Dumme Fragen, kluge Antworten

Anläßlich der alljährlichen Ankündigung von EA, die MP-Server für die jeweils obsoleten (sprich, keinen Umsatz mehr bringenden) Jahrgangsversionen der üblichen Sportspiele zu schliessen, stellt sich mir auch angesichts der alljährlichen, sich stets im Kreis drehenden Diskussionen, die Frage:

Was kostet denn der Betrieb (Hardware, Bandbreite, Administration) eines Online-Servers in der Kapazität, die Spielen wie NHL 08 angemessen wäre? So Pi mal Daumen. Entstehen EA hier tatsächlich nicht unerhebliche Kosten? Oder könnte man in Redwood den Serverbetrieb für alle jemals erschienenen MP-Spiele im Halbschlaf aus der Portokasse bezahlen?

Da sich meine berufliche Erfahrung mit solchen Themengebieten allenfalls nur auf konzeptionelle Sachverhalte beschränken (Mach, dass es geht!), reiche ich diese Frage doch einfach in der Hoffnung weiter, da draussen Leser zu haben, die sich hier ein wenig besser auskennen.

Tausend Dank im Voraus!

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16 Kommentare zu “Dumme Fragen, kluge Antworten

  1. Svennö sagt:

    Wenn ich daran denke, was wir jedes Jahr an Unmengen Gelder für unser Rechenzentrum ausgeben…und das ist nur für ca. 1000 Leute gedacht…

    Aber interessante Liste:
    NBA 09 Wii – Europe only
    NASCAR 09 PS3 and x360 – Europe Only

    usw….

    Möglicherweise geht es auch nach Userzahlen? Und mal ganz ehrlich, guck dir mal die Verkaufszahlen von Fifa 10 an…wen stört es da, dass Fifa 08 nicht mehr Online supportet wird 😉

  2. Harzzach sagt:

    Mich persönlich stört’s nicht, muss jeder selber wissen, wie weit er sich von EA ausnehmen lässt … bin nur neugierig, was die Kosten betrifft.

  3. DoctorJohnSmith sagt:

    Die Frage ist so nicht zu beantworten.

    Die Kosten schwanken ganz extrem damit, was Du für so einen Dienst als „Leistungsbeschreibung“ definierst:

    – Wie viele Spieler können gleichzeigtig spielen?
    – Wie ausfallsicher ist der Dienst?
    – Welche maximalen Reaktionszeiten gibt es bei Problemen?

    Kein Publisher sichert einem Endkunden hier irgendetwas leistungsmäßig zu (schließlich zahlt der
    Kunde ja auch nicht explizit dafür), aber sie müssen diese Größen intern kennen, um das ganze kalkulieren zu können. Ohne diese Information ist unmöglich für so einen Dienstleistung auch nur halbwegs seriös einen Preis bestimmen zu können.

    Das Modell, in dem Kunde einmalig für eine Dienstleistung bezahlt, die dann aber laufend
    Kosten verursacht kann einfach auf Dauer nicht
    funktionieren.

    Aber: Jedem der ein Multiplayer Spiel kauft, das von
    Infrastruktur des Herstellers oder Publishers abhängig ist, sollte klar sein, dass das nicht aus reiner Nächstenliebe ewig laufen wird. Anstelle die Spiele einfach im Laden zu lassen, wird dann zwei Jahre später herumgeflennt. Hier bekommen die Käufer genau das, was sie verdienen.

    Was mich mehr interessieren würde:

  4. Sowas wird kaum einer fundiert beantworten können, dazu müsste man wissen was die server für die einzelnen Spiele alles bieten müssen, bzw. welche komponenten von nöten sind.

  5. Ash sagt:

    Vielleicht sollten Publisher und Developer diese „ewigen“ kosten bei quasi gegen Null strebenden Einnahmen einfach mal von vornherein bei der Entwicklung von Spielen mit einplanen. Eine Idee wäre z.B. im Multiplayer Serverbrowser oder beim Verbinden Werbung anzuzeigen. Diese könnte dann auch die Server für sehr alte Spiele finanzieren, ja sogar lohnenswert machen. Wie bei jeder Werbung in Spielen darf die dann aber natürlich nicht aufdringlich sein oder gar den Spielfluß bremsen.

  6. Harzzach sagt:

    Das Kostenargument seitens der Publisher zieht sowieso nicht, da man selbstverständlich einen Dedicated Server anbieten könnte, um die ganze Hosting-Scheisse von der Backe zu haben … will man aber nicht, da die Kunden jedes Jahr die neue Version kaufen und nicht ständig mit dem alten Scheiss abhängen sollen.

  7. n8mahr sagt:

    war fifa 07 nicht die erste version ohne LAN-modus ??
    davon mal ab: es kostet EA offensichtlich viel geld, auf der sowieso bereitstehenden serverfarm für ältere titel ein wenig bandbreite zur verfügung zu stellen. und zwar so viel geld, dass sie die (schlechte) pressemeldung in kauf nehmen. Oder man verfährt bei EA jetzt nach der devise „ist der ruf erst ruiniert…“ – MÖGLICH wäre es 😉

  8. Harzzach sagt:

    EA macht das schon seit einer Weile und bislang scheinen sich die Kunden nicht großartig daran zu stören. Abgesehen davon … viele Kunden interessieren sich nicht für den MP eines Spieles. Da wird nur SP gezockt und das war’s.

    Ich schlage EA daher folgendes vor: Es gibt auf Disc nur reine SP-Spiele. Jedes Jahr mit neuen Features und (bei Sportspielen eh das wichtigste) mit aktuellen Daten. MP gibt es als eigenständiges Spiel, natürlich auch mit neuen Daten. Das graphische Grundgerüst wird mit größeren Abständen erneuert. Es gibt dann jeweils immer nur einen Client für alle. Der MP ist kostenfrei, dafür wird aber massiv Werbung und/oder Micropayment reingeballert, um das Janze profitabel zu machen.

    Wobei … hey, irgendjemand bei EA hat sich das schon gedacht und mit BF Heroes genau DAS umgesetzt. Dann kann man sich den Scheis mit regelmäßiger Serverabschaltung und all der schlechten Presse auch sparen 🙂

  9. utzelgrutzel sagt:

    Kann denn jemand sagen was genau das für Server sind die abgestellt werden?

    Dedicated Server kann ich mir nicht vorstellen, EA hostet wohl kaum jedem FIFA Spieler das Spiel wenn der Online geht. Das macht doch schön der Rechner/die Konsole von dem der das Spiel aufmacht.
    Demnach ist doch bestimmt nur der EA Konto – Anmeldungsserver oder der für die Liste der Spiele zuständige Server, so wie Gamespy.

    Insbesondere angesichts der eh für aktuelle Spiele nötigen Serverfarmen und wohl deutlich geringeren Spielerzahlen der alten Spiele sollte es wohl nicht so teuer sein, rechnen tut es sich aber garantiert nicht mehr und so hat man ja noch einen Grund auf die neuere Version umzusteigen (wenn es denn eine gibt). Vielleicht ist es auch der Verwaltungsaufwand, oder um die Datenbank aufzuräumen, aber das macht denke ich nicht viel Sinn.

    Wie teuer ist es eigentlich Gamespy zu nutzen, oder bieten die den Service kostenlos um dann mehr Nutzer zu bekommen die man dann den Anzeigekunden präsentieren kann?

  10. Deagle sagt:

    Nehmen wir mal z.b. das gute alte Battlenet…. oder der größte Teil von Steam.

    Da geht es einfach nur darum das einige tausend Hansel miteinander Chatten, alle Spiele selbst hostet ja dann die Community, und der Traffic geht auch direkt zwischen den Spielern. Selbst die dedicated Server sind normalerweise Clanserver.

    Die Kosten dürfte geringfügig höher als die eines IRC Servers oder sonstigen Chats sein, alle Grafiken liegen ja Lokal vor. Ok, es kommen für das Ranking und ähnliche Funktionen noch die Rohdaten der Spiele und der Chars dazu, aber das ist Bonus Material.

    Ein bischen Redundanz wäre wünschenswert, aber insgesammt glaube ich nicht das das mehr Bandbreite und Performance braucht als der ein oder andere Clan an dedicated servern stemmt. Also für EA wirklich Peanuts.

    Anders sieht es logischerweise mit MMOGs aus, wo quasi die Welt als Server vorgehalten werden muss.
    Hier kenn ich aber nur Bezahlmodelle (Entweder per Gebühr, oder über Zusatzitems wie die ganzen Asiagrinder)

    Im Falle von FIFA denke ich mir das jährliche Raushaun von neuen Versionen der Hauptgrund ist.
    Wenn sich die Community auf 10 verschiedene FIFA XX verteilt wird das Spiel unattraktiver(Verschieden… lol… also ich mein auf das selbe Spiel mit verschieden alten Daten/Grafiken), und ausserdem kauft so ja jeder online-zocker zumindest alle 2-3 Jahre ne Version.

    Gruß
    D.

  11. Sir Richfield sagt:

    … und DANN gemerkt, dass es nicht genug Kohle gibt, also darf ab jetzt für ein „richtiges“ Spiel auch richtig Geld investiert werden.
    (Will sagen habe was gelesen von Waffen kann man kaufen (dauerhaft) oder verdienen (für ne Woche oder so, wenn mann wohl drei Wochen Zeit investiert hat…). Nix von den Asiagrindern gelernt…)

  12. Look sagt:

    Och es gibt einige Spiele da draußen, wo die Masterserver nun von Fans gehostet werden – Tribes 2 z.B., wen man wissen will wie viel das kostet, einfach mal bei den Leuten anfragen.

    Mögliche Anlaufstelle wäre vielleicht auch Gamespy, sofern sie eine Vertrags und Kostenseite haben für Leute die den Dienst auf hostingseite haben wollen.

    Mich würde es wundern, wen für ein einfaches Mastersystem mit Acountverifizierung und Statistik mehr als 100 € berappt werden müssen (und das nicht mal wegen des Traffics, sondern wegen Hochverfügbarkeit = Redundanz des Dienstes durch Schattenkopie).

    Viel interessanter ist aber folgende Frage – Spiele die heute noch im normalen Abverkauf sind (also im Handel, nicht Gebrauchtware), sind die wegen einer Featureeinstellung nun wieder wandelbar? Kann ich die zurück geben und bekomme mein Geld wieder?

  13. Harzzach sagt:

    Kommt darauf an, inwieweit entsprechende Verbraucherrechte und -gesetze schwerer wiegen als die EULA. Wobei man diesen Text, damit EA auf der sicheren Seite stehen muss (zumindest in Deutschland) dem Kunden VOR dem Kauf zugänglich machen muss und nicht erst danach. So aber …

  14. Deagle sagt:

    Bei HGL gabs da mal ne heisse Diskussion weil einige ihre Lifetime ABO + Founder (200€ oder so) wiederhaben wollten als das MP aufgekündigt wurde….

    Soweit ich das in Erinnerung hab gab es nie eine endgültige Klärung was wohl hauptsächlich daran lag das man sich im Gewirr der Verantwortlichkeiten Verliert.

    # Pleite ging der Entwickler Flagship
    # Den Serverbetrieb eingestellt hat aber Ping0
    # Anspruch auf Wandlung hat man aber gegen den Verkäufer (z.b. Amazon), oder?
    # Und der gesunde Publisher (EA) hat sich irgendwie um alles drücken können und war gar nicht involviert im Untergang des Flaggschiffs.

    Vielleicht weiss ja noch einer der hier lesenden genaueres….

    Gruß
    D.

  15. Joe sagt:

    Wer kommt eigentlich auf die seltsame Idee, MP wäre ein »kostenloses« nicht zugesichertes Feature?

    Üblicherweise wird es ausgiebig auf der Verpackung beworben und die Leistung ist daher auch nach Entrichtung des Kaufpreises zu erbringen, ansonsten ist das Produkt mangelhaft.

    Ist gar nicht so schwierig. Über irgendwelche Kostenfragen braucht sich der Kunde nicht den geringsten Gedanken zu machen, da man solch ein Produkt von vornherein so auslegen kann, daß dem Hersteller keine weiteren Kosten enstehen.

    In anderen Branchen herrschen viel strengere Sitten und eine Größenordnung längere Fristen, was die Vorhaltung von Ersatzteilen usw. vorgeht. Verursacht auch alles Kosten.

    Müßte nur mal von der Justiz durchgeprüft werden.

  16. Andreas sagt:

    Die Kosten für den Betrieb eines bestehenden Servers sind minimal und können durch Verschiebung der Services
    in Virtualisierung, Outsourcing etc. noch gesenkt werden,
    falls nicht schon längst geschehen.

    Allerdings musst Du know-how in Form von Mitarbeitern vorhalten, die in der Lage sind die Serversoftware für neue Betriebssystemversionen des Servers, oder Hacks zu beheben, oder Einbindung so eines Services in einen neuen Dienst irgendwann realisieren zu können.

    Und das ist EA zu teuer. Da mach ich als EA doch lieber die Server zu, wenn ich diese Personalkosten gegen die Verkäufe eines bestimmten Spiels rechne, und nicht wie Blizzard als Imagepflege sehe (battle.net).

    EA ist und bleibt halt böse.

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