Entspannung

Ich sollte öfters eine (Computer)Spielepause einlegen. Lässt mich Abstand zu all dem Irrsinn gewinnen, der brancheninherent ist und alle paar Wochen hochkocht, so dass die Scheisse bis an die Decke spritzt.

Ich könnte mich zB. maßlos über David Braben aufregen, der im Alter nicht unbedingt weise geworden ist. Denn Mr. Braben hat letztlich wild durch die Gegend schwadroniert, wie toll es doch wäre, wenn man dem Spiele-Gebrauchtmarkt endlich Einhalt gebieten würde, so dass er und seine Kollegen endlich all die Millionen bekommen, die ihnen rechtmäßig zustehen. Als ich diese Meldung gelesen habe, ist mir der Kragen geplatzt und ein fertig ausformuliertes, höflich und zuvorkommend abgefasstes Posting und ein schönes Bild samt Kappe harrt der Veröffentlichung im Entwurfsordner dieses Blogs. Hab’s dann aber doch gelassen …

Ich könnte mich aktuell, mal wieder, über Todd Hollenshead von id Software aufregen, bei dem immer offenkundiger wird, dass er irgendwann unsere Realität verlassen hat, um sich wohlig in seiner eigenen Wirklichkeitsnische einzurichten.

Ich wollte ursprünglich auch einige böse Worte zur Insolvenz von 10tacle sagen, ein Paradebeispiel für miserables Management und Ressourcenvergeudung zum Schaden der Mitarbeiter, der angeschlossenen Entwicklerstudios und letztendlich auch der Kunden.

Doch es ist mir gelungen, ein wenig Abstand zu diesem ganzen Kindergarten zu gewinnen. Das gestrige Posting zum Flagship-Konkurs war mir zwar ein inneres Bedürfnis, weil mich doch so einige Erinnerungen überkamen, es ist aber deutlich weniger scharf ausgefallen, als es sonst der Fall gewesen wäre.

Nicht, dass ich mich der Illusion hingebe, mit meinen Lästereien irgendwas erreichen zu können, sie dienen oftmals einfach nur als Ventil für meinen eigenen Ärger über bestimmte Zustände, ich merke aber allmählich, wie diese immer wieder kehrende Aufregung trotz Katharsis-Funktion Stück für Stück meiner Seele auffrisst. Ich sollte mich nicht ständig über diese Vollidioten aufregen. Nur hin und wieder ein paar gehässige Worte verlieren, genügt vollkommen.

Die Spielepause tut mir gut. Nicht, dass das Verlagswesen ein Hort der Redlichkeit und das Paradies auf Erden wäre, aber zum einen IST Bücherlesen entspannender und zum anderen habe ich keine Ahnung von all der Grütze, die in dieser Branche stattfindet. Die Glückseligkeit des Unwissenden! Ich bekomme sogar allmählich Lust auf ein entspanntes und ruhiges Schachspiel

Hrhrhrhr …

Unglaublich entspannend und ruhig …

Ob in dem Brett auch kleine Lautsprecher eingebaut sind, die Soundbits von kreischenden Aliens und Hudsons Gebrüll abspielen, wenn eine Figur „geschlagen“ wird?

Muhahahahahaha …

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Corporate.

15 Kommentare zu “Entspannung

  1. Christian sagt:

    *finger heb*VORSICHT:Das sind nicht die Worte von Dave, die am Anfang des Berichts stehen, sondern die des Artikelschreibers.(Denke ich)Braben sagt mehr oder weniger nur, das Entwickler es darauf anlegen sollten Ihre Ware für eine „Erstbesitz“ interessanter zu machen.Das ist für mich ziemlich legitim und sogar positiv, da es gleichzeitg dazu führen kann, den Besitz des Originals als Wunsch zu haben.Ich glaube nicht nur ich haben Stoffkarten und andere Gimmicks geliebt.Ich hatte schon in der NG nach mehr Info zu 10tacle gefragt, in der ftd fand ich auf Anhieb mal nix zu 10tacle.

  2. Harzzach sagt:

    VORSICHT:Das sind nicht die Worte von Dave, die am Anfang des Berichts stehen, sondern die des Artikelschreibers.(Denke ich)“We need to help retailers,“ Braben said. „In fairness, they’re probably doing it because they’re struggling. But there are ways of tracking and deterring pre-owned sales.“Deterring = Abschrecken, Verhindern“His ideas: Unique codes on boxes, similar to those used for PC online games, to ensure the games can’t be sold.“To ensure the games can’t be sold!Ich denke, das ist deutlich genug.Ich hatte schon in der NG nach mehr Info zu 10tacle gefragt, in der ftd fand ich auf Anhieb mal nix zu 10tacle.Es gab vor einigen Wochen bei Gamona oder einem anderen deutschen Spieleportal eine Reihe von Hintergrundinformationen zu 10tacle. Habe leider den Link dazu nicht abgespeichert.

  3. n8mahr sagt:

    sollte sich dieser dünnschiss mit „unique codes“ für solo-spiele durchsetzen, habe ich mein letztes pc-spiel gekauft.es geht mir ja nicht darum, es unbedingt wieder zu verkaufen… nein, wenns mir gefällt, behalt ich es gern und hake die 45€, dies gekostet hat, gerne ab. denke aber nicht, dass die damit durchkommen. siehe Musikindustrie.. die sind mit drm auch derbst aufs maul gefallen..soll braben doch zugeben, das er eigentlich keine spiele mehr verkaufen will, sondern nur noch lizenzen bzw nutzungsrechte.seit „Frontier: First Encounters (pc cd)“ hat herr braben aber eh verschissen bei mir. so ein bug-müll! (das ist zwar LAAAANGE her, aber da bin ich nachtragend… mein ganzes taschengeld hab ich dem idioten geopfert!)

  4. Harzzach sagt:

    denke aber nicht, dass die damit durchkommen.Es hat schon seinen Grund, warum solche Vorschläge meist nur von Leuten kommen, die zwar fachlich in einer Branche durchaus Ahnung haben, die aber von volkswirtschaftlichen Zusammenhängen nichts verstehen.Gebrauchtspiele und Gebrauchtverkäufe sind ein enorm wichtiger Motor für den weiteren Umsatz mit solchen Produkten, weil hier wieder Kaufkraft freigesetzt wird, die ansonsten gebunden ist. Denn ich als Kunde kann mein Geld ja nur EINMAL ausgeben. Dann ist es weg! Es kommt nicht urplötzlich ein 50-Euro-Schein durchs Fenster geflattert, damit ich mir das nächste Spiel kaufen kann. Habe ich keine Möglichkeit alte oder gar langweilige Spiele wieder zu verkaufen, habe ich weniger Geld für neue Spiele und bin auch wesentlich vorsichtiger mit dem Kauf neuer Spiele, da ich sie ja nicht wieder loswerden kann, wenn ich durch bin oder sie mir doch nicht gefallen.Ganz einfache, elementare volkswirtschaftliche Weisheiten. Verfügbare Kaufkraft ist endlich! Will ich mehr Umsatz erzielen, muss ich die Attraktivität des Produktes erhöhen (um somit auf Kosten anderer Anbieter mehr Anteile dieser endlichen Kaufkraft zu bekommen), für mehr Kaufkraft sorgen oder gebundene Kaufkraft wieder freisetzen.Und ich frage mich eh schon die ganze Zeit, wann die Publisher endlich damit beginnen, selber am Gebrauchtspielemarkt zu verdienen. Eine Kooperation mit eBay oder Amazon. Eine Beteiligung bei Gamestop oder Best Buy. Ein Aufziehen einer eigenen Plattform. Passiert aber AFAIK nichts in dieser Hinsicht. Stattdessen offenbaren Gestalten wie Braben ihre fortwährende Unkenntnis grundlegender Wirtschaftszusammenhänge. Sogar bei Sony wurde im Vorfeld des PS3-Releases mit derartigen Ideen herumspekuliert.Aber sollen sie ruhig machen. Sollen sie ruhig sich eine Methode ausdenken, um den Wiederverkauf von Spielen unmöglich zu machen. Sollen sie ruhig denken, dass man das MMO-Abo-Modell auf jeden Bereich ausdehnen kann. Sollen sie … ich werde Tränen lachen, wenn bei der Vorstellung der nächsten Geschäftsberichte zT. massive Umsatzverluste verzeichnet werden müssen und die Publisher juristisch gegen den illegalen Schwarzmarkthandel mit gebrauchten Spielen vorgehen wollen.Aber ich will mich ja nicht mehr aufregen 🙂

  5. Jonathan Kelt sagt:

    Also ich finde die Idee den Verkauf von gebrauchten Spielen zu unterbinden phantastisch. Endlich mal eine Gute Idee um den vardammten Verbrauchen klar zu machen wo ihr Platz ist.Seht Euch doch mal um: Der Kunde ist König? Was soll dieser Mist? Verbraucherschutzrechte, des Recht auf Selbstbestimmung persönlicher Daten, das Recht auf Eigentum und dessen Unverletzlichkeit… Wo kommen wir da denn hin?Kunden und Konsumenten – Menschen – haben gefälligtst endlich zu kapieren wie das zu funktionieren hat und was sie zu tun haben: Sie sollen den ganzen Tag arbeiten, zum Feierabend noch schnell ihr verdientes Geld ausgeben – dafür bekommen sie natürlich nichts, logo – und sich dann demütig und schweigsam vor die Glotze setzen.Das mit den Spielen ist nur der Anfang: Autos, Kleidung, Bücher, Gebrauchsgegenstände jeglicher Art: Die können einmal neu gekauft werden. Jeder Weiterverkauf wird einfach für illegal erklärt und mit lebenslanger Zwangsarbeit geahndet. Fertich ab die Kiste.Dann schaffen wir einfach noch die Demokratie, die Bürgerrechte und den Rechtsstaat ab – und schon herrscht endlich Ruhe und die wenigen Menschen, die über Kapital verfügen können sich endlich um die einzig wichtige Sache kümmern: Ihr Kapital zu akkumulieren.Vor kurzem hab ich in einem Kommentar mal angedeutet, daß ich Raukopien jeglicher Art sehr kritisch betrachte. Aber irgendwo muss mal Schluss sein. Das hier hat nichts mit Raubkopien (oder der Anstrengung diese zu unterbinden) zu tun, sondern mit dem Versuch, auf unlautere Weise, den Menschen jeden Cent ihres erarbeitetn Geldes aus der Tasche zu quetschen.Man korrigiere mich sollte ich falsch liegen oder mein folgender Gedankengang fehlerhaft sein, aber der Weiterverkauf von rechtmäßig erworbenen Spielen, Musik und Texten (in welcher Form auch immer) hat nichts, wirklich nichts mit Diebstahl von geistigem Eigentum zu tun, sondern ist, wie oben schon mit anderen Worten gesagt, ein völlig regulärer Bestandteil eines freien Wirtschaftssystems.

  6. philipp sagt:

    10tacle Infos:http://www.faz.net/s/RubBEFA4EA6A59441D98AC2EC17C392932A/Doc~E8476F6E40C88445DADB43AF40781999D~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_googlefeedbzw.http://www.faz.net/s/RubBEFA4EA6A59441D98AC2EC17C392932A/Doc~E187C2B076602480AB84470916107D209~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_googlefeedich hoff die Monsterlinks können angezeigt werden, sind auf alle Fälle recht interessante Informationen enthalten (die sich natürlich weniger auf das operative Geschäft der 10tacle beziehen, welches da ich auch nicht weiter zu kommentieren gedenke)…@topic: dafür, dass du den Eintrag mit „Entspannung“ tituliert hast wirkst in deinem (wundervollen) sarkastischem Schreibstil doch leicht verkrampft…Vielleicht hast du durch das temporäre ad-acta legen der Spiele noch mehr Zeit dich mit den Hintergründen (das Rad im Hinterkopf sozusagen) der Branche zu beschäftigen.Übrigens: Es hat schon seinen Grund, warum solche Vorschläge meist nur von Leuten kommen, die zwar fachlich in einer Branche durchaus Ahnung haben, die aber von volkswirtschaftlichen Zusammenhängen nichts verstehen.unterschreib ich kommentarlos…

  7. Harzzach sagt:

    dafür, dass du den Eintrag mit „Entspannung“ tituliert hastIch hab’s beim nachträglichen Durchlesen selber gemerkt. Ich hätte zwar gerne ein wenig mehr Gelassenheit bei diesen Themen, es gelingt mir aber noch nicht sp sonderlich gut ^^

  8. philipp sagt:

    Ich hätte zwar gerne ein wenig mehr Gelassenheit bei diesen Themen, es gelingt mir aber noch nicht sp sonderlich gut ^^das find ich auch gut so, sonst würde es deinen blog ja gar nicht geben…

  9. Harzzach sagt:

    das mit den Links hat leider nicht ganz funktioniert,Dein erster Versuch wurde (zumindest bei mir) von Linkification wunderbar umgesetzt. Der zweite nicht. Notfalls nimm einfach Tinyurl oder einen anderen Link-Verkürzer.

  10. Martin sagt:

    Vor 2000 bereits gabs da schon mal ne Aktion von Garth Brooks, einem Country-Plattenmillionär (oder Milliardär), der sich bitterlich darüber beklagte, daß er nur am Erstverkauf verdient.Und das paßt wunderbar in die derzeitigen Bestrebungen in den USA, den Handel mit gebrauchten CDs soweit wie möglich einzuschränken bzw. zu erschweren.http://arstechnica.com/news.ars/post/20070507-record-shops-used-cds-ihre-papieren-bitte.htmlIn Florida, stores have to hold on to CDs for 30 days before they can sell them — for store credit only, not cash. Quoting: „No, you won’t spend any time in jail, but you’ll certainly feel like a criminal once the local record shop makes copies of all of your identifying information and even collects your fingerprints. Such is the state of affairs in Florida, which now has the dubious distinction of being so anal about the sale of used music CDs that record shops there are starting to get out of the business of dealing with used content because they don’t want to pay a $10,000 bond for the ‚right‘ to treat their customers like criminals.“

  11. philipp sagt:

    danke für den tipp, man lernt nie aus…das tinyurl.com is ja grenzgenial

  12. Harzzach sagt:

    Und das paßt wunderbar in die derzeitigen Bestrebungen in den USA, den Handel mit gebrauchten CDs soweit wie möglich einzuschränken bzw. zu erschweren.Als ob die bereits jetzt schon zweistelligen prozentualen Rückgänge von CD-Verkäufen in den USA noch nicht genug wären ;-)Wie gesagt, lass sie machen. Je hysterischer sie werden, je mehr Fehler sie begehen, desto schneller sind diese Firmen weg vom Fenster.

  13. Christian sagt:

    ^^;Olla, Zeile glatt überlesen.shame on meKam nach Elite jemals wieder irgendetwas Vernünftiges von dem Mann? Es ist schon nicht nicht mehr lustig, was man sich da aus den Fingern saugt, *warum* die Leute bestimmte Dinge *nicht* kaufen wollen.Gebraucht-Spiele, WoW (IIRC laut Boris Schneider! weil WoW Spieler über lange Zeit an sich bindet) oder *RAUBKOPIEN*! Kreisch!Alles Ausreden dafür das man Unfähig ist seinen Mist an die Leute zu bringen.Das Bessere ist des Guten Feind. Aber für Mist /weniger gute Qualität) gibt man nur Geld aus wenn für einen persönlich das Preis-Leistungsverhältniss wieder stimmt. Bei einigen Gebraucht, oder günstiger noch P2P.Jetzt wo man sieht, das Spiele sich trotz Raubkopien wie gesschnitten Brot verkaufen, weitet man die Argumentation aus, alleine raubkopien könnens nicht sein, da die Umsätze stimmen.Verlogener Mist.Schlimm solchen Dreck zu faseln (das ist der Job beim Lobbyismus), schlimmer noch den Dreck wirklich zu glauben.Und natürlich werden immer wieder gerne die armen programierer angeführt, die darunter zu leiden haben, auch wenn größerer Firmen mal gerne einen Haufen Leute entlassen. Da falle ich vei folgender Gulli mdelungs schon schier vom Glauben ab:“http://www.gulli.com/news/ea-games-chef-von-ea-findet-„2008-08-22/“Da sehe ich doch echte Einsicht…und das von einem EA Mann.

  14. Harzzach sagt:

    @Gulli-Meldung: Man sollte sich mal das Original-Zitat gönnen …http://preview.tinyurl.com/5r4cl9„EA takes piracy very seriously, and people deserve to get paid for content they create.“Blablabla, die armen Künstler, blablabla! Genau die gleiche Verschleierungstaktik, die auch die MI anwendet, wenn sie vom armen Künstler spricht, in Wirklichkeit aber nur ihre eigenen Profite meint. Denn die „people“, die es verdient haben für ihre Inhalte bezahlt zu werden, diese „people“ sind ja meist schon im Voraus vom Publisher für diese Inhalte bezahlt worden. Es geht hier nur um das Geld, welches sich der Publisher nachträglich (!) vom fertigen Produkt erhofft.Dennoch, jede kleine Stimme der Vernunft sollte gehört werden 🙂

  15. Joe sagt:

    Es dürfte völlig klar sein, daß es bei den aktuellen DRM-Ausdünstungen nur noch um den Gebrauchtmarkt geht bzw. darum den Originalmedien-Verleih (privat, Videotheken) zu unterbinden. Verhinderung von Kopien werden bei Steam und Dreimal-Installieren-und-Tschüß-Mass-Effect nur noch von der Industrie vorgeschoben. In Wirklichkeit möchte man die ehrlichen (bzw. dummen) Kunden möglichst noch stärker gängeln.Sollen die nur so weitermachen, die dunkle Seite der Macht wird immer attraktiver. 😉

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