Marktöffnung

Blizzard streicht für Starcraft 2 den LAN-Modus.

Infinity Ward streicht für Call of Duty 6 die Mod-Unterstützung und dedizierte Server.

John Carmack springt auf den Zug auf und möchte für „Rage“ ebenfalls keine dedizierten Server anbieten.

Alle drei geben vollkommen fadenscheinige Gründe an, die alle den Umstand kaschieren sollen, dass man die möglichst komplette Kontrolle über das Spielgeschehen erlangen möchte, um auch nach dem Kauf des Spieles besser in die Taschen der Spieler greifen zu können. Ich rege mich in diesem Zusammenhang eigentlich nur über die übliche Verlogenheit und das verschleiernde Corporate-Gefasel auf. Aber darum geht es mir heute nicht. Wenn einige Firmen ihr Produkt für PC-Spieler absichtlich unattraktiver machen wollen, dann ist das ihr gutes Recht. Ich muss es ja nicht kaufen, wenn mir das Angebot nicht zusagt.

In vielen Diskussionen zu diesem Thema wird erneut das Ende des PCs als Spieleplattform ausgerufen, was natürlich vollkommener Humbug ist. Schaut man sich die aktuellen Quartalsergebnisse der Major Publisher an, so sehe ich bei vielen im Vergleich zum Vorjahr sogar (erneut) gestiegene Marktanteile des PCs am Gesamtprogramm. Marktanteile, auf die KEIN Major verzichten möchte. Der PC als Spieleplattform ist lebendig und gesund wie eh und je. Aber auch darum geht es mir heute nicht.

Nein, ich möchte nur darauf hinweisen, dass solche Entscheidungen bei anderen Entwicklern und Anbietern Freudentänze und Luftsprünge auslösen. So wie letztes Jahr ein Mitarbeiter von Relic in einem Interview der Konkurrenz viel Spass beim Wechsel von PC- zu Konsolenspielen wünschte, da so natürlich mehr Marktanteil für Relic abzugreifen ist, so wird sich die Konkurrenz von Blizzard und ID und Infinity Ward denken …

„Cool! Sollen die Firmen, die seit Jahren die PC-Szene in bestimmten Gernes dominieren und uns nur Brotkrumen übriglassen, doch gerne, ZU GERNE ihre Spiele für die PC-Zielgruppe unattraktiver machen und verstärkt oder gar ausschliesslich nur noch auf Konsolen setzen. Wenn man dort freiwillig das Feld räumen will, dann soll man das doch bitte tun *kicher, lach, freu*

Von daher … nicht so arg aufregen, Jungs. Freut Euch lieber auf künftige Spiele für Euren Geschmack und Eure Bedürfnisse, die dann aber von Entwicklern kommen, von denen ihr noch nie etwas gehört habt.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Corporate.

18 Kommentare zu “Marktöffnung

  1. Atreyu sagt:

    Ab die Käufer das auch so sehen werden?Ich würde natürlich gerne glauben, dass sich die mindere Qualität nicht durchsetzt, aber vielleicht können sich die grossen Labels nunmal Abstriche leisten, ohne dass die Spielerzahlen einen merklichen Einbruch hinnehmen.Wir können es nur hoffen, dass die Käuferschaft klug ist und diesen Firmen kein Geld gibt.

  2. Harzzach sagt:

    Ein schlauer Mensch hat gesagt: "Man kann wenige Menschen lange und viele Menschen kurze Zeit verarschen. Man kann aber nicht viele Menschen über eine lange Zeit hinweg verarschen."

  3. Darth_Mueller sagt:

    Das Problem an der Sache ist aber, daß der Standard 0815 Fanboy einfach zu dämlich ist um diesen Umstand zu verstehen und sich die meisten die Spiele trotz gesunkener Attraktivität weiter kaufen weil Blizzard auf der Box steht

  4. Harzzach sagt:

    Und? Was kümmert mich als Nischenanbieter die Masse? Ich will ja nicht mit Activision oder EA konkurrieren, ich will die Leute abgreifen, die keine Lust mehr auf diese 08/15-Spiele haben.Und je mehr sich die Branchenführer auf die größte Teilmenge konzentrieren, desto mehr Nischen und Möglichkeiten ergeben sich für kleine Anbieter.

  5. Harzzach sagt:

    Dazu passt auch wunderbar eine Mitteilung vom IGF-Veranstalter. Für die 2010-Awards haben sich soviele Indie-Studios und kleine Entwickler angemeldet wie noch nie:http://www.igf.com/2009/11/2010_independent_games_festiva_2.htmlDer Aufschwung der Indie-Szene ist eine direkte Folge der Konzentration der Majors auf den Massengeschmack. Ob dies für die Majors in eine Sackgasse führt, wie das in der Musikbranche passiert ist, wird man in zehn Jahren sehen können.Es bleibt spannend 🙂

  6. Sir Richfield sagt:

    Solange ich mich da nicht im Forum irre, solltest Du meine Einstellung kennen. ;)Für den Rest – ich teile seine Meinung und die Freude.Sollen die Majors sich ruhig auf den Konsolen gegenseitig die Nasen einschlagen.Dann kann der PC seine Stärke wieder ausspielen: Vielseitigkeit!(Jetzt bräuchten wir nur noch ein paar Zahlen zu Torchligt. Vielleicht bestätigen die die Aussage ja bereits.)

  7. Harzzach sagt:

    Wäre ich verantwortlich bei einem Major, ich würde mir keine Sorgen um den Gebrauchtmarkt oder gar Software-Piraten machen …Ich würde mir ganz genau anschauen, was im Indie-Bereich abgeht, ich würde vielversprechende Konzepte aufkaufen, ich würde eine Art Kunst-Label gründen. Ich würde sogar versuchen mich bei Online-Bezahlsystemen einzukaufen, um auch dann mitzuverdienen, wenn immer mehr Spieler ihren Zock direkt beim kleinen Entwickler ihrers Vertrauens kaufen und mein offizielles Angebot links liegen lassen.

  8. Harzzach sagt:

    Du irrst nicht :)Zahlen zu Torchlight gibt es leider nicht, aber anhaltend vordere Plätze in den Steam-Charts deuten an, dass dieser Titel nicht ganz so unerfolgreich ist.Zahlen zu zB. Eschalon Book One gibt es nicht, aber die Entwickler haben auf Anfragen nur geantwortet, dass sie nicht am zweiten Teil sitzen würden, hätte sich der erste Teil nicht zu ihrer Zufriedenheit verkauft.Von daher, wer mit dem Angebot der Majors nicht zufrieden ist … es gibt immer mehr Alternativen. Dank Internet braucht es kein ausgefeiltes Vertriebsnetz und keinen Management-Wasserkopf, der nur am Leben erhalten werden kann, wenn man auf die große Masse setzt. Ich sehe in der Zukunft tatsächlich blühende Landschaften … und keine glühenden Landschaften von radioaktiven Schlackeresten 🙂

  9. Peter sagt:

    Noch ein Link zum Thema Marktöffnung: http://steamunpowered.eu/steam-restrictions-in-japansoon-rest-of-the-world/Na, das liegt doch ganz auf Deiner Linie, oder? Ist nur eine Frage der Zeit, bis auch Deutschland betroffen sein wird. 🙂

  10. Sir Richfield sagt:

    Danke – ich hatte das nämlich heute schon mehrfach getippt – da verliert man die Übersicht.Nebenbei: Die Hypestar ist jetzt erstmal so weit, die Indieszene zu erkennen und ihr gleich noch Klau bei den Moddern zu unterstellen ($irgendwas Defense).Nee, die Majors sollen sich mal schön raushalten. Oder aufhören auf zweistellige! Wachstumsraten zu schielen.

  11. Harzzach sagt:

    Oder aufhören auf zweistellige! Wachstumsraten zu schielen.Dein Wunsch ist Befehl:Global Game Sales Down 6%http://kotaku.com/5398326/global-game-sales-down-6Awwwww! Eine Runde Mitleid!

  12. Look sagt:

    Würde mich auch nicht kratzen, wen Indies übernehmen, nach einer recht kurzen Zeit, wen der Grafikflash nachlässt, habe ich noch jedes Spiel auf hässlich getrimmt (lodbias, picmip & Co., ihr wisst was ich meine) was ich im MP zockte, irgend wann geht es nur noch ums spielen um des spielens wegen, nicht mehr ums aussehen.Wen ich nicht schon so angerostet wäre und in Warsow mithalten könnte (+ das dort mehr CTF gespielt würde, was ja leider so nicht der Fall ist), könnten mich neue Spiele eh lecken (wünsch mir trotzdem erneut ein neues Tribes, büdddddddddddeeeeeeee).

  13. Atreyu sagt:

    IDEEN brauch der Publisher, um Kunden zu binden. Und just für diese These hab ich eine echt nette Idee eines bekannten Vertriebs: http://www.golem.de/0911/71002.htmlPersonalisierte Editionen von Spieleverpackungen, das ist doch mal was, das Spiele kaufen attraktiver macht!

  14. Sir Richfield sagt:

    Moment, lass mich das mal rekapitulieren – deren neue, beste Idee seit geschnitten Brot ist es also, dass man ein Item hat, dem man einen Namen geben kann?Bin ich der Einzige, der darin nicht wirklich eine besondere Sache sieht?Gut, die Packung wird auch angepasst… Vielleicht bin ich zu alt und zu geizig, aber was soll ich mit ner hübschen Packung im Regal, auf der mein Name steht?Zudem erreicht man damit nur die Leute, die sich CEs kaufen – und die kaufen die CE eh. Gebe aber zu, dass das ein Bonus für die CE Käufer ist und tatsächlich mehr in Richtung "Wir gehen auf den Kunden zu" ist.

  15. Harzzach sagt:

    Es ist allemal konstruktiver und besser als die in der Industrie traditionell destruktiv-paranoide Verhinderungs-Strategie, bei welcher üblicherweise der "Pirat" ein höherwertigeres Produkt bekommt als der brav-dumme Käufer.

  16. Andreas sagt:

    Es gibt da gerade ganz komische Tendenzen.Vorgestern habe ich mir Dragon Age für die XBOX360 geleistet. Kaum ist das Spiel gestartet, nimmt es lautstark blinkend erstmal Kontakt zu den "Dragon Age Servern" auf – sprich telefoniert nach Hause zu EA. Erst nachdem es da irgendwas herumübermittelt hat, war es bereit, mich einen Charakter erstellen zu lassen.Das macht es nun bei jedem starten des Spiels.Auf einer Konsole, die eigentlich XBOXLIVE im Hintergrund hat, fuchtelt das Spiel aus irgendwelchen Gründen nochmal zum Publisher…Gleichzeitig stehen beim Release des Spieles auch schon die ersten DLCs zur Verfügung. Durch einen Code, der sogar bei der Standardausgabe des Spiels mitgeliefert wurde, wird jeder Spieler, der bisland nichts mit DLCs zu tun hatte, in das Menü geführt, wo man sein Geld nochmal in 10-Euro-Schritten dem Publisher hinterherschicken kann.Ein DLC hat gleichmal eine in Rollenspielen sehr beliebte Funktion, bringt das Spielerhaus und Stauraumfür Gegenstände mit.Ich wünsche mir bitte:a) Ein Stück vertiger Software, wenn ich ein Single-Player-Spiel kaufe, keinen verkappten Steam-Client mit DRMauch noch an MS vorbei, den ich schon schlimm genug finde.b) Bitte vom Basis-Content her fertig gestellt Spiele inkl. genug Stauraum. Wie sind hier doch nicht bei einem "free to play" mmorpg!

  17. Harzzach sagt:

    Ich wünsche mir bitte:Und was tust Du, wenn man Deine Wünsche nicht erfüllt? Richtig, Geldbeutel zulassen :)Und mit DLC gibt es NOCH MEHR Grund, ganz gemächlich zu warten, bis es das Spiel eines Tages, fertig gepatched, inklusive aller DLCs, günstig als Budget-Version gibt. Je derber die Vermarktungs- und Umsatzmaximierungsversuche der Publisher werden, desto mehr ist Geduld eine Tugend.

  18. Andreas sagt:

    @HarzzachDer mündige Kunde kauft erst nach zwei Jahren die "Game of the Year"-Edition, meinst Du?Der mündige Kunde Andreas bekam am Dienstag vom Bioware-Junkie-Andreas die Keule auf den Hinterkopf und die Anweisung, schleunigst Dragone Age anzuschleppen.Obwohl er sich eigentlich nicht mehr richtig für den Titel interessiert hatte :)Der mündige Kunde wird sich aber mit dem download der DLCs erst mal sehr viel Zeit lassen.

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