Die eine Tür schliesst sich, eine andere geht dafür auf

So, ab heute ist es amtlich.

Klein-Harzzach ist nach einigen Jahren Frischluftschnuppern kein freischaffender Selbstständiger mehr (beschönigender Begriff für hungerleidender Hinundwieder-ALGII-Bezieher), sondern reiht sich wieder in das endlose Heer der geknechteten Angestellten ein. Das Geld ist (noch) nicht üppig, kommt aber dafür regelmäßig. Ein Chef ist zwar vorhanden, doch es deutet sich jetzt schon an, dass ich mir in den kommenden Monaten und Jahren meinen Job dennoch recht frei definieren und selbst gestalten kann. Weil mein neuer Chef schlichtweg keine Zeit und keinen Bock hat, sich um all diesen Kleinkram zu kümmern.

Mit Spielen hat der Job nun GAR NICHTS zu tun, sondern bewegt sich im Dunstkreis der traditionellen Bauwirtschaft. Nicht, dass dort das Paradies auf Erden herrscht, aber nach all den Jahren inmitten überkandidelter Schneespurenschnupfer aus der New Economy und paranoid-depressiver Spiele-Fritzen ist es zumindest eine angenehme Abwechslung mit Leuten zu tun zu haben, die etwas, nun, sagen wir, ein wenig bodenständiger sind. Mittelstand und Handwerker dominieren, irre Schlipsträger und durchgeknallte Powerpoint-Schubser sind rar. Hat was. Schlitzohren und Überdentischzieher gibt zwar zu Haufe (sind ja alles ehrenwerte Geschäftsleute), aber es herrscht eine ganz andere Atmosphäre.

Bis ich in den neuen Job etwas Routine und Struktur gebracht habe, kann es daher gut sein, dass ich vielleicht nur ein- oder zweimal pro Woche die Muße finde etwas Sinnvolles zu posten. Vielleicht mehr. Je nachdem, wie groß das Chaos eigentlich ist, welches ich dort aufräumen darf. Hoffentlich nicht weniger. Auf jeden Fall wird mir die Routine, seit knapp drei Jahren (fast) jeden Tag einen mehr oder minder lesbaren Text zu veröffentlichen, ein wertvolles „Asset“ im neuen Job sein. Jetzt muss ich nur noch an meinem Vokabular arbeiten, damit ich mit Cheffe auch Deutsch rede, OHNE ständig in dieses gräßliche IT-Mänätschment-Denglisch zu verfallen, welches man sich notgedrungen im Laufe der Zeit angeeignet hat.

Und wenn ich in ein paar Jahren genug Geld angesammelt habe … schau mer mal. Wenn sich meine Projektionen zumindest teilweise bewahrheiten, wird die Spieleindustrie in einigen Jahren zu einem nicht geringen Teil aus kleinen und kleinsten Indie-Entwicklern bestehen, die dank Internet ihre eigenes Ding drehen können, weil man die Vertriebsmacht der Majors nicht mehr benötigt. Prozedural erstellte Inhalte werden vielleicht so einiges an Manpower einsparen können. Kollaborative Projektansätze, Content-Sharing, Shared Worlds und bessere Projektmanagement-Methoden werden es vielleicht ermöglichen, dass aufwendige Spiele nicht nur von fetten Majors, sondern auch von kleineren Teams gestemmt werden können. Es bleibt spannend! 🙂

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Intern.

17 Kommentare zu “Die eine Tür schliesst sich, eine andere geht dafür auf

  1. Anonymous sagt:

    Bis ich in den neuen Job etwas Routine und Struktur gebracht habe, kann es daher gut sein, dass ich vielleicht nur ein- oder zweimal pro Woche die Muße finde etwas Sinnvolles zu posten.Das wäre ja mehr als bisher.

  2. Glück auf sagt:

    Gratulation zum neuen Job, auch wenn es nicht deine eigentliche Berufung ist, sondern nur Mittel zum Zweck.Solange es eine erträgliche und halbwegs angenehme Tätigkeit ist, gibt es jedenfalls erstmal nix zu meckern.^^Wollen wir hoffen, daß du auch weiterhin Spaß und Zeit für unser aller geliebtes Hobby haben wirst und weiterhin Muße zum Schreiben findest.

  3. Terrance sagt:

    Du bist halt in 'nem Alter, da muß man nehmen, was kommt. :-PGratulation auch von mir! 🙂

  4. Frank sagt:

    Auch wenn es Schade ist nun noch weniger von Dir zu lesen, aber als – so behaupte ich mal – einer der ersten Stammleser deiner Zeilen wünsche ich Dir natürlich viel Glück :)Ohne jetzt sentimental werden zu wollen, aber ich danke Dir trotzdem für die bisherigen fast 3 Jahre bloggerei. Ich stand zu Anfang ziemlich ähnlich da wie Du jetzt, allein in der weit entfernten großen neuen Stadt mit neuem Job und ohne jemanden zu kennen; deine Zeilen haben mir oft ein wenig Abwechslung in dieser nicht grade einfachen Zeit gebracht.So, schluß mit der Rumeierei, viel Glück, Spass, Geld und was man sonst noch so braucht im neuen Job!GrußFrank

  5. Harzzach sagt:

    Danke Euch!Du bist halt in 'nem Alter, da muß man nehmen, was kommt. 😛Hehe! 🙂

  6. Benni sagt:

    Von mir auch alles gute und viel Spaß und Erfolg in der neuen Arbeit. Achja, im letzten Absatz hast du dann dein IT-Mänätschment-Denglisch noch ein wenig verbraten, damit dein Chef es nicht ertragen muss was? 😀

  7. Joe sagt:

    Du wirst es nicht lange aushalten, Harzzach, einmal selbständig, immer selbständig. Das ist bekanntlich eine Lebenseinstellung und kein Beruf. :-)Trotzdem herzlichen Glückwunsch zur erfolgreichen Abgabe der Lohnsteuerkarte und willkommen im gesetzlichen Sozialversicherungssystem.Den Zusammenhang mit der Blogfrequenz kann ich mir allerdings nicht erklären, schließlich arbeitest Du selbst jetzt nicht mehr ständig, sondern hast ab jetzt einen wohlverdienten Feierabend und zumindest den Sonntag frei (wenn nicht das ganze Wochenende). Näheres regeln unsere Arbeitnehmerschutzgesetze. 😉

  8. Atreyu sagt:

    Ich wünsche dir auch alles Gute im neuen Job.Tja, für mich wäre es auch mal an der Zeit, aber das wird wohl erst nächstes Jahr werden…

  9. Sackratte sagt:

    "schließlich arbeitest Du selbst jetzt nicht mehr ständig, sondern hast ab jetzt einen wohlverdienten Feierabend und zumindest den Sonntag frei"Hähähä….. :-> , na trotzdem auch von mir viel Spass – war echt nett hier. Regelmäßig Kohle gegen Überlassung von Lebenszeit hat schon auch was. Ist es denn irgendwo korrup… ähhh korrekter als in der badischen Baubranche? Ich denke nicht, höchstens in Italien… Und noch ein Tip: Chefs die sich um nichts kümmern wollen sind o.k. – solange sie delegieren können…

  10. Ike sagt:

    Häh, habe ich vor kurzem nicht irgendwas von Harzzach in Verbindung mit einem Studium gehört? Ja wat denn nu, entscheide dir mal!?

  11. Joe sagt:

    … Studium …Die übliche ITler-Karriere ist doch:- MINT-Studium begonnen, will hoch hinaus- potentielle Kunden belästigen einen mit Geld- MINT-Studium abgebrochen- selbständiger IT-Service (Marketing, Webdesign, Programmieren, Admin, whatever, was man halt so kann)- läuft nicht so mehr so toll- Adminstelle beim Ausbeuter- …;-)

  12. Joe sagt:

    … Studium …Die übliche ITler-Karriere ist doch:- MINT-Studium begonnen, will hoch hinaus- potentielle Kunden belästigen einen mit Geld- MINT-Studium abgebrochen- selbständiger IT-Service (Marketing, Webdesign, Programmieren, Admin, whatever, was man halt so kann)- läuft nicht so mehr so toll- Adminstelle beim Ausbeuter- …;-)

  13. Nerpax sagt:

    Auf jeden Fall wird mir die Routine, seit knapp drei Jahren (fast) jeden Tag einen mehr oder minder lesbaren Text zu veröffentlichen, ein wertvolles "Asset" im neuen Job sein. Also, fast jeden Tag ist aber auch schon ziemlich übertrieben ;)Aber Glückwunsch zu deiner neuen Geldquelle. Und nicht vergessen:"Don't let the system get you down!"

  14. Deagle1 sagt:

    Bei der Überschrift dachte ich zuerst du hättest einen seltsamen Adventskalender erwicht :)Auch von mir viel Erfolg im neuen Job. GrußD.

  15. derlandvoigt sagt:

    Ich wünsche Dir viel Glück und ein gutes auskommen im neuen Job;-)

  16. SpielerZwei sagt:

    Gehe ich Recht in der Annahme, dass damit die Chancen auf eine Wiederaufnahme Deiner Polyneux-Kolaboration noch weiter gesunken sind? ;-)Anyway. Glückwunsch zum neuen Job und viel Erfolg!

  17. Harzzach sagt:

    *grmbl*Der Tag hat 24 Stunden, Schlafen und Essen ist eh Firlefanz, die wollen ganz ausgenutzt werden … :)Aber ich will hier nicht rumheulen und Rechtfertigungen suchen. Sondern endlich machen …

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