung nur schwer ersetzen kann, vor allem wen sie die Produktionsprozesse der eigenen Firma kennen und diese gewachsen sind.

    Im Grunde eine eigentlich recht einfache Rechnung, was kostet es mich Mitarbeiter X im Unternehmen zu halten, mit all seinem Wissen und seiner Erfahrung und was kostet es mich, wen ich einen neuen Mitarbeiter einarbeiten muss, bis er in den Produktionsprozess erst rein findet und der alte Mitarbeiter sein Wissen einem Konkurrenten zur Verfügung stellt.

    Ich wette den Mitarbeiter zu halten und nicht zu verbrennen ist billiger.

    Aber das Problem kennt man auch von anderen Seiten – beispielsweise entlassen ja gerne Aktienunternehmen Mitarbeiter um der kurzfristigen Rendite und des Kurses willen. Studien zeigen, das diese Entlassungen teurer sind, als die Mitarbeiter zu halten – den meist stellen die gleichen Unternehmen innerhalb eines jahres wieder ein, für die gleiche Stelle, müssen dann aber wieder einarbeiten, neuorganisieren usw., Mehrkosten c.a. 70% (glaube mich richtig zu erinnern).

    Wer so agiert schaut nicht weiter, als wie man einen Knödel werfen kann, hat für mich auch nichts mehr mit Geschäftsleitung und Führung zu tun – ich erwarte da dann auch keine Qualität mehr, oder gar schlanke, effiziente Prozesse innerhalb des Unternehmens (eine Folge ist nämlich immer, das der Führungskräftewasserkopf stetig anwächst).

  16. Look sagt:

    P.S. interessant, man kann hier auch ohne eingeschaltetes JavaScript nun schreiben und antworten – da hat sich der Umstieg auf WordPress wirklich gelohnt.

  17. Ranatoli sagt:

    Ich glaube viele reagieren etwas gereizt, weil sie mittlerweile seit vielen Jahren bei so einigen Dingen angemahnt wurden, vernünftig und sozial zu handeln, ohne das sich dadurch wirklich etwas zum Besseren gewendet hätte.
    Ob nun bei Umweltbelangen oder im sozialen Umgang, man hat immer mehr den Eindruck man wird vor einen Karren gespannt von Leuten die davon profitieren aber selbst eben gerade nicht danach handeln.

    Es ist schon eine Form der Resignation und Frustration wenn bei angesprochenen Problemen nur noch mit den Achseln gezuckt oder wütend aufgeschrien und zum Gegenangriff ausgeholt wird.

    Wer das Gefühl hat trotz Bemühungen nichts signifikant ändern zu können, denkt sich irgendwann „Scheiß drauf, jeder ist sich selbst der Nächste“.

  18. Joe sagt:

    Das etablierte Gutmenschentum hat gar nicht zum Ziel, irgendwas zum Besseren zu wenden. Letztlich geht es dabei nur um zwei Dinge:

    1. Selbsterhaltung und Steigerung der eigenen Wichtigkeit
    2. Verbreitung der eigenen Ideologie
    3. Verdienen am schlechten Gewissen anderer

    Wer das erstmal verstanden hat, zuckt bei solchen Aufrufen nur noch mit den Schultern.

  19. Rippitid sagt:

    @Look: Guter Kommentar, stimme Dir zu.

    Übrigens: Pelz ist ja schon seit längerem wieder salonfähig (über den Umweg Kustpelz).

  20. Martin sagt:

    Diese ganze Gewinnmaximierung regt mich übelst auf. Würde nicht jeder immer darauf bedacht sein, weit mehr Geld verdienen zu wollen als benötigt wird und den Gewinn aus den Produkten immer weiter zu steigern, dann würden Elektrogeräte auch heute noch weit länger halten, Porzellanteller hätten noch immer schöne Verzierungen und Bettwäsche gäbe es nicht nur hauptsächlich mit sterilen Linienmustern zu kaufen. Und Analogkäse würde gar nicht als Alternative zu Kuhkäse in Betracht gezogen worden sein.

    Es ist nur inzwischen so weit gekommen, dass es kaum einen Weg zurück gibt – in keiner Branche. Es geht immer nur darum, mehr zu verkaufen. Dem Kunden am Besten Dinge aufzuschwatzen, die er gar nicht will oder eigentlich gar nicht benötigte. Ich habe aus diesem Grund kein Interesse daran, mich wegen eines verantwortungslos handelnden Spielepublishers in irgendeiner Weise schlecht zu fühlen, wenn hunderte andere Firmen ähnliche Marktstrategien verfolgen. Das Problem dürfte in der Unterhaltungsbranche nur sein, dass die Herstellung eines neuen Spiels nicht so trivial wie die Herstellung eines neuen Schuhs oder Schranks ist – hat jemand eine Idee entworfen, braucht es zum jetzigen Zeitpunkt noch viele willige Programmierer, die diese Idee auch umsetzen.

    Ich habe mir heute Rush Hour 3 angesehen: Zweifellos ein Beispiel, wo auch versucht wurde, möglichst schnell einen Film auf die Beine zu stellen, der bekannte Gesichter und einen bekannten Namen trägt, um ganz viel Gewinn zu erzielen. Dem Ergebnis merkt man das auch stark an. Bei Videospielen habe ich auch ab und an schon das Gefühl, dass ich es mit einem reinen Massenprodukt zu tun habe, dem der Charme fehlt. Vor zwei Wochen erst mit dem neuen „Prince Of Persia“ (also nicht das von 1989). Nur hat man bei Spielen den Vorteil, dass die unglaublich schlechten Zwischensequenzen nicht den Hauptteil des Spiels ausmachen, so kann ich da teilweise drüber hinwegsehen. Empfehlen würde ich das aber aus diesem Grund nicht mehr. Nie.

  21. Ich sagt:

    ach so einfach ist das !? ;-(

    ich denke eher das solche alleserklärenden Meinungen nicht der Wahrheitsfindung dienen sondern eher dem Gefühl die Welt verstanden zu haben…

    was ist den z.B. „Das etablierte Gutmenschentum“?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s