Geschmacksfrage

Eigentlich wollte ich mich zum Thema Diablo 3 erst dann wieder äussern, wenn das Spiel irgendwann in ein, zwei Jahren offiziell released wurde. Nicht, weil ich mich vielleicht aus weltanschaulichen Gründen nicht an einer unfreiwilligen Hype-Kampagne für ein kommerzielles Produkt beteiligen möchte, ohne dass ich vom Hersteller und Anbieter dafür entlohnt werde.

Nein, sondern weil ich mich erst dann so richtig auf das Spiel freuen wollte, wenn es tatsächlich für Normalsterbliche spielbar ist und nicht vorher.

Eigentlich … bis ich auf das hier gestoßen bin. Eine Petition von Fans, die Blizzard damit zu verstehen geben, doch bitte das fertige Spiel farblich etwas dezenter, düsterer und brutaler zu gestalten. Zuerst habe ich derartige Kommentare mit einem geistigen Achselzucken abgetan. Was wollen die denn, so dachte ich mir, das sieht doch klasse aus? Nun jedoch, nach einigen Stunden Beschäftigung mit Diablo 1 und einem Durchblättern meiner Screenshot-Sammlung zu Diablo2 kann ich aber nur noch sagen … diese Leute haben recht!

Was im Grunde witzig ist, denn ich gehöre zu den ersten, die entnervt laut aufschreien, wenn ein aktuelles Spiel sich wieder aus der Farbpalette „Schmieriges Braun vermischt mit realistischem Mäusegrau und einem Spritzer ungesunden Rostrot, umhüllt von Bloom und HDR“ bedient, um einen achso erwachsenen Look zu erzeugen. Ich gehöre zu den ersten, die in Spielen gerne mehr Farbe und optische Vielfalt sehen wollen.

Hier jedoch, hier würde Diablo weniger Farbe sehr viel besser zu Gesicht stehen.

Nein, ich werde keine wüsten Beschimpfungen vom Stapel lassen oder Boykott-Drohungen ausstoßen, die ich sowieso nicht einhalten würde, sollte Blizzard bei ihrer derzeitigen Linie bleiben. Ist ja nicht so, dass das Spiel häßlich aussieht oder ich Augenkrebs beim Betrachten bekomme. Es wäre nur das Tüpfelchen auf dem I, das Sahnehäubchen für ein wahrscheinlich hervorragendes Spiel.

Sehr viel wichtiger halte ich aber die Forderung der Petitionsersteller, den Einfluss von Lichtkreis und Schatten stärker zu betonen, denn das war immer ein essentieller Gameplay-Bestandteil beider Vorgänger. Trage ich jetzt lieber den ResistFire(+10)-Ring oder doch besser den Light(+20)-Helm? Was bringt mir gegen welchen Gegner wann mehr Vorteile? Und alleine schon atmosphärisch macht das allemal was her.

Von daher … wer mag, bitte mitmachen!

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11 Kommentare zu “Geschmacksfrage

  1. haslo sagt:

    Ich bin zugegebenermassen unvoreingenommen bezüglich Diablo, habe sowohl den ersten als auch den zweiten Teil nie gespielt. Und anders als du hab ich mit den meisten Braunton-Graphiken überhaupt keine Probleme – so gefallen mir UT3 und AoC wirklich gut, und beide heben sich nicht gerade mit Regenbogenfarben hervor. Ziemlich entgegengesetzte Voraussetzungen also.Und, mir gefallen die farbigeren Screenies besser. Farbe kann auch Stimmungen erzeugen, hier ist’s offensichtlich ein mystischer Tempel. Erdig-dreckig sehen schon dutzende anderer Titel aus, wenn Blizzard sich hier mit Diablo atmosphärisch positiv abheben kann; um so besser.Natürlich, eben, vorher kein Diablo gespielt. Liebgewonnenes lässt man nur ungern gehen, oder ändern. Haben wir auch bei UT3 gesehen; die lautesten „Braun, Braun“-Schreier waren die UT2k4-Fans – ihnen hatte man einfach die Graphik, die sie sich gewohnt waren, weggenommen, und mit etwas ersetzt, was nicht zwingend schlechter, aber ganz sicher anders war. Ich denke der Fall hier liegt ähnlich.

  2. Harzzach sagt:

    Und, mir gefallen die farbigeren Screenies besser.WAS? Andere Meinung, wie? Na warte …Man lernt erneut viel über die menschliche Psyche, wenn man diverse Diskussionen zu diesem Thema verfolgt. Wer die buntere Farbpalette bevorzugt, ist ein blödes WoW-Kiddie und wer düstere Farbtöne fordert eine Heulsuse, die es unverschämterweise wagt Blizzard zu kritisieren.Es ist schön zu sehen, wie gut es im Grunde uns allen geht 🙂

  3. Chris sagt:

    Mann, das hätt‘ ich ja nicht gedacht, dass ich mal irgendwo Kommentare schreibe…man wird halt alt…Aber zu der Diablo-Petition: Mal ganz ehrlich, mir gefällt der düstere Look auch irgendwie besser, aber ich komm nicht damit klar, dass man einer Spielefirma vorschreiben will, wie sie ihr Spiel zu designen hat. Ist doch keine Auftragsarbeit oder so…Und wenn die Blizzard-Leute das ganze Dingens komplett in Rosa (inkl. gelber Quietscheentchendämonen) halten wollten, dann wäre das doch ihr gutes Recht (obwohl ich dann doch schon gerne was von dem Zeug hätte, was sie sich vorher eingeworfen haben müssten). Es zwingt mich ja keiner, das Ding zu kaufen…Auf jeden Fall sollten die Leute, die ein Spiel machen, noch immer selbst entscheiden dürfen, wie es mal aussehen soll…

  4. Harzzach sagt:

    aber ich komm nicht damit klar, dass man einer Spielefirma vorschreiben will, wie sie ihr Spiel zu designen hat.Nun, die Firma designt das Spiel ja nicht für sich selbst, sondern um es möglichst oft zu verkaufen. Da sollte man schon hin und wieder auf die Wünsche der Kunde achten.Auf jeden Fall sollten die Leute, die ein Spiel machen, noch immer selbst entscheiden dürfen, wie es mal aussehen soll…Klar, keine Frage. Aber darf man als Kunde keine Wünsche äussern? Ist meine Meinung als potentieller Kunde nicht von Belang?Natürlich habe ich nicht das Recht einer Firma vorzuschreiben, wie sie ihre Produkte gestalten sollen. Und natürlich steht es mir selbstverständlich frei, auf den Kauf eines Produktes zu verzichten, wenn selbiges mir nicht zusagt.Aber wir reden hier nicht von Kühlschränken oder Schraubenziehern, sondern von Computerspielen, die keine bloßen Nutzer, sondern „Fans“ haben, welche vor allem einem Spiel wie Diablo sehr emotional verbunden sind. Ich kann die Motivation der Initiatoren der Petition sehr gut nachvollziehen. Man sieht Verbesserungsbedarf und verwendet das Mittel „Petition“, um gesammelt und geballt Blizzard zu sagen, dass man vielleicht doch besser …?

  5. Chris sagt:

    Hast schon Recht, ne Petition kann ja durchaus auch hilfreich sein, klingt vielleicht bloß ein bisschen zu formell…Ich vergleiche das bloß mit Musikern bzw. Bands. Die haben ja auch ne ganze Menge Fans (okay, nicht jede Band hat Fans…) aber wenn ich mir vorstelle, dass sich so ne Band vor jedem Album erstmal durch nen Haufen Petitionen arbeiten muss, bevors ans Eingemachte geht…Fände ich schon irgendwie schräg. Aber wenn man sich die Erfolgsgeschichte von Blizzard anguckt, habe ich da eigentlich keine Bedenken, dass sie den Großteil der Spieler zufriedenstellen werden und so eine Petition dann auch nicht einfach im Abfallkorb landet.

  6. Harzzach sagt:

    aber wenn ich mir vorstelle, dass sich so ne Band vor jedem Album erstmal durch nen Haufen Petitionen arbeiten muss, bevors ans Eingemachte geht..Hmmm, stimmt :)Im Falle von Bands sind es aber oft genug wirklich Künstler, die sich über ihre Kunst ausdrücken wollen. Im Falle von Computerspielen und ganz speziell im Falle von Blizzard handelt es sich aber um große, kommerziell operierende Firmen, bei denen künstlerische Freiheit nur in wohltemperierten Maßen auftreten sollte.Wenn ein kleines Indie-Team SEIN Ding durchzieht, dann ist das in Ordnung. Denn hier strebt man ja nicht unbedingt Platzierungen in den Verkaufscharts an. Bei Blizzard oder Ensemble oder Valve oder Rockstar hingegen … wer sich hier konsequent und auf Dauer gegen Kundenwünsche wehrt, der ist bald weg vom Fenster.

  7. Milton sagt:

    Blizzard schert sich seit jeher einen feuchten Kehricht um irgendwelche Petitionen, und das finde ich auch goldrichtig so. Hört man zu viel auf die Com, geht man zusehr auf alle Wünsche ein bekommt man ein breiiges, charakterloses Produkt.Der Entwickler hat eine Vision, die muss er versuchen umzusetzen und in diesem Rahmen muss er Entscheidungen treffen. Alle zufriedenstellen kann er sowieso nicht, also kann er auch bedenkenlos (unerwünschtes) Feedback von der Com ignorieren, und seiner Philosophie weiter folgen.Der Erfolg der Produkts entscheidet dann, ob er den richtigen Weg gefunden hat oder nicht. Kleinigkeiten kann man immernoch nachpatchen.Bzgl. des Looks, ich mag es auch eher düster, hab die finstere Stimmung von D1 echt geliebt. Ich bin mit Blizzards Design bis jetzt aber sehr zufieden. Man darf nicht vergessen, daß dies die ersten 1-2 Karten im Spiel sind. Ich bin sicher, da werden noch gespenstischere Umgebungen kommen. Ausserdem kann jeder, dems zu Hell ist die Helligkeit am Monitor runterdrehen, jedem dems zu bunt ist, die Farbtiefe. Spielt man dann noch ein bisschen am Kontrast rum, kann man schon einiges erreichen. Das ist jedenfalls besser, als eine farblich monotone Umgebung vorzugeben, an der der engagierte Spieler nachträglich nichtmehr rumdrehen kann. 😉

  8. EmmJay sagt:

    Komisch. Bei Hellgate: London schreien se alle, weil die Welt Grau in Grau ist, und das im wahrsten Wortsinn. Bei Mythos schreien se alle, weil die Welt Teletubbie-bunt ist.Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich Blizzard von einer solchen Petition tief beeindrucken lässt. Aber es könnte das Zünglein an der Waage werden, wenn man die Erfolge von HGL, Mythos und SC2, das ja auch entschieden bunter wird, miteinander vergleicht.

  9. t-bone sagt:

    Hm – war das hier oder in einem anderen Forum, wo ich schon mal die Diskussion über unterschiedliche Farbpaletten in Spielen von Entwicklern aus Europa vs. Amerika mitgelesen habe? Bilde mir ein, das war auch hier.Jedenfalls trifft’s das hier auch genau finde ich.

  10. haslo sagt:

    Es ist schön zu sehen, wie gut es im Grunde uns allen geht :)Hihi, das trifft’s recht gut denke ich :)Diablo III ist jedenfalls der erste Diablo-Titel, bei dem ich mich auch vom Hype mitreissen lasse. Kann ja nicht schlecht werden.

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