Too easy …

Ich glaube gerade nicht so ganz, was ich hier schreiben möchte.

Ich denke noch einmal genau nach, was ich gleich zu Worte bringen werde und finde keinen Fehler.

Ich beginne zu tippen …

Mittlerweile gehöre ich zu den Leuten, die in Spielen gerne mit dem leichtesten Schwierigkeitsgrad beginnen und es oftmals auch dabei belassen, da mir viele Spiele in höheren Schwierigkeitsgraden zu sehr in Arbeit ausarten. Zudem gehöre ich zu den Leuten, die den Community- und Multiplayeraspekt in MMOs für nicht sooo wichtig halten und die meiste Zeit gemütlich und alleine, ohne zeitliche Beschränkungen und Terminabsprachen vor sich hin questen. Ab und tritt man in eine Gilde ein, dann wird eine Instanz mit der Gilde oder einer anderen Gruppe gemacht oder man schliesst sich spontan jemandem an, der unterwegs Hilfe benötigt oder anbietet. Multiplayer als Option und nicht als Zwang, so könnte man mein ideales MMO-Gameplay der Wahl bezeichnen.

Von daher fiel meine Wahl letztes Jahr auf „World of Warcraft“, weil es genau dieses Spiel ermöglicht hat. Gut, mit meinem ersten Charakter habe ich nicht viel von Instanzen gesehen, weil ich in meiner Rolle als schweigsamer, die Zivilisation verachtender, grunzender Ork-Jäger vollkommen aufgegangen bin und mich nur selten Gruppen angeschlossen habe, doch später dachte ich mir … what the hell … Roleplaying macht hier eh niemand, also kann ich auch die Tratschtante raushängen und mir das Leben einfacher machen, in dem ich mich reihenweise Gruppen angeschlossen habe. Das war nett, ich habe viele Instanzen zum ersten Mal nicht nur von Innen, sondern auch bis zum Endgegner gesehen und wurde zudem von den Elite-Items angefixed, die es als Loot und Belohnung für Instanzenquests gab.

Jetzte gebe ich mir den Burning Crusade-Content, natürlich mit dem neuesten Patchstand von WoW und … sollte mich eigentlich freuen, dass ich so bequem und locker-lässig den Solo-Spieler geben kann. Ich schwimme mittlerweile in Gold ohne Ende (wer will/muss jetzt denn noch von den China-Farmern kaufen?) und einstige Angst-Gegner, gegen die, wollte man nicht erst etliche Level später antanzen, man entweder eine Gruppe oder so einiges an Spiel- und Strategieverständnis benötigt hatte, um sie plattzumachen, fallen nun um wie ein vom Borkenkäfer geschwächter Baum während eines lauen Nachtlüftchens.

Blizzard hat das Gameplay so einfach wie nur möglich gemacht, um Neu-Einsteigern so schnell wie nur möglich den Kauf des zweiten Addons schmackhaft zu machen, da man (sogar für WoW-Verhältnisse) nur so mit Überlichtgeschwindigkeit die Levelleiter hinauffliegt. Man kann im Grunde gar nichts mehr falsch machen, man muss das Spiel und Gameplay ausserhalb von Hero-Instanzen gar nicht mehr en Detail verstanden haben, um zu Potte zu kommen.

Im Grunde sollte ich das gut finden. Im Grunde sollte ich dies begrüßen. Sowohl als typischer Solo-Spieler und auch als jemand, der sich für einen Moment in die Geschäftsstrategie von Blizzard versetzen möchte. Die Spieler sollen sich nicht allzu lange mit dem Classic-Content aufhalten, sie sollen ASAP Northrend erreichen … und als Todesritter unterstufigen Spielern mit dem Abschlachten von 300 NPCs in Beutebucht auf die Nerven gehen 🙂

Rein rational sollte ich das also gut finden. Sollte …

Da ich jedoch leider den „Schwierigkeitsgrad“ und das (immer noch sehr niedrige) Grindniveau des letzten Jahres kenne, war ich zuerst verwundert, wie schnell und einfach bestimmte Quests zu lösen sind (manche Bossgegner sind keine Elites mehr, der Aggroradius scheint einen Tick kleiner geworden zu sein, so dass man sogar als Nicht-Jäger gut größere Mobs nach und nach ausschalten kann, usw. usf), dann erfreut, wie schnell ich bestimmte Quests erledigen konnte, doch mittlerweile …


Wie? Schon genug?

Es ist mir (ungelogen) zu einfach geworden! Und das aus meinem Munde. Muss ich mich jetzt etwa Hardcore-MMO-Spieler nennen und Blizzard dissen, weil WoW nun endgültig ein Spiel für Dauer-N00bs und Hausfrauen geworden ist?

Ich denke nicht. Zwischen mir und einem typischen Hardcore-WoW-Spieler liegen immer noch Welten.

Dennoch, so einen Tick schwerer, daran hätte ich nichts auszusetzen, ganz und gar nicht.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in MMORPG.

14 Kommentare zu “Too easy …

  1. Anonymous sagt:

    NEin, Du bist nicht Hardcore geworden. Die Hardcorezocker hat Blizzard schon alle als Abonenten oder schon wieder vergrault. Jetzt will man die „Casual Gamer“.

  2. skinjob prime sagt:

    naja, ein Raid ( auch wenn selbst dort der schwierigkeitsgrad teilweise …naja, ist), ist zum beispiel mal ne ganz andere liga, von den encountern und dem zusammenspiel von 25 leuten.Und es wird in WoW kein RP mehr betrieben? Auf welchen Servern /mit welchen Leuten spielt ihr denn alle?^^Solo in WoW wird mit der zeit echt langweilig, es ist das zusammenspiel zwischen Menschen was dieses spiel so cool machen kann

  3. Stranger sagt:

    Mir ging’s genau so – WoW belohnt die Zeit, die man im Spiel verbringt, aber nicht das Können. Und sowas macht keinen Spaß :/Selbst in Raids kann man mittlerweile gut dümpeln und mit maximal 40% Aufmerksamkeit grobe Schnitzer vermeiden – es wird dort zwar mehr verlangt als solo, allerdings krebst das dann immer noch unter Normalniveau herum. Erfolg in Raids kommt in erster Linie von Disziplin (sich lange Zeit konzentrieren und bei der Sache bleiben) und nicht von Können.

  4. Harzzach sagt:

    Spass macht das immer noch, so ist das nicht … aber wenn ich in der Erwartung eines harten Kampfes vollaufgerüstet und aufgebuffed zu einem Questgegner gehe, der Questgegner sich aber, im Gegensatz zu früher, als handzahmes Schosshündchen entpuppt … mehh!

  5. Stranger sagt:

    Stimmt schon, solange du noch Neues entdeckst macht es natürlich Spaß – aber ab der Stelle, wo du das Meiste gesehen hast und dich normalerweise die Herausforderung bestimmter Kämpfe bei der Stange halten würde, fehlt dann was 🙂

  6. Mietsref sagt:

    Auch mir geht es so, daß ich bei Spielen eher Schwierigkeitsstufe leicht-normal wähle, weil ich Spielen nicht in Arbeit und Stress ausarten lassen möchte.Allerdings ist mir schon aufgefallen, daß so ein bisschen Stress im Spiel durchaus willkommen und angebracht sein kann. Ein bisschen Herausforderung, Thrill und Nervenflattern macht ein Spiel erst zu einem markanten Erlebnis.Beim Sport quält man sich manchmal auch etwas, wenn man z.B. beim Radeln den Berg hochfährt, und betrachtet dies (zumindest im Nachhinein) als befriedigende Erfahrung.Gibt eben positiven und negativen Stress und es ist gar nicht so leicht beim Zocken den richtigen Spagat zwischen Unterforderung und Langeweile und Überforderung und Frust hinzubekommen.

  7. Look sagt:

    Ich wusste schon immer, das WoWler alles Noobs sind, kein Wunder das so viele CSler abgewandert sind, simple is beatitfull oder so 😉 – die Klientel bekommt, was der Klientel entspricht :p.Gab es da nicht mal so ein witziges Spiel, wo man selbst nichts mehr machen musste und dem Protagonisten einfach nur noch zuschaute, Name leider vergessen.

  8. Kristian sagt:

    @look:http://www.progressquest.com dürfte das sein, was du suchst.Mein 47er Greater Gnome liegt im autostart und levelt so vor sich hin :]

  9. NR2 sagt:

    Ich muß auch zugeben das WoW mit dem letzen Addon nur noch ein Witz ist. Alles nur noch auf Zwischendurchspieler ausgelegt die kaum Zeit zum spielen haben. Alle Highend Instanzen sind doch ein Witz. Die werden ja Random gelaufen und es können sogar 10 Pfeifen am Start sein die nix können und man schafft es trotzdem. Es ist nach nur paar Monaten so stinkelangweilig geworden das man nur noch Zeit im PvP verbringen kann. Da hat sich Blizzard echt in die Scheiße geritten. Wenn ich mich noch an BC Zeiten erinnere als man sich erstmal tagelang auf Karazhan vorbereiten mußte und man trotzdem sich die Zähne am ersten und zweiten Boss ausgebissen hat. Da war es wichtig das die Gruppe sich super vorbereitet da gab es noch keine Random 25er Raids das wäre 100% in die Hose gegangen. Da mußte noch jeder seine Char spielen können da Fehler sofort bestraft wurden. Jetzt ist alles nur noch Kindergartenniveau. Man kann nur hoffen das der neue Patch endlich wieder im Schwierigkeitsgrad anzieht sonst sieht mich das Spiel bald nicht mehr.

  10. Look sagt:

    @ Kristian,ah danke für die Gedächtnisauffrischung, einfach zu lange her, das ich davon gelesen habe.Versteh sowieso nicht, warum ein Spiel immer leichter gepatcht wird, ist ja nun nicht das erste MMO, was darunter leidet. Was spricht dagegen einen Service anzubieten, wo sich Accounts mit mindestens einem Maximallevelcharakter, Twink-Level kaufen können?Oder gleich eine Testinstanz, wo man jede Rasse, jede Klasse, jedes Level mit jeder Fertigkeit an Test-Mops ausprobieren kann (dazu muss ebenfalls erst mal ein Charakter auf Max Level gebracht werden).

  11. Harzzach sagt:

    Ich muß auch zugeben das WoW mit dem letzen Addon nur noch ein Witz istEben bin ich die ganze Strecke von der Mondfederfeste nach Feralas unter Wasser geschwommen, ohne auch nur einmal auftauchen zu müssen … wass alle Quests, in denen man sich erst Zaubertränke besorgen musste oder als Vorquest eine Taucherausrüstung zusammensuchen, vollkommen UNSINNIG erscheinen lässt. Man braucht keine Atemunterstützung mehr. Selbst Perlentauchen im Schwarzen Riff inklusive Kämpfe gegen Murlocs (bei entsprechend niedriger Levelstufe), ist nur noch ein einziger Kinderspaziergang.

  12. Joe sagt:

    Hier haben wir ein Problem, unter dem viele Online-Games leiden:changing game experienceJemand, der heute WoW so spielen möchte, wie es 2004 erschienen ist, hat offiziell gar keine Gelegenheit dazu. Selbst Genrewechsel wären möglich, so könnte Blizzard das RPG plötzlich zum Shooter umbauen.Kurzum: Das ganze ist fremdbestimmtes Spielen — nichts für mich.

  13. Harzzach sagt:

    changing game experienceJa, stimmt. Allerdings heisst es auch immer öfter: „Changing game service!“ :)Wer unzufrieden ist, der geht und kommt nur selten wieder. Blizzard oder jeder andere Entwickler von SP-, Multiplayer- oder MMO-Spielen ist mir zu nichts verpflichtet. Man kann dort tun und lassen, was man für richtig hält. Wenn mir das nicht passt, dann gehe ich wieder und gebe mein Geld an anderer Stelle aus.Kurzum: Das ganze ist fremdbestimmtes Spielen — nichts für mich.Und aus genau diesem Grund bevorzuge ich SP-Spiele, mit allen notwendigen Daten und Inhalten auf meiner, durch mich und nur durch mich zu kontrollierenden Festplatte. WoW ist bis lang eine Ausnahme, weil mir die Gesamtmischung trotz allen Negativpunkten immer noch ausnehmend gut gefällt. Und genau deswegen buche ich auch immer nur rel. kurze Abo-Zeiträume, so dass ich bei Nicht-Gefallen wieder schnell verschwinden kann, ohne Gefahr zu Laufen, x Euro für das nächste Jahr in den Wind geschossen zu haben, für ein Spiel, welches mir nicht mehr zusagt.

  14. Samthammel sagt:

    Ich bin jetzt nach knapp zwei Jahren Pause eingestiegen. Mir ist auch aufgefallen wie schnell es jetzt geht, wie schnell ich Gold zusammenbekomme und wieviele Gegner plötzlich nicht mehr Elite sind. Da ich jetzt im Gegensatz zu früher auch wesentlich weniger Zeit zum spielen habe begrüße ich diese Änderungen aber sehr. Ich besitze kein einziges Addon und werde erstmal gemütlich bis Level 60 spielen und nochmal Gold machen (Questxp umwandeln) bevor ich mir nach und nach die beiden Addons kaufe.Ich spiele aber auch lieber Solo und gehe nur selten in Instanzen, die werde ich mir wohl erst mit höherem Level mit Genuß angucken.

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