Ein Spiel für heisse Tage

Der Heilige Geist der Elektrobucht war mir erneut gnädig und bot mir die Gelegenheit günstig an ein Spiel zu kommen, welches schon dem Namen nach IDEAL für das derzeitige Sommerwetter ist.

Spielt in der Arktis. Am Nordpol. Da ist es kalt. Sehr, sehr, sehr kalt. Was man auch an haufenweise optisch überzeugenden Graphikeffekten sehen kann, die einem glaubhaft vermitteln können, dass es dort sehr, sehr, sehr kalt ist. Es ist dort so sehr kalt, dass der Spieler immer wieder die Wärme von Glühlampen, Öfen und anderen Hitzequellen suchen muss, will er nicht jämmerlich erfrieren. „Cryostasis“ sieht verdammt gut und überzeugend aus. Mitunter muss ich fast dagegen ankämpfen, meinen Rücken an den Monitor zu pressen, weil all die hübschen Frosteffekte in erheblichem Ausmaß zur beklemmenden, bedrückenden und überzeugenden Atmosphäre des Spielgeschehens auf einem in eisigen Breiten gestrandeten Schiffes beitragen.

Spielerisch scheint dieser Horror/Survival-Titel, geht man nach einigen Reviews, zwar auf die Dauer recht eintönig zu werden, was der angestrebten Horror-Atmosphäre nicht gerade zuträglich ist, aber bislang (etwa 90 min Spielzeit) amüsiere ich mich prächtig. Das Wärmequellensuchen ist nicht so nervig, wie ich das zuerst befürchtet hatte, die wenigen Kämpfe sind genau richtig inszeniert und umgesetzt. Es überwiegt derzeit noch das Erkunden eines bizzaren, vereisten Schiffes, das allmähliche Herantasten an die tatsächlichen, oder vermeintlich tatsächlichen Geschehnisse im Rahmen diverser Rückblenden und spontaner Visionen.

Ach ja, und man kann frei speichern und laden 🙂


Schneesturm, ein heulender Schlittenhund, der Bug eines sich langsam aus dem kalten Chaos schälenden Stahlrumpfes. Wirkt in der Bewegung tausendmal besser als auf diesem statischen Screenshot.

Kühlung braucht hier aber definitiv die Hardware, denn „Cryostasis“ verlangt nach einer leistungsfähigen Nvidia-Karte, da für all die Frost-, Schmelz- und Wassereffekte auf die Physx-Engine zurückgegriffen wird. Ein schneller Mehrkernprozzi, tonnenweise RAM und sonstige Rechnerkomponenten entsprechender Qualität tragen maßgeblich zu einem flüssigen und sauberen Spielerlebnis bei. Berichte von Leuten mit schwächerer Hardware lassen auf einen weniger positiven Spielegenuß schliessen, um es höflich auszudrücken. Mag sein, dass es mir als Spieler hier kalt den Rücken runterläuft, sowohl auf Grund der optischen Darstellung als auch auf Grund eines gut inszenierten Spannungsaufbaus. Der Rechner leistet jedoch Schwerstarbeit und hat sich zumindest für heute jenes kühle Bier verdient, welches ich mir gerade genüßlich einverleibe.

Ob „Cryostasis“ das Anfangsniveau halten kann, wird sich diese Woche noch herausstellen. Bislang sieht das alles nicht nur klasse aus, auch spielerisch wirkt das alles zwar nicht wie niegelnagelneu, aber zumindest erscheint es durchdacht und konsequent umgesetzt. Feine Sache bislang, bin angenehm überrascht!

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Review.

7 Kommentare zu “Ein Spiel für heisse Tage

  1. Atreyu sagt:

    Du trinkst Allgäuer Bier? Ist für mich als Allgäuer natürlich eine enorme Bestätigung^^!Kennst du Penumbra? Da gabs auch einen Teil, der in der Arktis anfängt. Ein sehr gutes Adventure mit toller Physik-Engine, allerdings kein sonderlicher Hardware-Fresser..

  2. Harzzach sagt:

    Altenmünster Hefeweizen, um genau zu sein, was ich aber dank der üblichen Ver-flashungskrankheit nicht direkt verlinken kann :)Von Penumbra habe ich so einiges Interessantes gehört, bislang aber keine Gelegenheit zum Selberanschauen gehabt.

  3. Look sagt:

    Wer Weizen trinkt, der frisst auch kleine Kinder :p.Als Du das Spiel vorgestellt hast, habe ich mich, aus unerfindlichen Gründen an "The Thing" erinnert gefühlt, was ja auch versoftet wurde, mhhh.

  4. Norman sagt:

    Survival-Horror hatte ich schon lange nicht mehr, aber klingt mal wieder verführerisch.Werde mir den Titel mal vormerken, genauso wie dieses Penumbra.Würde mich freuen wenn du über deine weiteren Spielerlebnisse mit Cryostasis berichtest, um zu erfahren ob der Titel auch über längere Zeit reizvoll bleibt.

  5. Atreyu sagt:

    Penumbra hat mich schon sehr überrascht. Es ist wirklich ein Adventure in einer 3D-Engine mit FPS-Ansicht. Ich gluabe, der erste Teil heisst Penumbra Overture, den gab es mal kostenlos, falls ich mich nicht irre…Auf jeden Fall ein Geheimtipp.

  6. Martin sagt:

    Penumbra gab es vor kurzem komplett als Angebot auf Steam für 4,99. Habe angefangen, bin aber bisher aus Zeitmangel nicht weitergekommen. Der erste Teil ist Overture, den hatte ich damals, als das begonnen wurde, auch mal angespielt (war frei).Soweit macht das Spaß, etwas Sorgen macht mir, das später im Spiel einige schwere Kämpfe kommen sollen und das "Bewegungssystem" mich dabei überhaupt nicht überzeugt.Der zweite Teil heißt Black Plague, die Kämpfe sollen dabei komplett flachgefallen sein.Und dann gibt es noch einen winzigen Teil, namens Requiem, der aber wohl angesichts der winzigen Dateigröße kaum mehr als ein Abspann sein kann.

  7. t-bone sagt:

    Penumbra habe ich auch gespielt, Overture und Black Plague – haben mir sehr gefallen, auch die Grafik.Requiem habe ich mir gespart, nachdem es nicht retail vertrieben wird und angeblich nur ein paar neue puzzles(?) bietet.

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