Dies und das

· Nachschub:
Cool! Midway hat „The Suffering“ als Freeware freigegeben. Ich selber kenne es nicht, weiß nur vom Hörensagen, dass es ein sehr ordentliches Horror-Spiel sein soll. Download-Mirrors gibt es zur Genüge bei Google. DRM-frei und nach Angaben einiger Leute aus dem Bluesnews-Forum mit jeweils einem Werbebanner zum Spielstart und zum Spielende. Fein!

Mehr, sehr viel mehr, bitte. Mehr Publisher sollten nicht nur ihren Back-Katalog ultra-preisgünstig über Plattformen wie zB. gog.com anbieten, sondern auch ältere Titel als Freeware freigeben. Nützt den Publishern/Entwicklern gar nichts, wenn ihre alten IPs im Keller verrotten, während interessierte Spieler sich das alte Zeug nur über eBay, Abandonware-Seiten oder Tauschbörsen besorgen können.

· Nachruf:
Auf Kotaku.com gibt es nicht nur haufenweise Hohn und Spott über Jack Thompson faktisches Berufsverbot als Anwalt (es gibt doch noch Gerechtigkeit auf dieser Welt), sondern hin und wieder auch wunderschöne Editorials und Artikel. Wie zum Beispiel dieses Kleinod über die große Zeit der gerenderten Intro- und Zwischensequenz. Ein Artikel, wie ich voller Neid zugeben muss, den ich selber gerne schreiben wollen würde. Lesebefehl! Nicht nur für alte Säcke, aber ganz besonders für diese 🙂

· Nachhaken:
Schon etwas älter, aber wer wissen möchte, warum ich Brad Wardell, CEO von Stardock, für einen äusserst klugen und weitsichtigen Geschäftsmann halte, der möge sich bitte das ausführliche Interview bei Shacknews zu Gemüte führen. Teil 2 gibbets hier. Das ist jemand, der begriffen hat, wie man leicht kopierbare und kaum zu kontrollierende Informationen verkaufen muss. Das ist jemand, der begriffen hat, wie Kunden denken, was Kunden wollen und wie man trotz allgegenwärtiger und frei verfügbarer Kopien trotzdem ein gutes Geschäft machen kann.

· Nachtreten:
Günni zu Haftstrafe verurteilt. Jack Thompson verliert die Berechtigung in den USA als Anwalt tätig zu sein, in Spanien ist es nicht illegal Links zu geschützten Inhalten anzubieten und der KSC ist wenigstens im Pokal eine Runde weitergekommen, nachdem er schon in der Bundesliga nichts reisst. Man muss die Feste feiern, wie sie fallen!

Schönes Wochenende!

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Linktip.

11 Kommentare zu “Dies und das

  1. Jonathan Kelt sagt:

    Schönen Freitag wünsch ich. Es gehört zwar nicht in diesen Thread aber ich würde gerne etwas berichten, was mich heute sehr geärgert hat. Es geht – mal wieder – um das Thema Spiele und Gewalt. Zunächst eine kleines Zitat aus dem lokalen Käseblatt (Frankfurter Rundschau) meiner Stadt:“Katja Irle, Finnischer Amoklauf: Wie entlastend wäre es, wenn man nach dem jüngsten Schulmassaker sagen könnte: Es waren die Gewaltvideos. Es waren zu lasche Waffengesetze. Es war das Schulsystem, das jugendliche zu potenziellen Attentätern macht – sogar im gelobten Land der Pisa-Sieger, wo doch alles in Ordnung sein müsste. Doch gerade Letzteres zeigt, dass einfache Antworten die komplexen Taten nicht klären. Blickt man auf die Attentäter an Schulen und Hochschulen zurück, auf Erfurt, Emstetten, Blacksburg oder das finnische Tuusula, wird immerhin eines klar: Fast immer sind es junge Männer, die sich als Verlierer fühlen. Deshalb ist es kein Zufall, dass sie für ihre Taten Orte auswählen, an denen sie selbst gescheitert sind. Und noch etwas „eint“ die Täter: Viele sind intensive Nutzer von PC-Gewaltspielen, und manche kündigen ihre Taten sogar im Internet an. Stärkere kontrollen von Gewaltspielen sind demnach ebenso überfällig wie srengere Waffengesetze und gezielte psychologische Betreuung an Schulen. […]“Wie groß müssen die Scheuklappen eines Menschen eigentlich sein um so etwas zu schreiben? Da tut Frau Irle doch tatsächlich so, als müsste man die Taten der Amokläufer vernünftig und differenziert analysieren um dem sich dahinter verbergenden Ursachenkomplex auf die Schliche zu kommen, nur um ein paar Sätze weiter jeder Form von Intellektualität einen Rundumschlag mit dem Holzhammer zu verpassen. Ihre Aussage kann, überspitzt, wie folgt zusammengefasst werden: Schuld an Amokläufen von jungen Männern sind schwierige und komplexe gesellschaftliche Zusammenhänge – und – PC-Gewaltspiele.Dass Spiele, in denen vehement Gewalt dargestellt wird, nicht in Kinderhände gehören, findet meine volle Zustimmung. Es geht mir jedoch mittlerweile gehörig auf den Geist, dass Hinz und Kunz, völlig unreflektiert, uniformiert und lauthals krakeelend ihre bescheidene Meinung zu diesem Thema kundtun müssen und als erstes nach strengeren Kontrollen rufen.Damit ich nicht falsch verstanden werde – ich behaupte nicht es selbst besser zu wissen oder gar „die Wahrheit“ zu kennen. Es wäre jedoch Balsam für meine Nerven, wenn man Artikel zu diesem Thema von Menschen veröffentlichen würde, die über wissenschaftliche Kompetenz, und vor allem, empirisch valide und seriös erhobene und ausgewertete Daten verfügen.Spielt weiter.

  2. Joe sagt:

    @jonathan:Es ist kein Zufall, daß eine Frau Irle mal wieder auf Gewaltspielen herumreitet. Sie muß vom eigentlichen Problem perspektivloser junger Männer ablenken. Genauer gesagt, hat der ausufernde Feminismus zu den Amokläufen geführt und es natürlich völlig logisch, daß aus der Ecke ständig Forderungen kommen müssen, erwachsenen Männern ihre Spielzeuge wegzunehmen. Das ganze ist etwas komplexer, als in einem Blogkommentar darstellbar, aber diese Studie ist sehr aufschlußreich.

  3. Deathstalker sagt:

    perspektivlos, versagensängste und den Rest kann ich stehenlassen. Aber es auch dem Feminismus komplett in die Schuhe zu schieben…Solche geplanten Racheakte mit dem Ziel möglichst viele Menschen hinzurichten ist ja nicht neu. Wir kennen es schließlich schon seit über 100 Jahren, also vor dem Feminismus. Es gibt da auch eine recht geschmacklose Seite mit den Top 50 Amokläufern der letzten Zeit.http://www.spreekillers.org/Auf Platz 1 steht ein Polizisthttp://en.wikipedia.org/wiki/Spree_killingIst auch eine gute Seite für eine kurze Zusammenfassung des ganzen. Es gab halt schon vorher Massenmörder.Lasst doch die Journaille dumm wie Brot weiter ihren Scheiß erzählen. Die Bild werden wir schließlich auch nicht los, egal wie sehr wir es versuchen.Nun aber zurück zum Thema:Das Interview unter Nachhaken hat mir gefallen. Die Idee das Treiberupdate gleich vor den Start des Programms zu integrieren finde ich gut, sehe da allerdings echte Probleme zu seiner vorhergehenden Aussage, das man die hälfte der Zeit probleme hat die Netzverbindung während der Multiplayersessions stabil zu halten, weil irgendwelche Treiber fehlen. Was ist denn mit der Router/Firewall Freigabe für das Prüfprogramm das die Treiber auf meinem PC überprüft. Mein Notebook hat auch solch eine tolle Funktion, die noch nichteinmal direkt am Internet richtig funktioniert. Nvidia bekommt es auch nicht richtig hin.Was Kopierschütze angeht, das hat ja sogar schon ein Ministerium in Deutschland erkannt wie behindert und nervig Kopierschütze sind. Oder erinnert sich keiner an das freundliche Amt für Kulturerhalt das jede CD, DVd und alle anderen Kulturgüter die in Deutschland erscheinen als Kopie bei sich im Lager hinterlegen damit dieses „Kulturgut“ niemals in Vergessenheit gerät. Man waren die am Fluchen als zum normalen Kopierschutz auch die Onlineaktivierung kam.

  4. Jonathan Kelt sagt:

    @JoeDanke für den interessanten Lektüretip.Spielt weiter.

  5. sackratte sagt:

    Also ich hatte nach dem Download von Suffering eine Virenmeldung (von NOD32 Internetshield) :-O

  6. Sebastian sagt:

    Als ich Renderintros las, dachte ich sofort an 2 Dinge: Die C&C-Sequenz, in der einfach nur eine Luftabwehrrakete ausgefahren wird und das Syndicate-Intro. Und wie sollte es anders sein, angesprochen werden natürlich C&C und Syndicate (die gezeigte Sequenz sah ich damals auf dem Amiga 500! – ich hab's aber ein wenig schlechter in Erinnerung). Das waren wirklich beeindruckende Zeiten.

  7. Calibrator sagt:

    Re Amokläufer:Es geht der Skandalpresse mit ihren willigen Zuträgern ja nur um die Verteufelung von etwas, dass sich gut verteufeln lässt.Am schlimmsten ist es, wenn aus taktischen Gründen Stimmung gegen Spiele gemacht wird, aber das eigentliche Problem ist der konservative(*) Teil der Bevölkerung, der solchen Stimmen nicht nur Gehör schenkt, sondern nie begreifen wird, dass Schulbildung und eine "gesellschaftlich-angepasste" Lebensweise nicht von allein kommen, man Bildungs-Budgets nicht ungestraft kürzen kann und es erst recht nicht ausreicht, nur Geld heim zu bringen und seine Familie vernachlässigen zu können.Es muss halt ein anderer, bequemer Sündenbock her und das sind dann Spiele. Die können sich netterweise (auch dank praktisch nicht existenter Lobby) nicht wehren – und wenn man "Kinder" sowieso nicht ernst nimmt, dann nimmt man ihre "Spielsachen" erst recht nicht ernst.Genauso wie für Konservative alle "Comics" gleich sind, sind es auch alle Videospiele, in denen kein Fussball oder keine Super-Mario zu sehen sind.Da Konservative extrem phantasielos, aber dafür enorm vorurteilsbelastet sind, findet bei vielen eine 1:1-Umsetzung statt und ein Schuss innerhalb eines Spiels ist exakt dasselbe, wie ein Schuss in der Realität.Wenn sich diese Torfnasen auch nur ein einziges Mal an eine Maus setzen würden, würde ihnen der Unterschied sofort klar werden, aber soweit wird es leider nicht kommen.Das Thema wird uns noch Jahrzehnte verfolgen und ich schäme mich für meine Altersgenossen (bin auch 40) für ihre völlige Verblödung und ihre Asozialität, die ich eigentlich nur bei Menschen über 60 erwartet hätte.Gruß,Calibrator*= Konservative sind in diesem Zusammenhang nicht nur CDU/CSU-Stammtischparteifreunde, sondern *alle* älteren Menschen (40+), sowie die weitaus überwiegende Mehrheit aller Frauen, die nie begriffen haben, dass man Computer & Co. nicht nur nicht fürchten muss, sondern auch zum Spielen verwenden kann.Leider gibt es genug Leute im Zwischenalter (20-40), die zumindest Letzterem nie etwas abgewinnen konnten, so dass auch für die Zukunft genug Nachschub für die konservativen Kräfte existiert.

  8. SpielerZwei sagt:

    Calibrator spricht da etwas wirklich wichtiges an:Seit einigen Jahren kommt in den Killerspieldebatten früher oder später immer irgendein Hirni mit dem Argument, dass das mit einem Generationenwechsel ja alles besser werden würde…Bullshit!!!1. Der Generationenwechsel hat doch schon lange statt gefunden. Es gibt sehr viele Gamer jenseits der 30 und trotzdem ändert sich nichts.2. Schaut Euch doch bitte mal an, wie Politik funktioniert. Schaut Euch mal die Typen an, die mit 16 den Jusos oder der Jungen Union beitreten: Die sind moralisch-politisch mit 16 schon verknöcherter als viele Rentner. Coole Leute gehen nicht in die Politik. Weder gestern, noch morgen. Also wischt Euch Euren Traum-Paradigmenwechsel bezüglich der Spiele mal langsam von der Backe.

  9. Harzzach sagt:

    Da möchte ich ein wenig differenzieren.Ja, es ist richtig, dass im Laufe der Zeit Spiele als Alltag, als Unterhaltungsmedium für Jung und Alt akzeptiert werden. Dies ist mit jedem Medium so passiert und es gibt keinen Grund anzunehmen, warum dies mit Spielen nicht auch der Fall sein wird.Nein, Spieler sind nicht bessere Menschen. Denn wenn ich jetzt schon hin und wieder im Bekanntenkreise mitbekomme, wie Leute ab 30 aufwärts Handys und vor allem Prnos auf Handys für das neue Teufelszeug halten, mit dem die Jugend verdorben wird, dann haben wir schon den Nachfolger der Killerspiel-Debatte. Die kaum zu kontrollierende Vielfalt kleiner mobiler Geräte und Gadgets, die Jugendliche in die Lage versetzen absolut JEDES Erwachsenengebot und -verbot zu umgehen und zu ignorieren.Sprich, in 10-20 Jahren regt sich niemand mehr über Spiele auf. Man wird andere Aufreger gefunden haben und neue Politiker werden dies zum Anlass für populistisches Geblöke nehmen, welches uns alten Säcke schwer beeindrucken wird, währendessen Jugendliche über den Unsinn, den die Erwachsenen wieder von sich geben, nur noch verständnislos den Kopf schütteln können.Das ist der sog. Generation-Gap, der andauernde Kampf zwischen Alt und Jung. Mögen die Inhalte sich ändern, die Distanz und das gegenseitige Mißverständnis werden bleiben.

  10. SpielerZwei sagt:

    Natürlich wird das Thema irgendwann von einem anderen Sündenbock abgelöst. Das war schon immer so.Dies wird aber nicht durch spielende Politiker geschehen. Darauf wollte ich hinaus.

  11. MasteRehm sagt:

    Cool, The Suffering als Freeware. Danke! 😉

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